Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir - sonst einzig und alleine nur der Plot und die Gedichtzeilen am Anfang eines jeden Kapitels. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern schreibe dies zum reinen Zeitvertreib.
A/N: Dank geht an D.V.G.M.1 und dramine.
hegdl, eure Tanya :)

Überarbeitete Version. Keine Änderungen, die den Handlungsablauf verändern - jedoch Verbesserungen in Formatierung und Wiedergabe des Textes (Dezember 2006).


Without Existence - Suche dich, dann findest du mich - Supplanted

In diesem Augenblick, als ich dein Gesicht sah, wurde es mir klar.
Es gab immer nur einen für mich,
aber trotzdem gab es auch nur eine für dich...
und die war nicht ich."


Sollte dies der Fall sein, dann sah Draco jedoch Schwarz im Falle Hermione, auch wenn er es nicht gerne zugeben wollte. Die einzige Möglichkeit wäre dann, dass sie selbst wieder zurückfinden würde. Allerdings hielt er die Chance, dass das geschehen würde, für noch unwahrscheinlicher...


Eigentlich hätte Draco, wenn man ihn gefragt hätte ob er viel über die Schwarze Magie wusste, immer geantwortet, er würde ein sehr umfangreiches Wissen darüber besitzen. Allerdings belehrte dieses Buch ihn eines Besseren. Symbole verschiedener Art, die er noch nie zuvor zu Gesicht bekommen hatte, und deren Wirkungen, zeichneten sich auf den etwas trüb gelblichen Blättern. Fast schon war es unheimlich, wenn man sah, zu was sie alles fähig sein konnten.

So zum Beispiel, gab es ein kleines holzartiges Amulett, welches irgendwo in den sibirischen Gebirgen gefunden worden sein sollte, und jeden seiner Träger in den sicheren Tod zog, weil die Menschen in dessen Umfeld plötzlich anfingen von üblen Dämonen heimgesucht zu werden und auf Rache sannen, denn der dieses soll angeblich die Zauberkraft dieser Dämonen gestohlen haben.

Ziemlich wirre Geschichten fanden sich also in dem Buch wieder. Draco war sich allerdings schon fast sicher, dass bestimmt nichts über das Dunkle Mal geschrieben stand. Plötzlich blieb sein Blick aber an dem Abbild eines Lederbandes mit silbernen Totenkopf hängen. Er hatte schon einmal solches gesehen und genau in diesem Augenblick befand es sich fest um sein rechtes Handgelenk.

Verwundert zog Draco die Brauen zusammen und spürte wie sein Herz etwas tiefer sackte. Er wäre bis jetzt nicht auf die leiseste Idee gekommen, eine Art Fluch konnte auf dem Band hängen. Allerdings hätte ihm klar sein sollen, dass Voldemort es nicht nur zu Bewachung seiner umgelegt hatte, sondern damit vielleicht noch mehr beabsichtigte.

Angestrengt versuchte er den darunterstehenden Text zu entziffern. Wie alles in dem Buch, war es nicht nur in einem sehr alten, schwer verständlichen Englisch verfasst, sondern auch ziemlich klein und schief geschrieben. Zu allem Überfluss war genau an dieser Stelle die schwarze Tinte auch etwas verwischt, so dass es Draco letztendlich ziemlich schwer fiel.

Das Band der Täuschung wurde von einem unbedeutenden Zauberschmied im Namen Slytherins angefertigt und dem berühmten Dunklen Mal versehen, dessen Erkennungszeichen die Todesser Sie-wissen-schon-wems tragen. Dem Träger ist es nicht möglich es mit eigenen Händen abzunehmen, dies ist alleine mit der Macht des Schlangen-Königs möglich.
Der Legende nach soll das Band eine Art Telepathie zwischen dem Geiste und der Seele eines Körpers sein. Jedoch soll der Eigentümer eine ziemlich hohes Risiko bei Benutzung eingehen. Die Übertragung des Verstandes wird zwar ermöglicht, bei einer möglich Schwäche des Trägers aber, können selbst die eigenen Kräfte nichts darauf auswirken.

