Disclaimer:
Ich bin pilarius' Katze, und ich hatte heute Eichhörnchen zum Frühstück.
Lügner! Wie erbärmlich, du imitierst deine Katze, um deine Leser in die Irre zu leiten. Ratatöskr wird nicht schweigen! Harry Potter gehört JKR!
Chchrrrr...
Schatten der Wahl
32. Yule
„Ah, Lucius... Was bringt dich in mein bescheidenes Heim?"
Lucius klopfte sich angewidert die Asche von der Robe. Der Raum in dem er sich befand war verkommen und staubig, voll gestopft mit allerlei unnützem Plunder. Auf einem der schiefen Regale saß ein zerrupft aussehender Rabe und kreischte schrill zu ihm herunter, direkt neben einer ausgestopften Eule. Mitten zwischen zerflederten Büchern und Gläsern gefüllt mit obskuren Flüssigkeiten saß eine alte Frau an einem schrammigen Tisch und mischte Tarotkarten.
„Spar dir die Höflichkeiten, alte Heckenhexe. Hast du etwas für mich?"
Die Frau lachte meckernd und warf scheinbar zufällig etwas in den Kessel über der Feuerstelle hinter ihr. Der Kessel gab ein zischendes Geräusch von sich und es stank nach verbranntem Fleisch. Lucius wedelte sich ärgerlich den Rauch aus dem Gesicht.
„Tatsächlich.", sagte die Hexe grinsend, eine Reihe schiefer Zähne zeigend. „Ich denke, ich habe da etwas für dich. Dachte sofort an dich, als ich es sah." Sie strich sich Strähnen ihres fettigen grauen Haars aus dem Gesicht.
Lucius machte sich keine Mühe, seinen Abscheu zu verbergen. Er hasste diesen Ort. Der einzige Grund, warum er hierher kam, war, dass die widerliche alte Hexe immer mal wieder an ein paar seltene dunkelmagische Artefakte gelangte, Mordraud wusste wie. Das ein oder andere war bereits nützlich für seinen Lord gewesen, und Lucius konnte alles gebrauchen, was ihn in seiner Gunst hob. Schließlich hatte er nicht die Absicht, dreizehn Jahre zu warten, bis er seinen alten Status zurückerhielt.
Etwas über dem Kessel explodierte, einen kurzen Blitz blendenden Lichts ausstrahlend, und das Grinsen der Hexe verbreiterte sich, als Lucius sich verärgert die Hand vor Augen hielt. Sie begann, die Tarotkarten zu legen. „Eine Sternschnuppe, Lucius. Sag mir, was wünschst du dir am meisten? Wer weiß, vielleicht geht es in Erfüllung. Schließlich nähert sich Sacaea, ein guter Zeitpunkt für Wünsche, denkst du nicht?"
„Ich wünschte mir, mein Sohn würde endlich Einsicht zeigen, und sich unserer Sache anschließen wie ein wahrer Malfoy.", fauchte Lucius indigniert und starrte auf ihre Tarotkarten. Sie hatte gerade den Tod auf die linke Seite des Kreuzes gelegt und runzelte kaum merklich die Stirn.
„Tatsächlich?"
„Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit mir deine Spinnereien anzuhören, Marga, also was hast du für mich?"
Marga wedelte mit der Hand in Richtung einer schief in den Angeln hängenden Tür, die zum Nebenraum führte. „Es ist da drüben. Corvus regt sich schon die ganze Zeit darüber auf, also nimm es. Fünfzig Galleonen, weil du es bist, Süßer."
„Eines Tages entscheide ich mich, diese ganze Bruchbude hier in Flammen aufgehen zu lassen, zusammen mit dir und deinem hässlichen Vogel.", knurrte Lucius und stapfte in den Nebenraum um zu sehen, was sie diesmal aufgesammelt hatte. Er war ein wenig überrascht, als er es sah, aber nahm es trotzdem. Marga war viele Dinge, aber nicht unzuverlässig, sie würde ihm nicht etwas Wertloses anbieten.
Er ging zurück in den Hauptraum und warf der Hexe einen Beutel mit Galeonen zu, den sie grinsend auffing. Der Rabe begann zu kreischen und mit den Flügeln zu flattern, so bald er eintrat, und Lucius warf ihm einen ärgerlichen Blick zu. Marga legte eine weitere Karte und kicherte. „Der Magier, ich hätte es vermuten sollen. Niemand kann dir vorwerfen, dass du an Selbstunterschätzung leidest, nicht wahr, Lucius?"
„Zähl es schon, alte Schwindlerin, damit ich endlich gehen kann."
Sie schüttelte den Beutel nachdenklich, legte zwei weitere Karten und zog die Brauen hoch. „Es scheint, dass deine Ängste und Wünsche wahr werden könnten, Süßer, aber anders als du denkst."
„Hör auf zu faseln, und bring deinen nervtötenden Vogel zum Schweigen, bevor ich es tue, für immer."
Margas Augen verengten sich ein wenig und sie deutete mit einem langen krummen Finger auf ihn. „Sei froh, dass ich so viel Geduld besitze, denn du willst nicht wirklich wissen, was ich mit dir anstellen könnte, wenn ich wollte."
Lucius schnaubte verächtlich. „Was willst du schon machen, alte Frau?"
Sie betrachtete in mit einem bösartigen Glitzern in ihren gelblichen Vogelaugen. „Besser für dich, wenn du es nicht herausfindest." Sie schüttete den Inhalt des Beutels auf den Tisch und nickte.
„Kannst gehen." Als Lucius zur Feuerstelle trat, drehte Marga die letzte Karte um, drei Schwerter. Einen Moment lang sah sie sie an, dann warf sie den Kopf zurück und lachte mit boshaftem Vergnügen.
Eine Sekunde lang war Lucius in Versuchung, sie zu fragen, was so amüsant war, aber dann verbiss er es sich und ging.
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Der 20. Dezember kam schneller als erwartet. Am letzten Schultag stand Tigris in der Eulerei und band einen Zettel an ein Paket. Es waren ein paar teure Tränkezutaten, die er beim letzten Hogsmeade-Wochenende gekauft hatte. Die Zwillinge würden sie für ihre Experimente sicher gut gebrauchen können. Tigris lächelte flüchtig und strich Sceolaing über die Federn. Er hatte nur eine kurze Notiz beigelegt.
Weasleys' Wizard Wheezes
93 Diagon Alley
London
Frohe Weihnachten
Von einem alten Geschäftspartner
„Sei vorsichtig und lass dich von keinem sehen.", sagte er zu Sceolaing. „Wir sehen uns im Malfoy Herrenhaus."
Der Eulerich schuhute wissend, griff das Paket in seinen Krallen und segelte aus dem Ausflug vom Turm hinunter. Tigris verfolgte ihn mit seinem Blick und blinzelte. Einen Moment hatte es geschienen, als sei der Vogel verschwunden, aber es war nur eine Sinnestäuschung gewesen. Wenn Tigris genau hinsah, konnte er ihn deutlich in Richtung des verbotenen Waldes davonfliegen sehen. Er lächelte zufrieden und machte sich auf dem Weg zum Abschlussessen.
