Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf
basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir - sonst
einzig und alleine nur der Plot und die Gedichtzeilen am Anfang eines
jeden Kapitels. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei
Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern schreibe
dies zum reinen Zeitvertreib.
A/N: Dank geht an D.V.G.M.1
und Viviann.
hegdl, eure Tanya :)
Überarbeitete Version. Keine Änderungen, die den Handlungsablauf verändern - jedoch Verbesserungen in Formatierung und Wiedergabe des Textes (Dezember 2006).
Without Existence - Suche dich, dann findest du mich - Transience
„Alles hier wird einmal nicht mehr sein,
ich, du, die
Welt... bald ist alles allein...
Der Tod macht uns einsam,
aber
ich will nicht allein sein..."
Diese Frage wurde ihm jedoch schnell beantwortet, als ihm lieb war, denn plötzlich durchbrach eine kalte Stimme die Stille...
„Was zum Teufel wird das, Malfoy?"
Dracos Magen zog sich zusammen. Augenblicklich durchflutete ihn eine kalte Welle und sein Herz beschleunigte den Takt auf 180. Aufgeflogen, war sein einziger Gedanke, vorbei... alles aus...
Langsam wandte Draco sich zu Harry um. Dieser stand gegen ein Bücherregal im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum gelehnt und funkelte ihn zornig an.
„Du hast appariert", stellte Harry fest, „Welche Schwarze Magie benutzt du, so dass du solche Dinge in Hogwarts zustande bringst und wo zum Teufel warst du?"
Dumm ist er nicht, musste sich Draco ärgerlich eingestehen. Er erinnerte sich daran wie er einmal – noch zu seiner Schulzeit – ein Gespräch zwischen Potter, Weasley und Hermione mitbekommen hatte. Damals hatte sie ihnen mit einer ärgerlichen Miene mitgeteilt, dass man nicht auf das Hogwarts-Gelände apparieren könne. Anscheinend hatte sie das nicht zum ersten Mal gesagt. Ihre Worte schienen Früchte getragen zu haben – wenn auch nur recht langsam.
Umso schlimmer war diese Tatsache jetzt aber für ihn. Was sollte er Potter denn erzählen? Etwa: „Tut mir Leid Potter. Ich war bei deiner tot geglaubten Freundin und habe sie mal ordentlich rangenommen? Ach ja und bevor ich es vergesse, dieser Zauber ist wirklich Schwarze Magie. Wurde ja auch von ihr entwickelt."
So wütend wie Harry jetzt schien, würden das vielleicht
die letzten Worte gewesen sein, die er über die Lippen bekommen
hätte und wahrscheinlich würde der Gute auch noch viel
schneller als Voldemort sein.
„Ich war... kurz mal weg."
„Ach
nein?", schrie er aufgebracht und voller Hohn. „Das hab ich auch
gesehen! Ich wusste doch das wir dir nicht vertrauen können! Du
bist und bleibst böse. Ein Verräter!" „Das stimmt
nicht!", erwiderte Draco laut.
Aus irgendeinem Grund war er wütend. Tief in seine Inneren brodelte es. Er war kein Verräter! Er wollte den Orden nicht verraten, doch er hatte einfach keine andere Wahl. Auch wenn er es zu verdrängen versuchte – die Tatsache zu verdauen, das vielleicht nur wegen ihm schreckliche Dinge geschehen würden – schaffte er doch nicht ganz. Allein der Gedanke daran, brachte ihn fast um den Verstand. Immerhin wollte er nicht für noch mehr Morde verantwortlich sein! Eigentlich aber interessierte ihn dieses ganze Hin und Her überhaupt nicht! Konnte er denn nicht endlich seine Ruhe von allem haben?
„Nicht? Wo warst du dann? Und wie hast du es geschafft
Dumbledores Bann zu brechen, wenn nicht durch Schwarze Magie?"
