Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf
basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir - sonst
einzig und alleine nur der Plot und die Gedichtzeilen am Anfang eines
jeden Kapitels. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei
Joanne K. Rowling. Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern schreibe
dies zum reinen Zeitvertreib.
A/N: Dank geht an
aleksandramalfoy, JuliaSarah und dramine.
hegdl,
eure Tanya :)
Überarbeitete Version. Keine Änderungen, die den Handlungsablauf verändern - jedoch Verbesserungen in Formatierung und Wiedergabe des Textes (Dezember 2006).
Without Existence - Suche dich, dann findest du mich - Caught
„Es ist gekommen und geschehen,
meine Seele entrissen,
noch ehe ich mich versehn.
Wie scharfe Splitter im Herzen,
spüre
ich meine Schmerzen."
Im gleichen Moment zog sich plötzlich ein stechender Stich, vom Lederband an, durch seinen ganzen Körper. Draco schrie erschrocken auf, schaffte es aber nicht sich zu bewegen. Hermione sagte etwas, doch konnte er ihre Worte nicht verstehen.
Der Schmerz in seinem Körper wurde von Minute zu Minute stärker. Wie ein großer Anker hatte sich etwas um sein Herz gelegt und es fühlte sich so an, als würde ihm jemand dieses entreißen.
Sein eigener Schrei dröhnte in seinen Ohren. Wenn dieser Schmerz nicht bald enden würde, wusste er, würde er es nicht überleben.
„Draco!", rief Hermione panisch.
So schnell sie konnte, war sie aus ihrem Sessel aufgesprungen und
auf ihn zugestürzt.
Noch immer drang Dracos schmerzvolle
Schrei durch den Gemeinschaftsraum. Seine Augen waren entsetzt
geweitet, mit den Händen umgriff er verzweifelt die
Sessellehnen, als würde er jeden Augenblick von einer Macht
davongesogen werden, und seine Haut hatte die Blässe einer
Leiche angenommen.
Hermione hatte eine seiner Hände gepackt und wollte sie in
ihre Hände legen, er wollte jedoch nicht mal einen Finger von
der Lehne nehmen.
„Draco! Verdammt noch mal, was ist los mit
dir?", schrie sie verzweifelt gegen seinen Schrei an, allerdings
war sie machtlos.
Draco konnte sie nicht hören. Viel zu stark schienen die Schmerzen zu sein, welche er erleiden musste. Hermione fühlte sich hilflos. Vollkommen hilflos. Niemand war hier und sie war vollkommen machtlos um ihm zu helfen, denn beim besten Willen hatte sie keine Ahnung was sie tun sollte.
„Draco! Ich hol Hilfe, okay?", rief sie ihm zu. Sie wusste das
es nutzlos war, doch ein kleiner Funke Hoffnung in ihrem Inneren, bat
darum, er würde sie hören. „Ich hol Dumbledore und bin
gleich wieder da. Halt solange durch, bitte. Tu es für
mich."
Sie drückte ihm einen Kuss auf die rechte Wange und
hastete dann unter dem Schrei Dracos aus dem Gemeinschaftsraum.
Wieder kamen ihr die Tränen in die Augen. Draco so leiden zu
sehen hatte unendlich wehgetan. Einen Augenblick hatte sie sogar
geglaubt, sie würde seinen Schmerz selber fühlen können.
So schnell sie konnte hastete sie durch die Gänge des
Schlosses Hogwarts. Doch jeder einzelne Korridor, den sie betrat, war
wie ausgestorben. Um vom Ravenclaw-Gemeinschaftsraum zum Büro
des Schulleiters Albus Dumbledore zu gelangen musste man fast auf die
andere Seite des Schlosses. In diesem Augenblick verfluchte sie die
Größe Hogwarts', auch wenn sie es früher als recht
angenehm empfunden hatte, dass es immer einen Platz gab, an dem man
für sich sein konnte.
Plötzlich, in einem Moment der Unachtsamkeit, stieß sie
gegen jemanden als sie um die Ecke biegen wollte, und landete unsanft
auf dem Boden.
„Hermione!", rief sogleich Harry Stimme. Er
beugte sich zu ihr herab, griff nach ihren Händen und
betrachtete sie mit einem teils besorgten, teils entsetzten
Gesichtsausdruck. „Oh mein Gott, wie siehst du denn aus? Was ist
los?"
