Kapitel 24
Anakin lief in Aniyas kleinem Wohnzimmer nervös und ungeduldig auf und ab. Zwischendurch warf er finstere Blicke in Richtung Schlafzimmer und in Richtung des anderen Anakins.
Der saß immer noch still und mit gesenktem Kopf auf seinem Sessel.
Anakin hatte den Eindruck, dass er mit einer Meditation beschäftigt war.
Was, bei allen Sith, trieben Obi-Wan und diese Aniya bloß im Schlafzimmer und wieso hatten sie das Radio angemacht?
Nicht, dass Anakin dachte, Obi-Wan würde irgendetwas Unerlaubtes dort tun. Dieser Gedanke war für ihn völlig abwegig, kannte er doch seinen ehemaligen Mentor gut genug, um das zu wissen. Trotzdem fühlte er sich ausgegrenzt und übergangen. Normalerweise taten er und Obi-Wan fast alles gemeinsam, wenn sie sich auf Missionen befanden und hielten keine Schwätzchen in den Schlafzimmern irgendwelcher mysteriösen Frauen.
Tatsache war, dass Anakin einfach nur nach Hause wollte und dass das umso länger dauern würde, je länger sich Obi-Wan in diesem Zimmer aufhielt.
Gerade hatte der junge Jedi die relativ niedrige Grenze seiner Geduld erreicht und wollte in den Nebenraum stürmen, als die Tür aufging und Obi-Wan und Aniya lächelnd ins Wohnzimmer kamen.
Im Hintergrund dudelte immer noch fröhlich die Musik aus dem Radio.
Auf Obi-Wans Gesicht lag aber kurz danach ein merkwürdiger Ausdruck, sodass es Anakin einmal mehr interessierte, was die beiden besprochen hatten.
Der andere Anakin wachte aus seiner Trance wieder auf, Aniya setzte sich auf ihr Sofa und Obi-Wan stellte sich neben Anakin, der den Blick nicht von ihm abwandte.
„Na schön, was soll das Ganze nun?" Anakin blickte ungeduldig in die Runde.
Aniya schaute Obi-Wan auffordernd an und überließ ihm das Reden.
Dieser holte tief Luft. „Die Lage sieht folgendermaßen aus. Aniya ist eine Jedi-Ritterin aus einem anderen Paralleluniversum. Sozusagen aus einem dritten. Auch sie hat schlechte Erfahrungen mit den Jedi hier gemacht und auch sie ist auf der Suche nach einer Lösung unseres kleinen Problems, war aber bis jetzt eben so erfolgreich wie wir.
Fakt ist außerdem, dass wir uns noch mit Anakins Helfern treffen müssen, so wie es offenbar vereinbart war. Auch von dort können wir uns vielleicht Unterstützung erhoffen.
Ich denke, das sollten wir als erstes tun, damit wir komplett sind und dann sehen wir weiter."
Anakins Blick wanderte zwischen Aniya zu Obi-Wan hin und her. „Und das konntet ihr nicht vor uns besprechen? Stattdessen erzählt ihr das euch erst allein, um es danach noch einmal uns zu erzählen? Strukturiertes und konstruktives Vorgehen. Ich bin beeindruckt"
Aniya schaute ihn belustigt an. „Fühlst du dich vernachlässigt? Obi-Wan ist ja jetzt wieder bei dir. Außerdem steht dir Sarkasmus nicht so gut.
Ich halte deinen Plan für gut, Obi-Wan", wandte sie sich nun an den älteren Jedi. „Genau so sollten wir vorgehen."
Anakin funkelte Aniya böse an. Obi-Wan berührte ihn beruhigend und warnend zugleich leicht am Arm, aber so, dass es niemand merkte.
Dann warf er dem anderen Anakin einen Blick zu. „Was meinst du eigentlich dazu? Bis jetzt warst du sehr schweigsam."
Der hiesige Anakin blickte erstaunt auf und schaute zwischen den drei anderen hin und her.
„Ich, äh… Also ehrlich gesagt weiß ich im Moment nicht, wo ich hin soll. Ich habe nicht damit gerechnet, dass mir die Flucht wirklich gelingt. Ich weiß nur, dass ich nicht auf Coruscant bleiben kann, denn sie würden mich finden. Ich denke auch, dass wir uns mit meinen Helfern treffen sollten und dann weitersehen."
