Disclaimer:

Hat irgendwer ein großes rotes Eichhörnchen gesehen? Es sagte etwas über Harry Potter und JKR und ist nicht mehr aufgetaucht. Das hat bestimmt etwas mit Nidhöggr zu tun!

Meine Katze hat's gefressen. Husch, husch...


Schatten der Wahl

35. Besserung

Er sah zu einem schwarzhaarigen Mann mit grünen Augen auf, der ihn sanft streichelte. Das Gesicht des Mannes war blass, unnatürlich blass, und seine Pupillen waren schlitzförmig, wie die einer Schlange. Der Mann lächelte ihm zu. „Ich möchte, dass ihr nach Süden zieht, meine Treuen. Mir steht ein schwerer Kampf bevor, vielleicht mein letzter." Der Mann lächelte traurig.

Schickt uns nicht weg, Meister!", zischte er. Seltsamer Weise schien er an mehreren Orten gleichzeitig zu sein und mit mehreren Stimmen zu sprechen. „Wir wollen Euch helfen! Wir können Euch verteidigen. Wir sind stark."

Ich weiß, dass ihr stark seid.", sagte der Mann sanft. „Aber ihr müsst gehen. Ihr müsst auf mich hören, versteht ihr? Ich fürchte den Tod nicht. Alles was ich fürchte, ist, dass sich niemand an mich erinnert, dass mein Wissen und meine Fähigkeiten im Dunkel der Unwissenheit verschwinden, so wie so vieles in diesen Zeiten. Rowena hatte Recht, man muss seine Erinnerung in einer dauerhafteren Weise hinterlassen als in Liedern. Ihr seid mein Vermächtnis. Eines Tages werdet ihr einen Würdigen finden."

Wir verstehen nicht, Meister!", zischte er kummervoll. Er wünschte sich nichts mehr, als diesen Mann zufrieden zu stellen. Er hatte ihn aufgezogen, sich immer um ihn gekümmert. Er hatte ihn geschaffen. Er konnte ihn nicht verlassen!

Wenn die Zeit da ist, werdet ihr es verstehen.", sagte der Mann. „Nun aber müsst ihr gehen. Ich, Salazar Slytherin, euer Lord und Meister, befehle es euch."

Wie Ihr wünscht, Meister.", antwortete er traurig. Süden, hatte er gesagt. Aus irgendeinem seltsamen Grund wusste er, wo das war. Er kroch von Slytherin weg, in die Richtung, die sein Wissen ihm vorgab. „Lebt wohl."

Ja, lebt wohl.", flüsterte Slytherin. „Lebt lange und vermehrt euch, verteilt euch auf der Erde, bis die Zeit kommt..."

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Tigris gelangte langsam wieder zu Bewusstsein. Sein ganzer Körper schmerzte und ironischer Weise war er unglaublich müde. Einige irritierende Momente lang wusste er nicht wo er war, dann versuchte er, sich aufzusetzen, aber etwas hinderte ihn daran. Tigris starrte auf einen Punkt über sich und wartete darauf, dass sich seine Sicht klärte. Nach einer Weile gewann seine Umgebung an Konturen und Tigris erkannte den grünen Betthimmel über sich. Er versuchte erneut, sich aufzusetzen und erkannte, dass er an dem Bett festgebunden war. Er starrte verwirrt auf die breiten Riemen. Sicher hielten sie ihn nicht für gefährlich, nur weil er von einer Schlange gebissen worden war? Der Gedanke erschien ihm so lächerlich, dass er beinahe auflachte.

„Tigris?", fragte eine unsichere Stimme neben ihm.

Tigris wandte den Kopf zur Seite. „Mutter?"

Sie saß neben seinem Bett auf einen Stuhl und wirkte sehr blass und übernächtigt. Nun starrte sie ihn an, als hätte sie einen Geist gesehen. „Bist du wirklich wach?"

„Ja. Ist alles in Ordnung?" Tigris' Stimme war heiser und seine Zunge hatte noch immer ein wenig Probleme, seinen Gedanken zu gehorchen. Zu seiner Schockierung brach seine Mutter in Tränen aus und beugte sich über ihn, um sein Gesicht mit Küssen zu bedecken.

„Du bist wach! Wir dachten du würdest sterben! Keiner unserer Tränke hat geholfen und Severus sagte, er könne nichts mehr tun, und Lucius wollte Dumbledore nicht um die Phönixtränen bitten... Einhornblut, niemals hätte ich das zugelassen, selbst wenn unser Lord es gestattet hätte..."

Tigris starrte sie verdattert an. Ihre Worte ergaben keinen Sinn für ihn, aber er begriff dass sie sehr aufgeregt wegen ihm war. „Beruhige dich, Mutter, es geht mir gut. Nun ja, ich fühle mich ein wenig, als wäre ich von einem Hippogreif überrannt worden, und ich bin wirklich müde, aber..."

Sie lachte unter Tränen und küsste ihn abermals. „Das glaube ich dir, Junge!"

Tigris gähnte und vergrub seinen Kopf in den Kissen. „Warum habt ihr mich festgebunden?"

„Oh!" Sie machte eine Bewegung mit ihrem Stab und die Riemen verschwanden. „Du hast halluziniert und um dich geschlagen, wir hatten Angst dass du dich verletzt."

