Hey ho, da bin ich wieder mit nem neuen Kapitel! Ich hoffe ihr habt das Weihnachtsfest gut überstanden und es war auch was dabei was euch gefällt;-) Zu erst danke ich den Reviewern, die mir zum letzten Kap was geschrieben haben,
Dragonsoldier, goldentree und NegativeLight, danke! Den Schwarzlesern kann ich nur nen bösen Blick zu werfen, denn es sind einfach viel zu viele...;-(
Naja jetzt viel Spaß mit dem längsten Kapitel der Story!
Kapitel 17. Herrin Alvira
„Kann ich Ihnen helfen, Sir?"
„Nein vielen Dank, ich komm schon zurecht."
Die Verkäuferin wandte sich von dem alten, weißhaarigen Zauberer ab. Es war heute ihr erster Kunde und zugleich auch der seltsamste, den sie je hatte. Wer spaziert auch schon um sieben Uhr morgens über die Promenade und schaut sich alle Postkarten einzeln an? Albus Dumbledore aber kümmerte dies wenig. All seine Urlaubsbegleitungen schliefen noch und so konnte er sich einmal ganz in Ruhe hier umschauen. Er schlenderte langsam zur Kasse des kleinen Ladens, in der Hand in etwa zwanzig verschiedene Postkarten.
„Die hier nehme ich."
Die Verkäuferin ließ sich nichts anmerken, aber in ihrem Inneren zeigte sie ihm den Vogel. Zwanzig Postkarten aufeinmal!?!
Albus verließ den Laden, aber nicht ohne sich noch eine gelbe, aufblasbare Gummiente zu kaufen, die man als Schwimmring benutzen konnte und die zudem noch echte Entengeräusche von sich gab, wenn sie mit Wasser in Berührung kam.
Es waren noch nicht viele Leute unterwegs. Die Hotelanlage war noch total ausgestorben. Bei der Rezeption stand eine kleine Gruppe Französisch sprechender Menschen. Daneben aber entdeckte Albus drei kleine Kobolde in Badekleidung. Er ging schmunzelnd an ihnen vorbei. In seinem Häusschen angekommen nahm er sich eine Tasse und trank einen Zitronentee. Auf seiner Terrasse wärmte die Sonne angenehm und auf dem großen Holztisch lagen überall die Postkarten verteilt. Dumbledore trank einen Schluck von seinem Tee und nahm sich dann eine von den Karten.
Eine Luftaufnahme des großen Zaubererhotelgeländes war darauf zu sehen, die Sonne schien und man konnte lauter kleine Punkte darauf herumwuseln sehen. In der rechten, unteren Ecke sah man Kinder im Wasser spielen.
Mit einer Feder fing Albus an zu schreiben.
Liebe Minerva,
viele sonnige Grüße sendet dir dein vollauf zufriedener Chef, Albus Dumbledore!
Das Wetter hier ist einfach phänomenal und wenn ich könnte, würde ich Hogwarts sofort auf die Kanaren zaubern. Ich hoffe bei dir im grauen Schottland ist es auch unterhaltsam und du erholst dich.
Wenn ich wieder auf Hogwarts bin, habe ich schon eine Überraschung für euch.
PS: Grüße mir deinen Angelo aus dem schönen Venedig!
Albus drehte die Karte lächelnd wieder um und klebte eine Briefmarke mit einem fliegenden Phoenix darauf.
Die Zeit verging und Albus hatte bis um dreiviertel Zehn Urlaubsgrüße an das gesamte Lehrerkollegium geschickt. Vier Karten aber blieben übrig. Diese legte er beiseite und dann zauberte er ein reichhaltiges Frühstück auf den Tisch. Wenige Minuten später stieß Harry dazu.
„Guten Morgen Harry! Die Anderen schlafen wohl noch?", begrüßte Dumbledore ihn.
„Guten Morgen, ja alle noch in den Federn."
Harry setzte sich an den gedeckten Tisch. Er schenkte sich ein wenig Milch in seine Tasse ein und nahm sich ein Croissant. Nach ein paar Minuten des stillen Kauens fragte Harry seinen Schulleiter: „Was haben Sie denn heute noch so geplant?"
Dumbledore aber schüttelte den Kopf und dann antwortete er. „Ihr sollt mich doch duzen! Jetzt zu deiner Frage, ich weiß es noch nicht."
„Sind das alles Karten, die Sie verschicken wollen?", fragte Harry, dem der Stapel Postkarten jetzt auffiel. Das mit dem Duzen aber ging Harry durchs linke Ohr hinein und sofort durchs rechte wieder hinaus.
„Oh, ja!" Dumbledore gluckste.
Harry ließ seinen Blick weiter schweifen und sah einen weiteren, aber viel kleineren Stapel mit Postkarten.
„Was ist mit denen?" Er zeigte auf die vier übrig gebliebenen.
„Für die, mein lieber Harry, hab ich dann doch keine Verwendung gefunden. Aber wenn du willst, überlass ich sie dir." Seltsamerweise zuckten bei Dumbledores Antwort ziemlich verdächtig die Mundwinkel.
„Bevor Sie sie wegschmeißen. Die Dursleys freuen sich bestimmt." Harry grinste schief.
„Ich geb sie dir in eine Tüte, dann kannst du später deiner Kreativität freien Lauf lassen." Dumbledore schwang den Zauberstab und eine kleine, weiße Papiertüte erschien. Die Postkarten schwebten flink von allein in die Tüte.
„Einen wunderschönen guten Morgen, wünsche ich den zwei jungen Herren!", begrüßte Bill, der jetzt an den Tisch stieß, die beiden schwungvoll. Fleur schloss sich mit einem zauberhaften Lächeln an.
„Ah Bill, wohl gut geschlafen, was?" Dumbledore zwinkerte ihm zu.
„Sehr gut!" Bill strahlte.
„Wirklisch, es war eine superbe Nacht!", stimmte Fleur ebenfalls strahlend zu.
