Kapitel 9 We Belong

(Hermione)

"Miss Granger?"

Meine Englischlehrerin, Mrs. Talley, rief mich auf. Ich hörte sie, aber ich antwortete nicht. Ich war zu beschäftigt damit, in meinem Notizbuch herum zu kritzeln.

„Miss Granger?", fragte sie wieder ungeduldig.

„Ja, Ma´am", sagte ich und blickte widerwillig von meinem Notizbuch auf.

„Gut, danke, dass sie mir endlich antworten", sagte Mrs. Talley. „Was ich sie gefragt habe war, ob sie die zugeteilten Kapitel gelesen haben?"

„Nein", sagte ich, blickte auf meinen Tisch hinab und sah ihr nicht in die Augen.

„Sie haben keine der Arbeiten vollendet, seit das Schuljahr angefangen hat", sagte Mrs. Talley. „Sie sind in Gefahr in dieser Klasse durchzufallen und wir haben noch nicht mal das halbe Schuljahr hinter uns. Ist es das, was sie wollen?"

„Nein", sagte ich. Ich konnte die Augen der gesamten Klasse auf mir spüren.

„Nun dann, denke ich sollten sie gehen und ihren Berufsberater sehen", sagte sie. „Sammeln sie ihre Sachen ein. Es ist eine Verschwendung meiner Zeit und eine komplette Unhöflichkeit gegenüber ihren Mitschülern, wenn sie sich nicht einmal bemühen, ihre Arbeiten zu vollenden."

Ich nickte mürrisch, sammelte rasch meine Bücher ein und stopfte sie in meinen Rucksack. Mrs. Talley sah mich wütend an, als ich aufstand und zur Tür lief. Als ich die Tür hinter mir schloss, hörte ich, wie sie die Stunde wieder fortsetzte.

Wieder staunte ich, wie ich mich in so kurzer Zeit so sehr verändert hatte. Mein altes ich, wäre die erste gewesen, die sich im Unterricht gemeldet hätte, diejenige die, die Aufgaben lass, wenn kein anderer es getan hatte. Mehr als das, ich war diejenige die mehr las, als die Klasse musste. Ich würde an den Worten aller Lehrer hängen und wie der Teufel Notizen machen.

Diese Tage waren vorbei. Mein neues ich passte nicht auf. Machte keine Notizen. Es war kaum da. Ich kam zu dem Glauben, dass diese Schule ein Ort war der mich dazu zwang acht Stunden am Tag dazusein, um meine Eltern zu beschwichtigen. Es wäre vielleicht nicht so schlimm gewesen, wenn sie mir zumindest erlaubt hätten auf eine Amerikanische Zauberschule zu gehen, doch nein sie wollten mich weit von all dem weg halten, was ich kannte und liebte.

Harrys Besuch hatte meiner Seele Mut gemacht, aber die Tage vergingen, mein Herz brannte darauf, ihn wiederzusehen. Es war fast zwei Wochen her, seit das passiert war. Ich hatte keine Ahnung, ob er erwischt worden war. Ich hatte keine Ahnung, ob etwas mit Voldemort passiert war. Ich hatte die ganze Zeit keine Ahnung. Das war es, was mich umbrachte.

Als ich schließlich die Tür zum Büro des Berufsberaters erreicht, klopfte ich und eine Stimme hinter der Tür rief mich herein.

Ich hatte sie bisher nur einmal getroffen, als ich den Unterricht begann. Sie schien nett genug. Sie war in den dreißigern. Sie hatte einen kurzen schwarzen elfenartigen Haarschnitt und heute trug sie ein weißes Top mit einem grauen Rock.

„Ah, Hermine Granger", sagte Ms. Reynolds, ich trat ein. Sie deutete mir an Platz zu nehmen und ich tat es. „Was führt sie zu mir? Sollten sie nicht in Englisch sein?"

Ich nickte. „Mrs. Talley hat mich hergeschickt, weil ich meine Arbeit nicht gemacht habe."

„Sie hat etwas Unruhe über sie erwähnt", sagte Ms. Reynolds. „Sie sagte sie, dass sie keine Arbeiten abgeben, sie beteiligen sich nicht an Diskussionen und sie passen im Unterricht nicht auf."

"Sie hat recht", sagte ich.

