Kapitel13

Schnell, damit Organa nichts passieren würde, schob Anakin diesen wieder zurück in sein Zimmer und verriegelte die Tür von außen. Dann wirbelte er herum und sah seinen Gegnern wütend ins Gesicht.

Während die Droiden sich zuerst nicht von der Stelle bewegten, die Blaster in Bereitschaft, wichen die Menschen kaum merklich zurück. Dann meldete sich einer von ihnen zu Wort:

„Runter mit der Waffe, Jedi! Oder wir sehen uns gezwungen, das Feuer zu eröffnen. Und wir sind eindeutig in der Überzahl!"

Trotz seiner starken Worte konnte Anakin deutlich Furcht in ihm spüren.

Nun, verständlich, so gut wie jeder hatte Respekt vor den Jedi.

Dieser Gedanke kam ihm nicht ohne eine gewisse Genugtuung.

Anakin durchdachte noch einmal schnell alle Möglichkeiten. Doch gerade, als er etwas sagen wollte, eröffnete ein ängstlicher Mann, trotzdem er keinen Befehl dazu hatte, das Feuer und so blieb Anakin gar nichts anderes übrig, als sich zu verteidigen.

Die ersten Laserstrahlen wehrte er nur ab, doch nachdem er seine Position gefestigt hatte, begann er sie gezielt zurückzulenken. Dabei ließ sich Anakin in die Macht fallen und übergab ihr ganz die Kontrolle über seine Schwertbewegungen. Er wusste dadurch immer ganz genau, wann er sein Laserschwert hoch- oder runterziehen musste, um sich zu verteidigen. Automatisch bemühte er sich sogar, die Menschen nur kampfunfähig zu machen und nicht zu töten. Allerdings stellte das bei der Menge der Gegner ein schwieriges Unterfangen dar.

Außerdem versuchte er, während er mit der einen Hand das Laserschwert führte, mit der anderen den Droiden einen Machtstoß zu versetzen, um sie außer Gefecht zu setzen. Mittlerweile hatte er mehrere seiner Gegner entweder kampfunfähig gemacht oder zerstört.

Langsam wurde daraus eine Art Schema: Einen Schuss abwehren, über zahlreiche andere hinweg springen oder ausweichen und mit der anderen Hand Machtstöße verteilen, soweit es eben möglich war. Diese Abfolge von Bewegungen setzte sich immer weiter fort.

Der Jedi sah aus, als wäre er von blauem Licht umgeben, so schnell wirbelte er sein Lichtschwert hin und her.

Sein Zorn war noch immer nicht ganz verraucht und seine Geduld ließ bei der Hartnäckigkeit der Gegner ebenfalls zu wünschen übrig.

Denn immer noch schien niemand die Absicht zu haben, aufzugeben. Offenbar war ihre Loyalität oder aber ihre Furcht vor Organa enorm groß. Doch selbst wenn die Männer sich zurückziehen würden, gab es genug Droiden, um ihn in Schach zu halten.

Anakin hoffte sehr, dass es an Bord keine Droidekas gab.

Außerdem hoffte er, dass niemand auf die Idee käme, ihn auch von der anderen Seite anzugreifen, denn das würde ein großes Problem darstellen. Selbst er wäre dieser Sache dann kaum gewachsen. Mit Obi-Wan an seiner Seite wäre dieser Kampf schon längst vorbei und selbst ein Zweifrontenkampf wäre kein Problem gewesen. Rücken an Rücken hatten sie schon viele solcher Situationen gemeistert.

Während er sein Lichtschwert also mit einer übermenschlichen Geschwindigkeit hin und her riss, begann Anakin zu überlegen, ob es nicht vielleicht doch noch Alternativen gab. Zwar könnte er rein theoretisch noch eine Weile so weiterkämpfen, trotz der Droiden, jedoch dauerte ihm das Ganze einfach zu lang, da es sehr uneffektiv war und viele Menschen starben.

Es gab natürlich noch die Möglichkeit des Rückzugs, um sich dann etwas Neues zu überlegen, aber Anakin war noch nie ein Freund der Kapitulation gewesen. Außerdem wollte er Organa ungern zurücklassen. Andererseits war es relativ wahrscheinlich, ja sogar sicher, dass es auf der Brücke weit weniger Gegner gab als hier.

Warum gab es überhaupt so viel „Personal" an Bord dieses Schiffes? Das war wirklich erstaunlich.

Langsam mussten diese Menschen doch merken, dass das, was sie da taten, völlig sinnlos war. Sie waren völlig überanstrengt und liefen nur blind einem Mann hinterher.

Auch Anakin liefen mittlerweile Schweißperlen über die Stirn, denn er musste sich ununterbrochen wahnsinnig schnell bewegen und herumwirbeln. Also ließ er sich doch dazu herab und zog sich blitzschnell zurück. Wie in allen Dingen konnte Anakin auch hier wieder, wie alle Jedi, übermenschlich schnell reagieren und rennen und machte von dieser Fähigkeit natürlich Gebrauch, sodass niemand in der Lage war, ihm zu folgen.

Als er also den Gang hinuntergesprintet und um mehrere Ecken gebogen war, wobei er sich absichtlich Richtung Brücke bewegte, blieb er kurz stehen, um durchzuatmen.

Diese Männer waren Organa gegenüber ungewöhnlich loyal, dafür, dass er noch nicht lange ihr „Boss" sein konnte. Denn als Anakin ihn das letzte Mal gesehen hatte und das war kurz vor der Mission gewesen, war Organa noch Senator gewesen und nicht Anführer einer Horde Krimineller, die sich u. a. als Kopfgeldjäger ihre Brötchen verdienten.

Der junge Jedi konnte sich auf das Ganze immer noch keinen Reim machen.

Dessen ungeachtet legte Anakin nun die letzten Meter zur Brücke zurück und blieb vor der Tür stehen. Mithilfe der Macht konnte er die Präsenzen innerhalb des vor ihm liegenden Raumes spüren und es waren tatsächlich nicht besonders viele. Einige Menschen und einige Droiden. Es dürfte kein Problem darstellen, die Brücke zu übernehmen. Sie dann zu halten war eine ganz andere Sache. Hinzukam, dass er nicht genau wusste, wo sie sich befanden. Jedoch machte er sich darüber keine allzu großen Gedanken, denn mit den Systemen des Schiffes würde er schon klarkommen und dann war es ein leichtes, die genaue Position des Schiffes festzustellen. Evtl. konnte er dann Verstärkung kontaktieren, damit die Lage vorteilhafter für ihn werden würde.

Gedacht, getan. Mit aktiviertem Laserschwert stürmte der Jedi die Brücke, setzte mit ein paar schnellen Handgriffen alle Droiden außer Kraft, sodass die restliche menschliche Besatzung so klug war, aufzugeben, da sie, berechtigterweise, um ihr Leben bangten. Offenbar hatten diese Männer mehr Verstand als die im Flur.

Oder war das Ganze wieder einmal zu leicht gewesen? Anakin nahm sich erstmal nicht die Zeit, darüber nachzudenken, sondern wandte sich der nächsten Konsole zu.