Epilog
9 Jahre später
„Nein, nein Samuel, du hebst den Zauberstab falsch. Siehst du? So musst du ihn halten." – „Daddy, ich hab keine Lust mehr!", motzte der kleine Junge. „Ach komm schon, Samuel. Nur noch diesen einen Zauber. Dann kannst du für heute aufhören." – „Ach Severus, lass ihn doch. Ich finde du hast ihn heute genug geplagt!" Hoffnungsvoll sah der kleine Junge zu seiner Mutter auf. „Los Samuel, lauf schon, bevor er dich erwischt."
Hermine lachte ihrem Sohn hinterher, der wie der geölte Blitz davon rannte, um ein wenig am See zu spielen. „Hermine, das kannst du doch nicht machen. Samuel muss lernen, wie man mit dem Zauberstab umgeht." – „Severus, es sind Sommerferien und außerdem ist er doch erst 5 Jahre alt. Glaub mir, in dem Alter haben kleine Jungs andere Dinge im Kopf. Das müsstest du doch am besten wissen. Was hast du dir denn gewünscht, als du in dem Alter warst?" Severus sah sie finster an. „Och Severus, so meinte ich das nicht!" Er seufzte. „Schon gut, ich weiß, was du meinst. Ich wollte damals ein Feuerwehrmann werden und Brände löschen, ok? Oh man, da kommt der Muggel in mir hervor." Hermine kicherte. „Och, wie süß… Ich stell mir gerade vor, wie du wohl in einer Feuerwehruniform aussehen würdest. So mit rotem Helm und Jacke…" Severus brummte nur vor sich hin und sammelte den Zauberstab seines Sohnes ein.
„Severus…" Er drehte sich zu Hermine um. „Was ist denn?" – „Ich würde sagen, du solltest ganz schnell Samuel zu Minerva bringen und mich in den Krankenflügel!" Sofort wurden Severus Augen groß. „SAMUEL, KOMM HER! JETZT UND SOFORT!!!", rief oder besser gesagt brüllte, er laut zum See hinüber, worauf sein Sohn, etwas grummelnd, kurz darauf ankam. Severus jedoch war an Hermines Seite und hatte seine Hand auf ihrem Bauch liegen. „Es ist soweit!", lächelte Hermine ihn an. „Ich frag mich, wie du immer noch lächeln kannst, wenn dich die Schmerzen so schütteln!" Severus sah sie erstaunt an. „Na ja, sieh es mal so, es ist dein Kind, das unter meinem Herzen liegt und bald in unseren Armen. Da kann man schon mal lächeln. Außerdem ist es noch erträglich!"
Severus küsste Hermine sanft auf die Lippen, ehe er sich zu Samuel bückte. „Sam, du gehst bitte sofort zu Oma, ist das klar? Mami und ich sind oben im Krankenflügel und holen jetzt dein kleines Geschwisterchen von Merlin ab." Samuel sah seine Eltern schmollend an. „Darf ich nicht dabei sein?" – „Nein mein Schatz", antwortete Hermine sanft. „Das kannst du leider nicht." – „Biiiiitteeeeeee" Severus verdrehte die Augen, während er seinen Sohn betrachtete. „Also, diesen Hundeblick hast du eindeutig von deiner Mutter! Denn nur sie wagt es einen so anzublicken. Trotzdem, Samuel, es geht nicht. Du musst zu Oma. Aber sobald dein Geschwisterchen da ist, kannst du kommen. In Ordnung?" – „Aber ich will auch mal Merlin sehen!" – „Vielleicht ist er ja noch da, wenn du kommst und außerdem hab ich dann noch eine ganz tolle Überraschung für dich!"
Das letzte Argument schien den schwarzhaarigen Jungen zu überzeugen. Er drehte sich um und rannte im Eiltempo zu Minerva. Severus dagegen hob Hermine hoch, um sie in den Krankenflügel zu bringen. „Du brichst dir noch das Kreuz!", warnte Hermine ihn. „Hey…", protestierte er. „Willst du mir damit sagen, dass ich alt bin?" Hermine grinste ihn an. „Niemals!"
Sobald sie auf der Krankenstation eintrafen, brach das absolute Chaos aus, so dass Hermine am liebsten wieder gegangen wäre und dann wurden ihre Wehen immer schlimmer, was auch nicht gerade dazu beitrug, dass sich Hermine beruhigte. Obwohl sie das ganze schon einmal hinter sich hatte, schien dies alles vergessen.
Irgendwann war Hermine in einem Meer aus Schmerzen gefangen.