„Ich
war bei einer Freundin", erwiderte er knapp, die Halbwahrheit würde
auch funktionieren, kam ihm in den Sinn. „Natürlich habe ich
diesen Schutz mit Schwarzer Magie gebrochen, Potter. Ich bin mit
dieser Magie aufgewachsen. Diese dunklen Kräfte kenne ich in-
und auswendig und solange sie niemandem schaden, wende ich sie auch
an, hat ja auch in manchen Fällen sein Gutes. Ist es denn mit
deinem Pasel nicht genau das Gleiche?"
„Pasel ist eine Sprache und hat keine schlimmen Folgen."
„Habe
ich dir nicht gerade gesagt, dass ich meine Schwarze Magie nur
anwende, wenn es niemandem schadet? Und was dein Pasel betrifft, hast
du anscheinend unser zweites Schuljahr vergessen, was?", meinte er
spitz. „Ich weiß nicht genau was schlimmer ist. Aus dem
Schloss mit Hilfe Schwarzer Magie zu apparieren oder vielleicht mit
Hilfe einer fremden Sprache Monster auf Mitmenschen los zu lassen?
Überleg gefälligst bevor du den Mund aufmachst."
Harry funkelte ihn wütend an. „Du weißt genau das ich
diese Schlage nie auf Menschen gehetzt habe", knurrte er. Er sah so
aus, als würde er jeden Augenblick ein paar Bücher mit
voller Wucht auf ihn loslassen wollen. Aber er wandte sich dann
wieder ihnen zu und blätterte weiter. Besser für ihn,
dachte Draco befriedigend und betrachtete Potter nachdenklich. Erst
jetzt fiel ihm auf, dass er alleine war, obwohl er doch sonst immer
mit seinem Schatten Weasley anzutreffen ist – zumindest war das
damals so.
„Wo ist den Weasley?"
Harry zuckte mit den Schulter. Anscheinend befand er es besser zu
antworten, weil er wusste, wie hartnäckig Draco sein konnte.
„Streit?", hakte dieser weiter. Für diese Frage hätte
er sich aber sogleich am liebsten auf die Zunge gebissen. Immerhin
war er doch nicht Potters Therapeut und was interessierten ihn schon
seine Wehwehchen?
„Das geht dich nichts an Malfoy."
„Wieso
bist du hier? Hast du denn keinen eigenen Gemeinschaftsraum?"
„Doch",
erwiderte Harry abwesend kühl. „Aber hier habe ich meine Ruhe.
Zumindest hatte ich die Mal."
Draco ließ sich in einen bequemen Sessel am Kamin fallen und warf seinen Blick umher. Seitdem er hier war hatte er dem Raum noch nicht so recht Beachtung geschenkt, dafür war einfach keine Zeit gewesen. Der ehemalige Ravenclaw-Gemeinschaftsraum sah aber fast so aus, wie sein alter. Nur das die Sessel etwas bequemer waren und von den Vorhängen bis zu den Kissenbezügen alles in blau-silbern strahlte. Auch war nichts von der Kälte in seinem ehemaligen Gemeinschaftsraum vorhanden, die sonst durch die Kerker gezogen ist. Plötzlich fiel sein Augenmerk auf das gleiche Foto, welches auch in der Großen Halle hing. Es stand am Kaminsims und Hermione lächelte ihm liebevoll entgegen. Potter musste seine Zeit wirklich oft hier verbringen. Immerhin stand selbst hier ein Foto von seiner „toten Freundin".
Nachdenklich warf er einen Blick auf Harry, der immer noch den Kopf in den Büchern vergruben hatte und die Seiten zu überfliegen schien, auf der Suche nach einem richtigen Buch. Es interessierte Draco eigentlich nicht unbedingt, aber er musste wirklich unter dem Tod Hermiones leiden. Er selbst wusste nicht viel über die Beziehung der beiden, eigentlich nur so viel, dass sie am Ende ihres siebten Schuljahres, kurz vor ihrem Hogwartsabschluss, zusammen kamen. Diese Nachricht hatte sich fast wie ein Lauffeuer in der Schule verbreitet und er konnte sie noch genau daran erinnern, wie angewidert und doch erleichtert er gewesen war, als er es erfuhr.