Das Essen verlief ruhig und unspektakulär, und bevor Tigris es sich versah saßen sie im Hogwartsexpress auf dem Weg nach Hause. Als er am Fenster saß und auf die neblige Landschaft draußen blickte, wurde ihm erst wirklich bewusst, dass dies das erste Mal war, das er in den Weihnachtferien nach Hause fuhr. Es war das erste Mal, dass er wirklich ein Zuhause hatte, zu dem er zurückkehren konnte. Eine Familie, die ihn willkommen hieß. Tigris lächelte unwillkürlich und hörte mit halben Ohr Richard und Gregory zu, die sich über Weihnachtsgeschenke, Lebkuchen und Zimtsterne unterhielten. Ihre Familien waren die einzigen im Abteil, die das muggeltypische Weihnachten feierten. Alle anderen feierten Yule. Tigris würde die Geschenke ein wenig vermissen – es war nicht Brauch, zu Yule Geschenke zu verteilen – aber es wurde dadurch wettgemacht, dass er eine Familie hatte, mit der er feiern konnte. Er freute sich darauf, seine Mutter wieder zu sehen. Selbst die Aussicht darauf, seinem Vater zu begegnen war nicht so beunruhigend wie gewöhnlich. Tigris war neugierig, wie die Yulefeier verlaufen würde, da Draco nicht viel darüber erzählt hatte, außer, dass jede Familie ihre eigenen Rituale hatte. Draco mochte Yule nicht besonders, soviel war offensichtlich. Tigris fragte sich im Stillen, ob ihn das beunruhigen sollte. Aber diese Gedanken konnten seine gute Laune nicht verderben. Er kam sich ein wenig töricht vor, weil er nicht aufhören konnte zu lächeln, aber auf der anderen Seite war es ihm egal. Es war Weihnachtszeit, er hatte eine Familie, und egal welche Probleme sie haben mochten, das einzige was wirklich zählte war, dass sie da waren.
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Ihr Vater erwartete sie am Bahnsteig 9 3/4. Er begrüßte Draco und Tigris knapp und hielt ihnen dann den Portschlüssel hin, der sie zum Herrenhaus bringen würde.
„Draco, Tigris, da seit ihr ja!" Ihre Mutter zog sie in eine Umarmung, die sie beide überraschte. „Hattet ihr eine gute Fahrt? Ihr seit nicht in Probleme mit diesen furchtbaren Gryffindors geraten, oder?"
„Nein, die Fahrt war ruhig und ereignislos.", erwiderte Draco. „Aber ich bin trotzdem froh, endlich hier zu sein."
Tigris nickte geistesabwesend. Ihm kam flüchtig der Gedanke, dass das letzte Mal, als Draco nach Hause gekommen war, er einer der ‚furchtbaren Gryffindors' gewesen war. Aber er dachte nicht lange darüber nach. Es schien Jahre her zu sein, wie in einem anderen Leben.
Ihre Mutter lächelte ihnen zu. „Ihr müsst müde und hungrig sein. Zieht euch um, dann können wir Abendessen. Ich möchte wissen, wie euer Jahr bisher verlaufen ist. Briefe erzählen einfach viel zu wenig."
Sie nickten und gingen hoch in Richtung ihrer Zimmer, in die die Hauselfen bereits ihr Gepäck gebracht hatten. Draco wirkte ein wenig durcheinander, als sie die Treppen hochgingen, und Tigris musterte ihn besorgt.
„Ist alles in Ordnung?"
„Was?", fragte sein Bruder, aus den Gedanken gerissen. „Oh ja. Ich bin es nur nicht gewöhnt, dass sie so... herzlich ist, das ist alles." Draco grinste plötzlich. „Vielleicht sollte ich mich daran gewöhnen." Er ging zu seinem Raum, mit einem fröhlichen Schwung in seinen Schritten, der zuvor nicht da gewesen war.
Tigris sah ihm ein wenig überrascht nach, dann zuckte er mit den Schultern und ging in sein eigenes Zimmer, um sich umzuziehen.
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Das Abendessen verlief ziemlich ruhig. Die meiste Zeit unterhielten Draco und Tigris sich mit ihrer Mutter über ihre Schulerlebnisse, von denen sie nicht genug zu bekommen schien. Es gab einen angespannten Moment, als Draco erwähnte, dass er mit Blaise zum Halloweenball gegangen war, und ihr Vater eine recht seltsame Bemerkung zu der Neutralität der Zabinis machte, aber das war auch alles.
„Euer Vater und ich haben ein paar Dinge zu erledigen, deshalb werden wir morgen den größten Teil des Tages nicht da sein.", sagte ihre Mutter am Ende des Essens. „Denkt daran, früh zu Bett zu gehen, damit ihr zur Yulefeier ausgeschlafen seid. Draco, du solltest deinem Bruder sagen, woran er denken muss, aber dafür habt ihr ja morgen noch Zeit."
Draco nickte. „Ich werde daran denken, Mutter."
Narcissa lächelte. „Gut. Nun, ihr müsst beide müde sein. Ich entschuldige mich, dass ich euch so lange mit Fragen gelöchert habe." Sie warf ihrem Vater einen Blick zu, der nickte.
„Ihr könnt gehen, wenn ihr wollt. Ich habe noch ein paar Sachen mit eurer Mutter zu bereden."
Sie nahmen das als ihren Hinweis, sich zu verabschieden, und wünschten den beiden Gute Nacht.
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„Der Gedanke hinter Yule ist es, die Bürden des vergangenen Jahres hinter sich zurück zu lassen und das neue Jahr rein und unbelastet zu beginnen. Deshalb schweigen wir während der Zeremonie, um über die Dinge nachzudenken, die hinter uns liegen und mit ihnen abzuschließen." Draco sprach mit einer Mischung aus Langeweile und Abneigung. Obwohl er offensichtlich keine Lust dazu hatte, Tigris über Yule aufzuklären, war das was er sagte durchdacht. Vermutlich war es etwas, was ihm als kleiner Junge beigebracht worden war, und er wiederholte nur Phrasen, die er unzählige Male gehört hatte.
Tigris betrachtete neugierig die grüne Robe, die sein Bruder vor ihm auf das Bett gelegt hatte.
„Die Hauselfen werden uns früh am Morgen – oder mitten in der Nacht, je nachdem wie man es sieht – wecken. Sie werden ein Bad mit Lavendel vorbereitet haben. Wir baden in Lavendel, weil die reinigende Kraft des Lavendels uns für das Ritual vorbereiten soll. Nach dem Bad zieh die Robe an – nur die Robe – und komm nach unten in die Eingangshalle, um den Rest von uns zu treffen."
„Nur die Robe?", fragte Tigris skeptisch. „Ist das nicht zu kalt? Es ist schließlich Winter."
Draco rollte mit den Augen. „Bist du ein Zauberer, oder nicht?"
Tigris sah ihn verwirrt an.
Draco seufzte. „Es ist natürlich ein Wärmezauber mit der Robe verwoben."
„Oh." Tigris kam sich ziemlich dumm vor, etwas so Offensichtliches zu übersehen.
„Vergiss nicht, ab dem Zeitpunkt an dem du geweckt wirst, sollst du nicht reden. Du sollst über deine Handlungen des vergangenen Jahres nachdenken und mit ihnen ins Reine kommen, bla, bla. Tu das oder nicht, auf jeden Fall darfst du nicht sprechen, weil das die Magie des Rituals unterbrechen könnte. Der einzige, der von uns reden wird ist Vater, und auch er sagt nur, was für das Ritual notwendig ist. Beobachte einfach mich und tu was ich tue, dann kannst du nichts falsch machen."