„Ah, ich verstehe." Tigris zog die Decke über sich und schloss die Augen, um in einen tiefen, erholsamen Schlaf zu versinken.

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Tigris erwachte schlagartig, mit dem beunruhigenden Gefühl, dass er etwas sehr Entscheidendes vergessen hatte. Er setzte sich ruckartig auf. Das war allerdings eine schlechte Entscheidung, da ihm auf der Stelle schwindelig wurde und er wieder in die Kissen zurückfiel. Er stöhnte und stemmte sich langsamer hoch, sich gegen das Kopfende des Bettes lehnend.

Ihr seid wach!", sagte eine erfreute Stimme neben ihm.

Tigris fuhr herum und sah zu seiner Überraschung den Tisch mit Sarin neben seinem Bett stehen. Seine Augen verengten sich ein wenig. „Du!", zischte er ärgerlich. „Drohe mir niemals, niemals wieder!"

Ich habe Euch nicht gedroht, Meister.", entgegnete die Schlange verwirrt. „Nur dem närrischen Menschen, der unsere Bindung stören wollte. Er hatte kein Recht..."

Dieser NÄRRISCHE MENSCH", unterbrach Tigris sie zornig, „ist mein Bruder. Drohst du ihm, ist es, als drohst du mir selbst. Hast du das verstanden?"

Ja, Meister." Die Schlange verbeugte sich ungelenk in den Beschränkungen des Bannfeldes. „Ich bitte Euch um Verzeihung, ich wusste es nicht."

Ich vergebe dir.", sagte Tigris widerstrebend und streckte die Hand aus. „Komm her."

Danke, Meister.", sagte die Schlange erfreut und schlängelte ungehindert zu ihm, als die Magie des Bannfeldes von der ihrer Bindung übermannt wurde. Sie wand sich um Tigris' Arm und legte ihren Kopf auf seine Schulter. In diesem Moment betrat sein Vater den Raum und verharrte auf halbem Weg zu seinem Bett, als er die Schlange auf seiner Schulter sah, bleich werdend.

Ist der hellhaarige Mann auch Teil Eures Nests?", fragte Sarin. „Er hat versucht, mich zu töten. Lasst Ihr mich ihn beißen? Er wird nicht leiden, ich verspreche es."

Du wirst ihn nicht beißen.", sagte Tigris streng, sich ein Lachen verbeißend. „Er hat nur versucht, mich zu beschützen." Sein Vater folgte ihrem Wortwechsel sichtlich beunruhigt.

Vielleicht. Aber ich mag ihn nicht. Er hat versucht mich zu töten, und er brachte diesen schlecht riechenden Schwarzhaarigen hierher, der mein Gift gestohlen hat."

Ein Schwarzhaariger?", fragte Tigris alarmiert.

Ja. Er roch nicht gut, und er gab Euch eine Menge Gift zu trinken, das gegen mein Gift kämpfte. Es konnte natürlich nicht gewinnen. Mein Lord hat mich stark gemacht." Sie klang sehr selbstzufrieden.

Hat er gehört, wie ich mit dir geredet habe?", fragte Tigris besorgt.

Ja, aber er hat es dem Blonden nicht gesagt."

Tigris holte scharf Luft. Das war nicht gut. Er sah seinem Vater an, der sich während seiner Unterhaltung nicht von der Stelle gerührt hatte.

„Vater."

„Wie ich sehe, bist du wach.", sagte sein Vater mit einem vorsichtigen Unterton.

„Ja. Ist Professor Snape hier?"

„Ja.", erwiderte sein Vater überrascht. „Woher..."

„Ich muss sofort mit ihm reden.", unterbrach Tigris ihn.

Die Augen seines Vaters verengten sich etwas. „Da es dir besser geht, hat er vor, nach Hogwarts zurückzukehren. Er hat gerade seine Arbeitsmaterialien zusammengepackt."

„Nein!", rief Tigris alarmiert. „Er darf das Haus nicht verlassen! Bring ihn her, sofort!"

„Was fällt dir ein, so mit mir zu reden?", sagte sein Vater ärgerlich. „Ich bin nicht dein Dienstbote, Junge!"

Sarin zischte ärgerlich und löste sich von Tigris' Arm, sich vor seinem Vater aufrichtend. „Du wirst tun, was mein Meister befielt, Mensch!"

Sein Vater wich einen Schritt zurück und erstarrte, als Sarin ihm folgte, bösartig zischend.

Winde dich um ihn, aber so, dass du nicht gesehen wirst.", befahl Tigris kalt, ohne wirklich nachzudenken. „Füge ihm keinen Schaden zu!"

Sarin verschwand unter der Robe seines Vaters. Dessen Augen weiteten sich, aber er bewegte sich nicht.

„Hol ihn jetzt, oder sie wird dich beißen.", sagte Tigris, ungerührt von der offensichtlichen Furcht seines Vaters. „Ihr Biss kann einen Menschen in Sekunden töten."

