Disclaimer findet ihr wie immer in Kapitel 1.
Um hier keinen Antwortenmarathon zu starten, werde ich den einzelnen User durch die Replay Funktion antworten und nur noch die User nennen die sich anonym reviewt haben und keine Email hinterlassen haben.
Naschkätzchen – Na ja… ich vermute mal so ziemlich jeder Mann hätte zumindestens einen kleinen Blick zu ihr geworfen g Ach ja… mich freut es, dass es dich freut wenn endlich alles rauskommt g Was für ein Deutsch lach
Im übrigen habe ich die Geschichte jetzt fertig! Sie besteht aus 26 Kapiteln und einem Epilog!
So und nun viel Spaß beim lesen. Auf eine Review freue ich mich natürlich wieder wie eine Schneekönigin.
Kapitel 4
Das Staunen in Hermines Gesicht war nicht zu übersehen als sie die, für sie fremde, Räume betrat. Es war ein großer Raum und es gab hier wirklich alles was sich das Brauerherz wünschte. Es war ein El Dorado für Hermine.
„Mund zu es zieht!"
Hermine zuckte zusammen. Sie starrte Snape überrascht an. Ein Muggelspruch aus seinem Mund? Noch dazu so… eben überhaupt nicht Snapemäßig. Vor allem aber… war da eben so etwas wie ein Lächeln oder einer ähnlich freundlichen Geste in seinem Gesicht? Sie blinzelte und schaute erneut zu Snape. Doch was immer sie gerade in seinem Gesicht gesehen hatte, es war weg. Doch was übrig geblieben war, war der Stolz in seinen Augen.
„Ist dies ihr privates Labor?" Fragte Hermine überflüssigerweise, doch das stolze leuchten in Snapes Augen flackerte für einen Moment auf. Aha… da kann man ihn also packen. Mit seinem Labor. Soll ich ihm jetzt Honig ums Maul schmieren? Aber vermutlich würde es gar nichts nützen. „Es ist ein wunderschönes Labor. Sie sind zu beneiden!"
„Gut erkannt Miss Granger! Und nun bitte ich sie ihre Materialien abzuholen, damit sie mit ihren Tränken anfangen können." Gut erkannt? Was hab ich gut erkannt? Daß es sein privates Labor ist? Das es wirklich ein tolles Labor ist oder daß er zu beneiden war?
Hermine nickte. Konnte dieser Mann tatsächlich auch mal so etwas wie… nett sein? Sie war auf jeden Fall angenehm überrascht.
„Hier können sie sich bedienen, hier drüben werden sie arbeiten. Versuchen sie so wenig Fragen wie möglich zu stellen… Am besten halten sie ihren Mund solange wie möglich" Hat der eine Ahnung wie schwer das für mich ist? Er öffnete mit seinem Zauberstab eine weitere Türe und vor Hermine offenbarte sich das Herz des Tränkemeisters. Eine begehbare Kammer die bis unter die Decke mit Tränke zutaten gefüllt war.
Unsicher betrat sie die kleine Kammer und sah sich um. Der Raum war gut 4 Meter hoch. Eine schwarze Leiter war in der Mitte des Raumes an einer Schiene befestigt, so daß sie auch zu jedem noch so entferntesten Punkt kam.
„Es ist alles nach dem Alphabet geordnet, sollten sie dennoch Hilfe brauchen, fragen sie bitte und bringen nicht einfach alles durcheinander… Danke!" Hat er eben nicht noch was gesagt von wegen den Mund halten und so wenig Fragen wie möglich zu stellen? Der Mann ist ein einziger Widerspruch!
Snape drehte ihr den Rücken zu und ging an einen weiteren Arbeitstisch, an dem er es vorzog für sich zu arbeiten. Hermine starrte ihm noch einige Sekunden hinterher, bevor sie das Pergament hervorzog und die Leiter empor stieg. Ihre Augen wurden mit jeder Sprosse größer. Hier gab es Zutaten, von denen sie nicht einmal wusste daß diese überhaupt noch existierten. „Ich bin im Himmel…", flüsterte sie aufgeregt während sie das nötige zusammensuchte. Nach und nach holte sie die Zutaten für einen einfachen Heiltrank herunter.