„Willst du mir nicht ein wenig mehr über dieses Ritual selbst erzählen?", fragte Tigris etwas entnervt.
Draco schüttelte den Kopf. „Mir hat es auch keiner erzählt, du muss einfach abwarten und sehen, was kommt. Ich weiß nicht, ob das Teil des Rituals ist, oder nur dazu dient, kleinen Kindern nicht die Spannung zu rauben, aber ich will das Risiko nicht eingehen, dass es das erste ist. Schließlich wäre es ziemlich unschön, wenn all der Aufwand umsonst ist."
„Großartig.", sagte Tigris trocken.
Draco grinste. „Zumindest ist es für dich noch spannend. Ich persönlich finde es nur noch absolut langweilig."
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Es war noch dunkel draußen, als Dilly Tigris weckte, und obwohl er früh zu Bett gegangen war, fiel es ihm schwer, aufzustehen. Auf das Drängen der Elfe schlug er schließlich doch die Decken zurück und stand auf. Tigris fröstelte an der kalten Luft – das Feuer war gerade erst angegangen und hatte den Raum noch nicht vollständig erwärmt. Die Elfe gestikulierte in Richtung des Bades. Tigris nickte und öffnete den Mund um ihr zu danken, dann fiel ihm ein, dass er ja nicht reden sollte. Also lächelte er ihr nur zu und ging ins Bad hinüber, wo ihm angenehme Wärme entgegen schlug.
Er hätte Ewigkeiten in dem warmen Wasser bleiben können, aber Tigris wollte nicht, das Dilly im Bad auftauchte, um ihn an die Zeit zu erinnern. Auch wenn es eine Hauselfe war, es war eine weibliche Hauselfe. Er zog die Robe über, wie Draco es ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg nach unten. Der Wärmezauber umhüllte ihn wie eine zweite Haut, und obwohl Tigris barfuss war machte ihm die Kälte des Steinbodens nichts aus. Als Tigris durch den halb erleuchteten Korridor hinunter zur Halle ging machte seine Müdigkeit langsam neugieriger Aufregung Platz. Für Draco mochte es langweilig sein, aber Tigris fand es spannend, mitten in der Nacht für ein Ritual aufzustehen, über das er nichts wusste. So mussten sich Kinder fühlen, wenn sie auf den Weihnachtsmann warten, dachte er ein wenig amüsiert.
Tigris hatte natürlich niemals auf den Weihnachtsmann gewartet. Vor Hogwarts bestand sein Weihnachten meistens daraus, dass er in seinem Wandschrank saß, während die Dursleys mit oder ohne Gäste ihr Weihnachtsessen verspeisten – und wenn er brav war – das hieß, wenn er es schaffte, sie vergessen zu lassen, dass er da war – bestand die Hoffnung, dass er etwas von den Resten erhielt. Tigris schüttelte die Gedanken ab. Es war Vergangenheit, sie waren tot, und er vermisste sie nicht. Er wollte nicht von Erinnerungen an sie verfolgt werden.
Seine Mutter und Draco warteten bereits unten in der Halle, als Tigris hinunter kam. Beide trugen grüne Roben ähnlich seiner, mit Kapuzen, die sie nicht aufgesetzt hatten. Seine Mutter lächelte ihm zu. Draco nickte nur müde und unterdrückte ein Gähnen, was ihm einen vorwurfsvollen Blick von Narcissa einbrachte. Sein Bruder wirkte, als wolle er mit den Augen rollen, fing sich aber gerade noch und sah stattdessen mit einem missmutigen Blick die Treppe hinauf. Dracos Haltung änderte sich subtil, als ihr Vater auftauchte. Die Anzeichen des Missmuts verschwanden, und er wirkte nur noch etwas steif und indifferent. Ihr Vater nickte ihnen zu und ging dann zu einer der Seitentüren hinüber, die sich vor ihm öffnete. Er trug einen henkellosen Weidenkorb, der mit einem grünen Tuch abgedeckt war. Seine Mutter folgte ihm, also schloss Tigris sich ihnen an. Hinter der Tür führte eine Treppe hinunter, und nach einer Weile erkannte er den Gang, der in die Kammer mit der Ahnentafel führte. Er war von einem dämmrigen Licht erhellt, welches keinen erkennbaren Ursprung zu haben schien, und als sie der Kammer näher kamen, schien es Tigris hin und wieder, als hätte er eines der Symbole auf den Wänden aufleuchten sehen.
Als sie die Kammer schließlich betraten, war Tigris sich einen Moment unsicher, ob es die gleiche war. Auch die Kammer war von einem dämmrigen Licht erhellt, was auf den alten Steinen merkwürdige Schatten warf. Der hintere Teil der Höhle war verschwunden. Stattdessen befand sich dort eine ähnliche Nische wie auf der rechten und linken Seite, mit dem Eingang ein Kreuz bildend, in dessen Mitte sich der steinerne Altar befand. Seine Mutter ging an seinem Vater vorbei und trat hinter den Altar. Tigris folgte ihr und sie bedeutete ihm mit einer flüchtigen Handbewegung, sich an ihre rechte Seite zu stellen. Draco blieb links von ihr stehen, so dass sie nun einen annähernden Halbkreis gegenüber von seinem Vater bildeten, den Altar zwischen ihnen. Sein Vater setzte den Korb vor dem Altar ab, dabei niederkniend, als brächte er eine Opfergabe dar. Es war ein sonderbarer Anblick, denn es wirkte ein wenig, als kniee Lucius vor ihnen – hauptsächlich vor Narcissa, die Lucius direkt gegenüber stand.
Sein Vater stand auf und hob die Schale in der Mitte des Altars hoch, sie seiner Mutter reichend, die sie in Empfang nahm. Dann breitete Lucius das Tuch, das den Korb bedeckt hatte, auf dem Altar aus, und Narcissa gab ihm die Schale zurück. Lucius setzte sie in der Mitte des Altars ab. Anschließend nahm er etwas aus dem Korb, um es in die Mitte der Schale zu legen. Es war ein faustgroßer, schwarzer Edelstein, der in dem dämmrigen Licht funkelte.
Ein Schauer durchlief Tigris, als der Stein die Schale berührte. Da war kein Geräusch, oder sonst etwas. Dennoch hatte er das Gefühl, als hatte er eine Bewegung wahrgenommen. Als hätte etwas begonnen, aufzuwachen, etwas unermesslich Altes und Mächtiges. Tigris widerstand der Versuchung, einen Schritt zurückzuweichen.
Lucius ging nun um sie herum und platzierte vier Schalen auf jeder Seite der Schale in der Mitte. Jeweils eine aus den Nischen rechts und links vom Eingang, zwei aus der hinter ihnen. Jede von ihnen war unterschiedlich. Die, die er gegenüber von ihnen, auf der Seite des Eingangs abstellte, war gelblich, fast weiß, vielleicht aus Sandstein. Die auf ihrer Seite des Altars war bläulich, fast schwarz. Die rechte, mehr zu Tigris hin, war rot, während die auf Dracos Seite braun war. Alle waren aus Stein und hatten unterschiedliche Symbole an ihrem Rand eingemeißelt. Einige von ihnen kamen Tigris vage bekannt vor. Sie mussten mit den Runen verwandt sein, die Tigris schon gelernt hatte – aber sie waren offensichtlich sehr viel älter, als die Runen, die sie in der Schule benutzten.
Als sein Vater die letzte Schale abgestellt hatte, blieb er vor dem Altar stehen und sprach zum ersten Mal in dieser Nacht.
