Herzlichen Dank an alle Reviewer vom letzten Kapitel :) ich freu mich riesig, dass euch die story so gut gefällt Smile dank an saby, severina, mina, kissymouse und lorelei.

Hab mich dieses Mal extra beeilt um updaten zu können ;) ich wünsche euch viel spaß beim lesen und freue mich schon jetzt auf eure kommentare.

saby nein killer in me werde ich nicht abbrechen, hab sogar mal wieder geupdatet Smile aber ich weiß nicht warum, die story geht mir nicht so leicht von der hand, wie diese hier, als ich entschuldige mich schon jetzt, wenn es wieder länger dauern sollte bis zum nächsten update :(


Ihr habt weggesehen
Als ich tat, was ihr von mir verlangtet,
Ihr habt die Ohren verschlossen
Vor den Schreien der Menschen,
Die ich in eurem Namen tötete,
Und jetzt verflucht ihr mich
Für die Dinge dir ihr nicht tun wolltet.

Ich weiß noch heute wie bedrückend die Stille zwischen uns war, wie sie zwischen uns hin und her wogte, kaum greifbar und doch allgegenwärtig. Ich kann noch heute dieses Ziehen in meinem Magen spüren, das mich warnte, das mir sagte, dass nichts mehr geändert werden konnte, so sehr ich es auch vielleicht wünschen mochte. Ich spüre noch heute die kalten Schauer, die mir über den Rücken liefen, als ich diesen Jungen ansah. Diesen Jungen, der schon lange die Unschuld verloren hatte, die niemals vergehen sollte. Er war viel zu schnell und viel zu brutal zu einem Erwachsenen gemacht worden. Seine Züge immer noch von kindlichen Teint durchzogen, waren dennoch steinern, glichen auf erschreckende Weise denen meines eigenen Gesichts.

Noch heute ist das Gefühl nicht vergessen, als die Welt an die ich mich klammerte in Trümmern lag, immer noch sehne ich mich nach den Werten, die um mich herum in Brüche gingen. Verloren in einer Welt, die einen erst zu dem machte, was man am meisten verabscheute, und dann noch über einen lachte.

Viele glauben auch heute noch, dass ich meinen Weg selbst gewählt habe, dass ich jemals die Wahl hatte zwischen dem Leben, das ich nun führe, und einem anderen. Doch genauso wie dieser Junge vor mir hatte ich niemals wirklich eine Entscheidung zu treffen. Ironie ist wohl eine der pervertiertesten Eigenschaften der Zeit. Ein Leben, wie es hätte sein können, dringt immer wieder durch die Fassade, die wir Überleben nennen, und doch ist es uns niemals vergönnt darin Ruhe zu finden.

Ich habe viele Dinge getan, auf die ich nicht stolz bin, und noch viel mehr Dinge, die ich vergessen möchte. Und heute ist es sehr viel schwerer für mich in den Spiegel zu sehen und mein für mich entstelltes Gesicht zu betrachten, als blind den Befehlen anderer zu folgen.

Mein Blick glitt etliche Male über die feinen Züge meines Schülers und doch wurde mir erst bewusst, wie verdammt er war, als sich seine stechendgrünen Augen auf mich richteten.

Auch der sanfte Schleier von Alkohol konnte nicht mehr verbergen, was sich hinter diesen Spiegeln verbarg. Und was ich in diesen Augen erkennen konnte, ließ mich bitter schlucken. Verzweiflung, so wusste ich, war nicht das Schlimmste aller Gefühle. Hass war eine stärkere Antriebskraft als sich so mancher vorstellen konnte. Und war einmal dieser Punkt erreicht, war es einem selbst sogar egal, dass der Hass und die Wut sein eigenes Innerstes verzehrten, solange er nur genährt wurde. Welcher Tod könnte schrecklicher sein, als der ewig währende?


Das andauernde Schweigen zwischen den beiden Männern wurde immer ausgedehnter, keiner von beiden schien Anstalten zu machen es zu brechen. Es war als hätten sie eine stille Übereinkunft getroffen.

Nach einer halben Ewigkeit wandte sich Snape von dem Jungen ab, und ging auf eines seiner vielen Bücherregale zu. Mit einer flinken Handbewegung öffnete er einen versteckten Zwischenraum in der Mitte des Regals und nahm ein unscheinbares silbern glänzendes Flakon aus dem Fach. Nachdem er das Schränkchen wieder geschlossen hatte, wandte er sich wieder seinem Schüler zu und übergab ihm das Fläschchen ohne ein Wort.

Dieser nahm es genauso schweigend an, und trank es in einem Zug leer. ‚Kann ich jetzt gehen?' fragte der braunhaarige Junge in einem patzigen Ton, für den der Zaubertränkemeister jeden anderen wohl gesteinigt hätte. Doch irgendetwas sagte ihm, dass er sich wohl von Potter mehr gefallen lassen müsste als von anderen. Vielleicht war es eine Art Schuldgefühl, das ihn quälte und weswegen er so nachgiebig war, doch in gewisser Weise wollte er nicht einmal hinterfragen, warum er empfand wie er nun mal fühlte.