Hermines Herz hüpfte ein wenig, wobei wenig ein wenig untertrieben war. Es pochte in ihrer Brust wie der schnelle Rhythmus einer Melodie. Ein wenig Vertrauen mußte er ja doch haben, denn diese Tränke die sie anfertigen sollte, waren allesamt auf einer kleinen Liste von Madame Pomfrey angefordert worden. Hatte er wohl auch so etwas wie Stolz für sie übrig? Aber konnte dieser Mann auch man an jemand anderen denken als an sich selbst? Hermine bezweifelte und schob den Gedanken, Snape könnte stolz auf sie sein, beiseite.
Nachdem Hermine wieder an ihrem Arbeitsplatz zurückgekehrt war, las sie die Rezeptur einige Male genau durch bevor sie anfing das Feuer unterm Kessel zu entfachen und mit dem Trank begann. Ja, sie war sogar so vertieft in ihr tun, daß sie alles um sie herum zu vergessen schien. Für andere bedeutete relaxen auf einer Couch vor sich hinzulümmeln, für Hermine bedeutete es zu brauen oder zu lesen. Denn dabei konnte sie richtig entspannen und genießen. Ein unsanfter Knall holte sie in die Realität zurück.
„VERDAMMT!" Fluchte es vom anderen Ende des Raumes. Hermine drehte den Kopf herum und hätte beinahe angefangen zu lachen, doch sie konnte sich beherrschen.
Snape erinnerte sie im Moment doch sehr an einen begossenen Pudel und nicht an einen stolzen Tränkemeister. Sie konnte gerade noch erkennen wie er angewidert die Reste seines Trankes aus dem Gesicht zu wischen schien und sich scharf zu Hermine umdrehte. Sofort begann diese wieder an ihrem Trank weiter zu machen als hätte sie nichts bemerkt, was natürlich unmöglich war… denn selbst die Toten hätten diesen Knall gehört.
So… also auch dem lieben Professor Snape kann mal ein Kessel explodieren… das sind ja ganz neue Töne!
Vermutlich war das der Grund warum Hermine mit dem Rücken zu ihm arbeiten sollte. Sie grinste breit in sich hinein als Snape an ihr vorbei rauschte und das Labor verließ. Doch dieses mal nicht durch die Türe, durch die sie herein gekommen waren, sondern wieder durch eine Tür die Hermine bis jetzt nicht aufgefallen war.
Kann der Mann denn nicht einmal seine Türen schließen? Im Unterricht knallt er sie doch auch so zu, daß sie auf der anderen Seite des Zimmers wieder auffliegen!
Neugierde war leider schon immer etwas, was Hermine gerne besser unter Kontrolle gehabt hätte. Doch dies war ein Gefühl, geradezu ein Drang den sie bis heute nicht gelernt hatte zu unterdrücken. Sie beendete kurzzeitig ihre Arbeit am Kessel, tippelte auf die neuentdeckte Tür zu. Neugierig schielte Hermine durch den Türrahmen um was zu erkennen. Doch alles was sie sah, war ein weiterer Flur, eine Kerze an der Wand und ein schwarzer Flusenteppich am Boden. Etwas enttäuscht kehrte sie zurück an ihren Arbeitsplatz und widmete sie sich ihrem Trank zu der jeden Augenblick die gewünschte Reife hatte. Es waren bestimmt mindestens 20 Minuten vergangen, Hermine war längst mit ihrem Trank und er Liste fertig, hatte sogar die Überreste von Snapes Kesselunfall beseitigt als sie sich langsam zur Türe vorwagte.
Hermine… du bist verrückt… wenn er jetzt zurück kommt hast du Nachsitzen für den Rest deiner Schulzeit… Aber was macht der Mann so lange da drin? Hat der mich vergessen? Snape vergisst doch nie was!
Und doch war die Neugierde größer. Ganz vorsichtig steckte sie einen Kopf durch die Türe. Ihr Herz schien so laut zu schlagen, daß es in dem angrenzenden Flur widerhallen mußte. Doch es hörte sofort auf als sie genauer hinein sah. Der Gang war knappe 3 Meter lang und hörte… an einer geschlossenen Türe auf. Enttäuscht seufzte Hermine. Sie wollte sich gerade zurückziehen als sie ein leises fluchen, gedämpft von der Zwischentüre, vor sich hörte.
Prima… seine Laune scheint ja jetzt wieder an der untersten Stufe zu sein. Selbst die Hölle würde dabei zugefrieren.