„Ich bring ihn um, diesen Bastard!", schrie sie durch den Krankenflügel, als sich eine neue Wehe löste. Mittlerweile kamen sie in Minutenabständen und Severus konnte nur noch hilflos, in sicherer Entfernung zu Hermine, am Kopfende stehen und hoffen, dass es bald vorbei war. „Kannst du ihr denn nichts gegen die Schmerzen geben?", flehte Severus Poppy an, doch die schüttelte den Kopf. „Das hab ich bereits. Es schlägt nichts an." Sonst gab es doch auch gegen jeden Scheiß einen Trank, warum war keiner dabei, der seiner Frau die Schmerzen nehmen konnte???
Die Schweißperlen auf Hermines Stirn wurden größer und ihre Hand irrte auf der Suche nach ihm herum. Severus Nerven waren zum zerreißen gespannt. Schon seit 7 Stunden ging das so. Warum konnte es nicht so schnell und einfach wie bei Samuel gehen? Da war die ganze Geschichte in einer knappen Stunde erledigt gewesen. Im nächsten Moment bereute Severus ganz fürchterlich, dass er die Hand seiner Frau genommen hatte. Wo um alles in der Welt hatte sie diese Kraft her? Ihre Knöchel am Handrücken waren weiß, während die Knochen seiner Hand unter ihrem Griff jeden Augenblick nachzugeben schienen. „K-Kann ich irgendwas für dich tun?", fragte Severus hilflos, worauf er einen vernichtenden Blick seiner Frau erntete. „Ja! Geh ins Eck und erschieß dich!", zischte sie ihn an. „A-Aber Liebes…", versuchte Severus erschrocken das Wort zu ergreifen.
„Komm mir jetzt ja nicht mit Schatz, du Mistkerl! Du alleine bist daran schuld, dass ich hier Liege und DEIN Kind auf die Welt bringe!! Das kannst du vielleicht mit allen Frauen der Welt machen, aber nicht mit mir, sag ich dir! NICHT MIT MIR!" – „Aber Hermine, ich…" – „KOMM MIR NICHT MIT ABER! DU SOLLTEST HIER LIEGEN! Scheißkerl! Ich hasse dich!!!" Severus sah seine Frau verständnislos an. Eine Hand legte sich auf seine Schulter. „Hör nicht darauf, was sie sagt, Severus." Severus versuchte seine Hand zurück zu ziehen, doch Hermine hatte sie im eisernen Griff gefangen. „Sie meint das nicht so. Es sind die Schmerzen, die sie solch Sachen sagen lassen. Das weißt du! Du erinnerst dich, wie du warst, wenn du Schmerzen hattest?" Severus verzog seine Lippen. „Ich bin ein Mann", knurrte Severus seinen Mentor und Vater an. „Albus, es ist grauenhaft. Sie bricht mir jeden Augenblick die Hand!" Albus lachte leicht auf. „Das sind die Freuden des Vaterwerdens!" – „Ist das der Grund, warum du keine Kinder hast?" Albus lächelte ihn an. „Wer sagt, dass ich keine Kinder habe?" Mit einem zwinkern drehte er sich weg. Severus starrte ihm fassungslos nach. Was zum Teufel sollte das denn nun heißen?
„Dein Baby weigert sich immer noch sich umzudrehen…", fing Poppy an. „Das ist auch seine Schuld!", giftete Hermine und zeigte auf Severus. Severus nutzte die Gelegenheit, zog seine Hand zurück und ging einen Schritt rückwärts. „Na, na, na! Hermine. Da kann doch er nichts dafür." - „Doch, kann er!" Etwas Schmollendes legte sich auf ihre Lippen und Severus hätte beinahe angefangen zu lachen. Sie sah in genau diesem Moment aus wie Samuel, wenn er keinen Spinat wollte. Eine Medihexe aus dem St. Mungos traf ein. Sie sah sich einen Augenblick die ganze Szene an, dann legte sie den Zauberstab an Hermines Bauch. Doch bevor Hermine diesen weg schlagen konnte, griff Severus erneut nach ihren Händen. „Lass mich los! Du solltest hier liegen und diese Schmerzen haben, Schwein!" Severus schüttelte den Kopf. Die Medihexe aus dem Krankenhaus begann Hermines Bauch zu massieren und langsam entspannte sich die werdende Mutter ein wenig. Doch als die nächste Wehe einsetze, war es aus. Hermine zog ihre Hände zu sich und fing an, nach Severus zu schlagen. Severus sprang mehrere Schritte zurück.
