Ok, hier nur mal ein kurzes Zwischenkapitel smile sorry, dass es
nicht länger geworden ist, aber ich bemühe mich, so schnell wie möglich
weiter zu schreiben, ja? ok, dann wünsche ich euch viel spaß beim
Lesen, und ach ja, vielen lieben dank an alle reviewer. ihr seit
einfach die BESTEN!!!!!!! ach und was ist schon wieder mit und der
formatierung los? 'ist sauer'
so nu aber schluss 'steht unter zeitdruck'
Zu weinen und zu lachen,
Zu hassen und zu lieben,
Zu sterben und zu leben,
Ich habe alles auf mich genommen,
Nur um mich nicht vollkommen zu verlieren.
Noch heute schockiert mich die Begebenheit in ‚the Hole'. Noch heute schaudere ich, welche Eindrücke es bei mir hinterlassen hat. Die Welt, wie sie sich mir dort in diesen Räumlichkeiten offenbarte, war gänzlich anders als jene vertraute, die mich immer noch zu schützen versuchte, auch nachdem ich all meine Unschuld verloren hatte.
Hogwarts war eine Festung für mich, nicht nur im eigentlichen Sinne, sondern auch in einem abstrakteren. So sehr ich auch Ruhe finden wollte, möglich war mir ein artverwandter Zustand dieses Gefühls nur innerhalb dieser Mauern.
Das Schloss und auch seine Bewohner waren mir mehr ein Zuhause geworden, als ich es jemals für möglich halten hätte. Es war jene heile Welt nach der ich immer verzweifelt gesucht hatte, die ich mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen wollte, und für die ich schlussendlich bezahlt habe, und noch immer bezahle.
Doch durch die Begegnung mit Potter in diesem Lokal verwandelte sich auch dieses Gefüge. Die sicheren Mauern schienen zu bröckeln, und meine heile Welt wurde zunehmend von den dunklen Schatten der Wirklichkeit überlagert. Ich konnte noch nicht ahnen, wie sehr ich mich in etwas verstricken würde, das selbst mir außer Kontrolle geraten konnte. Ich konnte nicht ahnen, dass ich noch nicht einmal die Anfänge der Unmenschlichkeit gesehen hatte, ich wusste noch nicht, welch Sumpf sich unter der Decke der Rechtschaffenheit verbarg.
Ich habe gelitten, und leide noch heute, doch heute kommt es mir fast einer Erlösung gleich, dass ich immer noch dazu fähig bin.
Der Weg zurück nach Hogwarts erschien dem Zaubertränkemeister beschwerlicher als jemals zuvor. Jeder Schritt den er machte, ermüdete ihn mehr und mehr und bald hatte er seine verbliebenen Kräfte aufgebraucht, und seine Knie versagten ihren Dienst. Den Blick starr auf den Boden gerichtet, verselbstständigten sich seine Gedanken. Er konnte immer noch nicht glauben, dass es wirklich Potter gewesen war, den er dort in dem Lokal gesehen hatte. Es konnte einfach nicht sein. Er musste sich geirrt haben, anders war es überhaupt nicht möglich. Wie konnte es nur geschehen, dass der einstige Held der Zaubererwelt auf dieses niedrige Niveau sank? Wie konnte es nur möglich sein, dass dieser Junge sich an fremde Männer verkaufte? Geld konnte nicht der Grund sein. Soweit Snape wusste, hatten Potters Eltern ihm genügend hinterlassen. Also warum dann?
Immer wieder und wieder versuchte sich der Zaubertränkemeister einzureden, dass er sich einfach nur getäuscht hatte, dass es niemals Potter gewesen sein konnte, den er dort gesehen hatte. Und dieser andere Junge, dieser Jake, konnte niemals seinen Schüler gemeint haben. Es durfte einfach nicht sein!
Doch so sehr er sich auch wehrte, die Wahrheit hatte sich tief in seinen Geist festgesetzt. ‚...von ihm kannst du alles haben' Diese Worte brannten sich einen Weg durch sein Gedächtnis, hinterließen eine Spur der Verwüstung. Snape wollte sich nicht vorstellen, welche Bedeutung diese Worte hatten, hinterließen sie auch ohne Bilder bereits den bitteren Geschmack der Zerstörung.
