Disclaimer in Chap. 1

Jacky – Ich würde dein Angebot gerne annehmen, aber du müsstest dich auch noch mal melden ;-)

Also in diesem Kapitel geht es noch einmal richtig zur Sache… aber dafür ist dies das letzte Kapitel dieser Art. Was aber nicht heißt dass bei den beiden jetzt nur noch Friede, Freude, Eierkuchen herrscht…

Kapitel 17

Severus rieb sich die Augen und lehnte sich ein der Couch zurück. Irgendwie kam sich Hermine vor als würde sie bei einem Psychiater sitzen. Sie blickte auf den Boden um Severus nicht das Gefühl zu geben ihn zu drängen.

„Mein Vater war ein Muggel meine Mutter eine Hexe…", fing er langsam an. „Die meiste Zeit habe ich bei meinem Vater gewohnt weil meine Mutter viel auf Reisen war. Als ich 6 Jahre alt war, starb sie an einer komischen Krankheit die sie sich auf einen der Reisen geholt hatte. Keiner konnte ihr helfen. Ich hab meine Mutter wirklich geliebt und sie mich. Sie war der komplette Kontrast zu meinem Vater. Sie hat mich in den Arm genommen, hat mir Geschichten vorgelesen und hat mich mit Geschenken überhäuft. Als sie starb, hatte ich beschlossen daß ich alles lernen würde um so etwas in Zukunft zu verhindern. Ich habe es ähnlich wie du gemacht… habe angefangen zu lernen und meinen Kummer in Büchern ertränkt.

Aber eben nur meine Mutter war so. Mein Vater war das was ich als richtig grausam bezeichnen würde. Ich hatte noch eine kleine Schwester. Ihr Name war Larena. Larena war 3 Jahre jünger als ich.." Er machte eine kleine Pause, als würde es ihm sehr schwer fallen über sie zu reden. „Er hat mich und Larena oft geschlagen. Wir waren seine persönlichen Diener. Wir mußten ihm was zu essen kochen, mußten den kompletten Haushalt führen und er war ständig in den Kneipen unterwegs und hat sich einen angesoffen. Als Kinder waren Larena und ich wohl Stammkunden im örtlichen Krankenhaus, wundert mich ja heute noch dass wir keine Bonuskarte bekommen hatten", Severus lachte bitter auf.

„Ständig hatten wir irgendwelche Offenen Wunden von den Zigaretten die er an unseren Körpern ausgedrückt hatte weil er es immer so lustig fand wie die Haut darunter gebrutzelt und wir geschrien haben oder Knochenbrüche. Als meine Mutter von einer Reise zurück kam, brachte sie uns ins St. Mungos und erklärte wie wir dort hinkommen würden wenn wieder etwas passieren würde. Ich war ihr dankbar für den Tip, denn so waren unsere Brüche meiste noch am gleichen Tag abgeheilt. Aber mit 5 Jahren hatte ich meinen ersten Heiltrank selbst gebraut von dem kleinen Labor das mir meine Mutter geschenkt hatte. Während sich bei mir die magischen Talente meiner Mutter gezeigt hatten, so hatte Larena nicht so viel Glück. Sie war einfach nur ein Muggel…"

Severus unterbrach seine Erzählung und zauberte sich ein Glas Wasser her. Hermine hatte ihren Kopf irgendwann angehoben und sah ihn schockiert an. Sie wollte ihn so nicht anschauen… doch es ging einfach nicht anders. Und irgendwie erinnerte sie diese Geschichte schwer an ihre eigene. Nur sie hatte Glück oder Pech, wie man es nennen wollte, daß sie ein Einzelkind war.

„Wenn meine Mutter da war, gab es ständig streit und meine Mutter war bei weitem die stärkere von den beiden und nicht nur weil sie zaubern konnte. Eines Abends…", sprach Severus weiter und Hermine zuckte zusammen. Sie war so sehr in ihre eigenen Gedanken vertieft gewesen, daß sie nicht gemerkt hatte daß er bereits wieder bereit war um weiterzureden obwohl sein Blick weit entfernt schien.

