Kapitel 5 Wherever You Will Go

(Hermione)

Heute war der 1. September. Heute sollte ich an Board des Hogwarts Express sein, auf meinem Weg um das 6. Jahr an der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei zu beginnen. Doch war ich dort? Oh, nein, war ich nicht. Ich beendete meine 5. Schultag an einer Schule die ich absolut verabscheute.

Kit hatte mir von der Ramsey Preparatory Academy erzählt, aber ich glaube nicht dass sie dem gerecht geworden war. Alles was sie gesagt hatte, es war viel schlimmer, als ich es mir je vorgestellt hatte. Die Klassen, die Schüler und die Lehrer waren all ein Alptraum. Natürlich, half es nicht, dass sie ich den ganzen Tag mit einem mürrischen Ausdruck auf meinem Gesicht herumlief. Mein Vater sagte, es würde der Sache nicht helfen, wenn ich mich drauf festlegt die Schule zu hassen, auf die ich ging. Das war seine Antwort gewesen, als ich ihm erzählte wie sehr ich die Schule hasste.

Ich würde meinem Vater das angedeihen. Er hatte die Entscheidung getroffen und er würde dabei bleiben, ungeachtet dessen, wie unglücklich oder schlecht ich mich fühlte. Ich wünschte sie hätten zumindest bis zum meinem Abschlussjahr in Hogwarts gewartet, um das durch zu ziehen, weil ich dann zumindest wissen würde, wie man appariert. Wenn ich jetzt wüsste, wie man es tut, würde ich zurück nach London apparieren so schnell wie ich nur könnte.

Die Sache die mich durchhalten lies, war die Erinnerung an Harrys unerwarteten Telefonanruf. Worte konnten nicht ausdrücken, wie glücklich mich dieses drei Minuten Gespräch gemacht hatte. Zu wissen, dass er mich vermisste ...nun, es half mir. Zum einen stärkte es meine Entschlossenheit einen Weg zu finden um mich aus diesem Durcheinander zu bringen. Zum anderen, erleichterte es meinen Gemüt über seinen Zustand. Ich hatte mir wirklich Sorgen um ihn gemacht in diesen paar vergangenen Monaten.

Der Schultag hier war völlig anderes als in Hogwarts. Zum einen waren die Unterrichtsfächer das vollkommene Gegenteil des Hogwarts Lehrplans. Ich begann meinen Tag mit etwas namens „Tagesraum" (?) – hier wurde die Anwesenheit geprüft und Durchsagen und Mitteilungen gemacht. Dann folgte der erste formale Unterricht – Biologie. Danach hatte ich amerikanische Literatur, Latein, Computer, dann Mittagessen. Der Tag wurde mit dem Unterricht in fortgeschrittene Mathematik und Sportunterricht abgeschlossen.

Zum ersten mal in meinem Leben in einem Klassenzimmer, zollte ich dem Lehrer keine Aufmerksamkeit. Ich saß da an meinem Tisch, kritzelte oder schrieb Nachrichtigen. Ich gebe zu, dass alles war sehr witzlos, besonders die Nachrichten die ich schrieb. Es war nicht so, als ob ich sie jemanden schicken könnte.

Im Vergleich zu mir, gediehen meine Eltern in ihrem neuen Leben. Sie fanden einen Büroraum in der Stadtgegend und waren geschäftig dabei es herzurichten. Die beiden passten sich gut an, was mich ohne Ende nervte.
Diese Feindseligkeit zwischen uns war ungewohnt. Ich hatte nie vorher ein Problem mit meinen Eltern gehabt. Jetzt lief ich die ganze Zeit wütend umher, hauptsächlich auf sie und die Situation. Ich mochte die Person nicht, die ich geworden war und ich wusste meine Eltern mochten sie auch nicht.

Der einzige erfreuliche Moment an meinem Schultag war, wenn schließlich um 14.35 die Glocke läutete. Ein weiteres Ende von einem weiteren schrecklichen Tag in Ramsey. Ich fragte mich, was Ron und Harry taten. Sie waren jetzt seit ein paar Stunden zurück in Hogwarts. Wahrscheinlich genossen sie das Fest in der Großen Halle.

Ich sollte dort sein, ich wollt schreien. Ich sollte dort sein und beobachten, wie Ron seinen Mund mit soviel Essen voll stopfte, wie er konnte. Ich sollte dort sein und sehen wie Harry lachte wie ich meine Augen rollte, darüber was für ein Schwein Ron war. Ich sollte dort sein, und Harry und Ron zu ermahnen während der Auswahlzeremonie aufzupassen. Ich sollte es sein, die die Erstklässler auf ihrem ersten Weg durch Hogwarts in empfang nahm und in die richtige Richtung führte. Doch ich war es nicht. Es sah nicht so aus, als ob ich es je wieder sein würde.