Mit ruhiger Stimme und ohne den sarkastischen Unterton, den er sonst immer gebrauchte, wenn er mit Potter sprach, antwortete er ihm: ‚Wohl kaum, oder glauben Sie, ich könnte einfach so wegsehen, wenn sich einer meiner Studenten betrinkt? Selbst Ihnen müsste klar sein, dass ich so ein Verhalten nicht dulden kann!'

Erneut richtet sich der hasserfüllte Blick auf den Professor. ‚Und was haben Sie jetzt vor? Wollen Sie mich doch noch von der Schule werfen?' Potter stand unvermittelt auf und sah den Zaubertränkemeister angriffslustig an. ‚Mir ist egal, was Sie jetzt mit mir machen, tun Sie was Sie nicht lassen können. Ist doch alles gleich. Wen interessiert es denn schon? Mich jedenfalls nicht, und sollten Sie glauben, dass ich bei Ihnen nachsitze bis ich alt und grau bin, haben Sie sich getäuscht, da gehe ich doch lieber selbst von der Schule ab. Wer braucht denn diesen ganzen Mist hier überhaupt? Für was ist diese ganze Streberei gut? Ich sage es Ihnen, sehr geehrter Professor Snape. Für NICHTS!'

Snape hatte mit vielem gerechnet, doch mit diesem offensichtlichem Wutausbruch war er in gewisser Weise überfordert. Was wollte er wirklich von dem Jungen? Mit ihm reden? Worüber denn? Vielleicht wie schön die Welt doch war? Dass es immer etwas lebenswertes gab oder vielleicht, dass seine offensichtlich emotional unstabile Lage nur vorübergehend war? Wie sollte er dies alles glaubhaft machen können, wenn er selbst daran zweifelte?

Statt sich auf hohle Floskeln einzulassen, brachte er genauso ruhig wie seine vorige Aussage hervor: ‚Haben Sie sich jetzt ausgetobt? Oder soll ich noch weiter diesem sinnlosen Gewäsch zuhören?' Snape wartete einen kurzen Augenblick um den Jungen die Chance zu geben etwas zu erwidern, doch als dieser sich weiter in Schweigen hüllte, fuhr er fort. ‚Ich habe Ihnen bereits gesagt, dass ich nicht vorhabe Sie von der Schule zu werfen, und auch wenn es Ihnen momentan sinnlos erscheinen mag, Sie brauchen den Abschluss an dieser Schule. Ihr Heldenimage wird sie nicht ewig über Wasser halten können..' doch in dem Augenblick in dem der Professor die Worte ausgesprochen hatte, bereute er sie auch schon.

War in den Augen des Jungen zuvor wenigstens ein Funken Leben zu erkennen gewesen, so änderte sich dies schlagartig als Snape von seinem Status in der Zauberwelt sprach. Wie ein Schleier legte sich die Gleichgültigkeit und Emotionslosigkeit über diese grünen Augen, und ließen sie um Jahre älter erscheinen.

Es war eindeutig ein Fehler gewesen den Jungen damit zu konfrontieren, damit hatte er ihm zu verstehen gegeben, dass auch er nur das in ihm sah, das alle anderen in ihm sahen, auch wenn es nicht der Wahrheit entsprach. War er wirklich schon so müde, dass er sich solche Fehler erlaubte? Oder war es vielmehr, die Gewissheit, dass er den wunden Punkt des Jungen treffen konnte, dessen Vater er mehr hasste, als jeden anderen Menschen auf der Welt? So sehr er sich auch wünschte verneinen zu können, dass er niemals zu solch niederen Gefühlen fähig war, so wusste er dennoch, dass es einer Lüge gleich kämen würde. ‚Es tut mir leid, ich hätte das nicht erwähnen dürfen.' brachte er ehrlich hervor und hoffte, dass er damit den Jungen wenigstens etwas Vertrauen in seine Person schenken konnte.

Doch er wusste auch, dass Potter es ihm niemals so einfach machen würde, oder besser gesagt machen konnte. Seit er das erste Mal an diese Schule gekommen war, hatte Snape nichts unversucht gelassen ihm das Leben zur Hölle zu machen. Und je mehr sich der Gryffindor in das Gebilde von Hogwarts einfügte, je mehr er zu dem strahlenden Helden der Zauberwelt wurde, je stärker wurden die Attacken, die er von seinem Lehrer zu erwarten hatte.

Und nun sollte er gerade zu dem Menschen Vertrauen haben, der ihn immer verabscheut hatte? Fast hätte der Zaubertränkemeister über diese Ironie gelacht, doch der Blick des Gryffindor ließ das Lachen in seinem Hals ersterben.

