Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf
basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir - sonst
einzig und alleine nur der Plot und die Gedichtzeilen am Anfang eines
jeden Kapitels. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei
Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern schreibe
dies zum reinen Zeitvertreib.
A/N: Dank geht an Anna,
D.V.G.M.1, julschn und Taetzchen.
hegdl, eure
Tanya :)
Überarbeitete Version. Keine Änderungen, die den Handlungsablauf verändern - jedoch Verbesserungen in Formatierung und Wiedergabe des Textes (Dezember 2006).
Without Existence - Suche dich, dann findest du mich - Uncaring
„Ängste bezwingen und Kämpfe gewinnen,
nur so
kann die Zeit verrinnen.
Was aber ist, wenn die Welt droht stehen
zu bleiben?
Leben wir dann nur noch im ewigen Schweigen?"
„Ich verstehe dich nicht!", rief Draco aufgebracht. „Wenn du schon so scharf darauf bist Potter aus dem Weg zu räumen, wieso verwendest du dann nicht alle deine möglichen Mittel? Du weißt genau das nicht ich der beste Weg zu Potter bin, sondern du! Du bist es, weil er dich liebt..." Draco senkte den Kopf und fügte noch murmelnd hinzu: „und du ihn genauso..."
„Das ist Wahnsinn!", entgegnete Hermione energisch. „Niemals würde das funktionieren! Wie kommst du überhaupt auf diesen Unsinn, ich würde für irgendjemandem irgendetwas empfinden?"
„Ihr wart zusammen!"
Hermiones Augen funkelten zornig. Nicht zum ersten Mal heute, hatte er das Gefühl, dass sie gleich auf ihn losgehen würde, doch mit der Gefühllosigkeit, welche sie neuerdings an den Tag legte, stellte sie alles in den Schatten. „Ja, wir waren zusammen! Waren! Es ist Vergangenheit! Geschichte! Geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen!"
„Selbst wenn, er liebt dich noch immer."
Sie jedoch ignorierte seine letzten Worte. „Verstehst du das
denn nicht? Ich kann verdammt noch mal keine Liebe empfinden!"
„Davon
war jetzt doch überhaupt nicht die rede."
Niemals hätte Draco vermutet, dass sie so wütend werden würde. War sie etwa damals wirklich so verletzt gewesen? Musste wohl so gewesen sein, immerhin ist sie zum Feind übergelaufen und will Potter jetzt am liebsten in alle Einzelteile zerlegen. Wieso reagierten betrogene Frauen immer wieder wie Furien?
„Natürlich war die Rede davon! Du glaubst tatsächlich
ich würde irgendjemanden lieben!"
„Tust du ja auch, sonst
müsstest du dich jetzt nicht so aufregen. Das Thema Liebe
ist wirklich sehr heikel wenn es um dich geht. Aber weißt du
was? Ich weiß wieso du damals zu Voldemort gegangen bist! Du
warst verletzt und bist davongelaufen statt dich deinem Problem zu
stellen."
„Nichts weißt du! Ich will und kann Harry
einfach nicht sehen! Es geht nicht, verstanden?"
Stille kehrte ein. Der letzte Satz hatte mehr Ähnlichkeit mit
einem Befehl gehabt, als nach einer Feststellung geklungen. Draco
betrachtete nachdenklich, die vor Zorn gerötete, Hermione. Dann
musste er lächeln. Er wusste nicht wieso – in seiner Lage gab
es eigentlich überhaupt keinen Grund dazu – aber er tat es
einfach. Sie jedoch schien das vollkommen aus dem Konzept zu bringen.
„Was... was ist?", wollte sie aufgebracht wissen. „Was hast
du?"
„Du hast ihn Harry genannt", erklärte
Draco. „Ich hatte also recht."
„Nein...", murmelte sie
hilflos. „Nein... er... er bedeutet mir nichts. Er geht einfach
nicht..."
