Harry und Tonks: Der Orden des Phönix

Anmerkung des Autors: Diese Geschichte spielt nach Band 4 der Harry Potter Reihe. Der fünfte Band wird als Leitfaden genutzt, die Geschichte jedoch, verläuft völlig anders als im Original. Harry Potter und alle Charaktere und Orte aus Harry Potter sind Eigentum von J.K. Rowling und ggf. Ihren Publishern. Dies ist eine Fan-Geschichte, mit der kein Geld gemacht wird. Eine Verletzung der Rechte Dritter ist nicht gewollt.

Kapitel 4: Hausputz

"Möchten sie noch zum Essen bleiben, Professor Snape?" fragte Mrs Weasley als Harry und die Anderen gerade die Treppe herunter kamen.

Harry blieb abrupt stehen und Hermine stieß gegen seinen Rücken. "Snape" sagte Harry und er sagte es nicht freundlich und begrüßend.

"Potter" spieh Snape den Namen aus und musterte Harry von Oben bis Unten, eine abwertende Geste wie Harry fand. Snape richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf Mrs Weasley. "Ich denke nicht, das ich hier wirklich erwünscht wäre" sagte er süffisant und sah dabei über Mrs Weasleys Schulter hinüber zu Sirius, der am Esstisch saß und Snape ansah als wäre er eine sehr unangenehme und grässliche Krankheit.

Mrs Weasley sah zwischen Sirius und Snape hin und her. "Also gut, dann.. Dann einen schönen Abend noch, Professor" sagte sie schließlich. Snape nickte nur und disapparierte, aber nicht ohne zuvor noch einen Blick in Harrys Richtung zu werfen.

"Harry, schön dich zu sehen" sagte Sirius und winkte ihn zu sich. Seine Laune hatte sich mit dem Verschwinden von Snape gleich wieder verbessert.

Harry ging die Treppe hinunter und zum Tisch und ermöglichte es so auch den Anderen die Treppe hinab zu steigen. Sie setzten sich an den Tisch, den Mrs Weasley zuvor per Zauberhand gedeckt hatte. Es gab Lammkoteletts in Pfeffersoße. "Nettes Haus hast du hier, Sirius" sagte Harry ironisch.

Sirius lachte bellend. "Warte erst bis du meine Mutter kennen gelernt hast, Harry" zwinkerte er ihm zu.

"Deine.. Mutter?" fragte Harry erstaunt.

Wie aufs Stichwort, stieß Tonks einen großen Krug mit Saft um, der schellend auf dem Boden zerschlug. Harry hörte eine laute, kreischende Stimme aus dem Foyer kommen, die wohl durchs ganze Haus und noch viel weiter zu hören sein musste.

"Blutsverräter, Schlammblüter! In meinem Eigenen Haus!" schrie die Stimme.

Sirius seufzte. "Das ist sie" sagte er, stand auf und hastete in den Flur. Harry folgte ihm. Sie blieben vor einem großen alten Portrait stehen, welches Harrys Tante Petunias verzogenes und allseits missbilligendes Gesicht um Längen schlug. Sirius zog einen Vorhang über das Bild und nach wenigen Augenblicken verklang das Geschrei.

"Nett" sagte Harry, schockiert über die Frau die soeben mit ihrem Geschrei fast das Haus hatte einstürzen lassen.

"Ich bin nicht gerade stolz auf meine Familie." Er wies auf eine Übersichtskarte an der anderen Wand. Dort war ein riesiger Stammbaum zu sehen.

Harry suchte nach ihm bekannten Namen. Nach einer Weile fand er Nymphadora Tonks. "Du bist mit Tonks verwandt?" fragte Harry.

"Oh ja, ihre Mutter Andromeda war meine Lieblings Cousine" sagte Sirius.

Harry suchte weiter den Stammbaum ab und dann blieb ihm die Spucke weg, als er den Namen Malfoy las. "Das ist nicht wahr.. Du bist mit den Malfoys verwandt?" fragte Harry mit geweiteten Augen, Sirius anstarrend.

