Disclaimer:
Machtmissbrauch! Revolution! Wir brauchen eine Welt, in der alle frei ihre Meinung sagen können! Eine Welt, in der es jedem möglich ist, zu sagen: Harry Potter gehört JKR!
Ich hasse Eichhörnchen.
Schatten der Wahl
43. Vertraue mir
Einige Minuten lang war Tigris erstarrt vor Schock. Sein Bewusstsein weigerte sich zu begreifen, was er sah. Als jedoch die Sekunden verstrichen, wurde es unmöglich, es zu leugnen. Je länger er da lag, desto mehr wurde ihm sein Körper bewusst. Tigris konnte den kalten Steinboden unter sich fühlen. Während er sich noch in Gedanken panisch einredete, dass es unmöglich war, spürte er, wie sein Körper sich unwillkürlich zusammenrollte und wieder entwand. Die Bewegungen waren instinktgetrieben. Wie zu Beginn, als Tigris sich aufgerichtet hatte, musste er nicht bewusst darüber nachdenken, damit sein Körper ihm gehorchte. Er wäre davon begeistert gewesen, hätte die Situation ihn nicht völlig entsetzt. Schließlich ließ er sich zu Boden fallen. Wenn er ein Mensch gewesen wäre, wäre er in irres Gelächter verfallen. So zuckte sein Körper nur wie unter Krämpfen und gab eine Serie unartikulierter Zischlaute von sich. Er schien nicht aufhören zu können, bis er erschöpft war. Es war ironisch, wirklich. Er hatte es geschafft, sich in einen verdammten Basilisken zu verwandeln! Und da hatte er gedacht, er hätte den Boden seiner Dummheit bereits erreicht. Wenn er ein Mensch gewesen wäre, hätte er wahrscheinlich geweint, aber Schlangen weinten nicht.
Der Raum war kalt. Als Mensch hatte Tigris nicht wahrgenommen, wie kalt. Er hatte die Wärmezauber schon unbewusst gesprochen. Im Körper einer Schlange kroch die Kälte in seine Knochen wie eine Krankheit und machte ihn träge und müde. Tigris rollte sich in der Mitte der zerstörten Kammer zusammen und starrte vor sich hin.
Auch wenn sein Körper müde war, sein Denken funktionierte mit beeindruckender Klarheit. Tigris wusste nicht, ob es ein Nebeneffekt des Trankes war, oder ein Vorteil der Existenz als Basilisk, aber sein Verstand war klarer als in Monaten. Auf eine seltsame Weise ergaben viele Dinge plötzlich Sinn, über die er zuvor nicht einmal nachgedacht hatte. Nun, wenn er auf seine Handlungen seit Yule zurück sah, konnte er nicht begreifen, wie er so blind hatte sein können. Snape hatte immer gesagt, dass Gryffindors handelten ohne zu denken. Tigris hatte gedacht, er hätte diesen Teil seiner Persönlichkeit hinter sich gelassen. Doch in den letzten Monaten hatte er kaum etwas anderes getan. Es hatte damit begonnen, dass er sich von Sarin hatte beißen lassen.
Wirklich, wie idiotisch konnte man werden? Tigris war auf eine wütende, gefährliche Schlange getroffen, und hatte nicht einen Moment darüber nachgedacht, dass sie ihn in eine Falle locken würde. ‚Ich kann dir Macht geben...', in der Tat. Tigris schnaubte gedanklich. Wenn er ihr wirklich zugehört hätte, hätte er bemerkt, wie leer ihre Versprechungen waren. Es war nicht Sarins persönliche Schuld, Slytherin hatte seine Schlangen klug gezüchtet. Sie würden alles tun, um ihr Ziel zu erreichen. Alles, was sie gewollt hatte, war, dass Tigris sich von ihr beißen ließ. Das war der Sinn ihrer ganzen Existenz – einen Zauberer zu finden, den Slytherin als würdig erachtet hätte, und Slytherins Erinnerungen an ihn weiter zu geben. Tigris war fähig, den Imperiusfluch zu brechen, es hätte ihm leicht fallen sollen, ihren Zauber zu brechen. Er hatte es nicht einmal versucht. Stattdessen war er wie ein naiver kleiner Junge direkt in die Falle gelaufen. Vielleicht war er auch ein wenig lebensmüde gewesen, aber das spielte nun keine Rolle mehr. Was zählte war, dass er es geschafft hatte, sein Leben zu verwüsten wie niemals zuvor. Nicht nur, weil er nun ein verfluchter Basilisk war!
Nachdem der Biss der Schlange ihn beinahe umgebracht hatte, hätte man annehmen sollen, er würde beginnen, nachzudenken, aber nein! Es war zwar ein wenig merkwürdig, fremde Erinnerungen in seinem Kopf zu haben, aber sicher hatte das nicht viel zu bedeuten. Was für ein Idiot er war! Er hatte sogar gewusst, dass Slytherins Erinnerungen ihn beeinflussten! Seine Reaktion auf seinen Vater, als er aufwachte, war in Wink mit dem Zaunpfahl gewesen! Aber hatte er danach seine Handlungen mehr hinterfragt? Nein. Er hatte sich kopfüber in die nächste Katastrophe gestürzt. Slytherin war besessen von Ceridwens Trunk gewesen, seit er das erste Mal davon gelesen hatte. Merlin, der Mann hatte Jahre damit verbracht, die ausgestorbenen Brigitsottern nachzuzüchten! Tigris hatte alle Bestandteile des Trankes, also sollte er ihn auch brauen. Was für ein bescheuerter Grund war das? Tigris hatte nicht einmal genauer nachgeforscht, was der Trank bewirkte. Er hätte genauso gut eine von Nevilles abenteuerlichen Mischungen schlucken können.