Die Selbstsicherheit Hermiones wurde immer geringer. Kraftlos ließ
sie sich wieder auf ihr Bett sinken und starrte trüb gegen die
kahle weiße Wand, während sie unentwegt langsam den Kopf
schüttelte. „Nein... es ist einfach nicht so. Ich... ich
fühlte doch überhaupt nichts."
Draco setzte sich neben
sie und sah Hermione entschlossen an. Sie jedoch erwiderte seinen
Blick nicht. Also streckte er seine Hand nach ihr aus und drehte ihr
Gesicht zu ihm, so dass sich nun ihre Augen trafen. „Dann beweis es
mit...", hauchte er. „wenn du wirklich nichts fühlst, dann
zeige es mir... Hermione..."
Ihre Augen wurden groß. Wie die eines verschreckten Rehs,
kam es ihm in den Sinn. Plötzlich, und für Draco ziemlich
überraschend, aber beugte sie sich zu ihm und drückte ihre
Lippen auf seine. Zärtlich. Nach ein paar Minuten trennten sie
den Kuss wieder, der nicht mehr gewesen war, als ein sanftes Necken
ihrer Lippen.
„Siehst du...?", murmelte Hermione
hoffnungsvoll.
„Dann kannst du es auch", entgegnete Draco ihr,
ohne eine Miene zu verzeihen und damit zu zeigen, wie schwer ihm
diese Worte fielen und erst recht nach einem Kuss von ihr.
Sie
seufzte. Draco wusste, dass sie langsam erkannte, wie recht er doch
hatte. Schließlich nickte sie. Wenn auch zögerlich, aber
sie tat es.
„Draco...?", fragte sie dann.
„Hm?"
„Was... was
ist das zwischen uns?"
Er schüttelte den Kopf und lächelte
mit einem Hauch Ironie. „Ich weiß nicht genau. Fühlt
sich vielleicht... Liebe so an?"
Am liebsten hätte er sich
sofort auf die Zunge beißen wollen. Liebe? Für Hermione?
Er selbst hatte diese Erkenntnis seinerseits doch hinauszögern,
wenn nicht ganz vergessen wollen und nun brachte er es auch noch auf
die Sprache? War er denn verrückt?
Hermione senkte traurig
den Blick und schüttelte langsam den Kopf. „Ich weiß es
nicht. Ich habe es vergessen..."
Überrascht hob Draco die Braue und ignorierte den inneren
Kampf mit sich selbst, so gut es ging. „Wieso kann man dieses
Gefühl vergessen?"
„Weißt nicht... irgendwann
vergisst man es."
Er war sich nicht sicher ob es wirklich
möglich war. Noch nie hatte er geliebt oder ein ähnliches
Gefühl empfunden. Also war es in seiner Situation unmöglich
zu beurteilen, doch irgendwie kam es ihm trotzdem seltsam vor.
Gefühle einfach so vergessen?
„Willst du noch immer Potter
töten?", hackte er weiter nach.
Sie nickte. „Er darf
nicht Leben, verstehst du Draco? Er... er ist der Feind des Dunklen
Lords. Meines Lords."
„Wieso sagst du mir denn nicht endlich
was mit dir geschehen ist? Niemals kannst du nur diese Rache nehmen
wollen, weil er dich betrogen hat. Ich kenn dich nicht wirklich, aber
gut genug um zu wissen, dass du deswegen noch lange nicht plötzlich
alle deine Mitmenschen verraten würdest..."
Hermione sah ihn stumm an und Draco wusste, dass er nichts aus ihr
herausbekommen würde. Schließlich seufzte er schwermütig
und drückte ihr langsam einen Kuss auf die Lippen. Wieder fragte
er sich danach, wieso er das getan hatte, jedoch hielt er sich nicht
lange damit auf, sich zu wundern. „Ich muss gehen...", murmelte
er matt.
„Hast du vielleicht einen Plan wie wir es ihnen
beibringen wollen, dass ich noch lebe?"
