Disclaimer:

Du bist ja schon wieder da! Husch, husch!

Lyonessheart hat mich zurückgeschickt. Hast du Kokosnüsse?

Nein!

/rauft sich die Haare/

Okay, ich geh dann mal... Harry Potter gehört übrigens JKR.

Aarrghh!

/streckt mit einem Glitzern in den Augen die Hände nach Eichhörnchen aus/

/rennt so schnell es kann/


Schatten der Wahl

48. Der Katze Tod

Das Ende des Schuljahres kam schneller, als Tigris gedacht hatte. Die Abschlussarbeiten verliefen alle sehr zu seiner Zufriedenheit und er war zuversichtlich, dass er in fast allen die Bestnote erreicht hatte. Zaubertränke war noch immer sein Schwachpunkt, aber auch darin hatte er zumindest besser abgeschnitten als jemals zuvor. Es war wenige Tage vor ihrer Abreise und die durchsichtige Gestalt von Xenophon Binns schwebte wenige Meter vor Tigris in seinem Raum. Draco besuchte die Fünftklässlerin, mit der er seit dem Quidditchspiel zusammen war. Tigris hatte sich endlich ihren Namen gemerkt – Athena Hector. Wahrscheinlich, weil sie seit längerem Dracos längste Beziehung war. Wenn man über Beziehungen redete… Tigris hatte eine Beziehung mit Blaise. Er fühlte sich danach, zu tanzen, wenn er daran dachte. Er hatte eine Beziehung mit Blaise, der wundervollen, intelligenten, unglaublich schönen Blaise und er schämte sich nicht zuzugeben, dass er verliebt in sie war. Tigris wusste endlich, was es hieß, wirklich verliebt zu sein. Kein Wunder, dass er Pansy so schnell müde geworden war. Sie war nett gewesen, aber zwischen ihnen hatte es weder Schmetterlinge noch Feuerwerk gegeben. Ganz im Gegensatz zu Blaise…

„Träumst du, Tigris?", fragte der Geist vor ihm amüsiert.

Tigris zuckte schuldbewusst zusammen. „Entschuldigung, Xenophon. Ich habe dir zugehört, wirklich."

Xenophon zog eine Braue hoch. „Wirklich? Was habe ich zuletzt gesagt?"

„Dumbledore wurde in Glasgow geboren?", vermutete Tigris.

Xenophon schüttelte den Kopf. „Ah, die Jugend…", sagte er amüsiert. „Ich erinnere mich kaum noch daran, wie es war, verliebt zu sein, so lange ist es her."

Tigris spürte, wie ihm das Blut ins Gesicht schoss und Xenophon lachte. „Dumbledore wurde tatsächlich in Glasgow geboren, aber das habe ich schon vor einer Weile gesagt. Er war der Jüngste in einer großen Familie und von Beginn an ein kluger Kopf. Die Dumbledores sind eine alte Zaubererfamilie, aber sie haben einen großen Teil ihres Vermögens in waghalsigen Unternehmungen verspielt. Sie sind nicht so arm, wie die Weasleys, beileibe nicht, aber sie sind auch nicht mehr so respektiert, wie sie es einmal waren. Nach seinem Abschluss in Hogwarts reiste er nach Dänemark, um in Kopenhagen zu studieren…"

Tigris hörte Xenophon zu, während er über das bewegte Leben des Schulleiters erzählte und versuchte, sich aus diesem Wissen ein realistischeres Bild zu machen. Wer war dieser Mann, der Grindelwald besiegt und den Orden des Phönix gegründet hatte? Wo war der Mensch unter der Fassade des allwissenden alten Magiers? Der Mensch, der einen Mann getötet hatte, der einmal sein bester Freund gewesen war? Der junge Zauberer, der auf der Suche nach einer Herausforderung die Welt bereist hatte? Wie war er zu dem geworden, was er jetzt war? Was war er jetzt? Am Ende, obwohl Tigris weit mehr wusste, als vorher, musste er zugeben, dass er diese Fragen noch immer nicht beantworten konnte.

Es war interessanter, als Xenophon schließlich auf Tigris' Frage hin von seinem Leben mit Lord Grindelwald erzählte. Anscheinend hatte Xenophon Grindelwald schon sehr früh kennen gelernt. Er war in Durmstrang sein Lehrling gewesen, während Grindelwald dort Verteidigung gegen die Dunklen Künste unterrichtet hatte. Zu dieser Zeit hatte Grindelwalds Familie noch gelebt. Die Wege der beiden hatten sich getrennt, während Xenophon Geschichte studierte. Später dann waren sie wieder aufeinander getroffen und Xenophon war Lord Grindelwalds Historiker und Vertrauter geworden. Der Geist liebte es offenkundig, von seinem einstigen Gönner zu erzählen. Die Vergangenheit wurde in seinen Worten wieder lebendig. Tigris konnte sich beinahe bildlich vorstellen, wie der mächtige Magier abends mit einer Pfeife am Kaminfeuer saß, Wein trank und Xenophon dabei von seinen Erlebnissen und Visionen erzählte. Lord Grindelwald musste ein faszinierender Mensch gewesen sein. Tigris wünschte sich fast, er hätte ihn kennen gelernt.

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Am Abend vor ihrer Abreise lag Tigris zusammengerollt in Slytherins Kammer und genoss zum letzten Mal für lange Zeit das entspannte Gefühl, ein Basilisk zu sein. Er vermisste bereits jetzt die angenehme, kühle Ruhe die das Schlangenbewusstsein ihm brachte. Was er auch vermissen würde, auch wenn er es sich weniger eingestehen wollte, waren seine zur Gewohnheit gewordenen Ausflüge in Voldemorts Gedanken. Es ging Tigris wie einem Jäger, der Tag für Tag für ein großes Raubtier auf der Lauer liegt. Obwohl er im Grunde weiß, dass er es nie fangen wird, will er die Spannung der reinen Möglichkeit nicht aufgeben. Tigris würde es nicht wagen, die Verbindung von seinem menschlichen Körper aus zu verfolgen, dafür waren seine Gedanken nicht kontrolliert genug.

Tigris wünschte sich, er müsste sich nicht wieder zurückverwandeln. Der Gedanke an die bevorstehenden Ferien lähmte ihn. Er hatte keinen Zweifel daran, dass sein Vater darauf bestehen würde, ihr Training fortzusetzen. Wochen, in denen Draco und er Lucius' Willen ausgeliefert waren, ohne dass Tigris die Erholung hatte, sich in den Basiliskgeist zurückziehen zu können. Warum konnten sie keine normale Familie sein? Warum konnte ihr Vater sie nicht lieben, wie andere Väter es taten? Oder wenn er sie liebte, wie Draco es sagte, warum konnte er nicht erkennen, dass was er tat falsch war? Tigris wollte seinen Vater anschreien, ihm begreiflich machen wie sehr er sie verletzte. Zur gleichen Zeit war ein anderer Teil von ihm überzeugt, dass ihr Vater sie nicht lieben konnte, dass er genau wusste, was er tat und dass es ihm egal war. Dies war der Teil, der sich nichts mehr wünschte, als es ihm heimzuzahlen, ihn bezahlen zu lassen, für alles, was er ihnen antat.

Während Tigris in der Kälte lag und über unerreichbare Luftschlösser und verlorene Möglichkeiten nachgrübelte, formte sich langsam eine Idee in ihm. Zu Beginn erschien sie ihm so abwegig, dass er sie fast sogleich wieder verwarf. Sie ließ sich jedoch nicht so leicht verdrängen und am Ende zog er sie ernsthaft in Betracht. Es war ein Schritt, der viele seiner Probleme lösen würde. Nicht nur das, er würde ihm auch die zwei Dinge geben, die er am meisten begehrte. Es war riskant, aber er war schließlich einmal ein Gryffindor gewesen. Außerdem war er nicht umsonst ein Slytherin, er würde das Risiko zu mindern wissen.

Tigris dachte darüber nach, ohne wirklich etwas zu entscheiden. Selbst wenn es nur hypothetisch war, der Gedanke, dass es funktionieren könnte ließ sein Herz höher schlagen. Es war zufrieden stellend, letzten Endes einen Plan zu haben. Es gab ihm das Gefühl, dass er endlich die Kontrolle über sein Leben in die Hand nahm.

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Als sie im Malfoy Herrenhaus ankamen, war ihre Mutter im Salon. Sie hatte eine gelbe Decke auf dem großen Tisch ausgebreitet, auf der eine Reihe frisch geernteter Kräuter lagen, aus denen sie begonnen hatte, Kränze zu flechten. Am häufigsten waren Johanniskraut und Eichenzweige zu sehen, aber es gab auch eine Reihe anderer Kräuter. Sie sah lächelnd auf, als sie eintraten.

„Da seid ihr!" Sie beendete mit einigen geschickten Handgriffen den Kranz vor sich und stand auf. „Kommt mit, wir sollten die Litha-Kräuter noch vor dem Abendessen pflücken."

„Es ist Tradition, am Abend vor Litha sieben Kräuter zu pflücken.", erklärte Draco, als ihre Mutter ihnen in den Garten voran ging. „Es hat keinen ersichtlichen magischen Nutzen, auch wenn es einigen Aberglauben darum gibt."

„Tu nicht so einfach ab, was Generationen vor dir in Ehren gehalten haben.", meinte ihre Mutter über die Schulter. „Man kann nie wissen, wie viel Wahrheit in den alten Überzeugungen liegt. Sieh dir nur diejenigen an, die die alten Traditionen nicht pflegen."

Draco zuckte mit den Schultern. „Ich sage ja nicht, dass ich etwas dagegen habe. Ich sage nur, dass es keinen magischen Nutzen hat."