Wenn Tigris nur einmal in all der Zeit innegehalten hätte, um nachzudenken... Wenn er nur ein einziges Mal seine Handlungen in Frage gestellt hätte... Aber das hatte er nicht. Er hatte mit genau dem kopflosen, idiotischen Verhalten weiter gemacht, das zu Sirius' Tod geführt hatte. Es schien ein bevorzugter Charakterzug von ihm zu sein.
Er konnte nur Merlin dafür danken, dass Slytherins Erinnerungen nicht vollständig waren. Slytherin hatte niemals beabsichtigt, nur Wissen weiter zu geben, Tigris begriff das nun. Er hatte nicht umsonst einen mächtigen Parselmund als geeignetes Ziel für seine Schlangen ausgesucht. Als er die Schlangen losgeschickt hatte, hatte der alte Magier gewusst, dass er sterben würde. Zu diesem Zeitpunkt war er weit von seinen Zielen entfernt gewesen. Slytherin mochte nicht nach körperlicher Unsterblichkeit gestrebt haben, wie der Dunkle Lord, aber er strebte nach Unsterblichkeit im Angesicht der Geschichte. Er träumte davon, in einem Atemzug mit Merlin genannt zu werden. Sein ruhmloser Abschied aus Hogwarts und seine späteren Reisen hatten ihn diesem Ziel wohl kaum näher gebracht. Indem er einen Teil seiner Persönlichkeit in seinen Schlangen hinterließ, hatte er versucht, sich einen Erben zu schaffen, der die Erinnerung an ihn wieder zum Leben erwecken würde. Jemanden, der die Zaubererwelt in seinem Namen reformierte. Auf eine Weise, wie, so war sich der arrogante Magier sicher gewesen, nur er selbst es konnte. Tigris schauderte in Widerwillen. Wäre nicht die Natur den Plänen Slytherins in den Weg getreten, wäre Tigris nur wenige Zeit nach Sarins Biss nur noch ein Instrument in Slytherins Namen gewesen. Auch so hatten sich noch genug von Slytherins Wesenszügen in seinem Unterbewusstsein eingenistet. Die blinde Besessenheit mit Ceridwens Trunk war nur das Offensichtlichste.
Wenn Tigris sich konzentrierte, sah er seine Gedanken wie eine Landschaft vor sich. Er konnte sehen, wie Erinnerungen sich gegenseitig beeinflussten und zu Handlungen führten. Er sah sein Unterbewusstsein vor sich, auch wenn nicht alles was darin lag klar für ihn wurde. Er konnte sehen, wie sich Erinnerungen verknüpften und vernetzten. Tigris vermutete, dass dies ein Effekt von Ceridwens Trunk war, und für diesen Effekt war er wahrhaft dankbar. Nicht alles, was er in seinem Geist sah war erfreulich, aber zumindest wusste er nun, woran er war.
Trauriger Weise war es nicht völlig überraschend, dass Salazars Erinnerungen ihn so unbemerkt beeinflusst hatten. Tigris wurde klar, dass etliche seiner eigenen Erinnerungen ihn auf ähnliche Weise beeinflussten. Sie waren tief in seinem Unterbewusstsein vergraben, so dass er die meiste Zeit nicht über sie nachdachte. Dennoch beeinflussten sie seine anderen Gedanken. Tigris war in Versuchung, sie an die Oberfläche zu zerren. Es war ein wenig beunruhigend, dass Dinge ihn beeinflussten, ohne dass er sich dessen bewusst war. Die Warnungen seiner Mutter allerdings hielten ihn davon ab. Das Unterbewusstsein war eine gefährliche Sache. Es gab sicher gute Gründe dafür, warum er manche Erinnerungen so weit aus seiner Wahrnehmung verdrängt hatte. Es war ein Schutzreflex. Dagegen anzugehen konnte ihn um den Verstand bringen. Er würde in Zukunft gut über wichtige Entscheidungen nachdenken, um zu vermeiden, dass sie nur auf diesen Erinnerungen beruhten, aber es war besser, die Struktur seines Geistes so zu lassen, wie sie war.
Wenn Tigris seine Erinnerungen betrachtete, sagte ihm ein Instinkt, wie vertraut sie waren. Tigris merkte, während er darüber nachdachte, dass er unwillkürlich einige Eigenschaften einer Schlange angenommen hatte. Wenn er die Erinnerungen betrachtete, entschied er sich ohne bewusst darüber nachzudenken, dass sie vertraut oder fremdartig waren, so wie eine Schlange sich nach Geruch orientierte. Es war ein untrügliches Wissen, das er nicht in Frage stellte.
Tigris sortierte die Erinnerungen aus, die ihm das Gefühl von Fremdheit vermittelten, und schob sie in eine symbolische Schublade in seinem Geist. Einige Erinnerungen hatten sich bereits untrennbar mit seinen eigenen verwoben, diese ließ er, wo sie waren. Es waren nicht nur Salazars Erinnerungen. Einige Erinnerungen hatten einen dunklen, noch fremdartigeren Geruch an sich. Tigris erkannte sie schnell als die Erinnerungen an seine Visionen, die Zeiten, zu denen er im Geist des Dunklen Lords gewesen war. Die meisten von ihnen waren tief in seinem Unterbewusstsein vergraben. Tigris wusste, dass es besser so war, und ließ sie dort. Er durchtrennte nur ihren Einfluss auf den Rest seines Geistes. Allein der Gedanke, dass Gedankengänge des Dunklen Lords ihn beeinflussten, machte ihn krank.
