Disclaimer wie immer Chap 1 (eigentlich könnte ich das ja langsam mal weg lassen.)

Ein supergroßes Danke an meine Betaleserin Jacky... Kann ich dich vielleicht mit einem Alankalender belohnen?

Und natürlich an alle meine Reviewer und ich begrüße auch einen neue/n Leser/in: Taipan. Ich bin total Happy dich im Kreise meiner Leser zu finden ;-)

So, dieses Kapitelchen wird doch ein recht lustiges Kapitelchen... Ich hoffe das der ein oder andere ein wenig schmunzeln kann.

Dann wünsch ich euch jetzt noch viiiiiieeeeeeeeeeeeeeelllllllll Spaß und ein tolles Wochenende. (Wenn es mir von der Zeit her reicht, lade ich am Sonntag das nächste Chap. hoch)

Kapitel 19

Als sie vor seinem Kerker ankamen, tappste eine kleine, graue Taube vor Severus Kerkertür herum. „Oh nein, nicht schon wieder…", murmelte er genervt, während er den Zauber auf seine Gemächer aufhob, damit sie eintreten konnten. Doch bevor er hineinging, bückte er sich, setzte die Taube auf seinen Arm und hob die Karte, die vor seiner Tür lag auf. „Albus hat mir wieder eine Urlaubskarte geschickt und das mit einen von diesem dämlichen Viechern, die sich ständig hier verirren… Geh schon mal rein und setz dich auf die Couch. Ich bin gleich wieder da."

Hermine tat wie ihr geheißen, während Severus mit leisem Gefluche den langen Flur hinab lief. Dumbledore schickte Severus Urlaubsgrüße? Nun, da war Hermine doch richtig gespannt darauf. Wo machte ein Schuldirektor, wie er, wohl Urlaub? Irgendwie konnte sie sich das gar nicht richtig vorstellen. Saß er irgendwo auf einem Berg und studierte irgendetwas für seine Schule? Doch weiter kam Hermine nicht zum nachdenken, denn Severus war wieder da. „Was hast du mit der Taube gemacht?" – „Vor dem Schloß ausgesetzt damit sie wieder wegfliegen kann. Die wäre sonst Tagelang hier noch herumgelaufen und hätte mir nur den Flur vollgeschissen, apropos vollgeschissen…" Knurrend sah er auf seinen schwarzen Umhang hinab, auf dem in einem leuchtenden Grau Vogelexkremente zu sehen war.

Hermine lachte auf. „Hey, jeder muss mal…!" – „Aber nicht vor meiner Tür und schon gar nicht auf MIR!" Er ging ins Badezimmer und kam ein paar Minuten später wieder heraus. Seine Badehose und den versauten Umhang hatte er gegen Freizeitkleidung ausgetauscht, was Hermine doch ziemlich überraschte. Freizeitkleidung… der Mann überraschte sie immer wieder aufs Neue. Mit ein paar Umschlägen kam er zu Hermine. „Die sind mit einer Heilflüssigkeit getränkt. Spätestens in ein oder zwei Stunden sollte das Brennen aufgehört haben und die roten Striemen verschwunden sein." Er hob eines ihrer Beine an und begann es mit den Umschlägen einzuwickeln.

„Darf ich die Urlaubskarte von Professor Dumbledore sehen?" Auch wenn Hermine ihren Tränkelehrer mit dem Vornamen ansprach, so erschien es ihr respektlos ihren Direkter genauso anzusprechen. Severus zuckte mit den Schultern und reichte ihr die Postkarte. Hermine warf einen kurzen Blick darauf und fing schallend an zu lachen. Severus zog eine Augenbraue hoch, sah sie kurz an und wickelte dann ihr anderes Bein ein. „Hast du gesehen was da drauf ist?" Er nickte. „Ich bekomm jedes Jahr so eine bescheuerte Karte von ihm. Der will mich doch jedes Jahr mitnehmen… bisher konnte ich mich immer wehren. Nicht auszudenken wen…" Severus Worte gingen in einem leisen Murmeln unter. Hermine lachte noch lauter. Aus ihrer Theorie, mit Dumbledore in der einsamen Hütte, wurde ja nun doch nichts.

„Wenn du willst kann ich dir die anderen auch zeigen." Hermine nickte eifrig. „Sehr gerne sogar." Wenn die genauso gut waren, wie diese Karte, hatte sie vermutlich noch viel zu lachen. Sie klappte erneut die Karte auf und sofort erfüllte sich der Raum mit einem Muggelsong Surfin USA.

„Wie passend!" Lachte Hermine.