Potter und Hermione hatten nämlich schon Wochen zuvor damit verbracht, unheimlich eifersüchtig aufeinander – oder besser gesagt auf die Partner beider – zu sein, so dass selbst ihm diese ganze Theater schon auf die Nerven gegangen ist. Er war mit Weasleys kleiner Schwester zusammen gewesen und Hermione mit dem Wiesel. Wie die beiden Weasleys die Trennung verkraftet hatten, wusste er nicht genau, aber er vermutete das sie es ihnen nicht groß übel genommen hatten, denn irgendwie schienen sie danach noch ein Herz und eine Seele. Friede, Freude, Eierkuchen eben, wie alle schlechten Gryffindor-Groschenromanzen.
„... was genau ist mit ihr geschehen?", fragte Draco dann
neugierig.
Er stand wieder auf und nahm das Foto in die Hand.
Sein Zeigefinger fuhr vorsichtig über die gläserne
Oberfläche unter der sich ihre Lippen befanden. Es war komisch
zu wissen diese Lippen geküsst zu haben und das nicht nur
einmal...
„Gestorben", antwortete Harry knapp mit einer etwas
brüchigen Stimme, ohne ihm einen Blick zuzuwerfen. „Hat Snape
dir doch schon gesagt."
„Jaah... aber... wie ist es passiert?"
Nachdenklich runzelte Draco die Stirn. „Sie hat es nie erwähnt."
Es knallte. Erschrocken zuckte Draco zusammen, sah zu Harry
hinüber und erkannte, dass dieser gerade ein Buch fallen
gelassen hat. Dem Buch schenkte er aber keine Beachtung, sondern viel
mehr ihm.
Harry wirkte schockiert. „Was meinst du mit: Sie
hat es nie erwähnt?"
„Wie?" Erst jetzt wurde Draco
alles bewusst. Gerade war ihm doch tatsächlich etwas
herausgerutscht, was er nicht erwähnt werden durfte. „Oh...
hab ich das gesagt? Ich hab mir versprochen. Natürlich meinte
ich: Er hat es nie erwähnt. Snape. Er hat mir doch nicht gesagt,
was wirklich passiert ist", erklärte er schnell.
„Ach so" Harry wirkte enttäuscht. Langsam beugte er sich
hinab und hob wieder sein Buch auf, welches er dann sorgfältig
zurück ins Regal stellte. Stille trat ein und Draco rechtete
schon überhaupt nicht mehr mit einer Antwort. Dann...
„Es
fand ein Angriff auf King's Cross statt. Gleich nach dem Kampf,
indem du verraten wurdest. Sie war dabei und wollte unbedingt helfen,
aber sie hat es nicht geschafft... Wir haben nicht mal ihre Leiche
gefunden... Die Todesser hatten ganze Arbeit geleistet."
Gerne hätte Draco ihm jetzt gesagt: „Nein, sie lebt noch" Wieso, war ihm auch dieses mal nicht bewusst. Er mochte Potter nicht und das tat er auch jetzt noch nicht, aber irgendwie empfand er Mitleid. In seinem Jahr als Spion hatte er gelernt dieses Gefühl zu empfinden. Es war aber schlecht, wenn man Menschlichkeit zeigte, sobald man einen Menschen das Leben nahm. Irgendwie jedoch... ist es einfach geschehen.
Harry aber erzählte noch weiter: „Ron hat mir die Schuld an
ihrem Tod gegeben und er hat Recht. Ich bin schuld. Ich hab sie so
verletzt."
Draco horchte auf. Jetzt schien es richtig
interessant zu werden und er hoffe Potter würde jetzt nicht
einfach aufhören, nachdem er ihm so einen Köder hingeworfen
hatte. „Wieso?"
