Disclaimer Kapitel 1 - Ein großes Danke an meine Betaleserin Jacky - Hab das Kapitel doch noch gefunden ;-) War aufm anderen Pc... Ja, ja... das Alter macht sich bemerkbar grins
Lange Rede, kurzer Sinn... viel Spaß beim lesen.
Kapitel
22
Wie viel Hermine von seinem Geld mitgenommen hatte, wurde ihr erst klar, als sie im Zug das Gold zählte. Es würde locker reichen um sie über Wasser zu halten, bis in Beauxbaton die Schule beginnen würde. Denn eins war für Hermine wichtig, sie wollte den Abschluss machen. Und wenn sie dies nicht in Hogwarts tun konnte, so musste sie sich an eine andere Schule wenden. Am ehesten kam ihr Beauxbaton in den Sinn. Dank Fleur hatte sie die Chance, dort ihren Abschluss zu machen. Nie hätte sie gedacht, dass sie dieser Nervensäge mal dankbar sein würde, doch jetzt war sie es, in der Tat. Fleur hatte zwar recht blöd geschaut, als sie plötzlich vor ihrer Tür gestanden hatte, aber da sie mit Bill verheiratet war und Hermine eine sehr gute Freundin der Familie war, hatte sie sich breit schlagen lassen. Doch Fleur musste Hermine schwören. niemanden von ihren Absichten zu erzählen.
So war sie gerade mal zwei Tage von Hogwarts weg und schon vermisste sie Severus, wie sie es sich nie hätte vorstellen können. Nie hatte Hermine die Erfahrung gemacht, was es hieß zu lieben… oder geliebt zu werden. Da hatte sie endlich jemanden gefunden und hatte ihn doch verlassen müssen. Nie hätte Hermine gedacht, dass diese Erfahrung so schmerzlich werden würde, aber noch weniger hätte sie gedacht, dass die Liebe so schmerzhaft sein konnte. Sie versuchte sich durch alles um sie herum abzulenken, doch immer wieder fielen ihre Gedanken zurück zu Severus. Hermine holte ein Bild aus der Tasche, das sie gemeinsam zeigte. Es war das einzige Bild, das von ihnen existierte und gerade Mal ein paar Tage alt. Keiner von ihnen hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass sie schon Tage später getrennt sein würden.
„Ich liebe dich…", flüsterte Hermine, während sie das Bild fest an ihre Brust drückte.
Die Landschaft außerhalb der Fenster änderte sich. Aus den Feldern und Bäumen wurden immer mehr Häuser und Straßen. Irgendwann war von der ländlichen Idylle nichts mehr zu sehen. Hermine stand auf und packte ihre Sachen zusammen. Bald würde sie da sein. Sie war noch nie in Frankreich gewesen und schon gar nicht in Paris. Doch sie hatte sich informiert, wie sie in die Rue de Louvre kommen würde. Die französische Winkelgasse. Wieder dankte sie Fleur. Hermine war ein wenig aufgeregt und wünschte sich in diesem Moment nicht sehnlichster, als sich in die Arme von Severus zu kuscheln.
Der Zug verlangsamte seine Geschwindigkeit und hielt kurze Zeit darauf in der Gare du Nord an. Unsicher stellte sich Hermine hinter den anderen Passagieren an und stieg mit ihnen aus. Da war sie also… jetzt galt es nur noch die Rue de Louvre zu finden. Doch wie fand sie die? Sie konnte wohl kaum erwarten, dass überall an den Wänden Plakate angebracht waren „Zur Zauberwelt hier entlang". Nein, das war absolut lächerlich. Doch sie hatte es bis hier her geschafft, sie würde auch diese Straße finden. Heimlich verfluchte sie Fleur nun, dass diese ihr nur gesagt hatte, wie man hineinkam, aber nicht wie man dort hinkam. „'Es tut mir l'eid, aber isch kann das so schwer erklären", hatte sie Hermine mit ihrem französischen Akzent mitgeteilt. Hermine knurrte. Stundenlang irrte sie nun durch die Straßen von Paris, als sie in einer kleinen Straße ein merkwürdiges kleines Geschäft fand. Es lag in der Nähe von Notre Dame de Paris und nannte sich Shakespeares. Es war über und über mit Büchern gefüllt und besaß zwei Eingangstüren. Beide standen offen, doch nur durch einen kamen die Muggel herein und heraus, ja drängten sich sogar durch die kleine Öffnung, weil diese zu eng war und es war als würden sie die andere Tür überhaupt nicht wahrnehmen.
