Sonstige Hinweise: Ich habe bisher noch keinen Betaleser gefunden, der meine Fehler korrigiert. Aus diesem Grund bitte ich euch ein wenig Nachsicht zu haben was meine Schreib- und Grammatikfehler angeht. Den restlichen Disclaimer findet ihr in Chap 1.
Ich muss gleich von vornherein sagen dass dies ebenfalls ein recht heftiges Kapitel wird. Wer es nicht lesen möchte, weil es ihm doch an die Nieren geht, sollte dieses Kapitel auslassen. Zumal Hermines Geschichte eine wahre Geschichte ist…
Mionecoop – Nein, nach Hogwarts kann man nicht apperieren, aber kurz davor eben… So hatte ich das eigentlich gedacht.
So… und nun lass ich euch los auf dieses doch recht depressive Kapitel.
Kapitel 15
Irgendwann war Hermine in einen unruhigen Schlaf gefallen. Sie hatte wieder diesen Traum… der Traum der sie bereits ihr halbes Leben verfolgte. Doch dieses mal schien er heftiger als sonst zu sein… als würde alles noch einmal passieren.
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Die Sonne stand hoch am Himmel, ihre Strahlen schienen durch die halb zugezogenen Fenster. Der Fernseher lief, ein blauer Zauberer mit Spitzhut und Zauberstab hüpfte über den Bildschirm. Hermine seufzte. Wenn sie doch auch zaubern könnte… Dann würde sie sich ein Haustier zaubern! Sie wünschte sich schon so lange einen Hund, doch weder ihre Mutter noch ihr Vater erlaubten ein Hund. Oder wenigstens eine Katze… aber nicht mal ein Kaninchen wurde ihr erlaubt. Sie sei angeblich noch nicht reif genug für ein Tier. Hermine grunzte leise vor sich hin. Nicht reif genug… vermutlich war sie reifer als ihre Eltern zusammen. Was wollten die eigentlich von ihr?
Sie war die beste in der Schule… nächstes Jahr würde sie auf eine Schule für Hochbegabte kommen. Alle Eltern wären auf dieses Kind stolz… nur ihre eigenen waren es irgendwie nicht. Sie übergingen Hermine immer wieder. Ihre Mutter war ständig damit beschäftig mit den Patienten ihres Mannes zu flirten und ihr Vater kuckte jedem Rock hinterher, der nicht schnell genug aus seiner Sichtweite kam. Ihre Zahnarztpraxis lief blendend. Ihre Eltern hatten für alles Zeit der Welt… fürs Golf spielen am Wochenende, fürs Shoppingwochenende nach Mailand oder mit ihrer Yacht übers Wasser zu schippern. Doch für ihre Tochter hatten sie selten bis nie Zeit.
Das Hermine ein Unfall war, bekam sie oft zu spüren. Egal wie sehr sie sich anstrengte um ein einziges Lob von ihren Eltern zu bekommen… sie bekam entweder verletzende Worte an den Kopf geworfen oder wurde gänzlich ignoriert.
Traurig saß das 10 Jährige Mädchen auf dem Sofa und sortierte Socken. Ihre Hausaufgaben hatte sie längst erledigt und außerdem hatte sie wieder einmal mehr gemacht als nötig war. Bei ihren Lehrern war sie schwer beliebt… bei ihren Mitschülerinnen gehasst. In der ersten Klasse ging es noch, jedes mal wenn sie eine Klasse weiter kam, wurde sie immer einsamer. Ihre Mitschülerinnen taten sie als Streberin ab und kehrten ihr den Rücken. Niemand wollte mit einer Streberin zusammen sein die schon den Stoff von 3 Jahren voraushatte. Warum Hermine sich jedoch so sehr in das lernen stürmte, interessierte keinen. Wenn sie doch nur mal fragen würden.
„Ach lieber Gott… wenn du mich nur ein bisschen lieb hast… dann mach eine Zauberin aus mir… dann kann ich mir einen Hund zaubern… und eine neue Familie…" Ja, ein bisschen Kind war auch noch in Hermine vorhanden, doch nach dem äußeren zu schließen wirkten ihre Züge zwar kindlich aber ihr Verhalten jedoch sehr erwachsen.
