TITEL: Wechselbälger
ORIGINAL-FANFIC: http / canadian-haruka . livejournal . com / tag / changechildren
AUTHOR: Haruka (mailto:harukaeastlink.ca)
KATEGORIE: AU, Humor, Crack
RATING: T bis M
DISCLAIMER: Prince of Tennis gehört Konomi Takeshi.
AUTORNOTIZEN: Alternatives Universum, in dem die Autorin schamlos Ideen aus verschiedenen Medienquellen geliehen/abgewandelt hat, und sogar die eine oder andere eigene dazwischen geworfen hat. Falls hier irgend etwas Canon sein sollte, ist das wahrscheinlich ein Versehen. In späteren Kapiteln wird Prügelstrafe vorkommen. Yaoi-Warnung.
ARCHIV: ffnet
Diese fanfic steht auf Wunsch der Autorin nicht für andere Archive zur Verfügung!
Mit freundlicher Genehmigung von Haruka übersetzt von: MilenaLupin
Kleines Japanisch-Glossar:
Shônen – ‚Junge', typische Anrede Nanjirohs für seinen Sohn
- Teil 6 -
Im Speisezimmer summte es nur so vor hektischer Betriebsamkeit, als die Jungen sich alle zum Abendessen versammelt hatten. Atobe hatte es geschafft, seinen Vater zu kontaktieren und eiligst eine Küchenbelegschaft bereitstellen zu lassen, aber es war dennoch notwendig, dass man sich selbst den Teller zum Tisch holte.
Die Sitzplätze waren nicht zugewiesen, also verteilten sich die Jungs überall und wanderten gelegentlich umher, auch wenn sich die Erwachsenen an ihren eigenen Tisch hielten. Nanjiroh wunderte sich über den Geräuschpegel, woraufhin ihm die anderen nur trockene ‚Wie, warst wohl länger nicht in Mittelstufencafeterias, hm?' - Blicke zuwarfen.
Fuji Syuusuke tippte seinem Bruder auf die Schulter. „Yuuta, magst du mit mir zusammen essen?"
Bevor der jüngere Fuji-Bruder antworten konnte, erklang eine Stimme, die Syuusuke nicht unbekannt war. „Er wird mit mir zusammen essen – wir haben Angelegenheiten zu besprechen."
Syuusuke wandte sich Mizuki Hajime zu, der ihn triumphierend anstrahlte.
„Seit wann hast du denn irgendwelche Fähigkeiten?", fragte Syuusuke.
„Seit letzter Nacht", erwiderte Mizuki. „Und ich hatte über dieses Haus von Yuuta-kun gehört, der mir, ganz nebenbei, auch alles über DEINE Fähigkeit erzählt hat, also würde ich es dir danken, wenn du mit diesen babyblauen da in eine andere Richtung schielst."
Syuusuke verengte die Augen. „Ich kann meiner Kraft widerstehen – sogar wenn ich dich ansehe. Glaub mir, das Letzte was ich will ist, dass DU mir hinterherläufst."
Mizuki schnippte mit den Finger. „Ach, natürlich! Du hättest viel lieber Kawamura Takashi an dieser Stelle, nicht wahr?" Er legte Yuuta den Arm um die Schultern und steuerte ihn von dannen. „Und wenn du uns jetzt entschuldigen würdest – mein ZIMMERGENOSSE und ich sind grad beschäftigt."
Syuusuke fiel die Kinnlade herunter, während er ihnen nachsah und Yuuta ihm einen hilflosen Blick zurück zuwarf.
„Fujiko?"
Beim Klang von Kawamuras Stimme hinter ihm fuhr Syuusuke zusammen. „Taka-san!", keuchte er, erschreckt bei dem Gedanken, dass der andere Junge gehört hätte, wie Mizuki ihn erwähnte. „Wie lange stehst du schon da?"
„Ich bin grad erst gekommen. Ich sah Mizuki bei dir, und dachte, du könntest vielleicht eine Intervention gebrauchen." Kawamura rieb sich den Hinterkopf und sah ein wenig verlegen drein. „Aber ich schätze, ich kam zu spät."
Syuusuke lächelte erleichtert. „Nein, Taka-san. Du kamst gerade rechtzeitig. Komm schon, lass uns einen Platz suchen und essen."
Kajimoto Takahisa beobachtete, wie Mizuki mit Yuuta davonzog. „Ich frag mich, wann Mizuki hier aufgetaucht ist."
Tanaka Youhei schaute hoch und folgte seinem Blick. „Hey, richtig, bei dem Meeting war er nicht, oder?"
„Nein, aber das war Fuji Yuuta auch nicht", wies sein Zwilling Kouhei auf Mizukis Nebenmann hin. „Ich schätze, es entwickeln immer noch Leute erst ihre Fähigkeiten."
