Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir - sonst einzig und alleine nur der Plot und die Gedichtzeilen am Anfang eines jeden Kapitels. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern schreibe dies zum reinen Zeitvertreib.
A/N: Dank geht an aleksandramalfoy und GossiP Girl16.
hegdl, eure Tanya :)

Überarbeitete Version. Keine Änderungen, die den Handlungsablauf verändern - jedoch Verbesserungen in Formatierung und Wiedergabe des Textes (Dezember 2006).


Without Existence - Suche dich, dann findest du mich - Forgiven

Gefühle zu vergessen passiert leicht,
auch wenn ein Empfindung nie von deinem Herzen weicht.
Es ist aber die Ungewissheit auf das, was da einmal war,
und nicht die Wirklichkeit, die dein Herz sah."


Wieso erzählst du mir das eigentlich? Willst du dein schlechtes Gewissen beruhigen und soll ich dir verzeihen? Ist es das was du willst?" Hermiones Stimme wurde mit jedem Wort lauter und lauter, wirkte schon fast hysterisch. „Dann verzeihe ich dir, alles vergeben und vergessen. Wieder Friede im Paradies."
„Ich weiß es geht nicht so einfach, aber – obwohl es ziemlich viel verlangt ist – will ich mehr als eine Verzeihung. Ich will dich zurück, Hermione. Komm wieder zu mir."


In Hermiones Ohren rauschte es, während die Worte Harrys wieder und widerhallten. Bilder spielten sich vor ihrem Inneren ab. Gesichter, von denen sie plötzlich nicht mehr wusste, welche richtig und falsch waren. Der Dunkle Lord, Draco, Harry – Harry, Draco, der Dunkle Lord.

Zittern trat sie ein paar Schritte zurück und sah ihn mit großen Augen an, während sie leicht den Kopf schüttelte. „Wie... wie kannst du nur so was verlangen?"
„Ich verlange nichts von dir!", versuchte Harry schnell klarzustellen. „Und ich will dich auch nicht unter Druck setzen!"
„Tust du aber!", rief Hermione. „Ich habe es überwunden, verstehst du? Ich bin jetzt wieder glücklich... und liebe Draco."

„Malfoy?", wiederholte Harry. Er konnte einen leichten spöttischen Unterton nicht verhindern. „Soll diese Nummer etwa Liebe sein? Ich habe davon die letzen Tage nicht recht viel gemerkt und sei doch mal ehrlich... Wieso würdest du mir denn sonst aus dem Weg gehen, wenn du nicht wirklich noch etwas für mich fühlen würdest? Du magst Malfoy vielleicht und willst ihn nicht verletzen, aber ich weiß genau: Dein Herz schlägt für mich!"

Hermione atmete tief durch und schüttelte ihren Kopf nur noch heftiger, so dass ihre langen Locken leicht in ihr Gesicht fielen. „Weißt du eigentlich was du da redest? Wie kannst du nur so von dir überzeugt sein? Ich liebe Draco, verdammt noch mal und im Gegensatz zu dir hat er mir nicht wehgetan."
Hastig wandte sich Hermione ab und eilte aus der Bibliothek. Harry sah ihr nur beklommen hinterher und war vollkommen unfähig ihr zu folgen.


Unentwegt warf Draco einen Blick auf die Uhr, deren Zeiger sich ziemlich schnell von einem Minutenstrich zum anderen bewegte. Fünfzehn Minuten waren vergangen seit dem Hermione den Ravenclaw-Gemeinschaftsraum verlassen hatte und schließlich waren aus fünfzehn Minuten dreißig geworden und am Ende war sogar eine Stunde vergangen, als das Portal sich langsam öffnete.
Tatsächlich trat wie erwartet Hermione ein. Sie wirkte ziemlich geknickt und etwas verstört. Draco merkte, dass auch Zweifel in ihren Augen zu lesen waren.

„Du hast deinen Willen!", fauchte sie wütend und ging schnurstracks an ihm vorbei um in ihren Schlafzimmer zu gelangen.
Schnell sprang Draco auf und konnte sie vor der Treppe erreichen, indem er ihre Hand umfasste und sie zu sich zog. „Was soll den das jetzt auf einmal? Erzähl mir gefälligst wie es gelaufen ist."
„Wir haben's getan, das war es doch, was du wolltest", meinte Hermione spitz und sah Draco – dessen Mundwinkel leicht gezuckt hatte – scharf an. „Zufrieden? Oder soll ich dir auch noch haarklein beschreiben wie es war?"