Harry verschluckte sich und Bill klopfte ihm auf den Rücken. Sein Frühstück beendete Harry daraufhin dann lieber. Nach weiteren Andeutungen auf das Liebesleben von Bill und Fleur wurde es Harry etwas unwohl zu Mute.
„Ich bin dann mal nach den Anderen sehen", verabschiedete er sich und verließ eilig den Tisch.
„Halt, Harry, deine Karten!" Harry stoppte, nahm die kleine Tüte entgegen und dann setzte er seinen Weg fort.
In seinem Zimmer angekommen ließ er sich erst einmal auf sein Bett fallen. Aus Rons Zimmer kam noch ein lautes Schnarchen – ebenso aus dem Porträt von Sirius. Doch Harry hatte etwas dagegen, zumindest in Sirius´ Fall.
„HEY! AUFSTEHN!", rief er laut und grinsend.
„Mmmmmh..." Sirius grummelte irgendetwas vor sich hin, dann drehte er Harry den Rücken zu.
Harry stand auf und näherte sich forsch dem Bild, dann klopfte er kräftig gegen den Rahmen. Sirius öffnete geschockt die Augen, saß kurz senkrecht in der Hängematte, bis diese sich mit einem Schwingen nach rechts drehte und Sirius auf dem Boden landete. Er rieb sich mit verzogenem Gesicht über sein Hinterteil. Harry dagegen lachte laut.
„DU!", drohte Sirius, doch sein böser Blick war nicht böse genug.
„Ich!", gab Harry zurück.
„Was fällt dir eigentlich ein? Einen armen, alten Menschen so zu quälen… So weckt man doch keinen, den man mag." Beim letzten Satz machte Sirius ein empörtes Gesicht.
„Also erstens finde ich, dass du nun lang genug geschlafen hast. Zweitens... Ach zweitens weiß ich nicht. Drittens, du musst mich jetzt unterhalten", zählte Harry auf.
„In deinem Alter war ich nicht so frech zu Erwachsenen."
Harry schnaubte. Dann klopfte es.
„Herein!"
„Heraus!"
Kam es zugleich von den beiden, ersteres von Harry. Zaghaft öffnete sich die Tür und jemand mit langen roten Haaren betrat das Zimmer.
Ginny stürzte sich gleich auf Harry und begrüßte ihn mit einem langen, leidenschaftlichen Kuss. Nach dem sie sich lösten, sah Ginny zum Porträt von Sirius. Dieser schaute halb grinsend zurück und machte dann einen Kussmund. Doch Ginny streckte ihm bloß die Zunge raus.
„Noch jemand, der ganz schön frech ist", sagte Sirius. „Hat euch denn wirklich keiner Manieren beigebracht? Wenigstens ein Hallo." Kopfschüttelnd setzte sich Sirius wieder in die Hängematte.
„Hallo Sirius. Wie geht´s dir? Was macht das Porträtleben?", fagte Ginny zuckersüß.
Er antwortete mit einem strahlenden Lächeln. Harry wusste in diesem Moment, wie Sirius so viele Mädchen in seiner Schulzeit rumgekriegt hatte.
„Hallöchen Ginny. Mir geht es gut, das Porträtleben ist entspannend, aber ab und zu ein bisschen öde. Und bei dir?"
„Mir geht es spitze! Der Urlaub gefällt mir super und dank Harry hab ich immer was vor", sprach sie und küsste wie zur Bestätigung eben genannten.
„Das freut mich zu hören. Was habt ihr denn heute so schönes vor? Wie war eigentlich der Wettbewerb gestern? Und wie geht es eigentlich Ron?", fragte Sirius.
„Das sind ja gleich drei fragen auf einmal!", lachte Harry.
Ginny fing an zu erzählen und Sirius lachte ab und zu laut bellend auf. Harry gab auch immer mal wieder ein Kommentar dazwischen und die Zeit verging geradezu rasend. Nach über einer Stunde, in der Ginny und Harry sich ausgiebig mit Sirius unterhielten, klopfte es dann (wieder) an der Tür.
„Ja?"
Die Tür ging auf und herein kam Laura, zusammen mit Hermine.
„Hey ihr zwei!"
Sirius räusperte sich.
„Ähm… Ihr drei natürlich", verbesserte sich Hermine.
„Hi", kam es nur schüchtern von Laura.
Beide setzten sich zu Ginny und Harry aufs Bett, die Federn meldeten sich mit lautem Quietschen und Ächzen.
„Warst du schon frühstücken, Hermine?", fragte Ginny sie.
„Ja war ich, du hättest mich ja wecken können. Ist Ron schon wach?"
„Gute Frage! Ich geh mal nachschauen." Harry stand auf und verließ das Zimmer.
Vorsichtig klopfte er an Rons Zimmertür. Keine Antwort. Harry klopfte nochmal, dann öffnete er die Tür. Ron saß auf seinem Bett, komplett angezogen, und schaute ihn mit schiefem Blick an.
„Morgen", kam es lustlos.
„Du bist wach, sehr gut. Alles klar bei dir, keine Magenschmerzen mehr?" Harry musste unwillkürlich grinsen.
„Ich hab das Klischee voll erfüllt, oder?", fragte Ron.
„Jepp, so könnte man das sagen. Aber du warst wirklich klasse! Gegen diesen Sledgehammer hattest du halt keine Chance, aber trotzdem. Wie du die Hotd-"
„Sprich nicht von diesen Dingern! Nie wieder esse ich die", unterbrach Ron ihn schnell.
„Komm, wir gehen zu mir, die Mädchen sind auch schon wach."
Ron erhob sich und dann gingen die zwei wieder zu Harrys Zimmer, wo bereits eine kleine Diskussion im Gange war, bei der Hermine immer wieder versuchte das Thema zu wechseln.
„Um was geht es denn, Sirius?", fragte Harry flüsternd das Porträt seines Paten. Dieser gluckste.
„Um irgendeinen Ethan. Deine liebe Freundin meint, Hermine sollte die restliche Zeit gut nutzen und deine blonde Freundin unterstützt sie kräftig."