„Wie ist das eigentlich mit Tachibana als Zimmergenossen?", wandte Youhei sich an seinen Teamkapitän. „Kommt ihr miteinander aus?"
„Er ist ganz nett. Ein bisschen ernsthaft, aber ich schätze, davon kann ich mich selbst nicht immer freisprechen. Wenigstens stört er einen nicht, wie manche von den anderen, die ich durch die Türen ein paar Zimmer weiter hören kann." Er schüttelte den Kopf. „Ich weiß echt nicht, was die sich bei gewissen Zimmervergaben gedacht haben."
„Ich bin nur froh, dass sie Youhei und mich in Ruhe gelassen haben!", erklärte Kouhei, hielt dann aber inne. „Obwohl es bestimmt interessant gewesen wäre, mit jemanden so sexy wie Oshitari Yuushi zusammen zu wohnen…"
„Oder Tezuka!", stimmte Youhei zu.
„Ich frage mich, wer wohl mit Mizuki geendet ist", meinte Takahisa mehr zu sich selbst als zu den anderen, aber deren scharfe Ohren hatten es trotzdem wahrgenommen.
„Wer außer Yuuta würde ihn wohl NEHMEN?", antworteten die Zwillinge im Chor.
Takahisa antwortete nicht. Seine lila Blick konzentrierte sich ganz auf den schwarzhaarigen Manager von St.-Rudolph, der so nah an Yuuta dran saß, wie er konnte, ohne ihm gleich in den Schoß zu kriechen.
„Hey, Atobe, meine Milch wird warm – kannste sie mal wieder für mich kaltmachen?"
Hyouteis Kapitän warf seinem Doppelspieler einen strafenden Blick zu. „Bin ich jetzt deine persönliche Kühlvorrichtung, Shishido? Ich mach keine Mätzchen auf Kommando."
„Shishido-san, du könntest wenigstens ‚bitte' sagen", schlug Choutarou vor.
Shishido rollte die Augen. „Okay, sorry. Würdest du sie bitte wieder kalt machen, Buchou? Ich hasse warme Milch."
Atobe streckte die hand aus und Shishido reichte ihm das Glas rüber. Der wohlhabende Drittklässler versuchte sich darauf zu konzentrieren, nur gerade so viel seiner Kraft einzusetzen, um die Flüssigkeit kälter werden zu lassen, aber sofort begann sich Frost an der Außenseite des Glases zu bilden. „Verflixt, das war wahrscheinlich zuviel." Er schaute die Milch an. „Jetzt schwimmen Milchwürfel drin, tut mir leid."
„Ist schon okay, wenigstens ist sie jetzt richtig kalt." Shishido nahm das Glas wieder an sich und nippte daran. „Danke!"
„Immer wenn ich gerade denke, dass ich diese Kraft in den Griff kriege, passiert so was wie das eben", knurrte Atobe.
„Mach dir deswegen keinen Kopf, Atobe", erklärte Yuushi ihm. „Das ist nicht wie beim Tennis, wo du entweder mit dem Talent auf die Welt kommst, oder eben nicht. Diese Kräfte haben wir ganz plötzlich aufgedrückt bekommen, und jetzt müssen wir alle schleunigst die Erfahrung nachholen."
„Wie läuft es mit deiner Fähigkeit, Yuushi-senpai?", fragte Choutarou. „Entwickelst du bessere Kontrolle?"
„Mir setzt nur meine eigene Fantasie Grenzen, Choutarou", erwiderte Yuushi. Er spreizte seine Hände über dem Tisch aus, und plötzlich stand ein komplettes Bankett vor ihnen, einschließlich einem riesigen gebratenem Truthahn und Kerzenlichtes.
„Sieht gut genug zum Reinhauen aus!", rief Shishido und grabschte nach dem Truthahn, stieß dabei aber Yuushis Arm an. Die Illusion löste sich in Nichts auf.
„Das scheint meine Archilles-Ferse zu sein", seufzte Yuushi. „Ich kann die Illusion nicht aufrechterhalten, wenn mich jemand berührt."
„Es ist aber trotzdem eine echt coole Fähigkeit", erklärte Shishido. „Du kannst jeden glauben lassen, dass er irgendwas sieht…"
„Wo wir gerade von ‚glauben, was man sieht', sprechen – redet Ibu Shinshi da drüben mit seiner Gabel?", fragte Choutarou, und die anderen Hyoutei-Spieler drehten sich, um hinüber zu schauen.
„Ja, es scheint wohl so, als täte er das", erwiderte Atobe.
„Nicht nur das, aber die Gabel hat gerade zur Antwort GENICKT!", quietschte Gakuto. „Iiieh, ist das gruselig!!"
