So Leute, tut mir leid, dass es soooo lange gedauert hat, aber die Beerdigung von Harry war richtig viel arbeit. Bevor es losgeht noch die Antworten auf eure vielen lieben Reviews!
Rudi:
PETUNIA - warum sollte sie nicht denken können? Immerhin ist
sie die Schwerster von Lily Potter. Irgendetwas Gutes muss auch in
ihr sein – irgendwo, etwas reicht ja schon. Natürlich könnte
er bei der Erfüllung der Prophezeiung sterben. Wenn es keinen
anderen Weg geben sollte, dann…
Na klar, Lob will/möchte
ich immer hören:) Severus wird noch eine GANZ große
Rolle in dieser FF spielen.
Mal sehen, ob ich mich eines Besseren
besonnen habe.
Dkub:
Grüß dich! DANKE! DANKE! Hoffentlich gefällt dir auch
dieses, obwohl es nicht so sehr spannend ist – finde ich
jedenfalls! Aber man kann halt nicht alles haben. Atempause? Harry
kann sich bald mehr als genug ausruhen.
Warum glaubt ihr alle
nicht an Harrys Tod? Auch Fawkes schafft es nicht alles zum
Guten zu wenden!
Silvertrust: Nein, ich bin zwar gemein, aber so gemein nun auch wieder nicht. Was zusammen gehört, soll auch zusammen kommen! Natürlich weiß Harry das! Das ist mit eine seiner größten Sorgen. Wieder mal trägt dann Harry die Schuld dafür, dass andere Leiden. Er wird ALLES dafür tun, dass Voldemort vernichtet wird. Ob es ‚nur' das Ende des Kapitels war oder dies der Abschluss der FF wirst du gleich lesen.
tini-chan:
Arme Hermine, JA! Aber die Gute wird noch mehr leiden müssen.
Huch, habe ich da etwa schon wieder zu viel verraten? -mundmitklebebandverseh-
Genau, hat er. Voldi macht aber auch
Sachen! tztztz Das er damit einfach so durchkommt? Warum soll Harry
nicht sterben können? Die restl. Elf Kapitel kriege ich auch gut
ohne ihn rum. ;-) Wo Fawkes ist, frage ich mich auch. Wo treibt er
sich nur rum? HARRY STRIBT!
LG zurück!
Bosch1990: SOFORT!
kathleen
potter: Danke für das Oberhammer und für das große
Lob!
-übersganzegesichtstrahl-
Habe ich das gesagt? Kann
er sterben? Hmmmmmm Es gibt auch andere Möglichkeiten, wie Harry
es ihr noch mitteilen kann – den guten alten Briefverkehr
(natürlich schon vorher von ihm verfasst), als Geist.
HarryHermine:
Wie, wie konnte ich nur? Eine Drohung? -jetztmalganzlässigtu'-
Das lässt mich kalt. ;-) Warum glaubt niemand daran, dass ich
Harry sterben lassen würde? Habe ich nicht schon bewiesen, dass
ich fies und gemein sein kann? Wenn nicht, dann muss ich es wohl noch
mal irgendwann nachholen.
So richtig reichen mir die Gründe
noch nicht, aber vielleicht kannst du mich ja noch überzeugen.
Mail steht ja in der Bio!
Ich wollte ja lieb sein, aber mir ist da
was ganz blödes mit dem Kapitel passiert.
Auch noch mal ein
P.S: Na hoffentlich geht es bald weiter – meine FF ist keine
Ausrede! ;-) Warte mit Spannung auf ein neues Kapitel von euch.
‚Lasst uns nicht wieder so lange warten!' )
pupp:
Hoffentlich lohnt sich auch dieses! Ich habe aufgehört, als es
spannend wurde? Ich dachte, das ganze Kapitel wäre spannend :(
Seine Tante wird noch…
Ein Ende ist noch lange nicht in zu
sehen, auch wenn die Hauptfigur sterben sollte. Das habe ich erst
gestern Abend jemanden erklärt.