(Harry)

Kurz nach neun beendeten wir schließlich das Fest in der Großen Halle. Ich war müde, aber ich fühlte mich nicht, als ob ich schlafen könnte. Ron, der den Erstklässlern zeigen musste, wo sie hin mussten, hatte mir Gute Nacht gesagt, als ich in zurück in Richtung Gryffindor Turm lief, und Dean und Seamus folgte. Wir beide wollten mit Dumbledore resen, aber er hatte die Große Halle abrupt verlassen nachdem er seine abschließenden Worte an die Schüler gesprochen hatte.

Doch ich wußte, wenn ich nicht heute Abend mit ihm sprechen konnte, würde ich nicht schlafen können. Vielleicht hatte er ein paar Antworten, warum Hermines Eltern das getan hatten.

Dieser ganze Tag war schwierig gewesen. Den ganzen Tag schien etwas weg sein, etwas schien zu fehlen. Wir alle wussten, was es war. Ihr Abwesenheit sprach Bände.

Die Zugfahrt zurück nach Hogwarts war so, wie ich es erwartet hatte. Ron war gegangen um sich mit den anderen Vertrauensschülern zu treffen. An Hermines Stelle war Lavender Brown zur Vetrauensschülerin ernannt worden.

Ginny und ich fanden ein Abteil nahe in der Mitte des Zugs und bald waren Neville Longbottom, Dean Thomas, Seamus Finnegan und Luna Lovegood bei uns. Dean und Neville spielten Snape explodiert, während Seamus zusah und Beleidigungen hin und her rief in dem Versuch Dean und Neville durcheinander zu bringen. Luna und Ginny diskutierten etwas über ihren Unterrichtsplan und ich, nun ich blickte aus dem Fenster und beobachtete die Landschaft, die vorbei zog.

Als Ron wenige Minuten später zu ins Abteil kam, strahlte Luna und begann ihn anzustarren, als ob er das fantastischste wäre, was sie je gesehen hatte. Dennoch sprach sie nicht mit ihm. Ginny und ich erfassten das sofort und tauschten einen Blick, als wir Ron beobachteten der das alles nicht bemerkte.

Die Dinge liefen eigentlich ziemlich gut, oder so gut wie erwartet. Ron hatte sie gerade hingesetzt und verhalf sich selbst zu einer handvoll Kürbisspasteten, als der Augenblick geschah, denn wir alle befürchteten. Draco Malfoy schlenderte in das Abteil, wie immer gefolgt von Crabbe und Goyle.

„Hey, Potter", sagte er und blickte in meine Richtung. „Ich habe ein Gerücht gehört und ich wollte sehen, ob du es mir bestätigen kannst."

„Kann ich", sagte ich. „Ja du bist der weltgrößte Trottel. Es wurde gerade heute bestätigt."

Alle kicherten, natürlich außere Malfoy, Crabbe und Goyle.

„Sehr lustig, Potter", sagte er und trug einen finsteren Blick. "Das war nicht das Gerücht, über das ich geredet habe. Ich habe gehört, dass das Schlammblut mit dem du rumgerannt bist, aus der Schule geworfen wurde."

„Sie wurde nicht rausgeworfen", sagte Ginny hitzig. „Sie wurde von ihren Eltern von der Schule genommen, musst du wissen."

„Bleib ruhig, Rote", sage Malfoy und musterte Ginny. „Sei nicht so aufgebracht. Es spielt wirklich keine Rolle. Solange sie weg ist, bin ich glücklich."

„Sie wird zurückkommen", sagte ich entschlossen. „Du kannst darauf zählen."

"Oh, wie rührend", sagte Malfoy. „Weasley, hast du gewußt, dass Potter auch das Schlammblut mag? Du bist nicht der einzige der Glotzaugen kriegt, wenn sie da ist. Ihr beide solltet besser wissen, sie ist es nicht wert Zeit zu verschwenden."

Wir beide, Ron und ich umrundeten Malfoy sofort. Wir beide griffen nach unseren Zauberstäben und richteten sie auf Malfoy. Dann schritten Crabbe und Gyole voran um uns beide zu greifen, Ron und ich versuchten uns zurückzuhalten.

In all dem Durcheinander hörten wir ein lautes „PETRIFICUS TOTALUS!", und beobachten, wie die drei Slyhterins mit einem Schlag zu Boden fielen. Wir drehten uns alle um und sahen Luna, die ihren Zauberstab wegsteckte und irgendwie schüchtern lächelte.

