Herzlichen Dank an alle die mir zum letzen Kap gereviewt haben: Jeanca, Mina, Kissymouse, Lorelei, Monja, Lokus, Kasseopeia, Sam und Angie.

Und ich weiß, ich hab mal wieder irre lang auf das nächste Kapitel warten lassen asche über mein Haupt aber ich denke jetzt wird es wieder etwas besser, nachdem ich wieder sehr viel mehr Zeit habe ;)

Am Ende antworte ich noch auf die Reviews von Monja und Angie, ich wollte sie eigentlich an den Anfang stellen, aber dann sind die Antworten doch etwas zu groß geworden smile

So nun aber genug der Worte, ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!!!
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Ich hatte eine Wahl,
Ich sah beide Seiten der Münze,
Beide Optionen, die sich mir stellten,
Ich sah Kommendes,
Ich sah Vergangenes,
und dennoch war Fluch die einzige Möglichkeit
Die Kante war meine Wahl.

Ich sah die verdutzten Gesichter. Ich erkannte darin die Verwunderung, und einen kurzen Augenblick war ich versucht mich zu rechtfertigen. Laut hinauszuschreien warum ich tat was ich eben zu tun gezwungen war. Doch dann wurde mir nur allzu bewusst, dass ich niemals eine glaubwürdige Erklärung abgeben hätte können. Doch noch schwerwiegender war der Gedanke, dass ihre Gesichter überhaupt kein Recht hatten, diese Erklärung fordern? Was hatten Sie schon getan um zu verhindern, dass ihr großer Held sich in seinen eigenen Alptraum verfing? Nichts! Sie hatten einfach nur zugesehen!

Die Wut, die in mir aufstieg war unbeschreiblich, Verachtung auf die Umstehenden, Hass auf die anderen Professoren, Abscheu auf die gesamte Schule, Aversion auf die ganze Welt. Gefühle, die altbekannt und dennoch nichts an ihrer verzehrenden Wirkung eingebüßt hatten.

Es war jene Verachtung, die mich zum Mörder werden ließ. Die mich auch nach all den Jahre immer noch antrieb, die mein Inneres zerfraß und gleichzeitig ausfüllte. Auf perfide Art und Weise genoss ich das Gefühl als diese Emotion durchflutete, als es in jede noch so winzige Kapillare meines Selbst eindrang und mich von innen heraus wärmte. Eine ungeahnte Kraft mobilisierte sich in meinem Körper, ließ mich kurz den trägen Körper in meinen Armen vergessen.

Mit jedem neuen Schritt formte sich nur ein einziger Gedanke deutlicher und deutlicher: Diese Welt war nicht mehr die unsere!

Wenn ein Feuersturm durch die alten Gemäuer fegen würde und jedem darin das Fleisch von den Knochen brannte, keine Träne würde sich aus meinen alten Augen lösen. Sie hätten es nicht anders verdient. Die gerechte Strafe für Dekadenz und Überheblichkeit. Für ein Leben, dass andere ihnen gaben und das sie so sinnlos wegwarfen.

Nur der Junge in meinen Armen löste sich aus dieser breiten Masse von dümmlich starrenden Gesichtern. Noch heute bin ich versucht ihn als etwas anderes zu sehen als er damals war, was er heute ist. Er war verloren und in gewisser Weise sah ich mich dazu auserkoren ihn zu finden und zurückzubringen, auch wenn ich selbst nicht wusste wohin genau sich mein Augenmerk richten sollte. Vielleicht war es meine Art einen Teil meiner Welt zu retten, mich an das zu klammern, das verloren schien. Es ist schwierig sich von einem Leben zu lösen, das den einzigen Sinn für einen innehält.

Manchmal kam es mir so vor als würde ich in einen verzerrenden Spiegel sehen. Er offenbarte mir das Extrem meines eigenen Egos, die Version meines Lebens, dass mir erspart worden war. Deutlich in die Gesichtzüge des Jungen waren die Zeichen von Ruhm und Verfall gebrannt.

Genauso wie in seinen Leben gingen sie nahtlos ineinander, wurden nach und nach zu einem einzigen Strang. Doch wie schon am ersten Tag an dem wir uns begegneten, spürte ich den Neid und die Verachtung, die ich seiner ganzen Linie entgegenbrachte.

Erst heute an diesem schicksalsträchtigen Tag, erkenne ich die wahre Bedeutung Harry Potter zu sein. Und erst heute wird mir bewusst, wie glücklich ich mich schätzen konnte, niemals seine Welt vollkommen gesehen zu haben. Ein Junge zu sein, der alles gewonnen hatte, dem alles gegeben wurde, nur um es ihm dann umso schmerzlicher wieder zu nehmen. Alles zu durchleben, alles zu spüren, die helle wie auch die dunkle Seite des Lebens. Ich habe niemals erkannt wie es sein muss, alles zu besitzen und dennoch mit Nichts im Leben auszukommen.