Vero:
na, lass deine Haare wo sie sind! So schlimm war das doch gar
nicht. Der Tod gehört auch zum Leben! Happy End – was ist
das?
Danke für dein Review!
Hermine
Potter: Huch, ich jetzt erst gelesen, dass du einem
Nervenzusammenbruch nahe bist.
–dashoffentlcihnochzuverhinderngeschafft-
Danke für das
Wahnsinn und Genial!
Lily-Evelyn:
Ich möchte nicht, dass du depressiv wirst. Andere Mütter
haben auch schöne Söhne. Wenn Voldemort nun mal stärker
als Harry ist oder besser gesagt er fiese Tricks anwendet!
Wegen
Petunia: Ich glaube, dass sie sich in J.K.Rowlings nächsten
beiden Bänden zum positiven ändern wird. Etwas Gutes muss
auch sie an sich haben. Nur Vernon…
-nadelnrauszieh- Achtung,
ziept mal kurz!
Josy: Wo hast du gelernt so schön zu schreiben? So, ich hab's gesagt. War es richtig so?
Danke
für dein langes und liebes Review, Sonne!
Auch bei Vereint
für die Ewigkeit wird es bald weitergehen. Ich habe das Kapitel
nur leider noch nicht wieder zurück. Etwas Geduld noch!
Sandy:
Huhu zurück! Du siehst, hier kommt es! Danke ;-)
Von Dudley
(bei dem Vater) kann man doch eigentlich auch nicht mehr erwarten,
oder?
Nicht nur Harrys Blut, sondern einen Trank in dem Harrys
Blut hineingemischt wurde. (schmeckt dadurch auch nicht mehr nach
Blut)
Mit dem langen Warten - man soll die Hoffnung ja nie
aufgeben!
hdal
MissHypocrisy:
-pokalgernanmichnehm-
RÜHRSEELIG? Erklärung!
Tja,
das mit dem Tod ist so ‚ne Sache.
jdsmile:
Ja, weiß ich! Auch dass ich gemein bin, weiß ich. Ich
habe ja gesagt/geschrieben, dass ich jetzt anfange gemein zu werden.
Wenn jeder sagt, ich sei es, dann musste ich damit auch mal
anfangen.
HOL LUFT! Ich möchte, dass du auch dieses Kapitel
liest! Ohne Luft liest es sich schlecht.
DANKE! DANKE!
Du bist
besessen? Soll ich dir einen Exorzisten schicken? Irgendwo muss ich
noch einen haben.
B.ELFE.R kommt später noch. Hermine hat
tatsächlich vor daran weiterzuarbeiten. Das habe ich nicht nur
so da rein geschrieben. (da hat sie geleitende Arbeitszeiten und
kann sich…)
Hey, ich denke dir fehlen dir Worte:) Nein, es war
nicht das Blut aus der Mysteriumsabteilung, sondern wirklich das vom
Friedhof. Frag nicht wie, aber es war noch was übrig. Das ganze
Blutzauberzeug wird später noch mal aufgerollt und dann erfahren
wir auch genau, woher Voldemort diesen Zauber hat.
Bei zwei FFs
gleichzeitig (besser gesagt drei ;-)) ist es gar nicht so einfach die
Orientierung zu behalten.
-michausderumarmunglösunddirdankesag-
Jen1307:
Wenn ich keine Ohren hätte, würde ich im Kreis grinsen. Ich
hoffe die Kost war nicht zu schwer für dich, und du kannst dich
noch auf deine vielen Klausuren konzentrieren!
–hierbeidirgleichnochvielerfolgwünsch-
Deine Lobeshymne
lese ich immer wieder gern! Aber viel zu kurz – wie immer!
Danke
fürs Phänomenal, Atemberaubend und Herzzerreißend! Du
hast vollkommen Recht, ich streite nichts ab, aber diese Ader mit dem
Hang zu dramatischen und schmerzlichen Szenen habe ich schon immer.
Das macht richtig Spaß so zu schreiben. Fällt mir leichter
als romantische Szenen.
Nein, es ergibt nicht wirklich einen Sinn.
Ist aber auch völlig egal, schreib weiter!
