Anmerkung: In diesem Kapitel waren ursprünglich Auszüge aus einem Song mit drin. Da die Rechtslage bei solchen Sachen etwas heikel ist, hab die Stellen jedoch lieber weggelassen.
Kapitel 11 „Yellow"
Hermines Enthusiasmus war ansteckend, als sie ihn die Bürgersteige hinunter in die Innenstadt von Atlanta führte. Wir nahmen den Bus in ihrer Nachbarschaft und ich konnte nicht anders, als in Ehrfurcht auf die großen Gebäude und die Menge Leute zu starren, die die Bürgersteige ausfüllten. Als wir so entlang liefen, zeigte sie auf verschiedene Sehenswürdigkeiten und Geschäfte.
„Ich glaube du hast deine Berufung verfehlt", sagte ich staunend zu ihr.
„Was ist meine Berufung?", fragte sie interessiert.
„Ich glaube du solltest eine Fremdenführerin sein oder so was. Du bist in deinem Element. Dein Talent verkümmert wie bei einem Schüler."
Sie lachte. „Nun, ich behalte das in meinem Kopf, wenn wir wieder eine Karriere Beratung haben."
„Weißt du, du hast nie wirklich gesagt, was du machen willst, wenn du die Schule beendet hast?", fragte ich sie als sie mich einen weiteren überfüllten Bürgersteig hinunter führte. „Ich meine, du sagtest du wolltest etwas bedeutendes tun, aber du hast es nie wirklich gesagt."
„Nun, um dir die Wahrheit zu sagen, ich weiß es wirklich nicht", sagte sie nachdenklich.
„Wirklich?", sagte ich verblüfft. „Ich denke nicht, die je so was sagen gehört zu haben."
„Es ist tatsächlich auf eine Art erschreckend, oder? Ich meine, darüber nachzudenken, was man für den Rest seines Lebens zu wird. Ich meine, sobald du diese Entscheidung gemacht hast, scheint es als ob alles was du tust, jede Wahl die du triffst, das einbezieht. Es ist wahrscheinlich die größte Entscheidung, die du je machen wirst", sagte sie grübelnd.
„Wie machst du das?", fragte ich sie.
„Wie mache ich was?", sagte sie und drehte mir ihr Gesicht zu.
„Wie weißt du genau, wie ich fühle?", sagte ich und starrte sie an, als ob ich sie das erste mal sehen würde.
„Es ist eine Gabe", sagte sie und lächelte mich frech an. „Jetzt komm, ich verhungere."
Ich stand einen Augenblick da und lachte sie an, bevor ich ihr in die kleine Pizzeria folgte.
"Harry, du wirst es lieben, ich verspreche es", sagte sie. „Es ist es allemal wert hier zu sein."
Wir bestellten zwei Pizzas – Hermine bestellte Pepperoni und Pilze für sich selbst und ich wählte Pepperoni und grüne Paprika. Schweigend warteten wir auf unsere Bestellung und nahmen dann unser Tablett mit Pizza und Soda zu einem Tisch neben dem Fenster.
Sie sah mich an und ich lächelte nervös.
„Was?", fragte ich sie.
„Das ist so schön", sagte sie. „Ich glaube das ist die schönste Zeit, die ich hatte, seit ich hier bin."
„Geht mir auch so", sagte ich und lächelte sie an.
Während wir aßen, konnte ich nicht anders als dieses „Date" mit meinem Date mit Cho letztes Jahr zu vergleichen. Während die Dinge mit Cho peinlich und irgendwie unbequem gewesen waren, war ich vollkommen ungezwungen mit Hermine. Ich vermute, dass das der Tatsache zuzuschreiben war, das wir so lange Freunde waren, aber es war auch noch etwas anderes. Unterbewusst wusste ich genau, was es war, doch ich glaubte nicht, das ich bereit war das voll vor mir selbst zuzugeben.
Als wir aßen tauschten wir uns über jeweiliges Schulleben aus. Sie fragte nach Ron und Hagrid und war begeistert zu hören, dass Lupin wieder Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste war. Sie blickte sehnsüchtig drein, als ich erzählt was alles vor sich ging. Ich konnte sehen, wie Tränen in ihre Augen traten.
„Ich hasse es das zu tun", sagte sie. "Ich weine in letzter Zeit bei jeder Kleinigkeit."
„Nun, du hast eine Menge durchgemacht", sagte ich hilfreich.
„So wie du", sagte sie und erwiderte meinen Blick. Wir starrten einander für einige Sekunden an, die sehr viel länger erschienen.
„Also...ähm, wie geht es deinen Eltern?", fragte ich sie und versuchte zu verstecken, wie nervös mich ihr Blick machte."