Immer wieder schielte Hermine zum Bildschirm, als wenn dadurch ihr Wunsch schneller in Erfüllung gehen würde. Doch dass sich dieser eine Wunsch, eine Zauberin oder besser gesagt eine Hexe zu sein erfüllen würde und dies noch in den nächsten 3 Monaten… damit hätte Hermine nie gerechnet und jeden ausgelacht der ihr erklären wollte dass sie im Grunde längst eine Hexe war.
Hermine schaute suchend über die Socken, welche sie auf dem Sofa ausgebreitet hatte. „Wo bist du… du blaue Socke mit den Schmetterlingen… ahhhh… da bist du ja!" Hermine beugte sich nach vorne und griff sich die Socke. Im anderen Teil des Hauses hörte sie ein Tür schlagen. Ihr Vater… er war im Büro und arbeitete irgendwelche Patientenakten aus während ihre Mutter irgendwo in der Stadt war. Die Praxis ihrer Eltern war an diesem Tage geschlossen. Zu Hermines Leid. Sie mochte es nicht mit ihrem Vater alleine zu sein. In letzter Zeit warf er ihr immer so komische Blicke zu. Blicke die ihr eine Gänsehaut über den Körper jagte. Sie mochte diese Blicke einfach nicht!
Sie versuchte diese Art von Gedanken zu verscheuchen und widmete sich ihren Socken wieder. Das ihr Vater plötzlich im Türrahmen stand, hatte sie nicht einmal bemerkt, so sehr war sie in ihre Arbeit vertieft. Doch ein mulmiges Gefühl lies sie aufschauen. „Oh… hallo Vater…" Sie schluckte schwer und senkte sofort wieder den Kopf. Schau ihn nicht an… ignoriere ihn so wie sie es auch immer mit dir getan haben…
„Na du…", fing er lächelnd an. Hermine hob den Kopf und sah ihn misstrauisch an. Da war wieder dieser Blick… und dieses Lächeln. Etwas falsches lag darin. Doch Hermine zwang sich zurück zu lächeln. Doch das Glitzern in seinen Augen machte ihr Angst. „Wo ist Mama…?" Sie schluckte bei ihren Worten. Warum fühlte sie sich plötzlich verdammt unwohl? „Die ist in London shoppen. Du kennst doch deine Mutter…" Ja, leider kannte sie ihre Mutter doch in diesem Moment wäre es ihr lieber gewesen wenn diese Frau die sich Mutter nannte hier gewesen wäre.
Langsam kam ihr Vater auf Hermine zu. Unwillkürlich rutschte Hermine ein wenig tiefer in das Sofa um vor ihm zurück zu weichen. Seid wann suchte ihr Vater denn ihre Nähe auf? Seid wann? Auf der Sofalehne neben ihr ließ er sich nieder und musterte sie intensiv. „Ist was?" Fragte Hermine unsicher. „Nein, was sollte sein? Darf ich denn nicht einmal meine wunderschöne Tochter anschauen?"
Nein! Darfst du nicht! Nicht so! Hermine schluckte abermals. Sie fühlte sich so verdammt unwohl. Einen Moment überlegte sie sich ob sie nicht einfach aufstehen sollte und ihr Zimmer gehen. Aber würde er ihr folgen? Sie zuckte zusammen als eine Hand nach ihrem Kinn griff und dieses Anhob. „Mir ist noch nie aufgefallen wie Bildhübsch du doch bist…", flötete er in einem süßlichen Ton. „Nein? Das liegt vielleicht daran dass du mich noch nie beachtet hast…", gab Hermine in einem sarkastischen Ton zurück. „Aber, aber Hermine… Wie kannst du so etwas sagen?" Hermine wollte ihm etwas entgegen schreien, doch die Finger, welche über ihre Wangen strichen hielten sie davon ab.
Hermine schlug die Hand aus ihrem Gesicht. „Hör auf damit. Ich mag das nicht?" Sie rutschte noch ein wenig weg von ihm. Doch er ließ sich nicht von ihrem Handeln abschrecken, hob erneut den Arm und strich ihr durch das Haar. „Du hast das gleiche, wunderschöne Haar wie deine Mutter… und auch die Augen wie sie. Du bist genauso schön wie deine Mutter…", flüsterte er fasziniert. Langsam wurde Hermines Puls immer schneller. Sie bekam es mit der Angst zu tun.