„Wir waren zusammen", begründete
Harry. Er seufzte. Mit jedem Wort schien sich seine Stimmte noch
brüchiger anzuhören. „Ich hab sie so sehr geliebt, aber
ich hab einen Fehler gemacht und sie betrogen."
„Mehr als ein Fehler", meinte Draco trocken. „Du bist so ein
Depp, Potter."
„Das weiß ich auch!"
„Mit
wem?"
Harry schluckte wieder und lächelte bitter.
„Ginny."
„Was?" Draco musste lachen. „Für Weasleys
kleine Schwester gibt's du Hermione auf? Ich nehme den Deppen nicht
zurück, setzte aber noch eins oben drauf, du bist ein Arschloch.
Immerhin war diese kleine Wiesel doch deine Ex und ihre beste
Freundin."
Harry wandte sich zu ihm um und musterte seinen Gegenüber mit einer scharfen Miene. „Was interessiert dich das eigentlich? Wieso tut ausgerechnet Hermione dir Leid? Seit wann nennst du sie überhaupt Hermione? Das ist ja so, als würdest du sie kennen. So als würdest du sie mögen!"
Draco kannte Hermione vielleicht nicht richtig, er konnte aber schon jetzt sagen, dass Potter in dem Augenblick, als er Hermione verletzt hatte, denn größten Fehler seines Lebens begannen hatte. Nicht zuletzt deswegen, weil sie seit diesem Tag nach dem Leben zu trachten schien. In einem Punkt aber hatte er recht. Draco begann zu begreifen. Ja... irgendwie mochte er sie wirklich...
„Ich finde solche Geschichten sehr interessant", entgegnete er
stattdessen. „Außerdem finde ich es respektlos Tote mit
Nachnamen zu nennen. Glaub mir, ich rede aus Erfahrung."
Eine
bessere Begründung war ihm in diesem Augenblick nicht
eingefallen. Aber er vertrat sie voll und ganz. „Also Potter, wieso
sollte ihr Tod deine Schuld gewesen sein?"
Harry schloss für
ein paar Sekunden die Augen, öffnete sie dann wieder und
betrachtete Draco nachdenklich. Schließlich begann er:
„Weil..."
„Sie haben einen Anschlag geplant und wollen ganz Kings Cross in die Luft sprengen!", rief Freds Stimme panisch durch den Grimmauldplatz 12, nachdem er in das Hauptquartier des Phönixordens gestürmt war.
Augenblicklich brach Panik unter den anwesenden Mitgliedern aus. Alle sprangen auf und hasteten durch die Räume um so schnell wie möglich nach Kings Cross aufzubrechen, damit sie das schlimmste noch verhindern konnten.
Genauso wie Harry, der ein paar Minuten später hastig in
den ersten Stock rannte.
„Hermione?", schrie er und stürmte
ohne anzuklopfen in deren Zimmer.
Sie stand am Fenster und entließ
gerade eine Eule in die Freiheit, dann packte sie ihren Zauberstab
und wollte – ohne Harry zu beachten – an ihm
vorbeistürmen.
Allerdings schaffte er es gerade noch im
richtigen Augenblick am Handgelenk festzuhalten. „Was hast du vor?"
„Lass mich los, ich will mit!", entgegnete sie
wütend.
Harry sah seine Freundin entsetzt an. In seinen Augen
drehte sie gerade durch. „Nein, du kannst nicht mit", schrie er
energisch.
„Ach ja und wer sagt das?"
„Ich sage das! Was
ist wenn dir etwas passieren würde!"
Im gleichen Moment hatte er aber schon eine kräftige
Ohrfeige kassiert. Ihre Augen blitzen gefährlich und voller
Kälte. „Tu nicht so,", presste sie mit brüchiger
Stimmte hervor, „als würdest du dich dafür interessieren,
was mit mir geschehen wird."