Je mehr Tigris sich auf diese Aufgabe konzentrierte, desto deutlicher nahm er sein Bewusstsein wahr. Jede Erinnerung erweckte ein unmissverständliches Gefühl in ihm. Es war, als würde er sich in einem chaotischen Raum befinden. Nach einer Weile erkannte er ein Prinzip der Ordnung und orientierte sich daran. Tigris wurde klar, dass seine Verbesserung in Tränken etwas mit Salazar zu tun hatte. Auch das war nicht sehr überraschend. Dieser Teil seiner Persönlichkeit war bereits so mit Salazars Gefühlen verwoben, dass es nicht mehr rückgängig zu machen war. Es störte ihn nicht sehr.
Es gab einige andere Dinge, die Tigris nicht sehr wichtig erschienen.
Was ihn schockierte, war die Verbindung von einigen anderen Teilen seines Unterbewusstseins mit Salazars Erinnerungen an Godric. Als Tigris sich mehr darauf konzentrierte wurde ihm klar, dass es nicht so sehr die Erinnerungen waren, sondern mehr die Gefühle. Die Verbindung war leicht entstanden, da seine eigenen Gefühle denen Salazars ähnlich waren. Es waren Gefühle, die er als Schlange nicht ganz nachvollziehen konnte, aber sie hatten mit seinem Vater zu tun. Da war Loyalität... sie war auch zuvor da gewesen, doch nun hatte sie sich irgendwie verändert. Starke Abneigung, Hass vermutlich, auch dieses Gefühl hatte sich verändert. Sein Verhältnis zu seinem Vater, Pflichtgefühl, sein Verständnis von richtig und falsch... Tigris verstand es nicht ganz. Was ihn aufregte, war, dass er es nicht rückgängig machen konnte. Er hatte aus diesen Gefühlen heraus gehandelt und sein Bewusstsein hatte sie als richtig anerkannt. Sie hatten sich wie ein Spinnennetz mit anderen Erinnerungen und Gefühlen verknüpft, als hätte sein Geist nur darauf gewartet, sie in sich zu verankern. Wenn Tigris sie von dem Rest seines Geistes trennte, würde er höchstwahrscheinlich seiner Persönlichkeit immensen Schaden zufügen. Es war vermutlich besser, es zu lassen, wie es war. Selbst wenn sie ihn verändert hatten wie keine andere Erinnerung. Er kochte eine Weile still vor sich hin, dann konzentrierte er sich auf den Rest seines Geistes.
Tigris erinnerte sich daran, dass er die Menschen in der Burg gespürt hatte, bevor er sich in einen Basilisken verwandelt hatte. Die Erinnerung an das ohrenbetäubende Gewirr unterschiedlicher Stimmen ließ ihn noch immer schaudern. Er war froh, dass er nicht ständig diese Art von Bewusstsein für seine Umgebung besaß, und er hoffte, es war eine einmalige Erfahrung. Nun, wenn er seinen Geist ausstreckte, war um ihn herum Stille. Er war möglicherweise in der Lage, die Gedanken von Personen wahrzunehmen, die sich in seiner Nähe befanden, aber die Kammer befand sich tief unter der Schule.
Es überraschte Tigris allerdings, als er spürte, dass es eine Ausnahme gab. Aus seinem Geist heraus erstreckten sich zwei Verbindungen, wie Ranken, die weit weg führten. Tigris konnte sie nur wahrnehmen, wenn er sich mit all seiner Kraft darauf konzentrierte. Eine von ihnen wirkte abgestorben, wie ein verfallener Pfad. Tigris vermutete sofort, dass es seine Verbindung mit dem Dunklen Lord war, die seine Eltern durchtrennt hatten. Er nahm an, er konnte sie erneuern, wenn er sich anstrengte, aber er sah keinen Sinn darin.
Es war die andere Ranke, die Tigris wirklich interessierte. Sie war dünner, aber noch aktiv. Tigris folgte dem Pfad mit seinem Bewusstsein, neugierig zu erfahren, wohin er führte. Als er an seinem Ende angelangt war, fühlte er Dunkelheit. Irgendwo waren die Gedanken eines anderen, aber sie waren dumpf. Sie fühlten sich vertraut und gleichzeitig fremd an. Tigris wusste mit untrüglicher Sicherheit, dass diese Verbindung schon immer da gewesen war. Er war sich ihrer nur nicht bewusst gewesen. Nach ein paar Augenblicken der Verwirrung erkannte er, mit wem er verbunden war. Draco. Es erklärte, warum Draco immer wusste, wo er war, und umgekehrt. Es erklärte, warum Tigris gewusst hatte, dass sein Bruder sich in Gefahr befand. Es erklärte, warum sein Bruder immer zu wissen schien, was er fühlte. Selbst als sie noch Feinde waren, hatte Draco eine ungewöhnliche Begabung dafür besessen, Tigris einzuschätzen. Er hatte es benutzt, um Tigris wütend zu machen, aber es war nicht zu leugnen, dass es da gewesen war. Wahrscheinlich hatten die Weasley Zwillinge eine ähnliche Verbindung. Das würde erklären, warum es ihnen so leicht fiel, gegenseitig ihre Sätze zu beenden.
