Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir - sonst einzig und alleine nur der Plot und die Gedichtzeilen am Anfang eines jeden Kapitels. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern schreibe dies zum reinen Zeitvertreib.
A/N: Dank geht an aleksandramalfoy, JuliaSarah und dramine.
hegdl, eure Tanya :)

Überarbeitete Version. Keine Änderungen, die den Handlungsablauf verändern - jedoch Verbesserungen in Formatierung und Wiedergabe des Textes (Dezember 2006).


Without Existence - Suche dich, dann findest du mich - Caught

Es ist gekommen und geschehen,
meine Seele entrissen, noch ehe ich mich versehn.
Wie scharfe Splitter im Herzen,
spüre ich meine Schmerzen."


Im gleichen Moment zog sich plötzlich ein stechender Stich, vom Lederband an, durch seinen ganzen Körper. Draco schrie erschrocken auf, schaffte es aber nicht sich zu bewegen. Hermione sagte etwas, doch konnte er ihre Worte nicht verstehen.
Der Schmerz in seinem Körper wurde von Minute zu Minute stärker. Wie ein großer Anker hatte sich etwas um sein Herz gelegt und es fühlte sich so an, als würde ihm jemand dieses entreißen.
Sein eigener Schrei dröhnte in seinen Ohren. Wenn dieser Schmerz nicht bald enden würde, wusste er, würde er es nicht überleben.


„Draco!", rief Hermione panisch.

So schnell sie konnte, war sie aus ihrem Sessel aufgesprungen und auf ihn zugestürzt.
Noch immer drang Dracos schmerzvolle Schrei durch den Gemeinschaftsraum. Seine Augen waren entsetzt geweitet, mit den Händen umgriff er verzweifelt die Sessellehnen, als würde er jeden Augenblick von einer Macht davongesogen werden, und seine Haut hatte die Blässe einer Leiche angenommen.

Hermione hatte eine seiner Hände gepackt und wollte sie in ihre Hände legen, er wollte jedoch nicht mal einen Finger von der Lehne nehmen.
„Draco! Verdammt noch mal, was ist los mit dir?", schrie sie verzweifelt gegen seinen Schrei an, allerdings war sie machtlos.

Draco konnte sie nicht hören. Viel zu stark schienen die Schmerzen zu sein, welche er erleiden musste. Hermione fühlte sich hilflos. Vollkommen hilflos. Niemand war hier und sie war vollkommen machtlos um ihm zu helfen, denn beim besten Willen hatte sie keine Ahnung was sie tun sollte.

„Draco! Ich hol Hilfe, okay?", rief sie ihm zu. Sie wusste das es nutzlos war, doch ein kleiner Funke Hoffnung in ihrem Inneren, bat darum, er würde sie hören. „Ich hol Dumbledore und bin gleich wieder da. Halt solange durch, bitte. Tu es für mich."
Sie drückte ihm einen Kuss auf die rechte Wange und hastete dann unter dem Schrei Dracos aus dem Gemeinschaftsraum.

Wieder kamen ihr die Tränen in die Augen. Draco so leiden zu sehen hatte unendlich wehgetan. Einen Augenblick hatte sie sogar geglaubt, sie würde seinen Schmerz selber fühlen können.
So schnell sie konnte hastete sie durch die Gänge des Schlosses Hogwarts. Doch jeder einzelne Korridor, den sie betrat, war wie ausgestorben. Um vom Ravenclaw-Gemeinschaftsraum zum Büro des Schulleiters Albus Dumbledore zu gelangen musste man fast auf die andere Seite des Schlosses. In diesem Augenblick verfluchte sie die Größe Hogwarts', auch wenn sie es früher als recht angenehm empfunden hatte, dass es immer einen Platz gab, an dem man für sich sein konnte.

Plötzlich, in einem Moment der Unachtsamkeit, stieß sie gegen jemanden als sie um die Ecke biegen wollte, und landete unsanft auf dem Boden.
„Hermione!", rief sogleich Harry Stimme. Er beugte sich zu ihr herab, griff nach ihren Händen und betrachtete sie mit einem teils besorgten, teils entsetzten Gesichtsausdruck. „Oh mein Gott, wie siehst du denn aus? Was ist los?"
„Draco!", war das einzige was Hermione unter Tränen erstickter Stimme hervorbringen konnte.

