amunet:
Im Grunde isses doch nicht wichtig ob du eine böse
Schwarzleserin warst, oder net, ich hab mich auf jeden fall riesig
über dein Lob und dein Review gefreut.
Ich muß
ehrlich sagen, ich weiß noch net ob und wenn ja welche Rolle
das Bild bzw. die Frau darauf haben werden. Die Szene war wohl eher
eine Laune meinerseits, was natürlich nicht heißen soll,
ich verquirks sie nicht noch weiter aber das wird wohl auch für
mich noch weiter
jessica: das ist ein total liebes lob blush ich hoffe ich enttäusche dich dann auch nicht in zukunft
freak: lol mich auch glaubs mir
lokus: ich hoffe es kommen nun öfters update dieses kapitel ist eigentlich eh schon ne weile fertig, nur war ich bisher noch nicht fähig es nochmal korrektur zu lesen, deshalb kommt es etwas verspätet. und ich hoffe mal das nächste kapitel kommt auch wieder etwas früher als das letzte ;)
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Wenn Liebe zu Hass wird
Wenn der Feind der einzige Mensch ist,
dem du noch vertrauen kannst.
Wenn du den Schmerz willkommen heißt,
nur um zu wissen dass du noch lebst.
Wenn deine Realität so grausam ist,
dass du nur noch Illusionen nachjagst
Dann bist du in meiner Welt angekommen
Als Kind gefiel mir die Abgeschiedenheit der Wälder, diese beschauliche Ruhe, die eigentlich gar keine war. Besonders abends und nachts erwies sich die Einsamkeit gerade an Orten, die normale Menschen zu meiden schienen mehr als willkommen. Manche würden sagen, ich war schon als Kind ein Einzelgänger, ein Sonderling, dessen Zukunft bereits damals bestimmt worden war. Viele dachten ich hätte in gewisser Weise Angst vor anderen Menschen, suchte deshalb die Isolation, doch genau das Gegenteil war der Fall. Ich verabscheute einfach nur die Anwesenheit anderer. Ihre dummen Gespräche und Floskeln, ihr gegenseitiges Beweihreichern um in der Gunst des Anderen zu steigen, und doch nicht verbergen können, dass ihre Wertschätzung mehr als niedrig war. Sie stanken regelrecht vor Verlogenheit und Unredlichkeit.
Ich hasste dieses ganze Getue und deshalb zog ich mich so weit es ging zurück. So weit weg von allem wie es nur irgendwie möglich war. Niemand kümmerte es wenn ich tagelang nicht in dem Gefängnis auftauchte, dass manche mein Elternhaus schimpfen mochten. Solange nur der Schein gewahrt wurde, und ich den braven Sohn vorgab, den sich mein Vater wünschte. Solange ich diese Rolle wortlos spielte, standen mir gewisse Freiheiten zu. Ob aus einfachem Nichtinteresse oder willentlichem Zugeständnis kann ich heute nicht mehr sagen, und um ehrlich zu sein, es interessiert mich heute auch nicht mehr.
Im Laufe der Jahre kannte ich jeden Winkel in dem verkommenen Wald, der unser Anwesen umgab wie eine Liebende. Sträucher wuchsen nur bis zu einer unsichtbaren Linie, wagten nicht diese auch nur mit einem Blatt zu übertreten. Die mächtigen Ranken der uralten Bäume ineinander verwoben, ließen kaum einen Blick dahinter zu, bildeten eine kompakte Mauer aus Blattwerk und Geäst. Und doch ließ mich dieser Wald gewähren, als würde er meine Anwesenheit akzeptieren. Ich brauchte nur einige Schritte gehen und ein unsichtbarer Weg schien sich mir zu eröffnen. Ich konnte das ärgste Dickicht durchstreifen ohne den geringsten Kratzer davonzutragen. War ich hungrig, fand ich einen Strauch Beeren, war ich durstig fand ich eine spärliche Quelle. Tiere mieden mich, und ich mied sie.
Erst heute wird mir bewusst welch seltsame Fügung es gewesen sein muss diesen Fuchs gefunden zu haben. Schon von weitem hörte ich sein klägliches Wimmern, seine verzweifelten Rufe nach Hilfe. Und als ich seinem Wehklagen folgte, fand ich ihn. Eine Pfote in einer primitiven Muggelfalle, blutig und zertrümmert.
