Halli hallo! /in die Runde strahl/

Die alte mit dem komischen Nickname lässt sich auch mal wieder hier blicken!

Ich weiß, ich sollte mich schämen! /lol/

Ich hab immer meine kleinen Probleme damit, das Kapitel hochzuladen! /ggg/

Bin absolut keine Fachfrau, hab aber eine als Freundin! /Alfiri wink/

Die hat jetzt übrigens auch mal wieder ne neue Fanfiction angefangen, die sich um Sirius dreht!

Also, wer Lust hat, schaut euch doch mal ihreStorys an! /Alfiri ins Rampenlicht schubs/

Das Kapitel liegt jetzt schon ziemlich lange auf meinem Pc rum und heute will ich mal sehen, was ihr davon haltet! /smile/

Zu den Reviews! Wow, Leute, ich hab euch lieb!

So viele nette Reviews! Danke! Ihr seid toll!

cdt: Danke! /freuuuuu/ Lieb, dass du dich wieder gemeldet hast! Egal, wie die FF ausgeht, für dein Leben wünsch ich dir auf jeden Fall ein Happy End! /zwinker/

kronkorken: /baff ist/ Danke! So ein langes und liebes Review! Womit hab ich das verdient? Nein, nein, nein, das klang überhaupt nicht blöd! So toll gesagt! /heult vor Rührung/ Nochmal: Danke, danke, danke! Ich liebe lange Reviews! /abknutsch/

Christa Potter: AAAH! /kreisch/ Du hast mir ein Review geschrieben, du, du, duuuu! Die Meisterautorin von "Das Kellergeschoss"!! Ich liebe deine FF und verschlinge jedes Kapitel! /rumhüpf/
/gggg/
Danke für den Tip mit den U-Bahnen! Ich hatte wirklich keine Ahnung! Aber demnächst (nach diesem Kapitel) werde ich ihm das wohl vorläufig nicht mehrantun! /smile/ Vielen Dank! HDL!

Sabine: /loool/ Na solche Reviews hat man doch gerne! Hm ... warum soll Sirius denn nicht lecker aussehen/unschuldig guck/ Askaban ist doch schon über einen Monat her, da darf man ihn sich wieder sexy vorstellen! /mit der Hand wedel/
Wow, so ein langes Review! Das ist sooooo lieb von dir! Yeah, Padfoot-junkie! /ggg/ Ich auch! Absoluter Lieblingschara!
Hm ... das mit der Romanze muss ich mir noch überlegen! Vielleicht später/smile/ Im Moment will ich mich noch etwa an Buch halten (ok, es werden Gespräche und Szenen mit Harry vorkommen, die nicht im Buch beschrieben sind, aber das auch erst ein wenig später!).
Hab dich gaaanz doll lieb, süße!

Pemaroth: /gerade wieder aus Ohnmacht erwacht/ Noch ein Review! /dich abkntusch/ Das ist sooooooooooooo lieb von dir! Ja, das mit dem Schnuffel kam mir auch immer merkwürdig vor und da hab ich beschlossen, einen Grund dafür zu finden! /smile/ HDGDL!

Alfiri: Danke! /kiss/ Ja, der blöde Zeitungsartikel! Aber ich hoffe, ich hab mich hier ein bisschen besser angestellt mit den Medien! /smile/ Hdgggggdl!

Uff, wie sind durch mit den Antworten!

HALT, noch nicht aufs Kapitel stürzen! Zuerst noch das hier:

Hier kommt zum ersten Mal ein Flashback vor und bin tierisch neugierig, wie es ankommt! Wenn ihr sowas in der Art mögt, bitte schreibt esmir ganz kurz ineinem Review! Würd mich echt super freuen!

Sooo!

Bitte stellen Sie das Rauchen ein und schnallenSie sich an! Annie-Airline wünscht Ihnen eine angenehme Reise in die Welt der Magie!


Chapter 5: Remember

Der Park lag wie ausgestorben da.

Es musste schon sehr spät sein, denn die Laternen waren vor ein paar Minuten ausgegangen und es herrschte fast schon unheimliche Stille.

Kein Auto fuhr mehr. Niemand kam auf die Idee, jetzt noch draußen im Park herumzuspazieren.

Und Obdachlose gab es natürlich nicht in Little Whinging, die eventuell auf den Bänken hätten schlafen können.

Dafür war die Gegend viel zu vornehm.

Geradezu ironisch, dass hier mein Patenkind zwölf Jahre lang gelebt haben sollte.

Ich lag, ausnahmsweise nicht in meiner Animagusform, auf der finsteren Wiese neben dem kleinen Parksee, auf dem sich das Sternenschimmern geheimnisvoll spiegelte, flach auf dem Rücken und starrte hinauf in den Himmel.

Mir war es im Moment ziemlich schnuppe, ob Little Whinging vielleicht einen Parkwächter besaß, der gerade seine Runde drehen und zufällig einen gesuchten Mörder auf der Wiese liegen sehen könnte.

Ich lag jetzt schon ungefähr eine Stunde hier und hatte noch nicht großartig viel gedacht.

Vielmehr hatte ich immer nur das Bild eines schwarzhaarigen Jungen vor Augen, der James verdammt ähnlich sah.

Es wurmte mich, dass er mich gesehen und sich so erschrocken hatte.

Was mich jedoch noch viel mehr wurmte, war, dass ich, als ich die Gasse entlang gehetzt und in irgendeinem Glyzinenweg gelandet war, Lärm hinter mir gehört hatte, kurzerhand wieder umgedreht war und feststellen musste, dass Harry spurlos verschwunden war.

Wie vom Erdboden verschluckt.

In meiner Sorge hatte ich mich sogar verwandelt und noch mal alles abgesucht, aber nirgends auch nur eine Spur gefunden.

Geknickt war ich dann einfach als Mensch herumgestreift, mal wieder voller Selbstvorwürfe, bis ich hier gelandet war.

