Kapitel 26
Anakin runzelte die Stirn, als sein Gegner Obi-Wan dir Augen aufriss und sein Laserschwert fallen ließ. Dass es so einfach werden würde, hatte er nicht gedacht.
Obi-Wan riss die Hände an den Kopf und hatte seinen Mund zu einem lautlosen Schrei geöffnet.
Zögernd senkte Anakin ein wenig sein Laserschwert und überlegte, was das Ganze sollte und was er nun tun sollte. Er machte einen vorsichtigen Schritt auf den feindlichen Jedi zu und ließ dessen Waffe in seine Hand fahren.
Obi-Wan reagierte, indem er mit schmerzverzerrtem Gesicht auf die Knie sank und sich auf dem Boden wand.
Inzwischen hatte Aniya die beiden Kontrahenten erreicht und blieb fasziniert stehen. Sie blickte zu Anakin und brachte nur hervor: „Offenbar habe ich dich unterschätzt, Kleiner."
„Tja, ich würde gerne die Lorbeeren dafür ernten, aber ich muss bedauerlicherweise sagen, dass nicht ich es bin, der dafür verantwortlich ist."
„Und wer ist es dann?" Aniya blickte sich suchend um.
„Wenn ich das nur wüsste. Ich weiß noch nicht einmal, was genau da gerade mit ihm passiert. Ich habe so etwas noch nie zuvor gesehen. Du?"
„Nein."
Beide schwiegen uns starrten den sich windenden Obi-Wan an.
„Und jetzt?"
„Das wird gleich vorbei sein!" Keiner, weder Aniya noch Anakin, hatte bemerkt, wie sich Obi-Wan humpelnd genähert hatte. Beide wirbelten herum und sagten wie aus einem Mund: „Obi-Wan!"
„Meister, was passiert hier?", fügte Anakin noch hinzu.
„Nun, ich bin doch beim Schiff und damit bei Nozzi geblieben. Er ist in der Tat sehr hilfsbereit und freundlich. Es stellte sich heraus, dass er über telepathische Kräfte verfügt, die er jetzt eingesetzt hat. Er ist in Obi-Wans Geist eingedrungen." Bei der Erwähnung seines eigenen Namens für einen anderen Mann musste Obi-Wan noch immer den Kopf schütteln. „Und er kann ihn nun kontrollieren. Vermutlich ist das die Erklärung dafür, warum Nozzi so schweigsam ist. Er zieht telepathische Kommunikation vor."
Alle drei blickten zu dem fremden Obi-Wan, der inzwischen das Bewusstsein verloren hatte und wie leblos auf dem Boden lag.
„Warum hat er das nicht schon vorher angewandt?" Anakin schaute fragend zu Obi-Wan, der sich die Seite hielt
„Tja, nachdem ihn Aniya so schnell in sein Schiff gezerrt hatte, blieb ihm kaum Zeit zum Handeln. Es ging ja alles so schnell. Und da du dich als unser Held sofort mit diesem Obi-Wan hier von uns anderen entfernen musstest, hat alles eine Weile gedauert." Beim letzten Satz warf Obi-Wan seinem ehemaligen Schüler einen schrägen Blick zu.
Nun mischte sich auch Aniya mit in das Gespräch ein. „Ich kenne Nozzi nun schon eine ganze Weile. Mir hat er nicht von seinen Fähigkeiten erzählt."
„Darüber kannst du ihn ja dann befragen, wenn wir nun zu ihm zurückkehren. Jedenfalls würde ich das nun vorschlagen. Und wir sollten Obi-Wan mitnehmen."
Aniya und Anakin, der den hiesigen Obi-Wan trug, machten Anstalten zu gehen, blieben dann aber überrascht stehen, als Obi-Wan, der den Vorschlag zum Aufbrechen gemacht hatte, sich nicht rührte, sondern stattdessen den Kopf gesenkt und die Augen geschlossen hatte.
„Obi-Wan?" Aniya ging zu ihm zurück und fasste ihn sanft am Arm.
Der Angesprochene schluckte und brachte hervor: „Einen Moment noch. Meine Beine wollen gerade nicht so, wie ich will."
„Ok, warte hier. Wir gehen zurück zu Nozzi und holen das Schiff her. Dann musst du dich nicht bewegen."
„Nein, ich…"
„Doch!", ertönte es von Aniya und Anakin.
Obi-Wan schaute auf. „Nur einen Augenblick, ich…"
„Nein." Wieder synchron.
Trotz der Schmerzen musste Obi-Wan lächeln. „Schön, dass ihr euch einig seid."