Sein Vater öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, aber ein Zischen ertönte und er schloss ihn wieder, stattdessen den Raum verlassend. Tigris sah sich um und entdeckte nach einiger Suche seinen Stab auf dem Nachtschränkchen. Mit etwas Mühe gelang es ihm, ihn in die Hand zu bekommen. Er war noch immer sehr schwach, und rasche Bewegungen machten ihn schwindelig. Außerdem wurde er wieder müde. Wenig später erschien sein Vater wieder, von Snape gefolgt.

„Professor Snape!", sagte Tigris in erfreutem Tonfall, die Hand ausstreckend.

Snape trat mit gut verborgener Vorsicht auf ihn zu und ergriff seine Hand.

„Es freut mich, dass es dir so viel besser geht, Tigris."

„Ich bin noch etwas müde, aber ich wollte Ihnen danken.", erwiderte Tigris.

Snape blickte ihn etwas überrascht an. „Es waren nicht meine Tränke, die dir geholfen haben."

„Nein?", fragte Tigris mit einem unschuldigen Ausdruck, seinen Stab mit der anderen Hand schwenkend und leise einen Zauber auf Parsel flüsternd. „Was war es dann?"

„Die Tatsache, dass du ein Parselmund bist, natürlich.", antwortete Snape mit leicht glasigem Blick. „Auch wenn man Silberne Tigerottern für ausgestorben hielt, ist es bekannt, dass nur ein Parselmund ihren Biss überleben kann."

Tigris lachte. „Eine Silberne Tigerotter? Aber Professor, es war doch nur eine exotische Giftschlange, die mich gebissen hat. Sie muss einem Terrarium entkommen sein. Ein Glück, dass Sie das Gegengift rechtzeitig herausfinden konnten, obwohl uns die Schlange entkommen ist. Wer hätte gedacht, dass so ein Tier sich in unseren Garten verirrt? Außerdem bin ich kein Parselmund, was für eine lächerliche Annahme. Wir wissen doch alle, dass der Dunkle Lord der einzige lebende Parselmund ist."

„Natürlich.", erwiderte Snape und schüttelte den Kopf. „Ich muss ein wenig verwirrt gewesen sein. Kein Grund mir zu danken, ich bin froh dass ich helfen konnte."

Tigris nahm die Hand des Mannes und lächelte freundlich. „Nein, ich schulde Ihnen mein Leben, Professor. Ich werde das nicht vergessen."

„Wirklich, keine Ursache.", entgegnete Snape ein wenig verlegen.

Tigris lehnte sich zurück. „Entschuldigen Sie, Professor, aber ich bin sehr erschöpft. Mein Vater sagte mir, Sie waren gerade dabei, nach Hogwarts zurückzukehren. Ich will Sie nicht länger aufhalten."

„Selbstverständlich, ruh dich aus.", sagte Snape. „Wir sehen uns in Hogwarts." Er nickte seinem Vater zu und ging.

Sein Vater starrte ihn an. Tigris erwiderte seinen Blick müde, ein Gähnen unterdrückend. Dann ließ er sich in die Kissen sinken und schloss die Augen.

„Hast du nicht vor, deine Schlange zurückzurufen?", fragte sein Vater heiser.

Tigris öffnete die Augen. „Was? Oh, entschuldige, natürlich." „Komm zurück, Sarin."

Sarin tauchte auf und rollte sich neben ihm zusammen, so zufrieden aussehend, wie eine Schlange nur zufrieden aussehen konnte. „Er fürchtet mich.", zischte sie. „Ich liebe den Geruch von Furcht."

„Dieses Tier hat zu verschwinden!", fauchte sein Vater, sobald die direkte Bedrohung verschwunden war. „Ich werde es nicht in meinem Haus dulden!"

„Das wirst du wohl müssen.", erwiderte Tigris müde. „Sarin ist meine Vertraute, sie ist an mich gebunden und bleibt bei mir."

Sein Vater ballte zornig die Faust.

„Ich werde einen Weg finden, es zu töten, Vertraute oder nicht. Glaubst du, ich dulde es, dass du mich mit ihm bedrohst?"

Tigris seufzte. „Wenn du auf mich gehört hättest, wäre das nicht notwendig gewesen. Wäre es dir lieber gewesen, wenn Snape direkt zu Dumbledore oder dem Dunklen Lord gerannt wäre, um ihnen zu erzählen, dass dein Neffe ein Parselmund ist, der mit einer Silbernen Tigerotter gebunden hat? Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Dunkle Lord sehr erfreut über dieses Wissen wäre."

Sein Vater sah ihn ärgerlich an. „Das ist nicht der Punkt, Junge."

Tigris verdrehte die Augen. „Ich entschuldige mich für meine Anmaßung, Vater."

Er wusste, dass er nicht im Geringsten ehrlich klang. Aber im Moment war allein der Gedanke, Lucius Respekt entgegenzubringen lächerlich. Auch wenn ein Teil von Tigris wusste, dass er es sollte. Absurder Weise ging ihm durch den Kopf, wie sehr sein Vater Agamemnon Malifontis ähnlich sah, wenn er sich ärgerte. Es hatte ihn immer amüsiert. Moment, woher kam das? Er hatte Agamemnon nie gekannt! Tigris schüttelte den Kopf, um seine Gedanken zu klären. Es schien, dass er ein wenig Schwierigkeiten hatte, Traum und Realität auseinander zu halten. Na ja, das würde sich geben, sobald er ein wenig mehr geschlafen hatte. Er gähnte.