Warum musste ich auch unbedingt so nah ran, dass jeder Idiot merken würde, dass er beobachtet wurde.

Ich fluchte leise.

‚Hoffentlich ist ihm nichts passiert!', dachte ich zum bestimmt hundertsten Mal in dieser Stunde.

Wenn doch, musste ich diese fette Frau wohl auch auf die Liste setzen, auf die alle Leute kamen, die ich noch umbringen musste.

Bestimmt liefen hier Ministeriumsleute rum, die versuchten, die Fette wieder von der Decke zu kriegen.

Eigentlich unvernünftig, hier rumzuliegen, um mal zu untertreiben.

Ich seufzte und strich mir die Haare aus den Augen.

Wie sollte es jetzt weiter gehen?

„Kann mir das vielleicht mal einer sagen?", flüsterte ich und sah zu den Sternen hinauf, als ob diese eine Antwort wüssten.

Ich hatte wirklich keine Lust, durch die Wildnis bis nach Hogwarts zu laufen. Der Hogwartsexpress war damals schon immer sieben Stunden gefahren. Da würde ich zu Fuß wohl drei Monate brauchen, davon abgesehen, dass ich gar nicht wusste, wo Hogwarts überhaupt lag.

Moment ... der Hogwartsexpress!

Das wäre natürlich die einfachste Lösung.

Und ich könnte auch gleich nachsehen, ob Harry auch einstieg, denn dann wäre ja wohl klar, dass nichts Großartiges passiert sein konnte.

Bis zum ersten September hatte ich allerdings noch Zeit.

Heute war der siebte August, wenn ich richtig gerechnet hatte. Der siebte – na klasse, vor einer Woche hatte Harry Geburtstag gehabt.

Und ich hatte ihn zum zwölften Mal verpasst.

Ich stöhnte.

„Irgendwann", schwor ich den Sternen leise. „mach ich das alles wieder gut!"

Streckend setzte ich mich auf und gähnte. Es war wohl doch besser, wenn ich mich zum Schlafen verwandelte. Nachher entdeckte mich doch noch jemand.

Ich würde wohl die restliche Zeit hier verbringen, der Park war recht groß.

Bis zum ersten September, an dem ich mich nach Kings Cross aufmachen würde.

Nach London. Wie sollte ich überhaupt dort hin kommen ...

‚Oh nein!', fuhr es mir durch den Kopf.

„Nicht schon wieder die blöde U-Bahn!"

((¯•» «•´¯))
((¯•» «•´¯))
((¯•» «•´¯))

„Und nun kommen wir zu einer sehr beunruhigenden Nachricht.

Sirius Black ist immer noch nicht gefasst.

Der zwölffache Mörder ist jetzt schon seit über einem Monat auf freiem Fuß und versetzt die Bevölkerung in Angst und Schrecken.

Derzeit gibt es noch keinerlei Hinweise darauf, wo Black sich aufhält und was er nun vorhaben könnte.

Wir haben telefonische Verbindung zu Kommissar Slughouse, der uns sicher einige Fragen beantworten kann."

Die blonde Nachrichtensprecherin wandte sich auf ihrem Drehstuhl um und sah zu einem großen Foto von einem bärtigen Mann mit Brille auf, das jetzt an den Hintergrund projiziert wurde.

„Mr. Slughouse, können Sie uns vielleicht die derzeitige Lage der Ermittlungen erläutern? Gibt es neue Spuren von Black?"

„Nun", ertönte eine etwas verrauschte Stimme aus einem Lautsprecher. „Natürlich tun wir alles, was wir können, aber Black macht es uns wirklich nicht leicht. Bis jetzt war unsere Suche nach Spuren vergeblich und auch alle Anrufer, die meinten, uns vielleicht Hinweise geben zu können, brachten zu keinerlei Ergebnissen."

„Gibt es irgendwelche Ideen, was Black jetzt vorhaben könnte?"

„Wir glauben nicht, dass man das einschätzen kann. Black handelt spontan, er entwickelt keine Pläne. Wenn er Lust bekommt, zu morden, wird er an Ort und Stelle damit anfangen."

„Das hört sich wirklich nicht gut an, Mr. Slughouse. Was kann die Bevölkerung tun, um sich zu schützen?"

„Am besten sollte man abends die Türen und Fenster gut verschließen und nicht mehr hinaus gehen. Auch kann es helfen, immer ein Handy dabei zu haben, um im Notfall sofort Hilfe holen zu können.

Am wichtigsten ist es aber, Black nicht zu reizen!"

„Vielen Dank für das Gespräch, Kommissar Slughouse. Wir alle vom Sender wünschen Ihnen viel Erfolg bei den Ermittlungen!"

„Dankeschön!"

Das Foto verschwand und die Sprecherin drehte sich wieder um und tauschte ihren ernsten Gesichtsausdruck sofort wieder gegen das normale strahlendweiße Lächeln aus.

„Nun, vielleicht können Sie uns ja helfen? Falls Sie irgendwelche Hinweise haben oder sogar diesen Mann gesehen haben sollten ..."

Nun projizierte sich ein sehr grausiges Foto von mir selbst an den Hintergrund.

„ ... dann rufen Sie uns bitte an unter folgender Telefonnummer an!"

Die Nummer erschien unter dem Foto.

„Und jetzt zum Sport –"

„Was zum-" Jemand hinter mir schnappte nach Luft. „RAUS HIER, DU RÄUDIGER KÖTER! RAUS AUS MEINEM GARTEN!"

Ich wandte den Kopf und erblickte eine dünne große Frau mich hochgesteckten, blondgefärbten Haaren, die eine Tüte Brötchen in der Hand hielt und auf mich zu gerannt kam.

Scheiße.

Ich nahm die Vorderpfoten vom Fensterrahmen, wirbelte herum und hetzte über den grünen, säuberlich gestutzten Rasen davon.

Ein Satz über den Gartenzaun und weg, die Straße entlang.