Vielleicht ist
dieses Kapitel ja ein wenig Kritik wert ;-) Man liest sich
(hoffentlich bald) über icq!
Hexe
Lea: DOCH! DOCH! DOCH!
Einen Herzinfarkt soll keiner erleiden,
das war nicht meine Absicht!
Severus Nachfolger von Moody?
Nachtigal ich hör dir trapsen! Wer weiß! Vielleicht fällt
dir ja auch ein Nachfolger für Harry ein. Vorschläge nehme
ich gern entgegen.
Fawkes hat sich leider nicht abgemeldet. Weiß
auch nicht wo er ist, tut mir leid!
DANKE! Für die Kekse
bekommst auch ein neues Chappi.
Korksie:
Danke auch dir! Du verklarst einen halben Tag nur für meine FF?
DANKE!
Wie soll Harry denn sterben? Hast du eine Idee?
canim: DANKE! Nicht überschnappen, hier kommt mehr!
Harry Black Potter: Na klar geht es so weiter – es kommt noch MEHR!
HarryRiddle1984: Danke! Freut mich, dass es dir gefällt! Soll ich dir wieder hoch helfen, damit du weiter lesen kannst?
alyssa03:
na du! Nein, hattest du noch nicht.
Dann will ich dich nicht
länger warten lassen! –schell'neentschuldigungrüberschieb-
Und, musstest du sie noch ein viertes Mal lesen?
martina: Danke dir! Warum soll ich ihn nicht sterben lassen? Versuch mich zu überzeugen! ;-)
WOW, war das viel! Danke noch mal an alle! Nun geht es ENDLICH weiter.
Wie
auch sonst:
Die Story ist auf den 5 HP-Büchern aufgebaut.
Alle Figuren, die ihr aus den Büchern von J.K.Rowling kennt,
gehören ihr. Das, was ihr nicht aus ihren Büchern kennt,
ist zum größten Teil auf meinem Mist gewachsen. Ich
verdiene mit dieser Geschichte keinen einzigen Cent und möchte
mit dieser auch niemanden zu nahe treten. Eine kleine Entschuldigung
an dieser Stelle für alles, was ich den Figuren des
HP-Universums angetan habe und noch antun werde!
Also, alles
gehört ihr und mir nix.
STOP! Ich darf meine beiden Betaleser nicht vergessen. Ein riesiges Dankeschön an Josy und Obelix72 (na, hast ausgeschlafen?)
Kapitel 20 Verzweiflung, Schuldgefühle, Angst und Hoffnung
‚… du kannst nichts mehr für ihn tun!' Immer wieder ging Snape dieser Satz durch den Kopf, während er Hermine krampfhaft versuchte festzuhalten. Hatte Voldemort es tatsächlich geschafft, Harry zu töten? War alles umsonst gewesen? Wenn ja, hatten sie alle versagt. „Severus, er darf nicht sterben! Helft ihm!" Natürlich halfen sie ihm. Arthur Weasley, Prof. McGonagall und mittlerweile auch Kingsley Shaklebolt versuchten alles Mögliche, um Harrys Leben zu retten und Tonks wurde losgeschickt um Madame Pomfrey zu holen. Doch Remus war unfähig irgendetwas zu tun. Wie versteinert hockte er auf seinen Knien auf dem Boden an der Stelle, an der er sich zuvor fallen gelassen hatte. Die Hände, mit denen er sich auf dem Boden abgestützt hatte, waren umgeben von Harrys Blut und seine Augen auf dessen bewusstlosen Körper gerichtet. Immer noch versuchte Hermine sich aus Snapes Armen zu befreien.