Irgendwie konnte sich der Zaubertränkemeister einfach nicht erheben, er schaffte es nicht, aufzustehen und zurück zum Schloss zu gehen. Es war nicht allein die Müdigkeit, die ihn zurückhielt, sondern auch die Gewissheit, in die Gesichter derer zu sehen, die Mitschuld an dem trugen, was mit Potter geschehen war. Er war noch ein Kind gewesen, doch niemand hatte danach gefragt, als sie ihn in den Kampf gegen Voldemort schickten. Keiner verlor auch nur einen Gedanken daran, was es für die Psyche eines halbwüchsigen Knaben bedeuten konnte, einen Menschen töten zu müssen. Keiner hatte sich darum gekümmert, wie es Potter ging, nachdem er zurückgekehrt war. Ihre Feste feierten Sie, ihre Lobreden schwangen Sie, Sie überschütteten den Jungen, der keiner mehr war, mit Orden, schüttelten seine Hand um in Zeitungen zu gelangen. Widerwillig dachte der Zaubertränkemeister daran zurück, wie verlogen die Zeit nach dem Fall des Dunklen Lords gewesen war. Ehemalige Feinde kehrten zurück und beglückwünschten den Held zu seinem Sieg. Und Potter hatte diese ganze verlogene Herrlichkeit stoisch über sich ergehen lassen.
Doch auch er selbst war schuld an dem Schicksal, in das sich der Gryffindor fügte. Er hätte schon früher auf ihn zugehen sollen, hätte versuchen sollen ihn aus dem ganzen Gerede um eine Prophezeiung herauszuhalten. Er hätte versuchen sollen, den Jungen zu finden, als er spurlos verschwunden war. Als niemand wusste wo er sich befand, noch was mit ihm geschah. Er hätte einschreiten müssen, als von ihm verlangt worden war sich dem Dunklen Lord zu stellen.
Doch er hatte nichts von alle dem getan. Auch er hatte sich in seine zugeordnete Rolle gefügt und hatte blind den Anweisungen anderer vertraut. Er hatte niemals einen Gedanken daran verschwendet, was mit dem Jungen geschehen würde, hatte niemals vermutet, dass ihm etwas passieren könnte. Oder hatte er nur wie alle anderen die Pflichten einem weitaus willigeren Opfer aufgezwungen? War er nicht genauso schuldig wie der alte Direktor und das Ministerium? Doch es war zu spät über Schuld und Sühne zu sinnieren. Vielmehr sollte versucht werden das Unglück abzuwenden.
Die nächste Frage, die sich ihm stellte, was er nun unternehmen sollte. Zu viele offene Möglichkeiten, und jede von ihnen erschien ihm falscher als die Vorherige. Er könnte zu Dumbledore gehen, ihm erzählen was er rausgefunden hatte, und darauf hoffen, dass der alte Narr richtig damit umzugehen verstand. Doch so sehr er sich wünschte, diese Möglichkeit konnte er nicht ernsthaft in Betracht ziehen. Möglicherweise konnte der Direktor Potter sogar helfen, vielleicht würde er es sogar schaffen, dass er aus den Sumpf, in den er anscheinend geraten war, wieder herauskommen würde. Doch würde dies seine Probleme wirklich lösen? Würde dadurch der Grund warum es überhaupt so weit gekommen war an die Oberfläche treten? Er bezweifelte es stark.
Dann waren da noch seine Freunde.. Und allem voran Lupin. Doch auch dies kam im Grunde nicht in Frage, da Potters angebliche Freunde viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt waren. Und Lupin. Nun der Werwolf würde ihm vielleicht helfen können, womöglich würde er sogar irgendwann einmal verstehen können, was mit dem Jungen geschehen war. Doch nicht solange der tote Geist von Black noch in seinem Kopf verewigt war. Auch wenn er es niemals zugeben wollte, der Tod seines besten Freundes hatte ihn mehr aus der Bahn geworfen als vielen bewusst war. Auch er hatte sich verändert, auch er war mehr und mehr zu einem der Schatten geworden, die Nachts Hogwarts durchstreiften um nach Ruhe zu suchen. Lupin würde Potter ebenfalls nicht helfen können, auch wenn er es noch so sehr versuchte.
Als eine der letzen Möglichkeiten sah der Zaubertränkemeister nur die Aufgabe des Gryffindor. Sollte er doch sein Leben führen wie er es für richtig hielt. Irgendwann würde er von selbst draufkommen, dass der Weg den er eingeschlagen hatte der Falsche war. Doch gegen diese Option weigerte sich etwas tief in dem Inneren des Professors. Es war eine Lüge, und nichts anderes. Der Junge würde von sich aus nicht mehr aus dieser Gesellschaft kommen, er würde immer tiefer sinken, bis er schlussendlich wirklich tot war. Und diese Schuld wollte der Zaubertränkemeister nicht auch noch auf sich laden.
Als wirklich letzte Möglichkeit erschien ihm nur noch, dass er selbst sich um Potter kümmern würde müssen. Das er versuchte ihn zur Vernunft zu bringen, ihm einen anderen Weg aufzeigte. Und dennoch fürchtete er sich vor den Gewalten, die er lostreten würde. Er fürchtete sich vor den fast schon unausweichlichen Ende, wie auch immer es aussehen mochte.