Er setzte sich mitten auf den Boden, nicht darauf achtend, wie merkwürdig das aussehen musste. Es ging einfach nicht mehr. Anakin und Aniya hatten Recht, er sollte hier warten. Nickend schaute er zu ihnen hoch.
Nachdem die beiden sich mit dem anderen Obi-Wan entfernt hatten, schloss Obi-Wan die Augen und versuchte mit Hilfe der Macht, seine Schmerzen zu lindern.
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„Es geht ihm nicht besonders, hm?" Aniya versuchte, während sie zurückgingen, ein Gespräch zustande zu bringen.
„Er wird schon wieder!" Trotz des bestimmten Tonfalls machte sich Anakin mehr Sorgen, als er zugeben wollte. „Mit deiner liebevollen Fürsorge kann ja nichts passieren."
Stirnrunzelnd blieb Aniya stehen. „Was soll das denn heißen?"
Auch Anakin blieb nun stehen. „Oh, bitte, nun tu nicht so. Wir beide wissen, worauf das hinausläuft. Ich kenne solche Blicke und ‚zufälligen' Berührungen. Wir können nur froh sein, dass Obi-Wan bis jetzt noch zu naiv ist und deine Annäherungsversuche nicht bemerkt. Glaube und vertrau mir, das wird nichts. Nicht mit Obi-Wan. Der personifizierte Kodex würde nie auch nur daran denken."
Aniya legte den Kopf ein wenig schief und schaute den jungen Jedi entrüstet an. „Was bildest du dir eigentlich ein? Du hast doch keine Ahnung, wovon du sprichst. Und was meinst du mit ‚personifizierter Kodex'?"
Anakin lachte. „Ach richtig, das weißt du ja gar nicht. Unser Kodex untersagt es uns, Beziehungen einzugehen. Und Obi-Wan wäre der Letzte, der etwas tut, was der Kodex untersagt."
Misstrauisch kniff Aniya die Augen zusammen. „Ihr dürft keine Beziehungen eingehen? Das ist doch absurd. Ihr habt doch auch Padawane. Sind das keine Beziehungen? Außerdem sehnt sich jeder nach Geborgenheit und Zuneigung. Warum sollte man euch das verbieten."
Nun wurde Anakins Lachen ein wenig bitter. „Diese Frage darfst du mir nicht stellen. Ich weiß die Antwort nämlich auch nicht und mir erscheint es ebenso lächerlich und absurd wie dir. Aber es ist nun mal so. Also vergiss alles, was du von ihm geträumt hast." Anakin drehte sich um und setzte sich wieder in Bewegung.
Bei seinem letzten Satz wurde Aniya ein wenig rot. Aber sie folgte ihm. „Sag mal, was sollen wir jetzt eigentlich mit dem Obi-Wan hier machen?"
„Ich weiß auch nicht. Das überlassen wir unserem Obi-Wan. Der wird eine Idee haben. Auf keinen Fall können wir ihn mitnehmen, aber wir können ihn auch nicht hier einfach liegen lassen. Falls unser Plan nämlich nicht klappen sollte, möchte ich nicht von seinem Empfangskomitee begrüßt werden. Obwohl eigentlich noch etwas zwischen ihm und mir offen ist."
Endlich waren sie wieder bei Nozzi angekommen, der ruhig an sein Schiff angelehnt da stand. Man konnte ihm unmöglich anmerken, über welche Fähigkeiten er verfügte, aber Anakin sah ihn nun trotzdem in einem anderen Licht. Er hatte die Fähigkeiten des hiesigen Obi-Wans mit der Macht umzugehen kennen gelernt und war nun dementsprechend beeindruckt, dass Nozzi offenbar trotzdem mächtig genug war, um einen wie ihn mental zu beeinflussen.
Auch Aniya ließ sich ihre Begeisterung anmerken, indem sie auf Nozzi zustürmte und ihn umarmte. „Warum hast du mir davon nie etwas erzählt. Du bist ja ein richtiger Held, Nozzi!"
Der Umarmte lächelte verlegen und schob Aniya ein bisschen weg von sich. „Hm, na ja. Du hast nie gefragt, Aniya und es gab keine Situation, in der es erforderlich gewesen wäre, meine Fähigkeiten zu erwähnen. Ich denke, es ist viel bewundernswerter, seine Fähigkeiten im Verborgenen zu halten, wenn es möglich ist. Damit beeindruckt und verwirrt man seine Feinde viel mehr, als wenn jeder weiß und einschätzen kann, wozu man fähig ist, weil man es in die Welt hinausposaunt. Diese Schwäche ist ein Unvermögen der Jugend heutzutage. Immer muss man mit anderen konkurrieren, angeben, sich messen. Es ist ein Talent, wenn man gut reden kann, aber es ist eine Kunst, an den richtigen Stellen zu schweigen."
