Halli Hallo, ich lass mich auch mal wieder blicken!

Ich hatte eine kleine Ich-hab-keinen-Bock-und-keine-Ideen Phase! -.-
Aber ich denke, die ist jetzt vorbei!

Wow, so viele Reviews! Unglaublich, Leute!

Siria: Danke für dein Review/Dir einen Keks schenk/ Cooler Nickname übrigens! /lol/

Imperatius: Juhuu, ein Review von dir! Danke für dein Lob, aber so gut wie du werde ich wohl nie schreiben können! /auf die Knie fall/ Ja, ich schreib immer irgendwann weiter. Irgendwann ... /lol/

Sirius: /loool/ Ganz ruhig! /Baldriantropfen rüberschick/ Vielen vielen Dank für dein Lob! /lach/

black-eyed-april: Wow, so lange Reviews! Vielen Vielen Dank/dich abknutsch/

Remus Bride: Ach, macht doch nix! /lol/ Vielen Dank für die lieben Worte! /dir Taschentuch reich/

kaorukid: Danke für dein liebes Review! /Keks geb/ Danke, danke, danke! /Ihr eigenes Sirius-Fähnchen raushol und mitwedel/

Bine: Juhu, noch einReview von dir! Ach, immerhin heißt du nicht Alexandra! /kotz/ Oh nein, so viel Tränen? Da wird es dir in den nächsten Kapitel besser ergehen, versprochen! /Taschentücher rüberreich/ Nis weinen! Vielen vielen Dank!

cdt: Danke für dein liebes Review! /Blumen schenk/

kronkorken: Danke! Nein, keine Sorge, ich hab viel zu viel Spaß an der Story, die wird nicht im Sand verlaufen! /bussi/

Ad: Yay, ein neuer Leser! /riesen freu/ Ja, ich bin immer etwas lahmarschig, aber es geht immer irgendwann weiter! /smile/

Joanna Malfoy: Und noch ein neuer Leser! /vor Freude explodier/ Ich werd mich beeilen! /schiefgrins/

Sara-Kim: Ein neuer Leser! Jaaaaa! /rumhüpf/ Danke für dein liebes Review!

Christa Potter: Yay, ein neues Review von dir! /strahl/ Vielen Dank!

Alfiri: Danke! Also mein Neffe konnte mit einem Jahr schon laufen! /sich lebhaft erinner/ Ähh ... das mit dem Zeilenumbruch ... da brauch ich wohl wieder Nachhilfe! xD

Puuuh, wir sind durch!

Ok, dann viel Spaß! Weil ich eine kleine Krise hatte, bin ich nicht so zufrieden damit ...
Sagt mir EURE Meinung!


Chapter 6: Hogwarts

Jede einzelne Faser gefror in meinem Körper, meine Nackenhaare stellten sich auf, alles in mir sträubte sich.

Sie waren im Zug.
Sie waren im Zug.

Ich fühlte mich jäh nach Askaban zurückversetzt.
Die Finsternis, die sich aufeinmal um mich wölbte.
Die Kälte.
Das Trommeln des Regens.
Das Erlischen der Flammen.
Die toten Augen von Lily und James.
Das Weinen eines Kindes.

Ich schüttelte den Kopf, als könnte ich meine Erinnerungen hinausschleudern und stolperte mit fahrigen Bewegungen zurück.

Ein rasselndes Atmen hatte sich einen Weg in mein feines Hundegehör gesucht und es kam immer näher.
Ich konnte nicht mehr klar denken, meine Sinne wurden von einem durchdringenden Nebel erfüllt.

„Sirius Black! Sie sind festgenommen wegen Verrates an Lily und James Potter, Mordes an Peter Pettigrew und voraussichtlich ca. 10 Muggeln, wie ich das hier so sehen kann, und Dienen Demjenigen, dessen Name nicht genannt werden darf. Falls Sie sich nicht widerstandslos abführen lassen, haben unsere Auroren die Befugnis, Sie zu schocken, im Notfall zu töten. Legen Sie alle Gegenstände ab, die Sie bei sich tragen! Haben sie mich verstanden? Hey, haben Sie mich verstanden?"

„Keiner von uns versteckt Sirius Black unter seinem Umhang! Geht!"