„Draco!", war das einzige was Hermione unter Tränen
erstickter Stimme hervorbringen konnte.
Harrys Gesichtszüge verkrampften sich. „Was hat dieser
Mistkerl dir getan?", fragte er aufgebracht. „Hermione, hat er
dich geschlagen oder..."
Seine Stimme stockte. Er schien im
schwer zu fallen die nächsten Worte auszusprechen, musste er
aber überhaupt nicht, denn Hermione wusste worauf er
hinauswollte. Schnell schüttelte sie den Kopf und rief
erschrocken ein „Nein" aus.
Die Verwirrung in Harrys Gesicht
war nun deutlich zu erkennen. „Was ist dann geschehen?"
„Ich weiß nicht was los ist", erklärte sie ihm
hastig. „Auf einmal hat er zu schreien begonnen. Harry, er sitzt im
Gemeinschaftsraum, ganz bleich und mit großen Augen. Voller
Schmerz! Er leidet! Ich weiß nicht was ich tun soll! Er bracht
Hilfe! Harry, du musst mir helfen, du musst mir helfen Draco zu
retten."
Unter all diesem Wortschwall hatten sich Hermiones
einzelne Tränen wieder in einen Wasserfall verwandelt, der ihr
nun ununterbrochen über die Wangen rannte.
Harry seufzte. „Okay, Hermione. Beruhig dich erst mal."
„Wie?
Beruhigen? Harry, Draco leidet! Ich kann mich nicht beruhigen, denn
von Minute zu Minute hat er mehr Schmerzen! Wir müssen ihm
helfen!"
„Ja sicher, das machen wir."
Hermione erkannte
sehr wohl die Herzlosigkeit in seinen Worten und bemerkte auch, wie
Dracos Schicksal ihn nicht ihm geringsten interessierte. Sie wusste
nicht was sie plötzlich überkam, doch auf einmal verpasste
sie Harry eine schallende Ohrfeige. „Verdammt noch mal, hör
auf damit immer an dich zu denken!", schrie sie ihn an. „Du
willst ihm doch gar nicht helfen, weil du ihn hasst."
Hermione befreite sich aus Harrys Griff und sprang auf. Harry tat
es ihr gleich. „Aber das stimmt doch überhaupt nicht! Wie
kommst du jetzt plötzlich darauf? Ich habe doch gesagt, dass ich
ihm helfen will."
Diese ganze Rederei zehrte an Hermiones
Nerven. Sie verspürte die Lust Harry noch einmal eine Ohrfeige
zu verpassen, unterdrückte diese aber. „Dann red nicht lange
rum und hol Dumbledore. Bitte beeil dich!"
Ohne ihm noch weitere
Beachtung zu schenken hastete sie wieder zurück. Als sie kurz
den Blick über die Schulter warf, konnte sie sehen, wie Harry in
die andere Richtung rannte.
Stille. Vollkommene Stille, als Hermione wieder durch das Portailoch zum Ravenclaw-Gemeinschaftsraum stürmte. Tatsächlich war er vollkommen leer und in dem Sessel, in welchem er zuvor gesessen hatte, saß Draco nun nicht mehr. Sie wusste nicht wieso, doch ein ungutes Gefühl machte sich in ihr breit. Es war komisch, dass ein Mensch sich so schnell erholen konnte, wenn er gerade um sein Leben geschrien hatte. Vielleicht aber auch... Nein! Sie wollte nicht daran denken, dass er vielleicht gar nicht mehr am Leben sein könnte.
„Draco?", rief sie vorsichtig in die Stille hinein. „Wo bist du?"
Unglücklicherweise antwortete ihr niemand mehr. Mit vorsichtigen Schritten trat sie weiter in den Raum hinein. In ihr wuchs die Befürchtung jeden Augenblick seinen leblosen Körper hinter einem Sessel vorzufinden. Alleine schon bei dem Gedanken rannte ihr ein Schauer über den Rücken und sie spürte wie sich wieder Tränen in ihren Augen bildeten.
„Sag doch was! Draco?!"
„Hermione", entgegnete
plötzlich dessen Stimme hinter ihr.
Erschrocken wirbelte sie
herum und starrte ihn voller Entsetzten an. Draco stand lässig,
im Schatten des Porträtlochs, gegen die Wand gelehnt und sah sie
aufmerksam an. So war es Hermione auch unmöglich gewesen ihn
beim Hereinkommen zu bemerken. Plötzlich überwand sie ihren
Schreck, stürmte auf ihn zu und fiel ihm um den Hals.