„Ich bin aber nicht Mutter… ich bin Hermine!" Sie versuchte die Angst in ihrer Stimme zu unterdrücken. „Ich weiß… aber du bist wie sie…", flüsterte ihr Vater weiter als seine Hand über Hermines Schulter zu dem leichten Ansatz ihrer Brüste strich. „Lass mich in Frieden! Ich mag das nicht! Hörst du?" Hermine drückte sich immer mehr in das Sofa, ihre Augen waren weit aufgerissen. Geh doch weg… warum gehst du denn nicht einfach weg? Bitte!
Das Gesicht ihres Vaters kam immer näher. Hermine schloss ängstlich die Augen. Was sollte das werden? Was? Sie hörte wie er nah an ihrem Ohr die Luft fest einatmete. „Und du duftest wie deine Mutter…", flüsterte er. Seine Stimme klang abwesend. „Ich bin nicht Mutter ich bin deine Tochter!" Etwas in ihren Worten ließ ihn zurückzucken und sie eingehend mustern. „Dann zieh dich gefälligst nicht so anreizend an und benehme dich nicht wie eine billige Straßennutte…"
Hermine riss die Augen auf. „WAS?" Sie starrte ihren Vater an. Sie wusste was eine Nutte war… Oh ja… Auch wenn es die meisten in ihrem Alter noch nicht wussten. Aber Hermine war des Lesens mächtig und hatte somit sämtliche Lexikons nahezu verschlungen. Aber dennoch hatte sie solch eine Frau noch nie gesehen. Was genau machte diese Frauen aus? Wie benahmen sich solche Frauen?
Hermine stieß ihren Vater grob von sich und sprang auf. Es hatte sie viel Mut gekostet so zu handeln. Ihr Vater war weitaus stärker als sie! „Fass mich nicht an!" Zischte sie ihn an. Ekel brach in ihr aus. Die Hand ihres Vaters hatte sich fest um das dünne Handgelenk seiner Tochter geschlungen. „Was ist los mit dir Hermine? Willst du denn nicht ein bisschen nett zu deinem Vater sein? Alle Kinder sind nett zu ihrem Vater. Nur du nicht!" Hermine riss an ihrem Arm und versuchte sich loszureisen. Plötzlich fand sie das Wohnzimmer nicht mehr so gemütlich wie er ihr sonst immer erschienen war. Sie fühlte sich gefangen wie ein Tier im Käfig und jede Sicherheit die dieser Raum sonst ausgestrahlt hatte war verschwunden.
„Nein… das möchte ich nicht… du warst auch nie nett zu mir!" Seine andere Hand traf sie hart an der Wange. Tränen kullerten gegen ihren Willen über die Wangen. „So dankst du mir also dass ich dir das Leben geschenkt habe und dich hier in meinem Haus aufgezogen habe? Ich habe all meine Jahre für dich geopfert und du kannst nicht einmal ein wenig Nett zu deinem Vater sein?"
„Lass mich bitte los…", Hermines Stimme hatte jegliche Kraft verloren. Sie weinte nun aus vollem Herzen. Sie wollte nur noch weg hier. „Wenn du weinst bist du noch schöner…", lachte ihr Vater, zog sie grob zu sich und presste ihr seine Lippen ins Gesicht. Dann stieß er sie von sich. „Los, verschwinde schon. Es ist eine Schande so was Jämmerliches wie dich sehen zu müssen!"
Hermine griff sich an das Handgelenk. Das ließ sie sich kein zweites mal sagen. Sofort drehte sie sich um und verschwand aus dem Wohnzimmer. In ihrem Kinderzimmer versteckte sie sich unter der Decke und weinte leise vor sich hin. Sie wollte nicht dass ihr Vater sie hörte wenn er am Zimmer vorbei kam. Was war nur mit diesem Mann los gewesen? Was hatte Hermine getan dass er so handelte? Sie verstand nicht warum er das mit ihr tat… es ging über ihren Verstand hinaus.
Die Sonne war bereits untergegangen und die Dunkelheit nahm ihre Stelle ein. Es war Zeit für das Abendessen, doch Hermine verspürte keinen Hunger. Sie wollte ihren Vater nicht sehen… nie wieder. Natürlich war ihr klar, dass sie ihm nicht einfach aus dem Weg gehen konnte, schließlich lebte er im gleichen Haus wie sie. In einigen Gedanken überlegte sie sogar ob sie ihn nicht einfach verlassen konnte. Ob sie weglaufen sollte.