Sirius nickte. "Fast alle reinblütigen Familien sind irgendwie miteinander verwandt" erklärte er. "Wenn man nur Reinblüter als Partner akzeptiert, dann bleibt einem nicht viel Auswahl. Molly ist eine angeheiratete Cousine von mir und Arthur ist sowas wie mein Onkel."

"Und die Blacks sind alle Anhänger von Vol- Sorry, du weisst schon wem?" fragte Harry.

"Nein, die Blacks haben sich niemals hinter Lord Voldemort gestellt, ausser einiger wenigen Ausnahmen" sagte Sirius und zeigte dabei auf einen Namen an der Übersichtskarte.

"Bellatrix Lestrange" las Harry. "Lestrange.." er ließ sich den Namen durch den Kopf gehen. Er kam ihm bekannt vor. Und dann fiel es ihm ein. Bellatrix Lestrange war dafür verantwortlich, das Neville Longbottoms Eltern im Sankt Mungus Hospital im Flügel für unheilbar schwere magische Krankheiten lagen. Sie hatte sie mit dem verbotenen Cruciatos Fluch so lange gefoltert, bis sie den Verstand verloren.

"Aber nur weil die Anderen sich nicht hinter du weisst schon wem gestellt haben, macht sie das nicht besser. Sie haben nur seine Methoden verabscheut, Mord ist schon etwas ganz anderes, aber die Ansichten über Muggel und Muggelstämminge teilten sie. Aber genug mit der Geschichtsstunde Harry, das Essen wird kalt" sagte Sirius. Er legte eine Hand auf Harrys Schulter und wies ihn zurück in die Küche.

Tonks sah von ihrem Teller auf als Sirius und Harry wieder in die Küche kamen. „Tut mir leid Sirius, ich bin wirklich tollpatschig" sagte sie.

Sirius schmunzelte. „Schon okay, jetzt kennt Harry sie wenigstens und muss sich nicht erschrecken falls sie mal wieder losgeht. Ich würde dieses Bild so gerne abreissen, aber die Schutzzauber wollen einfach nicht runter. Dieser verdammte Kreacher."

„Kreacher?" fragte Harry. „Ron und Hermine haben mir vorhin von ihm erzählt. Aber warum hat er das Bild deiner Mutter mit Schutzzaubern belegt?"

Sirius seufzte. „Damit ich es nicht einfach rauswerfe. Kreacher hat meine Mutter geliebt, ja richtig verehrt. Es fehlen schon die ganze Zeit jeden Tag ein paar neue Sachen die wir eigentlich wegschmeissen wollten, es würde mich nicht wundern wenn es dieser tunichtgut Kreacher gewesen wäre" grummelte Sirius.

Hermine hüstelte. „Ich bin mir sicher, Kreacher meint es nicht böse. Er hat so lange bei diesen schwarzen Zauberern gelebt, wenn wir eine Zeit lang ganz nett zu ihm sind, wird er sich sicher bessern."

Ron verdrehte die Augen. „Oh nein, jetzt fang nicht wieder mit Belfer an, Hermine."

Hermine funkelte Ron an. „Wie oft soll ich dir das noch sagen, es heisst B. Elfe R. Das Bündnis zum Schutze der Elfenrechte."

Ron hatte sich schon den nächsten Bissen in den Mund gestopft und murmelte nur ein unverständliches „Schon gut, schon gut".

„Ich habe nichts dagegen das du dich für Elfenrechte einsetzt, Hermine, es stimmt schon. Sie werden schlecht, ja sogar miserabel behandelt. Aber Kreacher.. Das ist ein ganz anderer Fall. Er ist böse und wird es immer sein" sagte Sirius und fing dann auch an zu Essen.

Harry hielt sich aus der Diskussion besser heraus, er wusste das es nur schwer bis unmöglich war, eine Diskussion mit Hermine zu führen ohne das sie am Ende gewinnt, oder schmollend das Weite sucht.