‚Was genau wollen Sie von mir?' fragte der braunhaarige Junge mit lauerndem Unterton.

Snape dachte lange über diese Worte nach, und nach und nach kam er zu der Überzeugung, dass er selbst nicht wusste, was er damit bezweckte Potter in seine Räume geladen zu haben. Was wollte er wirklich von dem Jungen? Ihn retten? Dieser Gedanke kam ihm mehr als alle andere lächerlich vor. Er war nicht dazu geschaffen irgendjemand zu helfen geschweige denn zu retten.

‚Auch wenn Sie mir nicht glauben werden, ich möchte einfach nur wissen, was mit Ihnen los ist.' antwortete Snape träge. Schon jetzt merkte er, dass ihn diese Unterhaltung sehr viel Kraft kostete, und die Aussicht, dass sie erst begonnen hatte, verstärkte seine Ermattung nur noch. ‚Ich weiß, dass Sie Regeln immer sehr dehnbar ausgelegt haben, dass Sie ihren Kopf durchgesetzt haben, egal zu welchen Preis. Doch die Entwicklung, die Sie nun eingeschlagen haben, erscheint mir als äußerst.. nun sagen wir, bedenkenswert.'

‚Bedenkenswert?' fragte der Gryffindor ungläubig nach. ‚In welcher Form bedenkenswert? Ich habe einmal etwas zu sehr über die Stränge geschlagen, und unglücklicherweise haben Sie mich dabei auch noch erwischt. Nun, mir ist klar, dass das Ganze Konsequenzen haben wird, nur das mir das einfach nur noch egal ist. Es kümmert mich nicht!'

In diesem Augenblick wusste Snape, dass Potter recht hatte. Im Grunde hatte er keinerlei Beweise, dass sein Schüler wirklich Probleme hatte. Nur weil der alte Zauberer, der sich Direktor schimpfte, Bedenken geäußert hatte, und er ihn zum ersten Mal betrunken vorgefunden hatte, war das noch kein triftiger Grund etwas Schlimmes anzunehmen.

Und doch wurde das nagende Gefühl in Snape dadurch nicht besänftigt. Irgendetwas sagte ihm, dass es schon fast zu spät war einzugreifen. Dieser Eindruck ließ sich einfach nicht beiseite schieben, so sehr er sich es auch wünschte. Und noch vielmehr ließ ihn die Gewissheit nicht los, dass er der einzige war, der das Schicksal des Jungen noch ändern konnte. Nur wie sollte er das, wenn er nicht einmal wusste, was mit Potter geschah.

‚Ich kann dich nicht halten. Wenn du der Meinung bist, alles sei in bester Ordnung, und ich wäre nur ein alter Spinner der sich unnötig Sorgen macht, dann bitte... du weißt wo die Türe ist. Ich biete dir etwas an, von dem nicht einmal ich gedacht habe, dass ich dazu fähig wäre. Ich möchte dir zuhören, nicht als dein Professor, nicht als dein Freund oder ähnlich sinnloses. Eher als jemand, der mehr von den Dingen gesehen hat, die jetzt dein Leben zerstören wollen.' Schloss der Zaubertränkemeister resignierend.

Er fürchtete sich davor, dass Potter wirklich aufstehen würde und zur Tür gehen würde, und doch fürchtete er sich mehr davor, dass er blieb. Was würde geschehen, wenn sein Schüler wirklich davon erzählen würde, was ihn belastete? Würde er verstehen können, was ihn von innen zerfraß? Und noch mehr quälte ihn die Frage, ob er selbst verkraften konnte, was ihm Potter zu sagen hatte.

Mit unverhohlenem Erstaunen starrte der Gryffindor seinen Professor an. ‚Wie können Sie es wagen mir gegenüber von Verstehen zu reden? Woher nehmen Sie den Mut her mir zu erklären, dass Sie wüssten, was mit mir dort geschehen ist? Sie wissen nichts. Sie wissen überhaupt nicht was es bedeutet dort allein zu sein und nur auf die Gnade anderer zu hoffen. Also kommen Sie mir niemals wieder mit so einer Farce. Sie wissen nichts!' Potters Stimme war fast zu einem Flüstern verkommen, und die Bedrohlichkeit in dieser Stimme war nicht zu leugnen. Kalte Schauer zogen sich über den Rücken des Zaubertränkemeisters als er die Worte seines Schülers hörte, und zum ersten Mal fragte er sich wirklich, was geschehen war, nachdem Potter in den Wirren der Death Eater verschollen war.

‚Dann erzähl es mir!' forderte Snape ihn auf. ‚Erzähl mir was geschehen ist?' Im selben Augenblick in dem die Worte über seine Lippen kamen, wünschte er sich nichts sehnlichster als dass er sie niemals hätte aussprechen müssen.

TBC...