Immer noch schimpfte die Frau wie wild hinter mir her und ich konnte Wörter wie „Hundefänger", „Flöhe" und „unglaublich" heraushören.

Schnaufend kam ich endlich am Park an und ließ mich hechelnd am erstbesten Baum ins Gras fallen.

Ok, ok. Es war vielleicht nicht gerade normal, dass ein riesiger schwarzer Hund mit ungepflegtem Fell mitten im einem Kleinstadtgarten stand, mit den Vorderpfoten auf dem Fensterbrett, um einen Blick auf den Fernseher erhaschen zu können.

Aber man musste doch nicht gleich so ein Zeter und Mordio veranstalten, oder?

Ich konnte mich immer wieder über die Muggelpolizei totlachen.

Wie sie meinten, genau bescheid zu wissen, obwohl sie noch nicht mal die groben Hintergründe kannten.

Ich gähnte.

Jeden Morgen war ich so früh aufgestanden, um mir irgendwo ein Fenster zu sichern, damit ich die Siebenuhrnachrichten sehen oder zumindest hören konnte.

Fast jedes mal brachten sie etwas über mich, auch wenn es nur Schwachsinn war.

Einmal hatten sie Muggel auf der Straße interviewt und sie um ihre Meinung zu meiner Flucht gebeten.

Was die alle für einen Müll gelabert hatten.

Also mein Mann hat Black ja schon zwei Mal auf dem Weg zur Arbeit gesehen.

Sicher.

Um die Muggelpolizei musste ich mir wirklich keine Gedanken machen. Und das Ministerium konnte eigentlich auch nichts ausrichten, weil es nichts von meiner Animagusform wusste.

Moment ... warum eigentlich nicht?

Klar, ich war nicht angemeldet, aber Remus hätte es ihnen doch sagen können, oder? Was würde es ihm nützen, so etwas Wichtiges zu verschweigen. Um mir zu helfen tat er das bestimmt nicht. Er dachte immerhin, ich hätte Lily und James verraten.

Hm ... vielleicht wollte er das auch einfach nicht erklären müssen. Schließlich waren wir, James, ich und die miese Ratte, damals Animagi geworden, um ihm zu helfen.

Oder er wollte Verstorbene nicht in den Schmutz ziehen. James.

Aber er könnte doch auch behaupten, dass nur ich Animagus war und meine Form beschreiben.

Vielleicht hatte er es ja versucht, nur das Ministerium glaubte ihm nicht, weil sie ihn für minderwertig hielten, da er ein Werwolf war.

Aber Dumbledore würde ihm doch sicher glauben – ach, das ergab doch alles keinen Sinn.

Frustriert knurrte ich leise.

Ich hatte noch ein bisschen Zeit, um durch den Park zu streifen, bis ich mich nach London aufmachen würde. Ich wollte schon um halb zehn im Hogwarts Express sitzen, damit mich niemand einsteigen sah.

Ich wusste von Albus, dass der Zug schon immer um acht Uhr morgens einfuhr, um den Schülern genug Freiraum zu bieten.

Ich gähnte und stand auf. Die Strahlen der Morgensonne zauberten Schatten von den Bäumen auf das Gras und spielerisch sprang ich immer über die einzelnen dunklen Flächen, als ich mich zu meinem morgendlichen Spaziergang durch den Park aufmachte.

Alles hier schien so friedlich, als hätte es da nie einen schwarzen Magier auf dieser Welt gegeben.

Eine leichte Brise wehte und hier und da raschelte es im Gebüsch, wo ich natürlich aus Langeweile immer hinlief, um nachzusehen, ob sich zwischen den Blättern und Ästen vielleicht eine kleine widerliche Ratte versteckte, die ich eventuell ermorden könnte.

Ach ja, Peter ...

Wurmschwanz war in den letzten Wochen, die ich hier verbracht hatte, ein bisschen in den Hintergrund meines Denkens gerückt.

Seit ich Harry gesehen hatte, schienen meine Gedanken völlig verrückt zu spielen.

Ich war so hilflos, weil ich nichts über den Verbleib Harrys herausfinden konnte. Hier lebten keine Zauberer oder Hexen, zumindest keine, von denen ich wusste.

In den Muggelnachrichten brauchte ich erst gar nicht suchen. Seine Verwandten würde wohl kaum eine Vermisstenanzeige aufgeben, so wie sie ihn angefaucht hatten.

Komm rein und bring sie wieder in Ordnung!"

Sie hat es verdient!"

Ja, Harry schien ein bemerkenswertes Temperament zu besitzen. Genau wie Lily. Ich konnte mich noch sehr genau an ihre Reaktion erinnern, als ich einmal auf Harry aufpassen sollte und der Kleine es lieber vorzog, mit mir verstecken zu spielen.

Einmal nicht hingeschaut und schon war er auf und davon.

Da war er in diesem Alter gewesen, wo er gerade anfing zu laufen.

Nur leider hatte er daraus eine ziemlich explosive Mischung entwickelt, denn wenn er einmal auf den Beinen gewesen war und irgendwo an einem Schrank Halt gefunden hatte, dann gnade demjenigen Gott, der auf ihn aufpassen sollte ...

Der kleine schwarzhaarige Junge sah mich überrascht mit großen Augen an.

Ich legte den Kopf schief, bereit, mich sofort wieder zu verwandeln, falls Harry Angst zeigen sollte.

Es war das erste mal, dass ich das Kind auf die Probe stellte.

Lily wäre auch sicher nicht damit einverstanden gewesen.

Er ist doch noch viel zu klein, Sirius. Er würde sich nur erschrecken!'

Ja, ja, ja! Er war ja für alles noch viel zu klein. Bla bla bla.

Und trotzdem sollte ich heute Abend auf ihn aufpassen, bis Lily und James aus Hogsmeade wiederkamen. Sie wollten dort Freunde besuchen und da es eventuell später werden könnte, wollte Lily nicht, dass Harry mitkam.