Harrys Gesichtszüge verkrampften sich. „Was hat dieser Mistkerl dir getan?", fragte er aufgebracht. „Hermione, hat er dich geschlagen oder..."
Seine Stimme stockte. Er schien im schwer zu fallen die nächsten Worte auszusprechen, musste er aber überhaupt nicht, denn Hermione wusste worauf er hinauswollte. Schnell schüttelte sie den Kopf und rief erschrocken ein „Nein" aus.
Die Verwirrung in Harrys Gesicht war nun deutlich zu erkennen. „Was ist dann geschehen?"

„Ich weiß nicht was los ist", erklärte sie ihm hastig. „Auf einmal hat er zu schreien begonnen. Harry, er sitzt im Gemeinschaftsraum, ganz bleich und mit großen Augen. Voller Schmerz! Er leidet! Ich weiß nicht was ich tun soll! Er bracht Hilfe! Harry, du musst mir helfen, du musst mir helfen Draco zu retten."
Unter all diesem Wortschwall hatten sich Hermiones einzelne Tränen wieder in einen Wasserfall verwandelt, der ihr nun ununterbrochen über die Wangen rannte.

Harry seufzte. „Okay, Hermione. Beruhig dich erst mal."
„Wie? Beruhigen? Harry, Draco leidet! Ich kann mich nicht beruhigen, denn von Minute zu Minute hat er mehr Schmerzen! Wir müssen ihm helfen!"
„Ja sicher, das machen wir."
Hermione erkannte sehr wohl die Herzlosigkeit in seinen Worten und bemerkte auch, wie Dracos Schicksal ihn nicht ihm geringsten interessierte. Sie wusste nicht was sie plötzlich überkam, doch auf einmal verpasste sie Harry eine schallende Ohrfeige. „Verdammt noch mal, hör auf damit immer an dich zu denken!", schrie sie ihn an. „Du willst ihm doch gar nicht helfen, weil du ihn hasst."

Hermione befreite sich aus Harrys Griff und sprang auf. Harry tat es ihr gleich. „Aber das stimmt doch überhaupt nicht! Wie kommst du jetzt plötzlich darauf? Ich habe doch gesagt, dass ich ihm helfen will."
Diese ganze Rederei zehrte an Hermiones Nerven. Sie verspürte die Lust Harry noch einmal eine Ohrfeige zu verpassen, unterdrückte diese aber. „Dann red nicht lange rum und hol Dumbledore. Bitte beeil dich!"
Ohne ihm noch weitere Beachtung zu schenken hastete sie wieder zurück. Als sie kurz den Blick über die Schulter warf, konnte sie sehen, wie Harry in die andere Richtung rannte.


Stille. Vollkommene Stille, als Hermione wieder durch das Portailoch zum Ravenclaw-Gemeinschaftsraum stürmte. Tatsächlich war er vollkommen leer und in dem Sessel, in welchem er zuvor gesessen hatte, saß Draco nun nicht mehr. Sie wusste nicht wieso, doch ein ungutes Gefühl machte sich in ihr breit. Es war komisch, dass ein Mensch sich so schnell erholen konnte, wenn er gerade um sein Leben geschrien hatte. Vielleicht aber auch... Nein! Sie wollte nicht daran denken, dass er vielleicht gar nicht mehr am Leben sein könnte.

„Draco?", rief sie vorsichtig in die Stille hinein. „Wo bist du?"

Unglücklicherweise antwortete ihr niemand mehr. Mit vorsichtigen Schritten trat sie weiter in den Raum hinein. In ihr wuchs die Befürchtung jeden Augenblick seinen leblosen Körper hinter einem Sessel vorzufinden. Alleine schon bei dem Gedanken rannte ihr ein Schauer über den Rücken und sie spürte wie sich wieder Tränen in ihren Augen bildeten.

„Sag doch was! Draco?!"
„Hermione", entgegnete plötzlich dessen Stimme hinter ihr.
Erschrocken wirbelte sie herum und starrte ihn voller Entsetzten an. Draco stand lässig, im Schatten des Porträtlochs, gegen die Wand gelehnt und sah sie aufmerksam an. So war es Hermione auch unmöglich gewesen ihn beim Hereinkommen zu bemerken. Plötzlich überwand sie ihren Schreck, stürmte auf ihn zu und fiel ihm um den Hals.
„Oh mein Gott", schluchzte sie verzweifelt. „Ich dachte schon... ich dachte wirklich du wärst tot."