„Hey, Black, haben Sie mich verstanden? Hallo?"
„Geben Sie es auf, Fudge, der ist verrückt geworden!"
„Black, Sie sollen alle Gegenstände, die Sie bei sich tragen, - hören Sie auf zu lachen und hören Sie mir zu!"
„Oh man, Fudge, lass uns ihn einfach abführen, ja? Crouch wartet bestimmt schon! Und schau dir den Haufen Muggel da an ..."

„Ich sagte, geht! Expecto patronum!"

Der Nebel lichtete sich leicht und ich blinzelte heftig, während ich rückwärts in den Transportraum zurück stolperte.
„Jetzt nicht den Kopf verlieren", flüsterte eine Stimme in meinem Kopf, die der Remus' erstaunlich ähnlich klang. „Keine Panik!"

"Aber sie durchsuchen den Zug!", hielt eine andere Stimme dagegen.
"Sie durchsuchen den Zug nach mir! Sie werden mich finden und dann geht's zurück nach Askaban!"

Sei logisch! Du musst hier raus! Du musst aus dem Zug raus!

Doch ich zitterte und mein Körper schien mir nicht mehr gehorchen zu wollen.
Der Dementor hatte das letzte Abteil hinter sich gelassen, Remus hatte ihn anscheinend verscheucht, und kam jetzt weiter den Gang entlang, direkt auf mein Versteck zu.
Es wurde kälter.

„Weg hier!", schrie wieder die Stimme in meinem Kopf.

Der Dementor schwebte unaufhaltsam den Gang entlang und sein röchelnder Atem schien die Finsternis in sich aufzusaugen.
Der schwache Lichtschein aus dem letzten Abteil erhellte den Gang leicht und doch schien er mich nicht zu erreichen.

„Nun, ich denke nicht, dass in so einem extremen Fall eine Verhandlung nötig sein wird ... die Beweise sind erdrückend!
Dumbledore hat vor zwanzig Minuten selbst ausgesagt, dass Sie der Geheimniswahrer der Potters waren! Mr Flew, Mr Janson, bitte sorgen Sie dafür, dass Mr Black heute Abend noch eines der Boote nach Askaban besteigt!
Ich und meine Frau sind jetzt noch eingeladen! Die Leute feiern immer noch, wissen Sie, Fudge! Ach und Mr Flew, vergessen Sie nicht den Dementoren Bescheid zu sagen, dass sie einen neuen Gefangenen ..."

Nein!
Eine noch nie gekannte Willensstärke machte sich in mir breit und ich wandte mich um und stob zurück in den Transportraum.
Gehetzt sah ich mich um und mein Blick blieb an der umgefallenen Kiste unter dem Fenster kleben.
Dem geöffneten Fenster.
Raus aus dem Zug war eine sehr gute Idee.
Na hoffentlich waren auch alle Dementoren im Zug und lungerten nicht irgendwo draußen herum.
Ich hetzte auf die Kisten zu und stemmte eine weitere unter das Fenster.
Die Tür öffnete sich quietschend und eine Welle der Kälte der Kälte durchzog den Raum.
Ich erschauderte heftig, wirbelte wieder herum und sprang mit einem Satz auf die gefährlich wackelnde Kiste.
Ein schwarzer riesiger Schatten ragte nun in der Tür auf, eine modrige Hand lugte aus einer der Umhangfalten.
Mich überkam ein Würgereiz und ohne weiter nachzudenken, stürzte ich mich nach Vorne, stieß das Fenster vollständig auf und warf mich hinaus aus dem Zug.

Der Fall war wie immer interessant, der Aufprall weniger.
Mit einem unterdrückten Jaulen kam ich seitlich auf der harten Erde auf, rollte sofort auf den Bauch und rappelte mich auf.
Hier war es wärmer, als im Zug, doch ich konnte die Kälte spüren, die aus dem inzwischen vereisten Zugfenster drang.

Einen Moment dachte ich noch an Harry, der weiterhin im Zug fest saß.
Feige davonzulaufen, während er in der Nähe dieser abscheulichen Kreaturen war, widerte mich an, doch wenn Remus bei ihm war und die Dementoren doch nur hinter mir her waren, war es wohl für uns alle das Beste, wenn ich verschwand.