Anakin schnaubte. „Du hast nicht damit gerechnet, dass uns die Flucht gelingt? Meine Güte, mit dieser Einstellung hättest du das allein auch nie geschafft."
Aniya schaltete sich ein: „Ja und ohne mich hättest auch du das nicht geschafft, mein lieber Anakin. Also solltest du ihn nicht so anblöken."
Anakin hob die Hand und zeigte mit dem Zeigefinger auf Aniya. „Sei dir da mal nicht so sicher. Du kannst froh sein, dass du offenbar verbündet mit uns bist."
„Hey, Padawan, du solltest deinen Zorn durch dich hindurchfließen lassen." Aniya musste weiterhin grinsen.
Obi-Wan stellte sich vor Anakin, der sich gerade klarzumachen versuchte, dass das nur ein primitiver Versuch war, ihn zu provozieren. „Vielleicht sollten wir nun losgehen? Wie wäre das? Ach Anakin", wandte er sich nun an Anakins weniger hitzköpfiges Ebenbild, „wo treffen wir uns doch gleich mit deinen Freunden?"
Der Angesprochen antwortete nicht gleich, sondern schaute entsetzt zum anderen Anakin. „Ob wir irgendwie mal aus Versehen die Plätze getauscht haben?"
Die anderen Drei schauten ihn verblüfft an. Das war mit Abstand der frechste Satz, den sie von ihm gehört hatten.
Anakin schnaubte, Aniya konnte sich ein kleines Glucksen nicht verkneifen und Obi-Wan machte ein nachdenklichbesorgtes Gesicht, auf Grund der erschreckenden Ernsthaftigkeit, die in diesem eigentlich lustig gemeinten Satz lag.
„Ich soll mich mit meinen Freunden in einer Bar treffen. Sie liegt hier ganz in der Nähe. Aniya, du wirst sie kennen. Die Bar, die Trudy leitet."
Aniya nickte wissend. „Na schön, dann gehen wir mal los, hm?"
----------------------------------------
Nach einem kurzen Fußmarsch erreichte das Quartett eine kleine, unscheinbare Bar.
Obi-Wan war zwar schon vorher an diesem Lokal vorbeigekommen, hatte es aber nicht bemerkt. Es war hervorragend ausgesucht, um sich unbemerkt zu treffen.
Trotzdem machte er sich Gedanken. Was, wenn die Jedi die Helfer von Anakin und Aniya verfolgt hatte und sie sie nun direkt zu ihnen führten? Wie sollten sie weiter vorgehen? Wer war Aniya? Warum hatte er in ihrer Nähe ein merkwürdiges Gefühl? Konnte er ihr trauen?
Obi-Wan musste über sich selbst den Kopf schütteln. Wann konnte er seinen Instinkten vertrauen und wann nicht? Offenbar hatte er mit seinem anfänglichen Gefühl in Bezug auf Aniya doch Recht gehabt. Dabei hatte er doch danach Zweifel an ihr gehabt. Waren diese Zweifel nun berechtigt oder nicht? Sollte er auf seine spontanen Gefühle hören oder auf die späteren?
Er hatte keine Zeit, um weiter darüber nachzudenken, denn sie hatten gerade in der Bar Platz genommen, als besagte Helfer das Etablissement betraten. Sie hatten Anakin sofort erspäht und setzten sich möglichst unauffällig zu ihnen an den Tisch. Es waren vier Jedi-Ritter, von denen Obi-Wan bloß einen aus seinem Universum kannte. Der Rest war ihm völlig fremd. Der Jedi, den Obi-Wan kannte, war eine Alderaanerin, die anderen drei waren ein Mensch, ein Twi'lek und ein Falleen, der mit seinem reptilienartigen Aussehen heraus stach.
Obi-Wan hatte schon lange kein Mitglied seiner Spezies mehr gesehen, war aber keineswegs überrascht, denn in diesem Universum liefen die Dinge ja sowieso alle anders.