Als die letzte Zeile sich endgültig in Dracos Kopf eingebrannt hatte, sah er verwirrt auf. Er wusste beim besten Willen nicht, was der Autor des Buches damit meinte, doch vor allem die Zeile – Der Legende nach soll das Band eine Art Telepathie zwischen dem Geiste und der Seele eines Körpers sein – beunruhigte ihn und vor allem die Stelle mit dem „Risiko", trug nicht dazu bei, seine Beunruhigung zu mildern. Draco hatte die vage Befürchtung, dass Voldemort mit diesem Lederband nicht nur spüren konnte, wenn er Verrat an ihm übt, sondern, dass noch irgendetwas anderes daran faul war. Was jedoch, konnte er einfach nicht erahnen...


„Morgen...", murmelte Harry schläfrig.
Er setzte sich vorsichtig auf und gähnte herzhaft. Morgens wirkte sein Haar noch viel verstrubelter als sonst. Für Hermione war es immer wieder schwer zu begreifen, dass sogar der Kamm etwas Macht über seine Haarpracht hatte.
Erst nach ein paar Sekunden fiel ihr jedoch auf, wie Harry wie mit einem nachdenklichen Blick betrachtete und mit der Hand langsam durch ihr feines lockiges Haar gestrichen hatte.

„Was ist?", wisperte sie fragend. Ihr viel es schwer die Stimme fester klingen zu lassen. Noch immer schien ihr unbegreiflich, dass ausgerechnet Harry neben ihr lag und vor allem welches Gefühl sie nun empfand, war mehr als schwer zu identifizieren.
„Ich genieße nur den Augenblick", flüsterte er sanft. Er nahm eine ihrer Strähnen und drückte sie leicht gegen die Lippen. „Ich habe ich vermisst, Hermione."

Nachdem er die Strähne geküsst hatte, beugte er sich langsam vor und bedeckte ihre Lippen mit einem Kuss. Hermione brauchte eine paar Sekunden bis sie ihn mit einem leicht geöffneten Mund erwiderte, wenn auch noch immer etwas zaghaft. Schließlich löste er sich wieder von ihren Lippen und sah sie weiterhin an. „Wenn ich dich nicht vor mir sitzen sehen oder dich spüren würde, könnte ich es fast nicht glauben. Du lebst... und bist wieder bei mir..."

Ein Lächeln huschte über seine Lippen. Verträumt und liebevoll. Plötzlich keimte in Hermione eine unwohles Gefühl auf und sie packte der Gedanke an Draco. Harry war bei ihr und er nicht. Wenn er jetzt wüsste, wo sie war oder sie vielleicht hier sitzen sehen würde, würde es ihm etwas ausmachen? Würde er eifersüchtig werden? Oder würde er es nur für gut befinden, um seinen Plan weiter zuverfolgen? Für wen von beiden empfand sie denn mehr? Draco oder Harry?

„Er hat gesagt, ich sollte mich vor dir in Acht nehmen."
Hermione hob verwundert die Braune. „Er?", wiederholte sie.
„Malfoy. Ich würde es bereuen, meinte er."
Hermiones Brust zog sich zusammen. War sie Draco etwa doch nicht so gleichgültig gewesen?
„Es ist aus zwischen euch, oder?", fragte Harry plötzlich.

Hermione war jedoch so zwischen Realität- und Gedankenwelt gesunken, dass es ihr schwer fiel ihre Aufmerksamkeit vollkommen Harry zu schenken. Da sie die letzten Worte nicht verstanden hatte, sah sie ihm nur irritiert entgegen. „Wie bitte?"
„Mit Malfoy und dir ist Schluss, oder?", wiederholte Harry, dieses Mal aber etwas schärfer. Sie schluckte, nickte dann langsam und senkte den Blick.
Harry bekam die Traurigkeit in ihr nicht mit. Stattdessen beugte er sich erneut vor und küsste sie. „Ich liebe dich", wisperte er dann gegen ihre Lippen.


Hermione fühlte sich seltsam, als sie eine halbe Stunde später langsam die Treppe zum Gemeinschaftsraum der Gryffindors hinunterschritt, um diesen zu verlassen. Nach ein paar Minuten gut Zureden hatte sie Harry überzeugen können, dass sie noch einmal zurück zu Draco musste, um ihre Sachen zu holen. Dieser hatte nämlich sofort beschlossen sie keine Sekunde mehr in der Nähe des Slytherins zu lassen.

