Disclaimer:
Ich bin Pilarius' Katze und ich kann guten Gewissens behaupten, dass Harry Potter nicht Pilarius gehört. Ich habe alle Ecken nach ihm durchsucht und ihn nirgendwo gefunden. Dabei hatte ich mich so auf die dicke fette Ratte gefreut, die sich angeblich in seiner Nähe herumtreibt...
Schatten der Wahl
13. Ideen und Erinnerungen
„Was hast du heute Vormittag gemacht?", fragte seine Mutter.
„Ich war in der Bibliothek und habe gelesen.", antwortete Draco.
„Das ist gelogen.", sagte Tigris sofort. Seine Mutter nickte zufrieden. Draco erstarrte und senkte seinen Blick.
Tigris musterte ihn eindringlich. „Er hat mit Vater trainiert... Schwertkampf. Warum hast du gelogen?"
„Weil Vater es mir gesagt hat.", antwortete Draco ehrlich und sah Tigris an. „Du bist ziemlich gut geworden."
„Und du bist enttäuschend.", sagte seine Mutter kalt. Draco sackte ein wenig zusammen. „Hast du überhaupt meditiert?"
„Natürlich, jeden Abend.", entgegnete Draco abwehrend. „Ich habe einfach kein Talent dafür!"
„Du gibst dir nicht genug Mühe!", sagte sie ärgerlich. „Du hast das Talent, ich bin sicher, dass du es hast."
„Das ist nicht wahr." Draco hatte seine Hände in seiner Robe verkrampft. „Nur weil es ihm so leicht fällt..."
Sie schlug Draco ins Gesicht. „Das hat damit nichts zu tun! Du musst dich nur mehr anstrengen. Er ist der Erstgeborene, natürlich ist es einfacher für ihn!"
„Mutter...", unterbrach Tigris sie.
„Wenn du nur ein wenig mehr Interesse zeigen würdest..."
„Mutter!", rief Tigris. Sie hielt inne. Draco lehnte seinen Kopf zurück und schloss die Augen.
„War das wirklich notwendig?"
Draco atmete tief durch und lächelte freudlos. „Lass es gut sein, Tigris."
Seine Mutter starrte Tigris an, öffnete ihren Mund und schloss ihn wieder. Dann streckte sie die Hand nach Draco aus. „Es tut mir leid, ich wollte nicht... Ich mache mir nur Sorgen um dich, das ist alles."
Draco lachte erstickt. „Natürlich tust du das."
Tigris musterte die beiden stirnrunzelnd. „Kann ich einen Moment mit dir reden, Mutter?"
Sie sah noch einen Augenblick auf Draco, dann nickte sie. „Natürlich, Tigris." Sie beschrieb mit ihrem Zauberstab einen Kreis um sie herum. „Worum geht es?"
„Sollte er nicht die gleiche Gabe besitzen?"
Sie seufzte tief. „Die Gabe, Tigris, geht immer an den Erstgeborenen."
„Aber du..."
„Andere Familienmitglieder erben eine schwächere Begabung. Ich habe ein gewisses Talent, mehr als gewöhnlich, aber es war Sirius, der die wirkliche Gabe erbte. Denkst du wirklich, er hat Askaban nur durch seine Animagusform überstanden? Ich habe ihn immer darum beneidet und der Narr wusste nicht einmal, was er hatte." Sie klang bitter.
Tigris ignorierte den Stich, der ihn bei Sirius' Erwähnung durchfuhr. „Du solltest Draco wirklich nicht so behandeln. Er tut sein Bestes, weißt du?"
„Ich weiß.", sagte sie, aus dem Fenster starrend. „Aber was, wenn sein Bestes nicht genug ist? Er ist eine Gefahr für uns alle, wenn er seinen Geist nicht verschließt."
„Hast du ihm nie den Schlüsselstein gezeigt?"
„Das kann ich nicht!", rief sie aufgebracht. „Es ist nicht sein Erbrecht!"
„Wie kannst du dann erwarten..."
„Er muss es einfach versuchen! Andere lernen es auch ohne Hilfe!"
„In Jahren, Mutter!"
„Dann muss er sich eben mehr anstrengen!"
„Du bist irrational!"
Sie ohrfeigte Tigris. „Sprich nicht in diesem Ton mit mir!"
Tigris starrte sie an und sie schluchzte auf. „Es tut mir leid! Ich bin einfach..."
Er seufzte und zog sie an sich. „Ich verstehe, Mutter. Ich muss mit euch reden. Euch allen. Ich denke, ich habe eine Lösung für das Problem, aber ich brauche euer Einverständnis."
