Kapitel 13 I Don't Want To Live Without Your Love

Als ich Lupin und Ron entgegen ging, fegte ein überwältigendes Gefühl von Unruhe über mich. Was genau wusste Ron? Wusste er, dass ich bei Hermine gewesen war, als es passierte? Wusste er, dass ich aus der Schule geschlichen war, nicht nur einmal, sondern zweimal um sie zu besuchen, alles ohne das er etwas wusste. Wenn ich das alles so betrachtete, klang es schrecklich. Es führte dazu das ich mich furchtbar fühlte.

Lupin sprach zuerst. „Harry, wie geht es Hermine?", fragte er mich.

Ron sah nicht wütend aus. Er sah erschrocken, besorgt und unsicher aus. Der Ausdruck auf seinem Gesicht erinnerte mich an den gleichen Ausdruck den er getragen hatte, als wir Hermine in unserem zweiten Jahr versteinert gesehen hatten.

„Uh, ihre Mum ist gerade vor wenigen Minuten heruntergekommen und sagte, dass sie gerade aus dem Operationssaal gekommen sei", sagte ich mit einem leichten Lächeln.

"Also ist sie in Ordnung?", fragte Lupin.

„Nicht ganz", sagte ich und sah zu Ron. „Sie hatte einige innere Blutungen und der Doktor konnte sie stoppen, aber sie sind alle noch besorgt über ihre Bewusstlosigkeit seit dem Unfall. Ihre Mum sagte, dass die nächsten 48 Stunden kritisch sein werden."

„Sie wird in Ordnung kommen", sagte Ron stoisch. „Sie muss. Können wir sie sehen?"

Ich schüttelte den Kopf. „Ihre Mum sagte, dass sie sie auf die Intensivstation gebracht haben. Es ist nur ihrer direkten Familie erlaubt sie zu besuchen, während sie dort ist."

Ron nickte, doch er blickte enttäuscht drein.

Lupin bemerkte meine Besorgnis und sprach lauter.

„Nun, das sind dennoch gute Neuigkeiten", sagte er. „Sie hat die Operation überstanden. Das ist der schwierigste Teil. Sie wird in Ordnung kommen. Sie ist ein starkes Mädchen. Sie kommt da durch."

„Ja", sagte ich.

„Dumbledore will, dass du mit uns zurück kommst, Harry", sagte Lupin.
„Nicht bevor ich sie gesehen habe, Professor", sagte ich ernst.

„Ich auch", fiel Ron ein.

„Nun, ich weiß nicht ob es irgendeine Möglichkeit gibt", sagte Lupin. „Ich werde nach ihren Eltern sehen. Mal sehen ob ich irgendetwas tun kann. Ihr zwei wartet hier?"

Wir nickten beide. Ich beobachtete, wie er eine Krankenschwester anhielt, die gerade vorbei lief, und fragte sie wo er die Intensivstation finden konnte. Sie sagte ihm er solle den Aufzug in den dritten Stock nehmen. Er dankte ihr und fragte und ob wir bis zu seiner Rückkehr hier bleiben würden. Ron und ich beobachteten, wie er von uns weg lief. Jetzt waren wir alleine, bis auf die handvoll Leute im Warteraum.

Ein unbehagliches Schweigen lag zwischen uns, die ich nicht gewohnt war. Ich wünschte ich hätte mit Lupin alleine reden können um heraus zu finden, was er genau Ron erzählt hatte. Meine Vermutung war, dass es nicht alles gewesen war, ansonsten hätte er mich zornig begrüßt.

"Was ist passiert, Harry?", sagte Ron als wir uns auf eine der Couchen setzten. „Bist du die ganze Zeit hier gewesen? Das letzte mal sah ich dich in Wahrsagen. Ich war besorgt, als ich aufwachte und du nicht eingeschlafen warst. Dean, Seamus, Neville und ich haben überall nach dir gesucht. Dann kam Lupin in der Große Halle zu mir und erzählte mir, dass es in Amerika einen Unfall mit Hermine gegeben hätte und ich sollte sobald wie möglich mit ihm kommen. Als ich fragte, wo du seist, sagte Lupin du wärst bereits dort. Wie bist du hergekommen? Wie hast du es gefunden?"

Ich sah ihn an, unschlüssig wie ich es ihm erklären sollte.

„Ich war bei ihr, als es passierte", sagte ich und blickte zu Boden.

„Du warst was?", fragte Ron verwirrt. „Wie bist du hergekommen?"

„Das Flohnetzwerk", sagte ich. „Gestern nach Wahrsagen bin ich zu Professor Lupins Büro gegangen und fragte ihn ob er mich helfen könne, so dass ich herkommen und sie sehen könne."

„Du hast mir nicht erzählt, dass du das tun würdest", sagte Ron. „Warum nicht?"

