Disclaimer Kap. 1
Ich werde mich mit meinem Vorwort kurz halten. Ich möchte nur noch einmal vorwarnen, dass es in diesem Kapitel böse wird und es hier zum äußersten kommt. Wer sich Dinge leicht zu Herzen nimmt, sollte dieses Kapitel nicht lesen.
Ansonsten wünsche ich euch viel Spaß mit dem Kapitel.
Kapitel 13
Kaum war Hermine zuhause gewesen, hatte sie sich zurückgezogen. Sie wollte weder mit ihrem Vater noch mit ihrer Mutter reden. In ihren Augen waren die beiden nicht würdig ihre Eltern zu sein. Doch hatte sie eine andere Wahl? Auch wenn sie bei den Zauberern schon Volljährig war… hier in der Muggelwelt würde sie es erst in einem Jahr sein. Außerdem würde Hermine erst mit 18 Jahren an ihr Konto kommen, welches ihre Eltern für sie kurz nach der Geburt angelegt hatten. Das sie alleine für ihre Tochter so ein Konto angelegt hatte, war ja schon fast ein Wunder. Aber vermutlich wollten sie das Konto Hermine nächstes Jahr zum Geburtstag schenken und sie mit dem nächsten Atemzug aus dem Haus werfen. Aber was Hermine im Moment doch noch ziemlich beschäftigte war dass ihre Mutter ihr auf der Autofahrt erzählt hatte dass sie schwanger war. Nein, im Grunde hatte sie Hermine gar nichts sagen müssen. Man sah es auch so das ihre Mutter im 9. Monat schwanger war. Das Kind tat ihr jetzt schon leid und vielleicht würde sie es auch entführen und woanders groß ziehen! Aber vielleicht hätte es das Kind ja besser, denn dieses Mal war es ein Wunschkind. Allerdings… würde das auch etwas am Verhalten ihres Vaters ändern?
Wenn sie nur schon jetzt an das Geld kommen würde, dann könnte sie das Geld packen und irgendwo in ein Hotel gehen… aber sie hatte keine Chance. Statt dessen musste sie mit ansehen wie ihre Mutter immer mehr Babyzeug kaufte. Grauenhaft. Aber noch schlimmer war, dass sie aus ihrem Zimmer heraus gemusst hatte und in das kleine Gästezimmer abgeschoben worden war. Und natürlich hatte auch dieses Zimmer keine Schlüssel.
Hermine lag auf ihrem Bett, hatte die Decke bis zum Anschlag hochgezogen und las in einem ihrer vielen Bücher. Lesen war für sie immer noch die beste Methode sich abzulenken. Zwar hatte sie zwischendurch auch mal den Fernseher angestellt oder mit alten Freunden telefoniert, doch die meiste Zeit war sie einfach nur im Bett gewesen und wenn sie ehrlich war, dann war sie froh darum niemanden sehen zu müssen.
Draußen wurde das Licht immer spärlicher und Hermines Augen immer schwerer. Er war bis jetzt noch nicht dagewesen… außerdem war ihre Mom im Haus… also sollte sie getrost einschlafen können. Schlußendlich legte sie das Buch zur Seite und schloss die Augen. Wenn sie doch nur zaubern dürfte… dann würde sie wenigstens magisch die Türe abschließen. Einen Schlüssel hatte sie schon lange nicht mehr… oder hatte sie überhaupt jemals einen für ihr Zimmer besessen?
Hermine schlief schon als sich unten die Haustüre öffnete und wieder schloss. Genauso wenig vernahm sie das Motorgeräusch des Autos, welches sich vom Haus entfernte. Hätte Hermine dies mitbekommen… würde sie nicht so seelenruhig in ihrem Bett liegen und schlafen. Panik würde sich in ihrem Körper breit machen und die Luft würde ihr zum atmen fehlen.
Langsam öffnete sich die Türe zu ihrem Zimmer. Eine in Schatten gehüllte Person kam langsam in ihr Zimmer und setzte sich auf das kleine Bett welches Hermine schon seit ihrem 10 Lebensjahr besaß. Eine Hand streckte sich aus und strich ihr sanft die Haare aus dem Gesicht. „Es ist schön daß du wieder zuhause bist…", flüsterte die Stimme sanft.