„Heißt das etwa,
du machst mit?"
Hermione nickte.
„Okay, dann würde ich
sagen du erzählst allen, dass du mit mir fliehen konntest, aber
aus diesem besagten Grund nicht wieder zurück nach Hogwarts
wolltest. Schließlich habe ich dich aber doch überreden
können. In Ordnung?"
Wieder nickte Hermione. „Okay"
„Was
hältst du davon, wenn du vielleicht... nun ja... jetzt gleich
mitkommst?"
„Das geht nicht. Ich muss zuvor dem Dunklen Lord
bescheid geben. Aber morgen früh bin ich bei dir, okay?"
„Gut, ich fr..." Draco hielt inne. Er brachte es nicht über die Lippen zu sagen, dass er sich auf das Wiedersehen mit ihr freute – wusste nicht einmal, wieso er das erwähnen wollte. Diese kleine Satz ging einfach so unter. Schon vieles hatte er in ihrer Gegenwart gesagt oder getan, doch dieser Satz blieb unausgesprochen. So langsam wurde ihm immer mehr bewusst, wie viel sie ihm schon zu bedeuten schien... Er liebte sie anscheinend tatsächlich...
Es musste doch an Hermiones neuen Art liegen, denn für sie musste er kein guter Mensch sein. Ihr war es egal wie viele Menschen er schon umgebracht hatte und trotzdem aber wusste er, dass es falsch war... wenn keiner von ihnen wirklich im Grunde seines Herzens gut war – würde das alles nie eine Zukunft haben. Früher oder später... würde alles vorbei sein...
Draco wandte seinen Blick von ihr ab und wollte schon apparieren,
als plötzlich Hermione im letzten Augenblick aufsprang und ihm
am Arm festhielt.
„Ist noch was?", fragte er irritiert.
„Hast
du mir nicht gestern gesagt, ich soll aus eigenem Willen handeln."
Er
nickte langsam.
„Ich will dich küssen. Bei dir sein. Dich
in mir und bei mir spüren. Wieso will ich das? Sag es
mir!"
Draco konnte aber nur ein Kopfschütteln darauf
erwidern. „Ich weiß nicht... ob es wirklich das ist...
Vielleicht ist es auch einfach nur... Lust?"
Die Hoffnung die eben noch in Hermiones Augen gemalt war,
verschwand jäh. Zurück blieb Enttäuschung. Bittere
Enttäuschung. Ihre Lippen hatten ein kleines „Oh" geformt
und sie hatte sich von ihm abgewandt. „Lust ist ein trauriger Grund
um bei jemandem sein zu wollen", murmelte sie.
Draco wollte
seine Hand auf ihre Schulter legen und sie am liebsten in die Arme
schließen, aber es konnte es einfach nicht. Es wäre wieder
einmal ein Zeichen dafür gewesen, dass sie ihm viel mehr
bedeutete, als sie ihm eigentlich bedeuten soll. Stattdessen
disapparierte er ohne etwas zu erwidern.
Weit entfernt war das Tropfen des Regens zu hören, der in regelmäßigen Abständen gegen die Fensterscheiben prasselten. Erschöpft öffnete Draco seine Lider und setzte sich gähnend auf. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es gegen vier war. Die Umrisse in seinem Zimmer nahm er nur undeutlich wahr. Als sein Blick dann aber auf seinen Sessel in der Ecke fiel, hätte er fast aufgeschrien. Gerade noch erkannte er, dass sich nicht um irgendeine unbekannte Person handelte, sondern um Hermione.
Sie lächelte. Zumindest glaubte er, sie tat es, denn im
Dunklen war das schlecht auszumachen.
„Morg'n", gähnte
Draco. „Ziemlich früh, bist du immer um diese Zeit wach?"
„Ja.
Tut mir Leid, ich wollte dich nicht wecken. Nur vergessen, dass du
vielleicht schlafen könntest, also wollte ich in dem Sessel
warten."
