Kapitel 24
„HERMINE!!!", schallte es durch den ganzen Saal. Am liebsten wäre Hermine das Herz in die Hose gerutscht und sie selbst im Boden versunken. Da wohl niemand, außer ihr Hermine hieß, war klar, dass sie jetzt von allen Seiten angestarrt wurde. Hermine war so ziemlich jedem hier in Beauxbaton ein Begriff, denn ca. 2/3 der Schüler hatten von Hermine hier und da Nachhilfe für diverse Fächer bekommen.
Was die ganze Sache noch peinlicher machte, es war nicht Severus, der sie gerufen hatte, es waren ihre Freunde gewesen, die Hermine entdeckt hatten. Warum konnte Hermine jetzt so überhaupt gaaaar nichts sagen, aber am liebsten, hätte sie die beiden zum Mond gejagt! Ok, eigentlich wusste sie es ganz genau! Sie fühlte sich irgendwie ertappt. Aber genau deswegen, wollte sie mit Thierry aus dem Saal verschwinden, genau aus diesem Grund wollte sie nicht entdeckt werden, um nicht im Mittelpunkt zu stehen. Doch genau das war jetzt der Fall. Herzlichen Glückwunsch!
Auch wenn es ihre einst besten Freunde waren, die nach ihr gerufen hatten (ob sie es noch waren, wusste Hermine nicht, aber darüber wollte sie jetzt auch nicht nachdenken), so hatte Hermine ihnen nur einen winzigen Augenblick ihrer Aufmerksamkeit geschenkt. Doch ihre hauptsächliche Aufmerksamkeit galt nach wie vor Severus, der sie, wie konnte es auch anders sein, mittlerweile entdeckt hatte. Als die Jungs ihren Namen gerufen hatten, war er wie vom Donner gerührt stehen geblieben, so dass die Schüler hinter ihm direkt in ihn hinein gelaufen waren und nebenbei gesagt, schleunigst das Weite gesucht hatten. Doch dies interessierte Severus in diesem Moment kein Stück, nicht einmal ein zischen hatte er für seine Schüler übrig gehabt. Er hatte nur ein Ziel! Seine Augen waren suchend über die Menge gewandert, bis er Hermine vor der Bühne entdeckt hatte.
Ihre Blicke trafen sich. Ein Schauer lief durch Hermines Glieder. Severus sah gut aus… verboten gut, um es genau zu sagen. Er hatte nicht seinen üblichen Umhang an, nein er trug einen Festtagsumhang. Hermine konnte sich nicht erinnern, wann sie ihn jemals in solch einem Kleidungsstück gesehen hatte. Jedoch hatte er seinen üblichen Stil beibehalten und war in Schwarz gekleidet. Fast! Hermine konnte erkennen, dass der Saum seines Umhanges durch einen dunkelroten Stoff ersetzt worden war. Der Umhang hatte einen Kragen, welcher Severus Haare sanft aufsammelte. Doch in seinem Gesicht konnte Hermine nichts erkennen. Das Gesicht wirkte wie eine eiserne Maske. War er wütend? Traurig? Erfreut? Oder wenigstens überrascht? Sie konnte es nicht sagen. Warum starrte er sie an, ohne etwas preiszugeben? Es war zu viel für Hermine. Ihr inneres zog sich zusammen und sie hatte nur noch einen einzigen Gedanken.
Weg… ich muss hier unbedingt weg!
Die ganze Szene hatte nur wenige Sekunden gedauert, doch für Hermine war eine halbe Ewigkeit vergangen, bis sie wieder zu sich gekommen war. Sie raffte den Rock ihres Kleides, drehte sich um und rannte durch den Hinterausgang hinaus. Sie wollte nur noch weg. Weit weg! Ihre Tränen liefen mittlerweile über die Wangen. Abermals verfluchte sie ihre, in letzter Zeit ziemlich häufige, Weinerlichkeit. Sie hörte erneut ihren Namen rufen, doch dieses Mal war es seine Stimme gewesen. Hermine rannte weiter und verfluchte inzwischen ihre Pumps, die sie unbedingt zu dem Kleid hatte anziehen müssen.
