Guten Abend allerseits!

/Stille/ Hallo? /kläglich/ Hallo ...
Nunja, ob ihr es glaubt, oder nicht ... mich gibt es noch. So eine lange Fanfictionpause hatte ich wohl noch nie. Womit ich mich diesmal entschuldigen soll, weiß ich eigentlich nicht ... meine Muse hat mich verlassen (sie ist schuld!) und ich war irgendwie damit beschäftigt, mein junges Leben geregelt zu kriegen. Chrm.

Dieses Kapitel ist etappenweise geschrieben worden und daher etwas durcheinander, wie ich finde, je nachdem in welcher Stimmung ich gerade beim Schreiben war.

Und jetzt noch ein ganz großes DANKE für die zahlreichen Reviews. Ich hoffe, alle Review-replies sind im Laufe des Jahres (ähm ... des letzten Jahres) angekommen. Falls nicht (bei mir kommen jedenfalls nicht immer alle Nachrichten von an -.-"), danke an: Heartlessnight, kaorukid, black-eyed-april, Imperiatus, Pemaroth, Bine Black, Cadiya und Windfee!

Anonyme Reviews:

blacke: Vielen Dank für dieses liebe Review. Koordinierter (schweres Wort, btw) Schreibstil? Das ist ein großes Lob für mich. xD. Denn ich finde, ich schreibe sehr durcheinander. Am Ende eines Kapitels hab ich meistens noch keine Ahnung, wie das nächste aussehen soll. Vielleicht sollte ich das mal ändern. oO Also vielen vielen Dank.


-Chapter 8-

-Im Auge des Grimms-

Ich hätte nie gedacht, dass es etwas Schlimmeres geben könnte, als in einer schweren Depression in der heulenden Hütte zu hocken und Tag für Tag dem verdammten Regen zuzuhören, wie er auf das verdammte morsche Dach prasselte und zu hoffen, dass der verdammte Sturm nicht die ganze verdammte Hütte nach London pustete.

Doch es gab etwas Schlimmeres. Nämlich, eine verdammte tote Maus neben sich liegen zu haben, die ein verdammter Kater gebracht hatte. Und fast vor Hunger zu sterben. Aber ich hatte noch etwas Stolz am Leibe. Ich würde mich nicht dazu herablassen, das blöde Vieh zu fressen.

Auf keinen Fall. Eher verhungerte ich. Sollte der Kater das Ding doch selbst in sich reinstopfen.

Mit einem angewiderten Blick auf den kleinen grauen Körper erhob ich mich graziös. Ich würde es selbst schaffen, mir etwas zu essen zu besorgen.

Ich trottete den Geheimgang zurück, das Gesicht mürrisch verzogen. Seit meinem misslungenen Einbruchsversuch hatte mich die schlechte Laune nicht mehr losgelassen.

Ich hatte das Gefühl, nutzlos zu sein.

Was brachte es Harry und der Allgemeinheit, dass ich in dieser bescheuerten Hütte rumsaß und vor mich hingrübelte. Nichts. Gar nichts.

Ich erreichte die Wurzel der peitschenden Weide und schlüpfte hindurch. Natürlich wurde ich von dem Regen heftig begrüßt. Ich liebe die Welt ...

Mein inzwischen sehr langes Fell hing mir vor den Augen herum und schien jeglichen Versuch verhindern zu wollen, etwas außer dem Regen erkennbar zu machen. Allerdings fror ich nicht mehr so sehr und auf mysteriöse Art und Weise war auch die Erkältung in der letzten Woche verschwunden.

Konnte es sein, dass man sich an Kälte gewöhnen konnte? Und sie dann nicht mehr wahrnahm?

Nun, an den Regen würde ich mich wohl nie gewöhnen.

Ich überlegte gerade, ob ich einen Abstecher zum Waldrand machen sollte, als ich in der Nähe Schritte hörte. Es roch komisch. Wie warmes Gummi.

Der Regen wurde schwächer, es nieselte. Das kam manchmal vor. Doch diese Zeit, in der man oder eher Hund mehr als Schleier sehen konnte, dauerten meistens nur ein paar Minuten an. Wahrscheinlich sammelten sich gerade die Wolken wieder, für einen weiteren kräftigen Ausbruch.

Die leichten Tropfen verursachten auf den Blättern der Rosenbüsche, die den Weg säumten, ein prickelndes Geräusch. Die Spitzen der Blätter bogen sich in regelmäßigen kurzen Abständen, als würde ein Finger hauchfein auf sie drücken.