Aniya schaute Nozzi fasziniert an. Das war bis jetzt mit Abstand die längste zusammenhängende Rede, die sie je von ihrem alten Freund gehört hatte und dazu noch die sinnreichste. Lächelnd blickte sie ihn an und konnte den Blick nicht von ihrem Freund abwenden.
Erst als Anakin die Idylle mit einem Räuspern unterbrach, fasste sie sich wieder und erklärte Nozzi die aktuelle Situation in Bezug auf ihren Obi-Wan und den anderen Obi-Wan.
Der Telepath verstand die Lage sofort und überraschte erneut durch schnelles, koordiniertes und sinnvolles Vorgehen, indem er zunächst in sein Schiff stiefelte, ein Medipack herausholte und dem anderen Obi-Wan eine Injektion verabreichte mit dem Kommentar, dass dieser „Cocktail", wie er ihn nannte, selbst einen Rancor umgehauen hätte und Obi-Wan eine ganze Weile schlafen lassen würde. Dann bedeutete er seinen zwei Begleitern, Obi-Wan wie Qui-Gon in einer Kiste zu deponieren und danach einzusteigen.
Als allen seinen Anweisungen Folge geleistet worden war, startete er das Schiff und manövrierte es geschickt zu der Stelle, an der Obi-Wan immer noch mit geschlossenen Augen saß und mit seiner Heilung beschäftigt war. Kaum war die Rampe des Schiffes ausgefahren, stürmten Anakin und Aniya Obi-Wan entgegen, um zu sehen, wie es ihm ging.
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Kit Fisto betrat leise Yodas Quartier. Er wollte den Altmeister nicht stören, aber nach mehrmaligem Klopfen, hatte er nicht reagiert, obwohl Kit spüren konnte, dass er sich in seinem Zimmer befand. Also hatte er beschlossen, trotzdem einzutreten.
Der bescheiden eingerichtete Raum war abgedunkelt. Yodas Präsenz konnte Kit auf einem Sessel fühlen, obwohl er ihn nicht sehen konnte. Selbstverständlich wusste der Jedi-Meister, dass auch Yoda ihn spürte, aber dennoch bemühte er sich aus Höflichkeit darum, so wenig wie möglich Lärm zu machen.
Kit musste lächeln. Immer, wenn er Yodas Zimmer betrat, was recht selten vorkam, dann erinnerte ihn das an seine Padawanzeit. Damals hatte er immer Furcht verspürt, wenn es denn zu dieser besonderen und seltenen Gelegenheit kam und er in Yodas Raum bestellt worden war. Er verband diese Augenblicke immer mit Belehrungen und damit, dass er sich vor Yoda offenbaren musste oder wollte oder das automatisch passierte, weil Yoda ihn durchschauen konnte. Mittlerweile schätze er diese Besuche und fragte sich, warum er nicht viel öfter hierher kam. Es hatte etwas sehr Beruhigendes, hier zu sein und vermittelte dem Nautolaner etwas von Beständigkeit und Kontinuität, sowie Ruhe und Lösungen von Problemen.
Doch eigentlich war dem Jedi-Meister gar nicht nach Lächeln zumute. Er machte sich große Sorgen um Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker. Seit viel zu langer Zeit hatten sich die beiden nicht mehr gemeldet. Selbst für ihre Verhältnisse lang.
Nun auch völlig in Gedanken versunken, wurde Kit von Meister Yoda überrumpelt, indem dieser ihn ansprach: „Von welcher Hilfe ich dir kann sein?"
„Meister Yoda, ich hoffe, ich bin nicht zu aufdringlich." Kit verbeugte sich leicht. Mittlerweile fand auch er sich in der Dunkelheit bestens zurecht und nahm auf einem Sessel Platz, nachdem Yoda ihm den Platz angeboten hatte und als Antwort mit dem kleinen grünen Kopf geschüttelt hatte, dessen Silhouette Kit sehen konnte.
„Sorgen du dir machst um die verschwundenen Jedi." Yodas Ohrenspitzen wippten im Takt zu seiner Frage.
„In der Tat, Meister Yoda. Sie hätten sich schon längst melden müssen. Es muss etwas geschehen sein."