Tonks war mit Madame Pomfrey zurückgekehrt. Weiß wie eine Wand stand die Krankenschwester in der Tür und starrte auf Harrys blutüberströmten Körper. Wie hypnotisiert bewegte sie sich auf ihn zu und begann mit ihren Untersuchungen. Einen Heil- und Stabilisierungszauber nach dem anderen legte sie über Harry, doch trotzdem trat keine Besserung seines Zustandes ein. „Mehr kann ich leider nicht für ihn tun, mehr Möglichkeiten habe ich nicht. Wir brauchen einen erfahrenen Heiler, wenn er überleben soll!", sagte die Krankenschwester und blickte in traurige Gesichter. Arthur schüttelte seinen Kopf und sah besorgt zur Schulleiterin, welche mit einem zaghaften Nicken zustimmte, wobei sie sich eine einzelne Träne wegwischte.Hermine wollte nicht glauben, was hier passierte. „Neiiiiinnnn, nicht!", schrie sie „Das könnt ihr nicht machen! Ihr könnt ihn nicht einfach sterben lassen!" Ein furchtbarer, kaum auszuhaltender Schmerz durchfuhr Snape und Hermine stürmte auf Harry zu. Mit weiten Augen beobachteten die Anwesenden, wie Snape nach einem markerschütternden Schrei bewusstlos in sich zusammensackte. Tonks sprang sofort auf ihn zu. „Severus!" Keine Antwort. „Enervate!" Da Snape sich immer noch nicht rührte, war auch die Möglichkeit eines Schockzaubers ausgeschlossen.
Sie untersuchte sein Mal, doch dieses war unauffällig. Mit Voldemort hatte es also auch nichts zu tun. „Finite Incantatem!", hielt sie ihren Zauberstab auf Snape gerichtet. „Severus, kannst du mich hören?" Auch dieser Spruch zeigte keine Wirkung.
Keiner konnte sich erklären was passiert war und weshalb Snape bewusstlos am Boden lag. Egal was es war, auf jeden Fall schien es von Hermine ausgegangen zu sein. Bloß wie? Sie hatte keinen Zauberstab in der Hand und es hatte auch niemand gehört, dass sie einen Fluch oder ähnliches ausgesprochen hat.
„Wo
ist Fawkes, warum ist er nicht bei ihm? Er hat Harry doch sonst immer
geholfen, warum jetzt nicht?", fragte Hermine mit Tränen in
den Augen und strich ihm vorsichtig über die Wange. „Lass mich
nicht allein, du hast mir was versprochen! Wenn du stirbst, verzeihe
ich dir das niemals!" Immer mehr Tränen liefen an ihren
blassen Wangen hinunter. „Ich liebe dich, Harry Potter!", hauchte
sie ihm einen Kuss auf die Stirn. Erschrocken
sah sie zur Krankenschwester auf. „Was ist das? Er…" Madame
Pomfrey kniete sich wieder neben Harry und sprach einen speziellen
Analysezauber über ihn. Hermine blickte wieder auf Harry hinab
und fühlte seine Haut - sie schien zu glühen. „Ja,
Hermine, er ist bei ihm!" Tonks kam auf Hermine zu und nahm sie in
den Arm. „Ich hätte ihn nicht allein lassen dürfen! Er
wollte, dass ich bei ihm bleibe, aber ich… ich wollte… Ich musste
ja unbedingt zurück", schluchzte Hermine an Tonks Schulter.
„Sccchhh, Hermine, beruhige dich!", hielt Tonks sie im Arm. „Er
wird wieder, bestimmt! Wir wissen ja jetzt, dass Fawkes bei ihm ist."
Sie hörte sich nicht gerade aufbauend an, denn auch sie hatte
furchtbare Angst und glaubte nicht wirklich an das, was sie eben
Hermine gesagt hatte.
„Es
ist nicht deine Schuld, Hermine, rede dir nicht so etwas ein! Du
hättest es nicht verhindern können, genau so wenig wie wir.
Hiervor haben wir uns alle gefürchtet", sagte Arthur Weasley
und nahm Harry vorsichtig auf.
Madame
Pomfrey legte einen Reinigungszauber über Harry und befreite ihn
somit vom Blut. Plötzlich fiel ihm etwas aus der Hand. Seine
Kette – er musste sie bei dem was auch immer hier passiert war,
abgerissen haben. Mit zitternden Händen nahm Hermine die Kette
auf und hielt sie sich ans Herz.