„Hermione", erklang Rons
Stimme.
Die beiden wandten sich zu ihrem Freund um, welcher soeben
im Zimmer erschienen war. Ron wirkte genauso besorgt wie Harry.
„Du bleibst hier, oder? Ginny ist auch..."
Bevor er
seinen Satz aber vollenden konnte, wurde er von Hermione
unterbrochen. „Es interessiert mich nicht im geringsten was Ginny
gedenkt zu tun. Soll sie doch das feige Huhn spielen. Ich werde auf
jeden Fall alles tun, was in meiner Macht steht und das ganz bestimmt
nicht hier in Sicherheit!"
Harry seufzte. „Ich will aber nicht
das du dein Leben riskiertst."
„Es ist mir egal was du willst!"
„Wenn du es nicht für
Harry tun willst, dann mach es doch für mich. Hermione,
bitte."
Ron hatte seine Hand auf ihre Schulter gelegt und sah
ihr eindringlich flehend in die Augen. Ein kleines Lächeln
zauberte sich auf ihre Lippen, nachdem sie Rons Worte vernommen
hatte. Es war aber vollkommen freundlos. „Keine Sorge, ich weiß
mir wird definitiv nichts passieren."
„Ihr würde definitiv nichts passieren, hat sie gesagt. Aber dem war nicht so. Hermione wollte zwei Kindern helfen. Wir wollten es nicht, aber sie hat ihren Kopf wieder einmal durchgesetzt. Sie wurden von ein paar Todessern in den Bahntunnel verschleppt. Kurz darauf ist der Tunnel explodiert und ich habe sie nie wieder gesehen... Keinerlei Überreste fand man von ihr. Erst dachte man, sie wäre vielleicht entkommen aber... das alles ist auch schon fast ein Jahr her... die Hoffnung ist schon längst gestorben."
„Ach Potter...", spöttelte Draco mitleidig. „wieso
sollte das denn deine Schuld sein?"
„Wieso denn nicht?"
Harry lächelte bitter. Dracos Tonfall hatte er ignoriert.
„Hermione hat das alles nur getan, um mir eins auszuwischen.
Nachdem sie dahintergekommen ist, dass ich sie mit Ginny betrogen
hatte, war sie nicht mehr die selbe. Dieser Hass. Noch nie habe ich
bei einem Menschen so viel Zorn und Gleichgültigkeit erlebt und
das Schlimmste ist, dass ich es eigentlich überhaupt nicht
wollte. Ich habe sie geliebt, verdammt noch mal und ich tue es noch
immer!"
Draco beabsichtigte es nicht, aber sein Mitleid für Harry wuchs mit jeder Sekunde. Harry liebte sie...? Es war komisch das zu hören. Gestern Abend hatte er mit Hermione geschlafen, Harrys Liebe, und ihm war so, als würde er auch ein ähnliches Gefühl für diese Frau empfinden. Es war ihm egal, wenn Harry irgendwann mal erfahren würde, dass er wusste, dass Hermione noch lebte. Trotzdem versetzte es einen kleinen Stich in sein Herz. Nicht wegen Harry, aber wegen ihr! Wieso denn nur?!
„So... willst du jetzt meine Prognose hören?"
Verwirrt
zog Harry die Stirn in Falten. „Wie?"
„Dein
Krankheitssymptom das Dr. Draco Malfoy an dir festgestellt
hatte."
Aus Harrys trauriger Miene wurde eine Wütende. Aber
er schien sich mehr über sich selbst zu ärgern als über
Draco. „Wieso erzähl ich dir das eigentlich?"
„Weil ich danach gefragt habe und ich rate dir Hermione zu
vergessen. Selbst wenn sie noch leben würde, ich glaube dann
hätte sie dir noch immer nicht verziehen. Dieses Weasley-Mädchen
ist immerhin ihre beste Freundin gewesen. Außerdem, würden
wir davon ausgehen, sie würde noch Leben, dann ist ihr Leben
sicher weitergegangen... ohne dich, glaub mir."