In der großen Halle war es mucksmäuschenstill geworden. Einige Schüler hatten Hermine verwirrt hinterher geblickt. Doch spätestens, als Sekunden später Leben in den finster wirkenden Professor kam, richteten sich alle Blicke auf ihn. „Hermine…" hatte er ihr hinterher gerufen und im nächsten Moment war er ihr schon hinterher gerannt. Ron und Harry die ebenfalls zu ihrer Freundin rennen wollten, blieben augenblicklich stehen, sahen verwirrt dem Professor hinterher. Sie konnten es nicht verstehen, als Hermine, scheinbar vor ihnen, weggerannt war, doch sie konnten es noch weniger verstehen, warum ER Hermine hinterher rannte. Irritiert tauschten sie Blicke aus.
Hermine hörte die Schritte hinter sich und versuchte noch schneller zu laufen. Sie wollte jetzt niemandem begegnen, weder Thierry, ihren Freunden, sofern sie noch ihre Freunde waren und am allerwenigsten Severus. Auch wenn sich alles in ihr danach sehnte. Sie war nun mit Thierry zusammen, mehr oder weniger. Ok, eigentlich weniger. Aber Tatsache war, er war ihr neuer Freund und er liebte sie, auch wenn Hermine diese Liebe nicht erwidern konnte. Aber liebte Severus sie nicht auch? Außerdem hatte Severus etwas Bedeutendes voraus, er wusste um ihre Vergangenheit, Thierry nicht.
Ein spitzer Schrei entglitt Hermine, als sie über etwas am Boden stolperte. Sie war so sehr in Gedanken versunken gewesen, dass sie sich nicht mehr auf das Rennen und den unebenen Boden des Gartens, in dem sie mittlerweile angekommen war, gekümmert hatte. Unsanft kam sie auf dem steinigen Weg auf. Der Schmerz in ihrem Knöchel war mörderisch! Der Tränenfluss wurde stärker, als sie die Augen zusammen presste, um die Schmerzen so gut wie möglich zu unterdrücken.
Erst als sie etwas Warmes an ihrem Bein spürte, riss sie die Augen auf. Nur wenige Zentimeter von ihr blickten sie zwei schwarze, glitzernde Augen an. Das Mondlicht spiegelte sich in ihnen und irgendwie musste sie an die Nacht zurück denken, als sie zum ersten Mal Remus gesehen hatte, wie er sich in einen Werwolf verwandelt hatte. Sanfte Hände öffneten die Riemen ihres Pumps und zogen diesen von dem verletzten Knöchel weg. Das Glitzern in seinen Augen wurde stärker. „Hermine…", flüsterte er erneut, ehe er den Blickkontakt unterbrach und sich ganz dem verletzten Fuß kümmerte. Völlig in seinen Augen verloren, hatte Hermine sogar das Schluchzen vergessen.
„Er ist verstaucht…", durchbrach seine weiche Stimme die ruhige Nacht. „Nichts, was man nicht behandeln könnte.". Sein Kopf drehte sich wieder zu ihr um und ihre Augen trafen sich erneut. „Severus…", flüsterte Hermine erneut, als habe sie ihn erst jetzt erkannt, als kapierte sie nicht, wen sie da vor sich hatte. Vielleicht war es ja eine Mischung aus beidem. „Ja Hermine, das bin ich.", antwortete er ihr mit ruhiger Stimme. Doch ein leichtes vibrieren darin sagte Hermine, dass er innerlich längst nicht so ruhig war, wie er vorgab. Er schüttelte leicht den Kopf, ehe er Sprach. „Warum bist du weggelaufen?". Sie konnte das Schluckgeräusch seiner Kehle hören und augenblicklich drehte sie den Kopf zur Seite. Sie antwortete ihm nicht. Meinte er, warum sie eben weggelaufen war oder warum sie vor einem Jahr weggelaufen war? Sie schuldete ihm auf beide Fragen eine Antwort.
„Ich…", fing sie langsam an, doch die Worte wollten einfach nicht kommen. Sie schaffte es nicht einen anständigen Satz in ihrem Kopf zu formen, geschweige denn ihn auszusprechen. Stattdessen schüttelte sie nur den Kopf. Severus seufzte und stand auf. Sofort riss sie den Kopf zu ihm um und blickte ihn ängstlich an. Nein, sie wollte nicht, dass er ging. „Nicht…", gab sie in einem flehenden Ton von sich. „Ich werde nicht gehen, wenn du das meinst. Ich bin nur aufgestanden, um dich hochheben zu können. Der Boden ist ungemütlich und da drüben im Pavillon stehen einige Bänke."