Auch wenn er sich selbst als durchaus schlechte Wahl empfand, blieb ihm in Ermangelung von Alternativen nichts anderes übrig als selbst zu versuchen, hinter die Fassade zu blicken, die der Junge um sich aufgebaut hatte.
Ironie des Schicksals, dass gerade er zu durchbrechen suchte, wozu er selbst bei sich nicht fähig war.
Es kam ihm so vor als wäre er mit einem Schlag um Jahre gealtert. Jeder einzelne Knochen in seinem Körper schmerzte und in seinem Kopf schien sich ein Schwarm Hornissen eingenistet zu haben. Der ganze Abend war irgendwie zuviel für ihn gewesen. Langsam schleppte er sich in Richtung Schloss.
Normalerweise genoss er es von Dunkelheit umhüllt zu sein, doch dieses Mal verfluchte er diese allumfassende Schwärze, ließ sie ihm doch zuviel Raum für Bilder, die er nur allzu gerne aus seinem Kopf verbannt hätte.
Das Gesicht des Freiers erschien in seinem Geist, wie er zufrieden gegrinst hatte. Und dann der Junge, noch ein halbes Kind, war freiwillig mit ihm gegangen. Allein die Vorstellung dieser alten Hände auf dem Körper des Jungen ließen ihn angewidert schaudern. Ohne es zu wollen, drängten sich weiter Assoziationen auf. Das verschwitzte Gesicht des Alten, der jugendliche Körper unter ihm. Sein Gesicht zu einer abscheulichen Maske aus Lust und Erregung verzogen. Ohne es zu wollen, veränderte sich das Gesicht des Jungen und wurde mehr und mehr zu dem von Potter. Seinen Kopf angewidert auf die Seite gelegt, die Lippen fest aufeinandergepresst, während sein Freier immer wieder und wieder in ihn stieß.
Die Übelkeit, die in dem Zaubertränkemeister aufstieg, ließ ihn einmal trocken würgen, bevor er sich lautstark übergeben musste. Immer wieder und wieder durchfluteten ihn Wellen von Übelkeit, und jedes Mal wenn erneut die Bilder in seinem Geist aufflackerten, hatte er das Gefühl als stülpe sich erneut sein Magen um.
Erschöpft ging er auf einen der Bäume zu und ließ sich an dessen Stamm hinabgleiten. Langsam versuchte Snape sein pochendes Herz wieder unter Kontrolle zu bringen. Angestrengt lauschte er den verschiedenartigen Geräusche, die immer wieder die Stille durchbrachen. Allmählich verschwanden die wirren Bilder aus seinem Geist und damit einhergehend auch die Übelkeit. Dennoch dauerte es noch geraume Zeit, bis er sich wieder soweit unter Kontrolle hatte, dass er sich dazu imstande sah, seinen Weg zurück ins Schloss wieder aufzunehmen.
Die Minuten verstrichen und es kam ihm so vor als würde er sich nicht einen Millimeter vom Fleck bewegen. Als wäre er ewig in diesem undurchdringbaren Dickicht gefangen. Und so seltsam es auch erscheinen mochte, er hoffte es sogar. Dann würden ihm wenigstens die Dinge erspart bleiben, die ihm bevorstanden.
Hatte er sich schon vor der ersten Aussprache mit seinem Schüler gefürchtet, so war diese Angst nun in unvorstellbare Höhen herangewachsen. Wie sollte er sich Potter gegenüber verhalten? Normal? Was war in ihrer Welt schon normal. In gewisser Weise wusste er schon jetzt, dass er noch so lange darüber grübeln konnte, er würde niemals wissen, wie er seinem Schüler von nun an gegenübertreten sollte.
Langsam wurde die Dunkelheit von den ersten zarten Lichtern des Schlosses verdrängt, doch die Silhouette der Schule war ihm noch nie zuvor so trostlos vorgekommen wie an diesem Abend. Früher war dies anders gewesen. In den alten Zeiten hatte ihn immer eine seltsame Erleichterung ergriffen, wenn er die ersten Laternen der Schule erblickte. Würde es jemals wieder so werden?
Wann würde er den Mut finden um Potter auf diesen Abend anzusprechen? Wann würde er die Unerschrockenheit aufbringen können, sich dem weiteren Verlauf dieser Geschichte zu stellen? Er wusste es nicht, wahrscheinlicher war ohnehin, dass diese Zeit niemals kommen würde, und doch wusste er, dass dies wohl der letzte Abend seines bisherigen Lebens gewesen war, und das Zeit ein Luxus war, der ihm von nun an nicht mehr länger vergönnt war.
TBC.....
