Hey! Ich bin wieder da! Vielen Dank für eure lieben Reviews! Hab mich riesig gefreut.

Frodobeutlin: Danke für dein liebes Review! Zuende ist die Story doch noch gar nicht! lol Keine Sorge! Wenn sie zuende ist, schreib ich End drunter:)

Imperiatus: Danke! Du bist so lieb! Schön, dass es dir gefallen hat!

kaorukid: Danke schön! noch einen Keks hinhalt Nein, dass sieht er nicht mehr, sorry. Er muss ja richtig geschockt sein, wenn Harry ihn befreit:) Hab dich lieb.

Pemaroth: rot anlauf Vielen vielen Dank! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll ...

BineBlack: Na, wer brauch die volle Pafootdröhnung nicht, nach dem Film! grummel Vielen lieben Dank!

Und los gehts. Entschuldigt die Rechtschreibfehler, wenn ihr welche findet!


Chapter 7: Einbruch und Einsamkeit

„Ich ... hab sie nicht beobachtet? Wen überhaupt!"

Der Kater fauchte. „Ich kann Lügen nicht ausstehen. Lügner riechen schlecht."

„Ich rieche nicht schlecht!"

„So?" Der Kater legte sein gedelltes Gesicht leicht schief und schien zu schnuppern.

Gab es etwas Dämlicheres!

„Hm .. naja ... hab schon Schlechteres gerochen", verkündete das Vieh und setzte sich ins Gras.

„Erfreulich!", meinte ich mit ironischem Unterton. „Wen hab ich nochmal beobachtet?"

„Achja!" Promt stand der Kater wieder. „Meine Herrin!"

„Deine Herrin. Wer ist denn deine Herrin?", fragte ich.

„Du bist wie ein Mensch. Immer brauchen sie alle Namen. Wie heißt der, wie heißt die ... ja, wer bist du denn, ja wie heißt du denn ... ich kann nun mal nicht mit ihnen sprechen, aber das verstehen sie ja nicht. Und trotzdem geben sie mir diesen Namen. Meine Herrin kann ja nichts dafür, sie ist immer sehr nett zu mir. Gibt mir Fisch und so. Besser als dieser blöde Tierladen. Trotzdem ... mich wegen meinem Aussehen auch noch im Namen zu hänseln ..."

„Äh ... gut, fangen wir anders an ... wie heißt du denn?"

Der Kater schüttelte den Kopf, als würde er eine Fliege verscheuchen. „Jetzt fängst du auch noch an. Aber wenn es sein muss ... mich nennen die Menschen Krummbein." Er schüttelte sich abermals. „Krummbein ... pff ... Menschen, sag ich da nur ..."

„Hast du was gegen Menschen?"

„Die meisten kann ich nicht leiden. Aber manche schon. Meine Herrin zum Beispiel. Und deren Freunde."

„Wie nennen denn die Menschen deine Herrin?"

„Oh, sie nennen sie Hermine. Aber viele reden gar nicht mit ihr."

„Also eine Hermine hab ich nicht beobachtet, da kannst du beruhigt sein."

Belustigt drehte ich mich um, um zu gehen.

„Und warum hast du dann hingestarrt? Außerdem hast du mir noch gar nicht gesagt, wie ich dich nennen soll. Wenn du schon so an Menschensitten hängst."

Ich drehte mich um. „Nun ... mich nennen die Menschen Sirius."

„Sirius?" Krummbein kicherte. „Wie dieser Gefangene, der entkommen ist und den Freund von meiner Herrin umbringen will? Witzig. Weißt du, sie hat ganz schön geweint, mein ganzes Fell war nass. Blablabla ... der wird ihn umbringen blablabla und dabei ist er doch immer so unvorsichtig blablabla keine Risiken mehr eingehen und so weiter und sofort. Ich sag dir, die war völlig durch den -"

Krummbein schnappte nach Luft, als ich mit einem mal auf ihn zusprang.

„Was hast du gesagt?", keuchte ich und durchbohrte ihn mit meinen Augen. „Diese Hermine kennt Harry?"

Der Kater schnaubte. „Namen. Ja, so nennen sie ihn. Harry. Ziemlich nett. Kann ganz gut kraulen."

Ich fühlte mich leicht fiebrig. Ich hatte hier eine Verbindung. Eine Verbindung zu Harry.

Und damit zu Pettigrew ...

Dieses Mädchen, dem die Katze hier gehörte, das war garantiert das braunhaarige Mädchen, das mit Harry im Abteil gesessen hatte. Sie waren wohl sehr gut befreundet. Und der rothaarige Junge mit Pettigrew ... ich konnte vielleicht so an ihn rankommen ...

„Was würdest du sagen, Krummbein, wenn ich dir sage, dass ich dieser Verbrecher bin, der Harry umbringen will?", sagte ich langsam.

Der Kater gab ein Geräusch von sich, das einem Eichhörnchen glich. „Dann würde ich dir sagen, dass ... du ein Hund bist! Nur so, übrigens, falls es dir noch nicht aufgefallen ist."

Ich knurrte. „Witzig. Ich bin kein Hund. Ich bin ein Mensch."

Der Kater legte den Kopf schief. „So?"

Ein sehr merkwürdiges Tier. Krummbein hatte wohl ein paar Eigenarten. Zum Beispiel den Kopf schief legen und „So?", mauzen.