„Man kann nie wissen.", entgegnete sie gutgelaunt.

Das Wetter draußen war sonnig und trocken. Sie führte sie auf einem schmalen Weg, dessen beide Seiten in dieser Jahreszeit dicht mit Büschen und Sträuchern bewachsen waren. Der Duft der vielen verschiedenen Blüten war nahezu betäubend. Unzählige Insekten schwirrten emsig um sie herum, und mehr als einmal sah Tigris eine schillernde Libelle, die von dem nahe gelegenen See kommen musste. Schließlich erreichten sie eine große, verwitterte Steinspirale, in deren Rundungen die verschiedensten Kräuter wuchsen. Selbst mit seinem Wissen in Kräuterkunde erkannte Tigris nicht alle von ihnen. Draco ging ohne zu Zögern einmal um sie herum und pflückte sichtbar wahllos einige Kräuter, um sie ihrer Mutter zu geben. Diese band sie sorgfältig zu einem Strauß und steckte sie in einen Stoffbeutel, den sie mitgebracht hatte. Tigris folgte Dracos Beispiel und pflückte einfach das, was ihm zufällig ins Auge fiel. Aus einer übermütigen Anwandlung heraus brach er als letztes einen Zweig von der Eibenhecke, die die Spirale umgab, um ihn zu seiner Sammlung hinzuzufügen. Seine Mutter zog zwar eine Braue hoch, sagte aber nichts zu seiner Wahl. Nachdem sie auch Tigris' Kräuter eingesteckt hatte, kehrten sie zum Haus zurück.

„Pflückst du selbst nicht auch etwas?", fragte Tigris neugierig.

„Dein Vater und ich waren schon früher heute hier.", erwiderte sie. „Wir hatten schließlich den ganzen Tag Zeit. Hat Draco dir schon etwas zu Morgen erzählt?"

„Nur, das es eine Feier gibt und Gäste kommen." Blaise würde auch da sein. Tigris freute sich schon darauf.

„Ja, das ist richtig. Sie beginnt mit Aufgang der Sonne, also schlaft euch gut aus. Der längste Tag des Jahres ist ein langer Tag." Sie zwinkerte ihnen zu und Draco errötete aus unerfindlichem Grund, was sie zum Lachen brachte.

Beim Abendessen waren ihre beiden Eltern ungewöhnlich guter Laune, was schließlich auch in Tigris ein Gefühl der Vorfreude auf den kommenden Tag wach rief.

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In dieser Nacht hatte Tigris einen seltsamen Traum. Er hatte schon lange keine Träume oder Albträume mehr gehabt, und hatte sich eigentlich daran gewöhnt.

Der Traum begann fast wie eine seiner Visionen. Er sah einer von Voldemorts Versammlungen zu. In seinem Traum kam es Tigris nicht in den Sinn, dass er eigentlich keine Visionen mehr haben dürfte. Wie üblich schien ihn keiner der Anwesenden zu bemerken, so als wäre er unsichtbar, aber dann veränderte sich etwas. Plötzlich stand Voldemort vor Tigris und packte ihn am Arm, um ihn in die Mitte des Kreises zu ziehen. Auch im Traum war Tigris vor Schreck wie erstarrt, so dass er sich nicht gegen ihn zur Wehr setzte. Es kam ihm nicht in den Sinn, dass was geschah unmöglich real sein konnte. Voldemort lächelte Tigris zu und strich ihm in einer unwirklich sanft erscheinenden Geste über die Wange.

„Überaus kostbar…", zischte der dunkle Magier in Parsel. „Etwas Besonderes…" Es klang nicht boshaft, aber gerade das jagte Tigris einen Schauer über den Rücken.

Der Blick der roten Augen schien sich in ihn zu bohren und Tigris fühlte sich plötzlich hilflos und verwundbar. Dann schlug Voldemort ihn. Tigris fiel nach hinten und prallte hart auf dem Boden auf. Die Todesser um ihn herum lachten, aber auf ein Zischen des Dunklen Lords hin herrschte Stille. Tigris stemmte sich mühsam hoch. Eigenartiger Weise fühlte er keine Wut. Stattdessen erfüllte ihn plötzlich ein unbestimmtes Verlangen, was ihn dazu brachte, zu Voldemort hinüber zu kriechen, bis er sich vor seinen Füßen befand. Als Tigris aufblickte, sah der Dunkle Lord auf ihn herunter.

„Mehr.", bat Tigris, ohne zu wissen warum oder wofür.

Voldemort hielt ihm ausdruckslos seine Hand hin und Tigris, noch immer auf den Knien, nahm sie, um sie zu küssen.

Als Tigris aufwachte, fror er, trotz dem Feuer in seinem Kamin. Er zog die Decke enger um sich, aber auch das vermochte ihn nicht aufzuwärmen.

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„Auf auf, Bruderherz, es ist Litha!"

Tigris stöhnte und zog sich die Decke über den Kopf. „Geh weg! Es ist viel zu früh!"

„Was heißt hier, zu früh? Die Sonne geht bald auf!"

Etwas zog an seiner schönen warmen Decke und zog sie weg. Tigris gab einen protestierenden Laut von sich, aber war zu langsam, um sie festzuhalten. „Du bist grausam.", beschwerte er sich.

Draco lachte. „Steh auf. Du wirst dich nur später ärgern, wenn du den Anfang verpasst."

„Ja, ja.", murmelte Tigris ohne Überzeugung. Er rollte sich aus dem Bett, aber hielt inne, als sein Blick auf seinen Bruder fiel. „Was in aller Welt hast du an?"

„Das?", fragte Draco unschuldig, sich einmal im Kreis drehend. „Sommerkleidung. Kennen Muggel so was nicht?"

Tigris starrte ihn ungläubig an. Draco trug eine ärmellose, tief ausgeschnittene Tunika, die ihm bis kurz über die Knie reichte und halblange Hosen. Tigris hatte nicht gedacht, dass reinblütige Zauberer überhaupt Hosen besaßen. Auf dem Kopf hatte Draco einen der Kränze, die Tigris seine Mutter am Tag zuvor hatte flechten sehen. Er erinnerte Tigris auf absurde Weise an ein Gemälde von Dionysos, das er einmal gesehen hatte. Draco lachte, als Tigris' seinen Blick bemerkte.

„Komm, zieh dich an, die ersten Gäste sind bald da."

Tigris trottete müde ins Bad, um sich zu duschen. Danach war er etwas wacher. Als er eine Robe aus dem Schrank nehmen wollte, hielt Draco ihn auf. „Das ist doch nicht dein Ernst! Weißt du, wie warm es heute draußen wird?"

Er durchwühlte Tigris' Schrank und drückte Tigris schließlich eine Hose und eine Tunika in die Hand, ähnlich wie er sie trug. Tigris betrachtete sie widerwillig, aber fügte sich schließlich Dracos Entscheidung. Das letzte was er wollte war eine Diskussion über Kleidung vor fünf Uhr morgens, vor allem vor dem Frühstück. Während er sich anzog, überzeugte er Sarin mit etwas Mühe, an diesem Tag ihrer eigenen Wege zu gehen. Die Kleidung gab ihr keine Möglichkeit, sich zu verstecken, und seine Mutter würde sicher nicht mit einer Reihe hysterischer Gäste kämpfen wollen. Sobald Tigris fertig war grinste Draco ihm triumphierend zu und zog ihn hinter sich her nach unten, ohne ihm Zeit zu geben, Schuhe anzuziehen.

„Da seid ihr ja.", begrüßte ihre Mutter sie, als sie in den Salon kamen. Sie trug eine blassgelbe Toga und ihre Haare fielen ihr offen über die Schultern. „Ein frohes Litha. Beeilt euch, die Feuer sind schon an."

Tigris blieb gerade noch Zeit, ihren Wunsch zu erwidern, während sie ihm einen ähnlichen Kranz wie Draco auf den Kopf setzte, bevor Draco ihn in den Garten hinaus zog. Es war noch dunkel, aber ein schwaches Aufhellen des Himmels wies auf den Beginn der Morgendämmerung hin. Draco ließ Tigris' Hand los, um voraus zu rennen. Tigris blieb keine Wahl, als ihm nachzulaufen, um ihn nicht im Gewirr des Gartens zu verlieren. Erst während sie rannten fiel ihm auf, dass sich am Weg bunte Laternen mit tanzenden Feuerfeen befanden, die ihnen die Richtung wiesen. Schließlich erreichten sie eine große Wiese, auf der tatsächlich mehrere kleinere Feuer brannten. In der Mitte war ein großer Haufen Holz aufgeschichtet, der noch nicht angezündet war. An der Seite standen mehrere große Holztische, von denen allerdings nur einer gedeckt war. An einem zweiten stand eine Gruppe von Leuten, die dabei waren, verschiedene Körbe zu vergrößern, um sie darauf zu stellen.

„Ich kann nicht glauben, dass wir nicht die ersten sind!", rief Draco.

„Tigris! Draco!", rief eine bekannte Stimme. Blaise, die zwischen den Leuten gestanden hatte, lief zu ihnen, um ihn zu umarmen und Tigris einen Kuss zu geben. „Frohes Litha!"

„Dir auch frohes Litha.", sagte Tigris, ein wenig überrascht.

„Blaise hat einen Freund, Blaise hat einen Freund!", rief ein kleiner Junge mit krausen dunklen Haaren, der Blaise gefolgt war.

Blaise gab dem Jungen einen Klaps auf den Kopf. „Halt die Klappe, du Racker."