Als sie die letzte Stufe betreten wollte, hielt Hermione allerdings plötzlich inne. Etwas Hartes hatte sie wie ein Schlag ins Herz getroffen. Mit starrer Miene blickte sie die rothaarige Ginny Weasley im Sessel vor dem Kamin an, welchen ihren Blick ebenfalls erwiderte.

Für ein paar Sekunden schien Hermione wie in Trance. Wieder schwirrten Bilder durch ihren Kopf und Erinnerungen an Gefühle der Enttäuschung und Verletztheit machten sich breit. Nachdem Vorfall, damals vor einem Jahr, hatte sie kein Wort mehr mit Ginny gewechselt und war ihr so gut wie möglich – und das auch ziemlich erfolgreich, da diese nicht oft da war – aus dem Weg gegangen. Auf diese Begegnung mit ihrer ehemals besten Freundin war sie jedoch nicht vorbereitet gewesen.

Ginny hatte die Augen zu Schlitzen verengt und betrachtete sie mit einem scharfen aufmerksamen Blick. „Was? Hüpfen wir etwa von einem zum anderen ins Bett, holde Jungfrau?", höhnte sie und stand langsam auf.

Erst jetzt schaffte es Hermione wieder die Gewalt über sich zu gewinnen. Trotzdem wusste sie nicht, wie sie reagieren sollte. Mit Wut, Hass oder sollte sie vielleicht einfach darüber stehen und über Ginnys Provokationen hinwegsehen? Es gelang ihr nicht ein Wort herauszubringen, jedoch schaffte sie es auch nicht, einfach an ihr vorbeizugehen. Stattdessen blieb sie wie angewurzelt stehen und starrte ihr kühl entgegen.

„Wieso bist du hier, Hermione?", wollte Ginny wissen. „Hat es dir an dem Ort, an dem du warst, etwa nicht gefallen?"
„In Voldemorts Gefangenschaft lebt es sich wohl kaum gut", erwiderte Hermione kühl und hielt somit perfekt ihre Rolle aufrecht.

Dennoch wunderte sie sich auch darüber, was so eben aus ihrem Munde gekommen war. Gefangen bei Voldemort? War sie denn nicht als seine Todesserin auch gefangen wie ein Mensch in einem Käfig?

Ein Lächeln breitete sich auf Ginnys Lippen aus. Süffisant. Hermione musste zugeben, diesen Ausdruck selten von ihr gesehen bekommen zu haben und irgendwie war es beunruhigend.
„Hermione...", murmelte Ginny. Langsam trat sie näher und näher an sie heran, so dass ihre Gesichter nur noch ein paar Zentimeter trennten und Ginny flüsterte ihr ins Ohr: „Denn anderen kannst du vielleicht etwas vormachen, aber mir nicht. Was ist wenn ich Harry davon erzähle? Von deinem Plan und von dem, was du wirklich das letzte Jahr über getrieben hast?"

Ein Schauer fuhr durch Hermione und ihr Herz zog sich zusammen. Sie spürte, wie leichte Schweißperlen sich in ihrer Stirn gebildet hatten, während in ihrem Magen ein Gefühl herrschte, als müsste sie sich gleich übergeben. Aufgeflogen!, schoss es durch ihren Kopf, Ginny wusste davon!
Inzwischen hatte sich Ginny wieder ein paar Schritte von ihr entfernt und betrachtete Hermione nachdenklich.

„Keine Angst meine süße Hermione. Ich werde dich nicht verraten", meinte sie dann nach ein paar Sekunden.
„Was... wovon redest du?", versuchte Hermione die Unschuldige zu spielen.
Alles zuzugeben war das Letzte was sie machen würde. Vielleicht – obwohl es ihr doch unmöglich schien – würde sie Ginny weismachen können, dass sie sich täuschte.
„Du weißt ganz genau wovon ich rede", erwiderte diese aber nur mit harten Gesichtszügen. „Willst du ihn hier wirklich verleugnen? Vor meinen Ohren und meinen Augen?"