Schlagartig war Hermine wach. Sie japste nach Luft, rappelte sich auf und drückte sich ins Eck ihres Bettes. „Bitte geh aus meinem Zimmer…", flehte sie. Doch die Person rührte sich nicht vom Fleck. Statt dessen antwortete sie seelenruhig. „Hast du mich denn nicht vermißt?" – „NEIN!" Krisch Hermine panisch, versuchte weiter ins Eck zu kriechen, doch da war längst kein Platz mehr. Eine Hand streckte sich nach ihr aus und strich ihr über die Schultern. „Komm her… und sei ein bißchen lieb zu mir..." – „Geh weg… geh einfach nur weg…"
Tränen liefen Hermine über die Wangen die Angst war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Sie wusste genau was jetzt passieren würde… und sie würde sich wieder nicht wehren können… aber ohne Kampf würde sie es nie so weit kommen lassen.
Sie versuchte aus dem Bett zu springen, doch ein starker Arm packte sie und drückte sie zurück ins Bett. „Zwing mich nicht dazu Hermine… du weiß daß es mir jedes Mal leid tut, dies tun zu müssen." Leid tun… das sie nicht lachte. Seit wann tat diesem Mann etwas leid? Ja, es tat ihm vermutlich leid wenn er ausversehen zu viel Geld ausgegeben hatte oder ihn jemand ums Ohr gehauen hatte… aber sowas? Niemals. Hermine hörte nicht auf ihn sonder versuchte weiter das Bett zu verlassen. Ein schwerer Schlag traf sie ins Gesicht.
Sofort zuckte sie in sich zusammen… Die Kraft sich zu wehren schwand… die Angst nahm überhand. „Und.jetzt.sei.lieb.zu.mir!" Jedes einzelne Wort dröhnte in Hermine als wäre es in meinem Sonarus Zauber in ihr Ohr gebrüllt worden, dabei wurden die Worte leise, aber bestimmt ausgesprochen. Sie spürte wie sie grob in den Haaren gepackt wurde und das Gesicht nach unten gedrückt wurde.
Nein… bitte nicht. Ich bin auch artig… aber bitte lass mich das nicht tun. Es ist eklig!
„Mach schon!" Zischte die Stimme sie an. Hermine fühlte sich einsam und verlassen… sie hasste sich in diesem Moment selbst so sehr, vielleicht noch mehr als ihren Vater. Weil sie es nicht schaffte sich zu wehren… Ein harter Schlag auf den Rücken preßte ihr sämtliche Luft aus dem Körper, dennoch öffnete sie den Mund und kam dem grauenhaften Wunsch nach.
Übelkeit sammelte sich in Hermines Magengegend und sie konnte nichts dagegen tun als sie sich Minuten später neben ihr Bett ergeben mußte. Es war nicht nur der frische Samen der den Brechreiz ausgelöst hatte. Es war die ganze Situation. Und auch die Tatsache dass ihr Magen fast leer war, änderte nichts daran das Hermine Galle spie. Doch die Person schien das nicht weiter zu interessieren. „Jedes Jahr das gleiche Problem mit dir… warum mußt du dich auch immer wehren Hermine… ich weiß doch daß du das auch willst, also hör auf dich zu wehren. Ich weiß doch was für eine kleine Schlampe du bist…"
Hermine sagte kein Wort, sie hätte auch gar nichts sagen können. Ein brennen in ihrem Hals, als hätte sie sich die Speiseröhre weggeätzt, hinderte sie daran. Doch hätte sie auch nichts mehr gehabt was sie sagen wollte. Denn hinhören, was ihr Vater von sich gab, tat sie schon lange nicht mehr. Sie war bereits in ihre eigene Welt versunken, ein eine Welt die schön war… in einer Welt in der so etwas wie hier nicht existierte. Apathisch lag sie auf ihrem Bett, ihr Körper entblößt. Sie nahm nichts mehr von ihrer Umwelt wahr, dies war die einzige Möglichkeit es zu überstehen… zumindest für Hermine. Sie spürte nicht den stechenden Schmerz zwischen ihren Beinen, spürte nicht wie er sich an ihr befriedigte… Wie er sie mit lüsternen Blicken ansah, wie er in sie hämmerte… wie er seine Gier stillte. Sie wollte in dem Moment einfach nur tot sein, vielleicht würde sie einfach aus dem Fenster springen wenn sie alleine war.