Der Junge grinste, während sie seine Haare durcheinander rubbelte, so dass sein Kranz ihm ins Gesicht rutschte. „Das ist mein unausstehlicher kleiner Bruder, Sameth. Er beginnt dieses Jahr in Hogwarts, nur damit ihr vorgewarnt seid."

„Ich werde ein Gryffindor.", verkündete der kleine Junge stolz.

„Das wette ich.", meinte Blaise sarkastisch.

Draco betrachtete den Kleinen amüsiert. „Und warum willst du ein Gryffindor sein?"

Der Junge deutete verschwörerisch auf Blaise. „Sie mag keine Gryffindors. Wenn ich ein Gryffindor bin, kann ich sie den ganzen Tag ärgern."

„Na warte, du!", rief Blaise. „Es gibt hier einen See, nur dass du's weißt. Da wirst du noch heute drin landen!"

Sameth wich ihr aus, als sie nach ihm griff und rannte lachend davon, um sich hinter der Gruppe von Leuten zu verstecken.

„Ja, so ist es richtig!", rief Blaise ihm nach. „Geh und plage jemand anders!"

Der kleine Junge tauchte kurz auf, um ihr die Zunge herauszustrecken, dann versteckte er sich wieder.

Blaise seufzte theatralisch. „Er hat einfach zuviel Energie so früh am Morgen."

„Oh ja, das kenne ich.", sagte Tigris gespielt nachdenklich. „Ob das wohl typisch für kleine Brüder ist?"

Draco schubste ihn. „Wenn ich dich nicht geweckt hätte, wäre es heller Tag gewesen, bevor du aufgetaucht wärst."

Blaise lachte. „Kommt, ich stelle euch meiner Familie vor. Draco kennt ja die meisten schon."

Sie gingen zu der Gruppe von Leuten hinüber, die, wie sich herausstellte, alle mit Blaise verwandt waren. Ihr Vater war ein kräftiger, schwarzhaariger Mann, der Tigris sofort aufforderte, ihn Dorian zu nennen. Ihre Mutter war nicht kleiner wie er, aber braunhaarig und dünn. Ihr Vorname war Morag, aber es schien ihr lieber zu sein, wenn Tigris sie Mrs. Zabini nannte. Blaise hatte noch einen älteren Bruder, Connan. Er war etwa zwanzig und trug Muggelkleidung, ebenso wie seine Freundin. Aus der Art, wie diese sich umsah, schloss Tigris, dass sie wahrscheinlich muggelgeboren war.

Während sie noch mit den Zabinis redeten, kamen immer mehr Gäste. Alle von ihnen hatten etwas zum Essen mitgebracht, und die Tische füllten sich langsam. Ein italienisch aussehender Zauberer erntete ein paar Hochrufe, als er drei große Holzfässer vergrößerte.

„Ich liebe Antonio Fiorelli.", sagte Blaise grinsend. „Ohne ihn ist die schönste Feier nur halb so gut."

„Hey, Fiorelli!", rief ihr Vater über die Leute hinweg. „Du schuldest mir noch vier Kästen von unserer letzten Wette!"

„Längst bezahlt, Zabini!", rief der Italiener zurück.

„Was?", fragte Dorian Zabini sichtlich verblüfft.

„Frag deine Tochter.", antwortete Fiorelli sichtlich amüsiert.

„Oh oh.", sagte Blaise und verschwand hastig zwischen den Leuten.

„Blaise!", rief ihr Vater. „Wo bist du?" Blaises älterer Bruder sagte etwas zu ihm, woraufhin er lachte und mit den Schultern zuckte.

„Es scheint, Blaise hat den Wein ihres Vaters verteilt.", meinte Draco amüsiert.

„Ein beeindruckend einfallsreiches Mädchen."

Sie drehten sich zu ihrem Vater um. Er trug eine hellgelbe Tunika, die allerdings bis zu seinen Knöcheln ging. Auch so war es noch schockierend genug, besonders, da er auch einen der lächerlichen Kränze auf dem Kopf hatte.

„Frohes Litha.", sagte ihr Vater lächelnd.

„Dir auch frohes Litha, Vater.", erwiderte Draco. Tigris wiederholte die Worte lediglich.

„Willst du ihn noch den ganzen Tag anstarren?", zischte Draco ihm zu, sobald ihr Vater sich abgewandt hatte. „Wenn du so weiter machst, weiß bald jeder, dass du von Muggeln aufgezogen wurdest."

„Tut mir leid.", murmelte Tigris. „Es ist nur einfach so… ungewöhnlich."

Draco grinste. „Tja, das ist Litha, Bruder. Hey, da ist Athena!"

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Als die Sonne aufging, fanden sich einige Zauberer und Hexen zusammen, um Musik zu spielen. Die große Wiese hatte sich bald mit Leuten gefüllt, die ihre Decken ausbreiteten um sich auszuruhen oder etwas zu essen, während andere tanzten oder zum Schwimmen an den See gingen. Die Tische bogen sich inzwischen unter einer Ansammlung der verschiedensten Speisen.

Nach einer Weile fanden sie Blaise wieder und setzten sich mit ihr und Dracos Freundin Athena zusammen, um zu frühstücken. Es war offenbar nicht ungewöhnlich auf dem Fest, dass Paare sich anstelle der Familien zusammentaten.

Tigris genoss es, seine gesamte Zeit mit Blaise zu verbringen. Die Musiker spielten hauptsächlich etwas, was er für Folklore der Zauberer hielt. Dazu wurden Kreistänze getanzt, bei denen er kein Problem hatte, mitzutanzen, auch wenn es mit der Zeit anstrengend war.

Nachdem Blaise und Tigris beide vom Tanzen erschöpft waren, gingen sie mit ihrem kleinen Bruder zum See. Es war ein wenig gewöhnungsbedürftig für Tigris, dass Blaise – und offensichtlich auch die anderen Zauberer und Hexen am See – kein Problem damit hatten, nackt schwimmen zu gehen, aber nach anfänglicher Verlegenheit kam er über seine Schüchternheit hinweg. Man sah schließlich nicht, was unter Wasser war, wie Blaise spitzbübisch bemerkte. Als sie aus dem Wasser kamen, benutzte Blaise ein paar rasche Zauber, um sie zu trocknen.

„Ah, wie schön es ist, siebzehn zu sein.", sagte sie dabei.

„Wann hattest du eigentlich Geburtstag?", fragte Tigris. Er hatte sie nie vorher gefragt und hoffte, es war nicht in den letzten Tagen gewesen.

„Am 15. April."

„Du bist ein Vierteljahr älter als ich!", rief Tigris ohne nachzudenken.

Sameth kugelte sich vor Lachen.

Blaise sah ihn verblüfft an. „Na und? Ähm… wann hast du denn Geburtstag?"

„Am 29.", antwortete Tigris, sich gerade noch an seinen falschen Geburtstag erinnernd.

„Jetzt? Im Juni?", rief Blaise alarmiert. „Aber das ist ja schon in einer Woche!"

„Mach dir keine Gedanken. Draco und ich wollten ohnehin gemeinsam feiern." Sie hatten das früher im Jahr entschieden. Zum einen kamen sie Tigris' wirklichen Geburtstag so näher, zum anderen mussten sie so alle nur einmal einladen.

„Trotzdem…", meinte Blaise etwas beunruhigt. „Weißt du schon, wann du deine Apparierlizenz machst?"

„So schnell wie möglich.", erwiderte Tigris, auch wenn er noch nicht richtig darüber nachgedacht hatte. Er wusste, wie man apparierte, da Salazar es gekonnt hatte. Er hatte es noch nicht ganz verinnerlicht, dass er es nicht durfte, da er zu selten darüber nachdachte.

„Klasse, dann kannst du mich besuchen. Meine Eltern haben bestimmt nichts dagegen."

„Blaise und Tigris küssend in nem Baum.", sang Sameth, der vor ihnen her lief. „Zuerst kommt Küssen, als zweites kommt die Hochzeit. Als drittes kommt ein Baby…"

„Pass auf, du Plage!", rief Blaise erbost.

Sameth rannte los, wurde aber schnell von ihr eingeholt, worauf sie ihn gnadenlos kitzelte.

„Hilfe!", japste Sameth. „Hey, Tigris, deine Freundin quält unschuldige kleine Kinder!"

„Unschuldig?", rief Blaise lachend. „Ich sehe keine Unschuldigen. Nur kleine Teufelchen."

„Große Schwestern sind so gemein!", beschwerte sich Sameth außer Atem, als sie schließlich innehielt.

„Nichts, was du nicht verdient hättest.", entgegnete Blaise, worauf Sameth ihr die Zunge herausstreckte.

„Unverschämtes Balg.", sagte sie gutmütig.

„Das ist der Grund dafür, dass mich alle viel lieber haben als dich.", gab Sameth zurück.

„Ich fang dich immer wieder!", drohte Blaise.

Sameth zog eine Fratze in ihre Richtung, sagte aber nichts mehr.

Blaise lachte und kam zu ihm, um sich bei Tigris einzuhaken. „Wie ist es, tanzen wir noch eine Runde, oder suchen wir die anderen und essen Mittag?"

„Was ist mit Sameth?", fragte Tigris.

„Der kommt auch alleine zurecht. Auf der Wiese sind noch ein paar andere in seinem Alter."

„Du willst mich ja nur los werden.", spottete Sameth.

„Du meine Güte, wie hast du das nur erraten?"

„Blöde Gans!" Sie hatten nun die Wiese erreicht, was Blaises kleinen Bruder die Möglichkeit gab, sich schnell zwischen den Gästen in Sicherheit zu bringen.

„Dummes Balg!", rief Blaise ihm nach und lachte.