„Tut mir leid", sagte sie und lächelte Ron an. „Ich konnte nicht weiter hier stehen und ihnen zuhören. Ich mag sie wirklich nicht sehr."

„Kein Problem", sagte Ron und lächelte soweit ich weiß, das erstemal an.

„Gern geschehen", sagte Luna und strahlte ihn an.

So, jetzt war ich hier, auf dem Weg zu Dumledores Büro. Auf dem halben Weg dort hin, kam mir in den Sinn, dass ich keine Ahnung hatte wie das Passwort lautete und würde zweifellos auf seine Rückkehr warten müssen.
Glücklicherweise musste ich nicht zu lang warten, als Dumbledore innerhalb weniger Minuten der Flur entlang kam. Er lächelte wissend als er mich sah und nickte.

„Harry", sagte er. „Ich habe erwartet von dir oder Mr. Weasley bald zu hören."

„Ja, Professor", sagte ich. „Ich wollte sie etwas fragen."

„In Ordnung", sagte er. „Lass uns hoch im mein Büro gehen."

Ich beobachtete, wie er das Passwort murmelte und der Eingang zu seinem Büro öffnete sich. Wir liefen die Wendeltreppe schweigend hinauf auf der wir sein Büro erreichten, ich setzte mich auf einen der Stuhle, direkt ihm gegenüber.

„Also, das hat zweifellos mit Miss Granger zu tun, habe ich recht?", sagte Dumbledore und spähte mich über seine halb-möndförmigen Brillengläser hinweg an.

„Ja, Sir", sagte ich. „Können sie mir bitte sagen, warum Hermines Eltern sie von der Schule genommen haben? Wie konnte sie sie aus der Schule lassen? Ich meine sie ist wahrscheinlich die tüchtigste und klügste Person hie. Wir brauchen sie hier."

„Ich stimme dir zu, Harry", sagte Dumbledore. „Aber weißt du, sie sind ihre Eltern. Sie haben das letzte Wort, wo ihre Tochter ihre Ausbildung bekommen soll. Du weißt, dass einige Eltern ihre Bedenken über die Sicherheit dieses Schlosses geäußert haben. Ich haben ihnen gesagt, dass wir für den besten Schutz gesorgt haben, der möglich ist. Einige der Eltern waren jedoch nicht leicht damit zu befriedigen, befürchte ich. Hermines Eltern haben Angst. Sie ist ihre einzige Tochter, ihr einziges Kind. Sie wollen sie schützen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich mit ihrer Entscheidung nicht einverstanden bin, aber ich respektiere es, wenn sie meinen, dass sie im besten Interesse für ihre Tochter handeln."

„Aber das tun sie nicht!", rief ich. „Können sie das nicht sehen? Sie ist nicht glücklich, wo sie ist! Wir brauchen sie hier bei uns! Nicht weit weg eingesperrt in einer Muggel Schule!"

„Ich verstehe", begann Dumbledore, aber ich unterbrach ihn.

„Ich glaube nicht, dass sie das tun", sagte ich hitzig. „Die eine Sache auf die ich mich immer verlassen konnte, ganz gleich wie schlecht die Dinge für mich standen, war, dass meine Freunde immer für mich da waren. Ron und Hermine bedeuten für mich alles. Nachdem was letztes Jahr passiert ist und sie mir von der Prophezeiung erzählt haben, kann ich das nicht brauchen. Ich weiß, dass klingt selbstsüchtig, Sir, aber ich will sie hier bei uns. Sie gehört hier zu uns!"

„Harry", sagte Dumbledore wieder. „Ich habe eine Menge Schüler durch diese Hallen gehen sehen. Ich habe gesehen, wie Freundschaften geschlossen und gebrochen wurden. Ich habe Freundschaften gesehen von denen ich wusste, dass sie Prüfungen stand halten würden. Das Band, dass ihr drei habt ist ein besonders. Es basiert auf Treue, Loyalität und Mut. Wegen all dieser Dinge kamt ihr ins Gryffindor Haus. Du musst an diesem Band festhalten. Ich weiß es scheint eine verzweifelte, hoffnungslose Situation zu sein, aber wenn du vertraust und an dieser Treue festhältst, werden die Dinge am Ende gut laufen."

Ich konnte nur nicken. Er fuhr fort.

„Sie braucht dich mehr den je, Harry", sagte er. „Ich weiß du bist jetzt aufgebracht, aber lass ihnen Zeit. Ich glaube, dass ihre Eltern hinter ihre Angst blicken werden und wissen wo ihre Tochter hingehört."

„Das ist ihre Antwort?", fragte ich in ungläubig. „Sie haben immer gesagt, dass wir zu ihnen kommen können, wenn wir Hilfe brauchen oder wenn wir Fragen haben."