Ein lauter Schlag, gefolgt von dem Geräusch einer berstenden Scheibe hallte im Raum. Jemand sprang durch das Fenster und packte den Mann der auf Hermine lag, sie beschmutzte und schleuderte ihn zum anderen Ende des Raumes.
„Wie können sie das ihrer eigenen Tochter antun? WIE?" Die Wut in diesem Mann lies ihn erzittern. Die schwarzen Augen hatten einen stählernen, vernichtenden Blick als er zu Hermines Vater ins Eck des Zimmers sprang. „Ja… wehren sie sich… so wie Sie es getan hat… los…", zischte der Fremde ihn an, holte aus und schlug in das Gesicht des Vaters. Mr. Grangers Kopf flog gegen die Wand und der dumpfe Aufschlag erfüllte den Raum für Sekunden. Bewußtlos brach er auf dem Boden zusammen. Ohne weiter auf ihn zu achten, rannte der Fremde zum Bett, beugte sich über das apathische Gesicht. „Natürlich. Den starken Kerl spielen und dann wegen einer kleinen Ohrfeige umkippen. Ich sollte das gleiche mit ihnen machen, was sie mit ihrer Tochter getan haben! Aber ich bin kein Schwein! Ich bin kein Monster! Nicht so eins! Sie gehören auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zu schade dass das verboten ist!" Der fremde spuckte angewidert auf die bewusstlose Person.
„Miss Granger… können sie mich hören? HERMINE!" Seine Stimme ein wenig klang panisch. Selbst Angst und Erschrecken lagen darin… Etwas, was vermutlich die letzten 20 Jahre niemand mehr von ihm vernommen hatte. Eine Mischung die Hermine langsam zurück in die wirkliche Welt brachte. Verwirrt blickte sie in das Gesicht, welches über sie gebeugt war.
„Professor Snape?" Träumte sie? Sie blinzelte ein paar mal. Etwas schwarzes hatte sich neben ihr nieder gekniet, versuchte sie wachzurütteln. Aber konnte es wirklich Snape sein? Nein… vermutlich nicht. Es war ein Scherz welcher von ihrer eigenen Fantasie gespielt wurde. Sie wollte noch etwas sagen, doch der Schwindel übermannte sie ehe es schwarz vor ihren Augen wurde.
Suchend blickte sich Snape in ihrem Zimmer um, ehe er die Decke packte und die nackte Hermine darin einwickelte. Behutsam hob er sie hoch, ging mit ihr einen Schritt zurück und apperierte zurück nach Hogwarts.
Stunden waren vergangen ehe Hermine die Augen wieder aufschlug. Wo war sie? Das war nicht ihr Zimmer… aber sie kannte den Raum. Doch im Augenblick konnte sie ihn nicht zuordnen. Was war geschehen… sie war zuhause in ihrem Bett gewesen und plötzlich stand ihr Vater vor ihr… und er…
Die Erinnerung traf Hermine wie ein Kübel mit Eiswasser. Sofort schüttelte sie ein heftiger Weinkrampf. Das junge Mädchen übergab sich erneut auf den Boden neben dem Bett. Hätte sie genauer hingeschaut, so hätte sie gesehen wie jemand gerade noch ausweichen konnte um nicht getroffen zu werden.
„Pschschscht…" Ein Arm legte sich beschützend um sie. Dankend nahm Hermine diese Geste an und weinte stumm vor sich hin. Für sie ging keine Gefahr von dieser Umarmung aus… im Gegenteil. Sie wirkte tröstend und beschützend. Und daran klammerte sie sich im Moment. Sie brauchte Schutz… egal von wem!