„Esst lieber schnell auf, es gibt Heute noch eine Menge zu tun. Im Salon sind Doxies" sagte Mrs Weasley. „Viel mehr als ich zuerst angenommen hatte."

„Ich helfe euch" sagte Tonks.

„Tonks, wirklich, das musst du nicht, du hast schon genug zu tun mit den Aufträgen für den Orden und deinen Job als Auror. Du solltest dich lieber etwas entspannen" sagte Mrs Weasley.

„Doch, doch. Es wird sicher Spaß machen und dann geht es auch schneller" sagte Tonks. „Du hast bestimmt noch genug zu tun mit dem riesigen Haus, dann hast du etwas mehr Zeit."

Mrs Weasley konnte nicht verstehen was an der undankbaren Aufgabe, die kleinen und bissigen Doxies einzusammeln, Spaß machen sollte, aber sagte weiter nichts dazu. Immerhin konnte so jemand Anders ein Auge auf die Bande werfen. Gerade auf Fred und George. Sie haben die wenigen Wochen die sie hier waren schon so viel Unsinn gebaut, das Mrs Weasley gar nicht mehr genau wusste, wie oft sie schon vor Wut aus der Haut gefahren war. „Danke Tonks, das ist wirklich sehr nett von dir."

Also ging es für Tonks, Harry, Hermine, Ron, Fred, George und Ginny nach dem Essen in den Salon, auf Doxie Jagd. Sie bewaffneten sich mit über Mund und Nase gebundenen Geschirrtüchern und jeweils einer Sprühdose, die eine schwarze Flüssigkeit enthielt. Auf der Flasche stand Doxixit.

„Das Zeug wird die kleinen Biester betäuben, werft sie dann einfach in diesen Eimer" sagte Tonks und stellte den großen Eimer den sie in der einen Hand hielt auf den Boden. „Aber passt auf, das sie euch nicht Beissen. Sie sind giftig. Mrs Weasley hat mir ein Fläschchen Gegengift mitgegeben, aber glaubt mir, ihr wollt lieber nicht wissen wonach es schmeckt."

Die Gruppe näherte sich den Vorhängen im Salon, die Sprühdosen hielten sie bereit. Es war ein lautes Summen, wie von einem Bienenschwarm, hinter den Vorhängen zu hören.

„Haltet euch bereit" sagte Tonks. „Auf mein Kommando, verpassen wir ihnen eine Ladung Doxixit."

Die Anderen nickten, das sie verstanden hatten.

„Also gut, fertig und.. Sprüht!" rief Tonks und sofort begannen alle das Doxixit auf die Vorhänge zu sprühen.

Die Doxis flogen aus den Vorhängen, direkt auf die mit ihren Tüchern vor dem Gesicht ziemlich merkwürdig aussehende Gruppe zu. Harry sah eine direkt auf ihn zufliegen, sie streckte schon die kleinen krallen besetzten Hände nach ihm aus. Im letzten Moment sprühte er dem Doxi mitten ins Gesicht, welcher dann mit einem überraschen lautem „Donk" auf den Boden aufprallte. Harry hob den Doxi auf und warf ihn in den Eimer. Zeit sich die kleinen fliegenden Tierchen genauer anzusehen hatte er nicht, denn schon kam der nächste Doxi auf ihn zu.

Die Anderen kämpften ebenfalls mit ihren eigenen Doxis und wie Harry sah, machte es Tonks wirklich Spaß. Sie lächelte breit und schoss wie ein Profi einen Doxi nach dem Anderen aus der Luft ab. „Auror Training" dachte Harry.

„Hey, Harry. Ich bin kein Doxi. Los, da kommt einer auf dich zu" sagte Tonks als sie in seine Richtung schaute und merkte das er sie ansah.

Harry widmete sich sofort dem Angreifer und auch er wurde in den großen Eimer verfrachtet.