Nachdem man sich kurz vorgestellt hatte, kam Aniya sofort zum Thema. Sie erkundigte sich danach, was die fünf geflohenen Jedi nun vorhatten. Der Mensch antwortete sofort, dass er eine Freundin auf Corellia hatte, zu der er ziehen wollte, die anderen waren unschlüssig. Einig waren sie sich nur in dem Punkt, nicht auf Coruscant bleiben zu wollen. Während der Falleen wieder zurück auf seinen Heimatplaneten wollte, um sich dort einen Job zu suchen, wollten die Alderaanerin und der Twi-lek sich lieber einen gemütlichen Planeten aussuchen, um dort ungestört leben zu können.
Klar war wiederum, dass sie zwar die Geschichte der drei anderen glaubten, ihnen auch gerne geholfen hatten und ihnen viel Glück wünschten, sich aber nicht unbedingt an ihrer Sache beteiligen wollten. Lediglich der hiesige Anakin hatte sich dazu noch nicht geäußert, aber Obi-Wan hatte seine Zweifel, ob sein Mut dafür ausreichen würde, denn immerhin hatten sie vorhin klar gemacht, zunächst nicht von Coruscant weggehen zu wollen.
Fazit des Treffens war nun, dass ihre Helfer sich nur in dem Punkt einig waren, sie nicht unterstützen zu wollen, sodass sie also wieder auf sich allein gestellt waren.
An Anakins Gesicht konnte Obi-Wan erkennen, dass dieser nicht sehr böse über diese Tatsache war. Offenbar war ihm Aniya schon genug, denn Obi-Wan hatte nicht den Eindruck, dass er sie besonders leiden konnte. Doch darauf konnten sie jetzt keine Rücksicht nehmen. Sie saßen nun einmal im selben Boot oder wenigstens in sehr ähnlichen Booten und konnten einander helfen.
Die Jedi-Ritter verabschiedeten sich also recht schnell wieder und waren so schnell und unauffällig fort, wie sie gekommen waren.
Obi-Wan seufzte. Anakin gähnte. „Das war dann wohl verschwendete Zeit."
Aniya warf dem anderen Anakin einen Blick zu. „Und, weißt du jetzt, was du nun tun willst?"
Der schüttelte den Kopf. „Ich denke, ich sollte es wie die anderen machen und mir einen Planeten suchen, auf dem man bedenkenlos wohnen kann. Doch bis dahin würde ich ganz gerne mit euch mitkommen, wenn ihr nichts dagegen habt."
„Damit du geschützt bist, nicht wahr. Eine toller Plan für dich." Anakin blickte ihn ernst an.
Obi-Wan verdrehte die Augen. „Anakin, bitte. Sei nicht so unfreundlich. Natürlich kann er mit uns mitkommen. Was meinst du, Aniya?"
„Ja, wenn ihr meint, dass das eine so tolle Idee ist. Ehrlich gesagt würde ich eher Anakin zustimmen. Ich könnte dir anbieten, dass du in meiner Wohnung bleiben kannst, bis dir eine Lösung eingefallen ist. Dort dürftest du sicher sein, solange du niemandem die Tür öffnest. Denn ich hab so im Gefühl, als ob wir noch in ein paar schwierige und gefährliche Situationen geraten werden. Also wärst du bei mir sicherer. Was meinst du?"
Der hiesige Anakin nickte überlegend. „Ja, das wäre eine gute Idee. Ich möchte euch auch nicht im Weg stehen."
„Wunderbar, dann wäre das auch geklärt. Bleibt nur noch die Frage, wie wir anderen drei als nächstes vorgehen wollen. Hat jemand einen Vorschlag?" Anakin kratzte sich nachdenklich am Kopf.
Obi-Wan runzelte die Stirn. „Hm, normalerweise bist du doch immer derjenige, der vor Ideen nur so sprüht und alle mit sich zieht. Bis jetzt hast du nicht gerade viel zu unserer Rettung beigetragen."
Anakin stieß abrupt die Luft aus. „Das sagt ja der Richtige. Wer war denn dafür verantwortlich, dass wir in Gefangenschaft geraten sind?"