„Das kannst du Harry", sagte Dumbledore ruhig. „Du magst vielleicht nicht die Antworten, die ich dir gebe, aber du kannst zu mir kommen wann immer du ein Problem oder eine Frage hast."

Ich saß eine Weile da und starrte ihn nur an. Vielleicht wartete ich drauf, dass er mir eine Art Weisheit gab, die ich nutzen konnte um Hermine aus dieser Situation zu holen. Vielleicht wartete ich darauf, dass er mit etwas sagte, irgendetwas auf das ich aufbauen konnte. Ich weiß wirklich nicht, was ich wollte, dass er mir sagte, aber ich wusste dass ich nicht hören wollte, dass ich die Entscheidung ihrer Eltern respektieren solle, dem ganzen Zeit lassen solle und auf das Beste hoffen.

"Vielleicht solltest du zurück in deinen Turm gehen, Harry", sagte Dumbledore. „Es ist ziemlich spät und du hast reichlich Unterricht morgen."

Ich nickte und lief die Treppen hinunter in den Flur, meine Ungläubigkeit wuchs mit jeder Stufe. Als ich zurück in den Gemeinschaftsraum kam, war ich nicht überrascht zu sehen, dass er menschenleer war. Soweit ich mich erinnern kann, was es jetzt fast Mitternacht. Ich war dabei die Treppe zum Jungenschlafsaal hinaufzusteigen, als ich ein Schnarchen auf der Couch hörte. Es war Ron.

Ich lief zu ihm hinüber, ich stupste ihn an die Schulter und er wachte überrascht auf.

„Wie spät ist es?", fragte er mich taumlig und setzte sich auf der Couch auf. Ich nahm in geringem Abstand von ihm platz und Blickte in das Feuer, welches das einzige Licht im Gemeinschaftsraum verbreitete.

„Fast Mitternacht", sagte ich.

„Hast du Dumbledore gesehen?", fragte er.

Ich nickte.

„Und?" sagte Ron ungeduldig und rieb sich die Augen.

„Nichts", sagte ich. „Er sagte, wir sollen die Entscheidung ihrer Eltern respektieren und dem ganzen Zeit geben. Die gleiche alte Geschichte, die wir jetzt seit Wochen von jedem Erwachsenen und Autoritätsperson die wir kennen, gehört haben."

"Lässt einen glauben, dass sie alle zusammen stecken und mit dieser standartisierten Antwort kommen, wann immer jemand sie danach fragt", sagte Ron. „Ich frage mich, wie es ihr geht."

Ich war still. Ich hatte Ron nichts über meinen Telefonanruf mit Hermine gesagt. Ich weiß nicht, warum ich das nicht getan habe. Ich sagte mir selbst, dass es war weil Tonks sagte wir sollten es für uns behalten. Doch irgendwie wusste ich, dass das nicht die ganze Wahrheit war. Tonks wusste, dass Ron mein bester Freund war und dass auch er Hermines bester Freund war. Er hatte genauso viel Recht zu erfahren, wie es ihr ging, wie ich. Doch, es war ich, dem Tonks das Telefon gegeben hatte.

"Ich denke, sie ist okay", sagte ich diplomatisch. „Ich meine, sie ist Hermine. Sie passt sich an."

„Ja, aber das muss furchtbar für sie sein", sagte Ron. „Weißt du ich würde verrückt werden, wenn meine Eltern mir so etwas antun würden."

„Ja", sagte ich und blickte weiter ins Feuer.

„Wir gehen besser hoch", sagte Ron und unterdrückte ein gähnen. „Wir müssen morgen früh raus." Er stand von der Couch auf und begann zur Treppe zu laufen, er drehte sich um und sah mich noch immer auf der Couch sitzen und ausdruckslos ins Feuer starren. „Kommst du, Harry?"

„In einer Minute", sagte ich. „Geh schon mal vor."

Er nickte und lief die Treppen hinauf. Ich war alleine.

Während ich ins Feuer starrte, gingen mir zwei Gedanken durch den Kopf. Ich fühlte mich schuldig, weil ich Ron nichts über das Gespräch mit Hermine am Telefon gesagt hatte und ich wollte verzweifelt einen Weg finden um sie zu sehen. Es musste etwas geben, was ich tun konnte.

Dann hatte ich eine Idee. Es war so einfach. Ich konnte nicht glauben, dass ich nicht vorher daran gedacht hatte. Ich trotzte der Tatsache, dass ich erschöpft war und ich wusste ich würde morgen dafür bezahlen, aber es kümmerte mich nicht. Rasch machte ich mich auf den Weg durch das Portraitloch und hoch in die Eulerei. Das konnte nicht warten.