„Du siehst aber aus wie einer. Moment ..." Er schnüffelte abermals. „Aber du riechst nicht wie einer ... du riechst ein bisschen wie er."

„Wie wer?"

„Wie Harry. Aber nur ein ganz kleines bisschen." Krummbein streckte sich und leckte sich kurz über die Pfoten. „Warum siehst du aus wie ein Hund, riechst aber wie ein Mensch?"

„Ich bin Animagus!"

„Ani - ... was?"

„Ach, vergiss es. Sag mal, kannst du mir helfen?"

„Warum sollte ich?" Der Kater trat ein paar Schritte zurück, gefährlich nahe dem Waldrand.

„Nun ... ich ... ich muss ... jemanden umbringen!"

„Aber nicht Harry, oder?"

„Nein!" Ich sah mich um, als ob ich erwartete, jemanden zu sehen, der mich belauschte. „Peter. Er will Harry töten. Nicht ich."

„Peter? Ich kenn keinen Peter."

„Er ist die Ratte. Die Ratte von diesem Rothaarigen! Der andere Junge. Der neben Harry stand."

„Stimmt, der hat 'ne Ratte. Aber die hab ich nie richtig gesehen. Die hat riesige Angst vor mir." Krummbein kicherte.

„Sie ist keine Ratte."

Ich wusste, dass das hier zu keinem Ergebnis führen würde. Aber ich musste den Kater dazu bringen, mir zu helfen ... mir Peter zu bringen.

„Soll ich dir mal was Interessantes zeigen, Krummbein?"

Der Kater streckte sich ausgiebig. „Ja, warum nicht. Ich hab sowieso nichts zu tun. Aber zum Abendessen muss ich wieder da sein! Meine Herrin macht sich Sorgen."

Ich wandte mich um. „Das geht schon. Diese Zeit wird reichen."

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„Also jetzt nochmal!" Krummbein tänzelte kurz auf der Stelle herum und setzte sich dann anmutig auf das Laken des vermoderten Bettes. „Ich soll dir helfen, die Ratte des Freundes meiner Herrin zu ermorden, weil die nämlich keine Ratte ist und das keiner weiß, weil du unschuldig bist und die Ratte eigentlich der Böse ist, der ganz viele Menschen und die Eltern von Harry getötet hat und er wird Harry an diesen ... ganz Bösen, über den so viel Trallala gemacht wird, ausliefern und du willst nicht, dass er das tut, weil du sein ... Paaa ... dingsda bist und nicht der Mörder, für den du gehalten wirst, weil das ja eigentlich die Ratte war und nicht du und du wirst jetzt überall gesucht und bist zu allem Überfluss ein Mensch, der eigentlich ein Hund ist. Richtig so?"

„Ich bin ein Hund, der eigentlich ein Mensch ist!", korrigierte ich matt. „Ich bin ein Mensch, der sich in einen Hund verwandeln kann. Ein Animagus. Und Pettigrew ist auch einer!"

„Aber ich denk, der ist die Ratte? Wenn er auch ein Ani-dingens wäre, dann müsste er ein Hund sein!"

Ganz ruhig.

„Nein!", erklärte ich mit erzwungen ruhiger Stimme. „Ein Animagus verwandelt sich in sein Seelentier. In das Tier, was am Besten zu ihm passt. Und bei Peter ist das nun mal eine Ratte!"

Warum war mir das eigentlich nie aufgefallen? Hatte eine Ratte überhaupt gute Eigenschaften? Ja, sie war flink und intelligent. Aber sonst ... . Eine Ratte war sehr eigennützig. Sie schickte andere Artgenossen vor, um Futter auf Gift zu testen. Sie war hässlich, dreckig und untreu. Und sie suchte immer ihresgleichen. Passte doch alles haargenau mit Peter zusammen ...

„Aha!" Der Kater saß still da und sah mich an, wie ich da auf dem staubigen Boden der heulenden Hütte saß und auf seine Hilfe hoffte. „Dann zeig dich mal!"

„... was?"

„Als Mensch, du Mensch, du!"

Ich blinzelte kurz und schnaubte leise. „Na schön. Aber ich darf es nicht allzu oft tun, sonst bemerken mich vielleicht die Dementoren!"

Ich rief mir das Gefühl des Menschseins zurück in den Sinn und vor meinen Augen verschwamm alles, bis sich mein Körperbau und meine Umgebung wieder gefestigt hatte.

Ich streckte mich kurz und blickte dann triumphierend zum Bett, auf dem Krummbein immer noch saß und mich mit leuchtenden gelben Augen ansah und jede meiner Bewegungen misstrauisch verfolgte.

„Siehst du, ich bin ein Mensch!", krächzte ich und fuhr gleich darauf mit meinen Händen über meinen Hals. Aua ... Erkältung ...

Der Kater sprang auf und vom Bett, stolzierte graziös zu mir hinüber und strich um meine Beine herum. Nervös beobachtete ich, wie er sich direkt vor meine Füße in den Staub setzte und auffordernd zu mir aufsah. Er maunzte.

„Tut mir Leid, ich kann dich als Mensch leider nicht verstehen. Muss wohl so eine Art Geheimsprache zwischen Tieren sein!" Stöhnend hielt ich mir den Rücken. Meine Knochen ...