„Ich brauch keine Beschreibung", meinte Draco kühl und drehte ihr den Rücken zu. Hermione sollte seinen verletzen Gesichtsausdruck nicht sehen können. Schwäche würde er sich in Zukunft nicht mehr vor ihr erlauben.
„Seit ihr für Potter jetzt wenigstens wieder zusammen?"
„Natürlich."
„Gut. Dann keine Küsse in der Öffentlichkeit und auch sonst nichts. Obwohl es uns wahrscheinlich nicht besonders schwer fallen wird."

„Was soll das jetzt wieder heißen?", wollte Hermione verwirrt wissen.
Draco rollte mit den Augen und dreht sich wieder ihr zu. „Hermione, ich habe es dir schon einmal gesagt. Ich habe keine Lust mehr darauf. Für dich bin ich nicht mal wichtiger als dein geliebter Lord, also wird das zwischen uns sowieso nichts werden. Selbst wenn, weiß ich nicht mal, ob du mir wirklich etwas bedeutest."
Hermione sah ihn kurz mit einem gefühlslosen Blick an, dann wandte sie sich ab und schritt langsam die Treppen zu ihrem Schlafzimmer empor.


Langsam schlenderte Draco zwischen den Bücherregalen her, während seine Augen aufmerksam die Buchtitel der Verbotenen Abteilung unter die Lupe nahmen. Nach was er eigentlich suchte, wusste er nicht richtig. Wirklich bei der Sache schien er auch nicht zu sein, denn immer wieder geisterte Hermiones Gesicht vor seinen Augen. Sie hatte nicht einmal verletzt gewirkt, als er ihr gesagt hatte, dass er nicht wisse, ob er irgendetwas für sie empfinden würde.

Er hatte versucht irgendetwas in ihren Augen zu lesen. Irgendein Gefühl welches ihm zeigen würde, dass sie sich aber genau das wünschte. Von Hermione kam jedoch nicht das geringste. Nicht in ihren Augen und erst recht nicht über ihre Lippen.
Inzwischen war er schon längst davon überzeugt, dass er mit seinen Gefühlen auf Einseitigkeit stieß.

„Suchst du vielleicht irgendetwas?", fragte plötzlich eine langsame Stimme hinter ihm.

Verwundert sah Draco über die Schulter und konnte eine Frau mit langen flammenrotem Haar vor sich stehen sehen. Ginny Weasley. Sie saß an einem der Tische in der Verbotenen Abteilung und schien über Aufzeichnungen zu brüten.

„Selbst wenn, lege ich keinen Wert darauf es von einem Weasley gefunden zu bekommen", entgegnete Draco kalt und wandte sich von ihr wieder ab.
„Tja, Pech aber auch. Ich hätte dir sicher helfen können."
„Das bezweifle ich...", knurrte Draco leise.

Von allen den Weasleys hatte er Ginny Weasley immer am wenigstens gemocht und tat dies auch jetzt noch. Ja, sein Hass auf sie übertraf sogar den Hass auf ihren Bruder. Jedoch hatte es erst angefangen, als er in einem Quidditch-Spiel in seinem fünften Schuljahr den Schatz vor der Nase weggeschnappt bekommen hatte. Ein Mädchen das besser war als er und dazu noch eine Weasley. Unverzeihlich.

Tief in seine Gedanken versunken hatte Draco überhaupt nicht mitbekommen, wie sich Ginny langsam von ihrem Tisch erhoben hatte und von hinten auf ihn zugekommen war.
„Es ist unendlich dumm von dir gewesen...", murmelte sie spöttisch.
Draco konnte nicht verhindern, dass er zusammenzuckte über diese plötzliche Nähe, von der er nichts mitbekommen hatte. So sah er sie verwirrt an.
„Was war dumm?"

„Es war dumm, dass du Hermione wieder nach Hogwarts gebracht hast", meinte sie. Er zog die Braue empor. „Ach, wieso denn?"
Ihre Mundwinkel formten sich zu einem müden Lächeln. „Naiv", erwiderte sie. „Du weißt es doch genau. Niemals wirst du gegen Harry ankommen. Sie wird zu ihm zurückkehren und dich sitzen lassen."
„Du bist gar nicht so dumm kleine Weasley", entgegnete Draco kühl und dachte daran, was er und Hermione heute beschlossen hatten. „Aber Hermione wird es nicht mehr tun, denn sie hat es bereits getan."