Tigris zog sich zurück und dachte über dieses neu erworbene Wissen nach. Er hatte eine Verbindung zu Dracos Geist. Wenn Dracos Koma wirklich nur psychologisch war, wie Pomfrey es behauptete, würde ihm das eine Möglichkeit geben, seinem Bruder zu helfen. Er konnte ihn mit seinen Gedanken erreichen, auch trotzdem er ein Basilisk war.
Es hätte ihn glücklich machen sollen, aber das tat es nicht. Tigris freute sich über die Chance, seinem Bruder zu helfen, ja. Aber ein Teil von ihm war ausschließlich selbstsüchtig. Er wollte da sein, wenn sein Bruder aufwachte. Er wollte sehen, wie es ihm besser ging und mit ihm zusammen Rache planen. Was würde Draco sagen, wenn er aufwachte, und sein Bruder verschwunden war? Was würden seine Eltern sagen? Sicher, Tigris konnte ihm möglicherweise eine gedankliche Nachricht zukommen lassen, wenn er sich anstrengte, aber was wäre der Sinn? Nur ein Parselmund konnte die Tür zu dieser Kammer öffnen. Außerdem, wie sollte Tigris erklären, dass er ein Basilisk war? Er war eine dunkle Kreatur. Wenn Dumbledore und seine Leute von seiner Existenz erfuhren, würden sie möglicherweise versuchen, ihn umzubringen. Tigris hatte schließlich nicht den geringsten Beweis, dass er ein Mensch war. Wer würde Draco glauben, wenn er behauptete, dass er Tigris in seinen Gedanken hörte? Die ganze Geschichte war einfach zu unglaubwürdig.
So sehr Tigris Draco auch helfen wollte, er musste zuerst einen Weg finden, wieder menschlich zu werden.
Tigris zog sich aus der Welt seiner Erinnerungen zurück und konzentrierte sich auf die gegenwärtige Situation. Es war ziemlich offensichtlich, dass der Trank tatsächlich seine magischen Fähigkeiten gesteigert hatte. Zu seinem Unglück war er nicht bereit dafür gewesen, diese Kräfte zu kontrollieren. Möglicherweise würde er es nie sein. Es überraschte ihn, dass die Explosion magischer Energie ihn nicht getötet hatte. Eine Explosion dieser Stärke hätte das tun sollen. Tigris vermutete, ein Teil von ihm hatte realisiert, das sein menschlicher Körper nicht mit der Magie umgehen konnte. Anstatt ihn zu töten, hatte die Magie ihn auf unbekannte Weise in etwas verwandelt, was besser geeignet war, mit ihr umzugehen. Wenn Tigris sich sehr konzentrierte, konnte er die Magie noch immer spüren, aber sie war ruhig, dormant. Als ein Basilisk erschienen Tigris die meisten Dinge klar und simpel, ohne Zwischentöne. Er vermutete, dass er in diesem Körper unfähig war, einige menschliche Konzepte zu verstehen, aber da er in diesem Moment kein Mensch war, kümmerte ihn das nicht. Er musste herausfinden, was er konnte und was nicht.
Tigris züngelte und testete so die Luft um sich herum. Er konnte die alten Steine schmecken und die Magie, die mit ihnen verwoben war. Nach einiger Suche erkannte er etwas Warmes unter den Steinen zu den Füßen der Statue. Tigris kroch hinüber und schob die Steine zur Seite. Eine kleine, grün-silberne Schlange kroch aus dem Loch darunter hervor.
„Königsschlange.", zischte sie, zu ihm aufsehend. „Friss mich bitte nicht."
„Ich werde dich nicht fressen.", entgegnete Tigris amüsiert. „Du bist meine Vertraute."
„Meister?", fragte sie erstaunt.
Tigris lachte, was sich als Zischen äußerte. „Ja."
„Ihr seid kein Mensch mehr."
„Vielen Dank dafür, das Offensichtliche festzustellen, Sarin."
„Wollt Ihr Euch nicht zurück verwandeln?"
„Ich weiß nicht wie.", sagte Tigris ein wenig ärgerlich.
„Verzeiht mir, Meister. Kann ich Euch helfen?"
„Ich weiß nicht. Weißt du, was passiert ist?"
„Da war ein helles Licht. Mächtiges, magisches Licht. Es schleuderte mich durch die Luft. Ich verwandelte mich in mein wahres Äußeres zurück. Eine Menge Steine fielen auf mich herunter. Ich versteckte mich in einem Loch im Boden. Die Steine versperrten mir den Ausgang. Mehr weiß ich nicht."
Tigris seufzte. Sarin war keine große Hilfe.
„Ich bin froh, dass es dir gut geht, Sarin. Aber nun muss ich nachdenken."
Er rollte sich erneut zusammen. Tigris konnte spüren, dass ein Teil seines alten Selbst noch immer vorhanden war. Es war nur tief in seinem Inneren vergraben. Tigris versuchte, sich darauf zu konzentrieren, wieder menschlich zu werden. Lange Zeit geschah nichts, aber schließlich begann er, eine Veränderung zu spüren. Er wurde kleiner und wärmer. Gleichzeitig allerdings erwachte die schlafende Magie in ihm wieder zum Leben. Tigris konnte fühlen, wie sich der wütende Feuerball erneut formte, gierig darauf, erneut außer Kontrolle zu geraten. Mit einem Gefühl der Panik brach er seinen Versuch ab und lag still, bis er sich wieder vollständig im ruhigen, kontrollierten Körper der Schlange befand. Offensichtlich war er nicht bereit dafür, sich zurückzuverwandeln. Es war jedoch beruhigend zu wissen, dass er es konnte.