„Brauchst du nicht, wenn du willst kannst du
herkommen." Inzwischen hatte er sich langsam daran gewöhnt
Dinge – die in seinen Augen falsch waren – über die Lippen
zu bringen. Er schaffte es langsam, dies zu ignorieren, denn dagegen
ankämpfen wollte er nicht, aus welchem Grund auch immer...
Zu seiner Verwunderung stand Hermione sogar auf, kam zu ihm und schlüpfte unter die Bettdecke. Draco schauerte als er ihren kalten Körper an seinem spürte. Fast schon hatte er die Befürchtung sie wäre am erfrieren. Trotzdem aber genoss er es ihr nahe zu sein.
„Ist Voldemort einverstanden mit unserem Plan?", fragte er
schließlich, nachdem sie ein paar Minuten schweigend aneinander
geschmiegt dagelegen waren.
„Ja. Es hat mich Mühe gekostet,
aber schließlich konnte ich ihn überzeugen."
„Wieso
hat es dich Mühe gekostet? Der Plan klingt doch gut. Hat er etwa
Angst er würde dich verlieren?" Spott schwang in Dracos Stimme
mit und er bemerkte, dass er Recht hatte, denn Hermione erwiderte
nichts darauf.
„Wieso sollte er Angst haben? Du tust es doch aus freien
Stücken."
„Das tu ich auch."
„Wieso verstehe ich
dich dann nicht? Sag mir doch endlich wieso du das alles tust?"
Hermione drehte ihren Kopf weg. Wieder blieb sie still. Draco ärgerte das etwas, denn sobald die Sprache auf irgendetwas Unangenehmes kam, was sie nichts beantworteten wollte, schwieg sie einfach. Ganz so als wäre sie davon überzeugt, dass er seine Frage vielleicht irgendwann einmal vergessen würde, aber das würde er nicht und das wusste sie auch. Immerhin hatte er das alles schon etliche Male wissen wollen.
„Gut... dann eben nicht", seufzte Draco schließlich
gnädig. „Dann sieh mich aber wenigstens an."
Sanft drehte
er ihr Gesicht zu sich und blickte tief in ihre braunen Augen. „Hast
du Angst ihn wiederzusehen?"
Hermione zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß nicht genau... Was ist Angst?"
Draco musste
lächeln. „Willst du etwa die Starke spielen? Ich weiß,
was in dir vorgeht!"
Ihre Miene regte sich aber nicht, sondern
wurde eher verwirrter. „Wieso sollte ich dir etwas vorspielen? Sag
mir doch... was ist Angst?"
Nachdenklich und etwas überrascht betrachtete er ihr
fragendes, erwartungsvolles Gesicht. So langsam begann sie ihm
unheimlich zu werden.
„Das ist ein Witz, oder? Du kennst keine
Angst?"
„Nun ja", murmelte sie zögernd. „Ich habe
dieses Wort schon oft gehört und genauso wie Liebe und so...
doch... wie fühlt sich das an? Irgendwie habe ich das Gefühl,
dass ich es einmal wusste, aber jetzt alles vergessen habe."
Langsam strich Draco still über ihre Wange. Hermione war wirklich nicht mehr der Mensch, den er einmal zu kennen glaubte. Diese Frau vor ihm schien sich in ein vollkommen gefühls- und erinnerungsloses Wesen verwandelt zu haben. War es vielleicht Voldemort so möglich gewesen, über Hermione Kontrolle zu gewinnen? Hatte er ihr die Erinnerung an Empfindungen genommen?
„Hast du schon mal gedacht: Nein, das schaffe ich nicht? Dich
einfach nur zurückziehen wollen?", fragte Draco.
Hermione
biss sich etwas auf die Lippe und nickte dann zögerlich. „Das
denke ich, wenn ich an Harry denke."