Damit schien Ginny überhaupt nicht gerechnet zu haben. Verwundert weiteten sich ihre blauen Augen und sie sah für ein paar Sekunden verdutzt drein, schaffte es aber dann wieder die Kontrolle über sich zu bekommen.
„Dann versteh ich nicht, wieso du Harry nicht die Hölle heiß machst. Immerhin hat er sie dir doch weggenommen."
„So wie du Hermione nicht die Hölle heiß machst, oder? Immerhin hat sie dir ihn doch auch weggenommen."

Ihre Gesichtszüge wurden kühler. Mit eng zusammengekniffenen Augen sah sie ihn finster an. „Ich empfinde nichts für Harry."
„Aber du bist Schuld daran, dass es damals überhaupt so weit kam."
„Dazu gehören immer noch zwei."
Ginny wandte sich ab und entfernte sich ein paar Schritte von ihm. Dann blickte sie mit boshafter Miene über die Schulter. „Schade das du so unkooperativ bist. Wir hätten es locker wieder geschafft die beiden auseinander zu bringen."

„Also doch eifersüchtig auf sie."
Ginny schnaubte. „Ich muss auf niemand eifersüchtig sein. Ganz bestimmt nicht in meiner Position."
Mit diesen Worten wandte sie sich wieder erhobene Hauptes ab und schritt aus der Verbotenen Abteilung. Draco sah ihr etwas irritiert hinterher. In welcher Position?


Schläfrig öffnete Hermione die Augen und streckte sich vorsichtig. Der Klang des peitschenden Regens hallte sanft im Schlafzimmer wieder und neben ihr vernahm sie ein friedliches Dösen. Langsam drehte sie sich auf die andere Seite und sah auf die dunkle Silhouette Dracos. Es war komisch ihn so neben sich liegend zu sehen. Irgendwie erweckte es ihn ihr ein Bild der heilen Welt. Als hätte es den heutigen Streit nie gegeben und als wäre seine letzen Worte nie ausgesprochen worden.

Das waren sie aber und wenn Hermione ehrlich war, musste sie zugeben, dass es wehtat. Sehr weh sogar. Wie so oft fühlte sie sich hilflos in diesem ganzen Chaos in Gefühlen und wusste einfach nicht was welchem zuzuordnen war. Nicht zum ersten Mal stellte sie sich die Frage, ob vielleicht die Hermione von früher, damit umzugehen gewusste hätte.
Natürlich war es komisch in ihrer Situation von der „alten Hermione" zu reden, denn eigentlich war sie immer noch die Selbe und wusste auch ganz genau was geschehen war. Es gab nur einen Teil der fehlte und bis jetzt wäre sie nicht darauf gekommen, dass sie ihn richtig vermissen würde.

Draco bewegte sich langsam und drehte sich auf die andere Seite, so dass Hermione nun nur noch seinen Rücken betrachten konnte. Wiederwillig hab ihr der Gedanke an heute. Genauso hatte er sich von ihr abgewandt wie jetzt eben und irgendwie schien sie einfach nichts dagegen ändern zu können.
Aber wollte sie überhaupt etwas ändern? Was war mit Harry? Er hatte ihr alles erklärt und um eine zweite Chance gebeten, doch noch immer gab es etwas in ihr, dass sie vorantrieb ihren Auftrag zu erfüllen. Irgendwie verlor die Stimme, welche ihr Tag für Tag einredete „Harry müsse sterben", langsam an Lautstärke – aus welchem Grund auch immer.

Bei dem Gedanken an Harry kam ihr auch wieder in den Sinn, dass sie Draco heute belogen hatte. Sie wollte mit ihm schlafen um ihren Plan auszuführen, doch als sie sich dann gestritten hatte und Harry alles so verzweifelt zu erklären versuchte hatte, ist es Hermione einfach nicht mehr gelungen. Ein unbekanntes Gefühl, welches sie nicht zu deuten vermochte, hatte langsam ihren Verstand vollkommen benebelt. Tatsächlich hatte sie sogar so große Angst, dass es ihr selbst misslungen wäre, Harry auch nur mit den Fingerspitzen zu berühren.