In dem Bild, auf der Karte, winkte ein fröhlich ausgelassener Dumbledore. Er hatte eine blaue Bermuda mit weißen Blümchen und ein quietsch buntes Hawaiihemd an. Um seinen Hals lag eine Blumenkette, während er selbst auf einem Surfbrett stand und sein Bart im Wind flatterte. Am Ende des Surfbrettes saß, mit einem finsteren Blick, den Beinen im Wasser, die Arme an das Brett geklammert, eine wütende Minerva McGonagall, die alles andere als Spaß hatte. Während Dumbledore in allen möglichen Farben gekleidet war, hatte McGonagall einfach nur ein rotes Hemd und eine schwarze Hose an.

„Also irgendwie tut mir McGonagall ja Leid…", lachte Hermine auf. „Professor McGonagall! Aber sie ist selbst schuld, sie geht ja jedes Jahr mit ihm in den Urlaub…" Hermine lachte noch lauter. Die Schmerzen und Sorgen der letzten Tage waren vergessen. „Los… zeig mir schon die anderen Karten. Ich kann es kaum erwarten." Severus stand auf und suchte in einer Schublade neben seinem Schreibtisch. Er holte einen Stapel Karten heraus und legte sie neben Hermine aufs Sofa, ehe er sich selbst darauf nieder ließ. Severus blickte ihr über die Schulter als, sie die nächste Karte öffnete. Wieder brach sie in schallendes Gelächter aus. Dumbledore und McGonagall lagen auf einer aufblasbaren Insel, mit einer grünen Plastikpalme und sangen dazu ziemlich falsch „Ö la palöma Blanca", während sie mit ihren Cocktailgläsern im Takt mit wippten. Sofern man überhaupt einen Takt in dem Gegröle feststellen konnte. Und dieses Mal schien auch Professor McGonagall Spaß zu haben.

„Die letztes Jahr hatte er mit einen Papagei, der eine Blumenkette getragen hat, geschickt, der dieses bescheuerte Lied permanent gesungen hat… ich hab das Vieh einfach nicht losbekommen!" Severus schüttelte sich. „Also das hier ist meine Lieblingskarte…", grinste Severus und zog eine Karte aus dem Stapel und drückte sie Hermine in die Hand. Als Hermine sie öffnete, rieselte ein wenig Sand heraus und eine arabische Musik drang heraus. „Da war er mit ihr in Ägypten!" Severus Augen glänzten verräterisch. Als Hermine auch auf das Bild blickte, wusste sie wieso. „Boah bist du ein kleiner Sadist…", kicherte sie. „Ach komm… das weißt du doch längst!" Lächelte er sie an. Sie lachten beide.

Auf dem Bild waren McGonagall und Dumbledore auf einem Kamel in der Wüste zu sehen. Die Kamele liefen ruhig durch den Sand. McGonagall rieb sich die ganze Zeit den Hintern, der ihr wohl ein wenig schmerzte. Plötzlich fing Dumbledores Kamel an sich zu schütteln und in hohen Bogen flog der alte Mann von seinem Tier. „Das…", Severus tippte auf das Bild. „… ist meine Lieblingsstelle!" Er grinste breit. Dumbledore sah verwirrt hoch, während McGonagall sich vor Lachen den Bauch hielt. „Ich kann mir jetzt aber auch gar nicht erklären, warum das wohl deine Lieblingsstelle ist…" Er zwinkerte ihr zu, als er ihr schon die nächste Karte unter die Nase hielt.

„Die ist auch ganz nett…", grinste er. „Oder die ist lustig… Los… schau schon nach…", drängte er sie fast schon. Als Hermine die erste Karte aufmachte kam die Melodie von Barcardi Feeling zum Vorschein. Auf der Karte selbst war Dumbledore, wie er ausgelassen auf Wasserskiern übers Wasser brauste, während McGonagall es vorgezogen hatte im Boot zu bleiben, welches Dumbledore zog. Dies wäre wohl auch für Dumbledore besser gewesen, denn in der nächsten Sekunde verlor er das Gleichgewicht und rutschte auf seinem Hintern hinterher. „Er konnte zwei Wochen lang nicht mehr sitzen.", kicherte Severus schadenfroh vor sich hin, als Hermine die nächste Karte aufmachte. „Du meine Güte… ist Dumbledore lebensmüde?" Fragte Hermine lachend, als ein Motorgeräusch aus der Karte kam und sie Dumbledore in einem Formel 1 Wagen erkannte. Doch kaum hatte das Fahrzeug wieder gestanden, hatte sich Dumbledore erst einmal kräftig übergeben müssen.