„Red nicht so
als würdest zu wissen, wie sie denkt", fauchte Harry. „Sie
lebt nicht mehr. Sie ist tot."
Er packte ein paar Bücher, warf ihm noch einen aufgebrachtes Funkeln zu und verschwand dann. Draco sah ihm hinterher. Gerade hatte er tatsächlich ein Gespräch mit Harry Potter geführt, indem keine Morddrohungen ausgesprochen worden sind. Komisches Gefühl. Vielleicht hatte Hermione ja recht gehabt. Auch er hatte sich verändert. Er hatte mit Hermione geschlafen und für Potter Mitleid empfunden, aber dieser Gedanke fiel ihm ganz und gar nicht. Er musste etwas dagegen unternehmen und zwar am besten so schnell wie möglich.
Als Draco in Hermiones Zimmer apparierte war es vollkommen verlassen. Sie schien nicht hier zu sein. Wieder einmal waren die schwarzen Vorhänge vor die Fenster gezogen und ließen kein helles Tageslicht herein. Draco sah sich missmutig um und warf sich dann auf ihr Bett. Warten war ganz und gar nicht eine seiner Stärken.
Plötzlich bemerkte er, dass das Kopfkissen einen leichten
Vanille-Geruch besaß. Der Geruch ihres Haares. Immer noch hatte
er ihn deutlich in Erinnerung. Den ganzen Tag hatte er sich danach
gesehnt sie zu sehen. Wieso denn nur?
Bis jetzt war ihm das noch
nie passiert. Niemals hatte er mit einer Frau eine Nacht verbracht
und diese dann einfach nicht aus seinen Erinnerungen bannen können.
Welchen Zauber besaß sie denn, der ihm das Vergessen einfach
unmöglich machen zu schien?
Der mächtigste Zauber an ihr, mochten Hermiones große braune Augen sein. Sie waren immer voller Wärme und Liebe, egal ob sie nun zornig auf einen war. So sehr sie sich bemüht hatte, selbst damals, hatte sie dieses Gefühl nie aus ihrem Blick bannen können. Nun aber war diese Wärme verloschen.
Aber was zum Teufel war es dann?!
Zog ihre neue Art ihn wirklich auf irgendeine Art und Weise an?
Die Tür wurde geöffnet und Hermiones kam herein. Sie
wirkte müde, ziemlich durcheinander und angeschlagen. Als sie
Draco erblickte hob sie matt ihre Braue.
„Was machst du hier,
Malfoy?", wollte sie kühl wissen.
Vielleicht war sie ja
sauer, weil er heute Morgen einfach verschwunden war? Aber er schoss
diese Vermutung schnell wieder in den Wind. Bestimmt nicht. Die neue
Hermione war nicht so ein Mensch der besondere Gefühlsäußerungen
zeigte – immerhin wirkte sie auch immer kalt.
„Auf dich
warten", entgegnete er.
Eine kleine Wunder zeichnete sich auf ihrer Wange und als sie das Zimmer durchquerte, um ihren schwarzen Umhang abzulegen, bemerkte Draco, dass sie etwas humpelte. Wurde sie etwa bei irgendeinem Kampf verletzt oder hatte vielleicht Voldemort seine Wut an ihr ausgelassen?
„Wir haben aber keinen Termin."
„Ich weiß",
erwiderte er.
Langsam stand Draco von Hermiones Bett auf und ging
auf sie zu. „Ich bin hier, weil wir an unserem Plan arbeiten müssen
– Potter in die Gewalt Voldemorts zu bekommen."
„Wieso denn
plötzlich so eifrig?" Wieder zog sie misstrauisch ihre Braue
empor und verschränke die Arme vor der Brust.
„Ich habe
meine Gründe."
Hermiones strich sich durch ihre langen Haar und seufzte
schwermütig. „Okay... dann... hast du vielleicht schon einen
Plan?"