James hatte natürlich wieder protestiert, da er einen Vaterstolz am Leib hatte, über den ich mich immer kaputt lachen konnte.

Am liebsten würde er sein Kind mit zur Arbeit nehmen und es wie ein seltenes Ausstellungsstück herumzeigen.

Nicht, dass er es nicht versucht hätte. Lily musste ihn mit Kratzen und Beißen abhalten.

Allerdings hatte sie mich persönlich angeheuert, auf ihr geliebtes Kind aufzupassen, was ihr einen überraschten Blick von ihrem Mann und mir eingebracht hatte. Normalerweise konnte sie über mich nämlich nur den Kopf schütteln.

Du gehst immer so wundervoll mit dem Kleinen um!', hatte sie nur lächelnd erklärt und mit den Schultern gezuckt.

Ok, ich war ja nicht umsonst sein Pate. Und ziemlich stolz drauf.

Vorsichtig tapste ich ein bisschen näher zu dem kleinen Jungen, der mich immer noch verblüfft musterte.

Wir saßen beide auf der großen Wiese im Garten von Godrics Home und die warme Augustsonne strahlte zu uns hinunter.

Ich legte mich vor ihm ins Gras und stupste ihn dann mit der Nase in die Seite.

Harry begann zu kichern und wich ein Stückchen zur Seite.

Kitzelig, hm? Na warte!

Spielerisch knurrend stürzte ich mich auf mein Patenkind, das, nachdem es den ersten Schock überwunden hatte, anfing offen und herzlich zu lachen und sich prustend zur Seite warf, um einer neuen Kitzelattacke meinerseits zu entkommen.

Nach einigem Herumgetolle auf der Wiese, gönnte ich dem Kleinen und auch mir eine Pause, indem ich mich wieder in einen Menschen verwandelte und mich, lachend nach Luft ringend, auf den Rücken fallen ließ.

Harry hatte das Ganze interessiert beobachtet und sah wiederum überrascht aus, seinen Paten jetzt plötzlich neben sich liegen zu sehen. „Tatze!", rief er verblüfft aus.

Ich warf dem Kind ein warmes Lächeln zu.

Was war James sauer gewesen, als Harrys zweites Wort, nach Mum, nicht Dad, sondern Tatze gewesen war.

Weiß der Himmel, wie er das aufgeschnappt hatte, aber James hatte eine Woche nicht mehr mit mir gesprochen.

Harry setzte sich mühelos auf und sah mich mit seinen blaugrünen (A/N: Am Anfang sind jedermanns Augen blau und erst später entwickelt sich die richtige Augenfarbe. Deswegen erstmal blaugrün! Nur für alle, die sich jetzt wundern.) Augen an.

Ich erschauderte leicht unter dem intensiven Blick. Manchmal hatte ich das Gefühl, das Kind könnte mir bis auf die Seele hinabblicken und in meinen Geheimnissen lesen, wie in einem Buch. Ok, sobald er lesen konnte ...

Na, du!", wisperte ich und strubbelte dem Kleinen durch die schwarzen Haare. Wie süß er doch war. Definitiv das süßeste Kind der Welt.

Plötzlich hallte eine helle Stimme durch das Haus.

Sirius? Sirius, wo steckst du? Komm mal und hilf mir beim Tragen! Kate hat uns soviel von dem alten Babyspielzeug von Brian mitgegeben! James! Pass doch auf! Du schmeißt es ja ... Argh!"

Harry warf einen hoffnungsvollen Blick zum Haus hin.

Richtig, die Mama ist wieder da!", grinste ich und stand auf. „Bleib kurz hier sitzen, ja? Nicht weglaufen, gleich komm ich mit Mum und Dad wieder!"

Mit einem letzten Blick zurück auf das artig im Gras sitzende Kind, stieg ich die paar Stufen zur Veranda hoch und schlüpfte durch die Terrassentür.

Im Flur begegnete ich sofort einem völlig mit Tüten beladenen James, der sich blind den Weg zu ertasten versuchte, sodass er fast in mich hineingelaufen wäre.

Achtung, Krone! Spielst du gern Dampfwalze, oder was!

Hinter dem Tütenberg erklang ein Geräusch zwischen Schnauben und Stöhnen.

Klopf keine Sprüche, nimm mir lieber was ab!"

Ich grinste, schnappte mir die Hälfte seines Gepäcks und trug es in die Küche, in der schon Lily ihre Ladung auf den Tisch hatte plumpsen lassen.

Heftig atmend drehte sich die junge Frau um und strich sich eine Strähne roten Haares aus dem Gesicht.

Danke! Wir sind doch schon früher zurückgekommen!"

Ja", murmelte James. „Weil sie dachte, du würdest Harry in der Zwischenzeit irgendwie anzünden, oder sowas!"

Wo hast du ihn denn gelassen?", fügte Lily hinzu und sah sich suchend nach ihrem Sohn um.

Sitzt ganz brav im Garten im Gras!", erklärte ich schmunzelnd.

Kurz herrschte Stille. Dann ...

Im Garten?", schnappte Lily.

Brav?", keuchte James.

Ich zog fragend die Augenbrauen hoch. „Also bis jetzt war er furchtbar lieb und wir waren die ganze Zeit im Garten."

Doch meine beiden besten Freunde waren schon aus der Küche gestürmt.

Einen Moment stand ich noch überrascht da, dann folgte ich ihnen hastig hinaus in den Garten.

Sofort fiel mein Blick auf den Rasen, auf dem ich Harry kurz zurückgelassen hatte.

Doch da war kein Harry mehr.

Das gibt's doch nicht!", hauchte ich. „Der kann doch kaum laufen!"

Harry?", rief Lily aus und wandte sich im Kreis. „Komm schon, Schatz, komm aus deinem Versteck!"