Von Sekunde zu Sekunde wurde Hermione unruhiger. Gleichzeitig aber fragte sie sich aber auch immer mehr, welche Rolle Ginny hier eigentlich spielte. War sie auf Harrys Seite und wollte ihn schützen, oder könnte es sein, dass sie einfach nur ihr eigenes Ding hier durchzog? Vielleicht aber auch... Das war doch einfach unmöglich, oder? Allerdings hatte sie eben wohl kaum von Harry gesprochen und gerade ganz noch einem treuen Anhänger geklungen. Hätte sie aber dann nicht davon gewusst? Sie musste es herausfinden!

„Wen verleugnen?", wollte Hermione neugierig wissen.
„Ihn", entgegnete Ginny.
„Wen meinst du mit ihn?"
Ginny lächelte wieder, wandte sich um und ging langsam auf das Porträtloch zu. Für einen Augenblick glaubte Hermione sie möge keine Antwort bekommen, da sah sie allerdings noch einmal über ihre Schulter.
„Unseren Meister natürlich...", wisperte sie.

So ging sie durch das Porträtloch und ließ eine entsetzte Hermione zurück. Langsam schien ihr das Ruder dieser ganzen Sache aus der Hand zu gleiten und plötzlich wusste sie einfach nicht mehr, was sie denken sollte. War Ginny vielleicht eine Todesserin? Die brave Ginny von früher? Aber das konnte doch nicht sein, immerhin würde sie nie Harry etwas antun wollen... ?!


Müde legte Draco das Buch beiseite und lehnte sich schläfrig in seinem Sessel zurück. Die Worte wollten einfach nicht aus seinem Kopf verschwinden, obwohl er sich in diesem Moment sowieso so wahrsinnig ausgelaugt fühlte und die Ruhe herbeisehnte. Vielleicht mochte es an der fast einjährigen Gefangenschaft liegen, denn, trotz seiner gerade mal neunzehn Jahre, hatte er, seitdem er wieder freigekommen war, sich noch nie so krank und elend wie in der letzten Zeit gefühlt. Er bezweifelt sehr, ob er in einem Kampf gegen Harry auch gewinnen könnte, wenn er sich in diesem Zustand befand.

Oft hatte er schon in Erwägung gezogen Madame Pomfrey aufzusuchen. Doch hielten ihn dann zwei Tatsachen davon ab. Die eine, dass weder sie ihn mochte, noch er sie und die andere, dass es schwer für einen Malfoy war, jetzt schon als alterschwach abgestempelt zu werden.
In all seinen Überlegungen hatte er nicht gemerkt, wie sich das Porträtloch geöffnet hatte und Hermione hereingetreten war.

„Was hast du?", fragte ihre Stimme.

Verwundert öffnete Draco seine Augen und sah in ihr Gesicht. Er meinte etwas Sorge darin lesen zu können, allerdings hatte er in ihrem Fall schon viel gemeint und sich eigentlich auch immer darin getäuscht. So verwarf er seine Vermutung schnell wieder. Sie setzte in einen der Sessel ihm gegenüber und betrachtete ihn aufmerksam.

„Nichts", entgegnete er. „Ich bin nur müde. Wo warst du?"
„Ha... Potter."

In diesem Augenblick schien Dracos Müdigkeit vollkommen aus seinem Körper zu entweichen. Ihm war sehr wohl nicht entgegen, dass Hermione ihn gerade „Harry" nennen wollte. Es war nicht besonders, in den letzten paar Tagen war es ihr wieder gelungen seinen Namen auszusprechen, doch bis jetzt hatte sie nie inne gehalten und ihn schnell beim Nachnamen genannt. Sie musste wohl ein schlechtes Gewissen haben...?

„Was ist los?", fragte er misstrauisch und musterte sie genau.

Hermione ließ sich aber keinerlei Gefühlsregung anmerken und erst recht nichts, dass ihm zu verstehen ab, er hätte sie bei irgendetwas ertappt. Sie wirkte auch weder besorgt noch besonders nervös, sondern sah ihm einfach nur entschlossen in die Augen. Abermals musste Draco sich eingestehen, er konnte diese gefühlskalte Hermione nicht leiden – allerdings auch nicht ohne sie. Es gab alles keinen Sinn, wollte auch nicht logisch erscheinen und genau das verwirrte ihn mehr als alles andere.