„Aus der Dunkelheit entspringt das Licht
Aus der Leere entsteht Form
Nun, in der dunkelsten Nacht des Jahres,
in der sich die Tore erneut öffnen,
ehren wir die Dunkelheit."
Er nahm die sandfarbene Schale auf und hielt sie Narcissa entgegen, die sanft hinein blies. Ihr Atem schien in der Schale eingefangen zu sein und glitzernde Staubkörnchen wirbelten in ihr herum. Lucius wandte sich von ihnen ab und stellte die Schale hinter sich in den Eingang.
„An airde near."
Er nahm etwas aus dem Korb und trat vor die rote Schale. Es waren Kiefernnadeln. Lucius warf sie in die Schale, wo sie auf der Stelle in Flammen aufgingen. Dann stellte er die brennende Schale in die Nische zurück.
„An airde deas."
Das Gefühl einer Präsenz, das Tigris zuvor gespürt hatte, verstärkte sich. Es war, als beobachte sie etwas, wartend, fast lauernd. Sein Vater beugte sich erneut zu dem Korb hinunter und nahm einen Krug heraus, aus dem er Wasser in die dritte Schale füllte. Dann stellte er sie in die Nische hinter ihnen, wo zuvor die Ahnentafel war.
„An airde niar."
Zuletzt füllte er die vierte Schale mit Sand, um sie dann in die letzte Nische zurück zu stellen.
„An airde thuath."
Die Spannung in der Luft war nun beinahe greifbar. Tigris hatte das Gefühl, sie müsste knistern, wie Elektrizität, die sich jeden Moment entladen konnte. Tigris schauderte und widerstand der Versuchung, die Arme um sich zu schlingen. Dieses Gefühl gefiel ihm nicht, es war fremd und bedrohlich. Es wunderte ihn, dass die anderen im Raum so ruhig bleiben konnten.
Sein Vater bückte sich ein weiteres Mal zu dem Korb. Als er sich aufrichtete, hatte er einen gelben Edelstein... Tigris überlegte einen Moment, in welchem Buch er ihn gesehen hatte... es war ein Beryll... in der Hand. Er hielt ihn mit ausgestreckten Händen über der Schale auf dem Altar hoch.
„Kräfte der Luft, ich rufe euch aus der Dunkelheit
In diesen Kreis, wenn die Dunkelheit dem Licht weicht
Bringt mit euch die Essenz des Lebens
In Erinnerung an den Frühling, zur Stunde der Wintersonnenwende!"
Ein Luftzug fuhr in den Raum und zwischen ihnen hoch. Sein Vater wandte sich um und ließ den Stein in die Schale am Eingang fallen. Der Stein leuchtete in einem gelben Blitz auf und verschwand, einen tosenden Wirbelwind an seiner Stelle zurücklassend, der über der Schale schweben blieb. Die Präsenz die Tigris fühlte verdichtete sich.
Sein Vater hielt einen weiteren Stein hoch, diesmal einen leuchtend roten Opal.
„Kräfte des Feuers, ich rufe euch aus der Dunkelheit
In diesen Kreis, wenn die Dunkelheit dem Licht weicht
bringt mit euch das Licht der Erkenntnis
In Erinnerung an den Sommer, zur Stunde der Wintersonnenwende!"
Eine flüchtige Regung durchlief das Gesicht seines Vaters und Tigris sah ihn die Zähne zusammenbeißen, bevor er sich abwandte, und den Stein in die Schale auf der rechten Seite fallen ließ. Mit einem roten Lichtblitz loderten die Flammen aus der Schale auf, bis sie die gesamte Nische mit Feuer zu füllen schienen. Tigris wich unwillkürlich ein Stück zurück, als er die Hitze spürte, die davon ausging. Wie ein glühender Brennofen.
Sein Vater nahm den nächsten Stein aus dem Korb und hielt ihn hoch, einen blauen Saphir.
„Kräfte des Wassers, ich rufe euch aus der Dunkelheit
In diesen Kreis, wenn die Dunkelheit dem Licht weicht
Bringt mit euch den Schatz der Erinnerung
In Erinnerung an den Herbst, zur Stunde der Wintersonnenwende!"
Ein blaues Licht, und ein plätschernder Wasserfall füllte die Nische hinter ihnen. Er füllte die Schale darin, aber seltsamer Weise lief sie nicht über. Tigris hätte ihn noch weiter betrachten können, aber sein Vater hob bereits ein viertes Mal die Hände, einen braunen Diamanten darin.
„Kräfte der Erde, ich rufe euch aus der Dunkelheit
In diesen Kreis, wenn die Dunkelheit dem Licht weicht
Bringt mit euch den Schutz des nun schlafenden Landes
Erinnert an den Winter, und die Nacht dieser Sonnenwende."
Als sein Vater den Stein in die Schale mit Sand legte, verschwand er einfach, ohne dass sich etwas in der Nische veränderte. Aber Tigris kam es vor, als verliefe ein Ruck durch den gesamten Raum. Die Spannung in der Luft war so dick, dass es ihm schwer fiel zu atmen. Die Präsenz die Tigris fühlte war zum Greifen nah, es kam ihm vor, als müsste sie jeden Augenblick Gestalt annehmen. Alles in ihm schrie danach, wegzurennen, aber er war erstarrt, wie ein kleines Beutetier im Auge eines Raubtiers.
Sein Vater breitete die Arme aus und lehnte den Kopf zurück, die Augen geschlossen. Er fühlte es auch, Tigris war sicher. Er MUSSTE es fühlen, auch wenn Draco und seine Mutter vollkommen ruhig dastanden. Als würde sich nicht um sie herum ein Unwetter zusammenbrauen. Als sein Vater sprach, war seine Stimme befehlend und unnatürlich laut. Sie schien den gesamten Raum auszufüllen.
„Ich rufe die Mächte der Elemente an
In der Stunde, in der die Dunkelheit dem Licht weicht
In der die schlafenden Kräfte erneut erwachen
Ein neues Jahr einzuleiten
Mit dem Aufgang der Sonne, erwacht
Ich rufe euch aus der Dunkelheit
Ich erwecke euch aus dem Schlummer
Erhört meine Bitte
Empfangt meine Gaben
Und segnet dieses Haus und mein Blut
Bis sich die Dunkelheit wieder erhebt."
Einen Moment lang schien alles um sie herum still zu stehen. Dann fühlte Tigris, wie sich die angestaute Energie im Raum entlud. Sie zerrte an ihm und Tigris taumelte, sich gerade noch auf den Füßen haltend. Die seltsame Präsenz, nun so nah, dass er vermeinte, ihr Bewusstsein zu spüren, schien Tigris zu testen, ihn zu etwas zu drängen. Aber bevor Tigris in Panik ausbrechen konnte, bewegte sie sich von ihm weg, auf einen anderen Punkt zu. Sein Vater rang nach Luft und brach in die Knie, als die geballte Energie des Raumes durch ihn hindurch strömte, sich durch ihn in den Boden und das gesamte Gebäude um sie herum entladend, bis nur ein kaum merklicher Schimmer von ihr zurück blieb. Die Präsenz, die Tigris zuvor gespürt hatte, war verschwunden, aber er wusste nun, nachdem sie ihm so nah gekommen war, dass sie nicht feindselig war. Nur unvorstellbar alt und vollkommen fremdartig.