„Hm, hm. Meditiert ich darüber habe, doch weitergebracht es mich nicht hat. Weit weg sie sind und alle Bilder, verschwommen sie sind. An einem Ort sie sind, an dem zuvor noch kein Jedi befunden sich hat. Auf ihrer Reise etwas passiert muss sein. Wie vom Erdboden verschluckt sie sind."
„Wir müssen doch irgendetwas tun. Ich bin im Moment frei. Ich könnte mich auf die Suche begeben." Kit beugte sich auf seinem Sessel vor.
„Einverstanden ich damit nicht bin. Nötiger gebraucht du an anderen Stellen wirst. Doch verbieten ich dir diese Mission nicht werde. Die Macht dich leiten und dir deinen Weg zeigen wird."
„Ich werde zunächst an den Ort gehen, an dem sie zuletzt gesehen wurden. Danke, Meister Yoda." Ein wenig wortkarg erhob sich Kit. Sonst war er eindeutigere Lösungen von Meister Yoda gewohnt.
„Möge die Macht mit dir sein."
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Obi-Wan öffnete die Augen, als er Anakins und Aniyas Präsenzen spürte. Inzwischen war er soweit, dass er wieder teilweise Herr über seinen Körper war und mit Anakins Hilfe schaffte er es auch, aufzustehen. „Können wir dann? Was habt ihr mit dem anderen Obi-Wan gemacht?"
Anakin grinste. „Der wird noch eine Weile schlafen. Ja, wir können, falls Ihr Euch in der Lage seht, diese Rampe hinaufzusteigen."
„Ja, ich sehe mich durchaus in der Lage, das zu tun."
Bei Nozzi, der inzwischen auch die Rampe herunter getreten war, blieb er kurz stehen und bedankte sich still. Der Telepath nickte freundlich.
Dann war der Moment gekommen, an dem sich das Trio auf die Reise machte.
Aniya hatte sich ausführlich von Nozzi verabschiedet, ihn noch einmal herzlich umarmt und sich für seine Großzügigkeit bedankt. Immerhin konnte er nicht sicher sein, sein kleines Schiff wieder zu sehen.
Anakin hatte sich von Nozzi kurz die Kontrollen erklären lassen, war aber überzeugt davon, dass er das auch ohne Nozzis Einweisung hinbekommen hätte und freute sich auf den bevorstehenden Flug.
Währenddessen hatten es sich Obi-Wan und Aniya auf zwei Sitzen bequem gemacht. Aniya schloss die Augen und lehnte sich entspannt zurück.
Der Start stellte kein Problem dar und schnell konnte Anakin also ihren Sprung berechnen und ihn dann durchführen.
Auch Obi-Wan wirkte recht entspannt. Zwar rutschte er auf seinem Sitz ein wenig hin und her, um eine möglichst schmerzfreie Position zu finden, jedoch saß er nicht verkrampft da, wie Anakin es schon des Öfteren erlebt hatte bei Flügen.
„Alles in Ordnung, Meister? Seid Ihr entspannt?"
„Ja, danke der Nachfrage, ich komme zurecht. Mein Brustkorb und meine Rippen machen mir immer noch ein wenig zu schaffen, aber mit ein wenig Entspannung bekomme ich das schon wieder hin. Was schätzt du, wie lange werden wir brauchen?"
„Nicht allzu lange. Meister, habt Ihr Euch überlegt, was aus Aniya wird, sollte unser Plan, wenn man das, was wir hier tun, denn so nennen darf, funktionieren? Sie befindet sich dann schließlich nicht in ihrem richtigen Universum. Und wer sagt uns, dass wir genau zu Hause landen. Vielleicht geschieht gar nichts oder wir landen in einem vierten Universum."
Obi-Wan hielt in seinem Rutschen inne und schaute seinen ehemaligen Schüler überrascht an.
„Sollte ich nicht diese Fragen stellen?"
Anakin schüttelte ärgerlich den Kopf und wandte sich ab.
„Bitte verzeih mir, Anakin, ich nehme dich ernst. Aber solche Fragen sind sehr ungewöhnlich für dich. Normalerweise beschäftigst du dich mit solchen Dingen, wenn es soweit ist. Wie auch immer, ich habe mir diese Fragen auch schon gestellt und ich habe keine Antworten parat. Ich wünschte, es wäre anders. Leider haben wir keine anderen Ideen, deshalb sollten wir es wenigstens probieren. Glaub mir, ich bin ebenso besorgt wie du. Aber kann es denn noch schlimmer werden?"
Frustriert senkte Anakin den Kopf. Obi-Wan fasste ihn aufmunternd am Arm. „Hey, alter Freund, werd mir bloß nicht sentimental. Wir sind bis jetzt immer zurückgekehrt und das wird auch so bleiben. Du wirst alle deine Freunde und vor allem Freundinnen wieder sehen."