„Oh
mein Gott", schluchzte sie verzweifelt. „Ich dachte schon... ich
dachte wirklich du wärst tot."
Draco legte die Arme um sie und lächelte sanft in ihr Haar.
„Ich? Hermione du weißt doch, Unkraut vergeht nicht",
wisperte er.
Hermione hob ihren Kopf und sah ihn an. „Was war
das eben? Was ist passiert? Du hast so gelitten! Ich wusste nicht was
ich machen sollte!"
„Ich weiß, es wäre dir aber
auch nicht möglich gewesen irgendetwas zu tun." Draco löste
die Umarmung und ging an ihr vorbei. „Das Lederband war Schuld. Du
hättest nichts verhindern können. Voldemort ist stärker
als wir alle zusammen. Ich glaube nicht, dass wir ihn je besiegen
könnten."
Hermione folgte ihm. „Wie?", fragte sie verwirrt.
„Ja,
ich glaube es ist nutzlos. Eigentlich könnten wir ja gleich
aufgeben. Dann würde unser Tod sicher nicht so schmerzhaft sein.
Voldemort würde das sicher etwas anerkennen. Oder wir liefern
ihm Potter aus. Dann wäre unser Leben verschont."
„Aber..."
Vorsichtig trat sie ein paar Schritte auf Draco zu und schüttelte
dabei den Kopf. „Von was redest du eigentlich? Du hast doch selbst
eben gesagt, dass wir ihn schützen werden. Außerdem... du
weißt, dass ich das nicht kann und ich bitte dich, tu mir das
nicht an. Schick Harry nicht in den Tod. Ich bitte dich inständig,
tu es für mich."
Ein leichtes Lächeln breite sich auf Dracos Gesicht aus. Es
war ein Lächeln, welches Hermione eigentlich nicht von ihm
gewohnt war. Er streckte die Hand aus und berührte ihre Wange,
während er einen Schritt näher aus sie zukam.
„Hermione,
meine schöne Hermione", murmelte er.
Draco beugte sich zu
ihr hinab und küsste sie. Hermione jedoch konnte nicht so viel
Leidenschaft in den Kuss setzten, als er. Sie fühlte sich
benommen von seinen Worten und war viel zu erstaunt über sein
plötzliches Verhalten.
Als sich ihre Lippen nach ein paar
Sekunden wieder trennten, meinte Draco dann: „Du hast dich ziemlich
verändert in den letzen Tagen. Ich hätte nicht gedacht,
dass das so schnell möglich gewesen wäre."
Ohne zu Klopfen hastete Harry in das Büro des Schulleiters. Das einzige, was er da jedoch vorfand, war ein leerer Sessel und ein paar verärgerte Portais von ehemaligen Hogwarts-Leitern.
„Klopft die Jugend heut zu Tage etwa nicht mehr an?", raunzte ein Mann in einem der Bilder, mit einem viel zu großen Schnurbart, welcher seinen Mund vollkommen verdeckte.
Harry allerdings ging überhaupt nicht auf das Bild ein. „Wo ist Professor Dumbledore?", fragte er stattdessen.
Einige der Bilder schüttelten empört den Kopf. Der Mann
mit dem Schnurbart aber meinte spöttisch: „Siehst du hier
einen Professor Dumbledore? Nein? Dann wird er wohl nicht hier
sein?"
„Wo ist er? Ich brauche seine Hilfe!"
„Wer
braucht die nicht", meinte nun ein anderes Bild. „Junge du bist
hier nicht alleine auf der Welt. Er ist in London, dort wo er nun
dringender gebraucht wird. Deine Verhandeln um die Examensnoten
kannst du ja ein anderes Mal versuchen."
Wütend betrachtete Harry die Bilder. „Ich bin kein Schüler
und ihr seit ein bisschen zu arrogant, findet ihr nicht?", blaffte
er sie an.
Er hastete wieder aus dem Büro von Dumbledore,
jedoch nicht ohne die Tür noch mit einem lauten Knall ins
Schloss fallen zu lassen. Dann plötzlich blickte er in das
Gesicht von –
„Ron", rief Harry. Zum ersten Mal seit
ungefähr einem Jahr verspürte Harry Erleichterung beim
Anblick seines ehemals besten Freundes. Er konnte jedoch an seinem
Gesichtsausdruck erkennen, dass es bei Ron nicht unbedingt auch der
Fall war.