„Du magst ihn sehr, nicht wahr?", fragte Tigris, als der kleine Junge in der Menge verschwunden war.

„Natürlich, er ist mein einziger kleiner Bruder. Aber verrat ihm das bloß nicht. Er ist schon so verzogen genug."

Tigris erwiderte ihr Grinsen. „Ich bin dafür, Mittag zu essen. Langsam habe ich wieder Hunger, du auch?"

Sie nickte. „Lass uns zusehen, dass wir Athena und Draco finden."

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Sie fanden Draco und Athena und aßen etwas zusammen. Danach gingen die beiden anderen, um zu tanzen, während Tigris und Blaise sich noch etwas unterhielten. Als sie schließlich wieder zu den Musikern hinübergingen, war Tigris überrascht zu sehen, dass seine Mutter sich ihnen mit einer Geige angeschlossen hatte.

„Hat jemand einen besonderen Wunsch?", fragte die blonde Hexe, die den Sangesteil übernahm. „Nein? In Ordnung, Hexen aufgepasst, das ist etwas für uns." Sie flüsterte kurz mit den anderen in der Gruppe, die grinsten und nickten. Als sie begannen zu spielen, zog Blaise ihn enthusiastisch auf die Tanzfläche.

„Marty ist ein Kesselverkäufer

Kesselverkäufer, oh ja

er geht von Tür zu Tür

es gibt keine schöneren Kessel allhier

als Martys

Alle Hexen weit und breit

freuen sich, denn es ist wieder soweit

Marty ist hier, Marty ist hier

Zwischen Flotta und Plymouth

Felixstowe und Derry

findet nicht einen ihr wie Marty."

„Oh ja!", rief Blaise, zusammen mit etlichen anderen anwesenden Hexen. Es war ein unmissverständlich lüsternes ‚Oh ja' und sie kicherte, als sie Tigris' Gesichtsausdruck sah.

„Ein hübscher Kerl das ist Marty fürwahr

wie Kohle so rabenschwarz ist sein Haar

seine Augen sind silbern wie Messing…"

„Oh ja!"

„Seine Hände die wirken Magie für den Herd

keiner reitet den Besen geschickt so wie er

Denn Marty, der ist Kesselverkäufer…"

Der Kreistanz war vorwiegend auf die Hexen bezogen, während ihre männlichen Partner außen einen Ring bildeten und den Rhythmus des Liedes mitklatschten.

„Marietta aus Dover saß traurig am Herd

Ihr einst guter Kessel, der ist alt und leer

doch Marty kam vorbei…"

„Oh ja!"

„Nun seht sie euch an, sie lacht und singt

was sagt ihr allerjüngstes Kind?"

Die braunhaarige Hexe neben der Sängerin ging etwas in die Knie und machte eine Kinderstimme nach: „Da wird sich Vati aber freuen, wenn er aus Askaban wiederkommt, dass wir schon so viele sind!"

Etliche der Anwesenden lachten.

„Denn Marty, der ist Kesselverkäufer…"

Das Lied hatte noch einige weitere Strophen, eine zweideutiger als die andere. Danach, und nach etlichen enthusiastischen „Oh ja"s der tanzenden Hexen, war Tigris ein wenig heiß, und nicht nur durch das Tanzen. Blaise lachte ihn aus, als sie ihn sah, und zog ihn zu ihrer Decke, um zu Kuscheln. Zu Beginn war es Tigris ein wenig peinlich, aber dann sah er, dass sie bei weitem nicht das einzige Paar auf der Wiese waren, dessen Küssen in etwas Mehr übergegangen war.

Im Laufe des Nachmittags wurden Fiorellis Weinfässer leerer und etliche der kuschelnden Pärchen verschwanden in den Tiefen des dicht bewachsenen Gartens.

Das große Feuer wurde angezündet. Einige Paare versuchten, hinüber zu springen, eine weitere Litha- Tradition, wie Blaise Tigris erklärte. Tigris ließ sich dazu überreden, es mit ihr zu versuchen, aber sie scheiterten, wie die meisten Paare an diesem Tag. Das Feuer war natürlich mit Zaubern belegt, die sie davor bewahrten, sich zu verletzen. Dem einzigen Pärchen, dem das Kunststück gelang, wurde heftig gratuliert, da es anscheinend als gutes Omen für eine Heirat galt.

Als sie sich mehr unter die Leute mischten, trafen sie auf einige ihrer Schulkameraden, unter anderem auch Helena Bonham und Daphne Greengrass mit ihren Freunden, aber insgesamt nicht viele, die sie näher kannten. Als Tigris darüber zu Blaise eine Bemerkung machte, zuckte sie nur mit den Schultern.

„Litha ist hauptsächlich ein Fest für Paare und Kinder.", sagte sie. „Es spricht natürlich nichts dagegen, dass auch einzelne Zauberer und Hexen teilnehmen, aber die meisten tun es nicht."

Tigris hatte das zuvor nicht sehr beachtet, aber nun, wenn er sich umsah, fiel ihm auf das tatsächlich die meisten Anwesenden ihren Partner dabei hatten.

Nach dieser Erkenntnis war das Auftauchen von Professor Snape eine noch größere Überraschung, als es ohnehin gewesen wäre. Er trug eine ähnliche Tunika wie Lucius, nur das seine dunkelblau war. Tigris vermutete, der Professor war nur auf die Einladung seines Vaters gekommen. Deswegen verblüffte es ihn, als Snape sich tatsächlich von seiner Mutter dazu überreden ließ, ein Lied zu singen. Tigris zog Blaise zur Tanzfläche, nur um dem zuzuhören. Es war nicht wirklich ein Lied, um danach zu tanzen, aber Snape hatte eine überraschend gute Stimme. Tigris konnte verstehen, warum sich seine Mutter soviel Mühe gegeben hatte, ihn zum Singen zu bringen.

„Eine Meile vor Pancaitland, an der Straße zum Meer

steht ein Eibenbaum, tausend Jahre alt

und die alten Frauen schwören beim Grau ihres Haars

dass er weiß, was die Zukunft uns bringt.

Von den Schatten von Schottland umgeben

inmitten der Felder und Hügel

sah er Hoffnung und Furcht tausend langer Jahre

unter Lothians Himmel."

Es war ein trauriges Lied, doch zur gleichen Zeit auch nicht. Das einzige, woran Tigris denken konnte, als er es hörte, war, dass er sich nicht vorstellen konnte, wie jemand nach Unsterblichkeit streben konnte. Schließlich kamen sie zu der letzten Strophe. Inzwischen hörten eine Menge Leute zu, aber die meisten hatten aufgehört, zu tanzen.

„Und als ich dort stand und legte die Hand

auf dein Holz, dacht ich's gut, dich zu fällen

ein Kuss nur der Axt und du wärst befreit

von unseren traurigen Mären.

Doch ein Vogel flog aus deinen Zweigen

und sang wie noch niemals zuvor

und das Lied, das er sang, war tausend Jahre alt

darum lernt es noch eintausend mehr.

Du mein Eibenbaum, sag was hast du gesehen?

Du mein Eibenbaum, sag was kannst du sehen?"

Es herrschte einige Augenblicke Stille, als das Lied zu Ende war, die Snape benutzte, um zu gehen. Es war ohne Zweifel ein beeindruckendes Lied, aber es passte nicht ganz in die Atmosphäre des Tages. Vermutlich hatte Snape es ausgesucht, damit man nicht wieder versuchte, ihn zum Singen zu überreden, dachte Tigris zynisch. Blaise betrachtete ihn stirnrunzelnd und zog ihn dann in den nächsten Tanz, bis er seine Gedanken zu dem Lied vergaß.

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Als der Abend voranschritt, verabschiedeten sich die älteren Gäste zusammen mit den kleineren Kindern. Zurück blieben vorwiegend junge Paare. Tigris war freudig überrascht, als Blaise sich entschied zu bleiben, trotzdem ihre Familie ging.

Die Musiker hatten inzwischen aufgehört zu spielen, aber jemand hatte eine Musikbox mitgebracht, auf der gerade ein paar Stücke der Weird Sisters liefen.

Jemand hatte ein Kartenspiel dabei und sie spielten in einer großen Runde Zaubererpoker, Skat und andere Kartenspiele, wobei die Paare meistens zusammen spielten. Die meisten in der Gruppe kannte Tigris nur flüchtig, aber es spielte irgendwie keine große Rolle. Sie alle hatten inzwischen reichlich Wein getrunken und nur die wenigsten schenkten dem Spiel den Großteil ihrer Aufmerksamkeit. Draco und Athena taten es sicher nicht. Athena kicherte die meiste Zeit und verriet allen anderen, welche Karten Draco auf der Hand hatte, bis Draco sie küsste, damit sie still war. Danach schienen beide zu vergessen, dass sie in Gesellschaft waren, bis ihre Nachbarn sie anschrieen, auf ihr Zimmer zu gehen. Anstatt daraufhin aufzuhören, verabschiedeten sie sich, um zum Herrenhaus zu gehen.

Gegen Ende des Abends tanzte Tigris eng umschlungen mit Blaise. Die Sonne würde bald untergehen, aber noch war es hell. Der Geruch der Feuer, vermischt mit den süßen Düften des Gartens schuf eine einzigartige Atmosphäre. Tigris strich über Blaises Rücken und küsste sie. Sie trug nur ein Sommerkleid und ihr braunes Haar fiel ihr in wilden Locken ins Gesicht. Die Strahlen der Abendsonne verliehen ihrer Haut einen leuchtenden Schein. Wenn Tigris sie ansah war er sich sicher, sie war niemals schöner gewesen, als in diesem Augenblick. Sie wirkte wie eine Waldnymphe, ein perfektes, unglaublich sinnliches Wesen der Natur. Sie hatten bisher nicht miteinander geschlafen, aber in diesem Moment wollte er nichts mehr. Es schien so natürlich, vollkommen selbstverständlich.