„So ist der Bericht von ihren meisten Lehrern", sagte sie. „Gibt es etwas worüber sie reden wollen? Haben sie zuhause Probleme?"

"Ich wüßte nicht", sagte ich.

Sie blickte mich verwirrt an. „Sie wüssten nicht, ob sie zuhause Probleme haben?"

"Das ist richtig", sagte ich aufsässig.

„Ich fürchte, ich verstehe nicht", sagte sie.

„Das ist nicht mein Zuhause", sagte ich. „Mein Zuhause ist tausend Meilen weit weg. Das ist nicht meine Schule. Meine Schule ist tausend Meilen weit weg. Also, wenn es Probleme Zuhause gibt, wüsste ich nicht davon, weil ich nicht dort bin, oder?"

Sie blickte mich eine Weile an und versuchte zu begreifen, was ich gesagt hatte.

"Ich verstehe, wie schwer es sein kann, von einem Ort wegzuziehen an dem man sich sicher fühlt, zu einem neuen Umfeld wo man nicht weiß..."

Ich unterbrach sie. „Sie können unmöglich verstehen, was ich durchmache. Ich bin es so leid, dass jeder sagt er würde es verstehen. Wenn sie es täten, wäre das nicht passiert. Ich war vollkommen glücklich wo ich war, wissen sie? Niemand hat mich gefragt, ob ich das wollte. Sie haben es einfach getan. Als ich fragte, sagten sie mir, sie hätten es für mich getan. Können sie das glauben? Sie taten das für mich? Was haben sie erwartet, dass ich ihnen dafür danken würde, dass sie mich von meinen einzigen Freunden fortgeholt haben, die ich je hatte? Ihnen danke, dafür das sie mich von dem Ort weggeholt haben, der mein zweites Zuhause geworden ist? Mich zu einer Zeit weggeholt haben, als ich am meisten gebraucht wurde? Verstehen sie das? Weil, wenn sie es tun, würde ich es wirklich gerne von ihnen erklärt bekommen, weil ich es nicht verstehe."

Ich wusste, ich schweifte weit aus, doch jedes Gefühl, dass ich Wochen zurückgehalten hatte, kam an die Oberfläche. Als ich einmal angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören.
„Haben sie das ihren Eltern erzählt?", fragte sie mich behutsam.

„Sie wollten mir nicht zuhören", sagte ich mürrisch. Ich legte mein Gesicht in meine Hände. „Sie wollen nichts hören, was ich sage. Alles was ich will ist zurück nach Hause, aber sie wollen mich nicht lassen."

„Warum sind deine Eltern hier hergezogen, Hermine?", fragte sie.

„Nun, sie sagten sie wollen mich schützen."

„Dich schützen vor was? Deine Akten besagen, dass du eine Einser-Schülerin in deiner letzten Schule warst. Die Empfehlungsbriefe, beschreiben dich alle als eine kluge, clevere, wohlgesittete junge Frau."

„Es ist eine lange Geschichte", sagte ich. „Meine Eltern mochten meine Schule nicht."

„Nun, was war ihr Problem damit?"

Das war ein berechtigte Frage, wenn es denn eine gab. Ich konnte dieser Frau jetzt nicht sehr gut die Wahrheit erzählen, oder? Ich hatte das Gefühl, dass wenn ich es täte würde sie für Hermine Granger die geschlossene Anstalt vorschlagen.

„Das müssen sie sie fragen", sagte ich.

„Ich denke, das werde ich", sagte sie.

Ich lächelte. Offensichtlich hörten meine Eltern mir nicht zu. Vielleicht würden sie Ms. Reynolds zuhören. Sie war eine gebildete Frau. Wenn sie ihnen erzählte, wie unglücklich ich hier und jetzt war und das es einfach nicht funktioniert, vielleicht half es etwas. Es war einen Versuch wert und offen gesagt hatte ich keinen mehr.

(Harry)

Es gab wichtigere Dinge, als Zauberschach mit Ron zu spielen. Ich hatte eine Menge Hausaufgaben die mit jedem Tag anzusteigen schienen. Zusätzlich zu meinen Okklumenetik Stunden mit Snape, musste ich zwei Aufsätze für Professor Binns, drei Rollen Pergament für McGongall schreiben und für den Test bei Professor Sprout morgen in Kräuterkunde lernen.