„Okay", sagte sie. „Oh, Harry! Ich hab vergessen es dir zu erzählen. Es gibt vielleicht Hoffnung für uns."
Ich blickte zu ihr auf und schluckte schwer. Sie bemerkte es und sprach rasch weiter.
„Ich meine Hoffnung für mich, zurück nach Hogwarts zu kommen", sagte sie. „Meine Eltern haben mit meiner Berufsberaterin man Montag ein Treffen. Sie ist eine nette Dame, Ms. Reynolds. Jedenfalls, glaubt sie nicht, dass ich in Ramsey glücklich bin und sie wird mit meinen Eltern reden und ich glaube sie hat ihnen etwas zu sagen. Ich weiß es klingt nicht nach viel, aber es ist etwas, oder?"
„Ja", sagte ich glücklich. „Ich hoffe es funktioniert. Du weißt, dass ich vor meinem Abschluss stehe, ich brauche dich, um mich jede Stufe des Weges anzutreiben."
„Nun, ich hab dir diesen Hausaufgabenplaner geschenkt", sagte sie. „Du hast ihn benutzt, oder?"
„Dieses Ding ist böse, Hermine", sagte ich kichernd." Es beleidigt mich jedes mal, wenn ich es öffne. Es sagt einige grobe Sachen."
„Ich vermute es hält dich vom aufschieben auf, Harry", sagte sie spottend-ernst.
„Es deprimiert mich", sagte ich. „Ich denke ich sollte vielleicht mit Onkel Vernon und Tante Petunia reden, ihre Stimmen darauf aufzunehmen."
Ihr Lächeln verschwand. „Weißt du, du hast nie viel darüber geredet."
„Was meinst du?", fragte ich sie.
„Dein Leben mit deiner Tante, deinem Onkel und deinem Cousin", sagte sie. „Ich hab sie deine Familie genannt, aber sie sind überhaupt nicht wie eine Familie."
„Nun, sie sind nur vom Blut her Familie", sagte ich. Ich blickte auf den Tisch. Das war nichts worüber ich reden wollte. Wenn ich darüber nachdachte, hatte ich nie wirklich mit jemanden darüber geredet. „Sie haben mir zweifellos nie irgendwelche Freundlichkeit gezeigt. Nicht einmal."
„Was ich nicht verstehe, Harry ist...", sagte sie, zögernd griff sie über den Tisch und legte ihre Hand auf meine. „wie du dich zu so einer großartigen Person entwickeln konntest, trotz das du so aufgewachsen bist. Es muss schrecklich gewesen sein."
„Es war kein Picknick", sagte ich und versuchte einen Witz zu machen, doch es misslang mir kläglich. Ich wollte nie zuvor wirklich darüber reden, aber ich spürte, dass ich es bei ihr konnte. Ich fühlte mich, als sollte ich mit ihr darüber reden.
„Für gewöhnlich hielt ich mich von ihnen fern und sie ließen mich ebenfalls in Ruhe", sagte ich. „Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn ich die ganze Zeit bei ihnen hätte leben müssen. Ich meine, wenn ich nie meinen Brief aus Hogwarts bekommen hätte. Wahrscheinlich wäre ich weggelaufen."
„So schlimm, hä?", sagte sie nachdenklich.
„Ja", sagte ich und blickte wieder auf den Tisch. „Sobald meine Tage in Hogwarts vorbei sind, werde ich nie mehr wieder über sie nachdenken. Sie sind nur eine Erinnerung."
„Deine Mum und dein Dad wären sehr stolz auf dich, Harry", sagte sie. „Sie wären stolz zu wissen, was für eine feine Person und Zauberer ihr Sohn geworden ist. Ich weiß das. Ich zum Beispiel, bin sehr froh, dass du deinen Hogwartsbrief bekommen hast. Weißt du, wenn nicht, wäre ich vermutlich in unserem ersten Jahr von diesem Bergtroll erledigt worden."
"Ron wäre dir nach gekommen", sagte ich.
„Das denke ich nicht", sagte sie. „Wie ich mich erinnere, warst du es der ihn zuerst daran erinnerte das ich dort war. Er wäre wahrscheinlich mit dem Rest der Schüler zurück zum Turm gegangen, wenn du nicht gewesen wärst."
Wir hatten Ron vorher im vorbeigehen erwähnt, doch selbst jetzt, wo er Meilen weit weg war, konnte ich seine Anwesenheit um uns herum spüren. Ich fühlte mich schuldig für das, was ich getan hatte. Ich teilte mir hier eine Pizza mit dem Mädchen von dem er mir gestanden hatte, das er sie mochte. Hier saß ich mit ihr und spürte all die seltsamen wunderbaren Gefühle für sie. Plötzlich bemerkte ich, dass ich keine Ahnung hatte, wie Hermine für Ron fühlte.