Zuerst folgte Hermine den Muggeln hinein. Doch als sie sich im Laden umdrehte, war Hermine überrascht. Die zweite Tür, die nur einen knappen Meter neben der anderen gelegen hatte, schien hier im Laden nicht zu existieren. Und das, obwohl sie doch genauso weit offen gestanden hatte, wie die andere. Verwundert ging sie wieder hinaus, die Tür war nach wie vor da. Ein paar Mal hüpfte Hermine durch die Tür hinein und hinaus, doch jedes Mal das gleiche. Die Tür war nur von außen zu sehen.
„Kann ich ihnen helfen?" Fragte ein Mann, der hinter ihr aufgetaucht war. „Ähm… ich… sie halten mich jetzt bestimmt für verrückt… aber wohin führt diese zweite Tür hier?" Der junge Mann folgte ihrem Blick und hob ihr die Hand hin. „Ich bin Thierry, und du?" Verdattert erwiderte Hermine den Händedruck. „Ähm Hermine…" – „Du bist Engländerin, stimmt´s?" Hermine nickte leicht. Hieß es denn nicht Franzosen würden Engländern aus dem Weg gehen oder so? Doch war sie überrascht, dass dieser junge Mann so direkt auf sie zugegangen war. „Ich erkenne es an deinem Dialekt. Du hast das typisch englische in deiner Stimme", sprach Thierry weiter. „Nun, die zweite Tür führt zu Magischen Abteilung von Shakespeares. Die Rechte ist für die Muggeln gedacht, wo du so ziemlich alle Muggelbücher der Welt findest. Die meisten wurden gespendet oder so und hinter der linken Tür findest du das gleiche, nur sind dies magische Bücher." – „Aber warum geht denn keiner hinein, ich, Moment mal, sagtest du Muggel? Ich meine…" Hermine sah sich um. Thierry grinste sie an.
Er zog seinen Pullover ein klein Wenig zur Seite und ein Zauberstab kam zum Vorschein. „Das Shakespeares gehört meinen Eltern und außerdem ist es nicht nur irgendein Laden, sondern auch einer von 5 Zugängen zur berühmten Rue de Louvre!" Brüstete sich Thierry stolz und legte sich ein wenig in die Brust. Es war wohl eine Ehre, als Durchgang für die Zaubergasse zu dienen. „Du bist ein Zauberer…" stellte Hermine überflüssigerweise fest. „Und du ne Hexe, sonst würdest du die zweite Tür hier gar nicht erst sehen. Zum ersten Mal in Paris?" Hermine nickte. „Hast du Lust auf eine Tasse Kaffee? Kein Angst, ich beiße auch nicht." Sie zuckte mit den Schultern. Warum nicht. Schaden konnte es nicht und vielleicht würde sie auch etwas über die Rue de Louvre erfahren, über Beauxbaton und auch über eine Schlafmöglichkeit in der Nähe.
Hermine folgte ihm durch die linke Tür, in den Laden der magischen Abteilung. Hermine kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. So viele Bücher hatte sie in ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen. Selbst die Bücherei von Hogwarts war Mumpitz dagegen. „Wahnsinn…", rief sie begeistert aus. „So muss das Paradies aussehen…" Sie blieb stehen und strich mit den Fingern über die einzelnen Buchrücken, die an ihr vorbei flogen. „Ich nehme an, du magst Bücher?" Fragte Thierry schmunzelnd. „Mögen? Sie sind mein Leben!" Antwortete sie begeistert. Hermine riss sich zusammen, was ihr sehr schwer fiel und folgte Thierry durch den Laden in den hinteren Teil. Durch eine Art Tor traten sie auf eine belebte Straße hinaus.
Abermals blieb Hermine stehen und sah sich um. Sie standen inmitten der Rue de Louvre. Diese Straße war so viel größer, als die Winkelgasse und auch um einiges befüllter. Doch im Großen und Ganzen erinnerte es sie stark an ihre eigene Zauberstraße in England. Thierry lotste sie direkt durch die nächste Tür, die sie in ein Cafe führte. Er bestellte zwei Milchkaffees und setzte sich an einen freien Tisch. „Das Cafe und das darüber liegende Motel gehört mit zu dem Shakespeares. Es läuft echt gut…" Hermine drehte den Kopf zu ihm zurück. „Motel? Ihr habt hier im Haus Schlafmöglichkeiten? Gibt es denn noch freie Zimmer?" – „Na für so eine hübsche Lady, wie dich doch immer", lächelte Thierry sie an. Zwei Tassen mit Kaffee kamen auf sie zugeflogen und ließen sich auf dem Tisch vor ihnen nieder. „Nun erzähl mal, was bringt dich hier her, wo du doch anscheinend noch nicht einmal weißt, wo du schlafen sollst."