Anakin lächelte bei Obi-Wans Versuch einen Witz zu machen leicht, doch in seinem Inneren war ihm gar nicht nach lachen zumute. Er schaute Obi-Wan nun doch wieder in die Augen. „Ich hoffe, Ihr behaltet wie immer Recht."
„Ja, das hoffe ich auch."
Mit diesen Worten schloss Obi-Wan die Augen und lehnte sich auf seinem Sitz zurück. Anakin konnte spüren, wie er sich ein wenig entspannte, um sich auf seine Verletzungen zu konzentrieren, ja schließlich in einer Heilmeditation versank.
Auch er selbst lehnte sich zurück. Da der Sprung berechnet war, hatte er nicht sehr viel zu tun. Aber ihm war überhaupt nicht nach schlafen. Zwar war er müde und erschöpft, aber gleichzeitig auch wieder hellwach, als ob er gerade aufgewacht war. Er seufzte tief.
Nachdenklich drehte er sich zu Aniya um und betrachtete sie.
„Hast du nichts Besseres zu tun, als mich anzustarren, Kleiner?" Aniya hatte auch weiterhin die Augen geschlossen.
„Seit wann bist du wach? Hast du uns etwa belauscht?"
„Schätzchen, ich habe euch nicht belauscht. Ich sitze mit euch in einem Raum, wo soll ich denn sein, dass ich euch nicht hören kann?"
„Im Reich der Träume zum Beispiel."
Wütend drehte sich Anakin wieder um. Diese verdammte Frau.
„Nun sei nicht beleidigt, das steht dir nicht besonders. Ihr seid außerdem nicht die einzigen, die sich Gedanken machen. Ich selbst habe auch Angst, was passiert, wenn ihr zwei Recht habt. Ich habe keine Lust von dieser Welt in die eure zu gelangen. Ich weiß nämlich nicht, ob das so viel besser ist. Ich bin es leid. Ich bin alles leid." Sie seufzte leise.
„Nun, viel schlechter kann es ja nicht mehr werden, oder?"
Aniya lächelte leicht. „Wenn das ein Versuch war, mich aufzuheitern, dann muss ich sagen, dass du nicht sehr viel Talent dazu hast."
Verträumt warf sie einen Blick zu Obi-Wan, der vollkommen versunken auf seinem Sitz saß und von der Unterhaltung nicht das Geringste mitbekam.
Natürlich bemerkte auch Anakin diesen Blick und seufzte genervt. „Hast du mich vorhin nicht richtig verstanden?"
Aniya hüllte sich in Schweigen. Immer noch blickte Anakin sie an und versuchte zu erahnen, was diese mysteriöse Frau dachte.
Dann war ihr Sprung zu Ende und die Wirbel des Hyperraums wichen dem Normalraum.
Anakin atmete tief durch und drehte sich zu Aniya um. „Tue ich dir einen Gefallen, wenn ich dich bitte, Obi-Wan zu wecken?"
Statt zu antworten, riss Aniya die Augen auf und zeigte auf den Sichtschirm. Doch selbst wenn sie nichts gesehen hätte, machte ein Piepen der Kontrollen Anakin auf die Ankunft eines Schiffs aufmerksam, das gerade ebenfalls aus dem Hyperraum sprang. Ein wenig nervös übernahm nun Anakin selbst Obi-Wans Weckdienst und berührte ihn mental, sodass er hochfuhr. „Was ist passiert?"
„Ein Schiff nähert sich unserer Position."
„Identifikation?" Sofort war Obi-Wan wieder hell wach und voll da.
„Ich kann noch nichts erkennen. Es ist noch zu weit weg. Wie verhalten wir uns?"
„Wir warten ab, um wen es sich handelt und entscheiden dann."
Das Schiff, das sich ihrer Position näherte, war nicht besonders groß. Auf dem Sichtschirm war es nur als relativ kleiner Punkt zu sehen, doch näherte es sich kontinuierlich und wie es schien zielstrebig ihrer Position. Anakin hatte kein gutes Gefühl bei der Sache.
Nachbemerkung der Autorin:
So, so langsam geht es wirklich dem Ende entgegen. Puh! Ich hatte in letzter Zeit so wenig offene Enden, dass muss ich jetzt doch nachholen!
Ich hoffe, Nozzi war einigermaßen zufrieden stellend! Ich habe verzweifelt nach Telepathen bei Star Wars gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Also hab ich das jetzt erfunden. Joa, ab jetzt gibt's also auch Telepathen.