„Kommst du mit mir zum Haus?", flüsterte er, wissend, dass sie verstehen würde, was er wirklich meinte.

Sie lächelte ihm zu. „Natürlich."

Ihre Antwort erfüllte Tigris mit einer hemmungslosen Freude. Er hob sie hoch und schwang sie einmal herum. Sie lachte, als er ihre Hand nahm und ihr voran den Pfad entlang zum Haus lief. Als sie die Tür erreichten, stand die Sonne groß und rot über dem Horizont.

Tigris küsste sie erneut. „Lass mich dir etwas zeigen."

Er wusste nicht genau warum, aber er fühlte einen Zug zu einem bestimmten Punkt des Hauses, der unwiderstehlich wurde. Tigris zog sie mit sich, ohne darauf zu achten, wohin sie gingen. Sie küssten sich erneut und er konnte nicht genug von ihrem Geschmack bekommen. Sie stöhnte, als er die Verschnürung ihres Kleides löste. Er strich unersättlich über ihre Haut. Ihre Berührungen erzeugten eine Hitze in ihm, wie er sie noch nie zuvor gespürt hatte. Tigris nahm nur beiläufig wahr, dass sie eine Treppe und dann einen Gang entlang gingen. Irgendwann zog er seine Tunika über den Kopf und ließ sie achtlos fallen. Er wollte ihre nackte Haut gegen seine spüren, sie mit seinen Küssen verschlingen. Schließlich zogen sie sich gegenseitig ihre restlichen Kleidungsstücke aus. Blaise legte sich hin und Tigris verehrte ihren Körper mit Berührungen und Küssen. Es war unwichtig, wo sie waren. Alles außer ihr war unwichtig. Tigris konnte spüren, wie Magie sie umgab. Sie prickelte um sie herum, als würde sie sie anfeuern. Er erfüllte ihr Drängen nur zu gerne.

„Nein…"

Einige Momente lang wurde es Tigris nicht bewusst, was Blaise gesagt hatte. Selbst als er es begriff, hielt er erst inne, als sie die Hände gegen ihn stemmte.

„Hör auf! Hier stimmt etwas nicht, es ist nicht richtig…"

„Wie kann das nicht richtig sein?", brachte er hervor. Er fuhr mit der Zunge über ihre Brust. Ihr salziger, einzigartiger Geschmack berauschte ihn. „Es war noch nie etwas so richtig. Blaise…"

„Nein…", stöhnte sie. „Etwas ist falsch, es ist falsch…"

Tigris versuchte, sie zum Einlenken zu bringen, aber sie kämpfte darum, sich von ihm wegzurollen.

Etwas geriet aus dem Gleichgewicht. Das vollkommene Gefühl, das Tigris zuvor empfunden hatte, verschwand. Tigris versuchte, sie festzuhalten, sie zu küssen, um es wiederzugewinnen, ohne Erfolg. Es hinterließ ein dumpfes Gefühl der Leere und Unvollständigkeit. Das Prickeln der Magie um sie herum erlosch plötzlich und nahm seine ungezügelte Lust mit sich. Ein Schwall roher Magie rauschte über sie hinweg und ließ Stille zurück. Erst dann bemerkte er, das Blaise schluchzte. Er war zu schockiert um sich zu rühren. Sie lag auf dem Steinboden unter ihm und er hielt ihre Schultern fest.

Ein weiblicher Aufschrei durchschnitt die Stille.

Tigris wandte sich wie in Trance von Blaise ab und gefror.

Sie waren in der Ahnenkammer des Herrenhauses. Vor ihnen war der Altar, an dem sie das Yule-Ritual abgehalten hatten. Es war der Anblick des Altars, der Tigris erstarren ließ.

Auf ihm lagen seine Eltern, nackt. Offensichtlich war es seine Mutter, die geschrieen hatte. Der Gesichtausdruck seines Vaters war steinern. Einige Sekunden starrten sie sich alle an. Dann machte sein Vater eine Bewegung mit seinem Stab, und seine Eltern waren wieder angekleidet.

Blaise griff schluchzend nach ihrem Kleid und schlang es um sich. Tigris war zu gelähmt, um irgendetwas zu tun.

„Zieh dich an!", fuhr sein Vater ihn an.

Das riss Tigris aus seiner Erstarrung und er griff hastig nach seiner Hose, um sie anzuziehen.

„Es tut mir leid.", schluchzte Blaise. „Bitte, Sie müssen mir glauben, es tut mir so leid!"

„Schsch.", sagte seine Mutter, und half seiner verzweifelten Freundin in ihr Kleid. „Es ist nicht deine Schuld, Mädchen. Komm." Sie schlang einen Arm um Blaises Schultern und strich ihr beruhigend über den Kopf, Tigris dabei einen vernichtenden Blick zuwerfend. Danach führte sie Blaise aus dem Raum, die noch immer aufgelöst Entschuldigungen vor sich hinstammelte.

Tigris traf auf den Blick seines Vaters und Entsetzen erfüllte ihn. „Ich…", begann er.

Sein Vater unterbrach ihn mit einer Handbewegung. „Kein Wort."

Tigris schluckte. Sein Herz hämmerte rasend in seiner Brust.

„Nicht nur hast du beinahe ein uraltes Ritual unterbrochen", sagte sein Vater gefährlich, „du hast auch noch deine Freundin mit hineingezogen. Sie weiß offensichtlich, welches SAKRILEG ihr begangen habt, selbst wenn es dir nicht bewusst ist. Wenn du nicht mein Sohn wärst, würde ich dich jetzt auf der Stelle töten."

Tigris machte einen Schritt zurück, als sein Vater auf ihn zukam, aber stieß gegen die Wand.

„Es tut mir leid.", brachte er hervor.

Die Hand seines Vaters schloss sich um seinen Hals und schnitt ihm die Luft ab. „Nein. Aber das wird es."

Tigris rang vergeblich nach Luft, aber kämpfte nicht gegen Lucius an. Er wusste, das würde es nur schlimmer machen. Sein Vater ließ ihn abrupt los und Tigris keuchte.

„Komm mit."

Sein Vater ging ihm mit langen, ärgerlichen Schritten voraus. Tigris wurde wie von einem unsichtbaren Seil mitgezogen und stolperte ihm nach.

Sie gingen die Treppen hoch. Auf dem Weg fand Tigris seine gedankenlos abgestreifte Tunika, zog sie jedoch nicht wieder an. Schließlich erreichten sie die Eingangshalle und sein Vater durchquerte sie, um auf die Seitentür auf der anderen Seite zuzugehen. Als Tigris sah, wohin er ihn führte, erfasste ihn ein blindes Entsetzen. Er war noch immer von dem was geschehen war verwirrt, und er fühlte sich mehr als schuldig weil er offensichtlich Blaise verletzt hatte, also verdiente er wahrscheinlich eine Strafe… aber er konnte nicht durch diese Tür gehen. Allein der Gedanke lähmte jede Faser in ihm. Tigris begann unwillkürlich gegen die Kraft, die ihn an seinen Vater band anzukämpfen. Je näher sie der Tür kamen, desto mehr wurde sein rationales Denken von Panik überwältigt.

„Bitte…", flehte er. „Es tut mir leid. Ich wusste es nicht… Ich wollte es nicht… Bitte, Vater, bring mich nicht dorthin zurück!"

Sein Vater sah ihn nur ärgerlich an und machte eine zornige Bewegung mit seiner Hand. „Ich sagte, komm!"

Tigris wurde ruckartig in seine Richtung gerissen, taumelte ein paar Schritte und fiel auf die Knie.

Schluchzend kämpfte er gegen die Kraft die ihn zog an, konnte aber nicht verhindern, dass er ein paar weitere Schritte auf die Tür zu kroch. „Nein, bitte, nein…" Tigris konnte an nichts anderes mehr denken, als an den Horror, der hinter dieser Tür auf ihn lauerte. Es war, als hätte sich seine ganze Welt auf dieses pochende Gefühl der Furcht reduziert und das, was ihre Ursache war. Als die Kraft die ihn zog plötzlich verschwand, nahm Tigris es nicht einmal bewusst wahr. Er erkannte nur, dass er endlich fähig war, von der Quelle seines Entsetzens weg zu kommen, und genau das tat er – er sprang auf und floh. Er rannte in Richtung der nächsten Möglichkeit, um sich zu verstecken, durch eine Tür hindurch und kroch in eine Ecke, wo es eng und dunkel war. Es spielte keine Rolle, wo er war, nur dass es ihm ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit gab. Er rollte sich zu einem Ball zusammen und fühlte nichts außer seinem rasenden Herzschlag. Nach einer Weile bemerkte er jemanden in seiner Nähe, aber da derjenige sich weder bewegte, noch sonst etwas bedrohliches unternahm, unterdrückte er seinen ersten Reflex erneut zu fliehen und blieb, wo er war. Langsam beruhigte er sich.

Als Tigris schließlich wieder einigermaßen fähig war, normal zu denken, sah er auf und traf auf den Blick seines Vaters, der nicht weit entfernt von ihm auf dem Boden saß und ihn nachdenklich musterte. Tigris versuchte festzustellen, wo er war und erkannte zu seiner Erniedrigung, dass er sich im Studierzimmer unter dem Schreibtisch befand.

„Hast du dich wieder unter Kontrolle?", fragte sein Vater kühl.