Und zwar sofort.

Ich wirbelte herum und rannte in den düsteren Wald, an dem der Zug gehalten hatte.

Nachdem ich ungefähr zehn Minuten ohne Unterbrechung gelaufen war, festgestellt hatte, dass ich im verbotenen Wald gelandet war und nicht von Dementoren oder Auroren verfolgt wurde, begann es auch noch in Strömen zu regnen.

Das Wasser durchnässte mein Fell und ließ es schwer hinunterhängen.
Es wurde immer schwieriger, durch den Wald zu hetzen, denn die Erde verwandelte sich gerade in eine Art Sumpflandschaft und ich rutschte mehr, als das ich rannte.
Immer mehr morsche Äste brachen von den Bäumen, die der Gewalt des Regens nicht länger trotzen konnten, und ab und zu konnte ich gerade noch einer Gehirnerschütterung davonkommen.

Hechelnd blieb ich schließlich stehen, um kurz nachzudenken.

Ich war im verbotenen Wald.
Soweit sehr gut, denn dann war ich bereits auf dem Schlossgelände.
Aber was machten Dementoren auf dem Gelände von Hogwarts?
Das würde Dumbledore doch niemals zulassen, oder?

Oder?

Doch.
Vielleicht.
Wenn es unumgänglich wäre.

Wenn ein Mörder auf der Suche nach einem seiner Schüler war.
Und wenn dieser Schüler auch noch Harry Potter hieß.

Mist.

Na klasse, Dementoren hatten mir gerade noch gefehlt.
Das hieß also, dass ich nicht mehr so schnell aus Hogwarts rauskam.
Egal, ich musste ja auch nicht aus Hogwarts raus, bevor ich Peter erwischt hatte.

Der Regen trieb mir das Fell in die Augen und ich konnte kaum noch etwas sehen.
Vielleicht sollte ich erstmal zum Waldrand und dann ...
Genau, was dann?

Sollte ich auf der Wiese schlafen, wo jeder Dementor über mich stolpern konnte?
Oder vielleicht im Wald, wo nachts tausende tödliche Viecher aus ihren Löchern krochen und mich an Vollmond Werwölfe als Nachtisch betrachten könnten?

Ins Schloss zu schleichen wäre mal wieder eine meiner hirnrissigen Aktio – Moment ...

Werwölfe.

Was war das sicherste Versteck in Hogwarts, das keiner außer Dumbledore und Madam Pomfrey kannte?
Wo sie aber nie drauf kommen würden, da die Dementoren doch jeden Millimeter absuchten und darauf achteten, dass niemand auf's Schlossgelände kam?
Die heulende Hütte.
Fast hätte ich aufgelacht.
Es war so einfach.

Etwas später stand ich vor dem Schlosssee im strömenden Regen, den Blick auf das gewaltige wunderschöne Schloss gerichtet.
Sämtliche Fenster waren erleuchtet und ich konnte praktisch die fröhliche Stimmung spüren.
Harry war jetzt auch dadrin.
Vielleicht war das Festmahl schon vorbei, ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren, und er saß genau dort oben auf der Fensterbank und fragte sich, warum Sirius Black angeblich hinter ihm her war.
Meine Augen wanderten zum Gryffindorturm und inspizierten genau das Fenster, von dem ich wusste, dass es das des Jungenschlafsaals war.
Da, wo wir früher immer geschlafen hatten.
James, ich, Remus und ... die Ratte.
Ich riss meinen Blick vom Fenster los, als ich zu der Feststellung gekommen war, dass keiner auf dem Fensterbrett saß und lief nun müde über den Rasen, Richtung peitschende Weide.