Draco legte die Arme um sie und lächelte sanft in ihr Haar. „Ich? Hermione du weißt doch, Unkraut vergeht nicht", wisperte er.
Hermione hob ihren Kopf und sah ihn an. „Was war das eben? Was ist passiert? Du hast so gelitten! Ich wusste nicht was ich machen sollte!"
„Ich weiß, es wäre dir aber auch nicht möglich gewesen irgendetwas zu tun." Draco löste die Umarmung und ging an ihr vorbei. „Das Lederband war Schuld. Du hättest nichts verhindern können. Voldemort ist stärker als wir alle zusammen. Ich glaube nicht, dass wir ihn je besiegen könnten."

Hermione folgte ihm. „Wie?", fragte sie verwirrt.
„Ja, ich glaube es ist nutzlos. Eigentlich könnten wir ja gleich aufgeben. Dann würde unser Tod sicher nicht so schmerzhaft sein. Voldemort würde das sicher etwas anerkennen. Oder wir liefern ihm Potter aus. Dann wäre unser Leben verschont."
„Aber..." Vorsichtig trat sie ein paar Schritte auf Draco zu und schüttelte dabei den Kopf. „Von was redest du eigentlich? Du hast doch selbst eben gesagt, dass wir ihn schützen werden. Außerdem... du weißt, dass ich das nicht kann und ich bitte dich, tu mir das nicht an. Schick Harry nicht in den Tod. Ich bitte dich inständig, tu es für mich."

Ein leichtes Lächeln breite sich auf Dracos Gesicht aus. Es war ein Lächeln, welches Hermione eigentlich nicht von ihm gewohnt war. Er streckte die Hand aus und berührte ihre Wange, während er einen Schritt näher aus sie zukam.
„Hermione, meine schöne Hermione", murmelte er.
Draco beugte sich zu ihr hinab und küsste sie. Hermione jedoch konnte nicht so viel Leidenschaft in den Kuss setzten, als er. Sie fühlte sich benommen von seinen Worten und war viel zu erstaunt über sein plötzliches Verhalten.
Als sich ihre Lippen nach ein paar Sekunden wieder trennten, meinte Draco dann: „Du hast dich ziemlich verändert in den letzen Tagen. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell möglich gewesen wäre."


Ohne zu Klopfen hastete Harry in das Büro des Schulleiters. Das einzige, was er da jedoch vorfand, war ein leerer Sessel und ein paar verärgerte Portais von ehemaligen Hogwarts-Leitern.
„Klopft die Jugend heut zu Tage etwa nicht mehr an?", raunzte ein Mann in einem der Bilder, mit einem viel zu großen Schnurbart, welcher seinen Mund vollkommen verdeckte.
Harry allerdings ging überhaupt nicht auf das Bild ein. „Wo ist Professor Dumbledore?", fragte er stattdessen.

Einige der Bilder schüttelten empört den Kopf. Der Mann mit dem Schnurbart aber meinte spöttisch: „Siehst du hier einen Professor Dumbledore? Nein? Dann wird er wohl nicht hier sein?"
„Wo ist er? Ich brauche seine Hilfe!"
„Wer braucht die nicht", meinte nun ein anderes Bild. „Junge du bist hier nicht alleine auf der Welt. Er ist in London, dort wo er nun dringender gebraucht wird. Deine Verhandeln um die Examensnoten kannst du ja ein anderes Mal versuchen."

Wütend betrachtete Harry die Bilder. „Ich bin kein Schüler und ihr seit ein bisschen zu arrogant, findet ihr nicht?", blaffte er sie an.
Er hastete wieder aus dem Büro von Dumbledore, jedoch nicht ohne die Tür noch mit einem lauten Knall ins Schloss fallen zu lassen. Dann plötzlich blickte er in das Gesicht von –
„Ron", rief Harry. Zum ersten Mal seit ungefähr einem Jahr verspürte Harry Erleichterung beim Anblick seines ehemals besten Freundes. Er konnte jedoch an seinem Gesichtsausdruck erkennen, dass es bei Ron nicht unbedingt auch der Fall war.