Ich habe vieles mit seinen eigenen Worten gehört, habe in seinen Augen all den Schmerz und die Pein gesehen, doch erst jetzt, in diesem Augenblick verstehe ich, was er mir wirklich sagen wollte.

Leichtfertig gab ich ein Versprechen, habe geschworen ihn zu retten, doch erst jetzt zeigt sich die volle Größe dieser Zusage, welches Opfer von mir verlangt wird, und dennoch bin ich bereit den Preis zu zahlen. Für mich, für ihn, vielleicht auch für alle anderen.

Es dauerte nur etwas mehr als eine Stunde und das Gerücht, dass Professor Snape HarryPotter umgebracht hatte und den Leichnam quer durch die Schule getragen hätte, war durch alle Gänge der Schule zu hören. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer und mit jeder neuen Erzählung der Geschichte, kamen neue Elemente hinzu.

Eine Version berichtete von schrecklichem Lärm, der aus der kleinen Kammer gekommen war, die Harry Potter als Unterkunft diente. Bereits bei der dritten Erzählung kamen lautes Schreien und Fragmente von Zaubersprüchen hinzu, bis die Geschichten sogar dahingehend ausgebaut wurden, dass der Gryffindor blutüberströmt aus dem Zimmer getragen worden war.

Immer weiter und weiter rankten sich die Gerüchte bis schließlich nicht einmal mehr die Gryffindor, die selbst anwesend gewesen waren, Wahrheit und Fiktion auseinander halten konnten.

Die Unruhe wurde größer und größer und schlussendlich drangen die Gerüchte sogar zu den Professoren und auch zu Direktor Dumbledore vor. Stumm hörte er den Geschichten zu die in seiner Schule kursierten. Und obwohl er wusste, dass er den Dingen auf den Grund gehen musste so dauerte es noch über eine Stunde bis der Direktor sich auf den Weg hinab in die Kerker machte.

Müde saß Snape in einem der Sessel vor dem Kamin und versuchte nicht daran zu denken in welchen Tumult er mit seiner Aktion ausgelöst hatte. Doch im Grunde seines kalten Herzens war es ihm auch egal was die anderen von ihm hielten, welche Verbrechen sie ihm auch immer bezichtigen würden. Und dennoch verursachte der Gedanke, dass sich durch sein Handeln alles verändert hatte, eine unangenehme Beklommenheit. Ihm war klar, dass er nicht hier in seinen Gemächern verweilen konnte, dass er wohl niemanden erklären konnte warum er überhaupt so gehandelt hatte. Würde er es dennoch tun, würden sie Potter nach St. Mungus bringen, oder vielleicht an einen noch fürchterlicheren Ort.

Allein der Gedanke an dieses Krankenhaus ließ ihn schaudern. Es gab nur zwei Arten dem Krankenhaus wieder zu entkommen, und keine der Beiden gehörte zu den angenehmen Dingen des Lebens. Das beklemmende Gefühl, das er bereits als Kind verspürte wenn er seinen Blick über die weißen sterilen Wände gleiten ließ, stellte sich ein. Die Grabesstille, die den ganzen Körper durchdrang, den Geist vergiftete und nichts übrig ließ als blankes Entsetzen. Er hatte diese Besuche immer gehasst. Und bereits damals hatte er sich geschworen niemals dorthin zurückzukehren, weder als Besucher noch als Patient!

Nein, dorthin wollte er Potter nicht geben, sie würden ihm auch nicht helfen können, sie würden alles nur noch schlimmer machen, würden seinen Zustand nicht verstehen und würden ihn weiter in den Wahnsinn treiben, der bereits jetzt schon sein gesamtes Wesen überschattete.

Doch genau das würde geschehen, wenn er nicht bald von dieser Schule verschwinden würde. Ohne es zu wissen, hatte er eine Entscheidung getroffen, hatte für sie beide gewählt ohne sich darüber im Klaren gewesen zu sein.

