Also gut, ich habe es doch noch vor Winter geschafft ein neues Kapitel zu schreiben (ein ziemlich langes 'seufzt', Sorry aber sonst kommen wieder beschwerden, dass ich an der unmöglichsten Stelle aufgehört habe 'schmunzel' nicht das ich es hier nicht getan hätte 'ggg')
Diese Kapitel beantwortet sehr viele der Fragen, was momentan mit Harry los ist. Vielleicht ein paar zu viel, aber das musste einfach sein 'smile' irgendwie ist es sogar mir schwer gefallen, den kleinen so tief sinken zu lassen, aber auf der anderen Seite, wen würde es wundern.
Herzlichen Dank an saby, kissy, lorelei, sam, maxine und thaia 'knuddelt alle mal kräftig durch' Und dieses Mal wollte ich kurz auf die lieben Reviews eingehen 'Smile' also:
Saby: Nein, die Nachricht ist nicht von Harry 'g' die ist von wem ganz ganz ganz ganz anderen ;) kommt aber erst sehr spät raus, von wem sie ist g aber erinnere mich noch mal dran, sonst vergesse ich es zum schluss noch ;)
Kissymouse: also menno. Hast du viele fragen. Aber ein paar beantworte ich dann irgendwann mal ;)
Sam: der doofe fehler passiert mir dauernd 'grummelt' ich weiß auch nicht warum aber Harry ist für mich immer ein Abbild von Sirius, weswegen ich ihn immer wieder falsch skizziere 'Seufzt' kannst du mir noch einmal vergeben? 'lieb guckt' ich gelobe besserung!
Maxine: wir sind ja wieder überhaupt nicht fordernd 'schmunzelt' nicht? ;)
Thaia: mit harry ist wirklich was ganz gemeines passiert. Und ich find es auch so gemein, dass er das durchmachen muss 'seufzt' irgendwie hat er es nicht verdient findet
Lorelei: und das gerade von dir? 'freut sich wie ein honigkuchenpferd'
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Ich habe versucht zu leben
Ich habe versucht zu sein wie ihr
Ich habe versucht mich anzupassen
Ich habe versucht etwas anderes zu werden
Doch je mehr ich versuchte,
Desto sinnloser erschien es mir.
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Es gab Zeiten, in denen fürchtete ich mich vor der Zukunft. Ich ängstigte mich vor dem Kommenden und vor dem vor mir Liegenden. Doch jetzt ist diese Angst von mir gewichen. Ich fürchte die Zukunft nicht mehr, da ich nun weiß, dass ich niemals zu ihr gehören werde.
Die Welt verändert sich immer wieder, der Fortschritt hält auch in unserer Welt an, und gerade deshalb fühle ich mich mehr denn je wie ein Fossil. Ich gehöre einer aussterbenden Rasse an. Und ich kann nicht sagen, dass ich darüber unglücklich wäre. Niemand sollte die Dinge durchmachen müssen, die von mir verlangt wurden. Niemand sollte so enden wie Potter und ich.
Es ist schon seltsam. Einst war der Junge, der lebte, für mich der Innbegriff an Verhöhnung, der schmerzende Dorn in einer niemals heilenden Wunde, und heute fühle ich mich ihm näher als jemals zuvor. Ich sehe in ihm den Jungen der ich selbst geworden bin, ich sehe den Mann der ich niemals sein wollte. Uns verbindet sehr vieles und doch trennt uns eine ganze Welt.
In vielen schlaflosen Nächten habe ich daran gedacht, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich damals nicht diesen zerstörenden Fehler begangen hätte, wenn ich niemals die Worte gehört hätte, die von Falschheit und Betrug zeugten, und dennoch so verlockend waren, dass ich ihnen nicht widerstehen konnte. Was wäre gewesen, wenn ich nicht die dunkle Seite in mir entdeckt hätte, wenn ich dem Ruf meiner eigenen Stimme nicht gefolgt wäre? Ich wünsche ich wüsste, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich nicht meiner eigenen Schwäche gefolgt wäre.
Doch so sehr ich einem Leben auch nachtrauere, das ich niemals geführt habe, so sehr verfluche ich mich für diese weitere Unfähigkeit.
Es wird eine Zeit kommen in der werden unsere Namen nur noch in Geschichtsbüchern vorkommen. Kinder werden nicht mehr erschauern vor dem Namen, der nicht genannt werden darf, und das Monster das unsere Welt heimsuchte, wird nur noch ein Nachtalp in den Schlafzimmern kleiner Kinder sein. Ich sehne mich nach dieser Zeit, ich wünsche ich könnte noch einmal den Ausdruck wahrer Unschuld erblicken. Doch alles was mir geblieben ist, ist meine eigene Müdigkeit von dem was war, was ist, was kommen wird.