„Ja, Harry. Ron", erwiderte dieser nur. Er wollte an ihm vorbei ins Büro, doch Harry hielt ihn auf, indem er ihm nicht Platz machte.
„Dumbledore ist nicht da. Hör zu Ron, ich brauche deine Hilfe!"
Überrascht hielt Ron inne. „Was?"
„Ich brauche deine Hilfe!", wiederholte Harry energisch. „Besser gesagt Malfoy braucht deine Hilfe."

„Oh,", meinte er aber nur. „dein neuer bester Freund, was?"
Sarkasmus und vielleicht sogar ein bisschen Enttäuschung? Harry wusste nicht ob er sich über den Sarkasmus ärgern soll oder über die Enttäuschung in seiner Stimme glücklich war. Das einzige was er aber wusste, dass keine Zeit für lange Streitereien blieb.
„Malfoy ist nicht mein neuer bester Freund. Du bist mein bester Freund!", entgegnete Harry entschlossen. „Hermione will das wir ihm helfen, anscheinend spinnt er im Gemeinschaftsraum etwas rum und deswegen-"

„Bitte WAS?", unterbrach Ron ihn aber.
„Hör mir doch zu!", stieß Harry genervt hervor. „Hermione sagt, dass Malfoy-"
„Nein, das meine ich nicht", unterbrach er ihn aber wieder. „Ich meine das davor."
Harry überlegte was er zuvor gesagt hatte und wusste dann, was Ron hören wollte. Ihm war es eben aus lauter Eile und Hast so herausgerutscht, aber es entsprach vollkommen der Wahrheit. „Malfoy ist nicht mein bester Freund..." Harry schluckte. „Du bist mein bester Freund, Ron."


„Ich glaube ich habe meine Gefühle wieder", murmelte Hermione mit einem Lächeln. „Ich habe tatsächlich geweint. Es war so ein Gefühl, welches ich schon lange nicht mehr empfunden und wenn dann, erst recht nicht zugelassen, hatte. Ich glaube... Draco, das ist dein Verdienst."

Wieder lächelte Draco. Jedoch war es ein Lächeln, welches sie nicht von ihm erwartet hätte. Ein Lächeln, mit dem er sie vor vielen vielen Jahren immer angesehen hatte. Arrogant und Überheblich?

Draco wandte sich um. „Schade, dass er das eben nicht hören konnte. Draco hatte gedacht das Potter dir die Gefühle zurückgebracht hatte und war deswegen schon ganz verletzt."
Verwirrt starrte Hermione auf seinen Rücken. Schließlich trat sie auf ihn zu, legte ihm die Hand auf die Schulter und fragte besorgt: „Du redest in der dritten Person, Draco. Ist wirklich alles in Ordnung mit dir?"

Er drehte sich wieder zu Hermione. Immer noch lag das Überhebliche in seinem Gesicht und so langsam bekam es Hermione irgendwie mit der Angst zu tun. Die Situation zuvor musste wohl doch irgendwelche Schäden bei ihm hinterlassen haben.
„Mir geht es gut und auch Draco geht es bis jetzt noch wunderbar", entgegnete er. „Du aber hast mich enttäuscht, Hermione. Ich hätte nicht von dir erwartet, dass du mich im Stich lässt und dich so schnell von mir abwenden würdest. Ich habe dir vertraut, meine Kleine."

„Was... was ist los mit dir Draco? Du bist so komisch... Ich habe dich doch gar nicht im Stich gelassen."
Das Lächeln auf Dracos Gesicht wurde breiter. „Nein, hast du auch nicht. Draco hast du nicht im Stich gelassen. Aber mich... mich, Voldemort!"

Hermione schrie erschrocken auf, kaum das er mit dem Satz geendet hatte. Bestürzt hastete ein paar Schritte ruckwärts und fiel dabei über einen Gegenstand, den sie von hinten nicht gesehen hatte, so dass sie zum zweiten Mal in diesem Tag rücklings auf dem Boden landete. In diesem Augenblick störte es sie allerdings kaum.
Ihr Blick haftete nur an der Gestalt Dracos, die aber nicht Draco war. Eigentlich hätte es ihr sofort auffallen müssen. Die Art wie er sprach, die Art wie er sie ansah und alleine schon die Art wie er sich bewegte, hatte nichts von der coolen Lässigkeit Dracos, sondern wirkte so alt. Es war die Art wie Voldemort das Leben in seinem neuen Körper bestritt.