„Ja, Harry. Ron", erwiderte dieser nur. Er wollte an ihm
vorbei ins Büro, doch Harry hielt ihn auf, indem er ihm nicht
Platz machte.
„Dumbledore ist nicht da. Hör zu Ron, ich
brauche deine Hilfe!"
Überrascht hielt Ron inne.
„Was?"
„Ich brauche deine Hilfe!", wiederholte Harry
energisch. „Besser gesagt Malfoy braucht deine Hilfe."
„Oh,", meinte er aber nur. „dein neuer bester Freund,
was?"
Sarkasmus und vielleicht sogar ein bisschen Enttäuschung?
Harry wusste nicht ob er sich über den Sarkasmus ärgern
soll oder über die Enttäuschung in seiner Stimme glücklich
war. Das einzige was er aber wusste, dass keine Zeit für lange
Streitereien blieb.
„Malfoy ist nicht mein neuer bester Freund.
Du bist mein bester Freund!", entgegnete Harry entschlossen.
„Hermione will das wir ihm helfen, anscheinend spinnt er im
Gemeinschaftsraum etwas rum und deswegen-"
„Bitte WAS?", unterbrach Ron ihn aber.
„Hör mir doch
zu!", stieß Harry genervt hervor. „Hermione sagt, dass
Malfoy-"
„Nein, das meine ich nicht", unterbrach er ihn aber
wieder. „Ich meine das davor."
Harry überlegte was er
zuvor gesagt hatte und wusste dann, was Ron hören wollte. Ihm
war es eben aus lauter Eile und Hast so herausgerutscht, aber es
entsprach vollkommen der Wahrheit. „Malfoy ist nicht mein bester
Freund..." Harry schluckte. „Du bist mein bester Freund, Ron."
„Ich glaube ich habe meine Gefühle wieder", murmelte Hermione mit einem Lächeln. „Ich habe tatsächlich geweint. Es war so ein Gefühl, welches ich schon lange nicht mehr empfunden und wenn dann, erst recht nicht zugelassen, hatte. Ich glaube... Draco, das ist dein Verdienst."
Wieder lächelte Draco. Jedoch war es ein Lächeln, welches sie nicht von ihm erwartet hätte. Ein Lächeln, mit dem er sie vor vielen vielen Jahren immer angesehen hatte. Arrogant und Überheblich?
Draco wandte sich um. „Schade, dass er das eben nicht hören
konnte. Draco hatte gedacht das Potter dir die Gefühle
zurückgebracht hatte und war deswegen schon ganz
verletzt."
Verwirrt starrte Hermione auf seinen Rücken.
Schließlich trat sie auf ihn zu, legte ihm die Hand auf die
Schulter und fragte besorgt: „Du redest in der dritten Person,
Draco. Ist wirklich alles in Ordnung mit dir?"
Er drehte sich wieder zu Hermione. Immer noch lag das Überhebliche
in seinem Gesicht und so langsam bekam es Hermione irgendwie mit der
Angst zu tun. Die Situation zuvor musste wohl doch irgendwelche
Schäden bei ihm hinterlassen haben.
„Mir geht es gut und
auch Draco geht es bis jetzt noch wunderbar", entgegnete er. „Du
aber hast mich enttäuscht, Hermione. Ich hätte nicht von
dir erwartet, dass du mich im Stich lässt und dich so schnell
von mir abwenden würdest. Ich habe dir vertraut, meine Kleine."
„Was... was ist los mit dir Draco? Du bist so komisch... Ich
habe dich doch gar nicht im Stich gelassen."
Das Lächeln
auf Dracos Gesicht wurde breiter. „Nein, hast du auch nicht. Draco
hast du nicht im Stich gelassen. Aber mich... mich, Voldemort!"
Hermione schrie erschrocken auf, kaum das er mit dem Satz geendet
hatte. Bestürzt hastete ein paar Schritte ruckwärts und
fiel dabei über einen Gegenstand, den sie von hinten nicht
gesehen hatte, so dass sie zum zweiten Mal in diesem Tag rücklings
auf dem Boden landete. In diesem Augenblick störte es sie
allerdings kaum.