Tigris zuckte unwillkürlich zusammen, aber bezwang die Panik, die erneut in ihm aufsteigen wollte. „Ja.", antwortete er leise.

„Gut.", sagte sein Vater aufstehend. „Dann komm da heraus."

Tigris gehorchte zitternd und kam um den Schreibtisch herum, um davor stehen zu bleiben. Sein Vater betrachtete ihn unergründlich und bewegte dabei seinen Stab von einer Hand in die andere. „Knie dich hin.", sagte er endlich.

Tigris tat es hastig, mit einem Gefühl der Erleichterung.

„Zwanzig Hiebe, weil du es nicht für nötig befunden hast, dich einem magischen Sog zu widersetzen, der dich dazu gebracht hat, ein heiliges Ritual zu stören. Nicht nur hast du deine Mutter und mich in Verlegenheit gebracht, du hättest auch auf fatale Weise die Zauber die wir beeinflussten ins Ungleichgewicht bringen können. Ich hätte mehr Verstand von dir erwartet. Zwanzig Hiebe, weil du Blaise Zabini mit in deine Torheit hineingezogen hast. Nicht nur das, du hast nicht einmal auf sie gehört, als sie erkannte, was ihr im Begriff wart zu tun. Dank Merlin hat sie es geschafft, sich durchzusetzen. Kannst du dir vorstellen, was passiert wäre, wenn sie es nicht geschafft hätte?"

Sein Vater machte eine Pause.

Tigris biss sich auf die Lippen. Er wusste es nur zu gut. Er wollte gar nicht darüber nachdenken.

Sein Vater lächelte grimmig. „Wie ich sehe tust du das. Zehn Hiebe für dein närrisches Verhalten von gerade eben. Du bist eine Schande für unseren Namen. Wenn ich so etwas jemals wieder erlebe, wirst du meine bisherige Nachsicht zu schätzen lernen. Habe ich mich klar gemacht?"

„Ja, Vater.", brachte Tigris hervor. Fünfzig Hiebe. Er presste die Hände auf den Boden und versuchte seinen Atem zu beruhigen.

„Du kannst noch länger darüber nachdenken, wenn die Striemen heilen."

Tigris' Atem stockte, aber er bewegte sich nicht. Er wagte es nicht, darüber nachzudenken, was das hieß.

Zu seinem eigenen Erstaunen schaffte Tigris es, bis zum Ende zu zählen. Etwas über zwanzig stockte er. Sein Vater wartete, bis er den Faden wieder fand, was es nur schmerzhafter machte. Tigris schluchzte und schrie, aber schaffte es irgendwie, sich die Zahlen zu merken. Am schwierigsten war es, regungslos knien zu bleiben. Irgendwann in der zweiten Hälfte wich er aus, wodurch die Peitsche seinen Arm und seine Seite traf. Tigris riss sich mit aller Kraft zusammen und umklammerte mit den Händen seine Knie.

„Es wäre einfacher gewesen, wenn ich dich angekettet hätte, aber das wolltest du ja nicht.", spottete sein Vater.

In diesem Moment hätte Tigris ihn mit Freuden umgebracht.

Nach dem fünfzigsten Schlag ließ sein Vater die blutige Peitsche vor Tigris auf den Boden fallen. Für Tigris' vernebelten Blick sah sie aus wie eine absurde rote Schlange. Er starrte sie einen Augenblick lang an, bevor alles um ihn herum schwarz wurde.

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Als Tigris erwachte fühlte er sich zunächst nur steif, aber sobald er sich bewegte explodierte sein Rücken in Schmerzen. Er erkannte dankbar, dass er in seinem Bett lag. Er konnte sich nicht vorstellen, wie er es in diesem Zustand nach oben geschafft hätte. Er lag so still er konnte und versuchte das Pochen in seinem Rücken zu ignorieren. Es war noch Nacht, aber er konnte nicht mehr einschlafen. Jede Bewegung verursachte Schmerzen, also war es unmöglich zu lesen. Als ein Basilisk war es kein Problem für ihn nur dazuliegen und nachzudenken, aber als ein Mensch war es qualvoll. Er fragte sich, ob Blaise ihn nun hasste, nach dem, was er ihr angetan hatte. Und seine Mutter… er hatte sie noch nie zuvor so ärgerlich erlebt. Verabscheute sie ihn nun? Seine Gedanken kreisten immer um dasselbe und er wünschte sich nichts mehr als etwas, um sich abzulenken. Wo war Sarin, wenn er sie einmal wirklich brauchte? Vermutlich jagte sie Mäuse und wusste von Überhauptnichts, dachte Tigris bitter. Wenn er nur auch als Mensch in die Gedanken Voldemorts wandern könnte, wie er als Basilisk tat! Er merkte nicht, wie er wieder in den Schlaf fiel.

Dieses Mal wusste Tigris sofort, dass er eine Vision hatte und seine erste Reaktion war Erschrecken. Dann machte er sich klar, dass Voldemort ihn am ehesten durch seine Gefühle wahrnehmen würde und versuchte, sich zu beruhigen. Es gelang ihm erstaunlich schnell. Als er vorsichtig den Geist um sich austastete war er froh zu erkennen, dass die Barrieren, die er als Basilisk errichtet hatte noch stabil waren. Er konnte nicht die geringsten Gedanken oder Gefühle des Dunklen Lords wahrnehmen. Er sah und hörte, was Voldemort sah, aber das war auch alles. Es musste sein Wunsch vor dem Einschlafen gewesen sein, der ihn hierher gebracht hatte. Wie töricht von ihm! Er wusste doch, dass er vorsichtiger sein musste, nun, da die Verbindung wieder offen war! Tigris schob diese Gedanken in den Hintergrund und beobachtete, was geschah. Die Todesser waren versammelt und in ihrer Mitte befanden sich zwei Erwachsene und ein kleines Mädchen, offensichtlich ihre Tochter.

Voldemort hielt die Frau unter dem Cruciatus-Fluch. Das kleine Mädchen wirkte wie gefroren. Es starrte den Magier nur mit großen Augen an. Plötzlich schrie es auf und rannte von ihm weg. Die Todesser fingen es lachend auf und stießen es in den Kreis zurück. Sie versuchte es jedoch immer wieder, bis ihre Robe zerrissen war und sie überall Schrammen von ihren Stürzen hatte. Tigris fragte sich zu Beginn, warum der Vater nichts unternahm, bis er erkannte, dass er unter einem Bindezauber stand. Voldemort beendete den Fluch auf der Frau und wandte sich zu dem Kind. Auch wenn Tigris seine Gedanken nicht hören konnte, wusste er, dass er verärgert davon war, dass es ihn unterbrach. Er würde es mit dem Cruciatus belegen. Plötzlich konnte Tigris das nicht mit ansehen. Er wünschte sich, dass etwas geschah, um es zu beenden. Das Mädchen war nicht einmal fünf Jahre alt. Er konnte die Vorstellung nicht ertragen, es leiden zu sehen. Erwachsene waren eine andere Sache, aber dies war ein Kind. Was konnte es für was immer seine Eltern getan hatten?

Zu Tigris' Überraschung hielt Voldemort eine Sekunde lang inne, bevor er seinen Stab auf das Mädchen richtete. „Avada Kedavra."

Ein grüner Lichtstrahl traf das Kind und es sackte zusammen. Die Frau schrie und kroch zu dem kleinen Körper hinüber, um ihn zu schütteln, aber er blieb regungslos.

Tigris war verblüfft. Warum hatte Voldemort es so schnell getötet? Es war mit Sicherheit nicht typisch für den dunklen Magier. Konnte es sein, dass seine Gedanken ihn beeinflusst hatten? Tigris wagte es nicht, sich das genauer auszudenken. Es war eine packende Idee, doch zugleich unglaublich gefährlich.

Voldemort löste den Bindezauber auf dem Mann und glitt zu ihm hinüber. Im Gesicht des Mannes konnte Tigris seine Furcht und seinen Hass erkennen.

„Sag mir was du weißt, oder deine Frau erleidet das gleiche Schicksal wie dein Welpe.", zischte der Dunkle Lord.

Der Mann stemmte sich hoch. Er zitterte, was darauf hinwies, das er zuvor ebenfalls unter dem Cruciatus gestanden hatte. „Ich weiß es nicht!", schrie er zornig. „Alles was Sie tun bringt mich nicht dazu, mich an etwas zu erinnern, was ich nicht weiß! Sie haben mir bereits Veritaserum gegeben, was brauchen Sie denn noch?"

Voldemort starrte ihm in die Augen und zischte dann ärgerlich. „Ich glaube dir."

Der Mann sah fassungslos zu ihm hoch.

Der Dunkle Lord deutete zornig auf die Frau. „Avada Kedavra!" Das grüne Licht zog mit einer Stabbewegung Voldemorts einen Bogen und tötete beide Menschen vor ihm in einem Augenblick. Voldemort badete für einen Moment in der Euphorie, die die dunkle Magie ihm gab, dann richtete sich sein Blick auf die Todesser. „Cygnus!"

Einer der Todesser trat vor und fiel auf die Knie.

„Du hast mit deinen falschen Informationen meine Zeit vergeudet!"

„Es tut mir Leid, Meister.", erwiderte der Mann, die Furcht offensichtlich in seiner Stimme. Tigris erinnerte sich an ihn, es war der Ehemann von Rookwoods Tochter. „Meine Quellen waren offenkundig fehlerhaft."

„Ich habe kein Interesse an deinen kläglichen Entschuldigungen.", zischte der Dunkle Lord. „Crucio!"