Weil ich ein selbstsüchtiger Bastard bin, der nur an sich selber denkt... nicht an seinen besten Freund Ron und was er ihm antun könnte. Das dachte ich, aber sagte es nicht.

Stattdessen war meine Antwort Standard. „Ich weiß nicht."

„Du weißt es nicht?", fragte Ron mich und klang ungläubig. „Hast du nicht gedacht, dass ich sie auch gerne sehen würde? Ich meine, ich hab dir erzählt, wie ich für sie fühle, oder?"

Ich nickte stumm bei seinen Worten.

„Warst du besorgt, dass wenn sie mich erwischen würden, es ein bisschen schwerer für mich wäre da wieder rauszukommen, als für dich? Ich meine, ich weiß du hast es nie zu deinem Vorteil genutzt, aber es ist so Harry. Diese Der-Junge-der-lebt Sache hat dich viele male gerettet. Ich glaube nicht, dass der Kumpel des-Jungen-der-lebt es so leicht hätte aus der Patsche zu kommen."

Da war es. Er hatte mir einen Ausweg gezeigt. Ich konnte ihn nehmen, oder nicht? Was er nicht wusste, konnte ihm nicht wehtun, oder? Ich hatte keine Gelegenheit zu Antworten, weil ein Mädchen vor uns stand und Ron und mich anstarrte. Sie schien in unserem Alter zu sein. Sie war durchschnittlich groß und schlank, sie hatte schulterlanges braunes Haar. Sie trug Jeans, Turnschuhe und ein graues T-Shirt mit den Worten „Georgia Bulldogs" in roten Buchstaben darauf.

"Können wir dir helfen?", fragte Ron ärgerlich.

„Es tut mir leid, dass ich störe", begann sie mit südlichem Akzent. „Ich weiß wer ihr seid."

„Gut für dich", sagte Ron.

„Du musst Ron sein",sagte sie und sah ich ein bisschen vernichtend an.

„Und du musst...?", erwiderter Ron sarkastisch.

„Oh, es tut mir leid", sagte sie und knallte ihre Hand gegen die Stirn. „Ich bin Kit Reilly. Ich wohne neben Hermine."

„Schön dich kennen zu lernen, Kit", sagte ich stand auf und schüttelte ihre Hand. „Ich wünschte es wäre unter besseren Umständen."

„Du musst Harry sein", sagte sie und ließ meine Hand los.

„Also hat Hermine über uns geredet?", fragte Ron.

„Oft", sagte ich. „Ich komme mir vor, als kenne ich euch beide bereits."

„Wusstest du deshalb, dass ich Ron bin?", fragte Ron. „Sie hat dir von
meinem roten Haar erzählt?"

Kit schüttelte den Kopf. „Nein, sie sagte du wärst ein nerviger Idiot und du schienst zu ihrer Beschreibung zu passen."

Ron wirkte bestürzt.

„War nur ein Scherz", sagte sie mit einem kleinen Lachen. „Es war das rote Haar. Sie hat nicht gesagt, dass du ein Idiot wärst."

Ron blickte erleichtert drein. Er stand schließlich auf und reichte Kit seine Hand. Sie zögerte einen Augenblick, bevor sie seine Hand nahm und sie schüttelte.

„Wie geht es ihr?", fragte Kit. „Meine Eltern haben es mir erzählt sobald ich nach Hause gekommen bin."

„Sie ist gerade aus dem Operationssaal gekommen", sagte ich. „Sie haben sie auf die Intensivstation gebracht. Sie hatte einige innere Blutungen, aber sie haben es geschafft sie zunächst zu stoppen."

"Oh, Gott sei dank", sagte Kit.

„Wir warten auf unseren, ähm, Begleiter, der nachsieht ob es einen Weg um diese direkte Familie Regel gibt, so das wir sie sehen können", sagte ich.

Kit nickte, aber sie schien irgendwie verwirrt.

„Was?", fragte ich sie.

„Es ist nur, dass ich nicht verstehe wie ihr so schnell von London hier sein könnte. Ich meine, sie hatte den Unfall letzte Nacht, richtig? Und ihr seid hier. Was habt ihr genommen? Die Concorde?"

Ron und ich tauschten einen besorgten Blick. Offensichtlich hatte Hermine Kit nicht erzählt was sie war, was wir waren und die Art Welt in der wir lebten.

„Eigentlich sind wir gekommen um Hermine zu sehen, als Überraschung", sagte Ron. „Wir haben von dem Unfall gehört, sobald wir hier waren. Wir haben das kompakte Ding genommen."

„Das was?", fragte Kit.

„Die Concorde", fiel ich ein. „Wir haben die Concorde genommen. Du weißt Ron, das Flugzeug, dass so schnell fliegen kann. Erinnerst du dich?"