Ihr Blick haftete nur an der Gestalt Dracos, die
aber nicht Draco war. Eigentlich hätte es ihr sofort auffallen
müssen. Die Art wie er sprach, die Art wie er sie ansah und
alleine schon die Art wie er sich bewegte, hatte nichts von der
coolen Lässigkeit Dracos, sondern wirkte so alt. Es war die Art
wie Voldemort das Leben in seinem neuen Körper bestritt.
„Voldemort!", brachte Hermione mit erstickter Stimme hervor.
„Nein, das kann doch nicht sein."
„Doch, meine Schöne",
sprach er mit Dracos Stimme. „Schön zu sehen, dass du nicht
bezweifelst, dass Malfoy nicht mehr in diesem Körper lebt. Du
kennst mich so gut und trotzdem bist du nicht hinter die Idee des
Lederbandes gekommen. Wirklich enttäuschend..."
„Ich...
habe diese Möglichkeit nicht in Erwägung gezogen...",
warf Hermione sich damit selbst vor. „Du hast die Seelen durch das
Dunkle Mal getauscht. Draco befindet sich nun in deinem Körper."
„Oh, ja. In einem tiefen Schlaf. Du hast deine Hausaufgaben doch etwas gemacht, Hermione. Aber noch viel enttäuschender finde ich dein Auftreten in Hogwarts. Keine meiner Erwartungen hast und erfüllt. Wie stehe ich denn nun jetzt da? Jetzt denkt die ganze Zaubererschaft, dass meine Todesser alle nur kleine Versager sind, die man sowieso nicht ernst nehmen muss, weil sie es hinter dem Rücken des Dunklen Lords sowieso mit ihren Opfern treiben, da sie sich dummerweise in diese verliebt haben."
„Woher... woher wissen Sie das alles?"
Voldemort hob die
Hand und deutete auf das Lederband, welches um Dracos Hand haftete.
Hermione aber schüttelte den Kopf. „Nein, du kannst es nicht
durch das Band wissen. Es ist nicht dazu gedacht. Eigentlich wolltest
du Draco damit nur weismachen, dass du ihn sofort erledigen könntest,
sobald er auch nur das Geringste verrät. Ich weiß
bescheid."
Während sie so auf dem Boden lag, bekam Hermione überhaupt nicht mit, wie die Angst es so langsam geschafft hatte über ihren Körper zu regieren. Früher hätte sie in solchen Augenblick nicht einmal den Ansatz dieses Gefühles empfunden, doch nun wusste sie einfach nicht wie sie sich wehren konnte, denn die Skrupel vor einer Tat, welche andere verletzen könnte, schien nun stärker als je zuvor. Es war Dracos Körper. Sie konnte nicht angreifen und Voldemort wäre sowieso viel zu stark. Immerhin kannte sie seine Macht und wusste auch was man ausrichten konnte, wenn man auf Nichts und Niemanden Rücksicht nahm.
„Wieder hast du recht. Eigentlich sollte ich dich alleine schon
wegen deinem Wissen über die Dunkle Magie am Leben lassen. Ich
hatte selten einen Schüler, der über alles Schlechte auf
der Welt so gut bescheid wusste, wie du."
„Dann töte mich
doch. Es wird sowieso geschehen, entkommen kann ich nicht mehr...",
murmelte Hermione, es klang aber längst nicht so selbstbewusst
und mutig wie sie es beabsichtigt hatte. Auch das Zittern ihres
Körpers trug nicht gerade dazu bei, vor Voldemort den Eindruck
zu erwecken, stark zu sein.
„Nein... oh nein...", lächelte er fies. „Den Gefallen werde ich dir nicht tun, mein Schätzchen. Weißt du was ich stattdessen tun werde? Ich werde dich wieder zu dem machen, was du warst bevor Malfoy und du nach Hogwarts aufgebrochen seit. Ich werde dich wieder zu meiner Todesserin machen. Kalt, herzlos und unberechenbar. Wenn du dann wieder dieser Mensch bist, dann wirst du Malfoy töten. Schließlich überlasse ich dir den Vortritt, Hermione und gebe den Kelch der Ehere in deine Hand. Das wonach du dich immer schon gesehnt hast, wirst du nun endlich vollbringen dürfen, Potter töten."