Ron war so schlecht dran wie ich. Wir beide hatten die Kunst des Aufschiebens auf einen neuen Level gebracht. Wenn uns Hermine jetzt sehen könnte, würde sie über uns zwei die Augen rollen.

Wir hatten gute Vorsätze, als wir unsere Bücher, Pergament und Federn an einem Tisch im Gemeinschaftsraum nach dem Abendessen ausbreiteten. Wir entschieden, dass heute der Abend war, an dem wir alles aufholen wollten. Das hatte für eine Stunde funktioniert, bevor Ron, der über seinen Zaubertrank Hausaufgaben zunehmend unruhig wurde, mich fragte ob ich mir eine Partie Zauberschach vorstellen könne. Wir versprachen einander, dass wir nur eine Stunde lang spielen würden und dann unsere Studien fortsetzten würden. Das war fast zwei Stunden zuvor gewesen. Der Gemeinschaftsraum begann sich langsam zu leeren. Nur noch eine handvoll Schüler war da, inklusive mir und Ron.

„Harry?"

"Hmmm?", sagte ich. Ich hatte mich auf die Ellenbogen gestützt und mein Kinn ruhte in meinen Händen, während ich wartete, dass Ron seinen nächsten Zug machte.

"Dein Zug Kumpel", sagte er.

„Nein", sagte ich und unterdrückte ein gähnen. „Du bist dran."

„Ich bin schon gegangen", sagte er. „Schau, ich hab gerade deinen Bauern geschlagen."

Ich blickte auf das Schachbrett.

"Oh", sagte ich. „Wirklich, Ron können wir das morgen fertig machen? Ich bin hundemüde."

„Ich auch", sagte er.

„So viel zum nachholen", sagte ich und stand vom Stuhl auf. Ron tat dasselbe und wir liefen zum Tisch hinüber, wo unsere Sachen lagen. Als wir begannen alles einzusammeln, ließ Ron sich auf einen der Stühle sinken.

"Was ist los?", fragte ich.

„Nichts", sagte er düster.

„Nun, offensichtlich ist etwas", sagte ich.

"Ich hab über Hermine nachgedacht", sagte er. „Ich glaube wir haben sie als selbstverständlich angenommen, weißt du?"

Ich nickte.

„Wenn sie uns jetzt sehen könnte", begann Ron.

„Wäre sie empört von uns", endete ich.

„Ja", sagte Ron, ein abwesender Ausdruck trat auf sein Gesicht. „Denkst du wirklich, dass sie okay ist?"

„Ich weiß nicht", sagte ich und wich seinem Blick auf. „Ich hoffe es."

„Wir haben nicht viel über sie geredet, du und ich", sagte Ron. „Warum?"

„Vielleicht haben wir Angst davor, dass wenn wir darüber reden, es irgendwie alles real erscheint."

"Ja", sagte Ron. „Kann ich dir etwas sagen, Harry?"

„Sicher", sagte ich. „Schieß los."

Er blickte auf den Tisch und dann aus dem Fenster. Ich konnte mir nicht vorstellen, was ihn so nervös machte.

„Es ist ziemlich schwer darüber zu reden", sagte er. "Ich habe das nie wirklich jemanden gesagt. Fred und George haben mich die ganze Zeit damit geneckt, aber ich hab immer gesagte, sie sollen sich verziehen, wann immer sie es sagten."

„Schütte dein Herz aus, Kumpel", sagte ich und setzte mich ihm gegenüber.

Er blickte sich im Zimmer um, als ob er sicher gehen wollte, das niemand unsere Unterhaltung hören konnte. Es machte mich nervös, ihn nur anzusehen.

„Okay", sagte er. „Nun, tatsächlich habe ich seit langem eine Art..."

„Was?", fragte ich ungeduldig, als seine Stimme erstarb.

"Nun, erinnerst du dich, als Hermine während unsere 4. Jahres begann sich mit Krum zu treffen? Ich war wirklich angeekelt von dieser ganzen Sache. Ich dachte es wäre, weil ich wütend war, dass sie mit jemanden sprach mit dem du konkuriertest, aber je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr bemerkte ich, das es mehr als das war."

"Was versuchst du zu sagen, Ron?"

„Ich habe etwas, eine Art von, du weißt, ich mag Hermine", sagt er.