Das Feuer erlosch und jedes andere Licht im Raum, sie in vollständiger Dunkelheit zurücklassend. Das Wasser hörte auf zu plätschern und der Wind auf zu heulen – es herrschte vollkommene Stille. Dann, plötzlich, erschien ein Lichtstrahl über dem Eingang ihnen gegenüber. Tigris hatte zuvor nicht wahrgenommen, dass sich ein Fenster dort befand, aber nun sah er es. Ein schmaler, rechteckiger Spalt, durch den der Lichtstrahl in den Raum hinein fiel und den Altar berührte. Er beobachtete fasziniert, wie der Strahl langsam von einem Ende des Altars zum anderen wanderte, und der Stein in der Mitte heller und heller zu leuchten begann. Schließlich, als der Lichtstrahl den Altar vollkommen überquert hatte, verschwand er, und ließ den Stein in der Mitte als eine strahlend helle Kugel zurück.
Sein Vater kam schwankend auf die Füße, sich am Altar abstützend. Einen Moment stand er regungslos, um sich zu sammeln, dann straffte er sich und hielt die Hände über die Kugel.
„Leben, Tod und Wiedergeburt.", sagte er heiser. „In der Stunde der Sonnenwende – Kraft für mein Haus, Stärke für mein Blut, auf dass unser Name Jahrhunderte überdauert, stolz und mächtig wie in den Jahrhunderten die uns vorangingen."
Er nahm die leuchtende Kugel auf, und diesmal streckten auch Draco und seine Mutter die Hände danach aus. Tigris tat es ihnen gleich. Sie berührten sie gemeinsam, und Tigris fühlte, wie ein Echo der Energie ihn durchströmte, die er zuvor gespürt hatte. Sie war wohlwollend, und als er die Augen schloss, fühlte Tigris sich stark und geschützt, als umgäbe ihn ein wärmender Mantel der Kraft, der von seinem Vater ausging. Ein paar kurze Augenblicke lang hasste Tigris ihn nicht, sondern vertraute ihm vollkommen. Dann öffnete er die Augen und das Gefühl verschwand so plötzlich, wie es gekommen war, nichts als einen dumpfen Schmerz des Verlustes zurücklassend. In diesem Moment wurde Tigris klar, wie sehr er sich wünschte, er könnte auf diese Weise für seinen Vater empfinden, er könnte ihm vertrauen, er könnte ihn lieben, wie unzweifelhaft andere Kinder für ihre Väter empfanden. Aber Tigris wusste, das würde er nie können. Als er zu Draco blickte, sah er das gleiche Gefühl in seinen Augen und er begriff plötzlich, warum sein Bruder dieses Ritual so hasste.
Ihr Vater verließ den Raum, und sie folgten ihm.
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Als sie den Gang hinauf zur Eingangshalle gingen, sah Tigris, dass die Ornamente in den Wänden nun tatsächlich leuchteten. Sie tauchten den Gang in einen seltsamen Wechsel von Licht und Schatten. Ein Echo der magischen Energie schien in den Wänden zu summen und das gesamte Haus zu durchfließen. Wenn Tigris die Augen schloss, war es fast, als stünde er am Ufer eines Sees und das Wasser umströme ihn in wiederkehrenden Wellen.
Vor der Außentür hatten die Hauselfen ihre Schuhe abgestellt. Während Draco und Tigris die ihren anzogen, ging ihre Mutter in die Knie um ihren Vater in seine zu helfen, da er immer noch die leuchtende Kugel in den Händen hielt. Es ärgerte Tigris aus keinem ersichtlichen Grund. Wahrscheinlich war es Teil des Rituals, dennoch...
Schließlich verließen sie das Haus und Tigris sah es zum ersten Mal von außen. Ein breiter Weg lief auf die Vordertür zu und teilte sich nach wenigen Metern. Die beiden Wege verliefen kreisförmig um einen runden Platz in der Mitte, der von hohen Zypressenhecken umgeben war. Ein Torweg führte durch die Hecke hindurch und man sah, dass sich innerhalb des Platzes ein Springbrunnen befand, dessen Kuppel eine plastische Form des Malfoy-Wappens bildete. Sie gingen quer über den Platz hinweg. Auf der anderen Seite war ein weiterer Torweg, und als sie hinaustraten sah Tigris, dass die Wege sich wieder trafen. Sie wurden zu einer von Eiben gesäumten Allee, die vom Herrenhaus wegführte. Tigris sah sich um, um einen Blick auf das Haus zu erhaschen und schauderte unwillkürlich. Nur einige wenige Fenster waren erleuchtet, vermutlich dort, wo die Hauselfen arbeiteten. Es wirkte kalt und düster im Dämmerlicht der aufgehenden Sonne, nicht im Geringsten die Atmosphäre wiedergebend, die er vom Inneren kannte. Hätte Tigris es so das erste Mal gesehen, wäre er nicht überrascht gewesen, das Innere so vorzufinden, wie Grimmauld Place einst aussah.
Er schob den Gedanken von sich. Er wollte nicht an Grimmauld denken. Grimmauld erinnerte Tigris an Sirius, und er hatte das letzte halbe Jahr guten Erfolg damit gehabt, Sirius zu vergessen. Wenn Tigris sich Mühe gab, konnte er sich vorstellen, dass sein ehemaliger Pate noch immer irgendwo im Verborgenen lebte, und eines Tages wieder auftauchen würde, wenn er es am wenigsten erwartete. Tigris wandte sich ab und folgte seiner Familie die dunkle Allee hinunter. Zu seiner Überraschung führte die Allee nicht zu einer Straße, sondern endete in einer menschenleeren Ebene. Rechts und links von ihnen erstreckten sich grasbewachsene Hügel, über denen weißer Morgennebel lag. Es war kalt, und Tigris setzte seine Kapuze auf, um sich noch mehr in die Wärme seiner Robe einzuhüllen. Sein Atem formte Wolken in der eisigen Winterluft. Nirgendwo war ein Weg zu sehen, aber sein Vater schien zu wissen, wo sie hergehen mussten, denn er folgte unbeirrt einem für Tigris unsichtbaren Pfad. Die Gegend war von der Morgensonne in ein kaltes Licht getaucht. Nur die Weidezäune wiesen darauf hin, dass es hier Menschen gab. Hin und wieder sah man ein paar Schafe, und weit entfernt am Fuße der Hügel konnte man Häuser erahnen. Sie wanderten schweigend in der morgendlichen Stille, und Tigris verlor sich in seinen Gedanken.
Wie anders sein Leben noch vor einem Jahr gewesen war. Genau vor einem Jahr hatte er Weihnachten mit seinen Freunden in Grimmauld gefeiert. Hermione hatte versucht Kreacher einen Quilt zu schenken. Typisch Hermione, immer mit den Gedanken bei den Armen und Unterdrückten.
Tigris lächelte flüchtig, aber seine Miene verfinsterte sich, als er an den hinterhältigen Hauself dachte. Es wäre wirklich das Beste gewesen, wenn er ‚in den Trockenschrank gekrochen und gestorben' wäre, wie Sirius es halb im Scherz gesagt hatte. Mr. Weasley hatte in St. Mungos gelegen, und Tigris, Ron und Hermione hatten sich beim Besuch bei ihm in die geschlossene Abteilung verirrt... Wie anders er damals noch gewesen war.