„Remus!",
ging Shaklebolt auf ihn zu. Mit glasigen Augen sah der Angesprochene
auf. „Er wusste es!", flüsterte Remus leise, so dass es
niemand verstand. „Hast du etwas gesagt?", fragte Kingsley, der
Remus aufhalf. Wütend sah Remus in dessen Gesicht. „Er wusste
es, Kingsley! Er hat es bei seinen Verwandten gesehen. Verdammt, ER
WUSSTE ES! UND ICH AUCH!" Er sah in die erschrockenen Gesichter
seiner Freunde und apparierte ohne ein weiteres Wort. „Remus!",
rief Tonks ihm hinterher.
Hermine
stand auf und beobachtete Harrys Kette in ihrer blutverschmierten
Hand. ‚Wie, er wusste es?'
„Hermine,
was war das?", wurde sie aus ihren Gedanken gerissen. „Wie hast
du das gemacht?" Sie drehte sich in die Richtung, aus der die
Stimme kam und sah in das erstaunte Gesicht von Snape, der gerade von
Madame Pomfrey untersucht wurde. „Trink das, dann wird es dir auch
gleich wieder besser gehen!", versprach die Krankenschwester.
Immer
noch zitternd stand Hermine vor ihm und brachte kein Wort hervor.
„Ich weiß, dass du das nicht wolltest! Aber wie hast du das
gemacht?" Hermine schüttelte ihren Kopf und zuckte mit den
Schultern. „Ich habe keine Ahnung, ich wollt nur noch Harry
helfen!" „Wie geht es ihm?", fragte Snape und versuchte sich
hinzustellen, wobei ihm Hermine und Madame Pomfrey halfen. „Ist er
…?" „Nein, noch… nicht", antwortete sie leise. Diese drei
Worte ließen fast ihr Herz zerspringen.
„Er
wird auch nicht sterben!", unterbrach Madame Pomfrey das Gespräch
der zwei. „Aber es war mehr als knapp! Nur die Verbindung mit
Fawkes ist der Grund, weshalb Harry noch lebt. Warum Fawkes sich
allerdings nicht gezeigt hat, kann ich nicht sagen, nur vermuten…
Auch er wird geschwächt sein. Harry braucht jetzt Ruhe, damit
Fawkes ihn heilen kann!"
„Ich
möchte Ihnen nicht zu nahe treten und Ihre Arbeit nieder machen,
Madame Pomfrey, aber wäre er nicht besser im St. Mungo
aufgehoben?", fragte Hermine verunsichert und blickte zu Harry, den
Arthur auf sein Bett gelegt hatte. Ganz leicht und unregelmäßig
hob und senkte sich sein Brustkorb.
„Natürlich
wäre er dort besser aufgehoben, aber nach dem was bei seinem
letzten Aufenthalt dort passiert ist, haben wir uns dafür
entschieden, ihn nach Hogwarts zu bringen. Dort ist er sicher und
unter Beobachtung", beantwortete Arthur die Frage und zog damit
Hermines Aufmerksamkeit auf sich. „Selbst der Transport nach
Hogwarts birgt Risiken für Harry", sprach nun die
Krankenschwester weiter. Fragend blickte Hermine sie an. „Sein
Zustand ist immer noch zu instabil. Wir werden ihn mit einem
Schutzzauber belegen, der ihm die Reise mit einem Portschlüssel
unbeschadet überstehen lässt." „Aber Fawkes kann doch…"
„Auf Fawkes Hilfe können wir hierbei nicht hoffen", wurde
sie von der Krankenschwester unterbrochen. „Er hat mit Harrys
Verletzungen genug zu tun. Wir können froh sein, dass seine
Wunden aufgehört haben zu bluten!"
Aufs
Genaueste bereiteten sie den Transport nach Hogwarts vor.