„… kam mein Vater wieder stockbesoffen nach Hause. Ich saß wie üblich über meinem kleinen Zauberbuch und erfand kleine Zaubereien. Einen Zauberstab hatte ich bereits zu meinem 5. Geburtstag bekommen. Ich war so stolz wie Oskar darauf…" Er lächelte leicht. „Ich hab solche Sachen erfunden wie daß meine Stofftiere mit mir geredet hatten oder daß sich mein Bett selbst gemacht hat. Kindereien eben…" Dann verschwand sein Lächeln wieder und sein Blick wurde hart. „An diesem Abend saß ich auf meinem Bett und hab mich mit meinen Stofftieren unterhalten und mir von ihnen diverse Meinungen geholt wie ich en Zauber in meinem Zauberbuch schreiben sollte. Larena war längst im Bett gewesen und hat geschlafen. Sie hatte im gleichen Zimmer wie ich geschlafen. Mein Vater kam in das Zimmer… kam auf mein Bett zu. Ich erinnere mich noch wie sehr er nach Rauch und Alkohol gestunken hatte. Er war ziemlich betrunken. Er fing an mich zu schlagen, ohne Grund. Dann riß er mir die Kleider vom Körper und meinte ich müßte jetzt dafür herhalten weil meine Mutter nicht da war… und alles was ich dann noch gespürt hatte war ein kräftiger Schmerz zwischen meinen… Beinen."

Severus hörte auf zu sprechen. Hermine schrie leise auf und schlug sich die Hände vor den Mund. Das war so grausam… jetzt wusste Hermine warum er ihr Freund sein wollte… weil sie etwas miteinander verband. Etwas grausames. Severus war ihrem Blick ausgewichen. „Ich bin noch nicht fertig…", flüsterte er leise und holte tief Luft um weiter zu sprechen. Hermine konnte sich in etwas ausmalen was noch passieren würde.

„Von diesem Abend an ging das oft so. Er kam betrunken nach Hause und nahm mich wie ein Stück Vieh… Ich habe etwas erfunden um meine Sinne zu benebeln damit ich weder den Schmerz noch sonst was mitbekam. Irgendwann wollte er anfangen sich meine Schwester vorzuknöpfen… du meine Güte sie war ein 6 Jahre altes Mädchen." – „Und du warst 9 Jahre…", flüsterte Hermine, doch Severus hatte sie gar nicht gehört und sprach weiter. „Doch ich schaffte es immer wieder ihn von ihr abzulenken und mich ihm… darzubieten… Das hört sich an als wäre ich eine Prostituierte gewesen…" Severus lachte abermals bitter auf.

„Ich liebte meine kleine Schwester und hatte sie versucht vor allem zu beschützen. Und wenn es vor ihrem eigenen Vater war. Bald kam er jeden Abend besoffen heim und hatte immer verrücktere Ideen. Einmal wollte er daß ich schwimmen lernte. Er füllte die Badewanne und drückte mich solange unter Wasser bis ich das Bewußtsein verloren hatte. Ich glaub meine Schwester hatte mich damals rausgezogen. Ich weiß es nicht mehr. Dann wollte er daß ich fliegen lerne weil ich doch auch diese „beschissenen Zauberkräfte" und hat mich aus dem Fenster geworfen. Ich war doch ein Zauberer… ich mußte doch sowas können, das waren seine Worte gewesen." Erneut lachte Severus bitter auf.