Für Draco musste einfach eine Notlüge her. Einerseits, damit er in dem guten Glauben war, ihr Plan wäre am Laufen und andererseits, weil Hermione gehofft hatte, es würde ihm vielleicht irgendetwas ausmachen. Diese Hoffnung war jedoch so schnell zu Bruch gegangen, wie sie entstanden war. Anscheinend war sie ihm wirklich egal...

Plötzlich befreite sich Hermione vorsichtig von der Bettdecke, schob diese beiseite und stand langsam auf. Sie ging hinüber zum Schrank und holte sich ihren roten Satinbademantel hervor, welchen sie über die schwarze Unterwäsche ihres Körpers schlang. So geräuschlos wie möglich stahl sie sich dann aus dem gemeinsamen Schlafzimmer mit Draco.


Müde legte Harry seine Brille beiseite und massierte sich vorsichtig die brennenden Augen. Ein trüber Blick auf seine Armbanduhr sagte ihm, dass es bereits nach zwei Uhr morgens war.
Er gähnte ausgiebig und gab es angesichts seiner Übermüdung auf, noch länger über der Bedeutung dieser Worte auf den zehnseitigen Bögen Blatt Papier nachzudenken. Harry streckte sich, gähnte nochmals und stand dann schließlich auf, um ins Bad zu schlürfen.

Als jedoch ein Klopfen an seiner Tür ertönte, hielt er verwundert vor seinem Badezimmer inne und lauschte, ob er sich nicht vielleicht verhört haben mochte. Wieder klopfte es.
Schließlich tappte Harry zur Tür und öffnete sie zögerlich. In dem Moment als er die Frau vor seinen Augen erblickte, blieb ihm fast die Luft weg.

„Hermione?", brachte er noch ein paar Sekunden hervor.
„Kann ich... reinkommen?", fragte Hermione vorsichtig und sah ihn zaghaft mit ihren großen Rehaugen an.
Harry schaffte nichts als ein einfaches Nicken hervorzubringen und trat beiseite damit sie hereinkommen konnte, was sie mit einem müden Lächeln dankbar annahm.

Harrys Schlafzimmer hatte die gleiche Form wie das Dracos – allerdings war das auch schon die einzige Gemeinsamkeit. In diesen Räumen gab es mehr Leben, was wohl auch daran liegen mochte, dass er hier schon seit Ewigkeiten wohnte. Am Schreibtisch, unter großen Fenstern, herrschte ein kleines Papierchaos und die Stuhle in der Ecke des Kamins waren mit Harrys Klamotten überschüttet. Sein Bett in der Mitte des Zimmers war fein säuberlich hergerichtet und noch vollkommen unberührt. Hermione entschloss es sich darauf bequem zu machen.

Jäh in dem Augenblick, als sie sich doch auf die weiche Decke und der bequemen Matratze niederließ, sah sie auf einmal das Bild Harrys und Ginnys vor einem Jahr wieder. Hier war es gewesen, genau an diesem Ort hatte er sie betrogen – wie hatte sie das nur vergessen können?
Ein leichter Schauer rannte ihr über den Rücken und sie musste die Arme um ihren Körper schlingen, schaffte es aber doch sich zusammen zureißen.

Harry hatte immer noch nichts hervorgebracht. Stattdessen stand er ein wenig unschlüssig in der Mitte des Raumes und sah sie vorsichtig an.
Hermione beschloss als erste die Stille zu brechen. „Ich weiß eigentlich nicht wirklich", begann sie, „warum ich hier bin..."
Harry konnte deutlich die Erwartung in ihren Augen lesen. Sie wartete darauf, dass sie ihm die Antwort geben würde. Er kam langsam auf sie zu, setzte sich neben sie aufs Bett und sah sie eindringlich an, während seine Hand sich vorsichtig Hermiones berührte.

„Ich aber...", flüsterte er leise. „Du brauchst mich einfach... genauso wie ich dich."
„Aber ist es denn nicht falsch?", wollte Hermione zweifelnd wissen.
„Was willst du?"
„... Dich."
„Dann interessiert alles andere nicht, denn das was man will, kann niemals falsch sein."