Die Augen seines Vaters verengten sich ein wenig.

„Du wirst deiner Strafe für deine Vermessenheit nicht entgehen."

„Fein." Tigris gähnte erneut. „Du kannst mich bestrafen, wenn ich mich erholt habe. Im Moment bin ich zu müde. Gute Nacht." Er wandte sich ab und schloss die Augen. Im Hintergrund hörte er Sarin zischen und fiel lächelnd in den Schlaf.

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Tigris erwachte erholt und zur gleichen Zeit entsetzt. Hatte er wirklich Sarin auf seinen Vater angesetzt? Er sah auf die Schlange, die zufrieden neben ihm zusammengerollt lag. Offensichtlich hatte er das. Er vergrub die Finger in den Haaren und stöhnte. Was zum Teufel hatte ihn geritten, seinem Vater zu drohen? Er musste nicht bei Verstand gewesen sein. Tigris hielt inne. Natürlich, es musste ein Nebeneffekt des Giftes sein. Vielleicht, wenn er seinem Vater das klar machen konnte... Tigris schüttelte den Kopf. Er würde trotzdem wütend sein. Tigris stand unsicher auf und stellte fest, dass er den Großteil seiner Kraft wiedererlangt hatte. Er hatte einen allumfassenden Muskelkater, aber auch das war dabei abzuklingen. Er atmete erleichtert durch und ging ins Bad, um zu duschen und sich anzuziehen. Danach hielt er Sarin seinen Arm hin, so dass sie sich darum winden konnte, und sah auf die Uhr. Es war früher Nachmittag, eine Woche nach Yule. Es überraschte Tigris, dass so viel Zeit vergangen war. Kein Wunder, dass seine Mutter sich so aufgeregt hatte. Tigris biss sich auf die Lippen und atmete tief durch, dann verließ er den Raum. Im Korridor schnippte er mit den Fingern. Auf der Stelle erschien Dilly vor ihm.

„Oh, der junge Master Tigris ist wach!", quietschte sie sofort begeistert. „Dilly ist ja so froh, dass der junge Master wohlauf ist!"

Tigris beruhigte sie mit einer Handbewegung. „Kannst du mir sagen, wo mein Vater sich befindet, Dilly?"

Die Elfe nickte. „Natürlich. Master Lucius ist im Studierzimmer, junger Master Tigris. Aber Master ist schlechter Laune. Besser jetzt nicht mit Master sprechen, junger Master Tigris."

Tigris seufzte. „Danke, Dilly. Du kannst gehen."

„Der junge Master ist so überaus freundlich zu Dilly!", quietschte sie, ihre kleinen Hände zusammenschlagend, und verschwand.

Tigris verharrte einen Moment, dann riss er sich zusammen und machte sich auf den Weg nach unten.

Sein Vater saß an seinem Schreibtisch und schrieb an einer Rolle Pergament, als Tigris eintrat. Als Tigris die Tür hinter sich schloss sah er auf und legte seine Feder beiseite.

Auf dem Weg hierher hatte Tigris sich überlegt, was er sagen würde. Nun fiel er auf die Knie und senkte den Kopf. „Es tut mir leid, Vater. Wie ich mich dir gegenüber verhalten habe war falsch. Ich nehme an, dass das Gift meinen Verstand beeinträchtigt hat."

Sein Vater stand auf und kam zu ihm. Dann griff er nach Tigris' Kinn und hob seinen Kopf. Tigris setzte ihm nichts entgegen als er ihm in die Augen sah, um seine Gedanken zu überprüfen. Tigris bedauerte es nicht, Snapes Erinnerungen manipuliert zu haben, aber er bereute wirklich, wie er sich seinem Vater gegenüber verhalten hatte. Nicht nur, weil er wusste, dass er ihn bestrafen würde. Es gab auch einen Teil von ihm, welcher der Überzeugung war, dass es nicht richtig gewesen war, auch wenn Tigris ihn noch immer hasste. Was immer seine Gefühle für den Mann waren, er war sein Vater.

Sein Vater sah Tigris einen Moment nachdenklich an. „Zieh deine Robe aus.", sagte er dann.

Tigris senkte den Blick und gehorchte. Dann nahm er Sarin vom Arm und deutete in eine entfernte Ecke des Raumes. „Geh dort drüben hin und bleib da."

Sarin starrte ihn kurz an, aber gehorchte. Sein Vater warf der Schlange einen ungehaltenen Blick zu, sagte jedoch nichts. Er machte eine Bewegung mit seinem Stab und eine Peitsche erschien in seiner Hand.

„Ich akzeptiere, dass du durch deine Vergiftung beeinflusst warst.", sagte er emotionslos. „Trotzdem kann ich ein solches Verhalten nicht tolerieren, wie du sicher verstehst. Außerdem verdienst du eine Strafe dafür, dass du dich von dieser Schlange hast beißen lassen. Hast du eine Vorstellung, was du mir und deiner Mutter damit angetan hast?"

Tigris biss sich auf die Lippen. „Es tut mir leid. Ich habe nicht nachgedacht."