Er musste einen Weg finden, die Magie zu kontrollieren. Es war ironisch. Er hatte versucht, mächtiger zu werden und hatte sich dabei in die Situation eines Kindes versetzt. Mit dem Unterschied, dass die magischen Ausbrüche von Kindern üblicherweise keine Mauern zum Einstürzen brachten.
Tigris versuchte, sich auf seine Magie zu konzentrieren. Er stellte sich vor, sie wäre ein Ball, der nun kalt und ruhig war. Er stellte sich vor, wie er ihn mit einem Teil seines Basiliskbewusstseins einhüllte, während er den Rest seines Körpers wieder menschlich werden ließ. Nach einer Weile spürte er, wie er kleiner und wärmer wurde.
Als Tigris sich schließlich schwer atmend in seinem menschlichen Körper wieder fand, stieß er einen triumphierenden Schrei aus. Der Triumph wich allerdings schnell Ernüchterung. Er konnte auf diese Weise nicht zaubern, und er konnte spüren, wie seine Kontrolle ihm wieder entglitt. Es würde ausreichen, um ihn für eine kurze Weile Mensch werden zu lassen, aber es war keine Lösung. Resigniert wartete er ab, bis die provisorische Eindämmung brach und er sich erneut in einen Basilisk zurückverwandelte. Es musste eine Alternative geben.
Als Tigris nach einer Lösung suchte, fielen ihm die Artefakte ein, die er in der oberen Kammer gefunden hatte. Als er sie in Gedanken durchging, erinnerte er sich tatsächlich an eines, was ihm helfen konnte.
In der heutigen Zeit waren die meisten Zauberer auf ihren Zauberstab angewiesen, um zu Zaubern. Vor viertausend Jahren, als die Pharaonen in Ägypten herrschten, war Handzauberei noch sehr viel häufiger gewesen. Wenn man heute einen Zauberer seiner Magie berauben wollte, brach man einfach seinen Zauberstab. Zur damaligen Zeit mussten sich die Zauberer etwas Komplizierteres einfallen lassen.
Als Tigris die Artefakte durchgegangen war, war ihm auch ein Paar lederner Armschienen aufgefallen. Sie hatten ihn fasziniert, da sie mit einem komplexen Muster altertümlicher Runen beschrieben waren. Sie umschlossen die Unterarme vom Handgelenk aufwärts etwa anderthalb Handbreit und waren mit einer Kette verbunden. In das Leder waren Scarabäusflügel und andere magische Substanzen eingebettet. Es war mit verschiedenen Tränken getränkt worden, die Tigris noch nicht alle gefunden hatte. Die Armschienen schlossen sich magisch um die Arme des Trägers und unterdrückten seine Magie. Slytherin musste sie den ägyptischen Originalen nachempfunden haben, da die Runen keltischen Ursprungs waren.
Tigris würde sie natürlich modifizieren müssen, damit sie ihm nutzten. Er hatte nicht vor, zu einem Squib zu werden. Zu seinem Glück hatte er sich genug mit den Armschienen beschäftigt, um das Prinzip zu verstehen, nach dem sie funktionierten. Die Runen auf ihnen bestimmten die Stärke der Dämpfung. Sie konnten zum Beispiel verändert werden, so dass sie einen Zauberer nicht nur magisch, sondern auch körperlich schwächten. Man konnte sie benutzen, um ein Passwort zu setzen, das sie öffnete. Tigris' Plan war es, die Stärke der Runen so zu verändern, dass er noch immer zaubern konnte, wenn er die Armschienen trug. Es war nicht vorgesehen, dass die Runen auf ein Passwort des Trägers reagierten, aber auch das würde sich sicher ändern lassen. Dann würde er natürlich die Kette loswerden, die sie verband. Das Problem bei diesem Plan war, dass Tigris zuerst menschlich sein musste, um die Runen zu verändern. Nicht nur das, er musste auch Magie benutzen. Es sollte nicht länger als ein paar Minuten brauchen, aber so lange musste er seine Magie kontrollieren. Tigris hatte zunächst vorgehabt, die Armschienen selbst aus der oberen Kammer zu holen, aber dann hatte er eine bessere Idee. Die Statue hochzuklettern und sie zu holen dauerte zu lange. Er wollte nicht riskieren, dass er in der anderen Kammer die Kontrolle über seine Magie verlor.
„Sarin!"
Seine Schlange kam eifrig zu ihm hinüber gekrochen. „Ja, Meister?"
„Ich möchte, dass du etwas für mich holst." Tigris konzentrierte sich, und schickte ein Bild von dem was er wollte in den Geist der Schlange. „Konntest du das sehen?"
„Ja. In der seltsam riechenden Kammer, auf der linken Seite, oben im Regal."
„Sehr gut. Denkst du, du kannst es hierher bringen?"
„Das kann ich."
„Dann geh."
Sarin schlängelte sich die Statue hinauf und verschwand in ihrem Mund. Tigris sah ihr zufrieden nach. Dann konzentrierte er sich und verwandelte sich wieder in einen Menschen.