James wandte sich ärgerlich mir zu. „Hör mir mal zu! Solange du ihn nicht alleine lässt, ist alles in Ordnung. Das hab ich dir doch eingetrichtert, oder? Denn wenn er alleine ist, wird ihm langweilig und er beginnt, die gefährlichsten Dinge auszuprobieren!"

Es waren nur zwei Minuten!", jammerte ich vor mich hin, als ich mich ebenfalls auf die Suche begab und James sich sauer umdrehte.

Mit fliegenden Schritten hastete ich die Blumenbeete entlang, auf die Kirschbäume zu. Deren Blüten hatte Harry im Frühling besonders geliebt.

Hier unten ist er nicht!", rief Lily hinter ihm verzweifelt.

James holte zu mir auf. „Harry?", rief er und schlüpfte in die kleine Bauminsel. „Bist du hier? Komm zu Daddy. Wir wollen heute nicht verstecken spielen."

Harry?", flüsterte ich und wechselte in meine Animagusform.

Gute Idee!", meinte James erschöpft.

Zuerst lauschte ich. Ich konnte den Wind zwischen den Blättern wispern hören, eine Maus, die sich ein Loch in die Erde grub.

Schön, Harry wollte wohl wirklich verstecken spielen. Aber nicht mit mir.

Ich schnupperte. Hier roch es nach allem Möglichen ... aber halt, da zwischen diesen zwei Bäumen – dieser vertraute Geruch ...

So eine Mischung aus Schokolade und Kirschblüten. Ziemlich einzigartig.

Hast du was?", fragte James hoffnungsvoll.

Ich huschte auf die Stelle zu und folgte dem immer stärker werdenden Geruch. Nach einer Weile kam ich an einem Gebüsch an, das leicht raschelte.

Ich lief drum herum und erblickte hinter den Ästen den kleinen schwarzhaarigen Jungen, der mich begeistert anstrahlte.

Tatze!", rief er kichernd aus und mit einem erleichterten Seufzen verwandelte ich mich zurück.

Komm her, du Räuber! Ich hab doch gesagt, du sollst da sitzen bleiben, hm? Hat dich wohl nicht großartig gestört."

Gott sei Dank!", ertönte James erleichterte Stimme hinter mir. „Lily! Wir haben ihn!"

Sofort raschelte es hinter den Bäumen und eine offenbar aufgebrachte Mutter stürzte heraus.

Oh Gott, mein Schatz!", rief sie und riss mir das Kind aus den Armen. „Wie kannst du Mama nur so einen Schrecken einjagen! Wieso läufst du denn weg? Ich dachte schon ... ."

Ist ja gut, Lily!", sagte James beruhigend, auch wenn er ziemlich durch den Wind schien. „Lasst uns reingehen, es dämmert schon."

Auf dem Weg zurück ins Haus, hatte Harry sich gemütlich an seine Mutter geschmiegt und die Augen geschlossen.

Mir entging keiner der verträumten Blicke, die James seiner kleinen Familie zuwarf.

Mir entwich ein Seufzen.

Es war schön, endlich an alte Zeiten denken zu können, ohne, dass ich Angst haben musste, sie gleich durch einen Dementor zu verlieren.

Wir waren damals alle so voller Hoffnung.

Besonders James hatte vor Optimismus förmlich gesprüht.

Auch ich dachte damals: ‚Irgendwas muss es doch in dieser Welt geben, dass die Finsternis vertreiben kann. Wenn schon ein Kind mitten im Krieg geboren wird und wir von dort an nur noch lachen und dieses Strahlen in unseren Augen haben, dann kann die Welt der Magie noch nicht verloren sein, oder?'

Allein für Harry hatte sich Lily zu dieser Zeit geschworen, Voldemort in seinen knorrigen Hintern zu treten und ihn auf den Mond zu befördern. Übrigens ein Zitat.

Ja, Harry war unser goldenes Fünkchen Hoffnung und Kampfgeist gewesen.

Kaum zwei Monate später war Halloween. Aus mit dem wundervollen Familienglück.

Ein weiteres Seufzen.

Langsam kam ich an einem alten Spielplatz vorbei. Ein bisschen dreckiger Sand. Eine alte, ursprünglich wahrscheinlich orangene Rutsche und zwei verrostete Schaukeln. Auf einer dieser Schaukeln saß ein ca. zehnjähriger braunhaariger Junge, der gelangweilt ein bisschen hin und her pendelte, wie jemand, der auf diesen Tag einfach keine Lust hatte.

Oder wie ein Schulschwänzer, der auf Schule keine Lust gehabt hatte. Immerhin war heute Schulanfang. Zumindest für Hogwartsschüler. Mussten die Muggelkinder auch heute wieder in die Schule?

Plötzlich sah er auf und mich an. Erschrocken zuckte er zusammen, sprang von der Schaukel, wich zurück, wirbelte dann herum und rannte davon.

Traurig sah ich ihm nach. Sah ich denn wirklich so furchterregend aus? Amy war da doch ganz anderer Meinung gewesen.

Und Harry hatte früher auch nie Angst vor meiner Animagusform gezeigt.

Vielleicht waren die Menschen in diesem Viertel einfach ängstlicher, weil sie gleich einen beißenden und knurrenden Kampfhund erwarteten. Und Harry ... hatte sich schlicht erschrocken.

In der Ferne hörte ich eine Kirchenglocke acht Uhr läuten.

Na endlich.

Ich wandte mich um und lief den ganzen Weg zurück durch den Park. Auf nach Kings Cross!