„Offensichtlich nicht. Weißt du, dass deine Mutter vier Tage lang kaum geschlafen hat? Wie sieht es aus, stimmst du mir darin zu, dass du eine Strafe verdienst?"

Tigris schloss die Augen. „Ja, Vater."

„Gut. Dies ist eine andere Peitsche, als die, welche ich sonst benutze. Es werden keine Narben bleiben, aber die Striemen werden auch nicht ohne weiteres verschwinden. Du kannst über deine Handlungen nachdenken, während sie heilen."

„Ja, Vater.", wiederholte Tigris.

„Zwanzig Hiebe."

Tigris presste die Handflächen auf den Boden und atmete durch. Die Peitsche traf seinen Rücken und schnitt in sein Fleisch, einen brennenden Striemen zurücklassend. „Eins."

Er war überrascht, als dem ersten Hieb kein weiterer folgte, dann hörte er ein Zischen. Tigris sah auf und erblickte Sarin, die sich vor seinem Vater aufgerichtet hatte, der einen Schritt zurückgewichen war. Offenbar war er hin und her gerissen zwischen Furcht und Zorn.

Tigris streckte in einer raschen Bewegung die Hand aus, packte die Schlange ärgerlich hinter dem Kopf und presste sie auf den Boden. „Ich habe dir befohlen, in der Ecke zu bleiben!"

Aber er verletzt Euch, Meister.", widersprach sie, sich unter seiner Hand windend.

Du wirst tun, was ich sage!", rief Tigris wütend.

Es ist meine Aufgabe, Euch zu beschützen.", entgegnete sie stur.

Du wirst mir gehorchen!", zischte Tigris, seinen Druck verstärkend. „Dieser Mensch ist mein Vater. Es ist sein Recht, mich zu bestrafen, wenn ich einen Fehler begangen habe. Du wirst das akzeptieren. Du wirst ihn nicht wieder angreifen."

Sie hörte auf, sich zu bewegen. „Ist er Euer Meister?"

Tigris zögerte. „Etwas in der Art.", sagte er schließlich zögernd. Er wusste nicht, wie er es ihr sonst begreiflich machen sollte. „Du verstehst es vielleicht nicht, aber du wirst tun, was ich sage."

Ja, Meister."

Tigris seufzte erleichtert.

Geh jetzt."

Er ließ sie los, und sie kroch in ihre Ecke zurück.

Tigris sah zu seinem Vater auf. „Es tut mir leid. Bitte, tu Sarin nichts. Ich schwöre, sie wird dich nicht verletzen. Sie hat nur versucht mich zu beschützen. Sie wird nie wieder versuchen, dich anzugreifen, ich gebe dir mein Wort."

Die Augen seines Vaters verengten sich ein wenig und er schien zu überlegen. „Also gut.", sagte er schließlich. „Du kannst sie behalten."

„Danke, Vater.", sagte Tigris erleichtert und ein wenig überrascht.

„Fahr fort, zu zählen.", entgegnete sein Vater nur.

Tigris senkte den Kopf und die restlichen Schläge trafen seinen Rücken. Bei den Letzten musste er sich anstrengen, nicht zu aufzuschreien. Seine Augen tränten. Es schmerzte einen guten Teil mehr, wenn die Striemen nicht heilten. Als sein Vater fertig war, stand Tigris unsicher auf und zog sich wieder an, sich mit dem Ärmel die Tränen vom Gesicht wischend. Er fühlte kein Blut, aber er spürte, wie der Stoff seiner Robe über die offenen Wunden scheuerte.

Du kannst jetzt zu mir kommen.", sagte er zu Sarin, die Hand ausstreckend. Tigris zuckte zusammen, als sie über seinen Rücken kroch, um den Kopf auf seine Schulter zu legen.

Habt Ihr Schmerzen Meister?", fragte sie besorgt. „Soll ich Euch helfen?"

Kannst du das?", erwiderte Tigris überrascht.

Ich kann Euch heilen.", antwortete sie.

Nein."

Sein Vater betrachtete ihn neugierig. „Was sagt es?"

„Sie hat mich gefragt, ob sie mich heilen soll.", antwortete Tigris zögernd. „Ich habe es ihr verboten."

„Gut." Sein Vater betrachtete die Schlange nachdenklich. Tigris' Versprechen schien ihm die Angst vor ihr genommen zu haben – oder vielleicht verbarg er sie nur sehr gut. „Es ist eine interessante Kreatur. Zu schade, dass es nun keinen Nutzen mehr für unseren Lord hat."

„Ich denke nicht, dass er sich von ihr hätte beißen lassen.", erwiderte Tigris.

„Vielleicht nicht.", erwiderte sein Vater überraschend gelassen. „Wie hast du das Tier genannt?"

„Sie heißt Sarin."

„Möglicherweise erweist es sich ja noch auf andere Weise als nützlich."

„Möglicherweise.", erwiderte Tigris unsicher. Dieser neue Gedankengang seines Vaters behagte ihm nicht recht.

Sein Vater grinste flüchtig. „Das werden wir sicher mit der Zeit herausfinden. Du kannst gehen, ich habe noch zu arbeiten."

