Kapitel 1: Ein kleines Mädchen namens Nymphadora
Ted, ein Mann Anfang dreißig und seine Frau Andromeda saßen auf einer Bank vor ihrem Haus. Die Frühlingssonne schien auf sie hinab und es war für diese Zeit recht warm.
Er hatte den Arm um sie gelegt und blickte selig zu dem kleinen Mädchen, das lachend auf der Wiese auf und ab rannte.
Andromeda hatte ihren Kopf an seine Schulter gelehnt. Sie genoss diese Ruhe!
„Nymphadora!", schrie sie, als sie sah, wie ihre Tochter auf einen Baum zu rannte, bei dem die Wurzeln aus dem Boden ragten. „Pass auf!"
Doch wie es hatte passieren müssen, blieb ihr Fuß hängen und sie viel vornüber hin. Zuerst registrierte sie nicht, doch als der erste Schock überwunden war, begann sie zu weinen.
Andromeda war bereits auf ihren Beinen und rannte auf sie zu. „Alles in Ordnung, mein Schatz?", fragte sie das schluchzende Mädchen und hob es auf.
„Mama", hörte sie nur und Nymphadora hatte ihren Kopf im T-Shirt ihrer Mutter vergraben. „Aua!"
„Wo tut es dir denn weh?", fragte Andromeda, während sie mit der Kleinen zur Bank ging.
„Da", sagte Nymphadora und zeigte auf ihr Knie, welches ein wenig aufgeschürft war.
Andromeda hauchte ihr einen Kuss auf die Wunde. „Wird bald wieder besser", meinte sie.
Bei solchen Lappalien hielt sie es nicht für angemessen, dass sie zauberte, denn ihre Tochter sollte nicht nur mit Zauberei aufwachsen und denken, dass alles durch Magie geheilt, beseitigt oder verbessert werden konnte. Auch nahm sie Rücksicht auf ihren Mann, der nicht zaubern konnte und versuchte ein so normales Leben wie möglich zu führen.
Ihre Familie hatte sie verstoßen, als sie Ted geheiratet hatte. Es war ihrem Stand nicht gemäß, doch Andromeda störte sich nicht daran und folgte ihrem Herzen.
Als sie länger darüber nachdachte viel ihr auf, dass jeder, der in ihrer Familie ein Herz hatte, verstoßen wurde. So war es auch bei ihrem Cousin gewesen. Er hatte sich offiziell gegen seine Familie gestellt. Dadurch hatte er sich auch viele Feinde gemacht. Wieso hatte er das nur getan? Er hatte doch gewusst was auf ihn zukommen würde. Dass sie ihn suchen und foltern würden, bis er endlich auf ihre Seite wechselte und eine Marionette der dunklen Seite wurde, ein wahrer Erbe der Familie Black. Doch Sirius hatte andere Pläne, was Andromeda schon immer an ihm bewundert hatte.
„Ich glaube, da ist jemand müde", meinte Ted warm und Andromedas Blick wanderte zu dem kleinen Bündel, dessen Haare sich jetzt alle Augenblicke veränderte. Nymphadoras Haarfarbe änderte sich immer, wenn sie sich entspannte.
Manchmal wussten ihre Eltern nicht einmal was ihre natürliche Haarfarbe war, aber wenn sie sich ehrlich waren, war es auch gut so, denn sie sah ihrer leiblichen Mutter einfach nur zu ähnlich.
Ein wehleidiger Ausdruck zeichnete sich auf Andromedas Gesicht ab. Sie selbst konnte leider keine Kinder bekommen und Ted hatte es so akzeptiert wie es war. Als dann dieses kleine Bündel plötzlich auf ihrer Türschwelle lag, konnten sie ihr Glück kaum fassen. Doch ihr Herz zog sich zusammen und klopfte extrem schnell, als sie las, welches Kind das war.