Irgendwie kam ihr Verhalten ihm komisch vor. Nichts mehr
von dieser Selbstsicherheit sondern jetzt wirkte sie einfach wie ein
verstörtes planloses Kind. Es tat ihm weh, wenn er sie so
verletzt sah.
„Was hat er mit dir gemacht?", fragte Draco
unwillkürlich.
„Nichts." „Ich weiß, dass er dir
etwas getan hat und auch, dass er dir vor einem Jahr etwas angetan
hat! Sonst wärst du niemals hier."
Hermione schüttelte
langsam mit dem Kopf. „Nein, es ist nichts. Verstanden,
nichts..."
„Wieso glaub ich dir das dann nicht? Du weißt
genau das ich recht habe!"
„Ich weiß nicht wieso du dir
irgendwelche Dinge zusammenspinnst. Also... schon irgendeinen Plan?
Anscheinend, sonst wärst du nicht hier."
Hermione wich seiner Hand aus und wandte sich ab. „Willst du
vielleicht irgendetwas trinken?"
„Ähm... ja..."
Sie
ging in ein Zimmer, welches scheinbar die Küche war. Nach etwa
zwei Minuten kam sie mit zwei heißen Tassen Tee zurück und
drückte ihm die eine in die Hand.
Hermione sah ihn
erwartungsvoll an. „Also?"
„Ich... nun ja... dieser Plan
wird dir nicht gefallen."
„Überlass mir meine Meinung und
sag mir endlich was du vor hast."
„Gut. Wir brauchen einen Lockvogel", erläuterte
Draco.
„Aha... nun an sich eine gute Idee, aber es muss jemand
sein, der ihm etwas bedeutet."
Draco schwieg für einen
Augenblick und erwiderte ihr dann: „Er... er liebt dich..."
Stille
trat ein. Kurz glaubte er in Hermiones braunen Augen eine Art Funkeln
zu erkennen. Das war jedoch so schnell verschwunden, wie es gekommen
war. Zurück blieb die Leere.
„Vergiss es, Malfoy", meinte
sie und stand auf um ihre Meinung zu unterstreichen.
Sie wollte ihm nicht weiter zu hören, das wusste er. Draco aber wollte auch nicht aufgeben. Eigentlich war er nicht scharf darauf Potter ans Messer zu liefern, doch irgendwie sah er auch eine Möglichkeit Hermione endlich wieder in die Realität und somit in ihr altes Leben zurück zuholen. Was würde geschehen, wenn die beiden sich begegnen würden? Würde Hermione vielleicht wieder die verloren geglaubte Liebe zu ihm entdecken und den Hass in ihrem Herzen vergessen?
Aber wenn...
was würde dann aus ihm werden?
Draco versuchte den Gedanken an sich zu vergessen. Hier ging es nicht um ihn. Das Einzige worum er sich Sorgen machen musste, war, wie er Voldemort entkommen konnte und nicht mehr. Hermione spielte keine Rolle. Was würde es denn schaden, wenn sie vielleicht wieder zu Potter fand? Auch wenn es ihm vielleicht weh tun könnte... es ging nicht anders...
Selbst wenn... wieso brachte er mit ihr automatisch ihn in Verbindung? Klar, sie hatten miteinander geschlafen, mehr jedoch war da einfach nicht! Es war Lust gewesen! Lust von ihrer Seite und die gleiche Lust in seinem Falle. Nicht mehr...
„Ich verstehe dich nicht!", rief Draco plötzlich aufgebracht. „Wenn du schon so scharf darauf bist Potter aus dem Weg zu räumen, wieso verwendest du dann nicht alle deine möglichen Mittel? Du weißt genau, dass nicht ich der beste Weg zu Potter bin, sondern du! Du bist es, weil er dich liebt..." Draco senkte den Kopf und fügte noch murmelnd hinzu: „und du ihn genauso..."
TBC