Tigris erinnerte sich noch gut, wie er Snape gehasst hatte, als er ihm kurz darauf mitgeteilt hatte, dass er ihm Okklumentik beibringen würde. Wenn er ihm nur besser zugehört hätte! Aber seine Gefühle hatten ihn blind gemacht. Dieser Streit zwischen Snape und Sirius... damals hatte Tigris nur gesehen, wie Snape Sirius provoziert hatte, aber im Nachhinein erinnerte er sich, dass Sirius seinen guten Teil dazu beigetragen hatte. Hermione hatte Recht gehabt, Sirius hatte nur auf eine Gelegenheit gewartet, Grimmauld zu verlassen... Snape hatte dabei nicht die geringste Rolle gespielt. Er hatte sich nur eine Schwäche zu Nutze gemacht, die schon vorher da war, wie es jeder Slytherin tun würde.
Tigris runzelte leicht die Stirn. Nicht einmal einen Monat später waren Bellatrix Lestrange und die anderen Todesser aus Askaban ausgebrochen. Im März hatte Tigris das Interview im Quibbler gegeben. Wie furios Umbridge gewesen war! Aber er hätte sich einiges leichter machen können, wenn er ihr gegenüber die Beherrschung bewahrt hätte. Er hatte in diesem Jahr viele Fehler aufgrund seines Temperaments gemacht. Wenn er nur mehr auf Hermione gehört hätte! Aber er war zu starrsinnig dafür gewesen. So viele Leute hatten versucht, ihm Vernunft einzureden, und er hatte auf keinen von ihnen gehört.
Im April war die DA aufgeflogen. Draco hatte Tigris mit einem Stolperhex eingefangen. Tigris' Blick wanderte zu seinem Bruder, der wenige Schritte neben ihm ging und er lächelte unmerklich. Damals war er wütend auf ihn gewesen, aber im Nachhinein fand er es recht amüsant. Der große Harry Potter, zur Strecke gebracht mit einem Erstklässlerspruch und ein wenig slytherinscher Schläue. Sicher hatte Tigris es immer abgestritten, wenn Snape ihn als arrogant bezeichnet hatte, aber in mancher Hinsicht war er es gewesen. Er hätte niemals erwartet, von Draco Malfoy geschlagen zu werden. Tatsächlich hatte es seinen Stolz etwas beruhigt, das Draco es nur mit Hinterlist geschafft hatte. Tigris lachte beinahe. Er war zu vorurteilsbehaftet gewesen, um jemals zu sehen, wie sehr Draco sich zurückhielt. Sicher, er konnte außerordentlich boshaft sein, wenn er wollte. Aber meistens waren es nur Worte. Wenn Draco ihm wirklich hätte schaden wollen... es war besser, nicht darüber nachzudenken. Draco war zu schlau, seine Schullaufbahn wegen einer kindischen Feindschaft aufs Spiel zu setzen.
Es war wahrscheinlich ein typischer Fehler der Gryffindors, nicht zu sehen, wo das Spiel aufhörte und der Ernst begann. Für sie war jeder Schülerstreich sogleich ein Zeichen für tief liegende Bosheit... zumindest wenn er von Slytherins kam. Wenn Fred und George jemanden in den Krankenflügel beförderten, war das natürlich etwas anderes. Das war heroisch... oder zumindest nur ein bedenklicher Verstoß gegen die Schulregeln. Wenn Tigris zurücksah konnte er es fast verstehen, dass die Slytherins sich von der Macht hatten hinreißen lassen, die Umbridge ihnen gab. Nutzten die Gryffindors nicht auch die Macht, die Dumbledores Wohlwollen ihnen verschaffte? Wären sie wohl auch so mutig... oder vielmehr risikofreudig... wenn sie dafür mit einem Schulverweis rechnen müssten? Aber sie wussten, dass die meisten Lehrer ihre Streiche als dumme Kindereien abtaten. Draco, so gemein er sein konnte, hatte niemals jemanden in der Öffentlichkeit gedemütigt, wie James Potter es getan hatte. Er konnte es gar nicht, die Lehrer würden dem sofort ein Ende setzen. Aber James hatte dergleichen offenbar jahrelang getan. Und was hatte Dumbledore dagegen unternommen? Remus Lupin zum Vertrauensschüler ernannt. Lächerlich. So etwas wirkte niemals, wie man an Ron und den Zwillingen im letzten Jahr sehr gut hatte sehen können. Auch Tigris würde nichts gegen seine Freunde unternehmen. Nicht einmal Hermione hatte ihre Macht als Vertrauensschülerin dazu benutzt, ihn und Ron zu beeinflussen, so viel sie auch reden mochte.
Für die Schüler mochte dieses Wegsehen positiv erscheinen, aber wenn man darüber nachdachte, führte es nur dazu, das sie weniger überlegten und mehr Risiken eingingen. Wenn Dumbledore seine ‚Heldentaten' nicht immer so abgetan hätte, hätte Tigris nicht vielleicht mehr nachgedacht, bevor er sich Hals über Kopf in die Gefahr stürzte? Wenn Tigris in Slytherin gewesen wäre, wäre er auch ohne Nachzudenken in Umbridges Büro eingebrochen? Wahrscheinlich nicht. Und wenn er mehr nachgedacht hätte, wäre ihm vielleicht früher eingefallen, dass Snape zum Orden gehörte, und er wäre niemals überhastet in die Mysteriumsabteilung aufgebrochen, sich und seine Freunde damit in Gefahr bringend. Er hatte Fehler gemacht, aber er war nur ein Schüler. Dumbledore war ein Erwachsener. Ein Erwachsener, der jahrelange Erfahrung mit Menschen und Kriegsstrategien hatte. Seine Fehler waren weit weniger leicht zu verzeihen... wenn es überhaupt Fehler waren.
Manchmal glaubte Tigris, Dumbledore hatte all diese Situationen bewusst herbeigeführt, nur damit seine Waffe gegen den Dunklen Lord sich beweisen konnte. Schließlich war der alte Mann so listig und allwissend, wenn er wollte. Warum hatte er immer genau dann Dinge übersehen, wenn es dazu führte, dass Harry Potter Voldemort gegenüberstand? Waren das nicht ein paar Zufälle zuviel? Tigris ballte ärgerlich die Faust. Er stritt seine eigene Verantwortung an all dem nicht ab, aber ER hatte beschlossen, aus seinen Fehlern zu lernen. Dumbledore war davon nichts anzumerken. Vielleicht, weil er es nicht wollte? Schließlich hatten seine ‚Fehler' doch zu einem wunderbaren Helden für die Zaubererwelt geführt. Wen kümmerte es schon, wer dabei auf der Strecke blieb? Und nach all dem hatte er die Dreistigkeit zu behaupten, er würde Tigris wie einen Sohn lieben. Wenn er Tigris wirklich lieben würde, hätte er ihn nicht immer aufs Neue in Gefahr gebracht. Wenn er ihn lieben würde, hätte er ihn nicht bei den Dursleys zurückgelassen. Wenn er ihn lieben würde, hätte er nicht zugelassen, dass der Mensch, der ihm am meisten bedeutete, starb! Nein, Dumbledore liebte Tigris nicht. Er sah ihn nur als seinen wertvollsten Spielstein in seinen ausgeklügelten Plänen. Tigris würde ihm niemals wieder vertrauen. Er würde niemals wieder das Risiko eingehen, dass jemand in Gefahr geriet, nur weil er sich auf Albus Dumbledore verließ.