Severus schob eine Hand unter ihre Knie und die andere unter ihre Hüfte. „Außerdem ist das Kleid viel zu schade, um damit im Dreck zu sitzen." Mit einem Ruck hob er Hermine an und trug sie, als wäre sie leicht wie eine Feder, hinüber zum Pavillon, wo er sie sanft auf eine der Bänke niederließ. „Hast du auch je daran gedacht, wie ich mich fühlen könnte wenn du weg bist? Es war, als ob du mir das Herz herausgerissen hättest. Ein Herz, das ich erst kurze Zeit zuvor gefunden hatte. Ich war sogar kurz davor Albus mit einem Unverzeihlichen zu verfluchen." Severus schloss für Sekunden die Augen. Nein, er hatte sich doch so oft im Kopf vorgespielt, was passieren würde, wenn er sie irgendwann mal wieder treffen sollte. Vor allem wollte er ihr keine Vorwürfe machen, aber genau das tat er im Moment.
Hermine senkte vor Scham den Kopf bei seinen Worten. Ja, sie hatte daran gedacht wie er sich fühlen würde, doch nie hatte sie gedacht, dass er für sie einen Mord begehen würde. „Es war die einzige Möglichkeit…", flüsterte Hermine. Sie wagte es nicht ihn anzublicken. „Nein", flüsterte er und schüttelte erneut den Kopf. „Es war eine von vielen und eine dumme noch dazu. Du hast deinen Namen geändert - Hermine Gondet, warum? Hast du Angst gehabt, ich würde dich verfolgen? Ich respektiere deine Wünsche, auch wenn sie nicht die meinen sind!". Ruckartig hob sie den Kopf. „Woher?", begann sie ihre Frage zu stellen, doch Severus war schon dabei sie zu beantworten. „Ich habe eine Liste mit den Schülern gesehen, die ihren Abschluss bestanden haben, doch ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass du diese Schülerin bist. Aber jetzt ist mir alles Klar, du hast einfach deinen Namen ins Französische umgeändert."
Hermine schämte sich abgrundtief. Ja, sie hasste sich sogar dafür. Mittlerweile wusste sie, was er fühlte. Er war verletzt, enttäuscht. Sie konnte es in seiner Stimme hören. „Aber wie ich höre, warst du die beste Schülerin der Schule." Hermine nickte leicht. „Es tut mir leid…", brachte Hermine schließlich vor. Sie warf ihr Gesicht in ihre Hände und begann erneut zu weinen. „Das hoffe ich doch! Du hast mir sehr wehgetan mit deinem Handeln. Noch nie hatte ich so wenig Lebensmut in mir. Aber nach einem langen Gespräch mit Minerva habe ich meine Ansichten geändert. In der Hoffnung… Hoffnung dich jemals wieder zu sehen." Er legte seinen Arm um sie und zog sie zu sich heran. „Hör auf", wimmerte Hermine. „Du darfst das nicht, du bist Lehrer." – „Ja, ich bin Lehrer Hermine, aber ich bin nicht dein Lehrer. Ich war einst dein Lehrer, doch dies ist Vergangenheit. Jetzt bin ich für dich nur ein Mann… mit einer riesigen Sehnsucht nach seiner großen Liebe."
Erneut blickte Hermine ihn an. „Wie gesagt Hermine, es hätte viele Möglichkeiten gegeben. Dumbledore hätte mir gewährt eine Auszeit zu nehmen, bis du deinen Abschluss gehabt hättest; Ich hätte kündigen können; du hättest auf eine andere Schule gehen können und doch wären wir noch ein Paar gewesen. Du warst einfach nur Stur, aber das warst du schon immer, Hermine Granger. Mit dem Kopf durch die Wand!" Er tippte ihr mit dem Finger an den Kopf. Hermine ließ erneut ihre Schultern sinken. „Hasst du mich?", fragte sie schüchtern. Severus legte seinen Finger unter ihr Kinn und hob es an. „Sie mich an, siehst du in meinen Augen Hass?" Aufmerksam studierte sie seine Augen, ehe sie langsam den Kopf schüttelte. Nein, sie konnte keinen Hass darin erkennen… nur Liebe. Liebe für sie?