‚Achtung, Achtung! Der kleine Sirius möchte bitte von den Dementoren aus der U-Bahn abgeholt werden! Dankeschön. Pieeep.'
Während mir so ein Schwachsinn durch den Kopf ging, knurrte ich feindselig die Colliehündin an, die immer näher zu mir rückte.
„Du bist aber ein großer, gutgebauter Rüde!", schnurrte sie und versuchte sich an mich zu kuscheln, wobei ich und vor allen Dingen auch ihr Frauchen ihr einen Strich durch die Rechnung machte.
„Lass mich in Ruhe!", schnappte ich und rückte so weit von ihr weg, wie es in einer vollbesetzten U-Bahn nur möglich war.
„Jenna!", rief eine arrogante Frauenstimme tadelnd und ‚Jenna' wurde mit der Leine wieder zurück zu einem der Sitze gezogen.
Gott sei Dank. Wie viele Stationen waren es denn noch bis Kings Cross?
Wenn ich auch nur noch fünf Minuten neben dieser ... dieser ... Jenna verbringen musste, würde ich mich aus dem geöffneten
U-Bahnfenster werfen.
Ich war jetzt einmal umgestiegen und nun hoffentlich auf direktem Wege zum gesuchten Bahnhof.
Ich würde auf einem dieser Muggelbahnsteige aussteigen, die Treppen hoch und mich dann auf die Suche nach Gleis 9 ¾ machen.
Solange mich diese Jenna bis dahin nicht gefressen hatte.
„Komm doch her, Süßer! Wir suchen uns gleich ein stilles Plätzchen, ja?"
„Halt – die – Klappe!"
„Und so stark und so mutig, stimmts? Komm, wir reißen aus! Ich wird die Alte hier los und dann -"
„Hör mal, ich bin kein Hund. Ich bin ein Mensch! Und Hund und Mensch können nicht ... ja ..."
„Ein Mensch? Sicher und ich bin eine hässliche alte Gans!" Die Hündin ließ ein glockenhelles Lachen hören.
„Nächste Haltestelle: Kings Cross."
Dem Himmel sei Dank! Weg, weg , weg ...
Mit einem Satz sprang ich an ein paar Muggeln vorbei und schlüpfte als erster durch die Automatiktür, kaum dass sie sich einen Spalt geöffnet hatte.
Auf dem Bahnsteig liefen viele laut schnatternde Muggel umher, manche in Arbeitskleidung, andere, die aussahen, als hätten sie vergessen, sich anzuziehen.
Die, die nicht in die Bahn stiegen, hasteten zielstrebig auf diese Treppen zu, die sich von selbst bewegten.
Den Dingern war ich schon auf dem Weg nach Little Whinging begegnet. Sehr reizend, wenn man sich zwischen den Rillen das Fell einklemmte und ein Haufen Muggel, die gestresst nach Hause wollten, über einen hinwegtrampelten.
Mit einem lautlosen Seufzen folgte ich einem Mann im Anzug mit Aktenkoffer, der sich auf die Treppen zu bewegte.
Nach einigem Gedrängel und Demütigungen durch einen Gehstock einer alten Frau, kam ich endlich zwischen Gleis neun und zehn an.
Absolut nichts hatte sich verändert. Muggel liefen herum, Muggelzüge fuhren ab und natürlich war die alte Absperrung auch immer noch da.
Nur huschten jetzt keine Kinder mit ihren Eltern, schweren Koffern und Haustieren hindurch, um zum Hogwartsexpress zu gelangen, da es gerade mal halb zehn war, wie die große zifferlose Bahnhofsuhr verkündete.
Super, ich lag genau in der Zeit.
Vorsichtig warf ich einen Blick nach links und rechts, ob auch gerade kein Muggel hinsah, dann nahm ich kurzen Anlauf und rannte geradewegs durch die solide Absperrung zwischen den Gleisen.
Einmal kurz Schwärze und schon fand ich mich auf dem menschenleeren Bahnsteig von Gleis 9 ¾ wieder.
Ein kurzes Strahlen durchhuschte meine Augen, als ich die alte rote Dampflok erblickte, die schon bereit auf den Schienen stand, die Türen weit geöffnet.
Ich sollte so schnell wie möglich einsteigen und mir ein Versteck suchen, bevor hier noch irgendein Schaffner auftauchte oder sowas.
Bei meinem Glück im Leben, sollte ich wohl ab jetzt immer mit Vorsicht handeln.
Ich setzte mich hastig in Bewegung und lief auf die erste geöffnete Tür zu.
Mit einem Satz sprang ich in den Zug und blickte mich um.
Was nun? In eines der Abteile konnte ich wohl kaum, die waren früher immer voll besetzt gewesen.
Aber hinten, am Ende des Zuges, war doch immer eine Art Transportraum gewesen, in dem neue Bücher für die Bibliothek oder andere Unterrichtsmaterialien einquartiert wurden.
Das wäre doch einen Versuch wert.
Ich wandte mich nach links und tapste, immer neugierig in die Abteile hineinblickend, bis zum Ende des Zuges.
Es erwartete mich eine angelehnte Tür.
Ich mochte keine angelehnten Türen. Die bedeuteten meistens, dass jemand in dem Raum dahinter war.
Ach egal. Soviel zur Vorsicht.
Ich stupste die Tür mit der Nase auf und lugte hinein. Es war ein ziemlich kleiner Raum, mit einem geöffneten Fenster an einer Seite.
Der Boden war vollgestellt mit einigen Kisten und eine von ihnen ruckelte sogar leicht.
Sonst standen noch zwei Glasterrarien an der anderen Seite, auf denen man ein paar Bücher abgelegt hatte.
Ok, hier ließ es sich ein paar Stunden aushalten.
Ich streckte mich leicht, ging auf das Fenster zu und reckte den Kopf, in der Hoffnung hinaussehen zu können.
Gut, ich war ein sehr großer Hund, aber dafür war ich eindeutig noch zu klein. Missmutig sah ich mich um und mir fiel eine der Holzkisten ins Auge. Genau richtig!
Mit Keuchen und Stöhnen brachte ich es schließlich fertig, die tonnenschwere Kiste unter dem Fenster zu postieren.
Was zum Teufel hatten die denn darein gepackt? Steine?
Kopfschüttelnd nahm ich kurz Anlauf und sprang reichlich unelegant auf den Holzdeckel, wobei die Kiste quietschend um ein paar Zentimeter weiter nach links schlitterte.