Ron setzte sich auf das Bett und die drei Mädels verstummten.
„Na, Bruderherz? Wie geht es dir?" Ginny tätschelte ihm den Hinterkopf, grinste aber.
„Ich würde sagen, er ist geheilt!"
„Was meinst du damit, Laura?", fragte Ginny sie belustigt.
„Naja, die (FR)Esssucht ist besiegt, oder Ron?" Beide Mädchen kicherten und Rons Blick verfinsterte sich.
„Ach komm schon, ist doch nur Spaß. Wo hast du deine Vivi gelassen?"
„Sie ist bei ihrem Dad, hat erst heut Abend wieder Zeit", antwortete Ron einsilbig.
„Okay, das ist nicht weiter schlimm. So, und jetzt gehen wir zu Ethan." Ginny sprang vom Bett auf, Laura ebenfalls.
„Komm Hermine, unsere Mission ist noch nicht zu Ende." Laura und Ginny schnappten sich jeweils eine Hand von Hermine und zogen sie auf die Beine und schoben sie dann aus dem Zimmer.
Harry verabschiedete sich von Sirius und folgte grinsend mit Ron. Die Mittagssonne trieb das Thermometer wiedereinmal über die dreißig Gradgrenze unf förderte so das Verlangen nach kühlen Getränken.
„Muss das sein? Er hat bestimmt schon was vor..."
„Ach Quatsch! Er hat doch gestern selbst gesagt, er hofft, dass wir morgen, also heute, wieder was zusammen machen."
„Ihr wisst doch garnicht wo sein Bungalow ist."
„Falsch, Hermine! Du weißt es nicht, wir schon", antwortete Laura frech grinsend. „Ist nicht weit weg."
Bei einem völlig gleich aussehenden Bungalow wie dem von Harry und Ron angekommen, klopfte Ginny kräftig an die Tür. Es dauerte nicht lange und in der Tür stand ein fröhlicher Ethan. Er war wieder völlig in weiß gekleidet.
„Hey ihr fünf! Ich wollte mich gerade auf den Weg zu euch machen. Ich hab schon einen Vorschlag, was wir heute machen können, wenn ihr nichts dagegen habt."
„Nein, schieß los!"
„Also, da ich ja, dank euch, nächstes Jahr nach Hogwarts gehen kann und zufälligerweise schon weiß, welche Bücher wir für VgddK brauchen und heute eine Autogrammstunde der Autorin der Bücher stattfindet, dachte ich mir, wir gehen da mal hin. Die Autorin ist eine begnadete Hexe hier in Spanien wenn es um Verteidigung geht."
„Bücher?", stießen Laura und Ron zugleich und ebenso abwertend aus.
„Ja, wär doch toll! Ich wollte diese Frau schon immer mal treffen."
„Wie heißt diese Frau eigentlich?", fragte Harry, der sich sehr über den Gesichtsausdruck von Laura und Ron amüsierte.
„Natalia Cortés."
„Die Natalia Cortés?!" Hermines Stimme überschlug sich fast vor Begeisterung. „Da müssen wir hin! Wann geht das los, Ethan?"
„Ab zwölf ist bei der Einkaufsmeile an der Promenade in diesem riesigen Buchgeschäfft geöffnet."
„Dann haben wir jetzt noch eine halbe Stunde. Auf was warten wir noch?" Hermine wurde aufeinmal richtig zappelig.
„Och nö", grummelte Laura vor sich hin. Ron stimmte mit ein. Harry und Ginny dagegen störte das Ganze nicht wirklich, wohl auch, weil beide mit sich beschäftigt waren.
Die kleine Gruppe setzte sich dann in Bewegung und machte sich auf zur Promenade. Ginny und Harry schlenderten Hand in Hand den Weg entlang. Ethan und Hermine waren in ein Gespräch über Natalia Cortés vertieft und Laura und Ron stapften missmutig nebenher.
Die Promenade war mit den unterschiedlichsten Hexen und Zauberern bevölkert. Das Treiben erinnerte ein wenig an das der Winkelgasse, nur dass es hier um einiges wärmer und außerdem auch nicht so eng und verwinkelt war. Rons Miene erhellte sich für einen Augenblick, als die sechs an einem Quidditchladen vorbeikamen. Dieser Laden hatte ganze drei Etagen mit den unterschiedlichsten Rennbesen. Es gab sogar eine kleine Abteilung für Familienbesen.
„Der hier wär's", murmelte Ron halblaut vor sich hin, als er einen Besen aus dunklem Kirschholz betrachtete, der einen ziemlich dicken Stiel hatte und einen breiten Schweif.
Der Sweeper – Guardian Edition,
ein Besen, perfekt geeignet für einen Hüter, besticht mit seinem unglaublich stabilen Halt und seinem extrabreit ausgelegten Schweif. Die Beschleunigung kommt der des Sauberwischs Sieben sehr nah. Doch im Sweeper steckt ein auf die Position Hüter abgestimmtes Wendevermögen der Extraklasse.
Mit seinem robusten Stiel hat der Flieger unaufhörlichen Halt und kann sich so nach jedem Quaffel unbesorgt strecken.
Preis: 235 Galleonen und 99 Sickel.
Weitere Auskünfte an der Kasse.
„Ron mach den Mund wieder zu, sonst gibt es noch eine Überschwemmung." Ginny schubste ihren Bruder leicht und dieser kam dann wieder zur Besinnung. „Außerdem hast du doch einen neuen Besen."
„Was für einen Besen hast du eigentlich, Ethan?", wollte Ron wissen.
„Ich hab einen aus der Sweeper-Reihe, den Star-Sweeper drei. Ist schon etwas älter, aber ein sehr guter, solider Besen."
„Aha."
„Können wir jetzt weiter gehen?", quengelte Hermine regelrecht.
„Ja genau, gehen wir zu den Büchern..." Lauras Stimme hatte einen besonderen Unterton, der keinem entging.