Der Todesser schrie. Tigris stellte sich vor, es wäre sein Vater unter der Maske und fand, dass er nicht das geringste Mitleid empfinden konnte.

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Als Tigris erwachte hatte der Schmerz wenn überhaupt zugenommen. Er stöhnte. Seine Gliedmaßen fühlten sich taub an.

Meister?", hörte er eine besorgte Stimme.

Sarin.", sagte Tigris erschöpft. „Du bist wieder da."

Wollt Ihr wirklich nicht, dass ich Euch heile? Ich spüre, dass Ihr Schmerzen habt."

Tigris seufzte. Es war so verführerisch. Aber sein Vater würde es merken.

Kannst du mich nur ein klein wenig heilen?", fragte er schließlich. „Nur so viel, dass ich mich wieder bewegen kann."

Das kann ich tun."

Dann tu es, bitte." Tigris hatte ein etwas schlechtes Gewissen bei diesem Befehl, aber verdammt, er konnte sich nicht einmal aufrichten! Was, wenn er auf Toilette musste?

Wie Ihr wünscht, Meister." Sarin klang glücklich über seine Entscheidung.

Sie kroch an Tigris' Seite entlang bis sie auf einer Höhe mit seinem Kopf war und biss dann in seinen Hals.

Tigris fühlte ihren Biss kaum, aber er spürte, wie ihr Gift durch seinen Blutstrom wanderte. Er seufzte selig, als der Schmerz nachließ.

Danke.", murmelte er. Dann schlief er wieder ein, diesmal in einen traumlosen und erholsamen Schlummer.

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Als Tigris aufwachte, ging es ihm etwas besser. Er schaffte es, aufzustehen und sich ins Bad zu schleppen. Er duschte und trocknete sich mit einem Zauber ab, dann legte er sich wieder hin. Selbst das Wasser auf seinem Rücken hatte ihn beinah aufschreien lassen, er wagte es nicht, eine Robe anzuziehen. Stattdessen blieb er bei einer Hose. Er versuchte, etwas zu lesen, aber es war unmöglich, eine Lage zu finden, in der er das ohne Schmerzen tun konnte. Schließlich gab Tigris es auf und hörte Sarin zu, die ihm über ihre Erlebnisse am Tag zuvor erzählte. Es war nicht sonderlich interessant… obwohl es seine Mutter interessieren mochte, dass sich Mäuse in den Gewächshäusern befanden… aber es lenkte ihn ab. Er war hungrig, aber er würde es unmöglich bis in den Speisesaal schaffen, geschweige denn ein ganzes Essen durchhalten. Allein sein kurzer Besuch im Bad hatte ihm die Tränen in die Augen getrieben.

Tigris war ein wenig überrascht, als die Tür ging, aber noch überraschter, als es seine Mutter war. Sie setzte sich neben ihm an das Bett und lächelte ihm flüchtig zu. „Guten Morgen."

„Guten Morgen.", erwiderte er unsicher. „Bist du noch wütend auf mich?"

Sie sah ihn verdutzt an, dann schüttelte sie den Kopf. „Nein, Tigris. Ich gebe zu, ich war es erst, aber ich habe mit Blaise geredet und sie hat mir erzählt, was passiert ist. Es tut mir leid, aber als ich euch dort sah bin ich zu einem etwas falschen Schluss gelangt. Ich verstehe nun, dass ihr hauptsächlich von… sagen wir jugendlicher Leidenschaft übermannt worden seid." Sie lächelte ihm zu.

Tigris sah sie hoffnungsvoll an. Es klang nicht, als würde Blaise ihn hassen. „Wie geht es Blaise?"

„Besser. Sie war geschockt. Verständlich, das arme Ding. Sie ist ein wenig ärgerlich auf dich, denke ich, aber nichts, was sich nicht in Ordnung bringen lässt." Sie zwinkerte ihm gutmütig zu.

Tigris atmete erleichtert auf. „Danke. Ich dachte, sie verabscheut mich."

„Nein, ganz sicher nicht. Hast du schon gegessen?"

Tigris sah sie erstaunt an. „Nein. Ich wusste nicht, ob ich eine Hauselfe rufen darf, und ich konnte nicht nach unten kommen…"

„Natürlich kannst du eine Hauselfe rufen!", rief seine Mutter entrüstet. Sie schnippte mit den Fingern. „Elf!"

Auf der Stelle tauchte eine Elfe neben ihr auf. „Ja, Mistress?"

„Bring ein Frühstück für Master Tigris."

Die Elfe verbeugte sich sofort. „Ja, Mistress. Sofort, Mistress." Sie verschwand.

Seine Mutter lächelte ihm zu. „Kannst du dich aufsetzen?"

Tigris versuchte es, aber ein scharfer Schmerz schoss seinen Rücken entlang und ließ ihn aufkeuchen. Vielleicht war sein Ausflug ins Bad doch keine so gute Idee gewesen, es schien seine Wunden wieder verschlimmert zu haben.

„Langsam.", sagte seine Mutter besorgt. „Versuch, dich auf die Seite zu rollen."

Das ging leichter. Seine Mutter schüttelte das Kissen auf, so dass Tigris sich darauf lehnen konnte. Sobald er sich nicht mehr bewegte, war der Schmerz erträglich. Kurz darauf kam die Elfe mit dem Frühstück. Seine Mutter hielt Tigris den Teller hin und half ihm zu essen. Als er satt war, fühlte er sich etwas besser.

Nach einigem Überlegen entschied er sich, eine Frage zu stellen, die ihn seit seiner Unterhaltung mit Draco vor einiger Zeit beschäftigte.

„Hältst du es für richtig, wie Vater mich bestraft hat?"

Ihre Augen verengten sich ein wenig. „Hältst du es für falsch?"

Tigris biss sich auf die Lippen. „Das sage ich nicht. Ich will nur wissen, was du denkst."

Sie betrachtete ihn nachdenklich, dann wandte sie den Blick ab und sah zum Fenster. „Seltsam, Draco hat mich das nie gefragt. Jedenfalls nicht auf diese Weise. Ich frage mich…"

Tigris wünschte sich, er hätte ihren Gesichtausdruck sehen können. Als sie ihn wieder ansah wirkte sie ruhig wie immer. „Die Verantwortung und Entscheidung über eure Strafen liegt bei eurem Vater. Wenn ich seine Entscheidung in Frage stellen würde, würde ich ihn in Frage stellen. Kannst du das verstehen?"

„Ich weiß nicht.", gab er zu.

Sie seufzte. „Dein Vater muss viele schwierige Entscheidungen treffen, und manchmal irrt er sich möglicherweise… Aber ich denke nicht, dass er sich in dieser Sache irrt.", fügte sie fester hinzu.

„Also hältst du es für richtig.", sagte Tigris.

Sie biss sich auf die Lippen, offensichtlich unbewusst. „Ja. Ja, das tue ich. Dein Vater weiß mit Sicherheit, was richtig ist. Du solltest nicht daran zweifeln." Sie stand ruckartig auf. „Ich habe noch einige… Dinge zu erledigen. Vergiss nicht, die Hauselfen zu rufen, wenn du Hunger hast."

„Das werde ich nicht.", sagte er leise.

Sie nickte, halb zu sich selbst, und ging.

Tigris seufzte und schloss die Augen. Sie belog sich selbst, so viel war offensichtlich. Aber warum? Wenn sie es besser wusste, warum hatte sie sich entschieden, es zu ignorieren? Weil sie seinen Vater liebte? Das wollte er so nicht glauben.

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Es dauerte zwei Tage, bis Tigris sich wieder halbwegs normal bewegen konnte. Er war dankbar dafür, dass ihr Vater noch nicht mit ihrem Training begonnen hatte und sie nur Hausaufgaben zu erledigen hatten. Am 29. Juni machte er den Appariertest und bestand ihn. Als er nach Hause kam war er überrascht, dass Blaise zu Besuch war.

Sie umarmte ihn und runzelte die Stirn, als er sich versteifte. „Ich wollte dir zum Geburtstag gratulieren."

„Danke.", sagte Tigris ein wenig unbeholfen. „Warum gehen wir nicht auf mein Zimmer? Dort können wir uns besser unterhalten."

„Sicher.", sagte sie mit einem prüfenden Blick. Sie verabschiedete sich von seiner Mutter, mit der sie Tee getrunken hatte, und ging mit ihm nach oben.

„Es tut mir Leid, was an Litha passiert ist.", sagte er, sobald die Tür hinter ihnen geschlossen war. „Ich habe mich furchtbar verhalten, und ich kann verstehen, wenn du wütend auf mich bist. Ich…"

Sie presste ihm die Finger auf die Lippen und er verstummte. „Wäre ich hier, wenn ich wütend auf dich wäre?"

Tigris wusste nicht, was er darauf antworten sollte.

Sie lächelte. „Ich war verwirrt… Aber dann habe ich begriffen, dass es nicht deine Schuld war. Du musst wirklich ein starker Zauberer sein."

„Was?", fragte Tigris verblüfft.

Sie sah ihn überrascht an. „Heißt das, du weißt nicht, was passiert ist? Oh Merlin, das erklärt es. Aber ich verstehe nicht, warum Lucius dir nicht gesagt hat…" Sie verstummte. Dann griff sie seine Hand und führte ihn zum Bett, wo sie sich mit ihm setzte.

„Ich weiß nicht genau, wo ich anfangen soll… Wie wäre es damit… Weißt du, wozu das Litha-Ritual dient?"

Tigris schüttelte den Kopf.