Es brauchte einige Versuche, aber schließlich gelang es ihm, ein wenig seiner Magie für einige Minuten in menschlicher Form zur Verfügung zu haben. Es gab Tigris die Hoffnung, dass er eines Tages fähig sein würde, all seine Magie zu benutzen. Ihm war jedoch klar, dass dieser Tag noch weit in der Zukunft lag. Tigris hatte sich wieder in einen Basilisk verwandelt und ruhte sich aus, als Sarin erfolgreich zurückkehrte. Sie hatte die Kette, die die Armschienen verband, im Maul, und zog das Artefakt so hinter sich her.
„Sehr gut", gratulierte Tigris, als sie unten angekommen war. „Ich bin stolz auf dich."
Sarin ließ das Artefakt los und rollte sich zusammen, offensichtlich erschöpft.
Tigris betrachtete das Artefakt in Basiliskform, bis er genau wusste, was er tun musste. Danach verwandelte er sich und veränderte die Runen mit einigen alten Zaubersprüchen. Als Passwort wählte er „Pandora" in Parsel. Es erschien ihm passend. Die daraus entstehende Rune konnte mit Sicherheit niemand außer einem Parselmund lesen. Als Tigris fertig war, schaffte er es gerade noch, sich in einen Basilisk zurück zu verwandeln. Er kam zu dem Schluss, dass es einfacher war, Draco in Basiliskform zu helfen und sich anschließend zu verwandeln. Es war ohnehin zweifelhaft, ob er dem gedanklichen Pfad in seiner normalen Form folgen konnte. Tigris hatte die Stärke der Armschienen nicht sehr abgeschwächt, da er nicht wusste, wie stark sie sein mussten, um seine Magie zu unterdrücken. Er würde kein Squib sein, wenn er sie trug, aber er würde wahrscheinlich schwächer sein als zuvor. Es würde Zeit brauchen, sie richtig einzustellen.
Tigris ließ sich einige Zeit, um seine Kräfte zu sammeln, dann folgte er dem Pfad ein weiteres Mal.
Dracos Geist war noch immer dunkel, aber Tigris spürte seinen Bruder in der Dunkelheit. Als er sich ihm näherte, spürte er Furcht, und die Dunkelheit nahm zu. Tigris hielt inne und versuchte, Ruhe und Sicherheit auszustrahlen. Er war sich nicht ganz klar, was passierte, aber plötzlich war er in ihrem Raum in Slytherin. Auf Dracos Bett saß ein kleiner blonder Junge. Er konnte nicht älter sein als sechs. Er hatte die Arme um sich geschlungen und musterte Tigris intensiv.
Tigris wusste, dass dies nicht real war. Es war etwas, das Dracos und sein Bewusstsein irgendwie geschaffen hatten.
„Draco?", fragte er unsicher.
„Du bist Tigris.", stellte der kleine Junge fest. „Warum bist du hier? Du solltest nicht hier sein."
Tigris ging in die Knie, so dass er mit dem Jungen auf Augenhöhe war. „Ich bin hier, weil du aufwachen musst, Draco."
Der kleine Junge verschränkte die Arme. „Ich will nicht. Ich mag es hier."
„Du kannst aber nicht für immer hier bleiben."
Der kleine Junge verzog trotzig das Gesicht. „Kann ich wohl."
Tigris betrachtete den Jungen unsicher. „Willst du denn nicht wieder in dein Leben zurück? Wir alle warten darauf, dass du aufwachst. Mutter, Vater, Blaise, ich..."
„Nein!", sagte der kleine Junge, und wandte den Kopf ab.
Tigris rückte etwas näher zu dem Bett und der Junge wich vor ihm zurück.
„Warum nicht?", fragte er. „Vermisst du nicht dein Leben?"
Der kleine Junge zappelte nervös hin und her und murmelte etwas Unverständliches.
„Was hast du gesagt?", fragte Tigris verwirrt.
Der kleine Junge senkte den Kopf und biss sich auf die Lippen. „Sie tun mir weh wenn ich hier weg gehe."
Eine Welle von Ärger durchströmte Tigris. Die Gryffindors würden es noch bereuen, was sie getan hatten. „Sie werden dir nicht mehr weh tun.", sagte er sanft. „Wir haben dich gefunden. Du bist in der Krankenstation. Sie können nicht in deine Nähe."
„Ich glaube dir nicht.", entgegnete der Junge stur. „Sie sind immer da." Er zeigte vage auf die Tür die aus dem Raum führte.
„Bist du nicht wütend auf sie?", versuchte Tigris es anders. „Wenn du nicht aufwachst, kannst du es ihnen niemals heimzahlen. Wenn ich du wäre, wäre ich ziemlich wütend."
Der Junge betrachtete Tigris mit einem eigenartigen Gesichtsausdruck.
„Vater sagt, Malfoys verlieren niemals die Beherrschung."
Tigris lachte unwillkürlich. „Und was ist mit ihm selbst?"
Der kleine Junge schlang wieder die Arme um sich. „Das ist etwas anderes."
„Warum?", fragte Tigris, unwillkürlich ärgerlich.
Der Junge betrachtete ihn unsicher. „Ich weiß nicht. Es ist einfach so."
Tigris seufzte. „Willst du denn nicht wieder groß sein?"
Der Junge presste die Lippen zusammen. „Sie können mir nicht wehtun, weil ich klein bin.", sagte er plötzlich.
Tigris sah ihn verwirrt an. „Wieso?"