Auf der Krankenstation von Hogwarts angekommen, legte Madame Pomfrey das ganze Ausmaß Harrys Wunden frei, um diese zu verbinden. Mit offenem Mund stand die Krankenschwester vor ihrem Patienten. Seine aufgeschlitzte Kleidung ließ zwar schon erahnen was sie erwarten würde, doch das was sie jetzt sah, ließ sie schlucken. So etwas hatte sie noch nie gesehen. Über Harrys Brust klaffte ein riesiger Schnitt und sein Bauch ähnelte einem Sieb. Die Wunden auf dem Rücken blieben ihr vorerst noch verborgen. Zuerst wollte sie sich um die anderen kümmern. Prof. McGonagall war die einzige, die mit im Krankenflügel anwesend war. Auch Hermine wollte bei Harry bleiben, doch hatte Madame Pomfrey es nicht zugelassen. Und sie hatte vollkommen Recht damit. Diesen Anblick hätte Hermine sicherlich nicht verkraftet.
„Hermine,
jetzt setzt dich doch mal hin und versuche dich zu beruhigen!", bat
Snape, dem Hermines Auf- und Abgelaufe noch nervöser machte.
Tonks und Arthur hatten sich zusammen mit Shaklebolt auf die Suche
nach Remus gemacht. Sie hofften nur, dass er keine Dummheit begehen
würde. „Er wird wieder gesund!"
„Er
hat gesagt, dass ich ihn nicht vergessen soll. Er hat sich von mir
verabschiedet!", hielt sich Hermine ihren Kopf. Mit roten Augen sah
sie Snape ins Gesicht. „Und Remus hat gesagt, Harry hätte es
gewusst. Warum redet er nicht mit mir?" Erneut bahnten sich Tränen
ihren Weg an ihren Wangen hinab. Tröstend nahm Snape sie in den
Arm, doch wusste er nicht die passenden Worte. „Er wird bald mit
dir reden!", war das einzige, was er hervorbrachte. Am liebsten
hätte er ihr alles erzählt, doch er durfte nicht. Und
außerdem war es nicht seine Aufgabe, sondern Harrys. „Leg
dich schlafen, Hermine, ich werde einen Teil deines Unterrichts
übernehmen!" „Und ich übernehme den Rest!", betrat
die Schulleiterin Hermines Büro. „Severus und ich teilen die
Stunden untereinander auf und du gehst dich ausruhen! So wie du
aussiehst, hast du noch nicht eine Minute geschlafen." „Ich kann
jetzt nicht schlafen, Harry braucht mich!", entgegnete Hermine und
war schon auf dem Weg zur Tür. „Wir können nicht viel
tun, nur abwarten. Madame Pomfrey hat ihr Bestes getan und nun liegt
es an Fawkes, dass Harry wieder vollkommen gesund wird. Es hilft ihm
nicht, wenn du dich schuldig fühlst und du deinem Körper
keine Ruhe gönnst, sondern dich vollkommen verausgabst. Du
hilfst ihm viel mehr mit einem klaren Verstand. Er braucht dich
nachher, wenn er wieder wach ist", hielt McGonagall sie auf. „Tu'
uns den Gefallen und leg dich schlafen! Wir werden dich holen, wenn
sich etwas verändert."
„Danke,
für eure Hilfe, aber ich werde unterrichten. Ich möchte
mich wirklich nicht schlafen legen", sagte Hermine, da Snape gerade
protestieren wollte. „Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich
Harry vor mir, wie er in seinem Blut liegt und…" „Hermine, wie
du weißt gibt es Tränke, die das verhindern!", versuchte
er sie umzustimmen. „Danke, Severus, darauf komme ich vielleicht
heute Abend zurück."
„Wenn
du es dir anders überlegst, dann brauchst du uns nur Bescheid
geben!", bemerkte Snape, während er Hermine in den
Krankenflügel begleitete.
„Ich
möchte einen Moment mit Harry allein sein!", sah sie bittend
die Krankenschwester und ihren Kollegen an. Nur ein stummes Nicken
folgte von beiden und sie verließen das Krankenzimmer, in dem
Harry sich befand.
Langsam
ging Hermine auf Harrys Bett zu und mit jedem Schritt fiel ihr das
Atmen schwerer. Angst schnürte ihr die Brust ab. Sie nahm sich
einen Stuhl und setzte sich zu ihm ans Bett. Zitternd nahm sie seine
linke Hand und küsste sie sanft. „Ich bin es – Hermine!"