"Nun, das hoffe ich, ich meine sie ist unsere Freundin", sagte und fing wieder an, meine Sachen einzusammeln.

„Nein", sagte Ron und schüttelte den Kopf. „Du versteht mich nicht, Harry. Ich mag-mag Hermine. Du weißt schon, die Art, wie du Cho Chang letztes Jahr gemocht hast?"

Ich erstarrte. Ich konnte mir nicht vorstellen, warum mich diese Neuigkeit schockierte. Ich hatte den Verdacht schon gehabt. Es direkt aus erster Hand zu hören, was etwas ganz anderes. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich wusste nicht, was ich dafür empfinden sollte. Ich fühlte mich einfach betäubt.

„Sag etwas", sagte Ron.

„Äh...", war alles was ich sagte.

„Komm schon, Harry", sagte Ron. „Du musst es gewusst haben. Ich meine, sie und ich..."

„Ihr habt euch wie Hund und Katze gestritten", sagte ich. „Ich habt euch die ganze Zeit gestritten."

"Ja", sagte er. „Ich weiß, es macht keinen Sinn, aber vielleicht haben wir so gestritten, um unsere Gefühle zu verdecken."

Ich sah ihn mit offenem Mund an.

„Ich weiß", sagte er. „Das ist ziemlich schwer. Ich konnte es selber nicht glauben, aber ich sag es dir, Harry. Wenn sie zurück kommt, werde ich keine Zeit mehr damit verschwenden drumrum zu reden. Ich werde ihr sagen, was ich fühle."

Ich nickte.

„Nun", sagte Ron gähnend. „Ich werde jetzt nach oben gehen. Kommst du?"

„Uh, in einer Minute", sagte ich.

„Okay", sagte er und lief zur Treppe. Bevor der die Stufen hochstieg, drehte er sich um und sagte zu mir mit einem Lächeln. „Du hast keine Ahnung wie gut es tut, es endlich rauszulassen. Danke fürs zuhören, Harry."

Ich murmelte: „Jederzeit", als ich beobachtete, wie er hoch ging.

Vor wenigen Minuten hatte ich mich total erschöpft gefühlte. Jetzt, war ich so angespannt, dass ich wusste, ich würde nicht sobald schlafen können. Lang saß auf dem Stuhl. Plötzlich wusste ich, was ich tun musste.

Sobald ich Hagrids Tür erreicht hatte, schlüpfte ich unter dem Tarnumhang meines Vaters hervor. Ich legte ihn über meine Schulter, klopfte an Hagrids Tür und betete, dass er nicht bereits schlief oder gar weg war.

Einige Augenblicke später, kam er zur Tür, gekleidet in den riesigsten blau-grau karierten Pyjama, den ich je gesehen hatte. Auf seinem Kopf trug er eine Nachtmütze.

„Harry", sagte er und öffnete die Tür. „Warum bist du so spät hier?"

Ich schob mich an ihm vorbei, was nicht leicht war, doch er schloss die Tür hinter mir. Ich setzte mich auf einen seiner großen Stühle und ich spürte, wie Erinnerungen in mir aufleuchteten, an Zeiten in denen wir alle drei hier saßen und Hagrid besucht hatten.

„Bist du in Ordnung?", fragte er mich. „Willst du einen Tee?"

Ich schüttelte den Kopf. "Es tut mir leid, dass ich so spät hier herkomme, Hargrid, aber ich konnte nicht schlafen."

Hagrid setzte sich auf einen der anderen Stühle, was viel besser zu ihm passte, als zu mir.

„In Ordnung", sagte er. „Was ist das Problem?"

„Wo soll ich anfangen", sagte ich launisch. „Es ist alles, aber am meisten ist es Ron. Es ist Hermine. Es sind Ron und Hermine zusammen. Ich meine, kannst du dir zwei Leute vorstellen, die weniger zusammen passen, als die beiden."

„Wovon redest du, Harry?", sagte Hagrid. „Was ist das mit Ron und Hermine?"

„Das ist es, was ich gerne wissen möchte", sagte ich, stand von meinem Stuhl auf und lief vor Hagrid auf und ab. „Die beiden haben mich wahnsinnig gemacht mit ihren Streitereien und Zankereien querbeet über die dümmsten Dinge, aber ganz plötzlich gesteht mir Ron, dass er diese Gefühle für Hermine hat. Kannst du das glauben? Ich meine, ich hatte immer die Ahnung, dass er etwas für sie empfand, aber ich hatte keine Ahnung, dass es das war."