Ein bitteres Lächeln
bereitete sich auf Dracos Gesicht aus. „Das nennt man Angst."
„Und
wie genau fühlt sich Liebe an?"
Dieses Mal konnte Draco nur
mit den Schultern zucken. „Ich habe dir schon mal gesagt, dass ich
das selbst nicht so genau weiß. Ich... ja, vielleicht habe ich
es schon mal gefühlt... aber... sicher bin ich mir
nicht."
Neugier lag in ihren großen braunen Augen. „Welche
Empfindungen haben dich den vermuten lassen, dass du liebst?
Vielleicht... vielleicht empfinde ich ja so etwas für dich..."
Draco betrachtete sie nachdenklich. Er spürte wie etwas ihm
fast die Kehle zuschnüren wollte. Diese Worte über seine
Lippen zu bringen, war einfach unmöglich, deswegen schüttelte
er den Kopf. „Glaub mir, wir empfinden nicht Liebe
füreinander."
„Du hast für mich solche Gefühle
gefühlt, die dich an Liebe erinnern? Dann sag mir doch endlich
wie es ist! Wieso bist du dir dann so sicher, dass es nicht sein
kann?"
„Weil... weil... na ja..." Draco war hilflos.
Hermione betrachtete ihn eindringlich und mit großen Augen.
Schließlich war es ihm letztendlich doch unmöglich ihr
auszuweichen. „Nun ja... spürst du immer ein Kribbeln im
Bauch, wenn du mich siehst oder Herzklopfen sobald ich dich berühre?
Durchströmt dich dann Hitze und Verlangen und schaffst du es
einfach nicht mein Bild aus deinem Kopf zu bekommen, weil du den
ganzen Tag an mich denken musst?"
„Ja", entgegnete sie wispernd.
Wieder musste Draco lächeln.
„Dann... glaube ich... das du mich..."
„Ist es denn so
schlimm für dich dieses Gefühl zu erwidern, dass du es
nicht mal aussprechen kannst und stattdessen einfach davon abzulenken
versuchst?", unterbrach Hermione ihn plötzlich bitter.
Erschrocken weiteten sich seine Augen. „Wie?"
„Du liebst
mich, willst es aber überhaupt nicht. Das spüre ich! Wieso,
ist das so? Bin ich in deinen Augen etwa so schlimm?"
Schnell
schüttelte er den Kopf. „Nein, natürlich nicht... es ist
nur... weißt du, es ist komisch plötzlich etwas für
einen Menschen zu empfinden, denn man eigentlich all die letzten
Jahre gehasst hatte."
„Hass...? Stimmt, wir haben uns gehasst. Es ist irgendwie
komisch, sich das jetzt vorzustellen."
„Du weißt was
Hass ist?", fragte Draco überrascht und hob die Braue.
„Ja."
Eifrig nickte Hermione. „Mylord hat mit erklärt was Hass ist.
Er sagt, Hass ist die Konzentration alles Bösen, was man für
eine Lebewesen oder eine Welt empfinden kann."
„Und kennst du
auch die Wut?"
Wieder nickte Hermione. „Ja, so fühle ich
für Harry. Er meinte, dieses Gefühl würde man Wut
nennen."
„Aber Voldemort hat dir nie erklärt was Liebe
oder Angst ist?"
Hermione schüttelte den Kopf. „Nein, das
hat er nie. Von Liebe und Angst habe ich manchmal aus Büchern
gehört, aber nicht mal da ist es richtig beschrieben
worden."
„Welche Bücher liest du denn?"
Sie legte die Stirn in Falten und begann nachdenklich zu
überlegen. „Na ja, viele Geschichtsbücher, Krimis,
Horrorromane, Thriller und noch ein paar andere Sachen."
„Romanzen?"
„Nein, eigentlich nicht. Mylord erlaubt mir diese Bücher
nicht."
