Vorbemerkung der Autorin:
Dieses Kapitel widme ich StormXPadme. Erstens, weil du meine allererste Reviewerin bist und meine Geschichte trotzdem immer noch liest, zweitens, weil ich deine Kritik sehr schätze, drittens, weil ich unser Reviewteam klasse finde und viertens, weil es einfach echt ganz doll Zeit ist! Es gibt auch noch ein fünftens, aber das wirst du innerhalb des Kapitels erkennen! Also zahlreiche Gründe! Ich hoffe, dir gefällt das Kapitel! Es kommt auch dein Lieblingstintenfisch vor!
Natürlich auch allen anderen viel Spaß.
Kapitel 28
„Wer ist bitte Kti Fisto?" Aniya sah fragend von Anakin zu Obi-Wan.
„Kit Fisto ist bei uns ein Mitglied des Jedi-Rates und ein guter Freund von mir", erklärte Obi-Wan. „Ich denke, dass er sich auf die Suche nach uns gemacht hat. Wir hätten uns schon vor mehreren Tagen beim Rat zurückmelden müssen und sind also überfällig. Da erscheint es nur logisch, dass nach uns gesucht wird. Was meinst du, Anakin?"
Anakin machte ein zweifelndes Gesicht. „Da bin ich mir gar nicht so sicher, Meister. Wir haben sehr viele Jedi verloren und wir sind nur zwei. Das ist verdammt wenig im Vergleich zu den Leben, die Meister Fisto auf einer anderen Mission retten könnte. Es kann gut sein, dass man gar nicht nach uns sucht."
Immer noch verwirrt und kein bisschen schlauer, beschloss Aniya zu schweigen und abzuwarten. Sie hatte keine Ahnung, wovon die beiden sprachen. In ihrem Universum war es selbstverständlich, dass Jedi andere vermisste Jedi suchten. Inzwischen taten ihr Anakin und Obi-Wan Leid. Sie waren im Krieg, sie suchten nicht nach vermissten Kameraden und, was ihrer Ansicht nach neben dem Krieg mit am Schlimmsten war, sie durften keine Beziehungen haben. Das war eine Sache, die sich Aniya nicht vorstellen konnte. So völlig allein zu sein. Zugegebenermaßen hatte sie in ihren Beziehungen wenig Erfolg gehabt, aber das bedeutete nicht, dass es nicht möglich war, eine erfüllende Partnerschaft zu haben. Sie hoffte inständig, dass sie wieder in ihr eigenes Universum kam.
Völlig in Gedanken versunken, merkte sie nicht, wie sie tief seufzte und ins Leere starrte.
Erst als Obi-Wan sie sanft am Arm berührte, schreckte sie hoch. Zwei Paar blaue Augen waren auf sie gerichtet. In einem Paar spiegelte sich Argwohn, in dem anderen Besorgnis. Ohne zu überlegen erwiderte sie lieber Obi-Wans Blick. Der lächelte ihr sanft zu. „Alles in Ordnung, Aniya?"
Die Jedi schluckte. „Aha, alles klar. Ich habe gerade nur darüber nachgedacht, wie ich in mein Universum kommen soll. Denn die Aussicht, in eueres zu kommen, gefällt mir nicht so besonders. Nicht persönlich nehmen, aber Anakin hat mir erzählt, dass ihr keine Beziehungen haben dürft. Das finde ich wahnsinnig traurig. Macht euch das überhaupt nichts aus."
Obi-Wans Lächeln erstarb und sein Blick wanderte kurz zu seinem ehemaligen Schüler, der auf einmal sehr vertieft die Kontrollen studierte.
„Nun, Aniya, die Erfahrung hat uns gelehrt, dass es für einen Jedi unvorteilhaft ist, Beziehungen einzugehen. In Kurzform ist es ungefähr so: Sie führen zu Verlustängsten, lenken uns von unserer enorm wichtigen Aufgabe ab und führen schließlich zur Dunklen Seite." Obi-Wan schaute sie ernst an.
Bei dieser Erklärung musste Aniya zweifelnd das Gesicht verziehen. „Und daran glaubst du, Obi-Wan? Das ist doch absurd. Zu allererst seid ihr wahnsinnig arrogant, wenn ihr eure Aufgabe als so wichtig einstuft. Zweitens seid ihr auch nur Menschen mit Bedürfnissen und Gefühlen. Sie zu ignorieren ist unnatürlich und kann nicht gut sein. Sehnst du dich nicht nach einer wunderbaren Beziehung?"
Nun war es an Obi-Wan zu schlucken. Ein wenig verlegen wusste er nicht so recht, was er sagen sollte. „Nun, nein. Ich…"
„Was Meister Obi-Wan sagen will, ist, dass er so in seiner Bestimmung aufgeht, dass eine Beziehung ihn von seiner Aufgabe ablenken würde, was zum Schaden der gesamten Galaxie gereichen würde", schaltete Anakin sich von vorne ein.