Doch ich bin alt, mir sind nicht mehr so viele Tage verblieben, in denen ich darüber sinnieren kann, wie ein Leben gewesen wäre, dass niemals für mich bestimmt war. Ein Trost in meiner melancholischen Welt. Der Tropfen, der einen Verdurstenden am Leben hält.
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Wie lange der Zaubertränkemeister nun schon in der dunklen Ecke stand, wusste er selbst nicht mehr. Irgendetwas in ihm weigerte sich durch diese schwarzbemalte Eisentür zu gehen. Eine schrille Stimme in ihm warnte ihn, vor dem was er dahinter erfahren würde.
Immer wieder glitt sein Blick über die schäbige Neonschrift, die in übergroßen Lettern ‚the HOLE' ankündigte. Es hatte einige Zeit gedauert, bis Snape das Lokal gefunden hatte, obwohl er nur wenige Straße davon entfernt appartiert war. In diesem Viertel schien alles gleich heruntergekommen und verschmutzt zu sein. Und nicht zum ersten Mal fragte er sich, was er gerade an solch einem Ort herausfinden sollte.
Snape atmete noch einmal tief durch und wollte aus dem umhüllenden Schatten treten als er stockte und sich sein Blick auf die schlaksige Gestalt haftete, die zu Boden blickend um die Ecke trat. Auch ohne sein Gesicht zu erkennen, wusste der Zaubertränkemeister um wen es sich handelte. Allein der Gang und die gebeugte Haltung verrieten ihm, dass es sich nur um Potter handeln konnte. Ohne auch nur ein einziges Mal aufzublicken ging Potter auf die Eisentür zu und ging hinein. Seine ganzen Bewegungen verrieten eindeutig, dass er sich hier auskannte, dass er nicht zum ersten Mal hier war.
In gewisser Weise überraschte es den Professor nicht, dass er gerade hier auf den Jungen stieß und doch erschütterte es ihn. Das nagende Gefühl in ihm wurde immer stärker und er wusste, wenn er dem Jungen folgen würde, würde er mehr herausfinden als ihm lieb war. Doch er wusste auch, dass es nun kein Zurück für ihn mehr gab.
Snape streifte seinen Umhang ab und verstaute ihn einstweilen hinter ein paar Mülltonnen nicht weit von ihm entfernt. Der übelriechende Gestank, der von den Tonnen ausging, ließ ihn angewidert das Gesicht verziehen. Vorsorglich hatte er unter seiner Alltagsrobe auch Muggelkleidung angezogen, jedenfalls hoffte er, dass seine Bekleidung als solche durchgehen konnte. Argwöhnisch strich er über die schwarze Hose und das schwarze Hemd. Es war schon sehr lange her, dass er solche Kleidung getragen hatte, doch er wollte nicht mehr auffallen als unbedingt nötig.
Mit festem Schritt ging er auf das Lokal zu und betrat es durch die schwarze Eisentür.
Der Gestank, der ihm bei seinem Eintreten entgegenschlug war abscheulich. Kalter Rauch von billigen Zigaretten, Alkohol und Parfüm verdichtete sich zu einer kompakten Wand aus Rauch. Für einige Augenblicke erkannte der Professor nichts außer einige helle Lichtreize und wirres Stimmengewirr, das nur von einer grässlich, schrillen Musik übertönt wurde. Doch nachdem sich seine Augen an die veränderten Einflüsse gewöhnt hatten und er mehr von dem vor ihm liegenden Raum erkannte, weiteten sich seine Augen zunehmend.
Machte das Lokal schon von draußen einen schäbigen Eindruck, so wurde dieser noch bei Weitem von dem Inneren übertroffen. Auf Komfort war überhaupt nicht Wert gelegt worden, einige der Tische schienen nur noch von dem Dreck auf ihnen zusammengehalten zu werden. An den Wänden waren einige separate dunkle Nischen untergebracht, die wohl irgendwann einmal mit rotem Samt ausgelegt worden waren. Doch das Mobiliar allein verursachte diesen Eindruck von Heruntergekommenheit nicht. Es waren vielmehr die Besucher hier. Es waren nur Männer anwesend. Und selbst das schien eine Übertreibung zu sein. Viele der Anwesenden waren kaum älter als sechszehn, halbe Kinder noch.