„Ja Vater." Tigris verharrte kurz. „Darf ich vor dem Abendessen etwas essen? Ich bin hungrig."

Sein Vater warf ihm einen überraschten Blick zu. „Du hast nichts gegessen, bevor du zu mir gekommen bist?"

Tigris schüttelte den Kopf. Sein Vater trat zu ihm und strich ihm mit einem Finger über die Wange. „Ich bin zufrieden, Tigris. Natürlich kannst du etwas essen. Du musst deine Kraft zurückgewinnen. Frag deine Mutter nach einem magenberuhigenden Trank."

Tigris nickte zögernd. Die Geste erwärmte ihn und widerstrebte ihm zur gleichen Zeit. Es war widerlich, dass er so schwach war, sich Zuneigung von diesem Mann zu ersehnen. Er lächelte schwach. „Danke, Vater."

Sein Vater nickte. „Geh jetzt."

Tigris neigte den Kopf und ging.

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Nachdem Tigris den Raum verlassen hatte, rief er Dilly erneut und ließ sich von ihr zu seiner Mutter führen. Sie saß in ihrem Zimmer an der Staffelei. Als Tigris eintrat, legte sie ihren Pinsel beiseite und stand auf, um ihn zu umarmen. Ihr Blick verdüsterte sich für einen Sekundenbruchteil, als er zusammenzuckte, aber sie sprach ihn nicht darauf an.

„Ich bin froh, dass es dir besser geht.", sagte sie stattdessen.

Tigris lächelte flüchtig. „Vater sagte mir, ich solle dich nach einem magenberuhigenden Trank fragen, bevor ich etwas esse."

Sie nickte und öffnete ein Fach in ihrem Schrank, eine Phiole hervor holend. „Iss trotzdem erst einmal etwas Leichtes. Nachdem du die letzten Tage nur von Tränken gelebt hast, muss dein Körper sich erst wieder an richtiges Essen gewöhnen."

Tigris nickte und nahm die Phiole. Sie betrachtete Sarins Kopf auf seiner Schulter neugierig.

„Das ist also dein neues Vertrautentier. Hat sie... er... einen Namen?"

„Sie heißt Sarin.", antwortete er.

Sie streckte zögernd die Hand aus. „Kann ich sie anfassen? Sie wird mich nicht beißen, oder?"

Sarin hob ihren Kopf etwas und starrte die ihr entgegengestreckte Hand an.

Das ist meine Mutter. Du wirst sie nicht beißen. Du solltest niemanden beißen, es sei denn, er greift uns an.", fügte Tigris als einen nachträglichen Gedanken hinzu. „Sie wird dich nicht beißen.", sagte er anschließend.

Seine Mutter strich Sarin zögernd mit dem Finger über den Kopf, aber zog ihre Hand ziemlich schnell wieder zurück. „Sie ist sehr schön, aber ich muss gestehen, ich ziehe Hunde vor.", sagte sie ein wenig nervös. „Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt, Sarin. Versteht sie, was ich sage?"

Sarin richtete sich ein wenig auf. „Ich verstehe."

Tigris sah sie etwas verwundert an. „Hast du die ganze Zeit unsere Sprache verstanden?"

Nein, Meister. Ihr habt an mich gebunden, nun verstehe ich Eure Sprache, um Euch besser dienen zu können."

Ich verstehe." Tigris sah seine Mutter an, die ihnen fasziniert und ein wenig beunruhigt zugehört hatte. „Sie versteht, was wir sagen, aber erst seit unserer Bindung."

„Das ist interessant." Sie streichelte die Schlange erneut. „Du wirst auf ihn aufpassen, nicht wahr, meine Schöne? Er hat ein Talent sich in Schwierigkeiten zu bringen, weißt du?"

Das werde ich.", antwortete Sarin ernsthaft, sich gegen ihre Hand lehnend. Tigris vermutete, wenn sie eine Katze gewesen wäre, hätte sie geschnurrt. Er räusperte sich ein wenig verlegen.

Seine Mutter lachte leise und fuhr ihm mit der Hand durch das Haar. „Geh und iss etwas, Sohn, du musst hungrig sein. Wir sehen uns beim Abendessen."

„Bis später, Mutter." Tigris lächelte ihr zu und ging.

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Nachdem er in seinem Zimmer eine leichte Mahlzeit zu sich genommen hatte, machte Tigris sich auf die Suche nach Draco. Er fand ihn zu seiner Überraschung im Ballsaal, am Klavier. Er wusste zwar, dass Draco Klavier spielte, aber er hatte ihn nie zuvor spielen gehört. Draco sah ihn nicht, also lehnte Tigris sich neben der Tür gegen die Wand und hörte ihm stillschweigend zu. Er kannte das Stück nicht, das Draco spielte, aber Tigris' laienhaften Meinung nach war er erstaunlich gut. Der Raum hatte eine großartige Akustik, was Tigris während der Feier bei den ganzen Hintergrundgeräuschen völlig entgangen war. Er nahm an, das war der Grund, warum Draco hier spielte, anstatt in seinem Raum. Als Draco das Stück beendet hatte, hielt er einen Moment inne und blätterte in seinem Notenheft, dann begann er mit einem anderen, das bedeutend schneller war. Tigris fand, die Art wie er spielte war ein wenig aggressiv, so als übertrage er seinen Ärger in die Noten. Bevor Draco das nächste Stück beginnen konnte, ging er zu ihm hinüber. Sein Bruder sah überrascht auf und klappte das Notenheft zu.