Sie löste sich von ihm. „Gut. Entschuldige, ich..." Sie lächelte reuig. „Manchmal bin ich etwas emotional."
„Ich verstehe.", wiederholte Tigris, und das tat er. Sie machte sich Sorgen, aber das war kein Grund, sich so zu verhalten. „Bitte versuch einfach, etwas fairer zu Draco zu sein, in Ordnung? Er verdient Besseres."
Sie nickte. „Es tut mir leid."
„Das musst du nicht mir sagen."
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„Also, worum geht es?" Sein Vater klang ungeduldig. Tigris konnte nicht verhindern, dass ihn das ein wenig nervös machte.
„Mutter macht sich Sorgen wegen meiner... ähm... Vergangenheit. Sie hat Angst, dass jemand die Wahrheit herausfindet."
„Das weiß ich, sie hat es mir gesagt.", unterbrach sein Vater Tigris grob. „Sie hat gesagt, du hast einen Vorschlag."
Tigris schluckte. Das würde nicht leicht werden. „Ja, das ist richtig." Er warf einen flüchtigen Blick zu den anderen im Raum. Draco wirkte besorgt und ein wenig nervös. Seine Mutter erschien einfach nur abwartend. Aber Tigris kannte sie inzwischen genug um zu wissen, dass niemand ihr ihre Gefühle ansah, wenn sie es nicht wollte. Er unterdrückte den Impuls, seine schwitzenden Hände an seiner Robe abzustreichen. „Wie du vielleicht weißt, hat Mutter mir ein paar Bücher über Okklumentik und Legilimentik gegeben."
Sein Vater nickte nur.
„Es scheint, dass ihr Inhalt sich dem Leser anpasst, da ich einige Zauber gefunden habe, die Mutter unbekannt waren. Einer davon dient dazu, Geheimnisse zu bewahren. Es ist ein sehr alter Spruch, der dafür sorgt, dass eine Information, beziehungsweise Erinnerung nicht an andere weitergegeben wird. Derjenige, auf den der Spruch gesprochen wird, kann weder darüber reden, noch kann ein Legilimens es in seinem Geist lesen. Gleichzeitig bleibt die Erinnerung jedoch erhalten."
Die Augen seines Vaters verengten sich ein wenig. „Was genau schlägst du also vor? Ich lasse zu, dass du diesen Zauber auf uns sprichst?"
Tigris konnte nicht verhindern, dass er hinter seinem Rücken nervös die Hände rang. „Man muss ein fortgeschrittener Legilimens sein, um den Zauber zu sprechen. Ich denke, dass ich es tun kann, wenn ihr einverstanden seid. Ich bin nicht weit genug, um ihn auf jemanden anzuwenden, der nicht einverstanden ist."
„Ich verstehe.", sagte sein Vater langsam. „Was ist mit dir selbst? Ich bezweifle, dass du den Spruch auf dich selbst sprechen kannst."
„Ich bin inzwischen ein guter Okklumens. Niemand wird etwas von mir erfahren. Ich habe nicht die Absicht, es irgendjemanden mitzuteilen, es würde mich nur in Gefahr bringen."
Bevor Tigris reagieren konnte, war sein Vater aufgestanden und hatte seinen Stab auf ihn gerichtet. „Legilimens!"
Tigris brach in die Knie, als der Mann mit rücksichtsloser Gewalt in seine Gedanken eindrang. Ein paar Erinnerungen aus den letzten Wochen liefen vor seinem inneren Auge ab.
Draco und er beim Training... er in der Bibliothek... Draco, wie er ihm die Aethonans im Stall der Malfoys zeigte. Für einen Augenblick fühlte Tigris wieder die heiße Begierde, auf ihnen zu reiten... Dann war er wieder bei den Dursleys, aber die Erinnerungen waren verwaschen. Eine Frau, Tigris wusste es war seine Tante, die ihn anschrie, weil seine Haare über Nacht nachgewachsen waren... Ein Junge, Tigris wusste es war Dudley, der ihn eine Missgeburt nannte... sein Onkel, der ihn mit einem Gürtel schlug. Die Erinnerungen wurden mehr an die Oberfläche gezerrt und wurden klarer. Einen Augenblick lang hatte Tigris die Personen klar vor Augen. Die Frau, plump und braunhaarig. Der Mann, blond, grobknochig und hager...
Tigris fand sich selbst auf dem Boden kniend wieder, zu seinem Vater aufblickend. Er widerstand der Versuchung zu grinsen. Es musste auf seinem Gesicht zu sehen gewesen sein, denn sein Vater warf ihm einen ärgerlichen Blick zu. Er hatte die Hände auf seinem Schreibtisch aufgestützt und atmete heftig, wie nach einem anstrengendem Lauf.