Ich sah in seine Augen, sah darin seine Angst und seinen Schmerz. Er wusste, dass er sterben würde, würde ich ihn nicht aus seiner Lage befreien. Und ich hätte es tun können, ich hätte ihn befreien können, und ihn mit einem knappen Heilzauber seiner Schmerzen befreien können. Doch ich tat es nicht.
Die bloße Anwesenheit, seine Dummheit sich von so einem primitiven Werkzeug fangen zu lassen, die Tatsache, dass dieser Wald doch nicht nur mir gehörte, ließ mich wütend werden. Ich hasste dieses Tier dafür, dass es mir meine Illusion geraubt hatte, dass es mir auf seine erbärmliche Art gezeigt hatte, dass ich nicht allein war. Dass es noch andere Menschen gab, denen dieser Wald Zutritt gewährt. Ich verabscheute diese mitleidserregende Kreatur dafür. Und deshalb tat ich nichts.
Ich saß ihm gegenüber. Stunde um Stunde. Sah wie sich seine Augen immer mehr vom Schmerz verschleierten. Wie sein Körper zuckte und sich in der Falle wand, und es dadurch nur noch schlimmer machte. Ich weiß heute nicht mehr wie lange ich dem Tier gegenübergesessen habe, wie lange ich ihm in seinem Todeskampf beobachtete habe. Doch als er endlich starb empfand ich weder Erleichterung noch Genugtuung. Ich war wie ein Forscher der akribisch ein Experiment beobachtete. Doch danach habe ich nie wieder den Wald betreten. Er schien mir mit einem Mal nicht mehr wichtig genug. Er hatte seinen Zauber für mich verloren, seine Magie, sein Wesen war ihm mit einem Mal geraubt.
Als ich an dem Bett des jungen Helden saß, erinnerte ich mich wieder daran. Und die Parallelen zu damals waren verblüffend. Auch heute war ich mehr oder weniger zum Zusehen verdammt. Dieses mal jedoch nicht aus eigenem Antrieb. Dieses Mal wollte ich helfen, doch mir waren die Hände gebunden. Und auch in dieser Situation war mir eine Illusion genommen worden. Die des strahlenden Helden, der erhaben war über das Böse, das er niedergestreckt hatte, allein durch seinen Willen, durch seinen verfluchten Hang zum Guten.
Der Junge wälzte sich in den Lacken, immer wieder und wieder. Krämpfe durchzuckten seinen Körper, ließen ihn in unmöglichen Positionen verharren. Ein kalter, klebriger Schweißfilm hatte sich über seinen gesamten Körper ausgebreitet, verursachte eine unerträgliche Geruchsmischung aus Erbrochenen, Schweiß und Fäkalien. Das Zimmer war von dem Zaubertränkemeister abgedunkelt worden. Nur einige wenige Kerzen hatte der Professor brennen lassen.
Potter keuchte, schien fast an seinem eigenen Atem zu ersticken. Er wandte sich, warf seinen Körper unkontrolliert von einer Seite auf die andere, stöhnte erschreckend schwach, fuhr mit seinem Oberkörper hoch, sah den Professor nur einen kurzen Augenblick an um dann erneut bewusstlos zurückzufallen. Der Junge vollführte einen wahren Veitstanz, der sich über mehrere Stunden hinwegzog. Einmal fiel seine Körpertemperatur bedrohlich nach unten, dann wiederum stieg sein Fieber in lebensbedrohliche Höhen.
Der Professor beobachtet dies alles stumm. Handelte fast schon mechanisch um sich den Gegebenheiten anzupassen, griff das Fieber nach dem Jungen, legte er kühle Bandagen auf seine Stirn. Litt der Körper unter Unterkühlung, wickelte er ihn in die wärmende Bettdecke ein. Immer wieder versuchte er Potter Wasser einzuflößen, konnte jedoch kaum mehr als seine Lippen mit dem feuchten Nass benetzen.
Immer wieder fiel der Blick des Zaubertränkemeisters auf den jungen Körper. Er sah Narben an vielen Stellen, manche schon einige Zeit alt, andere sehr viel jüngeren Datums. Sein gesamter Leib war mit blauen Flecken übersät, von dunkelblau bis grünlich. Einige mochten von den Torturen herrühren, die er gerade durchlebte. Andere waren eindeutig älter.
Snape beschäftigte sich nur sehr nebensächlich mit den Verletzungen, wusste, dass dies ein Teil der Geschichte war, in die der Junge geschlittert war. Und er würde später, wenn sowohl er als Potter wieder zu klaren Gedanken fähig waren, dem versuchen auf den Grund zu gehen. Doch vorerst war sein Denken von dem Entzug beherrscht, den er Junge zu durchleiden hatte.