Obi-Wan holte gerade Luft, um zu antworten, als Aniya sich einschaltete. „Hey, ihr zwei. Hört auf euch zu streiten, das bringt uns nicht weiter. Wenn ihr euch nicht vertragt, solltet ihr vor die Tür gehen und das dort klären, anstatt euch nur verbale Gefechte zu liefern."
Anakin schüttelte den Kopf. „Ich weiß ja nicht, wie euer Kodex so aussieht, falls ihr einen habt, aber er kann nicht besonders streng sein."
„Oh, doch, das ist er. Aber ich denke, ein jeder Orden wird von seinem Kodex behaupten, dass er streng ist, aber zu ertragen und richtig, denn es gibt ja keine Vergleichsmöglichkeiten. Ich habe immer gedacht, dass unser Kodex verdammt streng ist, aber nachdem ich euch kennen gelernt habe, scheint es mir, als ob euer Kodex noch strenger ist. Es liegt halt immer im Auge des Betrachters und an den Vergleichsmöglichkeiten. Vielleicht gibt es noch ein Universum, in dem es einen noch strengeren Kodex als den euren gibt und dann würdet ihr euren Kodex harmlos finden. Wer weiß das schon?"
Obi-Wan räusperte sich. „Nun, vielleicht können wir wieder zurück zum eigentlichen Thema kommen und überlegen, wie wir nun vorgehen sollen. Offenbar hat Anakin keine Idee, aber wie sieht es mit dir aus Aniya?"
„Tja, ich bin seit circa anderthalb Jahren hier. Säße ich noch hier, wenn ich eine innovative Idee hätte?"
Obi-Wan seufzte. „Das soll dann wohl heißen, ich soll mir etwas überlegen? Ich sage es nur ungern, aber ich bin mit meiner Weisheit ebenso am Ende wie ihr."
Anakin lachte traurig. „Glaubt mir, diese Worte höre ich sonst sehr gerne von Euch gerne und mit einer gewissen Genugtuung, aber diesmal wünsche ich mir, ich hätte nicht Recht behalten,. als ich gesagt hatte, Ihr würdet auch mal nicht weiterwissen."
Alle drei schwiegen, doch dann meldete sich der andere Anakin zu Wort: „Also ich will mich ja nicht einmischen, aber wie findet ihr die Idee, an den Ort zurückzufliegen, an den ihr euch als letztes in eurem eigenen Universum erinnern könnt?"
Obi-Wan schaute die anderen beiden an. „Keine schlechte Idee. Weißt du noch, wo das bei dir ungefähr war, Aniya? Und du Anakin, wo das bei uns war?"
„Natürlich weiß ich, wo das bei uns war, Meister. Ihr etwa nicht? Ich hätte Euch ein bisschen mehr zugetraut."
Obi-Wan murmelte nur etwas vor sich hin.
Aniya schaute ihn belustigt an. „Sei nicht so gemein, Anakin. Dein Meister muss sich ganz andere Dinge merken."
„Er ist nicht mehr mein Meister. Ich bin bereits ein Jedi-Ritter, verehrte Aniya."
„Oh, tatsächlich? Ich bitte um Verzeihung.
Also ich kann mich auch noch an den Ort erinnern, an dem ich das letzte Mal in meinem Universum war. Aber ich muss euch enttäuschen. Ich war schon dort und hätte es etwas gebracht, wäre ich wohl kaum hier und könnte euch davon erzählen."
Während sie sprach, schaute sie eigentlich nur zu Obi-Wan, so als ob sie nur mit ihm sprechen würde. Obi-Wan spürte, dass Anakin das natürlich registriert hatte und konnte sich schon seine Kommentare vorstellen, sobald sie mal unter vier Augen reden konnten. Anakin hasste es, übergangen oder gar ignoriert zu werden. Hoffentlich wurde das kein Problem. Er seufzte.
Aniya lehnte sich vor. „Mach dir keine Sorgen, Obi-Wan. Ich bin sicher, dass wir zu dritt hier schon herauskommen. Ich denke, wir könnten trotzdem probieren, zu dem Ort zu fliegen, an den ihr euch als letztes erinnert. Schaden kann es ja nicht. Was meinst du?"