Während dieser Unterhaltung mit Hermione wurde
Draco sich immer überzeugter davon, dass er mit seiner Vermutung
recht hatte. Voldemort hatte es irgendwie geschafft, Hermione
vergessen zu lassen, welche positiven Gefühle sie empfindet und
die negativen stattdessen verstärkt. Irgendwie musste er es auch
geschafft haben ihr das Gewissen zu nehmen.
„Hast du schon viele Menschen umgebracht?", wollte Draco
plötzlich wissen.
„Wieso interessiert dich das?"
„Was
hast du dabei immer gefühlt?", fragte er und fuhr dann fort:
„Wenn du in ihre Augen sahst? Manche sehen dich mit einem leeren
Blick an, andere haben Tränen darin und wieder andere blicken
dir stark entgegen. Aber am Ende haben sie alle keine Chance. Was
spürst du, wenn du diese Menschen tötest?"
„Mein
Herz tut dann weh. Ich fühle mich komisch. Aber nicht gut
komisch, sondern schlecht. Ist es vielleicht wirklich
schlecht?"
Draco nickte langsam. „Es ist mehr als schlecht.
Wer Menschen tötet hat keine reine Seele mehr, sondern sind von
Schuld beladen. Du und ich... wir werden irgendwann in der Hölle
landen... Jetzt ist es aber schon zu spät um das zu verhindern.
Voldemort... hat überhaupt keine Seele mehr. Er hat sie schon
längst verloren. Jetzt ist er einfach nur noch ein Monster."
„Ist er wirklich so schlimm? Früher habe ich Hass für
ihn empfunden... jetzt aber scheint es wie verschwunden."
„Du
bist einfach nur geblendet. Er hat viele Familien zerstört und
Unschuldige getötet und das alles, weil er glaubt seine Opfer
wäre es nicht würdig zu leben. Ich dachte auch einmal, dass
es nicht würdige Menschen geben würde. Aber... das ist ein
Irrtum. Mehr als ein Irrtum."
„Wieso mache ich plötzlich
so viel falsch und tue es jetzt immer noch? Auch wenn du mir die
ganze Zeit sagst er sei ein Mörder... Ich kann dir irgendwie
nicht glauben, obwohl ich es will."
„Irgendwann wirst du es
erkennen."
„Ich ändere aber nichts an meinem Vorhaben." Plötzlich
schwang in ihrer Stimme wieder Kälte mit. Eiserne Kälte.
„Voldemort hat damit nichts zu tun, Draco. Ich habe das Gefühl...
das Harry es nicht würdig ist... zu leben. Er hat es einfach
nicht verdient und es gibt noch viele andere Menschen, die es auch
nicht verdient haben... Ich werde sie weiter töten, damit ich
ihm dienen kann..."
„Vielleicht wirst auch du irgendwann mal
merken, dass du im Irrtum bist", war das einzige was Draco noch
darauf erwiderte. Er wusste nicht, wie er sonst noch auf sie einreden
konnte.
Er grub seinen Kopf in ihr langes Haar und drückte
ihren zierlichen Körper noch enger an seinen. „Gute Nacht.
Morgen gehen wir gleich als erstes zu Dumbledore."
„Professor?", fragte Draco in den Raum hinein, nachdem er geklopft hatte.
Der alte Zauberer Dumbledore saß, wie immer schwer beschäftigt, hinter seinem Schreibtisch und lächelte freundlich als er ihn erblickte. „Draco. Freut mich dich zu sehen. Setzt dich doch."
Langsam trat Draco in das Büro, ließ aber die Türe offen. „Ja... aber ich bin nicht der Grund wieso ich hier bin. Sondern..."
Hermione erschien im Türrahmen. Dumbledores Augen weiteten
sich und sein Mund öffnete sich leicht. So überrascht sah
man ihn selten. Normalerweise wirkte er immer, als würde er
schon längst wissen, was vor sich geht. Nun aber konnte man das
nicht behaupten.
„Beim Barte des Merlin... oh mein Gott...
Hermione?"