Und trotzdem verwandelte ich mich wieder in einen Hund und setzte mich müde in den Staub. Es erforderte doch etwas an Kraft ...

„Also? Hilfst du mir, Krummbein?"

„Du bist ein Mensch!"

„Ach was!"

Der Kater sah mich nur an. „Du leidest!", sagte er plötzlich.

„Ich ... ." Ich starrte zurück. „Ich ... ."

„Und wenn man diese Ratte fängt, dann kann man doch eigentlich beweisen", sagte Krummbein langsam, „dass du diese ganzen Sachen nicht gemacht hast, sondern sie. Also als Mensch!"

„Ja, das könnte man." So langsam erkannte ich die ganzen Ausmaße der Möglichkeiten, die offen werden würden, wenn ich Peter erwischen konnte. Ich würde rehabilitiert werden. Ich würde ein neues Leben beginnen können ... . Und vielleicht würde Harry ja einverstanden sein, bei mir zu ...

Hör auf!

Ich musste unbedingt aufhören, mir solche Hoffnungen zu machen.

„Nagut!" Ich zuckte zusammen und sah Krummbein, der plötzlich aufstand. „Ich werde versuchen, dir die Ratte zu beschaffen. Und ich werde es schaffen. Ich bin blitzschnell!"

Auf einmal zischte er vor und schnappte etwas mit dem Maul, das gerade vorbeigehuscht war.

„Siehst du?", meinte Krummbein etwas unverständlich. Mit Ekel erfüllt starrte ich auf die vier noch zappelnden Spinnenbeine, die zwischen seinen Zähnen hervorlugten.

Der Tag neigte sich dem Ende zu und Krummbein war schon längst wieder verschwunden.

Ich streifte mal wieder über die Länderreien, in der Nähe von Hagrids Hütte und suhlte mich in dem Wissen, etwas gegen Peter unternommen zu haben.

Krummbein war sichtlich etwas Besonderes und ich fragte mich, ob er wirklich ein gewöhnlicher Kater sein konnte. Ich hatte gehört, dass es Kreuzungen zwischen Katzen und Knieseln geben sollte. Pflege magischer Geschöpfe war eines meiner Lieblingsfächer gewesen.

Schnuppernd und auf der Suche nach etwas Essbarem suchte ich den Rasen ab und entdeckte nur ein zerknülltes Schokofroschpapier. Garstige Welt ...

Ein leichter Wind kam auf und ich erstarrte. Ich konnte schwören, Schritte gehört zu haben, obwohl ich weit uns breit nichts sah. Und da war wieder dieser angenehme Geruch ... Kirsche und Schokolade ...

Als ich verstanden hatte, konnte man schon leise Stimmen vernehmen, so dass ich mich, bereits leicht panisch, hinter dem nächstbesten und leider zu kleinen Busch versteckte.

„- sehr wohl übers Schulgelände gehen, Hermine. Sirius Black wird mir nicht hinter dem nächsten Busch entgegen springen!"

„Ach, mit dir kann man nicht reden!"

Ich duckte mich tiefer hinter die Äste und zog so gut es ging auch noch den Schwanz ein.

So gerne hätte ich das Gegenteil gemacht und wäre hinter den Ästen hervorgesprungen, hätte Harry gepackt, geschüttelt und geschrien: „Ich hätte das nie getan!", um dann nie mehr von seiner Seite zu weichen und ihn vor dem Mörder seiner Eltern zu beschützen.

Doch das ging nicht. Soviel hatte selbst ich verstanden.

„Sie werden ihn doch nicht entlassen, oder?" Das war der Rothaarige. Er und das Mädchen waren wohl immer überall dabei.

„Das sollen die ja nicht wagen!", zischte das Mädchen.

Ich hörte, wie einer der drei gegen die Holztür von Hagrid klopfte und starrte verbissen ins Gras, um Harry nicht ansehen zu müssen. Vielleicht würde ich bei seinem Anblick doch die Kontrolle verlieren ...

Aus der Hütte kam ein dumpfes „Herein!" und die Tür öffnete sich. Ein Lichtschein huschte durch die Finsternis und ich roch Alkohol. Viel Alkohol.

Der Geruch von Kirsche und Schokolade verschwand, als sich die Tür wieder schloss.

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Die Tage vergingen und das Wetter wurde zunehmend matschiger. Es regnete in einer Tour und die Feuchtigkeit kroch durch die Ritzen der heulenden Hütte in jeden erdenklichen Winkel, so dass ich meine Erkältung auch ja nicht auskurieren konnte.

Das leichte Kratzen hatte sich zu einer ausgeprägten Halsentzündung entwickelt und jedesmal, wenn ich einen Hustenanfall bekam, hatte ich den leichten Geschmack von Blut im Mund.

Außerdem war ich sicher, dass ich Fieber hatte. Meine Beine zitterten bei meinen abendlichen Ausflügen immer bedrohlich und ich bekam regelmäßig Schwindelanfälle.

Hinzu kam, dass ich immer deprimierter wurde. Ich hatte Harry nun schon lange nicht mehr gesehen und hatte es bisher nicht gebracht, die Abstände zwischen seinen Pflege magischer Geschöpfe Stunden zu messen, so, dass ich es nicht schaffte, ihn wenigstens dort wiederzusehen.