„Aber ich… ich habe dich so sehr verletzt, ich war dumm", sprach sie leise weiter. Er nickte. „Ja, da muss ich dir recht geben. Du warst mehr als einfach nur dumm! Aber jeder Mensch macht Fehler. Was wäre, wenn wir Menschen fehlerfrei wären? Das Leben wäre auf die Dauer ziemlich langweilig. Aber weißt du was mein Fehler war? Ich habe dich ziehen lassen." Hermine schluchzte auf. „Weißt du Hermine, ich habe fast jede Nacht an dich gedacht. Ich habe geweint… um dich geweint." Hermine sah ihn überrascht an. Severus Snape hatte geweint? Wegen ihr? „Ja, schau mich nicht so überrascht an. Aber nach einer Weile habe ich mir eins geschworen. Sollte ich dich jemals wieder finden, werde ich dich nie mehr los lassen. Ein zweites Mal würde ich es nicht überleben."
Sie sah ihn verwirrt an, als er etwas aus seinem Umhang holte. „Seit ich es vor knapp einem Jahr gekauft habe, bin ich nie wieder ohne es aus dem Schloss gegangen. Weil ich immer die Hoffnung hatte, dich irgendwann zu treffen!" Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen. Von was redete er da? Hermine japste nach Luft und erschrak zutiefst, als er sich vor sie kniete.
Er wird doch nicht etwa das tun, von dem ich glaube, dass er das tut?
„Hab ich dir eigentlich gesagt, dass du in diesem Kleid, wie eine Prinzessin aussiehst? Hermine…", fing er an und räusperte sich. „Ich… Mit jeder Phase meines Körpers… Ich… oh man ich habe es doch so oft geübt…", murmelte Severus vor sich hin. Hermine sah ihn eine Spur belustigt an, er war einfach nur süß, wie er da so kniete. Severus drückte ihr eine schwarze Schatulle unter die Nase, so dass er sie fast getroffen hätte. „WillstdumeineFrauwerden?" Nuschelte er in einem Affenzahn herunter. Hermines Augenbrauen hoben sich. „Was?" Fragte sie verwirrt. Er wedelte mit der Schatulle vor ihrer Nase herum, bis sie diese in die Hand nahm. „Willst du meine Frau werden?", brachte er schwer atmend hervor. Hermine öffnete die Schatulle und ein wunderschöner Ring blitzte ihr entgegen. Sie war so erstaunt, dass ihr die Luft weg blieb und damit auch jegliche Worte.
Nachdem sie den Ring einfach nur Minutenlang angestarrt hatte, kam langsam wieder Leben in sie. Sie klappte die Schatulle zu und sah Severus traurig an. „Severus…", begann sie langsam. „Du liebst mich nicht mehr…", fing Severus langsam an und stand endlich wieder auf. Er ließ sich mit hängenden Schultern neben ihr auf der Bank nieder.
„Nein ich… Doch schon… aber ich… ich habe einen Freund. Er ist ein netter Junge…". Severus sah sie enttäuscht an. Und dieses Mal war ihm diese Enttäuschung mehr als deutlich ins Gesicht geschrieben. „Einen Freund…", fing er langsam an. „Wie konnte ich nur so dumm sein! Es… tut mir leid. Ich wollte dich nicht… ich dachte dass du mich… ich… jetzt war ich dumm." Er stand langsam wieder auf. „Behalte den Ring trotzdem. Ich hätte sonst niemanden, dem ich ihn geben könnte."
Severus straffte seine Robe und drehte sich zum Ausgang um. „Severus… nein! Bitte bleib!" Er drehte sich erneut zu ihr um. „Warum? Damit ich mich noch mehr vor dir demütigen lassen kann? Hermine, du hast eine neue Liebe gefunden und ich möchte mich nicht zwischen euch beide drängen." – „Aber Severus…" Erneut liefen Tränen über ihre Wangen. „Du hattest nie vor, zu mir zurück zu kommen…", stellte er entsetzte fest.
„Nein, so ist das nicht. Ich wollte zu dir zurückkommen, aber dann habe ich mich so sehr geschämt, wegen meinem Verhalten und…" – „…bist wieder vor deinem Leben davon gelaufen." Er ging einige Schritte auf sie zu und küsste sie sanft auf die Lippen. Damit war es endgültig aus mit Hermine. Sie verwandelte sich in ein heulendes Elend und begann zu schluchzen, dass ihr teilweise die Luft ausblieb.