Der Junge verschränkte die Arme. „Vater sagt immer, wenn ich größer wäre, würde er mir wehtun. Wenn ich niemals groß werde, kann mir nie jemand wehtun. Ich will niemals groß werden."
Tigris betrachtete ihn erstaunt. „Er will dir wehtun, wenn du größer bist? Aber warum?"
Der Junge wich seinem Blick aus und zog an der Decke. „Weil ich ein schlechter Junge bin. Ich kann mich nicht benehmen. Ich habe Wutanfälle und er muss mich festbinden."
„Festbinden?", fragte Tigris ungläubig.
„Ja, damit ich lerne mich zu benehmen, weil ich mich nicht beherrschen kann. Wenn ich nicht lerne mich zu benehmen, werde ich nie ein richtiger Malfoy sein und muss auf der Straße leben mit den Muggeln und den Ratten."
Tigris atmete einmal tief durch, um all die giftigen Worte herunter zu schlucken, die ihm auf der Zunge lagen.
„Hör mir zu, Draco, du musst keine Angst haben. Wenn du groß bist, kannst du dich wehren. Außerdem bin ich da, und ich helfe dir. Ich werde nicht zulassen, dass dir jemand weh tut."
Der Junge betrachtete ihn unsicher. „Wirklich?"
Tigris nahm seine Hand. „Ja."
„Du wirst weggehen.", sagte der Junge misstrauisch.
Tigris schüttelte den Kopf. „Nein, Draco. Ich werde immer hier sein. Ich lasse dich nie wieder alleine."
Der Junge betrachtete ihn nachdenklich. „Sie werden mir doch wehtun."
„Vertrau mir, das werden sie nicht." Tigris stand auf und streckte seine Hand aus. „Komm! Ich komme mit."
Der Junge betrachtete ihn eine Weile prüfend, dann griff er seine Hand und umklammerte sie fest. „Okay. Aber nur, wenn du mitkommst."
Tigris lächelte ihm aufmunternd zu. „Geh voran, ich komme mit dir. Ich bin direkt hier neben dir."
Der Junge atmete tief durch und nickte dann. Mit einigen entschlossenen Schritten ging er zu der Tür und öffnete sie. Dunkelheit schlug ihnen entgegen. Der Junge bestarrte sie furchtsam und zitterte.
„Ich bin hier.", versicherte Tigris.
Draco umklammerte seine Hand fester und machte einen Schritt vorwärts, in die Dunkelheit hinein.
Sobald sie den Bereich jenseits Tür betreten hatten, wurde es heller. Nicht nur das, als sie weiter gingen, begann der Junge neben Tigris zu wachsen. Mit jedem Schritt wurde er älter und älter, bis schließlich der sechzehnjährige Draco neben ihm stand. Er sah nach oben und runzelte die Stirn.
Plötzlich hörten sie eine schwache weibliche Stimme. „Das dritte Integral des zweiten Satzes von Marbellos führt zu dem Ergebnis, dass im dritten Planquadrat von Berkana Mannaz Languz gleichgesetzt werden kann. Daraus ist zu schließen, dass..."
„Was bei Mordraud ist das?", murmelte Draco.
„Ich denke, es sind Eindrücke deines Bewusstseins.", erwiderte Tigris. „Du bist nicht mehr weit davon entfernt, aufzuwachen."
„Ich kenne diese Stimme..." Draco sah ihn an. „Begleitest du mich?"
Tigris lächelte ihm zu. „Ich sagte dir doch, ich verlasse dich nicht."
Draco atmete tief durch. „Also gut."
Die Stimme wurde langsam klarer, und plötzlich kam Tigris ihm vor, als würden sie sich mit rasender Geschwindigkeit nach oben bewegen. Es fiel ihm schwerer und schwerer, Dracos Hand festzuhalten. Es war, als würden sie in einem Wirbelwind mitgerissen. Schließlich traf ihn ein Stoß und er verlor seinen Halt.
„Draco!", schrie er besorgt.
Tigris hörte leiser werdend den antwortenden Schrei seines Bruders, dann war er schlagartig in seinem Körper zurück. Er versuchte, Draco erneut zu erreichen, aber hatte keinen Erfolg. Der Weg schien versiegelt zu sein.
Tigris wartete, bis sich sein rasender Herzschlag beruhigt hatte, dann machte er sich daran, sich in einen Menschen zurück zu verwandeln. Er musste wissen, was mit Draco geschehen war! Da er so aufgeregt war, wurde er beim ersten Mal sofort in den Körper des Basilisken zurückgerissen. Ärgerlich wartete er, bis er etwas ruhiger war, und versuchte es erneut.
Dieses Mal blieb Tigris lange genug Mensch, um die Armschienen um seine Unterarme zu schließen. Der Effekt war augenblicklich. Es war, als hätte er die ganze Zeit wie elektrisch aufgeladen geprickelt, und dieses Gefühl war plötzlich verschwunden. Er fühlte sich ruhiger, aber auch etwas leerer.
Tigris zog mit einem zynischen Lächeln an der Kette, die die Schienen verband, dann griff er nach seinem Stab, um sie zu trennen. Sein erster Versuch war erfolglos. Es war das erste Mal, dass ihm klar wurde, wie leicht ihm solche einfachen Zauber inzwischen fielen. Er konzentrierte sich kaum noch auf sie. Diesmal jedoch war es anders. Er musste sich wirklich anstrengen, bis schließlich ein Klicken ertönte, und die Kette sich von den Armschienen löste. Als das geschehen war, atmete Tigris erleichtert auf. Anschließend verbarg er die Armschienen mit einem Tarnzauber – auch dieser kostete ihn deutlich mehr Konzentration als gewöhnlich – und zog die Ärmel seiner Robe über sie.