Das mit Krummbein war fürs Erste auch ein Flop gewesen, da der Kater nicht annähernd so erfolgreich war, wie er versprochen hatte. Zwar besuchte er mich oft und redete über dies und das, aber meistens regte er sich nur über ein paar Jugendliche auf, die ihn geärgert hatten.

Er beteuerte, immer wieder versucht zu haben, Peter zu erwischen, aber immer sei ihm jemand in die Quere gekommen. Neulich hätte Harry ihn sogar wieder aus dem Schlafsaal der Jungen hinausgezogen, obwohl er sehr früh morgens aufgebrochen sei, um die Mission „Ratte" zu starten.

Auf meine Frage hin, ob Harry etwa Frühaufsteher wäre, bekam ich nur ein Schnauben und die Erläuterung, Harry sei „einer dieser Bekloppten, die versuchen sich auf Besen die Ohren zu brechen".

Jetzt wusste ich also, dass Harry Quidditch spielte, was man wieder nur mit einem Grinsen kommentieren konnte. Er sah nicht nur wie James aus, er schien auch durchaus mehr von ihm geerbt zu haben.

Und was tut Hund, wenn er sowas erfährt? Richtig! Früh morgens aufstehen und zum Quidditchstadion laufen.

So tappte ich also an diesem grauen Freitagmorgen über die schlammige Wiese und überlegte mir, ob es meiner Erkältung wirklich gut tat, wieder mal eine Regendusche zu nehmen.

Ein Niesen war die Antwort und ich musste erstmal stehen bleiben und mich von dem plötzlichen Orkan in meinem Körper erholen.

Als ich wieder lostrabte und der Regen langsam, aber stetig immer heftiger wurde, kam mir der erleuchtende Gedanke, dass bei diesem Wetter keiner so lebensmüde sein konnte, ein Quidditchtraining anzusetzen.

„Oliver, du bist echt übergeschnappt!"

Ich zuckte zusammen und hob den Kopf, um durch den Regenschleier etwas erkennen zu können. Vor mir liefen ungefähr ein Dutzend Schüler. Harrys Geruch wehte mir in die Nase.

Nun ... vielleicht war da doch einer so lebensmüde.

„Ich bin nicht übergeschnappt, Alicia. Was glaubst du, sollen wir machen, wenn wir unter solchen Bedingungen gegen Slytherin spielen müssen?"

„Das ist mir sowas von egal. Ich weiß jetzt schon, dass ich krank werde. Ich spür das in meiner Nase."

„Fein, Alicia, freu dich über die Aufmerksamkeit deiner Nase, aber sie wird mich nicht davon abhalten, heute zu trainieren."

„Mir würde das Wasser ja gar nichts ausmachen, wenn es nicht so früh am Morgen wäre und nicht so eisig kalt! Wir könnten doch einfach ein bisschen später trainieren, oder?"

„Ich kann nichts dafür, Harry, dass du bis tief in die Nacht irgendwas im Gemeinschaftsraum treibst und morgens nicht aus dem Bett kommst."

„Uhuuu, was treibst du denn so in der Nacht, Harry?"

„Genau, Harry. Ist deine Affäre mit Ginny doch noch aktiv?"

„Furchtbar witzig, George. Hört auf zu lachen, Katie, Angelina!"

Mir kam es vor, als hätte sich meine Erkältung für ein paar Minuten in Luft aufgelöst und einem warmen Gefühl platz gemacht, das sich immer breitmachte, wenn ich in Harrys Nähe war.

Das Team war in die Umkleidekabine geflüchtet und ich kraxelte auf einen der Zuschauerränge, um beste Sicht zu haben, soweit man das bei diesem Wetter sagen konnte.

Der Himmel verdunkelte sich zusehens und als bereits das erste dunkele Grollen zu hören war, ging die Kabinentür unten auf dem Platz auf und die komplette Manschaft trat in den ströhmenden Regen. Jeder war in einen scharlachroten Umhang gehüllt und goldene und silberne Muster und Schnallen glitzerten bis hier oben.

Gryffindor. Ich wusste es.

Ich sah, oder spürte eher, wie Harry ein missmutiges Gesicht machte und gen Himmel linste, die Brille abnahm, sich schüttelte und sie wieder aufsetzte.

„Auf die Besen, na los!", rief der größte Junge von ihnen, den ich jetzt erst richtig erkennen konnte. Er war recht stämmig und hatte dunkelblondes, natürlich klitschnasses Haar und markante Züge.

„Hör auf, zu kommandieren, Oliver!", rief die Schwarzhaarige und schwang sich mit verbiesteter Miene auf ihren Besen.

„Mund halten, Angelina. Ich bin hier der Kapitän. Harry, ab in die Luft mit dir, ich lass jetzt den Schnatz frei."

„Und wie soll ich den bei diesem Wetter bitteschön -"

„Mund halten! Ich bin der Kapitän."

Ich sah Harry empört den Kopf schütteln und ein Augenzwinkern später, war er verschwunden. Überrascht suchte ich den Fleck Erde ab, bis etwas Rotes hoch über mir ein Zischendes Geräusch machte, als es pfeilschnell die Luft durchschnitt.

Mit offenem Mund verfolgte ich den Sturzflug von Harry, der so schnell in den Lüften gewesen war, dass selbst Oliver die Lippen zu einem zufriedenen Grinsen verzog.

