Harry und Tonks: Der Orden des Phönix
Anmerkung des Autors: Diese Geschichte spielt nach Band 4 der Harry Potter Reihe. Der fünfte Band wird als Leitfaden genutzt, die Geschichte jedoch, verläuft völlig anders als im Original. Harry Potter und alle Charaktere und Orte aus Harry Potter sind Eigentum von J.K. Rowling und ggf. Ihren Publishern. Dies ist eine Fan-Geschichte, mit der kein Geld gemacht wird. Eine Verletzung der Rechte Dritter ist nicht gewollt.
Kapitel 5: Sarah Harding
Die Sommerferien vergingen durch die viele Arbeit im Haus recht schnell und so begann am letzten Ferientag das große Packen. Kessel mussten verstaut, Schulbücher zusammen gesucht und Kleidung in die jeweilige Truhe gesteckt werden.
Doch nicht nur Harry und seine Freunde mussten für den morgigen Tag packen. In einem kleinen Apartment schwirrte Tonks umher und suchte all die Sachen zusammen, die sie mit nach Hogwarts nehmen wollen würde. Sie fluchte. „Warum habe ich dieser dummen Idee nur zugestimmt?" fragte sie sich selbst und stieß wütend mit dem Fuß gegen ihre Truhe, was ihr anstatt weiter zu helfen nur Schmerzen im Zeh brachte.
Einige Tage zuvor, eine Woche vor dem Ende der Ferien, hatte Dumbledore sie um ein Gespräch gebeten. Sie stattete ihn einen Besuch in seinem Büro in Hogwarts ab und fragte sich was dieser wichtige Auftrag den sie für den Orden erledigen sollte wohl sein würde. Sie sah Dumbledore an, als sie die Tür hinter sich schloss und wartete das er anfangen würde zu reden.
„Ah, Tonks. Ich habe sie bereits erwartet. Setzen sie sich. Wie sie sicher wissen, Tonks, glauben einige Leute das auf dem Posten für den Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ein Fluch liegt, weil bisher Niemand länger als ein Jahr diese Stelle besetzt hat. Auch dieses Jahr, hatte ich wieder große Schwierigkeiten jemanden für diese Stelle zu besetzen. In der Tat, habe ich bis jetzt immer noch niemanden für diese Stelle gefunden" erzählte Dumbledore und musterte Tonks dabei aufmerksam, wartete auf eine Reaktion auf ihrem Gesicht.
Tonks sah Dumbledore nur fragend an. „Das tut mir leid, Dumbledore, aber was genau hat das mit mir und diesem wichtigen Auftrag für den Orden zu tun, den ich ausführen soll?" fragte Tonks.
Dumbledore rieb sich den Nasenrücken und schob seine Brille zurecht. „Der Zaubereiminister hat angedeutet, das er sehr gerne bereit wäre mir in dieser misslichen Lage zu helfen. Er würde jemanden aus dem Ministerium für die Stelle als Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste ernennen, sollte ich bis zum Schulbeginn Niemanden für den Posten finden."
„Aber dann ist das Problem doch gelöst" sagte Tonks und verstand nicht ganz das Problem.
„Ah, ja so könnte man meinen, Tonks. Doch leider sieht die Sache etwas komplizierter aus. Wie sie wissen, glaubt das Ministerium, oder besser gesagt, Fudge, noch immer nicht an die Rückkehr Lord Voldemorts. Er hätte die ganze Sache mit den Dementoren am liebsten einfach vertuscht, was er natürlich nicht konnte, da ein Auror vor Ort war und alles bezeugen kann" erklärte Dumbledore.
„Ich. Ich war da und habe gesehen wie die Dementoren Harry und seinen Cousin angegriffen haben" sagte Tonks nachdenklich.
„Ja. Und seit diesem Vorfall versucht der Minister alles in seiner Macht stehende um Harry zu diskreditieren, so wie er es seit dem Ende des Trimagischen Turnieres auch mit mir tut. Haben sie schon die neueste Ausgabe des Tagespropheten gelesen, Tonks?" fragte Dumbledore.
Tonks schüttelte den Kopf und nahm die Zeitung die Dumbledore ihr entgegen hielt. Sie überflog die Titelseite, konnte aber nichts wichtiges entdecken. „Ich verstehe nicht, Dumbledore, wo werden sie und Harry diskreditiert?" fragte sie und wollte die Zeitung schon wieder weglegen, aber Dumbledore stoppte sie.
