Disclaimer: Weder die Figuren, noch die darauf basierende Handlung meiner Fanfiction, gehören mir - sonst einzig und alleine nur der Plot. Die Rechte an Harry Potter liegen ganz alleine bei Joanne K. Rowling und der Lyrik mit dem Titel "Kartenhaus" bei Silbermond aus dem Album "Laut gedacht". Ich verdiene hiermit kein Geld, sondern schreibe dies zum reinen Zeitvertreib.
A/N: Dank geht an dramine.
hegdl, eure Tanya :)

Überarbeitete Version. Keine Änderungen, die den Handlungsablauf verändern - jedoch Verbesserungen in Formatierung und Wiedergabe des Textes (Dezember 2006).


Without Existence - Suche dich, dann findest du mich - Epilog (I'm Alive)

Die Sonnenstrahlen tanzten im Licht des Regenwassers. Vögel zwitscherten fröhlich frei ihre Lieder im Chor und das Summen der Bienen erfüllte die frische warme Luft. Der Himmel schien zu lachen. Er strahlte in einem schönen kräftigem Blau, welches von keiner Wolke bedeckte wurde.

Ich such nach dem was mich vergessen lässt
Dass es in meinem Leben dunkel ist
Und das die Nacht den Tag besetzt
Und mir keinen Funken Licht mehr lässt

In einem Inneren jedoch spürte ich die Wut. Wie ein Stein saß ich da, starr und regungslos. Mein Blick war auf ihren toten Körper gerichtet. Um mich herum konnte ich Menschen hören, die verzweifelt schluchzten und in ihre Taschentücher schnieften. Mir selbst wollte aber keine dieser Tränen entkommen. Ich trauerte anders, still und leise – für mich.

Mir fehlt nichts, und doch fehlt mir viel
Ich bin zu schwach um noch mal aufzustehn
Und zu stark um hier zu liegen

Sie lag da wie eine Prinzessin aus Eis. Das braune lange Haar konnte daran nichts rütteln. Ihre Haut war schneeweiß, ihre Lippen rot und ihre helles weißes Kleid schmiegte sich elegant über ihren Körper. Eine einzelne rosa Lilie hatte man ihr ins Haar gesteckt. Für mich war sie in diesem Augenblick so schön wie noch nie zuvor.

Jetzt bin ich aufgewacht
Halt das Licht in meinen Händen
Hab schon nicht mehr dran gedacht
Dass sich das Blatt noch mal wendet

Sie war immer schön. Ich mochte nur daran denken, als ich sie in meinen Armen hielt, mit meinen Lippen jeden Zentimeter ihres Körpers berührt hatte oder ich ihr sagte, dass ich sie liebte. Obwohl sie in diesem Augenblick geschwollene Augen hatte und wirklich ziemlich fertig wirkte, war sie für mich doch schön gewesen.
Mir selbst hatte sie aber nie gesagt, dass sie auch Liebe für mich empfunden hatte. Ich wusste, dass die Worte, sobald sie über ihre Lippen waren, nur eine Lüge gewesen wären. Sie hatte mich geliebt, mehr jedoch für ihn empfunden.

Du hast mein Leben neu gemacht
Steckst mich an mit deiner Kraft
Du machst alles so lebenswert
Ich will mich nicht dagegen wehrn

Mein Blick glitt hinüber zu dem schwarzhaarigen Mann neben mir. Seine grünen Augen sahen wie leblose Saphire auf ihren toten Körper. Mir kam es so vor, als sei das Licht in seinen Augen diesem Augenblick erloschen, als der gleißende grelle Strahl des Todes sie getroffen hatte. Er würde nicht über ihren Tod hinwegkommen.

Du hast eine Kerze aufgestellt
Bringst das Licht in meine Welt
Machst mein Leben zum Kartenhaus
Auf dir aufgebaut

Auch mir bereitete es viel Schmerz sie so liegen zu sehen, jedoch verband uns beide etwas, worüber ich wusste, dass ich nicht traurig sein konnte. Die Zeit, die wir gemeinsam hatten, und die Tatsache, dass ich alleine durch sie wieder in mein Leben zurückgefunden hatte. Sie hatte mir gezeigt, wie man liebte und wie es sich anfühlte, für das Gute zu kämpfen, obwohl sie selbst anfangs nichts davon in sich getragen hatte.

Wie jedes Wort eine Stimme braucht
Wie der Mond in jede Nacht eintaucht
Wie jede Wahrheit ihr Angesicht
Genauso brauch ich dich

Alleine ihr hatte ich es zu verdanken, dass ich noch existierte und mein Leben lebte, darum war ich letztendlich auch nicht sonderlich betrübt darüber, dass sie ihm mehr Liebe geschenkt hatte als mir. Würde es jedoch eine Möglichkeit geben sie wieder zurück zu holen, würde ich selbst bis ans Ende der Welt reisen und nach den Sternen greifen um dies zu vollbringen.

Du bist der Wind und trägst mich hoch
Und ich weiß du kannst mich fliegen sehn
Und auch mit einem Wort zum Absturz zwingen

Ich wusste es aber besser. Der Tod war eine Pforte, die kein Lebender überschreiten und auch kein Toter wieder zurücktreten konnte. Es war das Ende vom Anfang und der Anfang vom Ende. Es war eine Welt, in der sie glücklicher sein konnte, als sie es hier gewesen war. Dafür beneidete ich sie sogar...

Bin wieder aufgewacht
Mit der Dunkelheit in meinen Händen
Das hätt ich nie gedacht
Dass sich das Blatt wieder wendet

Feiner Staub fiel über ihren Körper. Er glitzerte strahlend und bedeckte sie sanft. Sofort begann sie in einem hellen Licht zu leuchten. Voller Wärme und Kraft strahle es auf mich ein. Genauso wie das Gefühl, dass sie früher immer verbreitet hatte, wenn man in ihre Nähe kam. Dann auf einmal verschwand ihr Körper. Zurück blieb ein Stein aus Glas, auf dem ihr Name prangte.

Du hast mein Leben ausgemacht
Und dir nichts dabei gedacht
Du warst der Sinn und der Lebenswert
Und jetzt ist all das nichts mehr wert

Etwas in meinem Inneren schloss sich zusammen, mein Schmerz kroch mir die Kehle hoch. Tränen aber glitten nicht über meine Wangen. Ich spürte sie. Hier tief in mir. Sie war da. In dieser Welt musste sie jedoch jetzt Abschied nehmen...

Du löschst meine Kerze einfach aus
Weil du sie nicht mehr brauchst
Machst mein Leben zum Kartenhaus
Und ziehst die unterste Karte raus

Leb wohl, Hermione Jean Granger...


In memories of Joseph


Ende

by Tanya C. Silver (Februar - August 2006)