Severus konnte sich kaum noch halten vor lachen. „Du bist ein wirklich böser Mann… weißt du das?" Lachte Hermine ihn an. „Hast du auch noch Karten, auf denen er sich nicht zum Idioten macht?" Severus heulte auf und Lachtränen kamen ihm über die Wangen. „Wie redest du von deinem Direktor? Aber um auf das eigentliche Thema zurück zu kommen… Ich bitte dich… er macht sich auf jeden dieser Karten zum Idioten!" Ok, da war was dran. Jedoch öffnete Hermine eine weitere Karte. Ein Kinderchor sang das Kinderlied Schneeflöckchen. Dumbledore war wie ein Eskimo eingepackt und nur der lange Bart war von seinem Gesicht zu sehen. Doch selbst diese Kleidung war… bunt! Und hatte wohl jedem einzelnen Eskimo Tränen in die Augen getrieben. McGonagall zitterte leicht bei der Kälte. Sie waren irgendwo, wo auch im Sommer Schnee lag, vermutlich Alaska. Beide saßen auf einem Schlitten und wurden von einer Horde Schlittenhunde gezogen.

„Ach irgendwie ist das süß…", meinte Hermine als sie sich die nächste Karte griff. Die französische Nationalhymne erfüllte den Raum. In der Karte war ein großes Feuerwerk zu sehen, dass sich Dumbledore und McGonagall Händchenhaltend ansahen. Das Datum des französischen Nationalfeiertages, 14. Juli, prangte am unteren Ende der Karte.

Hermine war noch eine gute Weile mit dem betrachten der Karten beschäftigt. Sie kam von einem Seufzen zu einem Lachanfall, über einen Heulkrampf, als sie eine Karte öffnete in der eine Jagdszene zu sehen war, in der Dumbledore mit einer roten Jägermütze und einem Gewehr auf einen Hirsch schoss. Sie stellte jedoch erleichtert fest, dass zum einen die Munition überhaupt nicht scharf war und er damals nie jemanden schaden hätte können und zum anderen, dass Dumbledore nicht mal annähernd getroffen hatte. Irgendwann hatte sie auch die letzte Karte zur Seite gelegt.

„Also ich muss sagen, ich habe selten so gelacht…", lachte Hermine vor sich hin und strich sich über den Bauch. „Na während du mit Lachen beschäftigt warst, habe ich mich am Herd versucht und etwas zu Essen gemacht. Es ist zwar nicht gerade ähm… gut geworden, aber ich glaube, man kann es essen. Aber der Wille zählt ja… oder?" Severus hatte den Tisch gedeckt. „Laß mich vorher noch kurz nach deinen Beinen schauen."

Er entfernte ein paar Umschläge und nickte zufrieden. „Ist alles wieder weg…" Innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Umschläge im Badezimmer verschwunden. Hermine sprang auf und drückte Severus gutgelaunt einen Kuss auf die Wange, ehe sie im Schlafzimmer verschwunden war, um sich endlich etwas Anständiges anzuziehen. Dass sie Severus diesen Kuss, gutgelaunt, auf die Wange gedrückt hatte, hatte sie nicht einmal bewusst war genommen. Es war einfach passiert.

Nachdem auch sie ihre Freizeitkleidung anhatte, kam sie zurück zum Tisch, auf dem sie duftend Spaghetti erwarteten. „Na das ist ja auch ein schweres Essen gewesen…", kicherte sie während sie Platz nahm.

Überraschenderweise schmeckte das Essen recht gut und auch die Soße war gut gewürzt. Sie unterhielten sich noch über die Karten und Hermine überlegte laut ob sie mit Severus nicht auch so eine Karte erstellen sollte und sie Dumbledore zu schicken. Und über viele Ecken kamen sie plötzlich auf sich zu sprechen.

„Severus…", kaute Hermine mit vollem Mund. Sie schluckte ehe sie weitersprach. „Was… empfindest du für mich? Ich habe heute im See etwas in deinen Augen gesehen, was in mir ein unheimliches Glücksgefühl ausgelöst hat…" Sie versuchte ihm in die Augen zu blicken, doch er wich ihren Blicken aus. „Sei ehrlich…"

Er räusperte sich und hob den Kopf. „Viel…", flüsterte er leise. „Ich denke… ich empfinde sehr viel für dich. Aber ich bin mir nicht im Klaren darüber, ich…" Er machte eine Pause und überlegte was er noch sagen sollte oder wie er es sagen sollte.

Ihm geht es also so ähnlich wie mir. Ich weiß daß ich etwas für ihn empfinde, aber ich bin mir nicht sicher, was es ist. Kann es Liebe sein? Es gibt nur einen Weg das herauszufinden!