Als ob sie meine Gedanken lesen könnte, sagte sie plötzlich. „Du weißt, ich liebe Ron, wirklich. Er ist, nun, er ist Ron und er ist weit weg, aber weißt du ich denke nicht, dass er und ich Freunde gewesen wären, wenn es nicht wegen dir gewesen wäre. Wir sind einfach zu unterschiedlich."
„Nun, du weißt das man sagt, dass Gegensätze sich anziehen", sagte ich und versuchte verstohlen herauszufinden, ob sie je auf diese Art an Ron gedacht hatte.
„Nun, das mag vielleicht sein, aber komm schon Harry", sagte sie. "Könntest du dir Ron und mich in einer Beziehung vorstellen? Mein Gott, wir würden uns umbringen. Wir sind wie Öl und Essig. Wir sind besser dran Freunde zu sein, er und ich."
Ich fühlte mich dadurch besser, und ich wusste nicht, wie ich darüber dachte.
Ich nickte.
Sie blickte auf ihre Uhr.
„Wir gehen besser", sagte sie. "Es gibt etwas, dass ich dir zeigen will."
„Okay", sagte ich. „Zeig mir den Weg."
Was sie mir zeigen wollte, war zu meiner Überraschung ein Planetarium.
"Was ist so besonderes daran?", fragte ich sie. „Es ist wie das in unserem Astronomieunterricht."
Sie lächelte mich an. „Du wirst sehen."
Wir bezahlten unseren Eintritt, war nur ein paar Dollar kostete, und sie führte mich an einigen Ausstellungen vorbei zum Aussichtsraum.
„Es ist wirklich toll, Harry", sagte sie. „Sie haben dieses Teleskop so aufgestellt, dass man die in die Sterne sehen kann und sie spielen Musik dabei, und das ist einfach fantastisch."
„Wie hast du das entdeckt?", fragte ich sie.
„Kit", sagte sie. „Sie ist die einzige Freundin, die ich hier habe, aber sie ist toll. Sie hat mich eines Nachts hierher gebracht, als sie es leid war, das ich Trübsal blasend in meinem Zimmer saß. Es hat mir wirklich aufgemuntert. Ich komme oft hier her. Es erinnert mich auf eine Art an Zuhause, du weißt an Hogwarts."
Ich nickte. An dem Blick in ihren Augen, konnte ich sehen, dass dieser Ort ihr etwas bedeutete. Und es bedeutete für mich etwas, weil sie es mit mir teilen wollte.
Schließlich gelangten wir auf das Ausschichtareal. Es war ein offenes Areal mit aufgestellten Teleskopen auf dem Boden. Musik spielte im Hintergrund und ein paar Leute tanzten in der Mitte des Platzes. Nun, ich war der erste der zugab das ich wirklich nichts von Romantik wusste, doch dies war definitiv etwas, das man romantisch nennen konnte, selbst eine Idiot wie ich konnte das erkennen.
Sie führte mich rüber zu einem der Teleskope und wir blickten in die Sterne und versuchten die verschiedenen Planeten und Konstellationen die wir sehen konnten aufzuzeigen. Hermine blickte wieder ins Teleskop, als sie aufkeuchte.
„Dieser Himmel ist fantastisch", sagt sie. „Hast du je etwas schöneres gesehen?"
Ich sah sie an, ihr Gesicht strahlte und ihre Wangen waren von der Kälte gerötete. Ihr Haar wehte in der Brise und das Mondlicht schien auf sie herunter, es schien sie zu beleuchten.
„Nein", sagte ich und blickte sie an. Genau jetzt wusste ich, dass Hagrid recht gehabt hatte. Lupin hatte recht gehabt. Sie hatten die ganze Zeit gewusst, was ich zu dumm und blind zu sehen gewesen war. Sie war ein wunderbares Mädchen. Sie war ein wunderbares Mädchen, in das ich mich verliebte. Besser gesagt, sie war ein wunderbares Mädchen, von dem ich wusste, dass ich mich in sie verliebt hatte. „Ich habe nie etwas schöneres gesehen, Hermine."
Sie nahm ihre Augen vom Teleskop und starrte mich an. Ich hatte sie direkt angesehen, als ich das sagte.
„Du hast nicht mal in den Himmel gesehen", sagte sie.
„Ich habe nicht über den Himmel geredet", sagte ich.
Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Ich hoffe sie fühlte sich nicht unbehaglich, bei dem was ich gesagt hatte.
„Oh", sagte sie.
Ich blickte zu den anderen Leuten, die sich auf dem Platz befanden. Etliche Leute hatten sich dem Tanzen angeschlossen.
„Möchtest du tanzen?", fragte ich sie und streckte meine Hand aus.
Sie lächelte. „Ich dachte du tanzt nicht."