Während ich so durch das schlammige Gras tappte und mit meinen Pfoten Dreck umherspritzte, begannen meine Gedanken sich wieder zu verselbstständigen.
Man hatte Harry nichts erzählt von der ganzen Geschichte.
Falsch.
Dumbledore hatte ihm nichts erzählt.
War das jetzt gut der schlecht?
Ich rutschte aus, schlingerte ein wenig und platschte mit der rechten Seite in eine Matschpfütze.
Griesgrämig rappelte ich mich wieder auf und stapfte weiter durch die hundefeindlichste Sumpflandschaft Schottlands.
Harry wusste nichts über den Verrat, nichts über den besten Freund seiner Eltern, sonst hätte er nicht gefragt, warum er mich suchen sollte.
Er wusste nicht einmal die falsche Wahrheit.
Ok, die richtige Wahrheit wusste niemand, außer mir und Pe - ... der Ratte, aber man hätte Harry doch wenigstens seine eigene Geschichte erzählen können.
Obwohl ... vielleicht war es ja besser so, denn dann hatte Harry noch keinen riesigen Hass auf mich oder sowas in der Art, sondern würde bloß denken, er würde „nur" von einem völlig wahnsinnigen Mörder, der Voldemort wiedererwecken wollte, verfolgt.

Na dann ...

... sollte ich hoffen, dass ich der erste sein würde, der ihm die wahre Geschichte erzählte, bevor es irgendjemand mit der falschen tat.

Was machte ich mir eigentlich schon wieder für Hoffnungen!
Nur weil ich es geschafft hatte, aus Askaban auszubrechen, mich bis Hogwarts durchzuschlagen, den Dementoren zu entwischen und nicht im Regen abzusaufen, hieß das noch lange nicht, dass ich Peter fangen, zur Rede stellen, töten, Harry die Sache erklären, bzw. ihn erstmal in meine Nähe bringen konnte und er mir das auch noch alles glauben würde.

Ich kam mir vor, wie jemand in diesen Abenteuerromanen, deren Helden immer solche Wunder vollbringen konnten.
Früher hatte ich Haufen davon gelesen, wenn meine Mutter mich wieder in mein Zimmer gesperrt hatte.
Naja, dann würde ich eben auch mal den wagemutigen Abenteuerheld spielen und an ein Happy End glauben.
Was blieb mir auch anderes übrig ...

Fast wäre ich gegen die peitschende Weide gelaufen, hätte die mich nicht reizenderweise auf mein Hindernis aufmerksam gemacht, indem sie einen Ast in mein Gesicht schleuderte.
Knurrend wälzte ich mich wieder aus dem Matsch und begann, den Ästen und Zweigen ausweichend, mich zum Stamm zu schlängeln.
Eines musste ich zugeben – zu einer einzigen Sache war uns die Ratte damals nütze gewesen!
Sich jetzt selbst immer wieder den Schlägen des mordlustigen Baumes auszusetzen, war nicht gerade erbaulich, aber was sollte ich machen.
Meine Gedanken wurden erschreckenderweise mit der Zeit ziemlich nüchtern, wenn es um Verletzungen oder den Tod ging.
Wohl eine der Nebenwirkungen, wenn dein Leben zerstört wird.

Und dein rechtes Schulterblatt.

Ächzend schlug ich mit einer Pfote auf den dicken Knoten am Fuß des Stammes und sofort erstarrte der Baum und ich hätte ihn am liebsten abgesägt, wäre er nicht so nützlich für mein Versteck gewesen und leider hatte ich auch gerade keine Säge zur Hand, bzw. Pfote.
Meine Schulter präsentierte einen prächtigen Riss, den ich zwar nicht sehen, aber wunderbar fühlen konnte.
Mit einem letzten mörderischen Blick auf die abgebrochenen Äste, die nun langsam weggeschwemmt wurden, drehte ich mich um und kroch in den Anfang des Geheimganges.

Modrig, war wohl die passenste Beschreibung, die heutzutage für die heulende Hütte zu finden war.
Modrig und dreckig.
Und feucht.
Aber damit konnte ich leben.
Ich warf einen Blick auf die verstaubten Bretter vor den Fenstern und verwandelte mich dann wieder in einen Menschen.
Ich sah wohl nicht viel anders aus.
Meine Klamotten waren durchnässt und mein grauer, ehemals schwarzer Umhang, hing mir schwer, schlammig und dreckig über den Schultern.
Meine verfilzten Haare verhinderten mir zunächst die Sicht, aber nach einigen verzweifelten Wegreiß – und Zur-Seite-schmier-Aktionen schaffte ich es tatsächlich mehr, als im 40° Winkel zu sehen.
Triefend trat ich in die Mitte des größten Raumes im ersten Stock und hinterließ auf dem staubigen Boden deutliche Spuren.
Beim Umsehen stellte ich fest, dass sich nichts verändert hatte.
Immer noch die Stühle zum Abreagieren oder Ablenken, die auch anscheinend dazu genutzt worden waren, und immer noch das große Himmelbett in der Ecke, das Remus immer benutzt hatte, wenn seine Verwandlungen endlich vorüber gingen.
Allerdings hatten wir es nur in der ersten Zeit gebraucht.