„Hermine liebt sie, glauben sie ihr nicht. Sie liebt sie mehr, als sie jemals zugeben würde." Eine Stimme drang aus dem dunkeln hervor. Severus drehte sich augenblicklich in die Richtung und auch Hermine sah dort hin. Aus den Schatten kam ein junger Mann mit langen, braunen Haaren und grünen Augen. „Thierry…", brachte sie unter schluchzen hervor. Severus verstand sofort. „Das ist er?", fragte er leise.
„Nun, ihr beide passt gut zueinander." Thierry schüttelte auf Severus Worte sofort den Kopf. „Mag sein, dass wir optisch zueinander passen, aber selbst, wenn ich sie in der Zukunft zu meiner Frau nehmen würde, ich kann sie nicht ersetzen Professor Snape." – „Wie lange hast du uns schon belauscht…", fragte Hermine weinerlich. „Lange genug um zu verstehen. Als du weggelaufen bist, habe ich dich gesucht. Doch er war schneller gewesen. Hermine, lieben heißt auch manchmal loslassen können. Lieben heißt, sich vom Geliebten trennen, lieben heißt, nicht nach dem eignen Glück fragen, lieben heißt, unter Tränen zu sagen: Weit von hier fällt Gold von den Sternen, du kannst es finden, dort draußen, wo noch keiner war. Sein heißt Werden - leben heißt lernen, wenn du das Gold von den Sternen suchst, musst du fort von zu Haus und nur auf dich gestellt allein hinaus in die Welt voll Gefahr! Was ich damit sagen will… Und wenn wir in 20 Jahren noch ein Paar wären, deine Gedanken und deine Liebe wird immer bei ihm sein. Und ich werde nie etwas dagegen tun können. Ihr passt da drinnen zusammen." Thierry klopfte sich auf die Brust. „Im Herzen und ich wäre dumm, wenn ich versuchen würde, das zu zerstören oder gar an mich reisen zu wollen. Ich liebe dich Hermine, aber ich weiß, dass du mich nie geliebt hast." – „Thierry…" Hermine wollte aufstehen doch sofort durchzuckte ein neuer Schmerz ihren Knöchel.
„Es ist in Ordnung Hermine. Ich wusste, dass und ich bin trotzdem darauf eingegangen. Ich habe von Anfang an gewusst, dass dieser Tag irgendwann mal kommen würde. Und heute war es soweit." Thierry ging zu Severus, der ihn sprachlos anstarrte. „Hey, passen sie ja gut auf sie auf und seien sie ihr ein guter Mann. Andernfalls werden sie die andere Seite des französischen Charmes kennen lernen ", er klopfte Severus auf die Schultern und lächelte ihn an.
„Und du Hermine, sei nicht dumm, sag ja!" Er ging zu ihr hin und küsste sie liebevoll auf die Stirn. „Professor Snape, sie sollten ihre Frage noch einmal stellen. Ich bin sicher ihre Antwort wird eine andere sein und vor allem ziemlich eindeutig."
Severus nickte Thierry zu, kniete erneut vor Hermine nieder und hob ihr eine Rose hin, die er Sekunden vorher von einem Strauch am Pavillon geklaut hatte.
„Hermine Granger, willst du meine Frau werden?" Hermine blickte unschlüssig zu Thierry, der hinter Severus stand und einmal nickte. „Ja!!!", hauchte Hermine. Severus strahlte sie an, öffnete erneut die Schatulle, entnahm den Ring und strich ihn über Hermines Finger, ehe er sich zu ihr vorbeugte und sie küsste.
Thierry lächelte die beiden an. Ja, es war schwer für ihn gewesen, dies alles zu sagen. Aber er wollte, dass seine Freundin glücklich war. Auch wenn dies bedeutete, dass er sie dafür loslassen musste. „Ich denke ihr solltet die Krankenstation aufsuchen."
Severus nickte. „Darf ich?" Fragte er mit einem Lächeln. Hermine nickte und weitere Tränen kullerten ihr über die Wangen. Doch dieses mal nicht, weil sie traurig war, dieses Mal vor Glück. „Du Severus...?" Fragte sie auf dem Weg zum Krankenflügel. „Ich muss dann aber nicht Hermine Snape heißen, oder? Das hört sich so, komisch an." Severus lachte auf. „Darüber reden wir einander mal…"