„Oh Merlin.", seufzte sie. „Also gut." Sie atmete tief durch. „Dies ist ein Wissen, was normalerweise nur innerhalb einer Familie weitergegeben wird, aber ich denke, du verdienst, es zu wissen, besonders nach dem was passiert ist." Sie überlegte einen Moment. „Es gibt viele verschiedene Arten von Magie, aber die Sonnenwendrituale gehören zu den Allerältesten. Sie rufen die Magie der Natur an… Die wilde, rohe Magie der Elemente. Manche Bücher behaupten, das war die erste Magie, die Menschen praktizierten. Es ist vergessen, wozu sie früher gedient haben, aber heute ist ihr wichtigster Zweck der, den Bund zwischen Zauberer und Land zu erneuern." Sie machte eine nachdenkliche Pause. „Gebäude, die seit langer Zeit von Zauberern bewohnt werden, so wie dieses, haben beinahe ihr eigenes Bewusstsein. Sie beschützen die Zauberer, die in ihnen leben… wie ein Hund vielleicht, nur dass sie zeitlos sind… verschiedene Gebäude haben verschiedene Fähigkeiten. Fast jeder kennt die sich bewegenden Treppen in Hogwarts, die Apparierbarriere und die sich bewegenden Räume… ich bin sicher, es gibt noch viel mehr, von dem wir nichts wissen. Ich weiß nicht, wie es mit Hogwarts ist, aber wenn eine Familie ein Haus bewohnt, muss sie dafür sorgen, dass das Haus an sie gebunden bleibt. Das Haus würde wahrscheinlich immer loyal bleiben, auch ohne die Rituale, aber es würde mit der Zeit viel von seiner Magie verlieren. Normalerweise ist es das älteste Ehepaar einer Familie, das die Rituale durchführt, weil ältere Zauberer die stärksten sind. Nur wenn ein Zauberer schwach ist, kann es sein, dass das Haus ihn verstößt, und ein Jüngerer seinen Platz einnehmen muss. Bei meinem Großvater Algernon war das so… Er wurde im Krieg verwundet und war gelähmt. Die Magie reagierte einfach nicht mehr auf ihn und mein Vater musste die Rituale durchführen, obwohl er erst dreiundzwanzig war. Zum Glück war er damals bereits mit meiner Mutter zusammen."

Blaise sah Tigris durchdringend an. „Es gibt jedoch auch eine Theorie, dass bestimmte Häuser… niemand weiß, woran es liegt… denjenigen Zauberer der Familie vorziehen, der am mächtigsten ist. Es gab eine Zeit, in der der stärkste Zauberer als Oberhaupt einer Familie galt. Ich vermute, dies ist ein Relikt, auch wenn ich nicht weiß warum… Als ich darüber nachdachte, was wir empfunden haben, war es offensichtlich für mich. Das Haus hat versucht, dich dazu zu bringen, deinen Vater herauszufordern. Dies ist die alte Art, ein Familienoberhaupt zu bestimmen. Die Jüngeren und die Älteren vollziehen das Ritual gemeinsam, und das Haus wählt das Paar, das am stärksten ist. Ich habe jedoch noch nie davon gehört, dass dies in neuerer Zeit geschehen ist. Ich habe auch noch nie gehört, dass das Haus einen solchen Wettstreit selbst herausfordert, aber es ist offensichtlich, dass eures das getan hat. Es muss einen Grund gehabt haben, und der einzige den ich mir vorstellen kann, ist, dass du wirklich stark bist… so viel stärker als dein Vater, dass es um jeden Preis will, dass du ihn ersetzt. Wenn der Bundzauberer stark ist, profitiert natürlich auch das Haus davon…" Sie versank in Gedanken.

Tigris war in der Zwischenzeit mit jedem ihrer Worte wütender geworden. Oh, er zweifelte nicht daran, dass sie die Wahrheit sagte! Es ergab alles so viel Sinn! Die Reaktion seines Vaters zu Yule und dann jetzt! Der eitle, arrogante Mann! Er hatte Angst vor Tigris! Sein Vater hatte ganz genau gewusst, was vorging, dessen war er sicher. Doch anstatt Tigris zu sagen, was los war, hatte er ihm gedroht und ihm eingeredet es wäre seine Schuld! Sein Vater konnte nur den Gedanken nicht ertragen, dass Tigris stärker war, als er. Vielleicht hatte er gedacht, wenn er Tigris nur genug Angst einjagte, würde er sich gegen das Haus zur Wehr setzen, so dass seine kostbare Position als Familienoberhaupt wieder sicher war! Der Bastard, wie Tigris ihn hasste! Wie hatte er nur jemals glauben können, er wäre in irgendeiner Form im Recht!

„Tigris?", fragte Blaise besorgt. „Alles in Ordnung?"

„Ja.", sagte Tigris hastig. Er verdrängte seine Gedanken und zwang sich zu einem Lächeln.

„Es ist nur ein wenig viel auf einmal, das ist alles."

Sie lächelte ihm zu. „Das verstehe ich. Ich will nur, dass du weißt, dass ich dir nicht böse bin. Das Haus ist ein mächtiges altes Wesen, es ist verständlich, dass du seinem Sog nicht widerstehen konntest. Ich bin sicher, es ist auch mir nur gelungen, weil es nicht auf mich konzentriert war."

„Danke.", sagte er. „Du weißt gar nicht, wie viel du mir geholfen hast." Er zog sie in einen Kuss.

Als der Kuss endete, grinste sie Tigris an. „Wenn das so ist, schuldest du mir etwas, nicht wahr?"

„Das tue ich… Wie schlägst du vor, soll ich meine Schulden bezahlen?", fragte Tigris amüsiert.

„Hm…" Sie gab vor zu überlegen. „Wie hoch sind deine Schulden?"

Tigris küsste ihren Hals. „Unermesslich."

„Wenn das so ist…" Sie tippte sich nachdenklich gegen das Kinn. „Du könntest mich zu einer Göttin erklären und mir huldigen… Oder du könntest mein Sklave sein und jeden meiner Wünsche erfüllen…"

Tigris grinste. „Ich zweifle keinen Moment daran, dass du eine Göttin bist…"

Er glitt vom Bett, so dass er vor ihr kniete und zog ihr die Schuhe aus. „Ich huldige gerne jeden Teil von dir…"

Sie kicherte, als er ihre Füße küsste. Tigris fuhr mit den Händen über ihre Beine nach oben und sah zu ihr hoch. „Ich bin auch gerne dein Sklave. Sagt mir nur, was Ihr wünscht, Mistress."

Blaise betrachtete ihn hungrig. Aber gerade, als sie antworten wollte, tauchte eine Hauselfe auf.

„Mistress fragt, ob junger Master Tigris und Gast mit Abendessen wollen. Abendessen ist in einer halben Stunde. Was soll Dilly Mistress sagen?"

Blaise stöhnte und ließ sich nach hinten aufs Bett fallen.

„Sag ihr, wir kommen gleich, Dilly.", erwiderte Tigris. Er ließ Blaise los und stand auf. Dilly verschwand.

Blaise öffnete die Augen. „Denkst du, Mütter haben so eine Art inneres Gespür für sexuelle Situationen?"

Tigris lachte. „Meiner Mutter würde ich es sicherlich zutrauen."

„Na ja, eigentlich ist sie ja nur deine Tante."

Tigris zuckte mit den Schultern. „Ich denke nicht, dass sie es so sieht."

„Es ist erstaunlich…", meinte Blaise. „Ich hätte nie gedacht, dass eine Black so leicht das Kind einer Blutverräterin akzeptieren würde, und doch hat sie es so offenkundig…" Dann schien ihr klar zu werden, was sie gesagt hatte, und sie setzte sich auf. „Es tut mir leid. Ich wollte nicht deine Mutter beleidigen, ich meinte nur…"

„Ist schon in Ordnung.", unterbrach Tigris sie. „Ich weiß, wie du es gemeint hast. Sie überrascht mich manchmal selbst." Was vollkommen wahr war.

Blaise lächelte. „Ich habe noch ein Geschenk für dich." Sie reichte ihm ein kleines Paket. „Ich hoffe, es gefällt dir. Es ist nicht viel…"

„Danke.", sagte Tigris überrascht. „Wirklich, du musstest mir nichts kaufen."

„Aber ich wollte es."

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Tigris spielte mit der Halskette, die Blaise ihm geschenkt hatte und kaute auf seiner Feder. Er war dabei, einen Brief zu schreiben. Es war der erste Teil seines Plans. Vor der Sache an Litha hatte er noch Zweifel gehabt, aber nun war er überzeugt davon, es durchzuziehen. Auf welche Weise auch immer, sein Vater würde bereuen, was er getan hatte. Tigris' Kopf war angefüllt mit Strategien. Es gab so viele Dinge zu bedenken, Vorbereitungen zu treffen… Er war kein geborener Stratege, aber er war sich sicher, er würde trotzdem Erfolg haben. Er grinste flüchtig. Schließlich hatte er von der Besten gelernt.


A/N: Snapes Lied ist eine freie Übersetzung von Brian McNeills „The Yew Tree". Das nächste Kapitel kann etwas später werden, da ich beim Umziehen bin und mir mit Holzsplittern und Terpentin die Hände ruiniert habe. Ich hasse Sperrholz!

Vielen Dank für eure Reviews an: Tolotos, Avallyn Black, LaraAnime, Dax, Lyonessheart, Lobarie, milva, Carabina, CitySweeper, Kylyen, GeorgiDee

Lobarie, CitySweeper: Ich hoffe, ihr wart nicht zu enttäuscht. Es wird noch mehr von Binns zu hören geben. :-)

GeorgieDee: Ja, vielleicht ändere ich es zu dem DEUTSCHEN sechsten Band. /grins/ Der soll ja erst im Oktober rauskommen…