Den Grund, weshalb sie dieses Kind weggeben haben, konnte sie sich denken, aber sicher war sie sich nicht – sie wollte es einfach nicht glauben, dass Eltern ihr eigenes Kind einfach weggaben. Aber da sie ihre eigenen Eltern kannte, wie sie ihre Töchter behandelt hatten, dann wunderte sie es nicht mehr.
Sie konnte ihre Schwester nicht leiden, aber sie konnte das kleine Mädchen doch nicht einfach erfrieren lassen und es nicht nehmen, nur weil sie die Tochter von solchen Menschen war. Lange hatte sie sich mit Ted darüber erhalten und sie waren sich zu einem Schluss gekommen: Man kann niemand auf Grund seiner Eltern beurteilen! Jeder ist sein eigener Mensch und verdient die Möglichkeit es zu zeigen, es zu beweisen!
Es war gerade einmal ein paar Monate her, als Nymphadora zu ihr gebracht wurde und sie hatte sie so lieb gewonnen, wie ihre eigene Tochter. Ted merkte ihr an, alleine an ihrem Wesen, dass sie sich jetzt wohl fühlte – in dieser Rolle als Mutter!
Doch auch Ted musste sich eingestehen, dass das Leben sich geändert hatte, als sie das kleine Ding bei sich aufgenommen hatten. Genau wie seine Frau, hatte er das Kleine lieb gewonnen und konnte sich kein Leben mehr ohne diesen Wirbelwind vorstellen.
Wie sie da so in ihrem Bettchen lag, wirkte sie wie ein kleiner Engel, den kein Wässerchen trüben konnte. Aber ein Schmunzeln stahl sich doch auf Teds und Andromedas Lippen, als sie ihrer Tochter beim Schlafen zusahen. Ihre Haare wurden grün, dann weiß, dann grelles pink … und Nymphadora konnte diese Gabe, die sie erhalten hatte, noch nicht kontrollieren, aber Ted und Andromeda würden ihr so gut dabei helfen, wie es ihnen nur möglich war.
Ein paar Minuten standen sie noch da, als sie schließlich das Zimmer verließen und einen Spalt offen ließen.
„Weißt du, ich denke langsam schon wirklich, dass sie mein eigenes Kind ist", meinte Andromeda wehmütig, als sie sich und Ted ein Glas Wein einschenkte.
Ted zog eine Augenbraue hoch. „Sie ist unser Kind", meinte er, während sich seine Frau zu ihm auf die Couch setzte und an dem Wein nippte, den sie zu ihm schweben gelassen hatte. „Der ist wirklich köstlich."
Andromeda lächelte leicht.
„Diese Menschen …", begann er und Andromeda wusste, dass er von Nymphadoras leiblichen Eltern sprach. „… mögen zwar ihre leiblichen Eltern sein, doch wir ziehen sie auf, geben ihr Liebe. Wir zeigen ihr was gut und böse ist, lehren sie das, was wir wissen und opfern unsere Zeit gerne, dass wir bei ihr sein können. Wir ziehen sie wirklich so auf, wie unser eigenes Kind. Ihr leiblichen Eltern haben keinen Anspruch auf sie, da sie sie einfach ‚abgeschoben' haben, als sei sie wertlos, Müll, einfach nur ein Besitz. Wir akzeptieren sie so wie sie ist und das solltest du nie vergessen." Er strich ihr mit einer Hand über die Wange. Diese Geste jagte Andromeda einen Schauer über den Rücken und sie schloss die Augen. „Wir werden mehr Eltern sein, als es andere je sein würden. Du verurteilst sie nicht einmal wer sie ist. Verstehst du worauf ich hinaus will?"
Sie nickte leicht und hörte, dass Ted sein Glas auf den Tisch stellte.
Langsam öffnete sie ihre Augen und blickte in Teds warmen, braunen Augen. Er legte seine rechte Hand auf ihre Wange und zog langsam ihr Gesicht zu sich. Als er ihr Lippen liebevoll berührte, schloss Andromeda die Augen und gab sich diesem schönen Gefühl einfach