„Nichts", meinte nun Hermione. „Unser Plan geht auf und das war es ja was du wolltest, nicht?"
„Nein", entgegnete Draco. Sofort musste er bei ihren Worten an ihren gestrigen Streit denken, dafür hatte er aber keine Nerven mehr. Schon wieder schien alles darauf hinauszulaufen wollen. „Das ist es, was du wolltest. Mit mir das hat Ganze nichts zu tun, denn ich bin gezwungen dir zu helfen."
Hermione erwiderte darauf nichts. Sie sah ihm einfach nur in die Augen und Draco erwiderte ihn Blick. Obwohl sie ihn aber ansah, bekam er plötzlich das Gefühl, dass sie selbst nicht mehr richtig da war.

„Hermione?", fragte Draco plötzlich. „Beantworte mir eine Frage nun ganz ehrlich."
„Welche?"
„Willst du Harry wirklich noch töten?"
Hermione musste schlucken. Einfach war es jetzt „Ja" zu erwidern, doch irgendwie wollte ihr das Wort nicht über die Lippen.
„Empfindest du ein Gefühl für ihn, welches du schon vor langer Zeit einmal für ihn empfunden hast?"


Ginny verbeugte sich tief und hob dann ihren Kopf um in das Gesicht ihres Lords zu blicken. „Mylord, wir müssen handeln", erklärte sie ihm.
Voldemorts Lippen wurden so schmalen Schlitzen. Langsam erhob er sich aus seinem Thron und schritt gemächlich auf Ginny zu.
„Damit habe ich schon gerechnet. Wie gesagt, es war wirklich nur eine Frage der Zeit. Was genau ist zwischen den beiden vorgefallen."

„Potter und Granger haben die Nacht zusammen verbracht und ich bin mir auch sicher, dass sie miteinander geschlafen habe. Sie kam aus seinem Zimmer. Malfoy schien auch davon zu wissen. Ich wollte mehr aus ihm herausbekommen, über das Verhältnis der beiden, und er hat es mir zuvor ebenfalls bestätigt. Ich bin ganz sicher, dass wir die Kontrolle über Granger verloren habe und wenn sie mich fragen sollten wir dafür sorgen, Malfoy so schnell wie möglich aus dem Verkehr zu ziehen."

Die Braue Voldemorts zogen sich nachdenklich zusammen. Er wandte sich von ihr ab und trat wieder auf seinen Thron zu. Über diesem prangte das Dunkle Mal. Groß, mächtig und mit einer Aura voller Hass umgeben.

„Nachdem er mein Vertrauen erschüttert hatte, war mir sofort klar, dass ich nicht mehr auf ihn bauen konnte. Sogar diesen Auftrag – indem es um sein Leben ging – hat er nicht bewältigen können, obwohl er wusste, dass ich ihn jederzeit durch das Band überwachen konnte, hatte er immer noch versucht Hermione meinem Einfluss zu entziehen. Es ist seine Schuld und dafür wird er auch büßen."

„Mylord, es gibt da noch etwas, was Sie wissen sollten", meinte Ginny dann. „Granger und Malfoy haben sich einander genähert. Die beiden haben eine Affäre und ich bin mir auch sicher, dass Granger mehr für in empfindet. Malfoy kann ich in diesem Punkt nicht einschätzen, doch bei ihr bin ich mir vollkommen sicher. Sie war schon immer sehr anfällig auf Gefühle und sein sehr unsicherer Mensch. Da sie diese Emotionen auch noch in dem doppelten Einfluss von Potter und Malfoy empfängt wäre es am besten wir würden sie noch einmal neu erschaffen."

Voldemort wandte sie wieder um und betrachtete Ginny aufmerksam. Nach ein paar Sekunden nickte er langsam und lächelte schief. Es sollte ein nettes, anerkennendes Lächeln werden, mehr brachte er aber mit seinem verzerrten Gesicht nicht zustande, Ginny wusste jedoch wie es gemeint war.
„Ginny...", wisperte der Dunkle Lord und kam wieder näher, „... wirklich eine Schande, wie konnte ich nur so blind sein? In all den Jahren habe ich nie gemerkt, was für eine loyale Seele du bist und lieber irgendwelche Verräter und Schwächlinge deiner vorgezogen. Verzeih mir dafür, meine Liebe."