„Unbewegliche Objekte animieren? Das ist echt seltsam", stellte Shishido fest.
„Dann ist es eine passende Fähigkeit für Ibu-kun", bemerkte Atobe. Er entdeckte Mizuki und runzelte die Stirn. „Aber was tut Mizuki hier? Hat der jetzt auch Fähigkeiten?"
„Muss er wohl", meinte Choutarou.
Shishido schüttelte den Kopf. „Der bloße Gedanke macht einem Angst."
„Das dürfte aber interessant werden", betonte Atobe. „Seht mal die Blicke, die er von Fuji Syuusuke kriegt… Scheint wohl so, als ob die beiden immer noch wegen der Vorherrschaft über Yuuta-kun im Clinch liegen."
Gakuto schnaubte. „Yuuta sollte sich ein Rückgrat wachsen lassen, und BEIDE von dannen jagen!"
„Aber dann hätten wir doch nicht den Spaß beim Zusehen, Gakuto", lächelte Yuushi wissend.
„Vorsichtig, vorsichtig", Momoshiro legte seine Gabel nieder und nahm sein Milchglas in die Hand.
„Hast du immer noch Probleme, dich an deine eigene Stärke zu erinnern, Momo-sempai?", fragte Ryoma.
„Na ja, ich hab vorhin Kamios Bett kaputt gebrochen", gab er zu. „Also schätze ich, komm ich wohl noch nicht zu gut zurecht, wie ich dachte, gar nicht so gut."
„Zu diesem Zeitpunkt glaube ich, dass wir alle erst im Begriff sind, erste Fortschritte zu machen, wenn es um die Kontrolle unserer Kräfte geht", bemerkte Inui. „Und es ist schon mal gut, dass bisher noch niemand versehentlich ernsthaft verletzt wurde."
„Oder absichtlich", ergänzte Kaidoh.
„Ja, es scheint wohl so, als wären manche Leute nicht abgeneigt, ihre Kräfte gegen andere einzusetzen", stimmte Inui zu und warf einen verstohlenen Blick zu den Hyoutei-Spielern hinüber.
„Wenigstens war es ein interner Streit", kommentierte Oishi. „Bisher hat es noch keine Konflikte zwischen Schulen gegeben."
„Das ist nicht so ganz richtig, Oishi-fukubuchou", entgegnete Kawamura leise und warf Fuji einen besorgten Blick zu. Der Tensai war ausreichend abgelenkt, dass er nicht einmal merkte, wie die Konversation an seinem Tisch stockte, bis Oishi ihn am Arm berührte.
„Was?", zuckte er zusammen und sah alle Blicke auf sich gerichtet. „War ich weggetreten? Tut mir Leid."
„Ist mit Mizuki vorhin was passiert?", fragte Oishi. „Du hast ihn gerade angestarrt."
„Hab ich das? Na ja, er sitzt bei Yuuta, und ich schätze, es ist wohl kein Geheimnis, dass ich ihm nicht traue." Er seufzte. „Sie sind auch noch Zimmergenossen, denke ich."
„Aber in St.-Rudolph waren sie doch auch Zimmergenossen, nicht wahr?", fragte Momoshiro.
„Möglich, ich hab nie gefragt", erwiderte Fuji und biss halbherzig in sein Essen. „Wenigstens musste ich sie in St.-Rudolph nie zusammen sehen."
Drüben an der anderen Seite des Raumes machte sich Mizuki einen Spaß daraus, Fuji hinter Yuutas Rücken zuzuwinken.
„Ich versteh das Problem, nya", meinte Eiji, ergänzte dann aber fröhlich: „Hey, weißt du was? Du könntest wahrscheinlich deine Kraft einsetzen, um ihn zu überzeugen, Yuuta in Ruhe zu lassen--"
„Eiji!", verwarnten ihn Tezuka und Oishi beide scharf. Der Akrobat wand sich.
„War ja nur so ein Gedanke..."
Kawamura studierte Fujis Reaktion auf das Wortgefecht. Dem schönen Gesicht seines Klassenkameraden anzusehen, dass dieser Eijis Idee selbst schon in Betracht gezogen hatte, verstärkte seine Sorgen nur noch mehr.
Ryoma ging nach dem Abendessen zurück in sein Zimmer und sammelte seinen Schläger auf. Er war daran gewöhnt, abends mit seinem Vater Tennis zu spielen, und fragte sich nun, ob sie das hier wohl weiter tun würden. Es war allerdings nicht das Einzige, worüber er sich Gedanken machte.
„Hey, Shônen!"
Der Zwölfjährige schaute zur Tür hinüber und sah seinen Vater dort, den eigenen Schläger in der Hand. „Worauf wartest du?", fragte Nanjiroh.