„Hermine, wenn du aufhören würdest deine Kraft dazu zu nutzen deinem Mann die Nase abschlagen zu wollen und sie ein wenig mehr auf die Geburt richten würdest, könnten wir das Baby jetzt holen und in wenigen Minuten wäre alles vorbei!" Hermine warf Severus einen vernichtenden Blick zu. „Ihr Baby hat sich entschieden, doch auf natürlichem Wege in diese Welt zu kommen…"
Danach ging alles ziemlich schnell. Keine 10 Minuten waren vergangen, bis Hermine endlich ihr Baby in der Hand hielt. All die Schmerzen, die sie vor kurzem noch verspürt hatte, waren wie weggeblasen. Im Augenblick zählte nur das Baby in ihrem Arm. „Severus, komm her, sieh dir deine Tochter an!" Misstrauisch stand Severus immer noch mit gebührendem Abstand vor dem Krankenbett. „Na komm schon her, ich werd dich schon nicht beißen!" Severus zog eine Augenbraue hoch. „Na bei dir weiß man ja nie!"
Severus trat an das Bett seiner Frau und musterte das Baby in ihrem Arm. „Sieht ziemlich verschrumpelt aus.", bemerkte der frisch gebackene Vater. Hermine schlug ihn leicht auf den Arm. „Hey, du hast gesagt…" – „Ich hab nur gesagt, ich beiße nicht - von schlagen war nie die Rede!" Severus musste lachen. „Du hast mich Schwein genannt!" Hermine grinste Severus an. „So? Hab ich das?" Sie lachte leise auf, als ihr Baby mit einem Schrei ihr Gespräch unterbrach.
Nachdem die junge Mutter und ihr Baby versorgt waren, durfte auch endlich der kleine Samuel zurück zu seinen Eltern. Misstrauisch saß er am Bett und musterte das Neugeborene. „Na, was denkst du über dein Schwesterchen?", fragte Hermine ihren Sohn neugierig. „Mhhh, ich weiß nicht, es sabbert irgendwie und es hat grad gepupst!" Samuel blickte sich suchend um. Severus grinste breit. „Kann ich es denn nicht noch in ein Brüderchen umtauschen? Und wo ist Merlin?", fragte der kleine Spross hoffnungsvoll, doch seine Mutter schüttelte den Kopf. „Nein mein Schatz, ich glaube du wirst mit deiner Schwester vorlieb nehmen müssen und was Merlin angeht. Der hatte ganz dringend einen Termin in Frankreich." – „Na gut", brummte der Kleine vor sich hin.
„Und was für einen Namen habt ihr für eure Tochter gewählt?" Albus stand am Fußende des Bettes und betrachtete die junge Familie. Diesem Mann sollte man ein Glöckchen umhängen! Dann würde er wenigstens nicht mehr wie aus dem Nichts auftauchen, ging es Severus durch den Kopf, ehe er hektisch mit seiner Frau einen Blick wechselte.
Ein Name, sie hatten sich noch auf keinen Namen geeinigt, eigentlich hatten sie nicht mal richtig darüber gesprochen! „Uhm…", begann Severus grübelnd. „Also…", versuchte er es weiter, doch Hermine begann zu lächeln. „Ihr Name ist Larena, Larena Snape!" - „Das ist ein hübscher Name!", bestätigte Albus. „Ich werde euch nun wieder alleine lassen. Haltet das Glück fest, solange es da ist!", lächelte der alte Mann und verließ den Krankensaal.
„Larena?", fragte Severus überrascht. Hermine nickte. „Ja, ich dachte, das würde zu ihr passen." Severus lächelte sie an. Ja, der Name seiner Schwester. „Lerena ist in Ordnung! Hallo Larena…", er beugte sich über seine Tochter und nahm sie zum ersten mal auf den Arm. „Mom, darf ich spielen gehen? Babys sind langweilig, die machen ja gar nichts, nur sabbern und doof kucken." Hermine und Severus lachten auf. „Los, verschwinde schon, aber lass das Schloss stehen!" Der Kleine rollte mit den Augen und verschwand aus dem Krankensaal.
„Meinst du unsere Familie ist jetzt komplett?", fragte Hermine ihn glücklich. „Ich weiß nicht, ich würde sagen lassen wir uns überraschen!"
……….. …………..
So… jetzt ist aber endgültig Schluss…
DANKE DANKE JACKY!!!! Was hätte ich nur ohne meine Betaleserin getan ;-) +kussibussiknuddel+
Noch einmal Danke an aaaaalllleeeee meine Leser. Hab euch ganz doll Lieb.
ENDE