Harry ergriff ihre Hand nun endgültig, mit der anderen Hand hatte er ihnen Körper umschlossen, zog sie zu sich und bedeckte seine Lippen mit ihren. Sofort öffnete Hermione bereitwillig ihre Lippen, als sie spürte wie er um Einlas bat und ließ sich hinab aufs Bett ziehen. Ihr Herz klopfte voller Aufregung und Vorfreude auf das Kommende. Harry hatte recht, dass was man wollte war richtig und nun wollte sie endlich wieder mit ihm vereint sein...


Am nächsten Morgen öffnete Hermione langsam die Augen und richtete sich schläfrig auf. Die Müdigkeit schien sie fast gelähmt zu haben und am liebsten wäre sie sofort liegen geblieben, doch bei einem prüfenden Blick durch das Zimmer, zog sich ihr Herz etwas zusammen und ein Schauer überkam ihr. Sogleich konnte sie auch den leisen Atem einer Person neben sich vernehmen, von der sie wusste, dass es nicht Draco war – sondern Harry Potter.
Als sie ihm vorsichtig ihren Blick schenkte, drehte sich fast ihr Magen um. Sie hatte tatsächlich diese Nacht mit Harry verbracht!

An dieser Tatsache schien es einfach nichts zu Rütteln zu geben. Friedlich und vollkommen schutzlos schlummert er zwischen den Kissen und der Decke seines Bettes. Noch nie hatte Hermione so leichtes Spiel wie jetzt gehabt, doch sie dachte einfach nicht daran. Ganz im Gegenteil, in ihrem ganzen Kopf schien gähnende Leere zu herrschen. Stattdessen zitterte Hermione ein wenig und betrachtete ihn mit traurigem Blick, während ihre Hand langsam auf sein Gesicht zuwanderte und sich schließlich vorsichtig auf dessen Haut legte.

Es war in ihren Augen unvorstellbar. Wie konnte sie Harry nur so nahe sein? Dem Mann, der sie so verletzt hatte und für den sie doch noch irgendetwas zu fühlen schien. Allerdings verstand sie auch plötzlich in diesem Augenblick nicht mehr, wieso sie eigentlich Harry an Voldemort ausliefern oder gar selbst noch umbringen wollte. Wie war dieser Hass denn nur so plötzlich entstanden?


Der Regen peitschte wild gegen die Fensterscheiben und tauchte das Bild nach draußen in düstere graue Farben. Draußen tobte ein tosender Sturm, der eigentlich gar nicht richtig zu dem Frühlingsmonat Mai passte. Die Blitze zuckten am trüben Himmel und wildes Donnergrollen beherrschten den gesamten Vormittag.
Draco war froh, dass er im Inneren des Schlosses vor dem warmen Kamin saß. Eigentlich entzündeten die Hauselfen in dieser Jahreszeit nie Feuer, doch nachdem er in der Küche etwas Druck gemacht hatte, waren auch schon ein paar kleine Helferchen gekommen und hatten sich eifrig an die Arbeit gemacht.

Gestern, in der Verbotenen Abteilung der Bibliothek, war er schließlich doch noch fündig geworden. Es war Draco deswegen aufgefallen, weil es im Gegensatz zu den anderen, in einem noch ziemlich guten Zustand war und sich außerdem von dem Alter der anderen Bücher abhob. Dunkle Symbole und ihre Macht über den Menschen prangte mit goldenen feingeschwungenen Lettern auf dem schwarzen Umschlag. Er hatte es in der Hoffnung mitgenommen, dass vielleicht in ihm irgendetwas über Hermiones Zustand stehen könnte.

Schon viele Bücher hatte Draco durchforstet, doch in keinem war er auf die Rätsels Lösung gestoßen. Schließlich allerdings war er auf die Idee gekommen, dass vielleicht das Dunkle Mal an allem Schuld sein konnte. Es diente zur Kommunikation und als Erkennungszeichen zwischen Voldemort und seinen Todesser. Vielleicht aber hatte er es auch geschafft, irgendeinen Fluch auf das Mal zu legen, als er es ihr in die Haut gebrannt hatte?

Sollte dies der Fall sein, dann sah Draco jedoch Schwarz im Falle Hermione, auch wenn er es nicht gerne zugeben wollte. Die einzige Möglichkeit wäre dann, dass sie selbst wieder zurückfinden würde. Allerdings hielt er die Chance, dass das geschehen würde, für noch unwahrscheinlicher...


TBC