Von weit her, ganz leise hörte sie Fawkes. Es war eine
wundervolle Melodie, die ihr wieder Hoffnung gab. „Danke, Fawkes,
danke!" Mit geschlossenen Augen lauschte sie dieser Melodie und
hielt dabei Harrys Hand fest umklammert. Ein unbeschreiblich warmes
und angenehmes Gefühl begann sich in ihr auszubreiten. Sie
erinnerte sich an den Tag, an dem Harry ihr gezeigt hatte, was es für
ein Gefühl ist Fawkes in sich zu tragen.
Warum
musste sie ihn auch allein lassen? Immer wieder kamen diese
Schuldgefühle in ihr auf. Egal was die anderen sagten, immer
wieder stellte sie sich die gleiche Frage: Was wäre gewesen,
wenn ich bei ihm geblieben wäre? „Vielleicht kannst du mich ja
hören, Harry. Ich liebe dich! Bitte lass mich nicht allein! Wir
haben noch so viel vor." Sie könnte es nicht ertragen, wenn
ihr jemand Harry nehmen würde. Er war ihr das Wichtigste im
Leben. Sie versuchte sich vorzustellen wie groß der Hass auf
jemanden sein müsste, um ihm so etwas anzutun.
Seine
Kette, die sie immer noch bei sich trug, legte sie ihm in die Hand
und schloss sie zu einer Faust. „Ich komme nach dem Unterricht
wieder! So viel Zeit habe ich zwar nicht bis der
Nachmittagsunterricht anfängt, aber danach bleibe ich den ganzen
Abend bei dir. Versprochen!" Sie gab ihm einen Kuss auf den Mund
und wandte sich traurig zum Gehen ab.
Der
Tag kam Hermine wie eine Ewigkeit vor. Sie konnte zeitweise keinen
klaren Gedanken fassen. Auch ohne dass sie ihre Augen schloss, sah
sie Harry vor sich, wie er blutüberströmt am Boden lag.
Immer wieder hörte sie den gleichen Satz. ‚Ich liebe dich
Hermine, vergiss mich nicht!'
Wie
sie den Tag überstanden hatte, wusste sie nicht. Die besorgen
Blicke ihre Schüler hatte sie gekonnt ignoriert. Gegen Mittag
war sie kurz bei Harry gewesen, doch hatte sich kaum etwas verändert.
Aber auch jede noch so kleine Besserung brachte mehr Hoffnung und
ließ sie ruhiger werden. So sah es jedenfalls für die
anderen aus.
Es waren mittlerweile schon zwei Tage vergangen und Harry war noch nicht wieder bei Bewusstsein. Jede freie Minute verbrachte sie an seinem Bett. Die letzte Nacht hatte sie sogar im Krankenflügel geschlafen. Es hat zwar all ihre Überredungskunst gekostet, aber sie durfte bleiben. Jetzt saß sie an ihrem Schreibtisch und kontrollierte die Hausaufgaben ihrer Schüler. Immer noch war der Unterricht eine Qual, doch sie gab ihr Bestes.
So gegen 16 Uhr klopfte es an Hermines Bürotür. „Ja, bitte!", rief sie und langsam öffnete sich die Tür. „Bist du fertig?", betrat Snape lächelnd ihr Büro. Hermine sah ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen an. „Nein, ich habe gerade erst angefangen. Die müssen alle noch", zeigte sie auf den Stapel Pergamentrollen links neben sich und verdrehte dabei die Augen. Snape lächelte immer noch und nahm Hermine die Feder aus der Hand. „Severus, bitte!", mahnte sie „Die müssen bis morgen fertig sein." „Möchtest du denn nicht mit in den Krankenflügel? Ich wollte dich gleich mitnehmen." „Doch gern sogar", antwortete Hermine bedrückt. „Aber ich muss die wirklich erst zu Ende durchsehen, vorher kann ich hier nicht weg. So gern wie ich auch bei Harry sein möchte. Also gib mir bitte die Feder wieder!"Snape reichte ihr die Feder und sagte: „Ich sage ihm, dass du nachkommst." Hermine hatte schon wieder ihre Augen auf dem Pergament und nickte nur noch. Snape wusste, dass Hermine noch gar nicht realisiert hatte, was er ihr eben gesagt hatte. Langsam ging er auf die Tür zu. Mit der Klinke in der Hand drehte er sich noch einmal zu Hermine um. „Hast du mir überhaupt zugehört?"