Es dauerte eine Weile bis Hermine sich beruhigt hatte. Sie zog sich aus der Umarmung zurück und sah an sich herunter. Sie trug ein schwarzes Hemd… und eine schwarze Boxershorts. Hermine war sich ganz sicher, daß sie solche Kleidung nicht besaß und auch noch nie gesehen hatte. Verunsichert blickte sie sich im Raum um und erkannte eine schwarzhaarige Person neben ihr, in deren Armen sie so eben gelegen hatte.
„Professor Snape… aber…"
Was sollte sie sagen? Eine Frage nach der anderen schoß ihr durch den Kopf. Klar, jetzt wusste sie auch wie war. Sie war in Snapes Schlafzimmer gewesen. Aber wie kam sie hier her? Langsam kam auch die Erinnerung zurück, daß Snape es war, der sie aus dieser Hölle befreit hatte. Fragend sah sie ihn an. „Woher…?"
„Warum haben sie nicht gesagt was bei ihnen Zuhause passiert?" Seine Stimme war sanft und doch lag ein gewisser Vorwurf in seiner Stimme. Noch nie hatte sie ihren Lehrer so reden hören… noch nie hatte sie so viel Gefühl in seiner Stimme gehört.
„Es ist unhöflich mit einer Gegenfrage zu antworten…", brachte Hermine leise hervor und Snape brach in schallendes Gelächter aus. Hermine zuckte zusammen. War sie denn noch am Leben? Oder hatte sie dieses bereits hinter sich gelassen. Vielleicht lag sie auch im Koma, aber dies konnte unmöglich die reale Welt sein. Ein Snape lachte nicht… ein Snape rettete nicht… ein Snape tröstete nicht… ein Snape war böse!
„Sie sind doch noch ganz die alte…", schmunzelte er während er sich wieder beruhigt hatte. „Ich beantworte ihre Frage… wenn sie danach meine beantworten! Woher ich davon wusste? Ich habe es in ihren Augen gesehen. Nicht genau was passieren würde, nein. Aber die pure Angst in ihren Augen. Es war die gleiche Angst die ich in den Menschen gesehen haben die Voldemort gegenüberstanden und sich bewußt waren daß sie nun bald ihr Leben aushauchen würden. Ich wusste nicht was diese Angst in ihnen ausgelöst hat. Aber ich wusste daß es etwas schlimmes war. Und es hat mir auch keine Ruhe gelassen. Also habe ich beschlossen nachzuschauen. Und wie es mir scheint bin ich im richtigen Augenblick gekommen. Sagen sie mir Miss Granger… war es jeden Sommer so?"
Hermine nickte. Ja… jeden Sommer. Und es wurde immer Schlimmer. Sie hatte sich schmutzig und gebraucht gefühlt. Sie hatte ihren Vater nie verstanden und ihre Mutter erst recht nicht. Sie hatte die Augen verschlossen… so getan als wüßte sie von nichts. Doch Hermine war sich sicher, daß sie es zumindest hätte erahnen müssen.
„Nun… sie sind an der Reihe meine Frage zu beantworten."
Hermine schluckte. Sie wollte diese Frage nicht beantworten aber Snape würde wohl nicht locker lassen… oder doch? „Weil… ich… ich Angst hatte das mir niemand glauben würde…", flüsterte sie leise. „Ich habe es meinen Großeltern erzählt… sie haben mir nicht geglaubt. Haben mir als eine Lügnerin und Schande der Familie dargestellt… ich dachte sie werden … nein niemand würde mir glauben."
Snape stand langsam auf.
„Sie sollten sich noch ein wenig ausruhen Miss Granger. Sie brauchen keine Sorge haben, ich werde ihnen nichts tun. Sie sind hier in Sicherheit. Sollten sie meine Hilfe benötigen, finden sie mich im Wohnzimmer. Schlafen sie…" Er rutschte vom Bett und deckte Hermine fürsorglich zu. Mit einem Lächeln verschwand er aus dem Raum.
Sie kuschelte sich in das schwarze Hemd, schmiegte sich an die Bettdecke. Ja, sie fühlte sich sicher… zum ersten Mal in ihren Sommerferien.