Mit den Stunden die vergingen, füllte sich der Eimer und am frühen Abend war dann auch der letzte Doxi betäubt. Harry sah, wie sich Fred und George jeweils einen der betäubten Doxis heimlich in die Tasche steckten. „Was macht ihr da?" flüsterte Harry, damit Tonks es nicht hören konnte.

„Wir wollen ein wenig mit dem Doxi Gift experimentieren, für unsere Nasch und Schwänz Leckereien" sagte Fred leise.

Harry sah ihn verständnislos an. „Nasch und Schwänz Leckereien?" fragte er.

Fred und George nickten. „Für unseren Zauberscherzartikel Laden. Dieses Doxigift wird sich gut für unsere Kotzpastillen eignen" sagte George.

„Kotz- Pastillen?" fragte Harry verwundert.

„Ja, wir hatten da eine Super Idee. Die Pillen haben zwei Hälften. Nehmen wir mal an, du sitzt in einer ganz langweiligen Stunde Zaubereigeschichte rum. Dann schluckst du die eine Hälfte der Pille und dir wird sofort schlecht und wirst in den Krankenflügel geschickt. Dort angekommen, schluckst du einfach die andere Seite der Pille und im Nu gehts dir wieder gut und du kannst deine kostbare Zeit mit etwas wirklich wichtigem verbringen" sagte Fred. „Leider funktioniert es noch nicht so gut. Unsere Testpersonen haben Schwierigkeiten, mit dem Kotzen lange genug aufzuhören um sich das Gegengift in den Mund zu stecken" sagte George.

„Testpersonen?" fragte Harry.

Fred und George grinsten ihn an. „Wir - natürlich" sagten sie im Chor. „Und Kotzpastillen sind nicht das Einzige, wir haben noch Nasblut Nougat und Kollaps Kekse, nur um ein paar zu nennen" erzählte George. „Ja, als Mum uns sah, dachte sie wir hätten uns Duelliert" grinste Fred. „Im Moment fehlen uns noch die richtigen Räumlichkeiten für unser Geschäft, deshalb betreiben wir es erst einmal als Versandhandel. Wir haben eine Anzeige im Tagespropheten aufgegeben. Aber keine Sorge, Mum liest den Propheten nicht mehr, weil sie so viele Lügen über dich geschrieben haben."

Harry schwante böses. Er war es, der den Zwillingen das Startgeld für ihren Zauberscherzartikel Laden spendiert hatte, die 1000 Galleonen Gewinn vom Trimagischen Turnier. Mrs Weasley war ganz und gar nicht einverstanden damit, das zwei ihrer Söhne einen solchen Beruf ausüben wollen würden. Sie hielt es für Spinnerei und meinte, damit könne man kein Geld verdienen, sondern nur Ärger machen.

Tonks räusperte sich und Harry, George und Fred drehten sich zu ihr rum. Sie versuchten dabei so unschuldig wie möglich auszusehen.

„Ich bin noch nicht so alt, wisst ihr? Ich kann noch gut hören" sagte Tonks, mit in die Hüften gestemmten Händen und einem tadelnden Blick.

„Natürlich nicht Tonks, du bist kaum älter als wir. Die paar Jahre.. Wir geben dir ein paar gratis, wenn du uns nicht verrätst" sagte George.

Tonks lachte. „Gut, abgemacht. Aber seid vorsichtig, Molly zieht euch das Fell über die Ohren wenn sie das heraus bekommt. Aber gebt mir bitte erst welche, wenn ihr dieses Problem von dem ihr gesprochen habt, gelöst habt."

Hermine beäugte das ganze misstrauisch. „Sie mag es nicht wenn sich jemand nicht an die Regeln hält und schon gar nicht, wenn es ein Erwachsener ist" dachte sich Harry. Er selbst konnte jedoch nichts falsches daran erkennen, im Gegenteil, er fand es gut wie Tonks reagiert hatte.