„Sie müssen zwischen den Zeilen lesen" sagte er. „Es ist nicht offensichtlich, der Minister ist kein Dummkopf. Aber es ist da und genug um zumindest unterbewusst den Leuten klar zu machen, das ich ein verrückt gewordener alter Kauz wäre und Harry ein nach Aufmerksamkeit strebender Bengel, der nichts als Unsinn im Kopf hat und mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt."
Tonks zog ungläubig eine Augenbraue hoch, aber sah trotzdem noch einmal in den Tagespropheten. Anstatt nach großen Schlagzeilen zu suchen in denen es um Harry oder Dumbledore ging, überflog sie schnell die kleineren Artikel und suchte nur nach den Namen Harry und Dumbledore. Ein Dutzend Mal mindestens fand sie die beiden Namen und es war wie Dumbledore gesagt hatte. Harry und Dumbledore kamen in den Artikeln nicht sehr gut weg. Artikeln, die überhaupt nichts mit Harry oder dem Schulleiter zu tun haben. Es wurden einfach Kommentare in die Artikel mit eingearbeitet, die amüsant sein sollen, aber pure Lügen sind. „Sie haben recht" sagte Tonks. „Und ich fürchte es wird funktionieren. Leute die sie und Harry kennen werden natürlich merken, was vor sich geht. Aber der Rest der Zauberer Welt..." sagte Tonks und legte den Tagespropheten wieder weg.
Dumbledore nickte. „Cornelius merkt nicht, wie viel Schaden er wirklich mit seiner Sturheit anrichtet. Je länger die Welt glaubt, Lord Voldemort wäre tot, desto mehr Zeit hat er um noch mächtiger zu werden und noch mehr Anhänger anzuwerben. Und um mich und auch Harry in Schach zu halten, möchte der Minister liebend gerne einen seiner Mannen in Hogwarts als Lehrer postieren. Ich nehme an, Harry ist das Hauptziel. Er ist der einzige, der Lord Voldemort gesehen hat, sozusagen der Hauptzeuge. Es steht sein Wort, gegen das des Ministeriums. Es ist von äusserster Wichtigkeit, das Harrys Ruf nicht noch mehr Schaden erleidet. Viele Leute glauben sowieso schon, das Harry nichts besonderes wäre und zu unrecht so berühmt ist und das Ministerium versucht, noch mehr Leute von dieser Meinung zu Überzeugen."
„Aber, was hat das mit meinem Auftrag zu tun, Dumbledore? Sie wollen doch wohl nicht, das ich Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste werde?" fragte Tonks. „Ich denke nicht, das ich die nötige Erfahrung dafür hätte" sagte Tonks.
„Oh, ich denke sie würden eine gute Lehrerin abgeben, Tonks. Immerhin sind sie ein Auror, sie sind bestens ausgebildet was den Kampf gegen die dunklen Mächte angeht und Alastor Moody selbst spricht nur in den höchsten Tönen von ihnen. Aber nein, ich möchte nicht das sie die Lehrstelle übernehmen. Ich habe es Anfangs in Erwägung gezogen, aber ich denke nicht das es funktionieren würde. Fudge will seinen Mann in Hogwarts und sie Tonks, könnte er leicht ausbooten, immerhin unterstehen sie als Auror dem Ministerium. Wie ich bereits sagte, ist es von äusserster Wichtigkeit, Harrys Ruf zu schützen. Ich möchte, das sie ein Auge auf Harry haben, im kommenden Schuljahr. Und auf den neuen Lehrer den Cornelius für Verteidigung gegen die dunklen Künste stellen wird. Sie müssen Harry vor dieser Person schützen und aufpassen.. Das Harry keine Dummheiten anstellt" erklärte Dumbledore.
Tonks Augen weiteten sich. „Und natürlich wollen sie, das ich sie über alles in Kenntnis setze, was ich über Harry und was er vielleicht vorhaben könnte im Laufe des Jahres herausfinde? Ihn ausspionieren?" fragte Tonks.
Dumbledore nickte. „Ich dachte mir schon, das dieser Auftrag ihnen nicht gefallen wird, Tonks. Aber er ist sehr wichtig und sie sind die beste Person für diesen Auftrag. In den letzten Wochen haben sie sich mit Harry angefreundet. Er vertraut ihnen und seine Freunde tun es auch."