Aniya holte Luft, doch bevor sie etwas sagen konnte, ergriff Obi-Wan wieder das Wort: „Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass eine Beziehung in der Tat ablenkend sein kann. Aber nicht insofern, als dass eine Frau ablenkend ist, sondern eine Beziehung im Allgemeinen. Egal, ob zu einer Frau oder zu einem Haustier oder zu sonst etwas. Die Betonung liegt auf Verlustangst."
Nach dieser schnell vergangenen Diskussion herrschte für kurze Zeit Schweigen im Schiff, als sie alle drei sehr unterschiedlichen Gedanken nachgingen. Aniya konnte nicht glauben, dass die beiden diese Ansicht von Beziehungen wirklich vertraten.
Obi-Wan räusperte sich. „Wir sollten uns wieder auf unsere Aufgabe konzentrieren. „Finden wir den Jäger. Anakin, was neues?"
„Ich fürchte, nein. Während unserer Diskussion ist mir nichts aufgefallen. Ist vielleicht irgendwem trotz des Beziehungsgeredes eine Idee gekommen?"
Ein erneutes Schweigen füllte den kleinen Kreuzer.
Anakin war damit beschäftigt, das Schiff zu lenken, Aniya war wieder in Gedanken versunken und starrte dabei Obi-Wan an, während der die Augen schloss, um der Stimme der Macht zu lauschen.
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Kit Fisto spürte etwas. Er konnte immer noch nicht genau sagen, was, aber er war sich nun zu hundert Prozent sicher. Die Macht wollte ihm etwas sagen. Er konnte die Anwesenheit von Obi-Wan nun deutlich spüren. Zum Greifen nahe, aber wieso konnte er weder etwas sehen noch zeigten ihm die Kontrollen etwas an. Sein Astromech hätte die Anwesenheit eines fremden Schiffes registriert. Offensichtlich gab es immer noch etwas, das seine Situation zum Rätsel machte.
Fieberhaft durchdachte Kit seine Möglichkeiten. Da gab es Möglichkeit Nummer eins, er suchte die weitere Strecke zwischen seinem momentanen Standpunkt und Coruscant ab, in der Hoffnung, etwas Brauchbares zu finden.
Möglichkeit Nummer zwei sah vor, seinem Gefühl und dem, was ihm die Macht vermittelte, nachzugehen und an Ort und Stelle zu verweilen, um dann ebenfalls auf etwas Nützliches zu warten.
Möglichkeit Nummer drei war, noch einmal von vorne anzufangen und wieder zum Ursprungsort zurückzukehren und Möglichkeit Nummer vier bedeutete für ihn, nach Coruscant zurückzufliegen und damit die Suche aufzugeben.
Schnell war dem Jedi-Meister klar, dass die letzte Möglichkeit für ihn noch nicht infrage kam. Nicht, solange er etwas spürte. Er vertraute seinen Machtfähigkeiten und beschloss deshalb nach reiflichem Überlegen, an Ort und Stelle zu verweilen und abzuwarten.
Er warf einen kurzen Blick auf sein Chronometer und seufzte innerlich. Inzwischen waren schon ein paar Stunden vergangen, seit er aufgebrochen war. Aber was hatte er auch erwartet? Wenn es so einfach gewesen wäre, die beiden vermissten Jedi zu finden, dann wäre es Obi-Wan und Anakin auch alleine gelungen, nach Hause zu kommen.
Sein Astromech piepste und erwartete neue Anweisungen. Kit machte ihm klar, dass sie weiterhin diesen Bereich durchstreifen würden.
Trotz der scheinbar aussichtslosen Situation war Kit zuversichtlich. Die Macht gab ihm Zeichen und er war noch nie von ihr enttäuscht worden. Er würde Anakin und Obi-Wan finden. Irgendwie.
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„Seht doch, dort." Anakins ausgestreckter Arm zeigte auf den Sichtschirm und machte seine beiden Begleiter auf einen Jedi-Starfighter aufmerksam, der sich langsam mit der Spitze zuerst wieder im All zeigte. Die Fleisch fressende Pflanze Weltall hatte ihn wieder ausgespuckt.
Sofort war die Aufmerksamkeit der Jedi wieder auf das Hier und Jetzt gerichtet und überrascht wechselten ihre Blicke zwischen dem Schirm und den anderen hin und her.
Obi-Wan runzelte die Stirn. „Anakin, handelt es sich um dasselbe Schiff wie eben?"
Konzentriert las Anakin die Anzeigen ab. „Ja, es ist definitiv der Jäger von vorhin. Das ist doch nicht möglich. Soll ich ihn rufen, Meister."