„Ich bin fertig", Ryoma zog seine Kappe runter und ging auf ihn zu. „Ich muss dich was fragen," meinte er, klang aber, als würde er das immer noch lieber nicht tun. „Was ist mit Karupin?"
„Was soll sein mit deiner Katze?"
„Wenn ich lange Zeit hier bin, wird er mich vermissen. Ich will ihn herholen."
„Darüber solltest du lieber noch mal nachdenken", kommentierte Nanjiroh. „Die Katze ist zu Hause sicherer aufgehoben. Hier, wo diese ganzen Kinder mit ihren unkontrollierten Kräften um sich werfen, könnte er ins Kreuzfeuer geraten."
Ryoma runzelte die Stirn. „Das könnte ich auch, aber mich lässt du hier bleiben."
„Tja nun, du warst auch nicht so teuer wie die Katze." Nanjiroh lehnte sich an den Türrahmen. „Sicher, dass du überhaupt hier bleiben willst? Nur weil deine Teamkameraden hier sind –"
„Ich bleibe."
Ryoma hielt seinem Blick stand. Sein Vater gluckste.
„So felsenfest überzeugt, dass du hier bleiben willst, he?" Er zuckte die Achseln. „Die Sache mit der Katze ist sowieso nicht in unseren Händen. Atobes Eltern wollen hier im Hause neben euch Kindern keine Tiere – er darf selbst nicht einmal seinen Hund mitbringen."
Sein Sohn zog eine Schnute und ging um ihn herum in den Flur. „Lass uns zum Court gehen."
Als die beiden den Flur hinunter gingen, sah Ryoma Mizuki aus seinem Zimmer kommen und an ihnen vorbeigehen, um dann Fujis Zimmer zu betreten. Ryoma stockte kurz, um zu sehen, ob sein Teamkollege dort drin war, aber es sah so aus, als seien weder Fuji noch Eiji in der Nähe. Was also hatte Mizuki in ihrem Zimmer zu suchen?
„Wo starrst du denn hin?", fragte Nanjiroh und griff seinen Sohn an der Schulter, um ihn fort zu ziehen. Ryoma warf einen verstohlenen Blick zurück, hielt aber seine Klappe.
Oishi war sich nicht sicher, wieso er so nervös war, zumal er sich ziemlich sicher war, dass er nichts angestellt hatte. Aber trotzdem war es schwierig, nicht ein gewisses Maß an Unruhe zu spüren, wenn man zu einem Meeting von dreien der Erwachsenen zitiert wurde, die praktisch gegenwärtig seine Erziehungsberechtigten waren.
Sein Klopfen an der Lehrerzimmertür wurde von Ryuzaki-sensei beantwortet, die ihn herein rief.
Es war das erste Mal, dass er diesen speziellen Raum betrat, und er musste schon zugeben, er war eindrucksvoll, wie auch der Rest des Anwesens. Er konnte sich leicht vorstellen, wie ein Dutzend große Tiere dort wichtige Geschäftsessen einnahmen, während sie ihre nächsten Multi-Millionen-Dollar-Geschäfte besprachen.
„Oishi, wir müssen dich um einen Gefallen bitten", erklärte ihm Ryuzaki-sensei. „Aber erst wollen wir ein bisschen mehr über deine Fähigkeit wissen, und wie die wirkt."
„Na ja, genau genommen", druckste Oishi mit verlegenem Gesichtsausdruck, „bin ich mir selbst nicht direkt SICHER, wie das funktioniert, oder ob das Ganze nicht nur ein Zufall war. Die einzige Demonstration, die ich bisher gesehen habe und die zeigt, was ich DENKE, was es ist, war als Kaidoh von seiner eigenen Fähigkeit quasi überladen worden ist, und als ich ihm sagte, er solle aufhören, hat er aufgehört – einfach so."
„Aber es kam später wieder zurück", fragte Hanamura-san nach. „Bei der Besprechung."
„Ja, aber das war erst ungefähr eine Stunde später."
„Ich glaube nicht, dass so etwas Zufall sein könnte, Oishi-kun", erklärte Sakaki-san ernsthaft. „Ich würde sagen, du hast definitiv die Fähigkeit, die Kräfte der anderen zeitweise zu annullieren. Allerdings", fügte er hinzu, „wird es wohl zu unser aller Bestem sein, wenn wir diese Theorie noch einmal testen, bevor wir weiter machen."
„In Ordnung", sagte Oishi unsicher. Er war sich nicht einmal mehr sicher, wie er genau getan haben sollte, was er angeblich getan hatte. „Wie wollen Sie das testen?"
„Das ist doch offensichtlich, oder nicht?", erklärte Ryuzaki-sensei ihm mit schelmischem Funkeln in den Augen. „Wir brauchen einen ‚Freiwilligen' aus dem Publikum."
Ende von Teil 6
(2006)