Hermine rührte erst ein wenig in ihrem Kaffee herum, ehe sie antwortete. „Nun, ich war bisher in Hogwarts in der Schule, doch leider gibt es dort ein kleines Problem mit einem der Lehrer. Wir sind uns wohl… etwas zu nahe gekommen. Und da ich nicht möchte, dass er für mich alles aufgibt, habe ich beschlossen zu gehen und meinen Abschluss in Beauxbaton nachzuholen. Ich denke, dies dürfte kein Problem sein. Ich bin echt gut in der Schule. Ich habe auch die Zusage von der Direktorin bekommen. Also bin ich guter Dinge. Nur brauche ich, bis die Schule in 2 Wochen wieder anfängt, einen Schlafplatz."
Thierry nickte. „Verliebt in einen Lehrer, gibt es wohl öfter, als man denkt. Na ja, ich bin auch in Beauxbaton Schüler und im letzten Jahr…" – „Moment mal…", unterbrach ihn Hermine. „Ich dachte, Beauxbaton ist eine reine Mädchenschule…" Sie blickte ihn verwirrt an. „Oh, das ist sie auch. Aber es gibt zwei Beauxbaton, die Grande und die Petit. Ich bin in der Petit, die ist nur für Jungs. Allerdings liegt diese Schule ein paar Kilometer nördlicher, als die Grande, in der die Mädchen sind. Unsere Schule heißt Beauxbaton Petit, weil sie in einem Herrenhaus liegt, das von außen eben kleiner ist, als das der Mädchen. Aber dennoch haben wir einige Dinge gemeinsam, die Quidditschspiele zum Beispiel, die die Häuser gegeneinander führen oder die Wochenende in Sreteil, dem Dorf, das zwischen den Schulen liegt. Also vermute ich, dass wir uns doch noch ein paar Mal über den Weg laufen, Hermine…"
Hermine nickte. Sie war über jede Information dankbar, denn sie hatte bisher keine Bücher über Beauxbaton und deren Geschichte gefunden. Doch vermutlich gab es bei Thierry im Laden genügend davon. „Hast du vielleicht ein paar Bücher von Beauxbaton?" Fragte Hermine neugierig und wurde mit einem nicken von Thierry belohnt. In dem Moment kam eine Eule herein geflogen, ließ einen Brief vor Hermine nieder fallen und verschwand wieder. Verwirrt nahm Hermine den Brief hoch und drehte ihn um. Auf der Rückseite war der offizielle Stempel der französischen Schule für Hexerei und Zauberei zu sehen. „Deine Schulliste, ich hab meine schon vor ein paar Tagen bekommen. Wenn du willst, helfe ich dir beim zusammen suchen." – „Das wäre nett", bemerkte Hermine, wunderte sich jedoch immer noch, dass es wohl so leicht war von einer Eule gefunden zu werden. Hoffentlich schaffte es Severus nicht. „Ähm wegen dem Zimmer…", fing Hermine leise an. „Oh ja, klar. Kein Problem. Sobald du deinen Kaffee ausgetrunken hast, bring ich dich rauf."
Hermine war angenehm überrascht von Frankreich und vor allem, dass sie so einen netten Menschen kennengelernt hatte, der hilfsbereit war und außerdem auch noch ziemlich süß war. Hermines Kaffee war schnell ausgetrunken. Thierry hielt sein Versprechen und brachte sie nach oben, in eins der Zimmer. „Ich komme in einer halben Stunde, dann können wir deine Schulsachen holen, in Ordnung?" Hermine nickte, bedankte sich und schloss die Türe.