Langsam öffnete er die Augen und wurde sich erst jetzt wieder Weasleys Anwesenheit gewahr. Er war ihm stumm gefolgt, hatte mit keiner Silbe seine Anwesenheit preisgegeben. Das grell rot leuchtende Haupt des Jungen war gesenkt und seine Ellbogen waren auf seine Knie gestützt. Nur kurz ließ Snape seinen Blick über den Jungen gleiten, wog ab ob es überhaupt sinnvoll war diesem Jungen noch Frage zu stellen. Zeit war für ihn ein Luxus, und dennoch brauchte er noch einige Antworten, bevor er alles hinter sich abbrach und einen neuen Weg beschritt, den nur Merlin allein wusste. Und der einzige Mensch, der ihm diese Antworten geben konnte war dieser Junge

‚Wie lange wussten Sie es bereits?' Eigentlich war diese Frage nicht nötig, es war egal, und dennoch wollte es Snape einfach wissen. Er wollte einfach nur wissen wie lange dieser Junge bereits zugesehen hatte wie sein Freund nach und nach in dieser Situation versank. Wie lange schon faltete er seine Hände in seinem Schoss und wartete darauf, dass es endgültig zu spät war? Wie lange hatte er dabei zugesehen wie es seinem besten Freund schlechter und schlechter ging, bis fast alles vollkommen verloren war? Wie lange hätte er noch zugesehen?

Der Kopf des rothaarigen Jungen erhob sich nicht einmal und nachdem einige Zeit des Schweigens vergangen war, glaubte Snape bereits, dass Weasley ihn nicht gehört hatte und setzte erneut zu seiner Frage an.

Als er die traurige Stimme des Gryffindor hörte, verflog der Ärger und Groll gegen ihn, und der Zaubertränkemeister begriff was es für den rothaarigen Jungen bedeutet haben mochte zu wissen wie es um seinen Freund stand.

‚Am Anfang schien alles normal. Jedenfalls zeigte Harry keinerlei Veränderungen, die nicht durch die traumatischen Erlebnisse erklärt werden konnten. Doch mit der Zeit zog er sich immer mehr von uns zurück, wir nahmen an, dass er einfach nur seine Zeit zum Verarbeiten brauchte und ließen ihm seinen Freiraum. Wir dachten, dass es besser werden würde, wenn er nur genügend Zeit hatte um alles zu verarbeiten... doch wir haben uns getäuscht. Statt einer Besserung zog er sich weiter von uns zurück. Immer wieder verschwand er einfach und kam erst irgendwann wieder. Es vergingen oft Tage an denen wir ihn nicht sahen, aber anscheinend schien sich daran keiner zu stören, oder sollte ich sagen, keiner schien es überhaupt zu bemerken. Er wurde immer mehr zu einem Schatten, von dem keiner Notiz zu nehmen schien.' Weasley hob langsam seinen Kopf und sah den Professor mit geröteten Augen an. ‚Er war einfach nicht mehr da... weder für uns noch für jeden anderen. Und niemanden schien es zu kümmern... alle haben weggesehen!'

Wut schwang in der dumpfen Stimme des Gryffindor mit, und Snape konnte es nur allzu gut nachvollziehen. Erst jetzt erkannte er, dass Weasley die Wahrheit sprach. War er nicht auch zu einem Teil dessen geworden, der lieber vergessen wollte, was geschehen war? Hatte er jemals wirklich gemerkt, wenn Potter nicht zu seinem Unterricht erschienen war? Oder hatte er genauso wie alle anderen es einfach zu ignorieren gewusst?

So sehr er sich auch wünschte diese Frage beantworten zu können, es gelang ihm nicht. Natürlich hatte er eine gewisse Veränderung an dem Jungen erkannt, doch nie zuvor war es ihm wirklich bedrohlich vorgekommen. Erst als er die Auswüchse dieses Wandels erkannte, nahm er Dinge wahr, die ihm vorher verborgen gewesen waren.

‚Ich wusste nicht mehr weiter.. ich habe versucht mit ihm zu reden, doch dadurch wurde nur alles noch schlimmer... Ich wollte ihm nicht folgen, und doch tat ich es... diese Bar, Sie haben sie doch auch gesehen... Ich meine wie konnte er nur. Alles ist nur noch ein einziger Alptraum, ein gewaltiger Haufen Scheiße. Und Harry ist mittendrin!' Tränen quollen aus den Augen des Jungen und es fiel ihm immer schwerer zu sprechen.

‚Warum gerade ich?' fragte Snape mit kühler Stimme. Auch wenn er ein gewisses Maß an Mitgefühl für diesen Jungen empfand, so war es ihm dennoch unmöglich es ihm auch nur ansatzweise zu zeigen.

‚Können Sie sich das nicht denken? Ich hatte gehofft, dass Sie begriffen haben, warum ich mich nur mehr an Sie wenden konnte!' Weasley sah ihn mit einem fragenden Blick an, hofft nicht aussprechen zu müssen was doch so offensichtlich war. Doch Snape konnte oder wollte ihm diese Antwort nicht ersparen. Mit heiserer Stimme fuhr der Gryffindor fort. ‚Weil Sie der einzige sind, den er nicht mehr hassen kann... Ich weiß nicht warum, aber so ist es...'