Die Gruppe verließ das Quidditchgeschäfft wieder und kam nach weiterem Schlendern bei dem Bücherladen an. Dieser war gut besucht und an der Kasse stand sich eine meterlange Schlange die Beine in den Bauch. Daneben war eine Art kleines Podest aufgebaut, darauf stand ein Tisch und an diesem saß eine Frau mit langen schwarzen Haaren. Ein paar Haarsträhnen fielen ihr verspielt ins Gesicht. Ihre Augen waren beeindruckend. Das Grün kam fast an das von Harrys Augen heran. Diese Frau gab ein erstaunliches Erscheinungsbild ab. Als Ron sie erblickte schaltete sich sein Verstand aus. Harry bekam den Drang sich beweisen zu müssen, konnte den Blick aber dann von dieser Frau wieder abwenden. Er wurde hart von Ginny in den Arm gezwickt.
„AU!"
„Geschieht dir recht, du solltest nur Augen für mich haben", antwortete Ginny ihm eingeschnappt.
Hermine aber spürte schon wieder eine gewisse Wut, sie wusste schließlich, dass diese Frau auch bekannt für ihre Männergeschichten war, was wohl daran lag, dass sie etwas von einer Veela hatte. Der sabbernde Ausdruck auf Rons Gesicht tat sein übriges.
„Sind schwarzhaarige Veelas nicht sehr selten?, fragte Laura Hermine erstaunt.
„Ja, kann schon sein", erwiderte Hermine ziemlich verachtend, dann wandte sie sich ab und begab sich zu dem Regal mit den Schulbüchern, an dem schon Ethan stand und in einem der Bücher herumblätterte.
„Ganz schon gereizt unsere Bücherfee", meinte Laura an Ginny gewandt.
„Kann mal jemand meinen Bruder wieder zur Besinnung bringen, sonst passiert hier nämlich gleich ein Unglück."
„Hey Ron! RON!"
„Hmm?", machte Ron abwesend.
„Es ist bloß eine Frau, Ron. Außerdem, du hast eine Freundin."
„Wirklich?", hauchte Ron.
„Ja, sie heißt Vivien, Ron. Vivien!" Nachdem Harry den Namen ein weiteres Mal wiederholte, machte es bei Ron langsam klick und er löste sich aus seiner Starre.
„Das war dann das zweite Klischee, welches du erfüllt hast", bemerkte Harry trocken.
„Ich muss hier raus, Bücher, Veelas... Keine gute Mischung." Und Ron verschwand wieder nach draußen.
„Wo willst du hin, Ron?", rief ihm Harry noch hinterher, als Antwort verstand er irgendetwas von Quidditch und Besen.
„Können wir nicht auch lieber wieder rausgehen? Das ist doch total öde hier!"
„Wenn's euch nichts ausmacht, würde ich mich auch gerne mal hier umsehen." Ginny gab Harry noch einen Kuss und dann wollte sie sich ins Getümmel stürzen, als Harry ihr noch etwas hinterher rief: „Bringst du mir ein Autogramm mit... Äh ich meine für Ron." Harry ging in Deckung, denn Ginny kam noch einmal zurück und gab ihm einen Klaps auf den Hinterkopf.
„Gehen wir, Harry?", fragte Laura ihn.
„Ja, ja okay. Wo gehen wir hin?"
„Eigentlich schuldest du mir eine Kugel Eis, weil du ja gestern meins wegfuttern musstest."
„Gut, okay, gehen wir uns ein Eis holen, ich lad' dich ein." Harry grinste.
-#-#-
„Woher weißt du eigentlich schon, welche Bücher wir benötigen?"
„Das, Hermine, verrat ich nicht."
„Gib es zu, du hast deine Eltern belauscht!"
„Nein, wie kommst du auf sowas? Würde ich nie tun!", entrüstete sich Ethan.
„Dann hat es dir ein Vöglein gezwitschert, was?", grinste Hermine.
„Ja, so ungefähr."
„Weißt du noch mehr?"
„Ja, ich weiß auch noch, das Dumbledore einen neuen Lehrer eingestellt hat." Ethan lächelte geheimnistuerisch und schnappte sich dann noch ein Buch und stellte sich in die lange Schlange an der Kasse. Hermine folgte ihm.
„Wirklich, wen?"
„Sag ich nicht."
„Ist es eine Frau oder ein Mann?"
„Weiß ich nicht."
„Also eine Frau. Kennt man sie?"
„Sag ich nicht."
„HA! Also ist es wirklich eine Frau."
„Wenn du das sagst..." Die Schlange an der Kasse rückte ein Stück vor.
„Och komm schon, lass dich nicht betteln, sag mir wer es ist, BITTE!", bettelte Hermine.
„Was bekomme ich dafür, wenn ich dir diese topsecret Information gebe?" Ethan grinste verschmitzt.
Hermine beugte sich, mehr aus einem Instinkt heraus, leicht nach vorn und schloss die Augen-
„Na, ihr zwei Turteltauben?!", platzte Ginny dazwischen. „Oh! Ähm... also ich... ich hab noch ein Buch vergessen." Sie verschwand wieder.
Ein unangenehmes Schweigen trat zwischen Hermine und Ethan ein. Fast hätten sie sich geküsst. Ethan bezahlte das Buch und ließ es noch von Natalia Cortés signieren. Hermine war total zerstreut und verließ dann schweigend mit Ginny und Ethan den Buchladen.
„Und wo sind jetzt Harry, Ron und Laura?!"
„Ich glaube Harry und Laura hab ich gefunden, schau dort." Ethan zeigte mit dem Finger auf die gegenüberliegende Eisdiele. Draußen waren mehrere Tische aufgestellt und an einem von diesen saßen Laura und Harry lachend und genüsslich ein Eis schleckend.
„Los, setzen wir uns dazu, ich hab auch Lust auf ein Eis." Und Ginny ging auf den Tisch zu.
„Amüsiert ihr euch?", fragte Ginny etwas ruppiger, als sie es vorhatte.
Harry verschluckte sich ersteinmal an seinem Eis, während Laura sich eine Lachträne aus den Augen wischte.