Das Zimmer war mehr als sie erwartet hatte. Es war zwar kein Luxuszimmer, aber es hatte alles was sie brauchte. Es war perfekt für sie. Doch zuerst brauchte sie eine Dusche und frische Kleidung, denn sie fühlte sich, als würde der Dreck geradezu auf ihrer Haut stehen. Als sie 10 Minuten später aus der Dusche kam, fühlte sie sich wie ein neuer Mensch. Thierry hatte es sogar geschafft, dafür zu sorgen, dass sie Severus und ihre Vergangenheit für einige Zeit vergaß. Doch sie wollte Severus nie vergessen… nie…
Eine halbe Stunde später stand Thierry vor der Tür und holte Hermine ab. Zusammen verbrachten sie den Rest des Tages in der Rue de Louvre, wo Hermine alles kaufte, was sie für die Schule brauchte, Vor allem kaufte sie sich ihre erste eigene Eule. Sie war schwarz wie die Nacht, mit großen gelben Augen. Die Eule wurde auf den Namen Sev getauft. Irgendwie fand Hermine das passend. Als sie an diesem Abend in ihrem Zimmer ankam, fühlte sich Hermine erschöpft. Sie rollte sich in ihrem Bett zusammen, kuschelte sich an Severus Schlafanzug, den sie ihm ebenfalls entwendet hatte und sog seinen Duft ein. „Bald sind wir wieder zusammen Severus… bald…" Sie schloss die Augen und war mit den Gedanken an Severus eingeschlafen.
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Severus hatte die Türe wütend hinter sich ins Schloss geworfen. Er wollte mit Albus nicht mehr reden und schon gar nicht über Hermine. Nein danke! Diese Unterhaltung hatte ihm vollkommen gereicht. Er würde seine Sachen packen, Hermine nehmen und zumindest die restlichen zwei Wochen der Ferien bei ihm Zuhause in Spinners End verbringen. Dann würde er sie ins Schloss bringen und sich nach einer neuen Arbeitsstelle umsehen. Er würde schon eine finden, da war er sich sicher. Und wenn er in der Nokturngasse würde arbeiten müssen, denn schließlich hatt er dies schon einemal getan.
Doch als er seine Räume betrat, konnte er Hermine nicht entdecken. Stattdessen lagen unter der Türe ziemlich merkwürdige Ohren. „Hermine?" Rief er in den Raum, doch er bekam keine Antwort. „Hermine wo bist du??? Komm sei vernünftig und versteck dich nicht…" Severus wurde langsam immer unruhiger. Sie hatte wohl wieder gelauscht und verübeln konnte er es ihr nicht. Immerhin ging es auch um sie und nicht nur um ihn. Er öffnete eine Türe nach der andern, doch sie war nirgendswo zu finden. Schlussendlich kam er zum Schlafzimmer. Doch auch dort war Hermine nicht zu finden. Er wollte gerade wieder hinausgehen, als ihm der Brief auf dem Bett auffiel. Mit zittrigen Händen las er den Inhalt.
Immer und immer wieder las er ihn erneut durch, als würde es einen neuen Sinn ergeben und sich die Worte ändern, je öfters er es las. Doch nichts dergleichen passierte. Es standen immer noch die gleichen Worte drauf. Sie hatte ihn verlassen. Das Geld, welches sie genommen hatte, interessierte ihn überhaupt nicht. Es war nicht wichtig für ihn. Hermine dafür umso mehr. Wütend warf er das Papier auf das Bett, griff jedoch sofort wieder danach und stürmte aus seinen Räumen.
Severus flog beinahe, als er die Gänge und Flure zu Dumbledores Büro nahm. Er sprintete die Treppe hoch und klopfte nicht einmal an die Tür, sondern riss sie einfach auf. Mit einem lauten Schlag knallte er das Pergament auf den Tisch des Direktors. „Da, sie was du angerichtet hast, du alter Narr, ist es das was du willst? Willst du mir alle Menschen nehmen, die mir etwas bedeuten? Die ich liebe? Sie hat mich verlassen, deinetwegen. Wegen deinem verdammten, sturen Schädel." Severus war um den Tisch herum geschritten und beugte sich drohend über Dumbledore. „Eines sag ich dir, sollte Hermine etwas geschehen, werde ich dich und nur dich alleine, dafür verantwortlich machen!!! Ist das Klar! Ich werde dafür sorgen, dass du deines Lebens nicht mehr froh wirst. Ich werde dein schlimmster Alptraum werden. Ich werde dir ebenfalls das nehmen, was dir am liebsten ist, was dir am meisten bedeutet, erinnere dich an meine Worte…"
Severus starrte den alten Mann noch einen Augenblick wütend an, der ihn nicht im geringsten verschüchtert oder beeindruckt betrachtete, ehe er sich umdrehte und mit aufbauschendem Umhang das Büro verließ.
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Im nächsten Kapitel kommt Hermine nach Beauxbaton und wir machen einen kleinen Zeitsprung von einem Jahr. Dann kommt auch noch der große Abschlussball…