Langsam erhob sich der rothaarige Junge. ‚Was auch immer Sie mit ihm vorhaben, geben Sie ihn nicht auf. Er hat eine zweite Chance verdient... Und sollten wir uns jemals wiedersehen, bitte machen Sie mir keine Vorwürfe, weil ich Ihnen diese Aufgabe übergeben habe. Ich konnte nicht mehr anders.' Nachdem Weasley geendet hatte, wandte er sich um und verließ schweigend den Raum.

Zum ersten Mal seit er den rothaarigen Gryffindor kannte, sah er nicht nur den dummen Sohn von Arthur in ihm, sondern jemanden der ebenfalls mehr gesehen hatte, als gut für ihn war. Er hatte ihm Antworten gegeben, doch sie trugen keinesfalls zu seiner Beruhigung bei, sondern glichen eher einer trostlosen Voraussage seines Schicksals.

Mühsam erhob er sich und ging in Richtung Schlafzimmer. Potter lag in einer gekrümmten Haltung auf seinem Bett und zitterte immer noch am ganzen Leib. Und zum ersten Mal fragte sich der Zaubertränkemeister ob er das alles wirklich wert war. Doch bevor dieser Gedanke seine unheilvollen Auswüchse ausbreiten konnte, schob Snape ihn beiseite und hob den Jungen erneut auf.

Als er in den dunklen Geheimgang verschwand, der seine Gemächer mit dem Hinterausgang des Schlosses verband, wagte er nicht einmal einen kurzen Blick zurück auf die Räume, die nunmehr seit fast zwanzig Jahren sein zu Hause gewesen waren. Und in diesem Augenblick wusste er, dass er sie nie wieder sehen würde.

TBC...

Ok, wie schon angekündigt, hier die Kommentare zu zwei Reviews g die sind einfach zu lang um sie an den Anfang zu stellen hust

monja: hehehe, mich wundert es ehrlich gesagt, dass du die erste bist die schreibt, dass ich zu viel von den Emotionen beschreibe. Ich verstehe dich voll und ganz, wenn du sagst, dass du ein paar Zeilen überspringst, weil dir das zu viel ist. Ist auch ok ;) du wirst sicher nicht die einzige sein, die das macht gg aber: (ja so was muss ja kommen, net?) meine Geschichten leben fast alle von diesen Emotionen, ich hasse Geschichten zu schreiben die viel Handlung haben.. so was kann ich einfach nicht, ich lasse vieles nur in der gedankenwelt geschehen, für mich stand eigentlich immer das psychische Zerwürfnis im Mittelpunkt und nicht viel Action. Wie gesagt, ich kann das auch überhaupt nicht schreiben. Da bricht mir wortwörtlich ein Zacken aus der Krone. Ich hoffe du weißt was ich meine ;) und natürlich hoffe ich, dass du dennoch meine Geschichten lesen wirst :)

angie

Ah, jetzt hast du die Büchse der Pandora geöffnet evilgrin du hast schon recht, eigentlich sollte sich Snape abgrenzen können, doch ich denke er kann mit allem umgehen, dass er selbst versucht zu verarbeiten, bzw. was er selbst durchmachen musste. Alles was über diese Erfahrungen hinausgehen, das wird für ihn zu einer Art Bedrohung.. eine Bedrohung seines Selbst. Vielleicht sind auch verdrängte Gefühle mit im Spiel, die dadurch was Harry passiert ist bzw. in was er sich hineinbegeben hat, wieder empor kommen. Ich denke Snape hat aus Selbstschutz diese Mauer um sich aufgebaut, nicht nur für alle anderen, sondern hauptsächlich für sich selbst. Es ist immer schwer vorauszusagen, wie ein Mensch reagiert, wenn ihm etwas Schreckliches wiederfährt. Die einen kapseln sich ab, die anderen verdrängen, wiederum andere geben einfach auf... Ich denke Snape hat einfach versucht alles, was in seinem Leben schief gegangen ist, zu vergessen, und ich glaube da gab es einiges, dass er vergessen wollte. doch durch Harry kommt das ganze langsam aber sicher hoch. Ich sehe auch hauptsächlich darin seine Motivation Harry zu helfen. Er will sich selbst heilen. Und ich denke, er glaubt, wenn er bei Harry Erfolg hat, dann kann er auch sich retten. Verstehst du wie ich das me