Ungläubig blickte er auf einen älteren Mann unweit von ihm entfernt, der vor einem der Knaben stand und diesen ausgiebig musterte. Sein schmieriges Aussehen und seine Grobschlächtigkeit standen im krassen Gegensatz zu den kindlichen Zügen des Jungen vor ihm. Der Junge war um gut einen Kopf kleiner als der Mann und hatte kurze blonde Haare, die ihn noch um einiges jünger erscheinen ließen als er wahrscheinlich wirklich war. Er war schlank, und doch zeichneten sich einige Muskeln unter dem hautengen weißen T-Shirt ab, dass ihm nur bis über den Bauchnabel reichte. Er trug eine hautenge blaue Jeans, die mit unzähligen riesigen Löchern übersät war. Das ungleiche Paar schien sehr intensiv über etwas zu diskutieren, doch dann nickte der Mann zufrieden und der Junge ging auf eine Tür zu, auf der sehr undeutlich ‚PRIVAT' handschriftlich geschrieben war. Mit einem breiten, obszön wirkenden Grinsen folgte der ältere Mann dem Jungen.
Stirnrunzelnd beobachtete Snape die Szene als ihn eine Stimme hinter ihm aus seinen Gedanken riss. ‚Bist du auf der Suche nach mir?'
Für einen kurzen Augenblick setzte sein Herz aus und er wusste fast schon, dass es sich nur um Potter handeln konnte. Wenn er sich jetzt umdrehen würde, würde er in die grünen Augen seines Schülers blicken. Er würde die fragenden Worte in seinen Augen sehen, würde mit seinen eigenen um Verständnis heischen.
Langsam wandte er sich um, gefasst gleich in das Gesicht seines Schülers zu sehen. Doch es war nicht Potter, der ihn angesprochen hatte. Der Junge hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit Potter, die Haare genauso wirr, obwohl es hier wohl beabsichtigt war, doch seine Augen hatten einen tiefen Blauton, und seine Züge waren um einiges kindlicher als die des Gryffindor, obwohl sie im gleichen Alter sein müssten.
‚Nein, ich...' brachte Snape verstört hervor.
‚Ach komm schon... Ich bin sicher, dass du nur auf mich gewartet hast! Ich kann dir helfen deine kühnsten Phantasien auszuleben!' antwortete der Junge ihm. Ein breites Grinsen zog sich über seine Züge.
Snape wusste nicht, was er von dieser Antwort halten sollte. Was meinte er mit kühnsten Phantasien ausleben? Welche Phantasien? Er fühlte sich mit dieser Situation vollkommen überfordert und zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit schien es ihm die Sprache zu verschlagen. Mit großen fragenden Augen sah er den Jungen vor sich an.
‚Zum ersten Mal hier, nicht?' der amüsierte Unterton in seiner Stimme war nicht zu überhören. Wie konnte es der Junge wagen sich über ihn lustig zu machen? Leise Wut stieg in dem Zaubertränkemeister auf, und endlich wurde er aus seiner Erstarrung gerissen. ‚Wie heißt du?' Eigentlich interessierte es ihn nicht wirklich, doch es war sehr viel leichter für ihn, wenn diesem Gesicht ein Name zugeordnet war.
‚Nenn mich einfach Jake.' Antwortete der Junge mit gespielt trotziger Haltung.
‚Also Jake ... Was genau willst du von mir?' Noch immer nicht wirklich sicher, ob er wirklich wissen wollte, was der Junge gemeint hatte, sprach Snape die Worte aus.
‚Oh Mann ....' erwiderte Jake sichtlich genervt. ‚Okay, also hör zu. Hier läuft es so ab: Du suchst dir einen Jungen aus, und sprichst ihn an. Sag ihm was für Neigungen du hast, und was du dir vorstellst. Und dann verhandelst ihr über den Preis. Für die harten Sachen musst du extra zahlen. Genauso für die Jüngeren hier, aber dazu musst du erst zu Drake.' Mit einem Fingerzeig deutete der Junge auf eine der Nischen. Mit zusammengekniffenen Augen blickte Snape in die Richtung, konnte aber nur sehr wage die Umrisse eines Menschen in der Nische erkennen. ‚Ihm gehört dieses Lokal?' fragte der Zaubertränkemeister unsicher.
Jake stieß ein lautes, unpassendes Lachen aus und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Professor. ‚Ihm gehört alles hier, verstanden? Leg dich lieber nicht mit ihm an, und sei ein brav zahlender Kunde! Also was ist? Was willst du? Ich mache so ziemlich alles, nur Fisten und Fesseln ist nicht drin!'
