Charlys POV

Ein Drei-Tage-Ritt, der mir vorkommt wie drei Wochen. Und kaum eine Pause. Wenn wir in Minas Tirith ankommen, bin ich reif fürs Sanatorium...

Die Krieger um mich herum werden immer aufgeregter. Dieses Mal nicht aus Angst, sondern in spannender Erwartung, endlich gegen ihren Feind ziehen zu können. Angst werden sie erst wieder haben, wenn sie Mordors Armee gegenüber stehen.

Und dann nach der letzten Rast (wir sind die ganze Nacht durchgeritten - mein Hintern!) ist es soweit. Die Rohirrim sammeln sich auf einer Anhöhe, kurz vor der Stadt. Und mir verschlägt es den Atem. Ich wusste, es würden viele sein. Ich wusste, es würde schlimmer sein als bei Helms Klamm. Aber darauf war ich nicht vorbereitet. Die Ebene vor uns ist schwarz. Schwarz von Ork und Uruk-hai.

Instinktiv schaue ich mich nach Aren um und sehe ihn ein ganzes Stück von mir entfernt. Doch er ist größer als die Rohirrim und sein blondes Haar flattert im Wind und die aufgehende Sonne lässt es golden glänzen, und so sehe ich ihn sofort.

Lieber Gott, wenn es dich gibt, beschütze ihn!

Neben mir höre ich Éowyn. „Mut, Merry. Mut für unsere Freunde!"

Und Mut werden wir brauchen, denn die Orks haben uns entdeckt und formatieren sich.

Ich höre, dass Théoden Anweisungen gibt, doch was er sagt, bekomme ich nicht mit. Mein Blick ist auf die Orks gerichtet.

Und dann höre ich sie um mich herum rufen. Unser Schlachtruf: „Tod! Tod!" Und ich falle mit ein und hoffe, dass es nicht mein Tod ist.

Als die Sonne schließlich komplett hinter uns aufgeht, ertönen die Hörner. Und unter lautem Gebrüll stürzen wir uns in die Schlacht, von „Tod! Tod!"-Rufen begleitet.

Und als die ersten Pfeile fliegen, mich verpassen und die meisten um mich herum, vergesse ich meine Angst. Entweder habe ich plötzlich Nerven aus Stahl und den Mut eines Löwen oder ich verliere schließlich doch den Verstand, aber als der erste Ork sich mir in den Weg stellt, lasse ich mein Schwert auf ihn niedersausen.

Weiter geht's links und rechts, die meisten Orks fallen sogar um oder sind jedenfalls so verletzt, dass sie keine große Gefahr mehr darstellen. Ich hatte ja gedacht, es würde mir schwer fallen, mein Schwert zu benutzen, aber bei diesen ekelhaften Kreaturen ist das kein Problem.

Plötzlich wird es um uns herum ruhig, die Orks ziehen sich zurück.

„Oh.Scheiße!!!" Katja.

Und als ich mich im Sattel umdrehe, kann ich ihr nur zustimmen.

Mûmakil. Schwer bewaffnet.

Was machen wir denn jetzt? Wir können uns diesen monströsen Dingern doch nicht nur mit Schwertern entgegenstellen.

Anscheinend können wir doch. Das ganze umliegende Schlachtfeld scheint im Chaos zu versinken, doch ich sehe, wie Éowyn mit einem Schwert in jeder Hand unter einem Mûmak durchreitet und die Beine verletzt. Das riesige Tier strauchelt und fällt dann. Seine Reiter fallen von seinem Rücken und werden dann von Rohirrim getötet.

Dann verliere ich Éowyn und Merry aus den Augen, denn ich muss mich einem besonders scheußlichen Ork stellen. Als ich ihn erledigt habe, schaue ich mich kurz um.

Die meisten Mûmakil sind besiegt, doch einige stampfen immer noch rasend durch die Menge, machen jeden nieder, der ihnen im Weg ist. Rohirrim und Gott sei Dank auch Orks. Wie werden sie nie aufhalten können, wenn wir nicht bald Verstärkung bekommen. Wo bleibt nur Joey mit den anderen?

Katjas POV

Ich bin in der Nähe von Éowyn, als sie plötzlich anhält, sich umschaut und in eine andere Richtung rennt. Offenbar ist ihr Pferd gefallen. Ich folge ihr und was ich sehe, lässt mir fast das Blut in den Adern gefrieren.

Ein Nazgûl auf einem großen, fetten, hässlichen, schwarzen Etwas.

Und Éowyn steht entschlossen mit erhobenem Schwert zwischen ihm und ihrem Onkel, der unter einem Pferd begraben liegt, wie ich erst jetzt bemerke. (Wo ist eigentlich Merry?)

Nach einer kurzen Diskussion schlägt Éowyn diesem schwarzen Riesenbiest kurzerhand den Kopf ab. Urks...

Während Éowyn nun mit dem schwarzen Reiter kämpft, versuche ich weitere Angreifer von den beiden Kämpfern fern zu halten.

„Narr... Kein Mann vermag mich zu töten... Jetzt stirb."

Der Nazgûl stößt plötzlich einen grauenhaften Schrei aus und ich sehe Merry zu seinen „Füßen" liegen. Oh nein!

Und dann sehe ich, wie Éowyn ihren Helm vom Kopf reißt und ihre Stimme hallt laut und deutlich zu mir herüber: „Ich bin kein Mann!"

Und damit gibt sie dem Nazgûl den Rest.

Tja, Frauenpower eben!