„Du bist wach.", stellte er fest.

Tigris nickte zögernd. „Du spielst gut.", sagte er dann ein wenig unsicher. Dracos Tonfall gab nicht preis, ob er ärgerlich auf ihn war, weil er sich von Sarin hatte beißen lassen, oder froh ihn zu sehen. „Was hast du gespielt? Ich habe es noch nicht gehört."

Draco lehnte sich ein wenig zurück. „Um die Wahrheit zu sagen, waren es beides Muggelkomponisten. Klaviermusik ist eines der wenigen Dinge, für die Muggel zu gebrauchen sind. Das erste Stück war von Mendelssohn Bartholdy und das zweite von Chopin."

„Ich kenne keinen von beiden.", gab Tigris zu. „Die Muggel mit denen ich gelebt habe waren nicht wirklich interessiert an klassischer Musik. Auch wenn sie hin und wieder ein Konzert besuchten, um gebildet zu erscheinen. Sie haben nur welche aufgelegt, wenn wichtiger Besuch da war, den sie beeindrucken wollten."

„Aufgelegt?", fragte Draco ein wenig verwirrt.

„Mit einem Apparat abgespielt."

Draco schnaubte verächtlich, als hätte er nichts anderes erwartet. „Vielleicht kennst du das.", sagte er dann, ein paar Noten anspielend. „Es ist ein ziemlich bekanntes Stück."

Tigris hörte ihm zu und nickte nach einer Weile zögernd. „Ich denke, ich habe es schon einmal gehört."

Draco lächelte ihm zu. „Es ist eine Variation des Türkischen Marsch, von Mozart." Er klappte das Klavier zu. „Es geht dir also besser?"

„Bist du wütend auf mich?", fragte Tigris unsicher.

Draco warf ihm einen überraschten Blick zu. „Auf dich? Wie kommst du denn darauf? Nein, natürlich nicht. Vater hätte dich von Anfang an nicht in die Nähe dieser Schlange lassen sollen. Aber Mutter hat mir erklärt, dass ihr gebunden habt, also vermute ich, es ist noch einmal gut gegangen."

„Ich erinnere mich daran, dass du versucht hast, mir zu helfen."

Draco wich seinem Blick aus. „Ich muss zugeben, ich weiß selbst nicht genau, was ich getan habe."

„Sarin meinte, du hast unsere Bindung gestört. Ich vermute, irgendwie hast du es geschafft, die Wirkung des Gifts aufzuheben. Ich musste dich jedoch stoppen, sie hätte dich angegriffen, wenn ich es nicht getan hätte."

Draco runzelte die Stirn. „Wirklich, ich weiß nicht, was ich getan habe. Ich werde Firenze danach fragen müssen." Dann musterte er Tigris fragend. „Sarin ist deine Schlange?"

„Ja." Tigris streckte den Arm aus und Sarin kroch aus seinem Kragen seinen Arm hinunter auf Draco zu. Sein Bruder wich ein wenig zurück.

„Wie interessant das auch ist, bitte halte nicht eine hochgiftige Schlange vor mein Gesicht. Das macht mich ein wenig unruhig."

Tigris zog seinen Arm zurück. „Sie wird dich nicht beißen."

Draco betrachtete Sarin wachsam. „Das behauptest du."

„Ich habe ihr verboten, dich zu beißen."

„Wie beruhigend."

Ich werde meinem Meister gehorchen, dummer Mensch.", zischte Sarin und Draco wich noch ein wenig weiter zurück.

„Ich traue ihr nicht."

Tigris seufzte. „Fein." „Geh in meinen Ärmel zurück, Sarin."

Dummer Mensch.", murmelte die Schlange verstimmt, aber gehorchte.

Draco entspannte sich ein wenig, als Sarin verschwunden war. „Dieses Parsel ist wirklich unheimlich, weißt du das?"

Tigris lachte. „Ich vermute, das ist der Grund, warum der Dunkle Lord so viel mit Nagini redet."

Nagini!", zischte Sarin plötzlich. „Ich hasse Nagini!"

Du kennst Nagini?", fragte Tigris geschockt.

Unwürdige, erbärmliche Kreatur. Ich hasse sie.", murmelte Sarin, aber sagte nichts weiter.

Da Draco ihn beunruhigt betrachtete, beschloss Tigris, dass Thema jetzt nicht weiter zu verfolgen, aber er nahm sich fest vor, sie später darauf anzusprechen.

„Severus glaubt übrigens, dass ich von einer unbekannten exotischen Schlange in unserem Garten gebissen wurde.", wechselte Tigris das Thema. „Es ist besser, wenn wir bei dieser Geschichte bleiben. Es muss nicht jeder wissen, dass ich eine Silberne Tigerotter habe."

„Vater hat wieder sein Gedächtnis manipuliert?", fragte Draco ärgerlich.