Sanft berührte er mit seinen Fingerspitzen ihr Gesicht und fuhr bedächtig ihre roten Lippen entlang. „Ich werde mich dafür erkenntlich zeigen und meine Schuld angemessen begleichen."
Ein sanftes Lächeln bereite sich auf Ginnys Gesicht auf. „Ich freue mich darauf."
Der Dunkle Lord beugte sich zu ihr herab und bedeckte ihre Lippen mit seinen. Sofort schlossen sie sich zu einem leidenschaftlichen Kuss, welchen er nach ein paar Minuten wieder löste.

Schließlich nahm er wieder von Ginny Abstand. „Jetzt aber müssen wir handeln. Ich dulde dieses Spielchen und den Betrug an mir nicht länger. Wir werden Granger neu erschaffen und Malfoy aus den Weg räumen."
Ginny nickte gehorsam, verbeugte sich vor ihrem Lord und meinte: „Ich mache mich an die Arbeit."


„Wie... wie kommst du darauf?", wollte Hermione mit bebender Stimme wissen. „Du weißt doch genau was ich will und genauso gut kennst du auch meine Gefühle für Potter."Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, merkte aber das Hermione so langsam an Sicherheit verlor. Es war verletzend, das musste er zugeben, denn natürlich hieß es, dass sie mehr für Potter empfand, als sie zugeben wollte.

„Ja."
„Was ja? Hermione ich will es wissen. In einem ganzen klaren Satz. Sag mir was los ist und vor allem sag mir endlich, was dieses ganze Hin und Her soll. Voldemort scheint dich ja wirklich sehr in seiner Gewalt zu haben, so dass du nicht mal zugeben kannst, auf welcher Seite du nun stehst."
Sie erwiderte ihm nichts, sondern sah ihn einfach nur betrübt und ziemlich aufgewühlt an. „Hermione, sag mir endlich, stehst du auf Voldemorts oder vielleicht auf Potters Seite? Willst du mich – oder ihn?"

Auf einmal quollen Tränen in ihrem Augen und im gleichen Augenblick als Draco sah wie sie über ihre Wangen rannten, tat es ihm leid, dass er sie so unter Druck gesetzt hatte. Nicht ein einziges Mal hatte er Hermione weinen sehen, auch damals nicht, aber er hatte nicht damit gerechnet das diese Hermione je in Tränen ausbrechen würde. Und das tat sie auch regelrecht. Plötzlich legte sie ihr Gesicht in ihre Hände und schluchzte verzweifelt los.

Für ein paar Minuten saß er einfach nur schockiert da und sah sie an. Er war Draco Malfoy, ein Slytherin, und hatte beim besten Willen keine Ahnung, was man in solchen Momenten tat. So beschloss er einfach zu warten, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Es dauerte etwas, bis sie die Kontrolle über sich wiedergewann und die Stimme wieder fand.
„Ich weiß es nicht", wisperte sie dann mit erstickter Stimme. „Ich habe keine Ahnung was ich denken soll und schon gleich gar nicht weiß ich, was ich will. Es tut mir Leid, ich weiß, wenn wir Harry nicht an Voldemort ausliefern, bringt er dich um."
„Dich aber auch", entgegnete Draco ernst.

Ihre Worte hatten sehr wehgetan, doch war er genug ein Slytherin, um sie verkraften zu können. In seinem Leben hatte er schon viel bewältigen müssen und ganz bestimmt nicht würde er wegen Hermione Granger zerbrechen.

„Ich weiß...", lächelte Hermione bitter und schniefte. „Aber... ich glaube, ich kann es nicht tun. Ich habe schon viele Menschen umgebracht. Kalt und herzlos... doch Harry an Voldemort auszuliefern schaffe ich nicht, Draco. Gestern habe ich dich angelogen, ich habe nicht mit ihm geschlafen, sondern wollte einfach nur wissen, was du wirklich für mich fühlst."