Schockiert blickte der Zaubertränkemeister den Jungen an. Nun endlich verstand er um welche Art Etablissement es sich handelte, und in dem Augenblick, in dem ihn die Erkenntnis traf, hatte er das Gefühl er müsse sich übergeben. Seine ganzer Körper schien zu zittern. Noch immer konnte er nicht glauben, wohin er geführt worden war. Und noch weniger konnte er fassen, dass Potter sich hier in diesen Kreisen bewegte. Warum? Was? So viele Fragen tauchten in seinen Gedanken auf, so wenige Antworten. Er hatte gewusst, dass er nicht hierher kommen sollte, er hatte es gewusst! Sein Magen revoltierte immer mehr und für einen Augenblick fürchtete Snape, dass seine Knie unter der Last seines Körpers nachgeben würden und er einfach in sich zusammen sacken würde.
Nur am Rande seiner Wahrnehmung erkannte er die bekannte Silhouette seines Schülers, der aus der Tür mit der Aufschrift ‚PRIVAT' trat. Es dauerte einige Augenblicke bevor er sich wieder im Stande fühlte zu sprechen. ‚Was ist mit ihm?' Der Zaubertränkemeister fürchtete sich vor der Antwort die er womöglich, ja sogar höchstwahrscheinlich bekommen würde. Dennoch musste er die Frage stellen. Er musste sicher sein, auch wenn er nicht wusste was er machen sollte, wenn sich seine Befürchtungen als berechtigt herausstellten.
‚Wer? ... Ach Harry!' Jakes Stimme hatte sich unmerklich verändert, dennoch war Snape die Feindseligkeit nicht entgangen, die darin mitschwang als der Junge den Namen seines Schülers aussprach. ‚Na ja, von ihm kannst du wirklich alles haben... aber ich würde dir raten, die Finger von ihm zu lassen. Er steckt schon zu tief drin!'
Diese Antwort traf den Zaubertränkemeister härter als er sich jemals vorstellen hätte können. Er fühlte sich als wäre er von eine Horde wilder Drachen angefallen worden. Er war geschockt, er wusste nicht was er denken sollte, er wusste nicht was er tun sollte. Er fühlte sich hilflos, unfähig das gerade gehörte zu fassen, sich mit ihm wirklich auseinander zu setzen.
Noch immer starrte Snape den Gryffindor an, und wünschte sich nichts mehr als einfach vergessen zu können, was er erfahren hatte. Wie hatte es jemals so weit kommen können. Warum war Potter zu diesem Ding geworden? Warum verkaufte er sich und seinen Körper? Erst als diese Frage durch seinen Geist schwebte, erfasste er endgültig die Realität. Potter, der Held, der niemals einer werden wollte, war zu etwas geworden, dass sich für eine Hand voll Geld verkaufte. Nichts war übriggeblieben von dem Ruhm, von den Lobreden, den Orden, nichts hatte diese Glorie von dem Jungen zurückgelassen außer dem Elend, dem der Zaubertränkemeister sich nun gegenüber stehen sah.
In seinen eigenen Gedanken vertieft hatte Snape nicht bemerkt, dass sich der Blick des Gryffindor auf ihn gerichtet hatte. Potter sah ihn mit Entsetzen und Schrecken an, rührte sich jedoch keinen Zentimeter von der Stelle. Er schien in seinen eigenen Bewegungen festgefroren zu sein. Seine Augen waren unnatürlich geweitet, und verstärkten den Eindruck von Angst nur noch weiter.
Als Snape begriff, dass der Gryffindor ihn gesehen hatte, stieg auch in ihm Panik auf. Dieses Gefühl war so übermächtig, so bezwingend, dass er sich dem nicht widersetzen konnte. Fast schon fluchtartig stieß er Jake beiseite und stürmte dem Ausgang entgegen. Er konnte nicht noch einen einzigen Augenblick in diesem stickigen Raum bleiben, konnte nicht weiter die grellen Lichtereize ertragen, konnte nicht weiter in das Gesicht des Jungen sehen, den er mitzerstört hatte.
Endlich umspielte ihn die zärtlich kühle Nachtluft, versuchte beharrlich den Gestank des Lokales mit sich zu tragen, obwohl Snape sicher war, dass er den Geruch niemals wieder von sich bekommen würde. Er hatte sich eingebrannt, genauso wie die Worte, die ihn ein ums andere Mal mehr lehrten, dass sie Verdammte waren. ‚Er steckt schon zu tief drin.' hatte der Junge im Lokal gesagt, nicht ahnend, wie recht er damit hatte. Noch nie zuvor schien der Wunsch nach Rettung in dem Zaubertränkemeister so groß gewesen zu sein, und die Aussicht darauf so vernichtend gering.
Resignierend schloss er die Augen und disappierte.
TBC....
PS: Nicht hauen, dass ich gerade hier aufgehört habe 'Smile'