Harry näherte sich in atemberaubender Geschwindigkeit immer mehr dem Boden. Er war flach an den Besen gepresst und sah aus, als bräuchte er überhaupt keinen, sondern würde sich nur selbst so imposant und geschmeidig in der Luft bewegen.

Der Umhang peitschte hinter ihm her und der Regen war langsamer als er, als er kurz vor dem Boden den Besen abbremste, in die Wagerechte zog und unter dem erschrockenen Kreischen der Mädchen mit den Fußspitzen sanft das Gras streifte.

Am Liebsten wäre ich aufgesprungen und hätte applaudiert, wie es die rothaarigen Zwillinge taten, die kopfüber in der Luft hingen und johlten.

Ich beobachtete mein Patenkind starrend und ein irrer Stolz kam in mir auf, während Harry sich wieder in die Luft erhob, elegant einige Loopings drehte, dann auf einen der Torringe zuhielt, den Besen unter dem Metall herschießen ließ, selbst absprang und hinterher wieder aufsprang, nur um einen schnellen Rückwärslooping mit anschließendem Sturzflug zu demonstrieren.

Oliver war inzwischen auch in der Luft und klatschte anerkennend in die Hände.

Doch was er Harry zurief, konnte ich nicht mehr verstehen, da ein gewaltiger Donner seine Worte übertönte.

Der Regen begann plötzlich zu prasseln und verdeckte mir enttäuschenderweise die Sicht, so dass ich nur ein paar scharlachrote Schemen ausmachen konnte, die ab und zu vorbeizischten.

Blitze durchzuckten den schwarzen wolkenverhangenen Himmel und der Donner ließ die Erde erzittern, während das Wasser mein Fell durchweichte und ich wieder zu niesen begann.

Die Schemen waren verschwunden. Vielleicht hatte der Kapitän endlich Vernunft angenommen und das Training abgebrochen.

So machte ich mich triefend nass und garantiert totkrank auf den Weg zurück in die heulende Hütte, aber um einiges zufriedener als vorher.

Er war Sucher. Wie James.

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In der heulenden Hütte wurde ich bereits erwartet.

Krummbein saß auf dem Bett und durchnässte es mit seinem rotbraunem Fell.

„Ich hoffe, es macht dir Spaß, mich zu quälen, Hund! Ich habe das Frühstück ausfallen lassen, um zu kommen." Als würde er sich selbst nicht ganz verstehen, guckte er verständnislos und begann sich das Fell zu lecken, indem er eine sehr merkwürige Verrenkung machte.

„Du hast Probleme", grollte ich. „Ich hab seit Tagen nichts gegessen. Vielleicht bist du die nächste Mahlzeit!"

Die Drohung hätte einem vielleicht halbwegs Angst machen können, hätte ich nicht just in diesem Moment einen Hustenanfall bekommen und wäre halb daran zu Grunde gegangen.

Der Kater kicherte. „Du kannst die Ratte ja fressen, wenn du sie gefangen hast."

„Wieso?", brachte ich hervor, legte mich platt auf den Boden und röchelte weiter. „Du schaffst es ja nicht, sie mir zu bringen!"

Krummbein hob beleidigt den Kopf. „Ja, deswegen habe ich beschlossen, dass du sie dir doch selber fangen sollst."

Verzweifelt legte ich den Kopf auf die Pfoten. „Aber ich komme doch nicht an sie ran. Der Junge lässt sie immer im Schloss, wie es scheint."

„Genauer gesagt im Gemeinschaftsraum. Du musst nur rein, die Ratte schnappen und wieder raus."

„Achja! Ich falle ja auch überhaupt nicht auf."

„Dein Problem!"

Ich schüttelte nur den Kopf, ließ es aber sofort bleiben, als mir schwindelig wurde.

Stunden später hatte ich ernsthaft darüber nachgedacht. Ich spazierte schon wieder über die Ländereien in der Nähe von Hagrids Hütte, in der Hoffnung, Harry zufällig zu treffen.

Es nieselte und die feinen Tropfen ließen meinen ganzen Körper zittern und kribbeln. Der Geruch von nassem Gras hing in der Luft.

Wenn Krummbein es nicht schaffte, mir Peter zu bringen, dann musste ich es eben selbst versuchen.

Ich musste Peter fangen. Ihn umbringen. Sie rächen. James und Lily. Und dann meine Unschuld beweisen. Mit Harry reden. Mit Remus reden.

„Was für'n Wetter, he, Fang? Da hat man zum Arbeit'n keine Lust. Aber was sein muss, muss sein. Morgen is Halloween. Und Halloween is kein Halloween ohne Kürbisse."

Erschrocken sah ich auf und erkannte Hagrid, der, in eine riesige grüne Schürze gehüllt, aus seiner Hütte herauskam und die Ärmel hochkrempelte, mit Fang auf den Fersen.

Ich duckte mich ins triefende Gras und unterdrückte krampfhaft einen Hustenanfall.

Morgen war Halloween? Tränen traten in meine Augen, allerdings nur wegen dem unterdrücktem Husten. Der 31. Oktober. James und Lilys Todestag.

Gab es einen besseren Tag, um einen Verräter zu entlarven und zu töten? Ja, Peter sollte am gleichen Tag sterben, wie James und Lily gestorben waren.