„Voldemort!", brachte Hermione mit erstickter Stimme hervor. „Nein, das kann doch nicht sein."
„Doch, meine Schöne", sprach er mit Dracos Stimme. „Schön zu sehen, dass du nicht bezweifelst, dass Malfoy nicht mehr in diesem Körper lebt. Du kennst mich so gut und trotzdem bist du nicht hinter die Idee des Lederbandes gekommen. Wirklich enttäuschend..."
„Ich... habe diese Möglichkeit nicht in Erwägung gezogen...", warf Hermione sich damit selbst vor. „Du hast die Seelen durch das Dunkle Mal getauscht. Draco befindet sich nun in deinem Körper."

„Oh, ja. In einem tiefen Schlaf. Du hast deine Hausaufgaben doch etwas gemacht, Hermione. Aber noch viel enttäuschender finde ich dein Auftreten in Hogwarts. Keine meiner Erwartungen hast und erfüllt. Wie stehe ich denn nun jetzt da? Jetzt denkt die ganze Zaubererschaft, dass meine Todesser alle nur kleine Versager sind, die man sowieso nicht ernst nehmen muss, weil sie es hinter dem Rücken des Dunklen Lords sowieso mit ihren Opfern treiben, da sie sich dummerweise in diese verliebt haben."

„Woher... woher wissen Sie das alles?"
Voldemort hob die Hand und deutete auf das Lederband, welches um Dracos Hand haftete. Hermione aber schüttelte den Kopf. „Nein, du kannst es nicht durch das Band wissen. Es ist nicht dazu gedacht. Eigentlich wolltest du Draco damit nur weismachen, dass du ihn sofort erledigen könntest, sobald er auch nur das Geringste verrät. Ich weiß bescheid."

Während sie so auf dem Boden lag, bekam Hermione überhaupt nicht mit, wie die Angst es so langsam geschafft hatte über ihren Körper zu regieren. Früher hätte sie in solchen Augenblick nicht einmal den Ansatz dieses Gefühles empfunden, doch nun wusste sie einfach nicht wie sie sich wehren konnte, denn die Skrupel vor einer Tat, welche andere verletzen könnte, schien nun stärker als je zuvor. Es war Dracos Körper. Sie konnte nicht angreifen und Voldemort wäre sowieso viel zu stark. Immerhin kannte sie seine Macht und wusste auch was man ausrichten konnte, wenn man auf Nichts und Niemanden Rücksicht nahm.

„Wieder hast du recht. Eigentlich sollte ich dich alleine schon wegen deinem Wissen über die Dunkle Magie am Leben lassen. Ich hatte selten einen Schüler, der über alles Schlechte auf der Welt so gut bescheid wusste, wie du."
„Dann töte mich doch. Es wird sowieso geschehen, entkommen kann ich nicht mehr...", murmelte Hermione, es klang aber längst nicht so selbstbewusst und mutig wie sie es beabsichtigt hatte. Auch das Zittern ihres Körpers trug nicht gerade dazu bei, vor Voldemort den Eindruck zu erwecken, stark zu sein.

„Nein... oh nein...", lächelte er fies. „Den Gefallen werde ich dir nicht tun, mein Schätzchen. Weißt du was ich stattdessen tun werde? Ich werde dich wieder zu dem machen, was du warst bevor Malfoy und du nach Hogwarts aufgebrochen seit. Ich werde dich wieder zu meiner Todesserin machen. Kalt, herzlos und unberechenbar. Wenn du dann wieder dieser Mensch bist, dann wirst du Malfoy töten. Schließlich überlasse ich dir den Vortritt, Hermione und gebe den Kelch der Ehere in deine Hand. Das wonach du dich immer schon gesehnt hast, wirst du nun endlich vollbringen dürfen, Potter töten."