Der Geruch des warmen Gummis wurde stärker und ich hörte hastige Schritte, die den Pfad hinaufkamen.

Ich sprang hinter ein Gebüsch neben mir. Irgendetwas fiepte in seinem Inneren und zwitscherte empört auf, als ich mich in die Blätter drückte.

Zwei Jungen kamen vorbei gehastet, Schultaschen übergeworfen und in Richtung Schlosstor unterwegs.

„Ich bin schon so aufgeregt, Dennis. Das Spiel morgen wird was ganz Besonderes. Stell dir vor, es stürmt so wie heute Nacht! Das wäre eine neue Herausforderung für Harry. Er ist einfach unglaublich, oder Dennis? Ich hab ihn beim Training gesehen! Ich hab super Fotos! Ich muss sie dir unbedingt zeigen!"

„Ja, Harry Potter mischt das Spiel schon echt auf", strahlte der Kleinere zurück. „Gryffindor hat dieses Jahr super Chancen. Aber die Hufflepuffs sind gar nicht so schlecht. Außerdem haben die Cedric Diggory, Colin."

Der Andere schnaubte. „Diggory. Was soll an dem so toll sein? Harry ist der Beste, Coolste und überhaupt ... . Du hast ihn doch schon fliegen gesehen? Er ist einfach fantastisch. Meinst du, er lässt sich mit mir fotographieren, wenn er in Quidditchmontur ist?"

„Nö! Glaub ich nicht!"

„Stimmt, er ist viel zu charakterstark dafür. Und bescheiden! Er ist so cool!"

„Colin, du bist besessen ... . Wann fängt denn das Spiel morgen an?"

„Gleich nach dem Frühstück! Um neun ungefähr. Ich bin schon so aufgeregt!"

„Hör jetzt endlich auf, Colin! Lass uns lieber rennen, gleich fängt es wieder an zu gießen!"

Ich lauschte noch ein paar Sekunden ihren verhallenden Schritten und tapste dann hinter dem Busch hervor. Ich hätte fast lachen können. Harry hatte also ein paar Fans. Waren die alle so verrückt?

Und morgen war das Quidditchspiel! Etwas Kribbelndes stieg in meiner Brust auf. Ich musste ihn spielen sehen! Ich wollte überhaupt mal wieder jemanden Quidditch spielen sehen. Es war ein Wunder, dass ich überhaupt noch wusste, wie die Spielregeln gingen. Es gab Dinge, die konnte Askaban einfach nicht ausrotten. Dazu war ich immer noch zu sehr Sirius Black, als dass solche Dinge wie Quidditch ihre Wirkung bei mir verlieren würden.

Ein donnerndes Grollen ließ die Erde regelrecht erbeben und es fing wieder an, in Strömen zu regnen.

Ich wirbelte herum und beschloss, meinen Spaziergang heute ausfallen zu lassen, auch wenn mein Magen das mit einem missmutigen Knurren kommentierte.

Ich rannte zurück zur peitschenden Weide und spürte den Regen über meine Haut rinnen, als wäre mein Fell nichts weiter als ein Wischlappen, der irgendwann mal aufgesaugt war.

Ich war fast da, als vor mir ein verschwommener orangener Fleck erschien. Oh ... der kranke Kater Krummbein ... .

„Hey, Menschenhund!", maunzte er laut über den Regen hinweg. „Bist du von Sinnen, hier draußen rumzustreunen? Du hast deine Krank-Phase gerade erst einigermaßen hinter dir!"

„Nicht hier reden, lass uns in die Hütte verschwinden!", erwiderte ich mürrisch und stürmte an dem Kater vorbei auf den geheimen Eingang zu.

Drei Minuten später saßen wir beide auf dem morschen und zerrissenen Himmelbett in der heulenden Hütte und Krummbein verrenkte sich fürchterlich, während er sein Fell mit der Zunge bearbeitete.

Dazu konnte ich mich nicht wirklich überreden ... mich mit der Zunge zu waschen! Ich lag relativ zufrieden in den immer noch staubigen Kissen und kaute ein Stück Schinken, das mir Krummbein vom Tisch geklaut hatte.

Der Kater wurde mir langsam sympatisch ... .

„Glaub aber nicht, dass ich das immer mache", nuschelte der Kater und leckte sich das linke Hinterbein.