Gedankenverloren nickte der ältere Jedi, was sein ehemaliger Schüler, der mit dem Rücken zu ihm saß, zwar nicht sehen konnte, aber intuitiv vermutete und somit das fremde Schiff rief. Nach mehreren weiteren Versuchen drehte sich Anakin fragend herum. Doch nachdem Obi-Wan und Aniya die Augen aufrissen und auf den Sichtschirm starrten, beeilte er sich, sich wieder zurückzudrehen.
Der Jäger wurde nun nach einer kurzen Flugzeit erneut vom Weltall verschluckt wie schon ein paar Minuten zuvor. Nur diesmal an einer anderen Stelle im All.
Alle drei Jedi schluckten.
„Ich bin beruhigt, dass wir das alle drei sehen, ansonsten würde ich nämlich anfangen, an meinem Verstand zu zweifeln", murmelte Obi-Wan leise vor sich hin.
Während Anakin tief Luft holte, vergrub Aniya ihr Gesicht in den Händen.
Doch plötzlich drehte sich Anakin ruckartig zu Obi-Wan um und die Worte sprudelten nur so aus ihm heraus: „Was wäre, wenn wir durch eine Art ‚Fenster' in ein anderes Universum herübersehen könnten, aber wir sehen das ‚Fenster' selbst nicht. Sobald der Jäger dieses ‚Fenster' erreicht, können wir ihn sehen, aber wenn er den ‚Rahmen' passiert, verschwindet er aus unserem Sichtfeld und für uns sieht es dann so aus, als ob er vom Weltall verschluckt wird."
Aniya hob ihren Kopf. „Aber dann müsste er uns doch auch sehen. Wenn dein Vergleich mit dem ‚Fenster' stimmt. Schließlich kann man durch eine Scheibe von beiden Seiten sehen."
Obi-Wan schüttelte den Kopf. „Nicht unbedingt. Manchmal spiegelt sich das Licht in einem Fenster so, dass man zwar heraus, aber nicht herein sehen kann. Du meinst also, dass wir gerade in ein anderes Universum sehen können und das eventuell unser Universum ist, weil wir Kit spüren können."
„Ja, so ungefähr hab ich das gemeint. Vielleicht besteht zwischen Paralleluniversen eine Verbindung. Eine Art Tunnel oder etwas in der Art."
Nun schaltete sich auch Aniya in das Gespräch mit ein: „Das würde bedeuten, dass wir einfach nur dorthin fliegen müssen, wo wir den Jäger gesehen haben, weil sich dort die Öffnung befinden muss." Sie klatschte begeistert in die Hände. „Dann sollten wir das schnell tun. Wenn das des Rätsels Lösung ist, dann müssten wir von eurem Universum einfach nur den Eingang oder die Öffnung zu meinem Universum finden."
Obi-Wan sah sie ernst an. „Davon ausgehend, es gibt eine Verbindung zwischen unseren Universen und wir finden eine Möglichkeit, solche Eingänge zu lokalisieren. Schließlich kann man sie weder sehen noch messen."
„Dann sollten wir erst eine Lösung für dieses Problem geben, bevor wir auf gut Glück da durch fliegen und ich dann bei euch festsitze."
Mit einem bedeutenden Blick, der soviel sagte wie ‚es sei denn, du willst das', sah sie Obi-Wan an. Ein etwas verärgerter Anakin hatte das registriert, wohl wissend, dass sein ehemaliger Meister diesen Blick nicht verstehen oder anders interpretieren würde, was auch offensichtlich der Fall war, da er sich nickend über den Bart strich und in Gedanken schon auf der Suche nach einer Lösung war.
„Mit der Lösung für dieses Problem sollten wir uns dann befassen, wenn wir eine Lösung für unser momentanes ‚Fensterproblem' gefunden haben, bevor Meister Fisto weiterfliegt. Vielleicht könntet Ihr mental Kontakt zu Meister Fisto aufnehmen, Meister. Ihr seid doch mit ihm befreundet, vielleicht reicht diese Bindung ja aus, um ihm eine Nachricht zu schicken. Ein ‚uns geht es gut, wir sind hier und beobachten dich durch ein Fenster von einem anderen Universum aus' wäre ja mal ein Anfang. Wir könnten seine Hilfe gut gebrauchen."
Noch immer in Gedanken nickte Obi-Wan und schloss die Augen. Er war selbst schon auf diese Idee gekommen, war aber unsicher, ob er eine mentale Verbindung herstellen konnte. Trotzdem kam es natürlich auf einen Versuch an, zumal die Zeit drängte. Schließlich konnten sie nicht wissen, wie lange Kit hier noch verweilen würde. Theoretisch konnte er jeden Augenblick beschleunigen und auf und davon sein.