Hagrid starrte mich einfach an, als ich weiterhin vor ihm auf und ab lief. Wenn ich mich nicht irrte, hörte ich wie er hin und wieder ein kichern unterdrückte, als ich mit meiner Tirade fortfuhr.

„Du denkst doch nicht, dass sie auf diese Art für ihn empfindet, oder? Ich meine, ich glaube nicht, dass sie es tut, aber dann wieder gibt es Zeiten, da verstehe ich die Mädchen nicht. Warum lachst du?"

Hagrid versuchte ein ernstes Gesicht zu machen. "Tut mir leid, Harry. Ich denke du weißt warum ich lache."

„Nein, tu ich nicht", sagte ich. „Offen gesagt, fängt es an mich wütend zu machen, Hagrid."

„Ich will dich nicht wütend machen", sagte er. „Setzt dich, du fängst an mich nervös zu machen. Ich kann nicht mit dir reden, wenn du so aufgeregt wie jetzt bist."

Ich tat, wie er mir sagte und Hagrid blickte mich lange an, bevor er fortfuhr.

„Ich hab dich viel beobachtet, seit du hier hergekommen bist", fing er an. „Ihr drei wart wie meine eigene Familie. Es hat mir das Herz gebrochen, als ich hörte, was mit Hermine passiert ist. Wirklich."

„Hagrid", sagte ich ungeduldig.

Er fuhr fort.

„Hermine ist ein besonderes Mädchen. Ich rede nicht nur davon, wie klug sie ist. Sie ist ein großartiges Mädchen und ich wusste, es war nur eine Frage der Zeit, bis ihr zwei Dummköpfe es selber herausfindet. Du weißt, was der wahre Grund ist, dass du so verwirrt von dem was dir Ron erzählt hat, oder?"

„Nein", sagte ich.

„Doch du weißt es", sagt er. "Es ist weil du auf dieselbe Art für Hermine empfindest, wie Ron es tut, vielleicht sogar noch mehr."

"Nein, tue ich nicht", sagte ich und sah von Hagrid weg. „Sie ist meine beste Freundin."

„So", sagte Hagrid. „Die beste Partnerschaft beginnt mit Freundschaft. Ich kenne da eine spezielle."

„Wen?", fragte ich interessiert.

„Deine Mum und dein Dad", sagte ich.

„Was ich gesehen habe, dachte meine Mutter, dass mein Dad ein riesiger Idiot war, als sie hier zur Schule gingen", sagte ich nicht überzeugt.

„Du kennst nicht die ganze Geschichte", sagte Hagrid. „Sobald deine Dad über seine Arroganz hinweg war, waren deine Mum und er sich so nah, wie man nur sein kann. Du hast kaum den einen ohne den anderen gesehen. Erinnert mich an ein anderes Paar Gryffindors, das ich kenne."

„Ja, Hagrid, aber ich kann doch nicht auf diese Weise für Hermine empfinden! Sie ist meine Freundin."

„Wen versuchst du zu überzeugen, Harry? Mich oder dich selbst?", fragte er mich.

„Ich versuche niemanden zu überzeugen", sagte ich zornig.

„Nun, frag dich das selber", sagte er. "Warum macht dir das alles so zu schaffen, wenn sie nur deine Freundin ist?"

„Was?"

"Nun, wenn sie nur deine Freundin ist", sagte er. "Warum bist du so bestürzt zu hören, dass Ron sie mag? Wenn sie nur deine Freundin ist, solltest du dich freuen, dass deine beiden besten Freunde einander mögen, oder?"

Darauf hatte ich keine Antwort. Hagrid blickte mich mit einem "Ich-hab-es-dir-gesagt" Gesichtsausdruck an.

„Ich sollte wahrscheinlich zurück zum Schloss gehen", sagte ich, stand vom Stuhl auf und nahm meinen Umhang.

„In Ordnung", sagte Hagrid und folgte mir zur Tür.

„Denk darüber nach, was ich gesagt habe", sagte er, als er die Tür hinter mir schloss.

Er hatte keine Ahnung, wie mich das, was er gesagt hatte in den nächsten paar Tagen verfolgen würde.