„Nur weil ich ein Zauberer war, hieß das noch lange nicht daß ich fliegen konnte. Doch der schlimmste Tag sollte noch kommen. Es war im Januar, 2 Wochen nach meinem 10. Geburtstag. Vater war angetrunken wie noch nie. Jeder andere wäre vermutlich an einer Alkoholvergiftung gestorben… aber nicht er. Er war nach Hause gekommen und hat mich gepackt. Ich weiß nicht was er zuvor gesehen hatte, doch er schlug mich windelweich. Ich hatte kaum noch Kraft, dann fing er an sich zu nehmen was brauchte. Larena hatte meine Schreie gehört und wollte mir helfen. An diesem Abend hatte er vergessen sie in die Besenkammer zu schließen. Ich weiß nicht wo sie diese Eisenstange her hatte, doch sie war in das Kinderzimmer gerannt und fing an mit der Stange nach meinem Vater zu schlagen. Ich schrie sie an sie solle es lassen und verschwinden. Sie sollte sich in Sicherheit bringen. Vor allem weil ich mit ihr zusammen weglaufen wollte. Ich hatte fast genug Geld gespart um für uns Zugtickets zu kaufen und wegzufahren… Doch so weit sollte es nie kommen."

Wieder brach er ab. Seine Augen schienen zu schwimmen. Hermine sah ihn betroffen an. Noch nie hatte sie ihn nur annähernd weinen sehen. Ihn jetzt so zu sehen brach ihr fast das Herz. Doch sie war nicht fähig etwas zu sagen, denn Severus sprach schon weiter.

„Das Geld… ich habe es meinem Vater immer geklaut, sofern ich es konnte. Und dann habe ich noch heimlich in anderen Häusern geputzt und so. Auf jeden Fall war Larena mit dieser schweren Eisenstange ins Zimmer gekommen, aber sie hatte nicht annähernd die Kraft so einen schweren Kerl von Mann ernsthaft zu verletzten. Du mußt wissen daß mein Vater breit wie ein Schrank war und auch mindestens so stark, auch wenn er meiner Mutter gegenüber eine feige Sau und ein Waschlappen war. Er hatte ihr die Stande aus der Hand gerissen als wäre es nichts… Er hatte sich von mir abgewandt und sich Larena zugedreht… dann holte er aus und schlug immer wieder auf sie ein während er sie anbrüllte und mit Wörtern überhäufte die ich bis zu diesem Tage noch nie gehört hatte. Ich bin aufgesprungen wollte ihm die Stange entreißen, doch er schlug auch nach mir. Irgendwann hatte er wohl die Lust daran verloren und war gegangen.

Ich bin zu meiner Schwester gelaufen und hab sie geschüttelt. Doch überall war ihr Blut verspritzt und ihr Kopf hing in einer merkwürdigen Haltung an ihrem Körper… Durch das Blut konnte ich nicht sehen dass er ihr den Schädel eingeschlagen hatte… aber da wurde mir klar ich konnte so viel rütteln wie ich wollte, sie würde nie wieder antworten… sie war tot."

Erste Tränen kullerten ihm über die Wange und seine Fäuste hatten sich fest zu Fäusten geballt, dennoch sprach er weiter.

„Ich habe alles was ich besaß zusammen gepackt und bin noch in der Nacht von zuhause weggelaufen. Ein knappes Jahr habe ich auf der Straße gelebt bis der Brief von Hogwarts kam. Es war die schönste und zugleich schrecklichste Zeit die ich hatte… In den Ferien war ich bei Dumbledore zuhause… er hat fast wie ein Sohn aufgezogen. Doch in der Schule wurde ich von Potter", er spuckte den Namen förmlich aus. „Und seinen Freunden fertig gemacht wo es nur ging. Also lernte ich viel. Ich lernte auch Lucius Malfoy kennen… und er war es der mich Voldemort vorstellte… das erste was ich machte, nachdem ich ein Todesser war, ich habe meinen Vater aufgesucht und ihn mit zwei von den verbotenen Flüchen belegt… ich wollte daß er all das fühlt was er uns angetan hatte… und so grausam sich das jetzt für dich anhören muß… es war ein wunderschöner Moment als ich in seinen Augen sah daß er begriff, daß sein Leben zu Ende war. Ja… er flehte doch ich habe die zwei Worte ausgesprochen… Ich habe mich gerächt…"

Hermine war nicht fähig ein Wort zu sagen. Sie dachte immer ihre Vergangenheit wäre schlimm gewesen, doch diese hier hatte wohl ihre eigene übertroffen. Wie hätte sie reagiert wenn sie mit ansehen hätte müssen wie ihre Schwester getötet worden wäre? Doch vermutlich hätte sie genauso wie er gehandelt.