„Nein!", schrie Hermione auf. Automatisch rückte sie etwas von ihm weg, schaffte es aber nicht ihn aus den Augen zu lassen. „Ich will nicht mehr dieser Mensch werden und ich will auch Draco und Harry nichts zuleide tun. Was bist du denn, dass du dir einfach das Recht nimmst über anderes Leben zu bestimmen? Monster! Abscheulicher Bastard!" Die Gesichtszüge Dracos verhärteten sich. „Du willst also nicht dankbar dafür sein, was ich dir in dem letzten Jahr geschenkt habe?"
„Geschenkt? Du hast mir ein Jahr meines Lebens genommen und hast mich zu einer Mörderin werden lassen!", rief Hermione. „Wegen dir habe ich Schuld auf mich geladen! Ich kann meine Hände nicht mehr ansehen, ohne den Gedanken daran, dass Blut an ihnen klebt!"

„Dann wirst du dich wohl damit abfinden müssen", meinte Voldemort kalt. Er griff in Dracos Jeanstasche und holte seinen Zauberstab hervor. „Hermione, mit dem Dunklen Mal hast du einen Vertrag abgeschlossen, denn du nicht mehr rückgängig machen kannst. Die Substanz des Dunkeln Mals ist dein Blut, somit hast du ihn mit deinem Leben unterzeichnet. Es gibt kein zurück. Ich werde dich mir wiederholen."
Hermione wusste nicht woher sie plötzlich den Mut gefunden hatte. Auf einmal aber war sie aufgesprungen und hatte ebenfalls nach ihrem Zauberstab gegriffen. Sie wollte nicht noch mehr Menschen auf dem Gewissen haben!


Ron schaffte es nicht mehr Harry länger in die Augen zu sehen. Stattdessen warf er seinen Blick auf den Boden.
„Ich hätte nie gedacht, dass du das noch zu mir sagen würdest", murmelte er dann mit drüber Stimme. „Nachdem, was ich dir in dem letzen Jahr alles angetan habe."
Harry fühlte sie gerade als würde ihm jemand erzählen, dass Schweine fliegen konnten oder die Zauberwelt nicht existierte - unheimlich verarscht.
„Was bitte?"
Ron hob den Kopf und sah ihm ins Gesicht. „Es tut mir Leid, unheimlich leid sogar. Du bist auch mein bester Freund."

Die Welt schien für ihn in diesem Augenblick zu tanzen. So ähnlich hatte er sich gefühlt, als er damals seinen ersten Kuss von Cho Chang bekommen hatte oder mit Ginny zusammen gekommen war, allerdings hatte es bis jetzt nur eine geschafft dieses Gefühl zu übertreffen, Hermione – auch wenn Ron ihr eben ziemliche Konkurrenz machte.

Ron wirkte verlegen. „Harry, bitte versteh mich nicht falsch, ich will nicht deine Freundschaft wieder, weil Hermione nun jetzt wieder zurück ist, sondern weil du mir gefehlt hast. Nachdem sie weg war, wusste ich nicht wem ich die Schuld geben sollte. So gab ich sie dir. Es musste jemanden geben, auf den ich sauer sein konnte, damit mir der Schmerz leichter fiel."

Schweigen trat ein. Harry sah, dass Ron sich in diesem Augenblick ziemlich unwohl fühlte, denn er war sich nicht klar darüber, ob er ihm verzeihen würde. Harry konnte aber nicht anders als dies zu tun. Es war ihm klar, dass es ziemlich „unmännlich" war, trotzdem jedoch schaffte er es nicht sich zurückzuhalten und umarmte Ron freundschaftlich.

„Du weißt ja gar nicht, wie froh ich über deine Worte und vor allem darüber bin, dass wir wieder Freunde sind", strahlte Harry.
Ron wirkte ziemlich erleichtert. „Mir geht es doch genauso", grinste er. „Wenn Hermione..."
Als Ron allerdings Hermiones Namen erwähnte, versteinerte sich Harrys Gesicht. „Hermione!", rief er geschockt. „Sie braucht unsere Hilfe."
„Wie?", fragte Ron verwirrt.
„Ich habe dir doch eben erzählt, dass es Draco schlecht geht", erzählte er. „Wenn wir ihn jetzt im Stich lassen, dann reißt uns Hermione den Kopf ab."
„Wo sind sie denn?"
„Im Gemeinschaftsraum der Ravenclaws."


TBC