„Prächtig! Und läuft jetzt was zwischen Hermine und Ethan?", antwortete Laura ungerührt.
„Erzähl´ ich dir später", sagte Ginny schnell, denn die beiden setzten sich gerade mit an den Tisch.
-#-#-
Zwanzig Minuten später, Ron war inzwischen wieder zurückgekehrt, hatten alle ihr Eis verputzt (Ron aß keins).
„Leute, ich muss euch noch was sagen", fing Ethan an. Gespannt warteten die Anderen darauf was jetzt kommen würde.
„Ich bin wirklich glücklich, euch kennengelernt zu haben! In den wenigen Tagen hab ich gemerkt, dass man mit euch mächtig viel Spaß haben kann und ich freu mich schon tierisch auf Hogwarts! Aber leider ist heute schon mein letzter Abend hier, denn ich habe gestern als ich heimkam, von meinen Eltern erfahren, dass wir morgen früh schon abreisen werden." Endete Ethan leicht betrübt.
„Das ist ja blöd!"
„Ja, finde ich auch, aber ich kann es nicht ändern, durch den Umzug nach England muss ich noch einiges erledigen."
„Na dann müssen wir heute Abend aber eine ordentliche Abschiedsparty feiern. Schließlich sehn wir uns ja dann erst in knapp drei Wochen wieder", schlug Ginny vor und erntete zustimmendes Nicken. „Ron, du musst dann nochmal bei Vivi vorbeischauen, sie will sich bestimmt auch verabschieden."
„Gut, dann mach ich mich jetzt mal auf den Weg zu ihr, bis später." Und schon verschwand Ron.
„Ich dachte, Vivi hat heute keine Zeit?"
„Ist doch egal jetzt..."
„Und wo feiern wir dann?"
„Da habe ich eine Idee. Wir treffen uns um neunzehn Uhr bei Harry und Ron, da dürftet ihr ja Abendbrot gegessen haben und dann hole ich euch ab, okay?" Laura schaute in die Runde.
„Wenn du uns verrätst, was wir dann machen", forderte Ginny, den bissigen Unterton bemerkte nur Hermine.
„Nö, lasst euch überraschen!", antwortete Laura in einem fröhlichen Singsang.
-#-#-
Am Abendbrottisch waren Ginny, Hermine, Ron und Harry schon ganz zapplig, weil sie alle gespannt waren, was Laura sich ausgedacht hatte. Deshalb aß auch keiner von den vieren wirklich viel. Molly aber war über das Verhalten ihres Sohnes nun wirklich besorgt, denn Ron hielt sich bei jeder Mahlzeit auffallend zurück.
„Ronald, iss doch noch etwas." Sie hielt ihm eine Schüssel mit Nudelsalat hin.
„Nein Mum, ich hab genug gegessen."
„Was habt ihr nur mit ihm gemacht?", flüsterte Bill fragend seine kleine Schwester.
„Ich sag nur so viel, wenn Ron mal bei dir und Fleur zu Besuch ist und du denkst, er wird euch die Haare vom Kopf fressen, dann biete ihm Hotdogs an", antwortete sie grinsend.
„Ich bin dafür, dass wir jetzt zu unserem Zimmer gehen, vielleicht wartet Laura schon."
„Gut, lasst uns losgehen."
Man verabschiedete sich von den Erwachsenen und dann ging es in Richtung Bungalow. Von Laura war noch weit und breit keine Spur, also gingen die vier erstmal hinein. Ein paar Minuten später kamen dann Vivi und Ethan. Inzwischen war es zehn nach sieben.
„Mensch, Laura ist wirklich die Pünktlichkeit in Person", meinte Ron sarkastisch.
Harry unterhielt sich derweil fröhlich mit Sirius, während Vivi und Ginny Schnick-Schnack-Schnuck spielten.
Um kurz vor halb acht war es dann soweit, Laura gab sich die Ehre.
„Hey, da bin ich, tut mir Leid, hab die Zeit verbummelt", entschuldigte sie sich.
-#-#-
„Und, was sagt ihr?" fragte Laura in die Runde.
Sie standen vor einem riesigen Gebäude, die Fassade war schlicht weiß, aber überall blinkte es kunterbunt. Der Eingang war von rechts nach links verglast und so konnte man schon von weitem sehen, was sich darin befand. Man hatte den Eindruck, dieses Gebäude hätte nach Las Vegas gehört und nicht auf die Kanaren.
Ein unübersehbares, rot leuchtendes Schild verkündete in schiefen, blinkenden Lettern:
„BOWLARAMA – Magical Bowling"
„Bowlarama?"
„Cool, was? Wir werden heute magisches Bowling spielen! Ich dachte mir, dass Ethan in Amerika bestimmt gerne Bowling gespielt hat, was ja viele Amerikaner tun. Wenn das kein guter Abschied ist... Hey, sagt doch was, war das keine gute Idee? Laura schaute nun enttäuscht.
„Machst du Witze? Das ist super, lasst uns reingehen", freute sich Ethan.
Lauras Gesicht wurde wieder von einem fröhlichen Lächeln geziert.
Die kleine Gruppe begab sich hinein. Sofort hörte man lachendes Stimmengewirr, rollende, schwere Bowlingkugeln und dann das laute Krachen der umstürzenden Pins.
„Ich geh schnell eine Bahn mieten, reichen vier Stunden?"
Ein einstimmiges „Ja" kam als Antwort.
„Achso, ich bekomm von jedem sechs Knuts." Grinsend breitete Laura die Hände aus und sammelte das Geld ein, dann ging sie die Bahn mieten. Wenige Augenblicke später kam sie wieder.
„Also, ihr braucht andere Schuhe, ihr müsst zu diesem komischen Kauz gehen, eure Schuhgröße sagen und dann gibt er euch welche, ich geh schonmal, wir haben Bahn vierzehn.
Nachdem sich jeder ein paar spezieller Schuhe geholt hatte, saßen alle in einer runden Sitzgruppe an einem weißen, ebenso runden Tisch. Laura fing an die Regeln zu erklären.