„Hmh", brummte ich nachdenklich. Der Wind rüttelte an den verdorrten Holzbrettern vor den Fenstern und ließ irgendetwas auf dem Dach klappern. Der Regen klatschte gegen die Außenwände und es war irgendwie ein komisches Gefühl, hier im Trockenen zu sein, mit einem Stück Schinken zwischen den Zähnen. Es war, als ob sich etwas in meinem Kopf nicht entscheiden konnte, wohin es wollte. Nach draußen in den Regen, oder hier drinnen, in die kleine mich langsam erstickende Hütte.

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mich Gitter umgaben, wenn ich die Augen schloss, oder dass die Wand von hinten auf mich zu kam, wenn ich mich umdrehte.

Einmal war ich sogar in Panik ausgebrochen, weil ich glaubte, dass die Tür verschwunden war.

„Im Schloss haben die sich alle übrigens immer noch nicht beruhigt", erzählte der Kater. „Sie diskutieren alle, wie du reingekommen bist."

Vielleicht entwickelte ich eine Angoraphobie ... . Eine Nachwirkung von Askaban ... garantiert. Verdammtes Gefängnis ...

„Eine hat erzählt, sie wüsste, dass du dich in einen blühenden Busch verwandeln könntest." Das Tier machte wieder sein typisches Eichhörnchen-Geräusch. „Lustig, oder?"

„Hmh ... ." Wann hatte ich eigentlich das letzte mal ein Quidditchspiel gesehen? Wo war die Erinnerung ... alles war durcheinander ... verwischt ... .

„Ich meine, du kannst das doch nicht, oder? In einen blühenden Busch verwandeln? Was weiß ich, immerhin bist du ja ein Mensch. Manchmal trau ich denen komische Sachen zu. Schon allein, dass du ja immer zu einem Hund mutieren kannst, wann du willst ... da wär ein Busch keine große Sache für dich, oder? Kannst du dich in einen Busch verwandeln?"

„Hmh ... ."

Jetzt echt???"

„Was?" Ich schreckte auf. „Was hast du gesagt?"

Der Kater schnaubte. „Vergiss es, Hund ... du bist echt komisch drauf ... ."

Ich seufzte. „Tut mir leid ... aber ich bin irgendwie verwirrt ... Verdammt noch mal, ich kann doch nicht mit meinen 34 Jahren so senil sein ... Askaban kann mich doch nicht so getroffen haben ... ich muss doch meine Erinnerungen noch auf die Reihe kriegen!" Aufgebracht erhob ich mich und sprang von dem knarzenden Bett.

Der Kater schwieg einen Moment, in dem der trommelnde Regen besonders intensiv in mein Gehör eindrang.

„Wenn ich mich an etwas erinnern will, was ich vergessen habe-", begann er schließlich langsam. „-dann mache ich die Augen zu und denke einfach an nichs. Dann kommt das meistens wieder. Denkst du etwa, ich hab mich erinnert, wo das verdammte Mauseloch war, als ich mich total drauf konzentriert hab? Nö, erst, als ich halb eingepennt bin, ist es mir eingefallen."

Ich wandte mich um und sah ihn an. Manchmal. War. Mir. Dieser. Kater. Zu. Menschlich!

Aber vielleicht hatte er Recht ... . Wenn es zu hell war, konnte man eine Kerze meistens nur schwerlich erkennen, aber in völliger Dunkelheit ging man sofort auf sie zu.

Müde legte ich mich einfach auf den dreckigen Holzboden und ließ das Kinn auf die Vorderpfoten sinken. Dann schloss ich die Augen.

Der Regen trommelte gegen das Holz. Der Wind heulte wie ein riesiges schreckliches Monster und ließ die Bretter an den Fenstern erzittern.

Es wurde dunkler und die die hellen Punkte vor meinen Augenlidern legten sich allmählich. Der Regen wurde lauter, deutlicher ...

Feuer, das an den Fassaden leckte, wurde gelöscht. Grauer dicker Rauch ...

James' und Lilys Haus, in sich zusammengebrochen ... zersprungene Fensterscheiben ... verkohltes Holz ... .

Und dann veränderte sich das Bild ...

- - - - - - - - -

Ich war verdammt erleichtert, als ich endlich vor Godric's Home ankam und bibbernd gegen die Haustür hämmerte.

Der Regen prasselte auf mich herab und Blitze zuckten über den grauen mit Wolken verhangenen Himmel.

In solchen Momenten hasste ich James' Paranoia, die ihn dazu veranlasst hatte, ein Haus zu beziehen, dass ein wenig entfernt von den anderen Bürgern in Godric's Hollow stand und um diese Gegend auch noch eine Appariersperre zu ziehen.