„Tu ich das?", fragte Ron. „Oh ja, tu ich. Ich..ähm...hab die meiste Zeit hier her geschlafen."

Kit blickte ein bisschen unschlüssig drein.

„Warum kommt es mir so vor, als ob ihr Typen mir nicht alles erzählt?", fragte sie und blickte zwischen Ron und mir hin und her.

„Weißt du was, Miss Kit", sagte ich. „Wenn Hermine aufwacht, werden wir dir die ganze Geschichte erzählen. Du hast mein Wort."

„Ich erinnere dich daran", sagte sie.

"Ich habe keinen Zweifel, dass du das tun wirst", sagte ich und lächelte sie an. Ich mochte Kit sofort. Ich war froh, dass Hermine jemanden wie sie ihn ihrem Leben hatte.

Wenige Augenblicke später kam Lupin auf uns zugelaufen, mit einem Lächeln im Gesichte. Er begann zu sprechen, als er merkte, dass eine Person zwischen Ron und mir saß.

"Hallo?", fragte er.

„Hi", sagte sie.

„Professor Lupin", sagte Ron. „Das ist Kit Reilly. Sie ist eine Mug..- ich meine sie ist eine Freundin von Hermine, hier in den Staaten."

„Schön, dich kennen zu lernen, Kit", sagte Lupin und schüttelte ihre Hand.

„Haben sie mir ihren Eltern gesprochen?", fragte Ron. „Können wir sie sehen?"

„Ihr Vater war dagegen", sagte Lupin. „Doch ihre Mutter hat geholfen, dass er seine Meinung ändert. Sie erzählt der Schwester auf der Station, dass ihr beide ihre Brüder seid. Sie lassen euch sie sehen, jeden einzeln, aber nur für kurze Zeit."

Ron und ich tauschten ein Lächeln.

„Es tut mir leid", sagte Lupin zu Kit. „Ich hätte versucht dich ebenfalls rein zu bringen, wenn ich gewusst hätte, dass du hier bist."

„Es ist in Ordnung", sagte Kit. „Ich verstehe. Werden sie ihren Eltern sagen, dass ich hier war?"

Lupin nickte. "Ich begleite dich hinaus, Miss Reilly. Warum geht ihr Jungs nicht hoch. Nehmt den Aufzug in den dritten Stock. Sie erwarten euch."
Wir nickten und verabschiedeten uns rasch von Kit, ehe wir zu den Fahrstühlen liefen.

„Hier ist es ganz schön anders, als im St. Mungos", sagte Ron.

Ich nickte.

„Mein Dad würde es lieben, an einen Ort wie diesen zu kommen", sagte Ron. „Du weißt wie verrückt er nach Muggel Zeugs ist."

Ich nickte.

„Ich hoffe sie kommt in Ordnung", sagte Ron.

Wir hatten nicht die Zeit mehr miteinander zu reden, als der Aufzug schließlich den dritten Stock erreichte. Wir hielten an der Schwesternstation an und fragten, wo Hermine Grangers Zimmer sei. Die Schwester sagte „Zimmer 312" und wir liefen den Gang hinunter, bis wir zu der Tür kamen. Ich flehte, dass nicht Hermines Dad die Tür öffnen würde. Ron klopfte leise an die Tür. Zu meiner Erleichterung war es Hermines Mum die zur Tür kam. Sie kam aus dem Zimmer und schloss die Tür hinter sich.

„Hallo, Jungs", sagte sie. „Ron, ich bin froh, dass du kommen konntest. Ihr beide bedeutet Hermine so viel."

„Wo ist Dr. Granger?", fragte Ron.

„Er war ein bisschen durcheinander. Ich hab ihm gesagt, es soll in der Cafeteria einen Kaffee trinken, während ihr sie besucht."

„Wie geht es ihr?", fragte ich.

„Sie ist noch nicht aufgewacht, befürchte ich", sagte ihre Mutter. Zum ersten mal bemerkte ich, wie erschöpft sie aussah. Ihr Haar war ein bisschen durcheinander und ihre Augen waren verschwollen und ein bisschen blutunterlaufen. Mit einer Hand umklammerte sie ein Taschentuch. „Nun, Ron warum gehst du nicht zuerst?"

Ron nickte und fragte, was er tun sollte.

„Red einfach mit ihr", sagte Dr. Granger. „Es scheint nicht so, aber sie kann dich hören. Es ist das beste für sie."

Ich sah wie er sich umdrehte, zögerlich den Türknauf drehte und die Tür hinter sich schloss. Dr. Granger lächelte mich halbherzig an. Sie fragte, ob ich mich nicht setzen wolle. Zwei Stühle standen direkt vor der Tür.