Sie wollte gerade zurück ins Labor gehen als sie ein Geräusch hörte das so gar nicht zu Snape paßte. Es hörte sich an wie ein… stöhnen. Aber um zu stöhnen, setzte es voraus dass man Gefühle hatte. Hatte Snape solchige? Doch sofort schoß Hermines Herz wieder hoch und raste wie verrückt. Was sollte sie tun? Sollte sie zu ihm gehen oder sollte sie einfach nur laufen… so weit ihre Beine sie trugen?
Doch gegen alle Vernunft trugen Hermines Beine sie weiter hinein in den Flur, geradewegs auf die geschlossene Tür zu. Sie verfluchte ihre Neugier und ihr immer stärker werdende Drang zu helfen. Vorsichtig hob sie ihre Hand, legte sie auf das kalte Metall der Klinke und drückte diese langsam herunter… die Türe schwang auf und Hermine stand kurz vor einem Herzinfarkt.
Ein weitläufiges Wohnzimmer tat sich vor ihren Augen auf. Vor allem aber ein Wohnzimmer mit dem sie nicht gerechnet hatte. Sie hatte immer damit gerechnet, daß seine Räume wohl genauso schwarz wie der Rest von ihm war… doch dem war nicht so. Gut… seine Räume waren zwar nicht gerade in roten oder gelben noch regenbogenen Farben gestrichen, um ehrlich zu sein fand sie diese beiden Farben hier überhaupt nicht, aber sie waren auch nicht Schwarz oder grau. Die Wände waren mit einem dunkleren Sandton gestrichen. Vor dem Kamin stand ein großes, halbrundes Sofa das mit feinem grünem Samt überzogen war. An den Lehnen wurde der Stoff mit silbernen Nieten festgehalten. Vor dem Sofa stand ein kleiner weißer Tisch. Rechts im Raum stand ein großer, schwerer Schreibtisch, der doch ziemlich im Raum dominierte. Auf selbigem waren jede menge Pergamente, Schreibutensilien und sonstigen Lehrerkram verteilt. Auf der anderen Seite des Raumes befanden sich Regale die bis auf den letzten Platz mit Büchern voll gestopft war. Vermutlich hielt ein Zauber das Regal zusammen, denn sonst wäre es wahrscheinlich schon längst unter der Last der Bücher in sich zusammen gebrochen.
Ein Keuchen riß Hermine aus ihren Gedanken und stoppte somit ihre Erkundungstour durch Snapes Wohnzimmer. Sie zuckte ein wenig zusammen und folgte dem Keuchen. Ehe sie sich versah, stand sie in einem ziemlich intimen Bereich von Snape… seinem Bad. Irgendwie war sie erleichtert, daß sich hinter dieser Türe nicht das Schlafzimmer befand, wobei sie doch gerne wissen würde wie ihr Lehrer für Tränke so schlief. Schwarzes Himmelbett mit schwarzer Seide?
„Professor?" Fragte Hermine vorsichtig und lief an der großen, gläsernen Dusche vorbei, geradewegs auf die noch größere Badewanne zu auf dessen Rand Snape saß und sein Gesicht in die Hände gestützt hatte.
Wow… das nenn ich mal ein Bad. Da sieht ja das Vertrauensschülerbad aus wie ein Kinderplanschbecken. Wenn er so ein tolles Badezimmer hat… warum benutzt er es dann nicht öfters? Sie räusperte sich.
„Verschwinden sie Miss Granger. Ich kann mich nicht erinnern ihnen erlaubt zu haben meine privaten Räume zu betreten…" Snape hatte sich nicht bewegt, er saß immer noch auf dem Wannenrand und hatte das Gesicht mit den Händen verdeckt? Hatte er geweint? Niemals… Snape doch nicht! Hermine musste abermals ein Grinsen bei dem Gedanken unterdrücken.
„Die Türe war offen…", versuchte sich Hermine zu rechtfertigen, doch sie wusste daß dies nur eine fadenscheinige Ausrede war zumal die zweite Türe geschlossen war… ja, aber nicht ABgeschlossen.
„Das heißt noch lange nicht, daß es ihnen das Recht gibt durch sie hindurch zu gehen und mich in meiner Wohnung zu belästigen!"
„Dann hätten Sie sie eben schließen müssen!" Ja Hermine! Gib ihm contra!