Ich hätte natürlich mein Motorrad nehmen können, aber selbst ich war nicht so lebensmüde, mit dem Ding durch ein Gewitter zu fliegen und am Ende noch von einem Blitz getroffen zu werden.

Konnte James endlich mal die Tür aufmachen?

Ich hämmerte abermals gegen die Tür und rief: „Jetzt beeilt euch mal, ich ersauf' hier!"

Moment, Sirius!", ertönte Lilys Stimme dumpf durch das Holz. „James, geh an die Tür, ich kann gerade nicht! Oh nein, Schatz, das lässt du schön da liegen, wenn du nicht willst, dass Mama richtig böse wird! Harry! Lass es liegen! James, jetzt mach endlich auf!"

Ich kreuzte die Arme über der Brust und hibbelte grinsend vor mich hin, als die Tür endlich aufging und James in der Tür erschien. „Hey, Tatze! Rein mit dir!"

Vielen Dank!", erwiderte ich leicht ironisch, hastete über die Schwelle und hinterließ eine nasse Spur auf dem Parkett.

Das nenn ich Herbst!", meinte James locker, zog seinen Zauberstab aus der hinteren rechten Hosentasche und wedelte in Richtung meiner Dreckspur, die sich daraufhin in Wohlgefallen auflöste.

Geh schon mal ins Wohnzimmer, ich komm gleich nach. Lily will, dass ich das Geschirr per Hand wegräume ... sowas Beklopptes. Ich meine, wozu gibt es Zauberei? Ach, äh, warte ..."

Er maß mich mit einem belustigten Blick und hob den Zauberstab abermals.

Ich spürte eine angenehme Wärme auf meiner Haut und stellte fest, dass ich wieder vollständig getrocknet war.

Das hätte ich gerade noch selbst hinbekommen, danke, Krone!", schnaubte ich kopfschüttelnd und öffnete die Tür ins Wohnzimmer, während James wieder in die Küche verschwand.

Ich mochte James' und Lilys Haus sehr. Es hatte so eine unglaubliche Wärme.

Das Wohnzimmer war weiß gestrichen und beinhaltete eine helle Couch, zwei Sessel, einen lodernden Kamin und einen flauschigen rot-beigen Teppich, der aussah, als hätte man ihm ein paar seiner Zotteln ausgerupft.

Die zwei großen Fenster, an deren Seiten leichte orange-rote Vorhänge mit, sich bewegenden, Mustern angebracht waren gaben den Blick auf den leichten Abhang und den Rest des Dorfes Godric's Hollow frei, das jetzt mit ströhmendem Regen übergossen wurde.

Ich ließ mich seufzend auf der Couch nieder und stupste mit der Hand eine neugierige Tentakel der rotblühenden Pflanze neben mir weg, die Remus Lily zu ihrem letzten Geburtstag geschenkt hatte. Lily liebte Blumen jeder Form und Farbe und James beschwerte sich oft, dass sie mehr Pflege von ihr bekamen als er.

Es war Anfang September und meine besten Freunde hatten mich zum Abendessen eingeladen, was sich als gute Idee erwiesen hatte, da ich zuhause in der Vorratskammer meiner kleinen Wohnung nichts mehr Essbares gefunden hatte.

Ich schnipste gerade nocheinmal nach der vorwitzigen Pflanze, als James mit Harry auf dem Arm ins Wohnzimmer kam und sich neben mich auf die Couch schmiss.

Das Essen ist gleich fertig. Wollte ihr helfen, aber sie meint, wenn ich mich mit Harry möglichst weit von der Küche entferne, wäre ihr das Hilfe genug!", verkündete er und setzte Harry neben sich auf der Couch ab.

Ich grinste. „Ich werde nie irgendetwas essen, wo du auch nur ein Gewürz zugegeben hast!"

Danke!", antwortete James ironisch und runzelte die Stirn, als sich die Ranke der Pflanze um Harrys Arm schlang. Das Kind lachte. Als sie sich seine Schulter emporschlängelte, gab ich ihr mit den Fingerspitzen einen Klaps auf den Stiel und sie zog sich rasch zurück.

Harry warf mir einen enttäuschten Blick zu und robbte dann bis zum Ende der Couch, um der Pflanze die Finger wieder entgegen zustrecken.

James lächelte nur und legte vorsichtshalber im routinierten Griff eine Hand um Harrys anderen Oberarm, falls dieser das Gleichgewicht verlieren sollte.

