Kapitel10
…und zog Anakins Laserschwert daraus hervor.
„Ich mag solche Menschen wie du. Anfangs dachte ich, du seiest ein bisschen zu schüchtern für den Job, den ich für dich vorgesehen hatte, aber durch deine kleine Aktion hast du dir ein kleinwenig von meinem Respekt verdient.
Allerdings habe ich dich noch nicht wirklich in Aktion gesehen, deshalb warte ich mit meinem Urteil ab."
Mit diesen Worten überreichte er Anakin seine Waffe.
Dieser war etwas überrascht, denn er hatte sozusagen schon mit irgendwelchen Tricks gerechnet. Offenbar war er zu misstrauisch. Aber wer könnte ihm das schon verübeln.
Trotzdem ließ seine Konzentration nicht einen Augenblick nach, denn obwohl Organa ihm zwar seinen Wunsch erfüllt hatte, bedeutete das noch lange nicht, dass er ihm vertrauen konnte.
Mit einer Geste bedeutete Bail ihm, Platz zu nehmen. Immer noch irritiert folgte Anakin der Aufforderung, wenn auch nur widerwillig. Am liebsten hätte er sich Organa sofort geschnappt und wäre abgedampft. Aber vielleicht ließ sich das Ganze ja auch ohne Gewalt regeln. In der einen Hand hatte er noch immer den Blaster, in der anderen sein Laserschwert, jederzeit bereit, es zu aktivieren, sollte Organa eine falsche Bewegung machen.
„Ich habe nicht damit gerechnet, dass du dich auf irgendetwas einlässt, ohne zu wissen, wo sich dein heiliges Laserschwert befindet.
Allerdings habe ich damit gerechnet, dass du meine Wache umbringen würdest. Du verhältst dich nicht sehr Jedi-typisch. Von Anfang an, warst du eher zurückhaltend und nicht so impulsiv, wie ich es von anderen Jedi gewohnt bin, wie z. B. Kenobi, der diese Eigenschaft perfektioniert hat."
Anakin hätte fast laut gelacht. Welche Ironie! Warum konnte dieses Gespräch nur niemand mit anhören? Die anderen Jedi seien impulsiver als er? Normalerweise betrachteten ihn die Leute immer als die Impulsivität in Person! Und Obi-Wan der Impulsivste von allen?
Nein, nicht sein Obi-Wan. Anakin hatte nie jemanden kennen gelernt, der so ruhig und besonnen war wie sein alter Meister.
Einerseits belustigt, aber andererseits auch besorgt schaute Anakin Organa in die Augen. Was bei den Sith hatte man nur mit diesem armen Mann gemacht?
Organa fuhr unbeirrt fort: „Das alles unterscheidet dich wie gesagt von der Masse und macht dich vielleicht damit stärker als alle anderen. Du bist das fehlende Puzzleteil, das mir in meinem Team gefehlt hat. Ich weiß, ich wiederhole mich.
Du kommst hier nicht von meinem Schiff und schon gar nicht mit mir. Selbst für einen Jedi ist das unmöglich. Deshalb schlage ich vor, du kooperierst. Auch hier wiederhole ich mich."
Der Mann, den Anakin als Senator von Alderaan kennen gelernt hatte, war sich seiner sehr sicher. Für Anakins Geschmack zu sicher. Bis jetzt hatte der Jedi Organa ganz gut leiden können und er musste sich zwingen, sich an diese Zeit zurückzuerinnern.
Anakin stand wieder auf. Offenbar gab es doch keine gewaltfreie Lösung.
„Das alles hatten wir bereits, Organa. Ich habe weder die Zeit noch die Lust darüber zu diskutieren. Ich bin in niemandes „Team" und ich lasse mich auch nicht dazu zwingen.
Im Übrigen finde ich nicht, dass Ihr in der Position seid, mir zu drohen. Im Gegenteil. Schließlich bin ich derjenige mit der Waffe in der Hand.
Wir beide werden jetzt diesen Raum hier verlassen und uns auf die Brücke begeben, von wo aus Ihr den Befehl geben werdet, unverzüglich auf Tatooine zu landen.
Wenn Eure Leute wirklich so loyal sind, wie Ihr es von mir verlangt habt, Euch gegenüber zu sein, werden sie sicher alles tun, wenn sie Euch mit einem Laserschwert an der Kehle sehen.
Und noch etwas, Organa." Anakin beugte sich wieder bedrohlich vor. „Wenn Ihr Meister Kenobis Impulsivität schon beeindruckend fandet, dann werdet Ihr von meiner noch Euren Enkeln erzählen. Falls Ihr so lange lebt."
Mit diesen Worten aktivierte er sein Laserschwert und bedeutete Organa damit, aufzustehen. Gleichzeitig fragte er sich, was er machen sollte, wenn Organa nicht bereit war, das zu tun, was er wollte. Er hatte schließlich kaum Druckmittel. Vermutlich musste er einfach darauf vertrauen, dass alle so viel Respekt vor den Jedi haben, dass das ausreicht.
Was außerdem merkwürdig war, ihm allerdings erst jetzt auffiel, war, dass sonst jeder seinen Namen kannte. Obi-Wan und er waren ja sozusagen die Helden und Retter der Republik. Hier hatte niemand bei seinem Namen auch nur aufgemerkt.
Etwas stimmte ganz und gar nicht.
Langsam aber sicher stellte sich bei Anakin eine gewisse Beunruhigung ein. Bis jetzt war das ganze nicht mehr als ärgerlich gewesen, aber nun.
Das konnte doch alles nicht wahr sein. So fing es immer an. Erst relativ harmlos und dann entwickelte es sich immer zu einem Albtraum. Wann hatte das angefangen? Erging es allen Jedi immer so? Oder lag es an ihm?
Und verdammt noch mal, wie war er hierher gelangt?
Wütend beschloss er, zu ignorieren, dass es sich bei Organa um einen Senator handelte, ging um den Tisch herum, warf den Blaster weg, packte ihn beim Kragen und zog ihn mit sich aus dem Zimmer. Dabei ignorierte er völlig, dass dieser wie wild zappelte, um sich trat und protestierte.
Als Anakin jedoch aus der Tür trat, sah er sich einer Horde Droiden und Menschen mit Blastern gegenüber.
Verdammt! Irgendwie war es Organa offenbar doch gelungen Alarm zu schlagen. Aber wie?. Das hätte er bemerken müssen! Wie bei den Sith…?
Nun war auch das letzte bisschen von Anakins Geduld verbraucht. Hier verstand man offenbar nur die Sprache der Gewalt…