„...Außerdem müsst ihr wissen, dass erstens, die Kugel, die ihr nehmt, immer nur ein und dieselbe sein kann, denn die können sprechen." Die Anderen lachten, doch Laura meinte es wirklich ernst.
„Das heißt, ich muss meiner Kugel gut zureden, mich mit ihr gut verstehen können?", fragte Ron ungläubig, Laura nickte.
„Wenn du´s nicht tust, macht die Kugel was sie will, meistens rollt sie mit Absicht in die Rille oder aber sie fällt auf deinen Fuß. Es kann auch sein, sie beleidigt dich, je nachdem wie du dich ihr gegenüber verhälst. Sie ist also dein Spielpartner für den Abend, wenn du so willst."
„Echt abgefahren!"
„Muss ich meine Kugel auch streicheln?", fragte Ginny lachend.
„Kannst du machen, es gibt welche, die stehn auf Zärtlichkeiten." Laura kicherte. „Aber es gibt auch welche, die du... na ja... die-" Laura prustete los. „Na ja, die du halt schlagen musst, die du... Ach ihr werdet es schon merken." Nun brachte Laura kein Wort mehr raus, sie lachte und kicherte nur noch albern vor sich hin.
In der Zwischenzeit, in der Laura vor sich hin lachte, kam eine Kellnerin vorbei und fragte nach Getränkewünschen.
„Hast du dich wieder eingefangen?", fragte Vivi Laura.
„Ja, geht wieder. Ich schulde euch noch zweitens. Genauso wie die Kugeln haben auch die Pins ein, na ja, Eigenleben. Wenn ihr die Kugel werfen wollt, versuchen die Pins euch verrückt zu machen, sie tanzen und hüpfen hin und her und versuchen, der Kugel auszuweichen."
„Wie soll ich denn da jemals ein paar von den Dingern umhauen?", wunderte sich Harry.
„Ganz einfach. Die Pins, so nennt man die Dinger, können nicht die Bahn auf und ab hopsen, sondern sich nur ein paar Zentimeter bewegen, es gibt eine unsichtbare Linie nach vorn, hinten und links und rechts. Sozusagen ein kleines Quadrat oder Territorium auf dem sie sich bewegen können." Lauras Erklärton kam diesmal dem von Hermine wirklich sehr nah.
„Aha…" Harry schien es nicht wirklich verstanden zu haben.
„Habt ihr es wenigstens verstanden?", fragte Laura lachend die Anderen.
„Wir können ja jetzt mal anfangen. Ich bin dafür, dass der, beziehungsweise, die Jüngste anfängt!" Ginny grinste.
Und so machten sie es dann auch. Es erschien eine rote Feder, ähnlich der Flotten-Schreibefeder von Rita Kimmkorn. Doch der winzige Unterschied zu der damals giftgrünen, war nicht nur die Farbe. Nein, diese Feder schrieb einzig und allein die Namen aller auf ein Blatt Pergament und wartete darauf, den Punktstand dahinter zu schreiben – äußerst praktisch.
„Wähle weise, Ginny", riet ihr Laura.
Ginny ging zu dem Kugelständer und griff sich eine knallrote, glänzende Kugel. Plötzlich erwachte diese zum Leben. Es bildete sich ein kleiner Mund und dann schlug die Kugel die Äuglein auf.
„Wer bist du?", fragte die Kugel mit piepsiger Stimme.
„Hi, ich bin Ginny, und du bist?", fragte sie unsicher, von hinten kam Gelächter.
„Ich bin Wiggles, freut mich." Die Kugel lächelte.
„Dann werde ich dich mal werfen, ja? Nimm so viele mit, wie du kannst." Und Ginny ging zur Bahn und schwang die Bowlingkugel. Auf einmal erwachten auch die Pins zum Leben und fingen an, wie wild hin und her zu hopsen. Ginnys Kugel nahm Fahrt auf, sie rollte mit starkem Rechtsdrall und nahm neun Pins mit, nur einer blieb verbissen stehen und strecke seine Zunge raus.
„JA!", rief Ginny freudig. Die rote Feder schrieb eine verschnörkelte Neun hin.
„Deine Schwester scheint ein Talent im Umgang mit fremden Kugeln zu haben", lachte Ethan und Ron blickte ihn finster an.
„Jetzt wird es am schwierigsten, Ginny. Wenn nur noch eine der Pins steht, hat sie am meisten Platz und kann der Kugel besser ausweichen", gab Laura Tipps.
Ginny hob ihre Kugel, nachdem diese wieder bei ihr war, hoch und sagte dann: „Das hast du fein gemacht, jetzt nur noch den einen da." Die Kugel machte einen hochkonzentrierten Gesichtsausdruck und antwortete: „Gut. Wirf mich jetzt." Und Ginny tat wie ihr geheißen. Wieder bekam ihre Kugel einen starken Rechtsdrall. Der Pin fühlte sich so sehr sicher und hüpfte nur einmal nach links. Doch anscheinend war die Kugel mit ihrem „Frauchen" zufrieden, denn sie räumte den letzten Pin auch noch ab. Dieser fiel unter hohem Kreischen um.
Als nächstes war Harry dran. Durchaus passend wählte er eine grüne Kugel. Sie schlug ebenfalls die Augen auf.
„Hi! Ich bin Harry." Er fühlte sich total unwohl, mit einer Bowlingkugel zu sprechen.
„Freut mich sehr, nenn mich Tom", sagte die Kugel mit freundlicher Stimme.
‚Na wenn das mal kein Zeichen ist', dachte sich Harry bei dem Namen.
„Du brauchst dich nicht unwohl fühlen, es müssen alle mit ihrer Kugel sprechen", bemerkte die Kugel und fügte dann hinzu: „Und jetzt wirf mich, die Richtung bestimme ich."
„G-Gut, nimm so viele wie m-möglich mit."