„Ich sehe, du hast tatsächlich Fortschritte gemacht.", sagte er schließlich. Es fiel ihm sichtlich schwer, das einzugestehen. Er winkte Tigris aufzustehen und setzte sich wieder.
„Also gut, du kannst es versuchen. Fang mit deinem Bruder an." Er reichte Tigris einen Zauberstab, den, mit dem Tigris in den letzten zwei Wochen trainiert hatte.
Tigris drehte sich zu Draco um, der etwas auf seinem Stuhl zurückwich.
Er seufzte. „Vertraust du mir, Draco?"
„Warum bei Mordraud sollte ich dir vertrauen?"
„Du musst nicht mir vertrauen, nur meinem Können."
„Ich versuche es." Dracos Blick war alles andere als sicher.
„Das muss reichen." Tigris richtete seinen Stab auf Draco und konzentrierte sich. „Ich möchte, dass du genau an das denkst, was wir verbergen wollen... denk daran, dass ich Harry Potter war."
Der flüchtige Ausdruck von Abscheu auf Dracos Gesicht riss Tigris beinah aus seiner Konzentration. Es war ein wenig irritierend, dass Draco Tigris als seinen Bruder betrachten und gleichzeitig den Namen Harry Potter hassen konnte. Wie auch immer, dies war nicht der richtige Zeitpunkt, darüber nachzudenken. Tigris sah Draco in die Augen, bis er das Gefühl hatte, dass er erfasst hatte, was er wollte.
„Recordatio saeptum es."
Draco blinzelte. „Ich spüre keinen Unterschied."
Tigris lächelte amüsiert. „Wirklich? Sag mir, wer ich bin."
„Tigris Malfoy."
„Und wer war ich?"
„Tigris Malfoy." Draco blinzelte nochmals. „Das ist verwirrend."
„Was ist verwirrend?"
Draco schüttelte den Kopf. „Nichts."
Tigris grinste zufrieden. Sein Vater nickte anerkennend. „Nun deine Mutter."
Es war einfach, sie öffnete ihren Geist für ihn.
Sein Vater sprach Legilimens auf Draco und war zufrieden mit dem Ergebnis.
„Ich denke nicht, dass es notwendig ist, den Zauber auf mich zu sprechen.", sagte er dann, die Hand ausstreckend.
Tigris behielt seinen Stab in der Hand. „Bist du sicher, dass du deine Gedanken vor einem geübten Legilimens verbergen kannst?"
„Ich bin geübt in Okklumentik.", entgegnete sein Vater kühl.
Tigris musterte ihn skeptisch. Er hatte nicht das Gefühl, dass der Mann sehr gut darin war und die Worte seiner Mutter bestätigten diesen Verdacht. ALSO GUT, dachte er. KEINE BESSERE ZEIT ALS JETZT. Es war ihrer aller Leben, das auf dem Spiel stand, wenn der Dunkle Lord in den Gedanken seines Vaters herumwühlte. Tigris richtete seinen Stab auf sein Gegenüber, bevor er es sich anders überlegen konnte.
„Legilimens." Er wusste, wonach er suchte, und es war geradezu lächerlich einfach.
Tigris sah sich selbst auf dem Boden liegen. Eine Frau in Todesserrobe beugte sich über ihn und drückte ihm eine Brosche mit dem Malfoy- Familienwappen in die Hand und er verschwand. Sie hatte einen kleinen Dolch und eine Phiole mit einer roten Flüssigkeit in der Hand. Der Todesser neben ihr, von dem Tigris wusste, dass es sein Vater war, nahm die Phiole, zerschlug sie auf dem Boden und sprach einen langen Zauberspruch in einer Sprache, die Tigris nur vage bekannt war – Aramäisch? Dann wandten sie sich zu den Dursleys um, die aussahen, als hätte sie etwas mitten in der Bewegung eingefroren. Sein Vater winkte nachlässig mit der Hand. Petunia begann auf der Stelle hysterisch zu schreien, während Vernon sinnlose Beleidigungen und Drohungen vor sich hinstammelte. Dudley bewegte sich nicht im Geringsten. Sein Vater richtete seinen Stab auf Vernon. Sein ehemaliger Onkel wirkte einen Moment verblüfft, als seine Hände vor ihm zu Boden fielen, dann schrie er. Sein Vater lachte, während sich um Vernon herum eine Lache von Blut bildete und Petunias Kreischen so hoch wurde, dass es hätte Glas zum Zerspringen bringen können.