Müde schlich ich hinüber und ließ mich stöhnend rückwärts auf die Kissen fallen, die sich anfühlten, als würden sie bei der nächste Bewegung in Nichts zerfallen.
Keine Staubwölkchen ließen mich husten und ich konnte spüren, wie sie sich auf meiner nassen Haut festsetzten.
Der Regen prasselte auf das hölzerne Dach und ließ mich langsam eindösen.
Für heute war genug durchgestanden.

Am nächsten Morgen hatte der Regen sich verzogen.
Der Himmel war klar und blassgrau; das feuchte Gras federte unter meinen Pfoten, als ich gemächlich am Waldrand entlang schlenderte.
In mir herrschte eine kindliche Begeisterung, wieder in Hogwarts zu sein, ohne, dass es irgendjemand mitgekriegt hatte.
Hechelnd streckte ich die Nase in den leichten Wind, als der Geruch des Mittagessens vom Schloss herüberwehte.
Mein Mittagessen war sadistischerweise eine Packung Schokofrösche von einem Schüler gewesen, die er mit seiner Schultasche ins Gras gelegt hatte.

Der Geruch war schon fast verschwunden, als ein anderer seinen Platz ersetzte.
Ich könnte ihn unter tausenden wiedererkennen. So eine Mischung aus Kirschblüten und Schokolade ...
Ich reckte den Hals und blickte über den sanft abfallenden Rasen, der zu Hagrids Hütte führte.
Und richtig – zwischen der Herde von Schülern entdeckte ich Harry, der mit dem braunhaarigen Mädchen und dem Weasleyjungen hinter zwei bulligen muskelbepackten und einem hageren blonden Jungen hergingen, darauf bedacht, Abstand zu halten.
Sie alle schienen zu Hagrids Hütte zu laufen.
Hastig sprang ich hinter einen dicken Baum am Waldrand und beobachtete sie.
Misstrauisch musterte ich den Rothaarigen, doch nirgendwo war eine Spur von seiner Ratte.
Er hatte Peter wohl im Schloss gelassen.
Hagrid wartete an der Tür seiner Hütte auf die Klasse, gekleidet in einen Umhang aus irgendeinem Fell und den Saurüden Fang auf den Fersen, der gelangweilt den Blick über die Schüler schweifen ließ.
Seit wann unterrichtete Hagrid eigentlich?
Überrascht zog ich die Augenbrauen hoch.

„Kommt, bewegt euch!", rief er den näher kommenden Schülern zu. „Hab 'ne kleine Überraschung für euch. Wird 'ne tolle Stunde! Sind alle da? Schön, dann folgt mir!"

Eine quälende Sekunde lang dachte ich, Hagrid würde sie in meine Richtung führen, doch er ging nur am Rand des Waldes entlang und auf einen Ausläufer zu.
Ich konnte sehen, wie Harry und seine Freunde misstrauische Blicke tauschten und sich schließlich in Bewegung setzten.
Als auch die letzten Schüler mindestens fünf Meter entfernt waren, huschte ich hinter ihnen her, immer in den Schatten der Bäume bleibend.
Ich folgte ihnen um den Waldausläufer herum zu einer Art Pferdekoppel, an der nun alle Schüler unschlüssig herumstanden.
Sie war leer.