Kommen Moony und Wurmschwanz auch?", fragte ich und warf einen Blick hinaus in den Regen, dessen Tropfen sich an der Fensterscheibe zu kleinen Rinnsalen zusammenfanden und die Scheibe hinunter zum Rahmen flüchteten.

Ich hab sie auch eingeladen", erwiderte James achselzuckend, während Harry noch ein Stück vorrückte, um die Pflanze zu berühren. „Aber Moony fühlt sich heute nicht gut und Wurmschwanz hat schon was vor!"

Ich riss meinen Blick vom Fenster los und starrte meinem besten Freund in die haselnussbrauenen Augen. „Wurmschwanz hat noch was vor? Das glaubst du doch selbst nicht!"

James machte eine merkwürdige Bewegung zwischen Nicken, Kopfschütteln und Achselzucken.
„Er klang komisch, als er abgesagt hat. So furchtbar traurig. Und er hat sich tausend mal entschuldigt, dass er nicht kann. 'Entschuldige, es tut mir so leid, wirklich, es tut mir so leid!' Ich mache mir ein wenig Sorgen um ihn. Er war vollkommen daneben. Ich musste ihn regelrecht anbrüllen, damit er mir kurz zuhört!"

Ich runzelte kurz die Stirn und zuckte dann mit den Schultern. „Vielleicht hat er sich ja ein Mädchen geangelt und ist deswegen von der Rolle!"

James gluckste. „Wenn du meinst ..." Er konnte nichts mehr sagen, da das eintrat, was ich seit zwei Minuten befürchtete. Harry kippte vornüber auf die Pflanze zu, doch James zog ihn rechtzeitig wieder zurück, bevor sein Kind mit irgendeinem Möbelstück oder dem Boden kollidieren konnte.

So, jetzt reichts, Kleiner, du raubst deinem Vater noch den letzten Nerv!", erklärte James seinem kichernden Sohn, der sich begeistert wieder die Couch hinunterstürzen wollte (A/N: Mein Neffe spielt immer dieses Spiel mit mir! -.-) und setzte ihn auf den Teppich, von wo Harry überrascht zu uns aufsah.

Ich grinste und konnte nicht widerstehen, meinem Patenkind die schwarzen Haare zu zerwuscheln.

Tatze!", rief Harry und schnappte nach meiner Hand.

James seufzte. „Damit hast du übrigens was angefangen. Jeder Hund, den wir draußen auf der Straße treffen, heißt jetzt Tatze, seit du dich vor ihm verwandelt hast." (1)

Ich lachte.

Lily öffnete die Tür. Ihr rotes Haar war in einem unordentlichen Pferdeschwanz gezähmt und über ihre blaue Jeans und ihren türkisen Pullover trug sie eine weiße fleckige Schürze.

So, das Essen ist fertig! Darf ich zu Tisch bitten? James, ich hab dir doch gesagt, du sollst aufpassen, dass Harry das nicht immer tut! Der Teppich war ein Geschenk von meiner Mutter!" Sie ging vorwurfsvoll blickend auf Harry zu, der auf dem flauschigen Teppich kauerte und interessiert eine ausgerissene Zottel in der Hand hielt.

Schatz, egal, wie oft du daran ziehst, sie werden immer ausreißen!" Damit hob Lily ihr Kind hoch und verschwand in die Küche.

Ich schüttelte belustigt den Kopf und folgte ihr. Mein Magen, der heute noch nichts weiter als zwei Toasts gesehen hatte, meldete sich nun lautstark.

In der geräumigen Küche hingen viele Pflanzen von der Decke und auch einige Muggelgeräte fanden hier ihren Platz. Lily fand es einfach praktischer, Lebensmittel in den Kühlschrank zu stecken, als jedes einzelne Stück mit einem Kältezauber zu versehen.

Der helle Holztisch war hübsch gedeckt und ein großer Topf mit Nudeln stand in der Mitte.

Während James und ich uns auf die Nudeln stürzten, als wäre es unsere Henkersmahlzeit, verfrachtete Lily Harry in einen Hochstuhl und begann ihn mit irgendeinem Brei zu füttern, den das Kind nur widerwillig zu essen schien. Lily selbst aß nicht.

Irgendwann wirst du noch verhungern, Schatz", meinte James und nahm sich Nudeln nach. „Harry sieht nicht mal besonders hungrig aus. Iss was!"

Lily warf ihm einen finsteren Blick zu. „Manchmal kann ich es nicht fassen, dass du Vater sein sollst! Er ist ein Jahr alt. Natürlich muss er was essen! Ich brauch nicht so viel, wie ein kleines Kind!"