Tonks schüttelte den Kopf. „Ja. Er vertraut mir. Und sie wollen das ich dieses Vertrauen missbrauche. Das können sie nicht von mir verlangen, Dumbledore. Das ist nicht richtig. Ich verstehe ja, das Harry Schutz vor diesem Mann aus dem Ministerium braucht und auch das es helfen könnte über das was Harry vielleicht vorhaben sollte, informiert zu sein damit er nicht in Schwierigkeiten gerät. Aber ihn so zu hintergehen... Ich denke sie sollten ihn einfach in alles Einweihen. Harry ist nicht auf den Kopf gefallen. Sagen sie ihm was sie mir gesagt haben und lassen sie ihn mit uns zusammen arbeiten" sagte Tonks.
Dumbledore schüttelte seinen Kopf. „Ich habe lange darüber nachgedacht, Tonks. Harry ist noch zu jung, es ist besser wenn er nichts davon weiss und sich einfach nur aus Ärger heraus hält."
Tonks sah Dumbledore ungläubig an. „Ich glaube sie schätzen Harry falsch ein. Und wie stellen sie sich das überhaupt vor? Ich kann nicht nach Hogwarts apparieren, ich habe auch noch einen Tages Job. Ich müsste jeden Tag nach der Arbeit zu Fuß nach Hogwarts gehen und könnte Harry und diesen Lehrer nur spät Abends für sie Beschatten."
Dumbledore zögerte einen Moment. „Das ist die andere Sache, warum ich mit ihnen Sprechen muss, Tonks. Es tut mir sehr leid, aber ich fürchte, sie werden ab Montag kein Auror mehr sein. Zumindest für den Moment" sagte Dumbledore.
Tonks sah ihn erschrocken an. „Was? Aber wieso? Was passiert Montag?" fragte sie.
„Arthur Weasley hat über ein paar seiner Freunde im Ministerium erfahren, das Fudge persönlich dafür gesorgt hat, das eine Untersuchungskommission ins Leben gerufen wird, um den Fall mit den Beiden Dementoren im Lingusterweg zu klären. Er wird sie fürchte ich, Montag auf unbestimmte Zeit suspendieren lassen. Weiterhin denke ich, das auch sie ab Montag im Tagespropheten erwähnt werden. Sie, als Zeugin des Dementoren Angriffs sind ebenfalls auf Cornelius Liste der Leute die ihm gefährlich werden könnten."
„Sie haben recht.. Natürlich. Er wird mich als eine völlig verrückte darstellen. Ich hätte mir die Dementoren nur ausgedacht. Stress warscheinlich. Ich hätte mich überarbeitet und wäre einfach übergeschnappt" plapperte Tonks vor sich hin. „Damit rechtfertigen sie dann auch gleich meine Suspendierung" sagte sie und sah ihre gesamte Karriere vor ihrem inneren Auge in sich zusammen brechen.
Dumbledore ließ Tonks einen Moment um sich zu sammeln. „Das ist der andere Grund, warum ich sie für den Auftrag ausgewählt habe. Es ist das Beste für Harry, Tonks. Sie würden ihm damit einen großen Gefallen tun, wenn sie ihn aus Ärger heraus halten" sagte Dumbledore und versuchte überzeugend zu klingen.
Tonks schnaubte. „Ich denke da wäre Harry anderer Meinung. Was wenn er mich entdeckt? Ich bin ein wenig tollpatschig, Dumbledore, das wissen sie" sagte Tonks.
Dumbledore nickte, aber lächelte. „Und doch haben sie die Auror Prüfung in Tarnung mit Auszeichnung bestanden" sagte Dumbledore.
„Ja, aber nur weil ich mein Aussehen jederzeit än-" Tonks sprach nicht weiter, sie wusste worauf Dumbledore anspielte. „Natürlich. Ich kann mich mit meinen Metamorphmagus Fähigkeiten so sehr verändern, dass Harry mich nicht wieder erkennen würde, wenn ich vor ihm stehe."
„Exakt" sagte Dumbledore. „Ich bin mir nicht sicher, aber könnten sie sich nicht sogar jünger machen?" fragte er.
Ohne Worte schloss Tonks ihre Augen und als sie sie wieder öffnete, saß nicht die erwachsene Tonks vor dem großen Pult des Schulleiters, sondern ein zierliches, nicht älter als 15 jähriges Mädchen, mit Sommersprossen im Gesicht und langen, gelockten braunen Haaren.
„Ja, ich glaube es könnte funktionieren" sagte Dumbledore überzeugt.