„Gewöhnlich nicht", sagte ich. „Für dich bin ich bereit eine Ausnahme zu machen."
Sie stand da und starrte mich an.
„Lass mich hier nicht so hängen, Hermine", sagte ich und hielt ihr meine andere Hand hin. „Es ist peinlich. Wenn du dir Sorgen machst, das ich dir auf die Zehen trete, das brauchst du nicht. Du hast mein Wort, das ich mein bestes versuche und dir nicht auf die Zehen trete."
Sie lachte. „Okay. Du solltest über deine Zehen besorgt sein", sagte sie. „Ich bin eine Bedrohung auf der Tanzfläche. Du kannst Viktor Krum fragen. Ich glaube ich bin ihm so sehr auf die Zehen getreten, das er am Ende des Weihnachtsballs hinkte."
„Komm schon, Her-mi-ne", sagte ich, nahm ihr Hand und führte sie zur Mitte des Platzes.
Sie lachte,
als wir da standen, der Musik lauschten und uns nervös umsahen.
Zögernd legte sie ihre Hände auf meine Schultern und ich,
ebenso nervös, legte meine Hände um ihre Taille. Unsere
Gesichter waren Zentimeter voneinander entfernt, als wir begannen uns
zur Musik zu bewegen. Innerhalb von Sekunden fühlten wir uns
behaglich mit der Nähe zueinander. Sie legte ihren Kopf auf
meine Schulter. Zum ersten mal seit langer, langer Zeit, fühlt
ich mich unbeschwert. Ich hatte keine Sorge in der Welt, außer
das Mädchen in meinen Armen. Ich konnte den Duft ihres Shampoos
riechen und es war fast berauschend.
Als ich sie in
meinen Armen hielt, fühlte ich mich, als könnte ich kaum
atmen. Ich bewegte meine Hände von ihrer Taille zu ihre Rücken
und sie schlang ihre Arm fest um mich. Es war fast, als wären
wir alleine, in unserer eigenen kleinen Welt.
Sie hob ihren Kopf von meiner Schulter und unsere Gesichter waren Zentimeter von einander entfernt.
„Ist dir kalt?", fragte ich sie und blickte in ihre Augen.
Sie schüttelte den Kopf.
„Mir ist warm", sagte sie und sah in meine Augen. Ich fühlte mich, als ob meine Knie jeden Augenblick nachgeben würden. „Ich fühlte mich ganz warm und sicher."
„Du bist sicher", sagte ich. „Ich würde dir nie etwas passieren lassen. Du weißt das, oder?"
Sie nickte. „Harry".
„Hermine", flüsterte ich, ich glaubte zu platzen, wenn ich sie nicht küsste.
Ich konnte ihren Atem auf meinen Wangen spüren. Sie war so nah. Ich lehnte mich zu ihr und spürte wie mein Herz raste, als meine Lippen ihre in einem sanften Kuss trafen. Wir zogen uns weg, beide irgendwie geschockt von dem was gerade passiert war, doch wir hielten und immer noch fest aneinander und unterbrachen unseren Blickkontakt nicht.
Bevor ich Luft holen konnte, küssten wir uns wieder, diesmal war es sehr viel intensiver. Als wir uns voneinander weg zogen, fühlte ich mich schwindlig und atemlos. Ich legte meine Stirn auf ihre und standen lange Zeit so da und hielten einander.
„Siehst du", sagte sie schließlich. „Ich hab gesagt, dass du nicht schlecht im küssen bist."
Wir hielten einander an den Händen, als wir zurück zur Innenstand liefen, um den Bus zurück zu Hermines Haus zu nehmen. Wir hatten uns einige male geküsst, als wir tanzten. Es war schön gewesen. Es war perfekt gewesen. Es war wundervoll gewesen.
Als wir die Straße überquerten um zur Bushaltestelle zu kommen, spürte ich wie Hermine sich anspannte.
„Was ist los?", fragte ich sie und drehte mich um.
Sie legte ihr Hand an ihren Hals.
„Meine Kette", sagte sie. „Ich hab sie verloren, Harry."
Sie blickte sich auf der Straße um und suchte den Bürgersteig nach ihrer Kette ab.
„Ich glaub ich sehe sie", sagte sie und rannte über die Straße.
Ich sah, wie sie einige Schritte weg rannte und sie hinunter bückte um die silberne Kette aufzuheben. Sie hielt sie für mich hoch und begann zurück zu mir zu laufen, als sich alles zu verlangsamen schien.
Ich kann mich nicht erinnern, das Auto gesehen zu haben. Es schien aus dem Nichts zu kommen. Ich schrie ihr zu aus dem Weg zu gehen, aber es war zu spät.
„HERMINE!", schrie ich. „NEIN!!!"