Ganz ruhig, nur die Balance halten. Bloß nicht abrutschen. Ja, genau so!
Als ich mit meinen wackeligen vier Hundebeinen eine sichere Position gefunden hatte, wandte ich den Blick aus dem halbgeöffneten Fenster.
Inzwischen tummelten sich schon viele Schüler auf dem Bahnsteig und immer wieder kamen neue Eltern mit ihren Kindern durch die Barriere, Gepäckkarren vor sich herschiebend und allerlei Käfige tragend.
Als eine alte Frau mit einem riesigen Hut, an dessen Spitze ein Geier thronte, ganz nah an meinem Fenster vorbeispaziert kam, duckte ich mich rasch. Doch sie war offenbar eh gerade damit beschäftigt, dem etwas dicklichen Jungen neben ihr, der mich spontan an einen jüngeren Peter erinnerte, eine Standpauke zu halten.
„Warum musst du immer alles vergessen? Das kann doch nicht so schwer sein, an seinen Kessel zu denken, Neville!"
Als sie vorbei waren, richtete ich mich wieder auf und wandte den Blick erneut zur Absperrung.
Gerade erreichten neue Menschen den Bahnsteig.
Da war ein großer dünner Mann mit spärlichen roten Haaren, der einen Gepäckkarren mit einem großen Koffer und einer wunderschönen Schneeeule vor sich her schob. Er kam mir irgendwie bekannt vor.
Ich runzelte die Stirn. War das etwa Arthur Weasley?
Und kurz darauf folgte ihm ein schlanker schwarzhaariger Junge, der sich mit einem Lächeln umsah.
Harry. Gott sei Dank. Ihm ging es gut.
Ehe ich ihn weiter beobachten konnte, wandte er sich schon um und sah zu den neuen Schülern, die hinter ihm aufgetaucht waren.
Ein Junge mit Hornbrille und ein junges Mädchen, beide mit flammendroten Haaren.
Das war fast die gesamte Familie Weasley! Oh nein, war Harry mit ihnen näher befreundet? Da hatte Peter ja noch mehr Chancen, ihm etwas anzutun!
Bald war die ganze Weasleyfamilie, die ich ja genau vom Foto her kannte, auf dem Bahnsteig versammelt, einschließlich eines ca. 13-jährigen Mädchens mit buschigem braunen Haar.
Neben Harry entdeckte ich den jüngsten Sohn, der auf dem Foto die Ratte auf der Schulter gehabt hatte. Plötzlich wandte sich die ganze kleine Gruppe um, Harry zog seinen Koffer und die Schneeeule, die offenbar auch ihm gehörte, mühevoll vom Gepäckkarren und ging auf den Zug zu.
Ich verrenkte mir fast den Hals, um sie zu beobachten. Offenbar begannen sie die Abteile abzuklappern, doch sie schienen alle vollbelegt.
Sie kamen immer näher zu mir.
Ich duckte mich schon, doch vor dem Abteil neben mir machten sie endlich halt.
„Hier ist noch was frei!", rief Molly Weasley erleichtert. „Los, kommt schon, schiebt die Koffer schon mal rein, los, hop, hop!"
Langsam hob ich den Kopf wieder. Jetzt umarmte sie jedes ihrer Kinder, auch Harry und das braunhaarige Mädchen.
Ich sah, wie Harry gerade in den Zug steigen wollte, als Arthur ihn am Ärmel festhielt.
Er sprach so leise, dass ich meine Ohren anstrengen musste.
„Harry, komm mal kurz hier rüber ..."
Hastig duckte ich mich wieder unter den Rahmen, als der Mann Harry an eine Säule direkt vor meinem Fenster zerrte.
„Ich muss dir noch was sagen, bevor du fährst –", hörte ich die Stimme Arthurs angespannt flüstern.
Ich zog die Stirn kraus. Was war denn jetzt los?
„Schon gut, Mr Weasley, ich weiß es schon!"
„Du weißt es? Wie das denn?"
Was weiß er denn, verdammt noch mal?
„Ich – ähm – hab Sie und Mrs Weasley gestern Abend sprechen gehört. Das äh ... ließ sich nicht vermeiden, tut mir leid ..."
Mit Mühe unterdrückte ich ein Schnauben. Das ließ sich nicht vermeiden. Jawohl, hier sprach der Sohn eines wahren Rumtreibers.
„Ich wollte eigentlich, dass du es auf andere Weise erfährst ..."
Also jetzt wurde ich allmählich hibbelig. Was denn auf andere Weise erfahren?
„Nein – ehrlich gesagt ist es besser so. Dann haben Sie wenigstens Fudge gegenüber Ihr Wort nicht gebrochen und ich weiß, was los ist!"
Was hatte den jetzt mein Lieblingsminister mit der Sache zu tun?
„Harry, du hast jetzt sicher ziemliche Angst –"
Meine Stirn tat schon weh, so fest hielt ich sie in Falten.
„Nein, hab ich nicht! Wirklich. Ich will ja nicht den Helden spielen, aber im Ernst, Sirius Black kann doch nicht schlimmer sein als Voldemort, oder?"
Um ein Haar wäre ich von der Kiste gefallen, hätte ich mich nicht gerade noch an der Wand abstützen können. Hatte Harry gerade wirklich Sirius Black gesagt? Was hatte ich denn mit der ganzen Sache zu tun?
„Harry, ich wusste, dass du, wie soll ich sagen, stärkere Nerven hast, als Fudge offenbar glaubt, und ich bin natürlich froh, dass du keine Angst hast, aber –"
„Arthur!", hörte die laute Stimme Mollys. „Arthur, was macht ihr da? Er fährt gleich ab!"
„Er kommt gleich Molly!", rief Arthur laut zu ihr hinüber. Dann wurde seine Stimme so leise, dass ich alle meine Hundesinne konzentrieren musste, um ihn in dem ganzen Rummel um den Zug herum, hören zu können.
„Hör zu, ich möchte, dass du mir dein Wort gibst –"
„- dass ich ein braver Junge sein und im Schloss bleiben werde?", vervollständigte Harrys düstere Stimme.
Beinahe hätte ich gelacht, doch, was jetzt kam, ließ mir diesen Reiz gründlich vergehen.
„Nicht ganz. Harry, schwör mir, dass du nicht nach Black suchen wirst!"
"Wie bitte?"
Ein lauter Pfiff ertönte, der Boden unter mir begann zu vibrieren.
„Versprich mir, Harry, was auch immer passiert –"
„Warum sollte ich nach jemandem suchen, von dem ich weiß, dass er mich umbringen will?"