Hermine rutschte mit ihrem Stuhl um den Tisch herum. Sie schluckte ein paar Mal und holte tief Luft. Schließlich beugte sie sich zu ihm hinüber und hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen. In ihrem Körper schien ein kleines Feuerwerk zu explodieren. Sie hatte ihn doch nur für Sekunden berührt, warum um Himmels Willen, kribbelte es überall in ihrem Körper. Sogar an Stellen an denen sie dachte, jedes Gefühl verloren zu haben. Severus sah sie erschrocken an, kaum fähig sich zu rühren. Da beugte sich Hermine ein zweites Mal nach vorne. Sie legte ihm ihre Hand in den Nacken und küsste ihn erneut. Doch dieses Mal konnte er nicht einfach nur dasitzen und sich einreden, alles wäre nur ein Hirngespinst gewesen. Er strich ihr die Haare aus dem Gesicht und erwiderte ihren Kuss. Erst unsicher, doch dann immer fordernder, jedoch immer mit dem Hintergedanken sofort aufzuhören, wenn er spürte, dass Hermine in Panik verfiel. Doch nichts dergleichen passierte, eher das Gegenteil war der Fall. Hermine wollte mehr! So spürte er irgendwann ihre Zunge an seinen Lippen, der er nur zu willig einlaß gebot. Ein feuriges Spiel aus Küssen und Zungenspiel entstand.

Etwas außer Atmen löste sich Hermine nach einer Weile von ihm. Für sie war nun ganz klar was sie für diesen Mann fühlte. Doch war es für ihn auch klar? Sie rutschte ein wenig zurück auf den Stuhl und stellte ihre Frage erneut. „Was fühlst du für mich?" Doch anstatt zu antworten, stellte Severus eine Gegenfrage. „Was fühlst du für mich?" – „Ich hab zuerst gefragt…" Er wich erneut ihrem Blick aus. „Ich denke, dass ich schon seit langer Zeit in eine meiner Schülerinnen verliebt bin… und das ist verboten…!" Er ließ seinen Kopf sinken.

Hermine griff nach seinen Händen. „Aber es muss doch keiner was davon erfahren?" – „Hermine… wie willst du das machen? Dumbledore weiß alles, was hier im Schloss geht und wenn einer im 7. Stockwerk furzt… Entschuldige diese Wortwahl. Aber er weiß es einfach. Und deine Freunde werden doch auch irgendwann misstrauisch, wenn du keine Zeit mehr mit ihnen verbringst. Ich… ich würde gerne mit dir eine Beziehung haben, doch es ist schwer. In jeder Hinsicht." – „Was ist unsichtbar und stinkt nach Hase?" – „Was?" Severus sah sie verwirrt an. „Ein Hasenfurz…", antwortete Hermine mit einem kichern.

„Das war ein Witz…", gab Hermine von sich. Severus schüttelte den Kopf. „Du hörst dich an wie Albus…" Hermine strich ihm über die Wange. „Ich weiß, dass passte jetzt nicht hier her, weil wir versuchen uns ernsthaft zu unterhalten. Aber ich wollte ein wenig vom eigentlichen Problem ablenken. Bitte lass es uns versuchen. Severus… ich brauche dich! Du bist der erste Mensch, zu dem ich mich so hingezogen fühle… der erste Mensch bei dem ich wirklich glaube, mich fallen lassen zu können…" – „Ausgerechnet mich? Warum gerade ich?" – „Das kann ich dir nicht erklären, es ist einfach so." Er zog sie etwas näher an sich heran und schlang seine Arme um sie.

„Du kannst es nicht erklären?" Fing er langsam an. „Dennoch Hermine, ich bin dein Lehrer. Allein der Gedanke daran eine Schülerin zu küssen, kann mich nach Askaban bringen." Hermine seufzte auf. „Severus… Ich bin eine junge, erwachsene Frau. Ich bin Volljährig und ich weiß, was ich mit meinen Gefühlen anfange. Ich denke, ich war schon immer fasziniert… nein, ich denke nicht nur, ich weiß es. Ich war schon immer fasziniert von dir, von deinen dunklen Augen, deinen großen Händen, deiner Stimme, deinen geschwungenen Lippen und ja, sogar von deiner großen Nase." Snape schnaubte auf, doch Hermine sprach weiter. „Ich weiß was ich will und wenn du jetzt kommst, es sei eine absehbare Handlung gewesen, nachdem was die letzte Tage passiert ist oder so… dann liegst du falsch. So ist es nicht. Ich weiß, dass ich nicht sofort mit dir ins Bett kann oder dass ich mich von dir überall berühren lassen kann… aber ich will es dennoch versuchen, mit dir eine Beziehung zu haben und mich langsam herantasten… Severus…"

Severus legte den Kopf schief und lächelte. „Aber zuerst sollten wir mal damit anfangen, dass du mich nicht ständig schlägst, wenn du wach wirst… was hältst du von der Idee?"

Hermine grinste ihn an. „Ich werd´s versuchen… aber versprechen kann ich gar nichts…!"

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Im nächsten Kapitel bekommt Severus Besuch von Hermines Vater… ob das gut ausgeht?