Tigris starrte eine Weile vor sich hin, ohne auf die Gegend um sie herum zu achten. Würde er sich eines Tages entscheiden müssen, ob er sich dem Dunklen Lord oder Dumbledore anschloss? Er hoffte wirklich, dazu würde es nie kommen. Wenn doch, dann war er verdammt, denn er konnte keins von beiden. Auch wenn die Potters nicht seine Eltern gewesen waren, Tigris hatte zuviel von dem Unheil gesehen, was der dunkle Magier anrichtete, um ihm jemals freiwillig folgen zu können. Er würde nicht damit leben können, auf der Seite der Leute zu stehen, die Nevilles Eltern in die geschlossene Abteilung gebracht und so viele andere ermordet hatten. Selbst wenn ihre Ziele einen Sinn für ihn ergäben. Tigris sah auf den Rücken seines Vaters, der vor ihnen her ging. Seltsamerweise hasste er ihn nicht dafür, dass er ein Todesser war. Vielleicht, weil diese Tatsache im Grunde nichts mit ihm zu tun hatte, und die Gründe aus denen er ihn hasste viel persönlicher waren. Vielleicht konnte man jemanden nur aus persönlichen Gründen wirklich hassen, und alles andere war nicht mehr als ein Phantasiegebilde aus Vorurteilen und Projektionen.
Tigris' Blick wanderte zu Draco und seiner Mutter, die beide in ihre eigenen Gedanken versunken schienen. Seltsam, wenn er in diesem Moment die Möglichkeit bekommen hätte, in der Zeit zurückzugehen und sein altes Leben weiterzuleben, Tigris hätte sie nicht ergriffen. So viele Dinge er an diesem Leben auch verabscheute, in seinem alten Leben waren es weit mehr. Hier hatte er zumindest eine Familie, auch wenn sie ihre Auseinandersetzungen hatten. Aber schlussendlich und vor allem hatte er hier mehr die Möglichkeit, er selbst zu sein, als jemals zuvor. Sicher, es gab auch Erwartungen, die er erfüllen musste. Aber dabei standen keine Leben auf dem Spiel. Tigris hatte einen Großteil seiner Kindheit für die Zaubererwelt gekämpft, er hatte das Gefühl, er verdiente es, eine Weile nicht mehr zu sein, als das was er war: Ein sechszehnjähriger Junge, dessen Ziel es war seinen Schulabschluss zu machen... und nicht, das nächste Jahr zu überleben und möglichst nebenbei die Welt von allem Bösen zu befreien. Was, wie Tigris inzwischen klar war, auch ein lächerlicher Gedanke war. Der Dunkle Lord war böse, ja, aber mit seinem Tod würden sich wohl kaum alle Probleme der Zaubererwelt lösen, wie es so viele zu erwarten schienen. Das Böse an sich hatte bedeutend mehr Facetten. Tigris grinste flüchtig. Fudges Ignoranz zum Beispiel. Nein, wenn man die Zaubererwelt zu etwas Besserem machen wollte, würde der Tod des Dunklen Lords wohl kaum genügen.
Tigris war mit seinem Gedankengang am Ende angekommen und sah sich um, um herauszufinden, wo sie hingingen. Zu seiner Überraschung sah er nun, dass sie auf einen Kreis aus riesigen Steinquadern zugingen. Sie waren schon sehr nah an sie herangekommen, aber Tigris hatte es nicht bemerkt, da er in Gedanken versunken gewesen war. Zwischen den Steinen bewegten sich Leute in ähnlichen Roben wie sie. Sie alle hatten ihre Kapuzen auf, so dass Tigris keine Gesichter sehen konnte. Sie bildeten einen mehrreihigen Kreis um die fünf Steine in der Mitte.
Nun, da Tigris sich auf sie konzentrierte, konnte er die Magie spüren, die von diesem Steinkreis ausging. Sie war wilder und ungebundener, als die Magie, die er im Herrenhaus gespürt hatte. Wie eine Naturgewalt im Vergleich zu einem Tier vielleicht. Als sie zwischen den äußeren Steinen hindurch traten bemerkte Tigris überrascht, dass das Gefühl verschwand. Als wären sie im Auge des Sturms. Sein Vater trat in die erste Reihe des Kreises und Draco hielt Tigris mit einer Handbewegung zurück, als er ihm folgen wollte. Ihre Mutter stellte sich hinter Lucius in die zweite Reihe, und Draco und Tigris blieben in der dritten Reihe zurück. Nach und nach trafen mehr Teilnehmer dieser seltsamen Versammlung ein, und der Kreis füllte sich zusehends.
Tigris fiel auf, dass alle, die in der ersten Reihe standen, eine Art von Lichtquelle in der Hand hielten. Nur wenige allerdings besaßen eine leuchtende Kugel, wie sein Vater. Die meisten trugen brennende Gefäße, oder einfach nur Kerzen. Schließlich schien der Kreis vollständig zu sein, denn eine ernste Stimmung machte sich breit. Schließlich trat einer aus der ersten Reihe einen Schritt vor. Er hielt eine Kugel in der Hand, die der von Tigris' Vater um nichts nachstand.
„Aberforth", sagte eine alte, Tigris vage bekannt vorkommende Stimme. „Vom Clan der Dumbledore."
Der Mann, der wie Tigris nun erkannte Dumbledores Bruder sein musste, trat vor, zwischen den inneren Steinen hindurch, und legte die Kugel auf einen flachen Stein, der sich im Zentrum befand. Er kam Tigris ein wenig wie ein Altar vor. Danach ging er zurück und kniete eine Reihe weiter hinten als er zuvor gestanden hatte nieder.
„Lucius, von der Malfoy-Familie." Sein Vater folgte den Schritten des anderen Mannes und kniete dann hinter seiner Mutter nieder, die eine Reihe vor getreten war.
„Rodolphus, von den Lestranges.", erklärte eine kalte Stimme, die Tigris aus der Mysteriumsabteilung in Erinnerung hatte. Es überlief Tigris kalt und er folgte dem Mann mit seinem Blick. Als die etwas kleinere Gestalt eine Reihe vortrat, die hinter Rodolphus gestanden hatte, ballte Tigris unwillkürlich die Fäuste. Er erkannte sie, selbst unter ihrer Kapuze. Bellatrix...
„Minerva, vom Clan der McGonagall.", lenkte ihn eine vertraute Stimme ab. Wie Aberforth hatte Professor McGonagall niemanden, mit dem sie den Platz tauschen konnte. Alle, die bisher vorgetreten waren, hielten die leuchtenden Kugeln in den Händen.
„Dorian, von der Zabini- Familie." Tigris fragte sich, ob Blaise irgendwo dahinter stand, aber er konnte sie nicht sehen.
Tigris begriff, als die Reihe sich fortsetzte, dass dies die ältesten und mächtigsten Familien sein mussten. „Severus, von den Snape.", war der letzte von ihnen. Er stand ebenfalls, wie nur wenige andere, allein. Tigris fragte sich, ob das hieß, dass sie keine Verwandten mehr hatten, oder ob ihre Verwandten einfach nicht anwesend waren. Dumbledore war schließlich offensichtlich nicht hier. Andererseits waren bei manchen Familien wirklich viele Mitglieder da, fünf, manchmal sogar sechs Reihen hintereinander. Tigris hörte einige bekannte Namen darunter, einige unbekannte. Alle Todesser die Tigris kannte waren anwesend, aber es fehlten einige andere ihm bekannte Zaubererfamilien. Niemand von den Weasleys, kein Sprout, kein Willis, kein Davis, und etliche andere. Es schien dabei keine Rolle zu spielen, wie alt die Familien waren, oder welche Seite sie vertraten. Vermutlich war es einfach eine Sache persönlicher Überzeugung. War das ein Grund dafür, warum so viele Slytherins Dumbledore beschuldigten, die alten Traditionen nicht zu beachten? Weil sein Bruder hier war, aber Dumbledore nicht? Schließlich kam die Reihe zu ihrem Ende, mit einem Zauberer, dessen Namen Tigris nicht kannte.