„Stellt euch dort drüben am Zaun auf!", rief Hagrid laut. „Sehr schön – passt auf, dass alle etwas sehen können – und jetzt schlagt erst mal eure Bücher auf –"

„Wie denn?", ertönte ein kaltes Schnarren.
Ich lugte hinter der dicken Eiche hervor und erkannte den blonden hageren Jungen, der vor Harry gelaufen war.
„Was denn?", sagte Hagrid.
„Wie sollen wir unsere Bücher öffnen?", sagte der Blonde.
Ich konnte sehen, wie er sein Buch hochhielt. Es war mit einem dicken Seil zugeschnürt.
Nun holten auch die anderen ihre Bücher hervor.
Auch Harry hatte sein Buch mit einem schwarzen Gürtel zugebunden und zeigte es lachend und mit einem Achselzucken Arthurs Sohn, der grinsend ein mit Wäscheklammern zugezwängtes Buch hochhielt.

„Hat denn ... hat denn kein Einziger sein Buch öffnen können?", fragte Hagrid verdattert.
Die Schüler schüttelten die Köpfe.
„Ihr müsst es streicheln", sagte Hagrid, als wäre es ganz selbstverständlich. „Seht mal –"
Er nahm das Buch des braunhaarigen Mädchens an Harrys Seite, der verzweifelt versuchte eine ernste Miene zu behalten.
Das Buch versuchte zu beißen, doch Hagrid fuhr mit seinem riesigen Zeigefinger an seinem Rücken entlang und das Buch zitterte kurz, klappte auf und blieb ruhig in seiner Hand liegen.

„Oh, wie dumm wir doch alle waren!", höhnte der Blonde. „Wir hätten sie streicheln sollen! Da hätten wir doch von alleine draufkommen können!"

Ich hatte beschlossen, dass dieser Junge auf jeden Fall ein Slytherin sein musste – und dass ich ihn nicht leiden konnte.
Er erinnerte mich so sehr an jemanden ... aber ich kam einfach nicht drauf, an wen ...

„Ich dachte, sie sind ganz lustige Dinger!", nuschelte Hagrid unsicher zu dem braunhaarigen Mädchen hinüber, das hilflos einen Blick mit Harry tauschte.

„Oh – total lustig!", sagte der Blonde ironisch. „Unglaublich witzig, uns Bücher zu geben, die uns die Hände abbeißen wollen!"
Ich fletschte schon fast die Zähne.
Zu Hagrid böse zu sein, war, wie eine kleine Katze gegen eine Wand zu schmettern.

„Halt den Mund, Malfoy!", fauchte Harry und ließ seine Tasche fallen. In seinen grünen Augen glitzerte es angrifflustig.
Er erinnerte mich in diesem Moment so sehr an James, dass mir der Name „Malfoy" fast entging.
Aber ich erlebte hier eine astreine zweite Generation.
Lucius Malfoy, natürlich, zwei Klassen über mir! Sein Sohn war ihm sehr ähnlich. Genauso arrogant, genauso zynisch ...
James hatte ihm gerne mal einen Fluch aufgehalst, wenn er zu lästig wurde.
Harry war offenbar auch kurz davor.
Ein warmes Gefühl durchströmte mich.

Aufeinmal hörte ich ein leises Grollen.
„Wer bist du, Fremder? Das ist mein Revier!"
Ich wirbelte herum und sah mich einem sabbernden Saurüden Fang entgegen.
Erschrocken stolperte ich zwei Schritte zurück und warf einen Blick zu Harry hinüber.
Ich durfte hier nicht auffallen. Harry würde mich wiedererkennen und eventuell Verdacht schöpfen.
Ich sah Fang wieder an, der in Angriffsstellung gegangen war.
Es beunruhigte mich doch ein bisschen, da der Saurüde ungefähr genauso groß wie ich war. Und das waren nicht viele Hunde!
„Äh ... bin schon weg!", bellte ich ihm zu und wandte mich um, um zurück zur peitschenden Weide zu laufen.

Als ich sie fast erreicht hatte, sprang mir plötzlich ein Tier auf den Weg.
Überrascht bremste ich ab und starrte den orange-roten Kater an, der mir den Weg versperrte.
„Warum hast du meine Herrin beobachtet?", fauchte er. Sein Gesicht war ein wenig gedellt, als wäre er gegen eine Wand oder so etwas gelaufen.
„Deine – deine Herrin?", fragte ich überrascht.
„Tu nicht so dumm! Du hast hinter dieser Eiche gehockt und sie beobachtet!"


Ein Review? Bitte!