Somit war es für mich beschlossene Sache.

Ich sah zu, wie Hagrid anfing, die riesigen Kürbisse aufzuschneiden und auszuhölen.

Sie schienen mir grausige Fratzen zu schneiden und ein kalter Wind kam auf.

Das Licht in Hagrids Hütte erlosch mit einem Flackern.

„Verdammich!", fluchte Hagrid leise, legte etwas klingend zur Seite und ging zurück in seine Hütte, um die Kerzen wieder zu entzünden.

Ich sah etwas in der Dunkelheit neben den Kürbissen aufblitzen. Es war lang und silbern.

Nachdem ich mich kurz umgesehen hatte, erhob ich mich, hastete in das Kürbisbeet, packte es zwischen den Zähnen und lief rasch zurück zur heulenden Hütte.

Dort angekommen, verwandelte ich mich wieder in einen Menschen und nahm mir vorsichtig das Messer aus den Zähnen.

Einen Moment betrachtete ich das glänzende Stück Metall und strich mit dem Finger darüber. Dann legte ich es auf den Nachttisch.

Ich schwor mir, es nur und einzig allein für Peter zu benutzen.

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Die Sonne stand schon sehr tief und tauchte das Schloss und dessen Ländereien in ihr sanftes orangenes Licht, als ich an einer der im Schatten liegenden Steinmauern des Schlosses entlang huschte, das Messer so fest zwischen die Zähne gepresst, dass mir ein bisschen Blut aus dem Mundwinkel lief.

Ein leckerer Duft hing in der Luft, was mir sagte, dass das Festmahl zu Halloween schon begonnen hatte und wahrscheinlich, nein, eher, hoffentlich, alle Schüler bereits in der großen Halle versammelt waren und die Köstlichkeiten genossen.

Einen Moment lang war ich neidisch auf sie, dass sie unbesorgt drinnen in der warmen Halle sitzen konnten, zwischen den leuchtenden Kürbissen, die Hagrid gestern geschnitzt hatte und soviel essen konnten, wie sie wollten.

Aber irgendwie fühlte ich mich der Welt und ihren Menschen so fremd, dass dieser Moment sehr schnell wieder vorbei war.

Der einzige Mensch, dem ich mich auf geheimnisvolle Art verbunden fühlte, war immer noch Harry. Ich hatte meine besten Freunde verloren; er seine Familie.

Nur was war schlimmer?

Besonders, wenn meine besten Freunde meine Familie gewesen waren.

Darüber konnte ich später nachdenken.

Die Sonne war verschwunden und ich stand nun an einer nur zu bekannten Stelle.

Die alte Mauer war mit Flechten überzogen und grünes Moos bedeckte die einzelnen Steine.

Hoffentlich waren die Flechten nicht durch die Ritzen gedrungen und behinderten den Eingang.

Ich sah mich um. Die Nordseite des Schlosses war nun in vollkommene Dunkelheit gehüllt und leichter Regen fiel mir in den Nacken. Kein Mensch und kein Tier war in der Nähe.

Hoffentlich auch kein Dementor. Soviel ich rausgefunden hatte, bewachten sie nur die Eingänge und die Grenzen zum Gelände.

Ich verwandelte mich zurück in einen Menschen, nahm hastig das Messer aus den Zähnen, fuhr mir mit dem Handrücken über den Einriss und betrachtete das Blut auf der weißen Haut.

Juhu, ich lebe ...

Dann fuhr ich mit der Hand über Steine und Flechten, auf der Suche, nach dem kleinen eingearbeiteten Fuchs. Unter einer der Flechten hiel ich inne, betastete die feinen Linien und drückte kräftig darauf.

Der Stein gab nach und rutschte kratzend ein Stück nach innen.

Auxilia", flüsterte ich und mit einem weiteren Kratzen kam Bewegung in die unteren Steinplatten am Fuße der Mauer.

Ich trat einen Schritt zurück und wartete, bis sich das Loch ganz geöffnet hatte.

Einige Flechten rankten sich noch immer darüber. Ich kniete mich hin und schlug sie mit dem Messer grob zur Seite. Dann steckte ich die Beine in das Loch, warf noch einen letzten Blick auf die grauen Wolken und auf die Ländereinen, im Wissen, das es mein letzter von der Außenwelt sein könnte und sprang in die Dunkelheit.

Unten angekommen wünschte ich mir wirklich, ich hätte meinen Zauberstab oder zumindest eine Kerze. Es war so stockdunkel, dass ich nicht mal die eigene Hand vor Augen sehen konnte.

Das Geräusch, wie sich die Luke über mir wieder schloss, war auch nicht gerade beruhigend.

Ich erhob mich, leicht zitternd und spürte etwas Feuchtes an meinem Arm.

Ich dachte schon, ich hätte es geschafft, irgendwie in eine unterirdische Pfütze zu fallen, aber beruhigenderweise hatte ich mir nur das Messer in die Haut gerammt und Blut durchnässte meinen Hemdärmel unter dem Umhang.

Ich kümmerte mich nicht weiter darum, es gab Wichtigeres, als meine Gesundheit.

Entschlossen strich ich mir die schwarzen Haare aus den Augen und bemerkte nur beiläufig, wie lang sie geworden waren.

Es war Zeit für einen Streich. Die Tu-nicht-gut GmbH lebe hoch!