Also begann der Jedi-Meister, sich zu konzentrieren, was ihm nicht gerade leicht fiel, hatte er doch immer noch Schmerzen, die ihm seinen Geist ein wenig vernebelten. Mit aller erdenklichen Mühe und Konzentration versuchte er, die Schmerzen beiseite zu schieben und für einen Moment zu vergessen. Nur durch sein jahrelanges Training und seine Routine gelang ihm das, wenn auch nur bedingt. Nun ließ er sich immer tiefer in die Macht fallen, um eine Verbindung zu Kit Fisto aufzubauen und ihm eine kurze Nachricht zu hinterlassen. Inständig hoffte er, dass Kit ihn verstehen und die Mitteilung richtig interpretieren würde.
Währenddessen beobachteten ihn die beiden anderen ganz genau.
Anakin versuchte, die Schmerzen seines Meisters ein wenig zu lindern, damit dieser sich voll und ganz auf seine Verbindung konzentrieren konnte. Insgeheim machte er sich nicht besonders große Hoffnungen. Selbst in gesundem Zustand war es kein leichtes über bestimmte Entfernungen Kontakt zu anderen Jedi aufzunehmen, selbst, wenn man ihnen ein wenig näher stand. Zwar wusste Anakin nicht, wie groß die Entfernung zwischen den beiden Schiffen war, das konnte er nur schätzen, aber mit Sicherheit war sie nicht so kurz, wie es den Anschein hatte. Da hatte der junge Jedi keine Zweifel.
Unterdessen ging Aniya ganz anderen Gedanken nach. Sie war einfach viel emphatischer als Anakin, was auch damit zusammenhängen konnte, dass sie eine Frau war. Lediglich ein Blick auf Obi-Wan genügte, um sich in seine Lage hineinversetzen zu können. Auch wenn sie spürte, dass Anakin versuchte, seine Schmerzen zu lindern, änderte das doch nichts an der Tatsache, dass er immer noch Schmerzen hatte. Gleichzeitig musste er versuchen, diese Verbindung herzustellen. Aniya hätte ihm gern geholfen, doch sie wusste nicht wie. In ihrer Hilflosigkeit strich sie Obi-Wan über den Arm und hoffte, dass sie ihm damit das Gefühl von Sicherheit geben konnte. Sie hatte selbst die Erfahrung gemacht, dass man mit Situationen besser zu Recht kam, wenn man wusste, dass man nicht allein ist. Dieses Gefühl wollte sie nun Obi-Wan vermitteln. Dabei waren ihr die Blicke, die ihr Anakin zuwarf, vollkommen egal. Sollte er doch denken, was er wollte. Sie konnte es einfach nur kaum ertragen, dass es Obi-Wan nicht gut ging.
Ein Teil ihres Gehirns brachte gerade damit zu, über ihre Gefühle zu ihm nachzudenken, doch war es nur ein sehr kleiner Teil und sie schob diese Gedanken schnell beiseite. Es hatte keinen Zweck darüber nachzudenken, denn er verschwendete ja sowieso keinen Gedanken an sie. Zwar dachte Aniya das, aber insgeheim hoffte sie, dass das Gegenteil der Fall war.
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Da war etwas. Er hatte es ganz genau gespürt. Das konnte keine Einbildung gewesen sein.
Kit Fisto hielt inne und konzentrierte sich. Zwar war es eine sehr schwache Verbindung gewesen, aber Kit hatte deutlich Obi-Wan gespürt. Wenn er sich nur genug sammelte und der Macht vertraute, dann konnte er vielleicht antworten.
Kit sammelte die Macht um sich und versuchte, eine Verbindung aufzubauen. Ganz sanft konnte er es fühlen. Es war zwar nur eine zarte Verbindung, aber sie war da und Kit blieb der Atem weg, als er einige der Details um das Verschwinden von Obi-Wan und Anakin erfasste.
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Obi-Wan riss die Augen auf. Er zitterte ein wenig, aber er war zufrieden. Es war ihm gelungen, eine Verbindung zu Kit herzustellen. Zwar nur sehr kurz, doch ausreichend, um das Wichtigste zu vermitteln.
„Es hat geklappt."
Wie zur Bestätigung richtete der Jäger seine Schnauze ihn ihre Richtung aus und wackelte kurz mit den Flügeln hin und her.
Ein Jubel ging durch das kleine Schiff. Anakin klopfte Obi-Wan auf die Schulter. Aniya hob begeistert die Hände und ohne lange nachzudenken, beugte sie sich zu Obi-Wan umarmte ihn kurz und fest und küsste ihn dann.
Nachbemerkung der Autorin:
Na, das fünftens erkannt?
Wahrscheinlich werden mich die actionbegeisterten Menschen hassen.
Aber das Ende ist ja sehr offen. Denke ich… Gönnt mir diese kleine letzte Szene.