„Miss Granger!" Snapes Stimme klang wütend und gleichzeitig erschöpft. Er ließ die Hände fallen und hob den Kopf an. Hermine erschrak so sehr, daß sie einige Meter nach hinten taumelte und sich die Hand vor den Mund schlug. Snape wollte noch etwas erwidern, doch seine Schultern sackten zusammen. „Gehen sie Miss Granger… bitte!"
Bitte… er hat bitte gesagt. Das ist das erste mal daß ich Snape höre wie er jemanden um etwas bittet. Ich dachte das Wort Bitte wäre längst aus seinem Wortschatz verband! Also wenn er schon bitte sagt, dann muss es ihm echt mies gehen.
Doch Hermine konnte nicht gehen. Sobald sie sich gefaßt hatte, ging sie langsam wieder auf ihn zu und setzte sich auf den Wannenrand neben ihn.
„Lassen sie sehen Professor Snape…"
„Ich habe sie gebeten zu gehen…" Ja, seine Stimme klang wirklich erschöpft. Er drehte den Kopf zur Seite doch Hermines Arm schnellte hervor.
„Wissen sie… ich kann sie absolut nicht ausstehen Professor Snape… aber so was wünsche ich nicht einmal ihnen. Und nun lassen sie sehen."
Snapes Kopf war zu ihr herumgerissen und er sah sie böse an. „Ich habe nie von ihnen verlangt daß sie mich mögen müssen!" Zischte er sie an, doch Hermine versuchte ruhig zu bleiben. „Nein, das haben sie nie… und das ist auch gut so."
Sie stand auf, griff nach einem Handtuch und tränkte es mit Wasser, als wollte sie es zum absaufen bringen. Damit ging sie zurück zu Snape um sein Gesicht zu reinigen.
„Verdammt Granger… sie tropfen mir den ganzen Umhang voll."
„Und wenn schon. Der ist eh schon ruiniert. Oder finden sie diese Brandflecken schick?" Fuhr Hermine ungerührt fort. In der Tat sah Snapes Kleidung mindestens so sorgniserregend aus wie sein Gesicht. Sie konnte deutlich spüren wie er unter der Berührung des Handtuches zusammen zuckte. Das mußten doch höllische Schmerzen sein, wie konnte er so was einfach wegstecken wie nix? Wie war das nochmal mit den Gefühlen?
„Was war das für ein Trank?" Versuchte Hermine eine Konversation zu beginnen. Doch Snape schien nicht der Meinung zu sein sich mit ihr Unterhalten zu müssen. „Das geht sie nichts an!" Bellte er sie an und Hermine zuckte abermals zusammen. „Professor Snape… hören sie auf mich ständig anzuschnauzen…"
Hermine stand auf und sah sich in seinem Bad um. Sie suchte nach einer Salbe… eine Brandsalbe. „Ich bin sofort wieder da…", damit verließ Hermine das Bad und kehrte ins Labor zurück. Auf der Liste die sie für die Krankenstation herstellen sollte, stand ganz oben Brandsalbe. Mit der Dose in der Hand kehrte sie zurück ins Badezimmer.
Snape war mittlerweile aufgestanden und hatte sich seines Umhanges und seines Gehrockes entledigt. Beides war achtlos ins Eck geworfen worden. Hermine hielt mitten in ihren Schritten inne und starrte fast schon gebannt auf den Mann der gerade dabei war sein Hemd auszuziehen und somit seinen Oberkörper zu entblößen. Hermine mußte schlucken. Oh verdammt… aus diesem Blickwinkel hatte sie Snape noch nie gesehen. Für sie war er einfach nur eine unförmige Fledermaus… aber daß sich unter all dieser Kleidung auch ein wohlgeformter Körper befand, damit hätte sie nie gerechnet. Warum auch.
Hermine räusperte sich ein wenig um auf sich aufmerksam zu machen. Snape drehte sich nicht zu ihr um und winkte sie nur müde zu sich her. Angespannt lief sie zu ihm hinüber. Mittlerweile hatte sie erkannt, warum er seinen Oberkörper frei gemacht hatte. Denn was als harmloser Brandfleck auf der Kleidung zu sehen war, wirkte auf der Haut weniger harmlos.
„Sie sollten sich setzen…" Hermine hatte Snape eine Weile beobachtet als er plötzlich anfing beachtlich zu schwanken, das Gleichgewicht verlor und sich noch am Waschbecken zu stützen versuchte. Doch seine Beine gaben nach und Snape klappte vor ihren Augen wie eine Marionette zusammen.
TBC