Der Gang war nicht sehr lang, aber ich brauchte einige Zeit, nicht nur, weil ich körperlich angeschlagen war und wahrscheinlich immer noch Fieber hatte, sondern auch, weil ich mich an der Wand entlang tasten musste, um vorwärtszukommen.

Die modrige Luft ließ mich husten und ich fühlte mich seltsam erstickt in dem engen Gang. Dauernd sah ich mich um und suchte nach Verfolgern. Ich wusste, dass das völliger Schwachsinn war und dass mich niemand verfolgen konnte, aber das Leben hatte mich Paranoia gelehrt.

Am Ende des Ganges blieb ich stehen und packte das Messer fester, so dass meine Knochen leise knackten. Mit der anderen Hand fuhr ich sanft über die glatte feuchte Mauer, fand den eingeritzen Fuchs sofort und drückte darauf.

Wenn man im Gang war, musste man kein Passwort sagen, das wusste ich noch genau. Lustig, was für Kleinigkeiten man sich merken konnte. Vielleicht lag es auch nur daran, dass James oft genug darüber geseufzt und gemeint hatte, ich sei einfach nicht lernfähig, weil ich immer und wirklich immer „Auxilia" geflüstert hatte, während er den Fuchs gedrückt hatte. Wir hatten diesen Gang immer benutzt, um an Vollmond zur heulenden Hütte zu gelangen, wenn Filch das Tor schon geschlossen hatte.

Das Mauerwerk kratzte und gab ein Loch frei. Mit einem weiteren tiefen Atemzug schlüpfte ich hindurch und kaum war ich draußen, schloss es sich wieder.

Dunkelheit herrschte auch hier und ich war froh darüber, da ich die Portraits an den Wänden schnarchen hörte.

Ich blieb einen Augenblick stehen und sog den bekannten Geruch des Schlosses ein. Wie lange war ich nicht mehr hier gewesen. Es war so lange her und meine Erinnerungen erschienen mir wie die, eines anderen Menschen.

Einmal mehr war ich froh darüber, Hogwarts in und auswendig zu können, denn so schaffte ich es, auch im Dunkeln ohne Schwierigkeiten vorwärts zukommen.

Ich fühlte mich etwas einsam, als ich den finsteren Gang entlang schlich, so ganz ohne James und Remus.

Eine Treppe hoch, links, rechts, wieder eine Treppe hoch und gerade aus, an dem großen Wandbehang vorbei und wieder eine Treppe hinauf.

Mein Atem ging leise und keuchend und mein Herz hämmerte gegen meine Brust. Das Kratzen in meinem Hals wurde fast unerträglich, aber ich konnte und wollte es mir nicht erlauben, zu husten.

Was ist, wenn nicht alle unten beim Fest sind? Wer sagt dir, dass der Junge seine Ratte nicht mitgenommen hat? Welcher bescheuerte Teil deines kranken Gehirns hat eigentlich gemeint, das sei ein guter und durchdachter Plan?

Ich war in dem Korridor angekommen, der zum Nordturm führte und an dessen Ende das Portrait der fetten Dame hing. Wie vor jedem Gemeinschaftsraum waren dort zwei Fackeln entzündet.

Ich ging darauf zu und wurde immer schneller, so dass ich keuchend und mit einem harten Ausdruck in den Augen bei ihr ankam. Sie schlief.

„Hey!", rief ich laut. Ich war meinem Ziel so nahe ...

Sie schreckte auf, grummelte etwas vor sich hin, gähnte ausgiebig und murmelte: „Passwort?"

Hallo? Ich war ein gesuchter Mörder! Ich brauchte kein Passwort, verdammt noch mal!

„Lass mich rein!", zischte ich. Alles in mir schrie danach, in den Raum hinter diesem Portrait zu kommen. Peter. Peter. Peter. Peter.

Erst jetzt verschwendete sie einen flüchtigen Blick an mich und – erblasste.

„Si – Siri – Siriu – Bl – Bla -" Sie öffnete vor Entsetzen den Mund so weit, dass ich befürchtete, so bald sie ihre Stimme vollends wieder gefunden hatte, würde sie -

„HILFE! SIRIUS BLACK IM KORRIDOR DER GRYFFIN -"

„Schrei weiter und schneide dich in Scheiben aus dem Rahmen!", rief ich entsetzt und ließ das Messer bedrohlich durch die Luft sirren.

Sie quiekte entsetzt auf, als sie mein Messer sah. Ein drückendes Gefühl flammte kurz in mir auf. Ich hasste es, wenn sich jemand vor mir fürchtete. Schon immer.

Sie zitterte und war leichenblass, aber sie schwieg immerhin.

„Lass mich rein!"

„K... Kein Passwort, kein Zutritt!"

Ich schnaubte laut auf. Die hatte Nerven! Meine lagen auf jeden Fall blank.

„Lass mich rein, oder es wird dir leid tun, das verspreche ich dir!"

Peter ist dahinter. Er ist dahinter. Du kannst James und Lily rächen. Das ist die Chance. Peter ist dahinter. Peter! Peter! Peter! Ich muss ihn töten, bevor er Harry etwas tut. Er ist dahinter. Ich muss darein!

„D..Das Pass ... Passwort! Dann können ... können Sie eintreten!"