Die Frauen... und er konnte nun hören, dass es alles Frauen waren... in der ersten Reihe hoben die Arme und begannen einen Sprechgesang in einer Sprache, die Tigris unbekannt war. Mehrere Worte wiederholten sich immer wieder, aber seltsamer Weise war es Tigris unmöglich, sie sich zu merken. So als würde er sie in dem Moment vergessen, in dem er sie hörte. Er konnte spüren, wie sich die Magie um sie herum konzentrierte, als würde sich ein Gewitter zusammenbrauen. Tigris fühlte sich gefangen zwischen den Steinen, mit magischen Kräften unbekannter Stärke vor und hinter ihm, zwischen denen sich die Spannung immer mehr erhöhte. Plötzlich, ohne Vorwarnung, erschien ein gleißendes Licht in der Mitte des Kreises. Er erwartete unwillkürlich, Donner zu hören, aber um sie herum herrschte Stille. Die Stimmen der Frauen verstummten und sie ließen die Arme sinken. Dann traten sie eine nach der anderen vor, um die leuchtenden Objekte zurückzuholen, die nun alle erloschen waren. Diejenigen, die nur alleine gekommen waren, erhoben sich und schlossen sich ihnen an. Sein Vater nahm den nun wieder schwarzen Edelstein von seiner Mutter in Empfang und stand auf. Die Leute begannen, den Steinkreis zu verlassen und einige von ihnen apparierten im selben Moment, in dem sie zwischen den Steinen hindurch traten.
„Wieder eine alte Familie weniger dieses Jahr.", meinte sein Vater, als sie hinaustraten.
Seine Mutter nickte. „Aber mein Cousin hat sich nie viel um die Traditionen gekümmert. Den Verlust der Crouches letztes Jahr hat man mehr gespürt."
„Hoffen wir, dass es die letzten bleiben."
Tigris hörte ihnen nur mit halbem Ohr zu, denn zu seiner Verblüffung hatte er bemerkt, dass nicht weit von ihnen entfernt eine Autostraße verlief, auf der bereits reger Verkehr herrschte. Es schien die gleiche Richtung zu sein, aus der sie gekommen waren, aber bei ihrer Ankunft hatte er nichts davon gemerkt.
„Diese Muggel können uns nicht sehen.", meinte seine Mutter Tigris' Blick folgend herablassend, und breitete die Arme aus. „Komm, wir apparieren zurück."
Tigris trat etwas verwirrt auf sie zu. Sie drehte ihn herum und schlang von hinten die Arme um ihn. Neben ihnen tat sein Vater das gleiche mit Draco. Tigris fühlte einen Ruck, als hätte ihn jemand heftig nach vorne gestoßen, und einen Augenblick später befanden sie sich neben dem Springbrunnen auf dem Vorplatz vor ihrem Haus. Tigris war so überrascht, dass er für einen Moment beinahe das Gleichgewicht verlor. Draco grinste ihm zu.
„Vorsicht, Bruder. Du bist heute etwas schwach auf den Beinen, nicht wahr? Unten in der Kammer dachte ich für einen Augenblick, du würdest ohnmächtig werden."
Tigris warf ihm einen ärgerlichen Blick zu. „Das war die Magie schuld! Ich habe keine Ahnung, wie du und Mutter so unberührt davon bleiben konntet!"
Sein Vater, der bereits ein paar Schritte in Richtung des Hauses gemacht hatte, verharrte und drehte sich ruckartig um. „Was hast du gesagt?"
Tigris warf ihm einen unsicheren Blick zu. Hatte er ihn irgendwie verärgert? Aber warum? „Ich habe nur gesagt, dass die Magie daran schuld war, dass ich unten in der Kammer fast gestolpert wäre... Sir.", fügte Tigris hinzu, um ihn zu besänftigen. Sein Vater sah schlagartig ziemlich ärgerlich aus. „Diese magische Präsenz, sie..." Tigris verstummte, als sein Vater mit jedem Wort ärgerlicher wurde.
„Das ist nicht möglich!", zischte er zornig.
„Ich denke nicht, dass er lügt, Lucius.", warf seine Mutter beschwichtigend ein. „Es gibt sicher eine logische Erklärung dafür."
Die Augen seines Vaters verengten sich ein wenig und er schien darüber nachzudenken. Schließlich gelangte er offenbar zu einer Lösung, denn sein Gesicht wurde schlagartig ausdruckslos.
„Entschuldigung, du hast natürlich Recht, Narcissa. Wie auch immer, ich möchte nicht, dass du mit irgendjemandem darüber redest, verstanden?"
„Ja, Sir.", entgegnete Tigris ein wenig verdutzt. Draco erschien es nicht viel anders zu ergehen, denn er betrachtete ihren Vater mit einer Mischung aus Neugier und Verwirrung.
„Hast du eine Ahnung, worum das alles ging?", flüsterte er Draco zu, sobald ihr Vater ein gutes Stück vorausgegangen war.
Draco schüttelte den Kopf. „Nein. Ich kann nur sagen, dass ich nie so eine Art Magie dort unten gespürt habe, wie du sie beschrieben hast. Da ist nur etwas, wenn ich die Kugel am Ende berühre... und die Elementare natürlich, aber die reißen einen nicht von den Füßen."
Diese Antwort verwirrte Tigris nur noch mehr.
Vielen Dank für eure Reviews an: Lionessheart, blablabla, Lara Lynx, hbt3, Yanis Tamiem, Little Nadeshiko, blub, Kylyen, Lady-Claw, pandoradoggis, Angie, Igonia
Lionessheart: Na ja, Snapes Vater mit Sicherheit. Aber es gibt ja auch noch die Zabinis, die Weasleys (okay, vielleicht nicht das beste Beispiel)... Es werden jedenfalls noch ein paar halbwegs normale Reinblütler auftauchen.
Lara Lynx: Es gab einen kleinen Hinweis im letzten Kapitel ;-)
Little Nadeshiko: Oops, I did it again... Alte Laster sterben offenbar schwer. Normalerweise mache ich immer einen Absatz zwischen einem POV-Wechsel. seufzIch habe es noch mal neu formatiert, ich hoffe, es ist jetzt besser.
Angie: Ich denke, du hast dich bei dem was Firenze gesagt hat verlesen.
Igonia: Der Zauber, den Lucius in Kapitel 9 angewandt hat (Nonattinet ingenium) wirkt zwar auf einen Okklumens, aber nur solange diesem kein wirklicher Grund gegeben wird, sich zu erinnern. Er bewirkte mehr oder weniger, dass Snape das Gespräch mit Draco als unwichtig betrachtete und vergaß. Je mehr Snape versucht, sich daran zu erinnern, je mehr Details werden ihm einfallen. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass er weiß wer bzw. was Tigris wirklich ist. Tigris kann das natürlich nicht wissen, da er nicht genau weiß was Draco Snape gesagt hat.