Hermine schlich sich ins Badezimmer und machte sich Bettfertig. Ebenso schnell und leise schlich sie sich wieder zurück in ihr Zimmer. Unter der Bettdecke kauerte sie sich zusammen. Sie hatte noch nicht einmal jemanden mit dem sie darüber reden konnte… Wenn sie doch wenigstens eine Freundin hätte…
Es dauerte eine weile bis Hermine endlich in den ersehnten Schlaf fiel. Wenigstens ihre Träume schienen ein erbarmen mit ihr zu haben und stellten sich als recht zufrieden stellend heraus. Doch plötzlich veränderte sich ihr Traum… er entwickelte sich zu etwas vor dem sie am allermeisten Angst hatte. Sie spürte überall an ihrem Körper Hände… sie strichen sie an Stellen die ihr die Schamesröte ins Gesicht schießen ließen. Sie schreckte aus ihrem Traum hoch und versuchte sich zu orientieren.
Diese Berührungen… warum fühlte Sie sie immer noch? War sie noch nicht wach? „Ich dachte schon du wachst gar nicht mehr auf…", flüsterte eine Stimme im dunkeln. Hermine wurde sofort stocksteif. Die Stimme ihres Vaters. Ihr Alptraum war zur Wirklichkeit geworden. „Was… machst du hier…" Es hatte sie erneut viel Mut und Selbstbeherrschung gekostet zu fragen. „Das holen was mir schon längst gehört…" Sie konnte sein grinsen selbst im Dunkeln sehen. Hermine wollte aus dem Bett springen doch sein Körper drückte sie in die Matratze. Seine Hände berührten sie überall… und seine Lippen küssten ihren zitternden Körper.
Immer wieder versuchte Hermine sich zu wehren und los zu kommen, doch sie war einfach zu schwach dazu. Sie schrie um Hilfe, doch keiner schien sie zu hören. Dabei war sie sich sicher gewesen dass sie im Flur jemanden hatte laufen hören… Ihre Mutter war am Zimmer vorbei gelaufen und hatte so getan als wäre nichts gewesen, da war sie sich absolut sicher. „Bitte… hör auf… bitte…", flehte das Mädchen, doch der Mann über ihr ließ ihr keine Wahl.
Er schlug ihr ins Gesicht, doch Hermine wollte weiterkämpfen. Doch sie hatte nicht einen Hauch einer Chance. Ein Schmerz zog sich um ihre Hüpfen als sie spürte wie er grob ihren Slip vom Körper gerissen hatte. Mit aller Gewalt presste sie ihre Beine zusammen. Doch sie war nicht annähernd so stark wie er.
Sie schrie auf als sie einen stechenden Schmerz zwischen ihren Beinen spürte, dann ging ihr Schrei in ein weinen über, welches in ein wimmern überging… Sie war gebrochen… Hermine wollte in diesem Moment nur noch sterben… Sie hasste das Leben so sehr. Was um sie herum passierte nahm sie nicht mehr war. Ihr wurde schlecht… dann schwarz vor den Augen. Sie nahm nur noch schwach war wie etwas Warmes über ihr Gesicht lief… dann hatte sie endgültig das Bewusstsein verloren.
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„NEIN! LASS MICH LOS!" Hermine schlug um sich, schlug auf die Person ein welche sie festhielt. „Ich bring dich um… ich bring dich um…", schrie sie aus voller Kraft.
„Hermine… ich bin es… Severus… ich will dir nichts tun… hör auf nach mir zu schlagen…" Doch Hermine ließ nicht locker. Irgendwie hatte er es geschafft sich von ihr zu befreien und aus dem Bett zu springen. „Hermine sieh mich an! Ich habe dir nichts getan! Ich bin hier um dich zu Schützen! Ich bin hier um dein Freund zu sein!"
Er jetzt ließ Hermine nach und sackte auf dem Bett zusammen. Tränen kullerten ihr über die Wangen als sie zu Severus hochsah. „Es tut mir leid…", flüsterte sie leise. Sie schloss die Augen und atmete ein paar mal tief durch ehe Sie sie wieder öffnete. Vor ihr stand immer noch ein aufgelöster Severus Snape, der dank ihr, ziemlich mitgenommen aussah. „Ich wollte sie nicht verletzen…", flüsterte sie Schuldbewusst.
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Im nächsten Teil frühstücken die beiden zusammen und Hermine versucht etwas aus Snapes Vergangenheit heraus zu bekommen.