Als Tigris' Blick auf Sarin fiel, traf er auf ein weiteres Problem. Er konzentrierte sich mit all seiner Kraft darauf, sie in eine Kornnatter zu verwandeln, dennoch schien es einen Moment, als würde es ihm nicht gelingen. Als er schließlich Erfolg gehabt hatte, war er erschöpft. Tigris wartete, bis sie auf seinen Arm gekrochen war, dann machte er sich ohne einen Blick zurück auf den Weg nach oben.
o
Hermione war gerade in einem Abschnitt über die Bedeutung von Zahlen in der Zeit, als Malfoys Augen plötzlich aufschnappten. Sie hätte beinahe ihr Buch fallengelassen.
„Tigris!", keuchte er, sich ruckartig aufsetzend. Er atmete heftig, als wäre er gerannt.
Einen Moment war Hermione erstarrt, dann sprang sie auf. „Madame Pomfrey!"
Malfoy blinzelte irritiert. Offensichtlich war er desorientiert. Hermione legte vorsichtig ihre Hand auf seinen Arm.
„Du bist in der Krankenstation, Draco. In Hogwarts. Madame Pomfrey wird gleich da sein."
Malfoy runzelte die Stirn, dann drehte er langsam den Kopf zu ihr herum und starrte sie an. „Granger? Was tust du hier? Und seit wann sprechen wir uns mit Vornamen an?"
Hermione errötete unwillkürlich. „Nun, eigentlich tun wir das nicht..."
Malfoys Lippen verzogen sich verächtlich. „Das dachte ich mir."
Hermiones Augen verengten sich ein wenig. „Offensichtlich geht es dir besser. Ich werde gehen." Sie suchte ihre Sachen zusammen.
Malfoy sah ihr zu. Plötzlich griff er nach ihrem Arm und hielt sie fest. „Warte... Warum bist du hier? Was ist passiert?"
Hermione atmete tief durch und betrachtete ihn besorgt. „Woran erinnerst du dich?"
Vielen Dank für eure Reviews an: Minnilein, Sarah N. Malfoy, betzi, Muinthel, pandoradoggis, Avallyn Black, ichbaer, Lyonessheart, YanisTamiem, Turquenione, Feles Argentea, Die Happy, Plasmagun, LaraAnime, eiskugel, Esta, Crissy88, Katan-Kun, City-Sweeper, Tora-Kokoro, Lara-Lynx, Sweetmaike
Ich merke schon, ihr mögt Cliffhanger... Wow, mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen.
betzi, Lara-Lynx: Interessante Idee, aber nein, das war ein echter Basilisk.
Muinthel: Nicht ganz, aber... Nein, ich verrate nichts...
Lyonessheart: Oh, Gummibärchen. Ich liebe Gummibärchen. Nein, da hast du nichts überlesen. Eine aus drei ist richtig. Das schwierige beim Lateinischen ist, dass es oft eine Menge wörtlicher Übersetzungen gibt. So kann omnis zum Beispiel sowohl ‚jeder', ‚vollständig' als auch ‚nichts als' heißen und ebenso Nomen wie Genetiv sein. Es gibt nur eine sinngemäß richtige Übersetzung, und auch die macht am meisten Sinn, wenn man weiß, von wem das Zitat stammt...
Feles Argentea: Das mit der Hexenwoche ist eine echt gute Idee, auf die ich aber leider nicht gekommen bin.
Die Happy: Nicht jeder, der den Trank trinkt, verwandelt sich in einen Basilisk. Man kann darauf kommen, was genau der Trank bewirkt, wenn man die Beschreibung richtig liest... Was Tigris nun mal nicht getan hat. Dafür hatte er eine Menge Glück...
Plasmagun: Eine fanart! Immer her damit! Wenn du meine Reviewantworten zu den vorigen Kapiteln gelesen hast, weißt du wahrscheinlich, dass ich sie auf meiner Homepage veröffentlichen werde.
Katan-Kun: Ich antworte dir hier, weil ich ehrlich nicht sagen kann, wann ich Wolfsrudel weiter schreibe. Meine Muse für diese Geschichte hat mich zurzeit verlassen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich diese Geschichte selbst nie sehr mochte. Es hat mich wirklich überrascht, dass es so viele Leute gab, die sie mochten, deswegen versuche ich auch, sie weiter zu schreiben, aber um ehrlich zu sein, ich habe noch nicht die geringste Idee, wie es weitergehen soll. Ich hatte am Anfang eine Idee, aber sie hätte Desiree viel zu Mary-Sueish für meinen Geschmack gemacht, deswegen bin ich noch immer auf der Suche nach einer Erleuchtung...
CitySweeper: Das ist der einzige Spruch, den ich tatsächlich übersetzt habe (für Igonia/ Feles Argentea). Charybdim ist übersetzt Charybdis (Akk). Charybdis und Skylla sind Meeresungeheuer (bzw. ein Strudel und ein Monster) aus der griechischen Mythologie.
Tora- Kokoro: Nein, das war nur Tigris Magie, die außer Kontrolle geriet.
Falls Tigris die Begabung zum Animagus gehabt hat, hat er sie jetzt verloren, mehr sage ich nicht zu dieser Vermutung.