„So langsam glaube ich das auch. Aber ich halte es dennoch für eine schlechte Idee. Aber ich werde es tun. Was bleibt mir auch sonst für eine Wahl. Für Harry und den Orden" sagte Tonks und verwandelte sich wieder zurück.
„An ihrer Stimme müssen sie noch arbeiten, aber ansonsten ist die Tarnung, man muss es einfach sagen, perfekt" sagte Dumbledore und stand auf um ihr die Hand zu reichen.
Tonks schüttelte seine Hand, doch innerlich zog sich ihr Magen zusammen bei dem Gedanken zu was sie da eingewilligt hatte.
„Ich werde ihnen die Schuluniform und ihren Lehrplan in den nächsten Tagen zukommen lassen" sagte Dumbledore und wollte Tonks schon aus seinem Büro heraus führen, doch Tonks blieb wie angewurzelt stehen.
„Meinen.. Lehrplan? Ich dachte, ich würde mich nur im äussersten Notfall zeigen, wenn ich entdeckt werde und mich dann als Schülerin ausgeben, sie wollen doch nicht wirklich von mir das ich..." sagte Tonks.
„Doch, das möchte ich Tonks. Nur so können sie wirklich die ganze Zeit in Harrys Nähe sein. Freunden sie sich mit ihm an, als ihr neues Ich, versuchen sie aus dem Trio ein Quartett zu machen. Sie sind doch noch sehr jung, Tonks, wenn ich das sagen darf. Ihnen fällt es doch bestimmt nicht all zu schwer, sich ein wenig zu verstellen und als Kind durchzugehen. Es ist in Harrys bestem.." sagte Dumbledore und Tonks beendete seinen letzten Satz mit „Interesse - Ich weiss, ich weiss. Ich werde mein bestes geben - Professor".
„Er wird mich hassen" sagte Tonks zu sich selbst als sie gerade die letzten Sachen in ihre Truhe warf und sie verschloss. Sie ging in ihr Bad und stellte sich vor den kleinen Spiegel über dem Waschbecken. Sie schloss ihre Augen und als sie sie öffnete, blickte ihr das kleine Mädchen aus Dumbledores Büro in die Augen.
„Hallo, ich bin Sarah. Sarah Harding. Freut mich dich kennen zu lernen, Harry" sagte Tonks mit verstellter stimme und fluchte, weil sie sich noch immer zu sehr nach Tonks und zu wenig nach Sarah anhörte. Sie hatte schon seit Tagen geübt, aber sie fand es könnte noch besser sein. „Es wird wohl reichen müssen" dachte sie. „Zum Glück sehen die Leute meisstens das was sie sehen wollen und nicht das was sie sowieso nicht erwarten."
Im Grimmauldplatz Nummer 12, war die Packerei ebenfalls zum Ende gekommen. Alle waren in ihren Betten, alle bis auf Fred und George die noch eifrig an ein paar letzten Änderungen ihrer Zauberscherzartikel arbeiteten. Immerhin war morgen ihr großer Tag, sie würden direkt an ihrem Zielpublikum - den Schülern - Marktforschung betreiben.
Hermine und ginny waren auch in ihren Betten, aber schlafen taten sie noch nicht. Sie lagen beide bäuchlings auf ihren Betten und redeten schon seit einer geschlagenen Stunde.
„Oh Hermine, bitte, wir kommen gar nicht mehr zum Schlafen wenn du nicht endlich aufhörst über meinen verklemmten Bruder zu reden" sagte eine sichtlich genervte Ginny, die sich schon ihr Kopfkissen über den Kopf hielt um Hermines andauernde Ausführungen über Ron nicht mehr mit anhören zu müssen.
„Aber, er ist mein bester Freund. Er und Harry. Harry.. Was würde er dazu sagen? Ausserdem, vielleicht ist Ron auch der Falsche für mich, wir streiten uns so oft und er kann manchmal wirklich ein Idiot sein" plapperte Hermine.
„Hermine.. Das hast du alles schon mindestens ein dutzend mal gesagt. Entscheide dich und dann rede mit Ron, aber bitte, lass uns endlich schlafen" sagte Ginny und drehte sich auf die Seite, mit dem Rücken zu Hermine.
„Tut mir leid Ginny, wirklich, ich will dich nicht damit nerven, aber es.. Ich weiss ja auch nicht. Es macht mich einfach verrückt. Gute Nacht, Ginny" sagte Hermine und legte sich auch in Schlafposition.
„Schon gut, Hermine. Gute Nacht" murmelte Ginny.