Ich grinste still, während James sich hastig nickend in seine Nudeln verkroch.

Nach drei Portionen war ich dermaßen voll, dass ich das Gefühl hatte, die Nähte meiner Jeans müssten platzen und ich öffnete den zweiten Knopf meines schwarzen Hemdes.

James war auch fertig und Harry machte so stur den Mund nicht mehr auf, dass Lily sogar den Rest der Nudeln vernichtete.

So, bevor ihr Männer euch jetzt wieder verkriecht, hab ich noch eine Überraschung für euch!", verkündete Lily strahlend und schüttelte ihren Pferdeschwanz zurück, während sie ihren Teller zur Spüle schweben ließ.

James und ich tauschten einen beunruhigten Blick.

Lily kramte in der vorderen Tasche ihrer Schürze und zog zwei silberne Karten hervor, die sie dann vor uns auf den Tisch legte.

Es sind Karten für das Spiel Tornados gegen Wimbourner Wespen am 5. November!" Lily lächelte.

James starrte sie mit offenem Mund an. „Danke! Womit haben wir das denn verdient?" Er stand auf und umarmte seine Frau stürmisch.

Gar nicht!", kam es von Lily undeutlich. „Ich will euch nur aus dem Haus haben, wenn ich mit Minerva verabredet bin!"

Ich lachte laut. „Mir egal, warum! Ich war schon ewig nicht mehr bei einem Quidditchspiel! Wir werden Ludo Bagman spielen sehen! Er soll ein großartiger Treiber sein!"

Fröhlich klopfte ich Lily kurz dankend auf die Schulter und holte dann den zappelnden Harry aus seinem Hochstuhl-Gefängnis, um ihn dann einmal lachend im Kreis zu drehen.

Harry quietschte fröhlich auf und ich fragte mich ein weiteres mal, wie ich diese Freunde nur verdient hatte.

- - - - - - - - -

Am nächsten Morgen sah die Welt aus, als würde sie innerhalb der nächsten Minute untergehen.
Gewitterblitze tobten am wolkenverhangenen Himmel und der Wind war so stark, dass die scharlachroten und kanariengelben Gestalten, die, mit den Besen unter den Arm geklemmt, auf das Spielfeld marschierten, immer wieder zur Seite stolperten.

Ich war einige Zeit vor Spielbeginn auf die höchste aller Tribünen geklettert, auf der nie Zuschauer saßen, da der Blickwinkel auf die Jäger und Tore etwas ungünstig war.

Aber die Jäger und Tore interessierten mich ja auch nicht sonderlich, sondern eher, was sich weiter oben bei den Suchern abspielte.

Aber ich war skeptisch, ob mir die Höhe dabei nützen würde, etwas zu erkennen.

Ich drückte mich gegen das Holz der Tribünenempore, um nicht von dem kommenden Windstoß hinunter in das Regenschirm-Meer geschleudert zu werden.

Die Menge schrie und kreischte in den höchsten Oktaven, als schließlich 14 Spieler ihre Besen bestiegen und sich in die Höhe wuchteten.

Ich kniff die Augen zusammen und suchte unter den scharlachroten Gestalten Harrys Gesicht, doch es war nahezu unmöglich, mehr als ein paar Schemen und Regenschleier auszumachen.

Oh toll, da sah ich mein erstes Quidditchspiel seit Ewigkeiten und ich konnte fast nichts erkennen.

Ein gelber Regenschirm wurde an mir vorbei geschleudert und ich duckte mich hastig.

Dieser Sturm erinnerte mich an den regnerischen Septembertag, an dem Lily James und mir die Karten für das Quidditchspiel geschenkt hatte.

Ich war nie mit James dort hingegangen. Das Spiel hätte am 5. November stattgefunden ... da war James schon ... das waren sie schon nicht mehr ...

Ich schloss schmerzerfüllt die Augen für einen Moment und spürte einen eiskalten Schauder meinen Rücken hinablaufen.

Langsam atmete ich einmal tief durch und blickte dann wieder über die Brüstung. Lass dich niemals von deiner Vergangenheit fertig machen, wenn du noch was zu erledigen hast.

Harry flog etwa auf meiner Höhe und wich gerade ungeschickt einem Klatscher oder Gegenspieler ... irgendetwas ... aus.

Der Wind warf ihn fast vom Besen. Diese Schule war doch wahnsinnig. Lily hätte Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um das Spiel zu verschieben.