Tigris zog sich so schnell aus der Erinnerung zurück, wie er konnte. Er hatte Mühe, sich nicht zu übergeben. Es war eine Sache, zu wissen, dass sein Vater die Dursleys getötet hatte und eine andere, es zu sehen. Merlin, wie er den Mann hasste. Tigris sah seinen Vater an und erkannte, dass er bleich geworden war und die Hände um die Tischkante verkrampft hatte. Er schlang die Arme um sich, um sich davor zu bewahren zu zittern.
„Offensichtlich reicht es nicht aus, Sir." Irgendwie schaffte Tigris es, seine Stimme ruhig klingen zu lassen.
Sein Vater lehnte sich langsam in seinem Stuhl zurück und löste seine Hände von der Tischplatte. „Offensichtlich nicht." Seine Stimme war heiser. „Du kannst diesen Spruch auf mich anwenden. Wir werden uns später mit deiner unglaublichen Vermessenheit beschäftigen."
Tigris schwankte und stützte sich am Schreibtisch ab.
„Kannst du es tun?", fragte sein Vater scharf.
„Ja.", brachte Tigris hervor. „Nur einen Moment, Sir."
Tigris stellte fest, dass die Übungen der letzten Wochen ihm enorm halfen, seine Selbstkontrolle zurück zu gewinnen. Kaum eine Minute später war er ruhig genug, sich auf seine Aufgabe zu konzentrieren.
„Recordatio saeptum es."
„Versuch es noch mal."
Tigris schluckte. „Was?... Ich meine: Wie bitte, Sir?"
„Wir müssen wissen, ob es funktioniert hat, nicht wahr?", sagte sein Vater frostig. „Also, versuch es noch mal."
Tigris nickte zögernd. Er hatte nicht die geringste Lust, nochmals in diesen Geist zu sehen, aber natürlich hatte sein Vater Recht.
„Legilimens."
Wie erwartet fand Tigris keinerlei Erinnerungen an die Dursleys oder sich mit seinem früherem Äußeren aus der letzten Zeit. Stattdessen fand er sich mitten in einer anderen Erinnerung. Tigris sah mehrere Todesser. Einen davon erkannte er als seinen Vater, eine weitere als Bellatrix Lestrange. Sie hatten mehrere verängstigte Leute eingekreist, die Muggel sein mussten, denn keiner von ihnen hatte einen Zauberstab. Tigris versuchte sofort, sich zurückzuziehen, aber etwas hinderte ihn daran. Er sah nun, dass es sich um eine Familie handelte, die beiden Eltern und zwei Jungen etwa in seinem Alter. Die Mutter versuchte die Jungen hinter sich zu schieben, während sie und der Vater sich bemühten, sie zu beschützen. Die Todesser verspotteten sie und verengten ihren Kreis. Tigris kämpfte gegen den Widerstand an, der ihn in der Erinnerung festhielt, aber er hatte bereits begriffen, dass dies seine Strafe war. Schließlich gab er auf und sah zu, wie sie die Muggel folterten. Zum Schluss belegte sein Vater die Frau mit Imperius und ließ sie erst ihren Mann, dann die beiden Jungen mit einem Messer erstechen. Als er den Fluch löste brach sie zusammen und tötete sich selbst. Die Todesser lachten und verschwanden einer nach dem anderen. Danach war Tigris endlich fähig, sich zurückzuziehen. Er brach in die Knie, schlang die Arme um sich und schloss die Augen. Er brauchte all seine Selbstbeherrschung, um nicht in Tränen auszubrechen oder sich zu übergeben – oder beides.
Tigris wusste nicht, was schlimmer war, das Geschehen selbst oder die sadistische Freude, die er dabei im Geist seines Vaters fühlen konnte.
„Wenn du das jemals wieder tust, kommst du nicht so leicht davon."
„Ja, Vater."
„Raus hier."
Tigris brauchte keine zweite Aufforderung. Er rannte aus dem Raum, hinauf in sein Zimmer und ins Bad. Er erbrach sich, bis er nichts mehr im Magen hatte. Er kam erst wieder zu sich als er eine Hand auf seiner Schulter spürte.
„Bist du in Ordnung?" Es war Draco.
Tigris schüttelte nur den Kopf und schloss die Augen. Die Szene fuhr fort sich in seinem Kopf zu wiederholen und er schaffte es nicht, sich genug zusammenzureißen, um sie zu verdrängen.
„Es war dumm, das zu tun."
„Es musste getan werden."
Tigris hustete und war dankbar, als Draco ihm ein Glas Wasser hinhielt. Seine Kehle brannte und er hatte immer noch einen widerlichen Geschmack im Mund.