Sie zauberte eine Schachtel Taschentücher herbei und griff sich eins davon. Vorsichtig wischte sie Severus die Tränen aus dem Gesicht. Alleine zu sehen wie zerbrechlich dieser Mann unter seiner harten Schale war, verwunderte sie. Nie hätte sie ihm so viel Gefühl zugerechnet. Sie legte langsam den Arm um seine Schultern und überraschenderweise legte er sich in ihre Umarmung.

„Ich verstehe dich…", flüsterte sie leise. Er sagte nichts, hatte nur die Augen geschlossen. „Ich hätte es auch getan!" Ohne den Kopf zu heben flüsterte er kaum hörbar. „Dennoch habe ich nicht das Recht gehabt ihn zu töten." Hermine antwortet darauf nichts. Es war besser. Sie legte vorsichtig ihren Kopf an seinen. „Weiß Dumbledore davon?" Severus nickte leicht, Hermine seufzte. Sie fühlte sich irgendwie schlecht. Immerhin war es ihre Schuld daß er sich so schlecht fühlte… Dann kam noch das schlechte Gewissen Dumbledore nichts gesagt zu haben. Er hätte ihr geholfen so wie er Severus geholfen hatte. Wenn sie doch nur den Mund aufgemacht hätte. Aber dann hätte sie dies hier niemals erfahren… hätte Severus niemals von dieser Seite kennen und lieben gelernt.

Nach einer Weile stand Severus auf, straffte die Kleider und räusperte sich. „Nun.. jetzt kennst du meine Kindheit…" Hermine nickte. Würde er jetzt wieder zu diesem kalten Professor werden? Das wollte sie auf keinen Fall. Sie sah vorsichtig zu ihm auf. „Hast du das schwimmen gelernt?"

„Bitte?" Antwortete er spitz. „Wie soll ich das denn bitte schön getan haben wenn ich ohne Bewußtsein war? Erklärst du mir das mal?" Sie schüttelte leicht den Kopf. „Nein ich meine überhaupt… Hast du überhaupt in deinem Leben schwimmen gelernt?" Seine Schultern sackten herab. Hermine sprang auf und griff nach seiner Hand.

„Ich denke wir brauchen beide jetzt ganz dringend Abwechslung… Ich werde dir jetzt das schwimmen beibringen! Und keine Widerrede!" Er blickte auf seine Hand herab dann wieder zu ihr. „Nein Hermine… ich habe Angst vor großen Mengen von Wasser…" – „Papperlapapp… Feuer bekämpft man mit Feuer. Ich werde bei dir sein und dich halten. Ich bin manchmal stärker als man mir zuschreibt. Ich werde dich halten und du lernst das schwimmen… Schluß, Aus, Fertig!" Severus gab mit einem Schulterzucken nach. „Ich werde es verssuchen… reicht diese Antwort?" Hermine nickte zufrieden. „Und im übrigen bist du sehr stark… sonst ständest du schon längst nicht mehr hier…" Er sah sie einen Augenblick durchdringend an um ihr klar zu machen, daß sie immer noch Lebensmut hatte.

Hermine nickte, dann zog sie ihn in sein Schlafzimmer. „Hast du eine Badehose?" Er zog die Brauen zusammen und machte ein böses Gesicht. „Kein Problem… dann machen wir eben eine…" Sie griff sich zwei schwarze Hemden aus seinem Schrank und verwandelte sie in Badekleidung. „Ich hab nämlich auch nichts da… Et Vóila… ihre Badehose… ich bin kurz im Badezimmer und ziehe mir den Badeanzug an… Bis gleich!" Damit ließ Hermine einen ziemlich verdatterten Severus Snape zurück.

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Hermine versucht Severus das Schwimmen beizubringen.