Die Schüler, die sich unter zerfetzten Regenschirmen und Umhängen versteckten, kreischten laut auf und ich dachte mir, dass wohl ein Tor für eines der Teams gefallen sein musste.

Mit dem nächsten Gewitterblitz kam ein Pfiff der Schiedsrichterin und ich beobachtete, wie Harry spritzend im Schlamm aufsetzte und seinem fuchtelnden Kapitän zur Teambesprechung folgte.

Auszeit also. Eine kluge Entscheidung.

Das Team drängte sich am Spielfeldrand zusammen und die Mitspieler verschwanden allesamt unter einem gigantischen scharlachroten Schirm.

Ich zitterte vor Kälte, mein Fell hing schwer herunter.

Nun rannte das braunhaarige Mädchen, den Umhang angestrengt über sich ausgebreitet, auf die Gryffindormannschaft zu und verschwandt ebenfalls unter dem Schirm.

Drei Minuten später wurde der riesige Schirm fast umgerissen und die Spieler hasteten zurück auf's Spielfeld. Meine Augen folgten wie immer Harry, der sich mit neuem Elan auf seinen Besen schwang und in die Höhe peitschte.

Blitze zuckten jetzt ohne Unterlass über den Himmel. Allmählich wurde dieses Spiel etwas gefährlich. Sagte Professor McGonnagal denn nichts dazu?

Ich warf einen Blick durch die Regenschleier hinüber zur Lehrertribüne, konnte aber nicht allzu viel erkennen. Nur Dumbledores violette Robe und sein langer silberner Bart leuchteten hinüber.

Ich wandte mich zurück zum Spiel. Harry kam über das Feld in meine Richtung geflogen und ich konnte seine gerunzelte Stirn erkennen. Seine grünen Augen hinter der Brille, auf der nicht einmal ein Tropfen zu sehen war, glitten suchend umher.

Warum war seine Brille nicht nass?

Ich neigte mich weiter vor, wagte mich etwas mehr aus meiner Deckung heraus. Harrys rot-goldener Umhang peitschte wild im heftigen Wind. Er machte Anstalten zu wenden.

Dann erhellte ein heller Blitz meine Tribüne, für ein paar Sekunden tanzten glühende Punkte vor meinen Augen. Als ich wieder richtig sehen konnte, starrte ich geradewegs in Harrys erschrocken aufgerissene Augen.

Entsetzt beobachtete ich, wie der Besen seinen Fingern entglitt und einige Meter absackte.

Ich war vollkommen erstarrt. Es donnerte laut.

Harry find sich nach ungefähr vier Metern wieder und ein lauter Schrei seines Kapitäns ließ ihn herumwirbeln.

Ich nutzte die Chance, mich wieder in den Schatten der Tribüne zu verziehen. Das war dumm gewesen. Harry hatte mich schon in Surrey gesehen; dass er mich jetzt gerade wieder erkannt hatte, war nicht gerade mein Wunsch gewesen. Mein Patenkind sollte nicht auf mich aufmerksam werden, nicht, solange er nicht die Wahrheit kannte. Würde er mir so begegnen, würde er mich wahrscheinlich eher umbringen, als mir zuhören. Solange er wirklich wie James war.

Und es wäre auch nicht wirklich hilfreich, wenn Harry zu Dumbledore ginge und ihm berichten würde, ein schwarzer großer Hund würde ihn verfolgen.

Vielleicht würde er auch eher Remus davon berichten. Und das wäre noch schlimmer, zu dem es für mich immer noch ein Rätsel war, dass er niemandem gesteckt hatte, dass ich Animagus war.

Ich verstand es einfach nicht.

Das Aufschreien der Menge ließ mich, immer noch etwas zitternd, aufsehen.

Harry hatte, in seiner Ablenkung durch mich, den anderen Sucher übersehen, der den Schnatz gesichtet hatte, und war losgerast.

Das Publikum tobte und schrie sich heiser. Harry kam der kanariengelben Gestalt immer näher, ein Teil seines Umhangs zerfetzte und wurde vom Sturm davon geschleudert.

Mein Herz schlug immer schneller, plötzlich huschten mir merkwürdige Bilder durch den Kopf. James Leiche erschien wie ein Schatten vor meinen Augen, flackerte und verschwand.

Ich schüttelte verwirrt den Kopf, als wollte ich die Gedanken hinausschleudern.

Es wurde plötzlich so still ... mein Blick war immer noch auf die beiden Sucher gerichtet, doch Harry verlangsamte sich in seinem Flug. Er war fast um zehn Meter höher gestiegen.