Draco wusste nicht, ob er über ihre Worte erstaunt, glücklich oder vielleicht sogar wütend sein sollte. Erstaunt, weil er nie gedacht hätte, dass sie auf einmal solche Ehrlichkeit gewann, glücklich, weil sie nicht miteinander geschlafen hatten und wütend, weil sie somit den ganzen Plan zerstört hatte oder sie zumindest weiter davon entfernt waren ihr Ziel zu erreichen, als er geglaubt hatte. Das Gefühl des Glücks gewann, doch er zeigte es ihr nicht.

„Gestern Nacht aber... als ich so neben dir lag, ist mir dann klar geworden, dass das alles keinen Sinn hat. Ich weiß nicht was mich geritten hat, aber ich bin zu Harry gegangen. Instinktiv... und wir... wir haben miteinander geschlafen... so wie du es wolltest."

Auf einmal verschwand das Glück und ließ die Leere in Dracos Innerem zurück. Wollte man ihren Worten glauben schenken, dann war es wirklich er, der sie soweit getrieben hatte. Er war es, der dafür gesorgt hatte, dass er sie verlor und Harry war der Grund, wieso sie jetzt ihre Gefühle zurückgewinnen schien. Die Rolle, welche er immer spielen wollte, spielte nun Potter.

„Dann... dann", versuchte Draco hervorzubringen, fand aber nicht die richtigen Worte. „Ach ich weiß nicht!"
Er stütze seinen Kopf in die Hände und fuhr mit den Fingern durch sein blondes Haar. Von Minute zu Minute stieg das elende Gefühl und zu allem Überfluss schien sein Kopf jetzt auch noch am explodieren zu sein.
„Hasst du mich jetzt?", fragte Hermione leise.
Er sah auf. Ihre Augen hatten durch die Tränen ein rot angenommen und waren geschwollen, das Braun darin lag voller tiefer Trauer und Ehrlichkeit.
„Nein", meinte Draco dann.

Obwohl es ihm schwer fiel diese Worte auszusprechen, er konnte sie aber einfach nicht hassen, dafür war seine Liebe zu ihr, zu stark.

„Hermione, ich war auch nicht ganz aufrichtig zu dir", versuchte er dann zu erklären. „Vielleicht bringt dich das noch mehr durcheinander, aber ich muss es dir jetzt einfach tun. Ich habe dir immer gesagt, dass ich nicht wüsste, ob ich dich wirklich liebe. Das stimmt nicht. Ich liebe dich, Hermione und weiß es schon lange. Aber durch deine Kälte und Potter, konnte ich es nicht dir gegenüber zugeben. Ich bin ein Slytherin und noch dazu ein Malfoy. Gefühle sind uns eigentlich fremd, wenn wir sie aber empfinden ist es unerträglich sie nicht erwidert zu bekommen."

Mit großen Augen betrachtete Hermione ihn. Wieder konnte er die Tränen in ihnen glitzern sehen, dieses Mal wanderten sie aber nur stumm über ihre Wangen. Hermione konnte sich beherrschen.
„Und... und was machen wir jetzt?", wollte sie mit brüchiger Stimme wissen. „Was wird aus... Harry? Draco, ich kann das nicht."
Es fiel ihm schwer diese Worte über die Lippen zu bekommen. Damit warf er sein Leben und seine Liebe weg, das wusste er. „Dann werden wir es nicht tun. Wir werden Potter vor Voldemort schützen."

Im gleichen Moment zog sich plötzlich ein stechender Stich, vom Lederband an, durch seinen ganzen Körper. Draco schrie erschrocken auf, schaffte es aber nicht sich zu bewegen. Hermione sagte etwas, doch konnte er ihre Worte nicht verstehen.
Der Schmerz in seinem Körper wurde von Minute zu Minute stärker. Wie ein großer Anker hatte sich etwas um sein Herz gelegt und es fühlte sich so an, als würde ihm jemand dieses entreißen.
Sein eigener Schrei dröhnte in seinen Ohren. Wenn dieser Schmerz nicht bald enden würde, wusste er, würde er es nicht überleben.


TBC