Ich schüttelte den Kopf.

„Ich hab genug gesessen", sagte ich.

Sie lachte. „Ich weiß was du meinst. Es ist schrecklich sich so hilflos zu fühlen. Du wünschst du könntest etwas tun, aber was du wirklich tun kannst ist warten und beten."

„Ich weiß", sagte ich.

Sie lächelte.

„Danke, dass sie das getan haben", sagte ich. „Ich weiß sie hätten das nicht tun müssen."

"Ich weiß", sagte sie. „Aber ich glaube wir müssen an Hermines Glück und Wohlergehen denken. Ich befürchte, dass ist etwas was ihr Dad und ich neben unsere eigenen Angst nicht beachtet haben. Eines Tages, wirst du wissen das nichts so schwer ist wie ein Kind aufzuziehen. Es ist der schwierigste Job der Welt. Du weißt du triffst all diese Entscheidungen und manchmal weißt du, dass dein Kind dich nicht sehr dafür mögen wird. Sie muss so böse auf uns gewesen sein. Ich meine, ich weiß, dass sie es war. Ich konnte es in ihrem Gesicht lesen. Sie muss uns dafür gehasst haben."

„Sie hat sich nicht gehasst", sagte ich. „Sie war unglücklich mit dem was sie getan haben, aber sie hat nicht gesagt, dass sie sie hasst. Sie hat das nie gesagt. Sie liebt sie beide sehr."

Dr. Granger umarmte mich. Sie erinnerte mich ein bisschen an Mrs. Weasley in dem Augenblick, als sie mich fest umarmte.

„Danke, Harry", sagte sie, als sie mich schließlich los ließ. „Ich musste das hören."

Ron kam wenige Augenblicke später aus dem Zimmer. Er blickte düster drein, als er sich setzte.

„Wie geht es ihr?", fragte ich.

„Sie ist so still und ruhig", sagte er. Ich sah, dass es aussah als habe er ein bisschen geweint, währen er sie besucht hatte. „Überhaupt keine Antwort."

„Harry, warum gehst du jetzt nicht rein?", sagte ihre Mutter.

Ich nickte und lief rüber zur Tür. Mein Herz schien zu rasen, als ich den Türknauf drehte und in das Zimmer lief. Mein Herz schien abzustürzen, als ich sie in diesem Bett liegen sah, an Maschinen und Schläuchen angeschlossen. Das einzige Geräusch kam von den Monitoren.

Ich hatte nicht geglaubt, dass ich noch Tränen in mir hatte, doch sie kamen herausgeflossen, als ich sie ansah, verletzt und zerschrammt.

„Hermine", flüsterte ich und setzte mich auf den Stuhl an ihrem Bett. Ich nahm ihre Hand in meine.

„Es tut mir so leid, was passiert ist", sagte ich leise. „Ich hoffe du kannst mich hören. Ich will, dass du aufwachst und mir sagst, dass ich anfangen muss für meine UTZ zu lernen oder für meine Zaubertrank Prüfung endlich lernen soll. Bist du jetzt glücklich? Du greifst zu extremen Maßnahmen um mich das sagen zu hören, nun hier hast du es."

Ich streichelte ihre Hand.

Ich kann es nicht glauben, noch vor wenigen Stunden haben wir unter den Sternen getanzt. Erinnerst du dich? Wir waren unter den Sternen und es war kalt, aber ich hab mich warm mit dir gefühlt, weißt du? Ich weiß es klingt verrückt, aber es fühlt sich einfach richtig an."

„Du verdienst etwas besseres als mich, weißt du das? Ich bin ein Idiot. Die ganze Zeit war das dieses schöne, kluge und clevere Mädchen direkt vor meiner Nase und ich habe sie nicht mal bemerkt bis sie tausend Meilen weit weg war. Das tut mir leid. Wenn du jetzt aufwachst, verspreche ich dir das wieder gut zu machen."

„Ich hab nicht viel Zeit, Hermine", sagte ich. „Ich will dich nicht verlassen. Ich würde für immer bei dir bleiben, wenn ich könnte. Ich hoffe du weißt das. Deine Mum sagte wir können nur jedoch nur für wenige Minuten bleiben. Sie hat sich wirklich für uns eingesetzt, weißt du."

Wiederwillig stand ich vom Stuhl auf und ließ ihre Hand los. Ich lehnte mich über sich und küsste sie auf die Stirn.

„Ich liebe dich", flüsterte ich. „Ich liebe dich so sehr."

Ich blickte ein letztes mal zu ihr, ehe ich auf dem Absatz kehrt machte, um das Zimmer zu verlassen. Ich öffnete die Tür und war dabei hinauszutreten, als ich eine leise heiser flüsternde Stimme hörte.

„Harry?"