„Nein!", schrie Hermione auf. Automatisch rückte sie
etwas von ihm weg, schaffte es aber nicht ihn aus den Augen zu
lassen. „Ich will nicht mehr dieser Mensch werden und ich will auch
Draco und Harry nichts zuleide tun. Was bist du denn, dass du dir
einfach das Recht nimmst über anderes Leben zu bestimmen?
Monster! Abscheulicher Bastard!" Die Gesichtszüge Dracos
verhärteten sich. „Du willst also nicht dankbar dafür
sein, was ich dir in dem letzten Jahr geschenkt habe?"
„Geschenkt?
Du hast mir ein Jahr meines Lebens genommen und hast mich zu einer
Mörderin werden lassen!", rief Hermione. „Wegen dir habe ich
Schuld auf mich geladen! Ich kann meine Hände nicht mehr
ansehen, ohne den Gedanken daran, dass Blut an ihnen klebt!"
„Dann wirst du dich wohl damit abfinden müssen", meinte
Voldemort kalt. Er griff in Dracos Jeanstasche und holte seinen
Zauberstab hervor. „Hermione, mit dem Dunklen Mal hast du einen
Vertrag abgeschlossen, denn du nicht mehr rückgängig machen
kannst. Die Substanz des Dunkeln Mals ist dein Blut, somit hast du
ihn mit deinem Leben unterzeichnet. Es gibt kein zurück. Ich
werde dich mir wiederholen."
Hermione wusste nicht woher sie
plötzlich den Mut gefunden hatte. Auf einmal aber war sie
aufgesprungen und hatte ebenfalls nach ihrem Zauberstab gegriffen.
Sie wollte nicht noch mehr Menschen auf dem Gewissen haben!
Ron schaffte es nicht mehr Harry länger in die Augen zu sehen. Stattdessen warf er seinen Blick auf den Boden.
„Ich hätte nie gedacht, dass du das noch zu mir sagen würdest", murmelte er dann mit drüber Stimme. „Nachdem, was ich dir in dem letzen Jahr alles angetan habe."
Harry fühlte sie gerade als würde ihm jemand erzählen, dass Schweine fliegen konnten oder die Zauberwelt nicht existierte - unheimlich verarscht.
„Was bitte?"
Ron hob den Kopf und sah ihm ins Gesicht. „Es tut mir Leid, unheimlich leid sogar. Du bist auch mein bester Freund."
Die Welt schien für ihn in diesem Augenblick zu tanzen. So ähnlich hatte er sich gefühlt, als er damals seinen ersten Kuss von Cho Chang bekommen hatte oder mit Ginny zusammen gekommen war, allerdings hatte es bis jetzt nur eine geschafft dieses Gefühl zu übertreffen, Hermione – auch wenn Ron ihr eben ziemliche Konkurrenz machte.
Ron wirkte verlegen. „Harry, bitte versteh mich nicht falsch, ich will nicht deine Freundschaft wieder, weil Hermione nun jetzt wieder zurück ist, sondern weil du mir gefehlt hast. Nachdem sie weg war, wusste ich nicht wem ich die Schuld geben sollte. So gab ich sie dir. Es musste jemanden geben, auf den ich sauer sein konnte, damit mir der Schmerz leichter fiel."
Schweigen trat ein. Harry sah, dass Ron sich in diesem Augenblick ziemlich unwohl fühlte, denn er war sich nicht klar darüber, ob er ihm verzeihen würde. Harry konnte aber nicht anders als dies zu tun. Es war ihm klar, dass es ziemlich „unmännlich" war, trotzdem jedoch schaffte er es nicht sich zurückzuhalten und umarmte Ron freundschaftlich.
„Du weißt ja gar nicht, wie froh ich über deine Worte
und vor allem darüber bin, dass wir wieder Freunde sind",
strahlte Harry.
Ron wirkte ziemlich erleichtert. „Mir geht es
doch genauso", grinste er. „Wenn Hermione..."
Als Ron
allerdings Hermiones Namen erwähnte, versteinerte sich Harrys
Gesicht. „Hermione!", rief er geschockt. „Sie braucht unsere
Hilfe."
„Wie?", fragte Ron verwirrt.
„Ich habe dir doch
eben erzählt, dass es Draco schlecht geht", erzählte er.
„Wenn wir ihn jetzt im Stich lassen, dann reißt uns Hermione
den Kopf ab."
„Wo sind sie denn?"
„Im Gemeinschaftsraum
der Ravenclaws."
TBC