Die Kugel rollte mit eher dürftiger Geschwindigkeit los, am Ende hatte Harry's Kugel sechs Pins umgehauen, beim zweiten Versuch, die restlichen umzuwerfen, blieb nur einer stehen.
Nach Harry war Laura dran, sie wählte eine hellblaue Kugel, die einen metallischen Glanz hatte. Den Anderen wurde schnell klar, dass Laura das hier nicht zum ersten Mal machte, denn ihre Kugel räumte sofort beim ersten Versuch alle ab: STRIKE!
Hermine griff sich ohne wirklich hinzuschauen eine leuchtend rosane Kugel, deren Stimme unnatürlich hoch klang, aber irgendwie auch niedlich. Doch bei Hermines erstem Versuch fiel nicht ein einziger Pin um, was wohl auch an Hermine lag, denn die Kugel hatte kaum Geschwindigkeit. Nach ihr war Ron an der Reihe.
Warum auch immer, er schnappte sich eine schwarze Kugel, mit rotem Strichmuster. Als Laura das sah, musste sie sich arg zusammenreißen, nicht laut loszulachen. Wie bei den Anderen zuvor, schlug Rons Kugel ebenfalls die Augen auf und Ron sprach sie vorsichtig an.
„Hallo."
„Guten Abend."
„Ähm… Ich bin Ron."
„Aha. Ich bin Alvira", antwortete sie und Ron dachte, er würde mit Snape reden.
„Worauf wartest du, wirf mich!", schrie sie beinah und Ron zuckte zusammen, bei diesem Tonfall.
Ron tat es, die Kugel nahm Fahrt auf und nahm acht Pins mit.
„Nimm mich raus, mach schon!", befahl die Kugel sofort, als sie wieder da war. „Und diesmal nicht so lasch!"
Durch den Tonfall der Kugel war Ron um einiges verunsichert und so schmiss er die Kugel regelrecht, doch diese machte nur ein äußerst anzügliches Geräusch und rollte dann in die zwei übrigen Pins.
„Was ist das für eine Kugel?", fragte Ethan Laura neugierig und dabei grinsend.
„Ähm… Also... Das- Das-" Sie kicherte wieder und brach dann wieder in schallendes Gelächter aus.
„Das meintest du wohl vorhin." Alle anderen stimmten in das Lachen mit ein, es war keine weitere Erklärung notwendig.
Nachdem auch Ethan und Vivi ihre Kugel ausgewählt hatten und einmal dran waren, ging es bei Ginny weiter. Ihre Kugel, Wiggles, mochte sie wohl sehr, sehr gerne, denn sie wiederholte ihre Leistung vom ersten Versuch gleich ein zweites Mal. Der Bowlingabend nahm seinen Lauf. An Laura kam keiner heran, sie machte einen Strike nach dem anderen. Der Einzige, der annähernd mithalten konnte war Ethan. Doch die meisten Probleme hatte Ron.
„Ronnie, du bist dran", säuselte Laura lachend, es war jedesmal ein Spaß, zu sehen, wie sie ihn auf die Schippe nahm.
„Ja, ja", grummelte er und griff sich seine schwarze Kugel.
„LOS, wirf mich! Diesmal härter!!!" befahl sie ihm regelrecht, am Tisch liefen schon die Lachtränen.
„Ich kann das nicht so", murmelte Ron verzweifelt.
„Stell dich nicht so an, Bursche, oder willst du ein Verlierer sein?!", sagte sie ruppig.
Ron versuchte es mit Anlauf, doch mehr als fünf umgeschmissene Pins kamen nicht heraus. Die schwarze Kugel machte ein böses Gesicht und Ron sah zu, dass er wieder zum Tisch kam und sich hinsetzen konnte.
Zweieinhalb Stunden später hatten weder Ron, noch seine Kugel, Lust weiterzuspielen.
„Mit dieser Flasche von einem Mann mach ich nicht mehr weiter!", sagte sie nun schon zum zehnten Mal – immer im selben Ton.
„Du bist nicht wirklich ehrgeizig, mein Junge, muss ich bemerken", sagte Harrys Kugel, Tom, als er wiedermal dran war.
„Danke", meinte Harry.
„Und frech", fügte die Kugel hinzu.
„Ich werf dich jetzt, okay?"
„Ja, mach endlich."
Mehr als neun Pins umzuwerfen schaffte Harry an diesem Abend einfach nicht. Er musste sich schließlich mit dem vierten Platz zufrieden geben. Und er musste wohl akzeptieren, dass ihm Ginny sein Leben lang vorwerfen würde, dass sie besser Bowling spielen könne und das Harry weniger Kraft hätte.
„Ron, ich hab eine Idee. Wenn du nicht letzter werden willst, dann musst du jetzt alle zehn umhauen. Wie wäre es, wenn du sie Herrin´ nennst?", schlug ihm Laura lachend vor.
Aber als Ron den Vorschlag dann in die Tat umsetzte, war Laura nicht mehr ruhig zu bekommen.
„HEY! Los hau sie alle um, Herrin!", feuerte Ron seine SM-Kugel an, diese machte plötzlich ein sehr zufriedenes Gesicht und warf tatsächlich alle Pins um.
„Mach dich auf was gefasst Vivi!", lachte Laura. „Bald fragt er dich nach Lack und Leder!" Sie prustete los und Ron wurde rot wie eine Tomate.
„Wenn's ihm gefällt", meinte Vivi nur leichthin.
„Seht zu wie ich mit meinem letzten Wurf gewinnen werde!" Laura warf sich in Pose und dann nahm sie ihre Kugel. Elegant und nahezu perfekt brachte sie die Kugel auf die Bahn.
„STRIKE! Das war dann Nummer vierzehn!", jubelte sie. „Gewonnen, gewonnen, gewonnen!", sang sie immer wieder.
„Tja Hermine, beim nächsten Mal wirst du erster von vorne, nicht von hinten. Minigolf klappt besser, was?", neckte Ethan sie. Hermine streckte ihm die Zunge raus.
„Und was machen wir jetzt? Wir haben noch eine halbe Stunde übrig."