„Ich wünschte, wir könnten einfach zwei der Aethonans satteln und davonfliegen.", flüsterte er.
Draco strich ihm beruhigend über den Rücken. „Das ist ein unerfüllbarer Traum."
„Ich weiß.", erwiderte Tigris bitter.
Draco lachte heiser. „Es würde bereits daran scheitern, dass Vater sie darauf trainiert hat, den Bereich der Schirmzauber nicht zu verlassen."
Tigris ballte die Fäuste und biss die Zähne zusammen, zitternd vor hilfloser Wut. „Ich hasse ihn."
Draco zuckte zusammen. „Sag das nicht laut."
Tigris warf den Kopf zurück und lachte beißend, sich mit einer Hand auf der Toilette abstützend, als das Lachen ihn schüttelte.
„Ich bin jämmerlich.", zischte er dann, mit der Faust auf den Boden schlagend, ohne sich darum zu kümmern, dass seine Knöchel bluteten. „JÄMMERLICH."
Draco schlang die Arme um ihn. „Sag das nicht. Es ist nicht wahr."
Tigris lehnte den Kopf gegen Dracos Schulter und verzog den Mund zu einem sarkastischen Lächeln. „Tatsächlich?"
„Vater hat uns den morgigen Tag freigegeben.", sagte sein Bruder ruhig. „Er plant übermorgen mit uns nach Diagon Alley zu gehen. Lass uns zwei Aethonans nehmen und ausreiten. Es wird uns auf andere Gedanken bringen."
Tigris schloss die Augen und nickte.
Draco stand auf und strich ihm über den Kopf.
„Manchmal fühle ich mich, als wäre ich der ältere Bruder."
Tigris lächelte und stand schwankend auf. „Danke, Draco."
Draco legte Tigris die Hand auf die Schulter und sah ihn nachdenklich an. „Ich hätte mir das vor ein paar Monaten nicht träumen lassen, aber... Ich werde immer für dich da sein, wenn du mich brauchst. Es fühlt sich einfach richtig an. Ich weiß, du würdest dasselbe tun, also... keine Ursache. Es ist selbstverständlich."
Tigris sah seinen Bruder an und fühlte etwas, was er noch nie zuvor empfunden hatte, nicht einmal gegenüber Ron und Hermione. Er gab einem spontanen Impuls nach und zog Draco in eine Umarmung.
„Du kannst dir nicht vorstellen, was das für mich bedeutet."
Draco erwiderte die Umarmung. Es gab Tigris ein merkwürdiges Empfinden von Vollständigkeit. Er konnte das Lächeln in seiner Stimme hören, als er antworte. „Ich denke, ich kann es mir vorstellen."
o
In dieser Nacht träumte Tigris, dass er seinem Vater zusah, wie er die Dursleys folterte. Sie schrieen und baten um Gnade, aber sein Vater lachte nur. Plötzlich wurde das Lachen kalt und schrill und es war nicht mehr sein Vater vor ihm, sondern Voldemort. Als Tigris zu den Dursleys sah, hatten sie sich in Draco und seine Eltern verwandelt. Tigris schloss sich Voldemort an und belegte seinen Vater mit dem Cruciatus- Fluch. Er fühlte eine Welle von Triumph, als er sich schreiend vor ihm auf dem Boden wand. Voldemort wandte sich ab, um zu Dumbledore zu sehen, der von weiter Ferne auf sie zu rannte, aber keinen Schritt näher kam. Tigris sprach Imperio auf Draco. Draco verwandelte sich in Snape, der ein Messer nahm und Voldemort von hinten erstach. Voldemort schrie und hunderte Glassphären um sie herum zersprangen. Als Tigris auf seine Hände hinunter sah, waren sie bedeckt mit Blut.
Vielen Dank an: blub, Takuto-kun, Kissymouse, Momo-chan, auxia, Minnilein, anni kiddo
auxia: Tut mir leid, wenn ich etwas verwirrend war, aber ich weiß nicht recht, wie ich das ändern soll. Vielleicht klärt es sich auf, wenn du weiterliest? Manchmal baue ich bewusst Dinge ein, die seltsam erscheinen, aber sie haben einen Grund. (Deswegen beantworte ich auch viele Fragen nicht, obwohl ich es toll finde, wenn sie gestellt werden.) Wenn du mir schreiben könntest, wo du nicht mitgekommen bist, vielleicht kann ich es verbessern. (etwas hilflos guckt)
Takuto- Kun: Ich versuche es, ich versuche es. Aber manchmal weiß ich nicht genau, wie ich es anders schreiben soll.