Es mochten Tage vergangen sein, in denen sich der Zustand Potters kaum veränderte. Sein Puls so rasend schnell war, dass Snape manchmal glaubte, sein Herz würde jede Sekunde unter der Belastung zerspringen. Immer wieder übergab sich der Junge, spie jedoch nicht viel mehr als Magensäfte aus. Wenn der Zaubertränkemeister die Bettwäsche wechselte, war sie bereits Minuten danach erneut durchschwitzt.
Manchmal schlug Potter so wild um sich, dass Snape sich gezwungen sah ihn zu fesseln um sich nicht noch mehr Verletzungen zuzufügen. Es war ein unbestimmter Kampf. Noch immer war Snape nicht davon überzeugt, dass er das Richtige tat. Und auch die Tinkturen, die er dem Jungen immer wieder verabreichte schienen kaum zu helfen. Und obwohl er sie vorsichtig auswählte um Potter nicht noch mehr zuzumuten, schien es mitunter als würden sie die Situation verschlimmern.
Der Zaubertränkemeister kam sich hilflos vor, als würde er gegen Windmühlen kämpfen, sich gegen sein eigenes Schicksal stellen. Jegliche Bemühung dem gefallenen Helden zu helfen schien vergebens. Und manchmal dachte Snape er sollte sich einfach nur in seinen Stuhl fallen lassen, die bleiernen Glieder hängen lassen und warten. Warten ob der Junge diesen Kampf überlebte oder starb. Ob sich in dem geschändeten Körper noch genügen Lebenswillen befand um diese Krise zu überwinden, oder ob seine Vermutung Potter wäre schon längst gestorben sich bewahrheitete.
Doch er tat es nicht, er wechselte weiter die Lacken, säuberte den bleichen, ausgezehrten Körper, versuchte ihn immer wieder Medizin und Flüssigkeit einzuflößen, wachte weiter an seiner Seite und hoffte, dass er überleben würde.
So verging Stunde um Stunde, vielleicht sogar Tage. Der Zaubertränkemeister wusste es nicht mehr. Sein Zeitgefühl war ihm schon längst abhanden gekommen. Doch dann endlich schien Potters Körper ruhiger zu werden. Sein Atmen, meist nur zu einem heiseren Röcheln verkommen, normalisierte sich. Die blasse Haut legte wie von selbst ihren gräulichen Schimmer ab und erschien von etwas Leben erfüllt zu werden. Potters Augenlider die noch vor Kurzem unkontrolliert gezuckt hatte, beruhigten sich und gaben ihm einen schon fast friedlichen Ausdruck. Langsam kehrte sogar etwas Farbe in seine Lippen und Wangen zurück.
Die Verwandlung war so plötzlich, so unerwartet, dass der Professor es zuerst gar nicht glauben konnte. Konnte es wirklich sein, dass der Junge über den Berg war, dass das Schlimmste überstanden war, und nur noch kleinere Eruptionen vor ihnen standen? War die Qual die sie beide die letzten Stunden heimgesucht hatte vorüber, würde Snape wirklich eine Chance geboten aufzuarbeiten was sie beide zerstört hatte?
Der Zaubertränkemeister wagte kaum den Blick von dem sich hebend und senkenden Brustkorb zu lösen. Der Junge lag so friedlich in dem überdimensionalen Bett, als wäre niemals etwas geschehen. Als hätte es die letzten Stunden nicht gegeben.
Ungläubig wachte Snape auch weiter an dem Bett des Kranken, wagte kaum den Blick irgendwohin anders zu richten. Doch allmählich traute er dem Frieden und ließ sich zurück in seinen Sessel fallen. Die Schwere die ihn überkam war überwältigend. Sein Körper schmerzte, seine Glieder waren steif und schwer. Erst jetzt erlaubt er sich die Müdigkeit zu spüren, die ihn bereits seit langem heimgesucht hatte. Die Anspannung ließ allmählich nach, zeigte ihm wie knapp er an seine Grenzen gegangen war. Wie sehr ihn dies alles doch ausgelaugt hatte, an ihm gezehrt hatte, seine Energien aufgefressen hatte. Immer schwerer wurden seine Augenlider, immer unerträglicher war es ihm wach zu bleiben.
Ohne es zu wollen, fiel er in einen tiefen erschöpften Schlaf.
TBC...