„Ich spendier eine Runde Butterbier, hab ja schließlich gewonnen!" Laura konnte nicht umhin, das in jedem Satz noch einmal zu erwähnen. „Hey, Bedienung!", rief sie.
„Mensch Laura, das ist unhöflich", belehrte Hermine sie.
„Ach quatsch, die nehmen das locker hier."
„Was wünscht die Dame?" Die Kellnerin kam gerade eben zur Sitzgruppe.
Laura zählte kurz, dann antwortete sie: „Sieben Butterbier bitte, und zwar die großen."
Die Kellnerin schrieb es sich auf und kurz darauf kam sie wieder, vor ihr schwebten sieben große Krüge, gefüllt mit Butterbier. Jeder nahm sich eins.
„Also dann. Auf mich!", sagte Laura laut und nahm einen kräftigen Schluck.
„Meinst du, wenn es dunkel wird, dann wird sie erst lebendig?", flüsterte Harry Ethan fragend zu. Dieser nickte zustimmend.
„Danke Laura, und auch euch anderen, für den schönen Abend. Ich werd euch vermissen, aber zum Glück ja nicht lang." Ethan hob seinen Butterbierkrug und forderte nochmal zum Anstoßen auf.
„Wer nicht ext wird verhext!", fiel ihm Laura ins Wort, als Ethan noch etwas hinzufügen wollte. Und dann trank sie ihr Butterbier in einem Zug leer. Harry versuchte es ihr nachzutun, aber er scheiterte kläglich. Er verschluckte sich so stark, dass er in einen minutenlangen Hustenanfall ausbrach.
„Ich bin dafür, dass wir jetzt gehen." Da sie schon bezahlt hatten, wurde Ginnys Vorschlag angenommen und die sieben verließen die magische Bowlingbahn. Laura hüpfte regelrecht hinaus. Ginny verabschiedete sich noch von ihrer roten Kugel, dann schlossen sich ihre Äuglein und sie sah wieder aus, wie eine normale Muggel-Bowlingkugel.
„Laura, wo bekommt man so eine Kugel her?", fragte Ginny sie draußen.
„Ich habe absolut keine Ahnung, meine liebste Ginny."
„Sag mal bist du betrunken?", fragte Vivi Laura kichernd.
„Ach Quark mit Soße und Kartoffeln und Zwiebel und Käse und-"
„Es reicht Laura, wir haben es verstanden", würgte Hermine sie schmunzelnd ab.
„Herminchen, darf ich dir mal eine Frage stellen?", fragte Laura sie honigsüß.
„Das war schon eine Frage", meinte Harry belustigt.
„Ja, Laura, tu, was du nich lassen kannst."
„Warum bist du eigentlich so verklemmt?", wollte Laura frei heraus wissen. Hermine schluckte. Was sollte sie darauf antworten?!
„Was verstehst du denn unter verklemmt?" Hermines Stimme klang unsicher.
„Viel, Minelchen, viel!", antwortete sie lachend.
„Ich glaube sie ist betrunken", stellte Ron fest.
„Wir bringen dich jetzt lieber heim." Ginny nahm Laura an die Hand, doch Laura fand das wohl zu eintönig und so schnappte sie sich Harrys Hand. Wie ein Kleinkind hüpfte sie an den Händen genommen in Harrys und Ginnys Mitte. Bei Lauras Bungalow angekommen, ließ sie die Hände der beiden schlagartig los und stürmte auf Ethan zu. Sie umarmte ihn.
„Ethan, ich mag dich! Wir sehn uns auf Hogwarts!" Ethan lachte.
„Ihr anderen, ich hab euch alle lieb, aber jetzt muss ich in mein Bettchen, gute Nacht!" Sie ließ es sich nicht nehmen, jeden nochmal einzeln zu umarmen, dann verschwand sie.
„Leute, ich glaube, unser Lauralein ist ein wenig nachtaktiv", lachte Vivien.
„Da hast du wohl recht. Bin gespannt wie das auf Hogwarts wird, hoffentlich wird sie eine Gryffindor, dann haben wir immer was zu lachen", stimmte ihr Harry zu.
Die nun sechs gingen den Weg jetzt weiter, draußen war es ziemlich still, nur die Grillen gaben ihr allabendliches Konzert zum Besten.
„Also dann, wir sehn uns auf Hogwarts, danke für den schönen Abend. Vivi, ich hoffe wir sehen uns auch mal wieder, würde mich freuen! Jemanden der so kreativ ist, habe ich selten getroffen", verabschiedete sich Ethan von allen, bei seinem Bungalow angekommen.
„Hey, Hermine nicht weinen, du siehst ihn doch in drei Wochen wieder", flüsterte Ginny.
„Ich- Ich weine garnicht, ich hab nur- nur was ins Auge bekommen. Bestimmt eine Wimper…" Ginny schüttelte den Kopf, musste aber lächeln.
Ethan verschwand und die Anderen verabschiedeten sich von Vivi, die in eine andere Richtung musste. Ginny und Hermine sagten den Jungs gute Nacht und gingen ebenfalls 'nach Hause'.
Ein anstrengender, aber schöner Urlaubstag war wiedereinmal vergangen und doch rückte so langsam das Ende näher...
Das Schwarzlesen das ist gemein,
reviewn dagegen wirklich fein!
Der Knopf am Ende, mit zwei Buchstaben,
ist keine Zierde, nein!
Ihr könnt ihn drücken,
möcht ich doch gern Reviews haben!
Habt ihr das Kapitel gelesen, so wär es nett,
wenn ihr mir sagt, ob´s fließend war oder voll mit Lücken.
An alle, die Angst haben, habt sie nicht,
das Drücken ist ganz leicht und tut nicht weh.
Schreibt mir was und habt die Gewissheit,
dass ich fröhlich durch´s Leben geh!
Genug nun mit dem Rumgelaber; haut in die Tasten,
ich weiß ihr, habt was auf dem Kasten!
Nur noch vier Worte, einfach so:
drückt den Button GO!