KRACH!
Schockiert lag ich auf der Erde des Transportraums, neben der umgefallenen Kiste. Umbringen? Harry? Ich?
„Schwör mir, was immer du hörst –"
"Arthur, schnell!"
Es ertönte ein Zischen und mühsam kam ich in der anfahrenden Lok wieder auf die Beine, immer noch am ganzen Leib zitternd.
Wieso sollte ich Harry umbringen wollen, um Himmels Willen? Ich war hier, um ihn zu schützen!
Dieses verdammte Ministerium! Dieses Gerücht hatte sich Cornelius Fudge einfallen lassen, ganz sicher.
Der Zug fuhr schneller.
Ich ließ mich wieder auf den staubigen Boden fallen und legte den Kopf auf die Pfoten. Das Geräusch der Lock, die über die Unebenheiten der Schienen ratterte, machte mich schläfrig.
Es war ungerecht! Es war einfach nur ungerecht.
Nicht dran denken, ermahnte ich mich. Alles positiv sehen!
Ich war auf dem Weg nach Hogwarts! Auf dem Weg zu Peter! Auf dem Weg zur Wahrheit! Auf dem Weg zur Freiheit!
Mit Harry ...
Mir fielen die Augen zu.

Als ich sie wieder öffnete, war der Raum um mich herum in sanftes Dämmerlicht gehüllt und die Terrarien warfen merkwürdige Schattenmuster auf den staubigen Holzboden.
Die Kiste hatte aufgehört zu ruckeln. Alles war still.
Nur die leisen Stimmen der Schüler waren zu vernehmen, wie sie sich in ihren Abteilen unterhielten.
Ich konnte ganz deutlich die Stimmen aus dem letzten Abteil verstehen, da die Tür des Transportraumes immer noch angelehnt war.

„Dieses Jahr lass ich mir von Malfoy nichts mehr bieten!", knurrte eine fremde Jungenstimme. „und das meine ich ernst. Wenn er noch einen Witz über meinen Familie macht, pack ich ihn am Kopf und –"

Der Junge wurde durch die energische Stimme eines Mädchens unterbrochen.

„Ron! Sei vorsichtig ... ."

Ich runzelte leicht die Stirn. Malfoy? Den Namen kannte ich irgendwoher ...

Naja, egal.

Ich gähnte, streckte und setzte mich auf. Anscheinend hatte ich lange geschlafen, später Nachmittag war es bestimmt schon, wenn nicht Abend.
Wann waren wir denn endlich da?
Ich brannte regelrecht darauf, das wunderschöne Schloss wieder zu sehen und aus diesem Transportraum rauszukommen.

Wie auf Bestätigung meiner Worte begann der Zug plötzlich so stark zu bremsen, dass ich überrascht mit den Pfoten ein Stück nach Vorne rutschte.

Wir mussten tatsächlich schon da sein.

Verwundert rappelte ich mich auf, steuerte auf die Tür zu und lugte durch den Spalt.

Viele neugierige Schüler guckten aus den Abteilen, was mir sagte, dass wir anscheinend noch nicht da waren.

Plötzlich flackerte das Licht und erlosch. Leise Schreie kamen aus den vorderen Abteilen. Die Schüler flüsterten erschrocken. Ich konnte Angst riechen.

Es war stockfinster und ich war im Türrahmen zu Stein erstarrt.

Was war hier los? Warum hielt der Zug, wenn keiner ausstieg? Warum ging das Licht aus? Magisches Licht ging niemals aus!

Vor mir in der Dunkelheit war plötzlich das Getapse von Schülern zu vernehmen.

Sie öffneten das Abteil vor mir, von dem ich wusste, dass auch Harry darin war.

Dann ertönte Gepolter. Zwei Mädchen schrieen gleichzeitig auf.

„Wer ist das?"

„Wer ist das?"

„Ginny?"

„Hermine?"

„Was tust du hier?"

„Ich suche Ron!"

„Komm rein und setzt dich!"

„Nicht hier!", schaltete sich Harry plötzlich ein.

„Autsch!"

„Ruhe!"

Fast wäre ich vor Schock zusammengeklappt. Ich hätte jede Stimme in diesem Zug erwartet, von Dumbledore bis zu Wurmschwanz. Aber nicht diese.

Nein, das war nicht möglich.

Er konnte nicht hier sein!

Warum auch?

„Bleibt, wo ihr seid!"

Scheiße! Das war aber seine Stimme, verdammt! Das war Remus.

Remus Lupin.

Moony.

Der letzte der Rumtreiber, neben mir.

Mein Freund.

Denjenigen, den ich damals verdächtigt hatte und nicht Peter.

Der mich für einen Mörder hielt.

Für den Mörder von James und Lily.

Der mich nun hasste.

Der mir alles zutraute, selbst den Verrat an meinen besten Freunden.

Ich hatte das Gefühl, dass mein Herz gleich bersten würde, so schnell schlug es.

Doch ehe ich weiter denken konnte ...

... spürte ich die Kälte ...

... und meine Haut schien sich mit Eis zu überziehen ...


Ein klitzekleines Review, bitte, bitte, bitte, bitte ... Das ist doch nur fair ... /bettel/fleh/