Hermione nickte zaghaft und lächelte schüchtern.
Draco warf ihr einen prüfenden Blick zu. Von einer Sekunde zur
anderen schien sie ein vollkommen anderer Mensch geworden zu sein. Er
musste anerkennend zugeben, sie spielte ihre Rolle wirklich gut,
falls es nicht echt wäre.
„Ja Professor. Ich bin's."
„Die zweite Überraschung innerhalb einer Woche. So langsam
glaube ich macht mein Herz das nicht mehr mit", meinte der Zauberer
entgeistert. „Aber, wie dumm von mir...! Setz dich doch... setz
dich doch."
Dumbledore deutete mit seiner langen alten Hand auf
den Stuhl ihr Gegenüber.
„Dann gehe ich jetzt mal",
meinte Draco und Dumbledore nickte, fügte jedoch noch ein paar
Wörtchen hinzu.
„Ja... aber Draco... bitte bereite die
anderen etwas darauf vor. Ich glaube es wäre nicht gut, wenn ihr
sie auch so überrascht wie mich eben."
„Wird gemacht,
Professor."
Dieses Mal war die Große Halle nicht so voll, wie die letzten Tage zuvor. Viele Mitglieder befanden sich gerade bei einer Mission. So zum Beispiel die Weasley-Schwester, der Werwolf und McGonagall. Draco hatte Glück. Potter und sein ehemaliges Wiesel waren bereits hier und so musste er nicht lange darauf waren, um ihnen diese Nachricht unter die Nase zu reiben. Tief in seinem Inneren brannte er schon darauf ihr bescheuertes Gesicht zu sehen und er hatte auch schon ganz genau geplant wie er ihnen die tot geglaubte Hermione präsentierte. Er wusste, dass es ziemlich boshaft von ihm war, trotzdem aber würde er es in vollen Zügen genießen.
„Morgen", begrüßte er die beiden mit einem
süffisanten Lächeln.
Prompt bekam er missbilligende
Blicke geschenkt.
„Malfoy, kannst du nicht nach mir zum
Frühstück gehen, dann würde ich deine Fresse nicht
ertragen müssen", meinte Ron genervt.
„Nun, dir auch
einen schönen guten Morgen. Aber ehrlich gesagt ich freue mich
dich zu sehen und auch die Potter", meinte er mit einem Kopfnicken
in seine Richtung. „denn... nun..." Draco wusste nicht genau wie
er es erklären sollte. Gleich mit der Sprache herausrücken?
Es wäre doch aber auch ganz nett diese Szene noch ein bisschen
zu genießen. Dracos Blick fiel wieder einmal auf das Bild
Hermiones an der Wand. „Heute Nacht wieder deine große Liebe
beweint, Potter?"
Harry, der gerade einen Schluck aus seiner Kaffeetasse genommen
hatte, stellte sie unter einem lauten Klirren wieder auf den
Untersatz. „Halt dein Maul, Malfoy", fauchte er.
„Weißt
du... deine Geschichte gestern war ziemlich rührend. Ich habe
lange darüber nachgedacht und natürlich musste ich auch
gleich wissen, was sie davon hält."
„Malfoy, wenn du
jetzt nicht endlich dein Maul hältst, dann werde ich es dir
stopfen!"
Draco ignorierte aber seine Drohung, denn in diesem Augenblick
entdeckte er Hermione am Eingang der Großen Halle. Er grinste
ihr freudig zu, stand auf und ging zu ihr hinüber, wohl wissend,
das Potters und Weasleys Blick noch immer wie gebannt auf ihm ruhten.
„Morgen, meine Süße", murmelte er ihr ins Ohr, dann
küsste er sie heiß und innig.
Potter und Weasley
mussten jetzt wohl überlegen welcher der größte
Schock für sie war. Hermione leben zu wissen, oder zu erkennen,
dass sie anscheinend etwas mit ihm angefangen hatte...
TBC