„MIR SIND DEINE PASSWÖRTER SCHEIßEGAL! LASS MICH REIN!"

„Nein, ich brauche das Passwort!"

Das Wort „Nein" war zuviel. Ich konnte mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal ein so absolutes Blackout gehabt hatte. Mein rationales Denken kündigte und ich stürzte mich mit einem Wutschrei auf das kreischende Portrait und stieß immer wieder mit dem Messer in die Leinwand.

Ich sah, wie die fette Dame heulend und schluchzend aus ihrem Bild flüchtete und hörte endlich auf, das Bild zu massakrieren. Keuchend stand ich da, mein Arm schmerzte und blutete und ich starrte auf die Leinwandfetzen, die nun an dem Bild herabhängen.

Na bravo! Hat ja alles wieder wunderbar geklappt. Sonst noch Pläne für den Abend?

„Uiiiiiiiiiii, ist der Blacky wütend? Uiiiiiiiiiiiiiiiii, Blacky ist wütend, heee?"

Ich machte einen Luftsprung und wirbelte herum. Peeves!

Der Poltergeist hing kopfüber in der Luft und grinste mich an.

„Zerfetzt du die Anderen auch, wenn der Peevsy ganz lieb bitte sagt? Peevsy sagt bitte, Blacky!"

Einen Moment starrte ich ihn nur an, dann setzte mein Verstand wieder ein, um die Situation in ein Wort zu verfassen:

Scheiße!

Ich rannte so schnell ich konnte den Gang hinab, Peeves gackerte mir hinterher und stieß dauernd irgendwelche Kommentare wie „Fetz, fetz, Blacky! Fetz, fetz!" oder „Lauf, Blacky! Lauf, lauf, doch schneller als der Peevsy bist du nicht!"

Ich wusste nicht, wo ich langrannte, aber meine Beine schienen automatisch den richtigen Weg zu wählen.

Und plötzlich hörte ich Stimmen, Lachen. Die Schüler. Das Fest musste vorbei sein.

Ich fiel die Treppe fast hinunter und riss den Wandbehang halb ab.

Als ich die kalte glatte Mauer erreicht hatte, fuhr meine Hand fahrig über den Stein und ich dachte, mein Herz würde bersten, als ich den Fuchs nicht sofort fand.

Ich keuchte „Auxilia!" und stürzte mich in den Geheimgang, rannte ihn so schnell entlang, als wäre der Teufel persönlich hinter mir her, hielt schwer atmend an, suchte den Fuchs abermals, öffnete die Luke und versuchte hinaufzuklettern.

Doch das Gestein war modrig und glitschig von dem ganzen Regen, so dass ich immer und immer wieder abrutschte. Verzweifelt nach Luft ringend, nahm ich das Messer zwischen die Zähne und schnitt mir dabei heftig in die Lippe, aber das war nebensächlich.

Ich streckte bein Arme nach Oben und bekam tatsächlich eine der Ranken zu fassen, die in das Loch herabbaumelten.

Ich stemmte mich hoch und schaffte es tatsächlich, mich an der Pflanze hochzuziehen. Kein Wunder – bei meinem Gewicht!

Es ströhmte. Wasser lief mein Gesicht hinunter und durchnässte meine Haare. Meine Hände zitterten so sehr, dass ich das Messer beinah fallen ließ, als die Luke sie ächzend wieder schloss. Sie war nicht mehr von dem Stein drumherum zu unterscheiden.

Mein Atem ging keuchend und mein Herz wollte sich nicht beruhigen.

Es regnete so sehr.

In meinem Leben.

Ich schluchzte plötzlich trocken auf und fiel auf die Knie. Meine Hände griffen in das schlammige Gras und krallten sich in den Dreck.

Ich hatte es vermasselt.

Schon wieder.

Das war doch alles unsinnig, was ich hier versuchte.

Ich war allein, so verdammt allein!

Das Brennen in meiner Kehle schwoll weiter an und der Regen lief mir in Ströhmen und eiskalten Bahnen das Gesicht hinab. Ich schmeckte das Blut an meiner Lippe.

Mein Blick fiel auf das Messer in meiner Hand. Wie von selbst erhob sie sich und die Spitze der Klinge bohrte sich ein Stück in die Haut vor meinem Herzen.

Nur zustechen!

Ich schloss die Augen.

Nur zustechen und es ist alles vorbei ...

Noch nie hatte ich mich bewusster gefühlt, noch nie intensiver mein Herz schlagen gehört.

Und dann erschienen vor meinen Augen James und Lily. Beide lächelten mich an. So einladend ...

Und dann verschmolzen ihre Bilder plötzlich zu einem Einzigen.

Ich öffnete ruckartig die Augen und ließ das Messer sinken.

Ich war sein Pate. Und ich würde verdammt noch mal kämpfen!

Damit klemmte ich mir das Messer zwischen die Zähne und hastete müde und erschöpft zurück zur heulenden Hütte.

Und wie ich da so in Animagusform auf dem zerschlissenen Bett lag, das Messer auf dem Nachttisch, wusste ich plötzlich, dass sie mich suchten. Ich spürte sie. Die Dementoren, wie sie auf den Ländereien hin und herschwebten, einer gieriger als der Andere, meine Seele zu verschlingen.

Diese Nacht wurde für mich die Kälteste seit Langem.