Tigris biss sich auf die Lippen. „Um die Wahrheit zu sagen, ich habe es getan. Es ist besser so. Außerdem denkt er, dass er mir das Leben gerettet hat, und damit schulde ich ihm etwas. Nicht dass es etwas ausmacht, ich schulde ihm mein Leben ohnehin."

Draco trommelte mit den Fingern auf den Klavierdeckel, aber nickte schließlich. „Wie wirst du sie erklären, wenn wir zurück zur Schule gehen? Du kannst sie wohl kaum hier lassen, und ihre Färbung ist ein wenig auffällig."

„Ich habe darüber nachgedacht.", sagte Tigris, und warf Draco einen gespielt finsteren Blick zu, als dieser spöttisch die Brauen hochzog. „Ich kann nachdenken, wenn ich will! Ich werde ihr das Aussehen einer harmlosen Schlange verleihen. Ich muss mir nur ein paar Bücher ansehen, um eine geeignete Art herauszusuchen."

„Dann hast du Glück, dass wir im sechsten Jahr sind und mehr Freiheit bei der Wahl unserer Haustiere haben."

„Ja, Merlin sei Dank." Tigris sah auf die Uhr. „Hast du Lust auf eine Partie Backgammon vor dem Abendessen?"

Draco nahm sein Notenheft und stand auf. „Sicher, warum nicht? Bei mir im Zimmer?"

Tigris nickte und sie gingen in Richtung Dracos Raum. Während sie liefen, fühlte er Dracos prüfenden Blick auf sich ruhen, doch sprach dem nicht viel Bedeutung zu. Schließlich war er eine Woche lang krank gewesen, da hatte sein Bruder das Recht, ein wenig besorgt zu sein.

Als sie in Dracos Zimmer angekommen waren, stieß Draco ihn unvorbereitet in einen der Sessel. Tigris sog scharf die Luft ein, als sein Rücken auf die Lehne auftraf. Dracos Augen verengten sich ärgerlich.

„Habe ich es doch geahnt! Was hat der... Was hat er mit dir gemacht?"

Tigris wich Dracos Blick aus. „Er hat mich bestraft, aber diesmal habe ich es verdient."

Draco ballte die Fäuste. „Wenn er versucht hat, dir weis zu machen, dass es deine Schuld ist, dass die Schlange dich gebissen hat, lass mich dir sagen..."

„Ich habe Sarin auf ihn gehetzt.", unterbrach Tigris ihn leise.

Draco schnappte schockiert nach Luft. „Du hast WAS?"

„Es ist ein wenig kompliziert.", sagte Tigris, ohne ihn anzusehen. „Ich war noch zum Teil unter dem Einfluss des Giftes, auch wenn mir das zu dem Zeitpunkt nicht bewusst war. Ich habe ihr nicht befohlen, ihn zu beißen, nur ihm Angst einzujagen, aber es war trotzdem falsch."

„Er kann dich nicht für etwas verantwortlich machen, auf das du keinen Einfluss hattest."

„Ich weiß nicht genau, wie viel Einfluss ich hatte. Ich kann nicht abstreiten, dass ein Teil von mir es wollte." Tigris fuhr sich seufzend durch die Haare. „Lass es fallen, Draco. Ich akzeptiere, dass ich es verdient habe. Es besteht kein Grund, darüber zu diskutieren."

„Das hast du noch nie zuvor gesagt.", meinte Draco. Tigris konnte sich des Gefühls nicht entwehren, dass er ein wenig enttäuscht klang.

Tigris zuckte mit den Schultern und verzog das Gesicht, als die Bewegung einen brennenden Schmerz über seinen Rücken schickte. „Es gibt für alles ein erstes Mal. Also, wo hast du dein Spielbrett?"

Draco betrachtete Tigris noch einen Moment lang nachdenklich, dann wandte er sich um, um das Brett zu holen.


Vielen Dank für eure Reviews an: Kylyen, Kissymouse, Lady-Claw, YanisTamiem, Momo-chan, pima, Revange, Lara-Lynx, Lara-Anime, ichbaer

Lara-Lynx: Ich habe eine ungefähre Idee, wie lang diese Geschichte noch wird, aber ich will mich nicht festlegen. Wie ich schon einmal geschrieben habe, hoffe ich, das letzte Kapitel fertig zu haben, bevor der sechste Band herauskommt.

Lara-Anime: Nein, sie war durch ihre Magie gegen das Feuer geschützt. Ron hat sie geerbt.

ichbaer: Ich interessiere mich ein wenig dafür und, simpel aber wahr, Google. (Ich liebe das Netz!)

A/N: Seit gestern findet man mich auch auf meiner homepage. Einige von euch haben mir geschrieben, dass sie Kapitel nicht über ffnet aufrufen konnten. In Zukunft könnt ihr alle meine Geschichten auch dort finden. Igonia hatte mir mal geschrieben, dass sie mir eine fanart gemalt hat (auch wenn ich zu dem Zeitpunkt nichts dazu gesagt habe, ich bin sehr geschmeichelt). Wenn du sie noch hast, mail sie mir, ich würde sie gerne mit ins Netz stellen. (Wenn es dir nichts ausmacht). Es gibt dort auch ein paar Bilder von mir zu finden, wer Lust darauf hat, kann sie sich ansehen. p.