Die Schreie der Schüler verschwammen in meinen Ohren, es wurde eiskalt. Meine Eingeweide verkrampfte sich, James Bild flackerte schon wieder durch meinen Kopf.

Und endlich begriff mein Gehirn, was hier los war. Sie mussten hier sein.

Gehetzt sah ich hinab auf den Rasen des Spielfeldes. Es waren viele. Viel zu viele. Ein Meer schwarzer vermummter Gestalten schwebte unter den Spielern und ihr Atmen bildete ein Röcheln, das sich in verschiedenen Oktaven miteinander vermischte und ein monotones Geräusch erzeugte, das sich in meinen Kopf einbrannte und mich heftig erschaudern ließ.

Die Dementoren kämpften um die besten Plätze, von denen man am besten glückliche Empfindungen absaugen konnten und stießen gegeneinander. Und alle drängten sich unter die Sucher.

Es kam mir vor, als hätte jemand den Ton abgedreht. Alles war stumm. Der Wind verschwand nicht, doch er vergaß zu heulen. Der Regen klatschte gegen mein Gesicht, aber er gab kein prasselndes Geräusch von sich.

Wie in Zeitlupe starrte ich zu Harry hoch, unter dem sich die meisten Dementoren versammtelt hatten, die düsternen Kapuzen ihm zugewandt.

Harry wandte den Kopf nach unten. Dann sah er wieder kurz nach vorne – und kippte dann zur Seite weg. Der Besen entglitt seinen Händen, mein Patenkind rutschte zur Seite und – fiel. Fiel aus dieser verdammten Höhe ungebremst gen Boden.

Mein Herz schlug einen Salto. Und plötzlich schien jemand den Ton wieder angedreht zu haben. Die Menge schrie entsetzt auf, die anderen sechs Mannschaftsmitglieder gingen allesamt in den Sturzflug, richtung Harry, doch ich wusste, sie würden ihn nicht mehr erreichen.

Wie von selbst erhob ich mich, sprang halb auf die Brüstung. Nein, hallte es in meinem Kopf wieder. NEIN.

Doch mein Kopf war leer, ich fühlte mich hilf- und machtlos. Die Schreie drangen in meine Ohren ein, schienen mich von innen zu zerreißen. Nein! Nein! NEIN!

Harry musste nur noch ein paar Meter hinter sich bringen und er würde auf dem harten Boden aufschlagen und sterben. Plötzlich erschien Dumbledore auf dem Spielfeld.

Sein Gesicht war verzerrt. Ich konnte nicht genau unterscheiden, ob es Wut, Angst oder Konzentration war. Er peitschte seinen Zauberstab in Harrys Richtung und dieser fiel tatsächlich langsamer.

Die Verzweifelung in meinem Innern wurde durch eine Welle von Erleichterung weggeschwemmt. Dumbledore. Dumbledore rettete immer alles.

Harry kam trotz der Verlangsamung relativ hart auf dem Boden auf und blieb reglos liegen.

Durch die Dementorenmeute ging eine Welle der Erregung.

Nun zierte eindeutig purer Zorn Dumbledores Gesicht, als einen etwas verschwommenen silbern leuchtenden Patronus auf sie schleuderte.

Die Dementoren wichen scheu zurück, als Dumbledore auch noch anfing zu schreien:

„RUNTER VOM SPIELFELD! ZURÜCK AUF DIE POSTEN AN DEN EINGÄNGEN! SOFORT!"

Seine donnernde Stimme schien alle schreienden Schüler zu übertönen. Harrys Mannschaftsmitglieder kamen spritzend im Schlamm auf und stürzten zu ihm hinüber, so dass er von meinen Blicken abgeschirmt war.

Verdammt, verdammt ... nervös starrte ich zu den Dementoren hinüber, die zögernd das Spielfeld verließen. Ich musste hier weg. Aber ich wollte nicht.

Ich musste wissen, wie es Harry ging. Ich musste.


Entschuldigt bitte alle Zeichenfehler (ich bin sehr schlecht darin, tut mir Leid. xD Wenn es allzu sehr nervt, sagt mir Bescheid) und Rechtschreibfehler sind nicht beabsichtigt. Lasst sie euch schmecken oder tut sie zu eurer Sammlung dazu. Wie immer ohne Rechtschreibprüfung geschrieben. Tjoah.

Darf ich überhaupt noch um Feedback bitten? /guckt verlegen/ Ich würde mich trotzdem sehr freuen.

Alles Liebe, eure Anne