Während sie sprach, legte sie vorsichtig ihre Hand auf Obi-Wans und erntete einen schrägen Blick von Anakin.
------------------------------------
Na das konnte ja noch interessant werden. Anakin traute seinen Augen nicht, als Aniya ihre Hand platzierte. Er warf ihr einen Blick zu und schaute dann zu Obi-Wan rüber, der sich entweder nichts anmerken ließ oder aber, was Anakin für wahrscheinlicher hielt, Aniyas Geste gar nicht bemerkt hatte. Denn er sah ganz so aus, als ob er völlig in Gedanken versunken war und strich sich mit der anderen Hand immer noch über den Bart. Das war wieder typisch.
Anakin räusperte sich. „Na schön. Dann haben wir ja einen Plan. Wir sollten keine Zeit verlieren und unsere Zusammenarbeit darauf fokussieren. Meinst du nicht auch, Aniya?"
Er schmunzelte ihr zu, hin und her gerissen, ob ihm das gefallen sollte oder nicht. Einerseits könnte Aniya Obi-Wan dazu bringen, lockerer zu werden und vielleicht in einigen Dingen flexibler und liberaler zu werden. Andererseits wollte er aber nicht, dass Obi-Wan in für ihn unangenehme Situationen kam. Schließlich wusste er aus eigener Erfahrung, wie zerrissen man innerlich sein konnte, wenn man sich für eine Sache entscheiden muss.
Zum Glück war er ja immer dabei.
----------------------------------
Aniya bemerkte sowohl Anakins Blicke, als auch sein Schmunzeln und wusste nicht so Recht, was sie davon halten sollte. Sie hatte ihre Hand mehr in einer unbewussten Handlung auf Obi-Wans Hand gelegt. Wie so oft wusste ihr Unterbewusstsein mehr als sie, denn als sie jetzt darüber nachdachte, war ihr klar, dass sie Obi-Wan in der Tat anziehend fand. Sie wunderte sich über sich selbst. Wie lange war es nun schon her, dass sie sich so gefühlt hatte und ein Mann eine solche Wirkung auf sie hatte? Es war schon viel zu lange her und sie musste sich gestehen, dass sie das Gefühl wieder genoss. Allerdings war sie sich nicht sicher, ob Obi-Wan ähnliches empfand. Bis jetzt war er immer sehr freundlich gewesen, aber das hatte ja nicht unbedingt was zu heißen. Andererseits hatte er ihr sofort verziehen und sehr lange in ihre Augen geschaut. Aber was bildete sie sich nur ein. Mit ihrem Gesicht mit den vielen Narben war er wahrscheinlich nur höflich. Oder?
Sie seufzte tief. Was dachte sie überhaupt darüber nach? Sie kamen aus zwei verschiedenen Welten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Und außerdem hatte sie sich damals geschworen, nie wieder von einem Mann derart enttäuscht zu werden. Sie wollte sich besser auf ihre gemeinsame Aufgabe konzentrieren. „Ja, du hast Recht, Anakin. Wir sollten uns so schnell wie möglich ein Schiff organisieren."
---------------------------------------
Obi-Wan hatte von den Gedanken Anakins und Aniyas nichts mitbekommen. Er hatte erst bemerkt, dass Aniya ihre Hand auf seine gelegt hatte, als sie sie abrupt wegnahm. Doch machte er sich darüber keine Gedanken. Frauen neigten oft dazu, körperlichen Kontakt aufzunehmen, wenn sie sich unsicher fühlten und sei es nur eine so leichte Berührung wie die eben. Manchmal umarmten sie einen auch. Das war dann die nächste Stufe. Nichts, worüber man sich Sorgen machen musste.
Er lächelte ihr zu. „Dann sollten wir aufbrechen. Am besten wird es wohl sein, zunächst wieder zu dir zu gehen, Aniya und Anakin abzuliefern und danach kümmern wir uns um einen Kreuzer oder etwas in der Art."
Alle vier standen auf, bezahlten ihre Drinks und verließen die Bar in Richtung Aniyas Wohnung. Zum Glück war es ja nicht sehr weit. Dort ließen sie Anakin zurück und machten sich auf den Weg zu einem Landeplatz.