Mit Tränen in den Augen, die sie die ganze Zeit versucht hatte zu unterdrücken, sah sie vom Schreibtisch auf. „Ich habe dich verstanden! Ich werde diese Hausaufgaben zu Ende korrigieren und dann komme ich in den Krankenflügel", sagte sie mit brüchiger Stimme. Jedes dieser Wörter schien ihr unendlich schwer zu fallen. Am liebsten wäre sie sofort in den Krankenflügel gelaufen. „Hermine, was soll das, was redest du da?", stand Snape fragend vor ihr. „Severus, ich bin Lehrerin an dieser Schule und habe Aufgaben zu erfüllen. Ich schiebe diese Aufsätze" - sie zeigte wieder auf den Stapel Pergamentrollen - „schon seit dem… Ich schiebe sie schon die ganze Zeit vor mir her." „Hör auf dich rauszureden! Du hast meine Frage nicht beantwortet! Vor was hast du Angst?"
Hermine stand auf und schleuderte die Feder auf ihren Schreibtisch. „Vor was soll ich Angst haben?", fragte sie gereizt. Sie schien mit ihren Nerven am Ende zu sein. „Es ist meine Entscheidung, wann ich ihn besuchen gehe und wann nicht. Bitte lass mich allein!"
Nachdem Snape die Tür hinter sich geschlossen hatte, hörte er nur noch einen dumpfen Aufschlag aus Hermines Büro.
„Hermine!"
Von weitem hörte sie eine ihr bekannte Stimme. „Hermine, wach
auf!" Molly Weasley saß neben Hermine und versuchte sie wach
zu bekommen, was sich als schwierig erwies. Hermine murmelte
irgendetwas Unverständliches im Schlaf vor sich hin. Molly
konnte nicht ein Wort von dem verstehen. „Hermine, beruhige dich,
es ist doch alles gut!" „Sie hat Angst, dass Harry ihr Vorwürfe
macht, da sie nicht bei ihm geblieben ist, so wie er es gern wollte",
sagte Snape, der sich in einen der Sessel niedergelassen hatte. „Das
ist doch dumm!", entgegnete Molly und schüttelte ihren Kopf.
„So etwas würde Harry nie tun. Wie kommt sie auf diese Idee?
Er liebt sie mehr wie sein eigenes Leben!"
„Was
ist passiert?" Hecktisch sah sich Hermine um. „Ganz ruhig,
Hermine! Es ist wieder alles in Ordnung. Du bist ohnmächtig
geworden. Die letzten Tage waren wohl etwas zu viel für dich",
versuchte Molly sie wieder zu beruhigen. „Wo sind wir?" Kaum
hatte Hermine diese Frage ausgesprochen, sah sie wo sie sich befand.
„Im Grimmauldplatz."
„Wie
geht es Harry?", sprang Hermine auf und bereute auch gleich diese
Aktion. „Es
geht ihm besser! Er war sogar schon einmal wach und hat nach dir
gefragt", half Molly ihr sich wieder hinzusetzen.
Sie
sah Snape an: „Das war als du mich holen wolltest!" Mit dieser
Erkenntnis kamen auch wieder ihre Tränen. „Ist er noch wach?",
fragte sie und befreite sich von den nahenden Tränen. „Nein,
leider nicht. Er war seitdem auch nicht mehr wach." Molly sah zu
Snape und dann wieder auf Hermine. „Als er wach wurde, hat er als
erstes nach dir gefragt. Er wollte dich unbedingt sehen. Da du nicht
gekommen bist, ist er immer unruhiger geworden. Er dachte, dass der
Dunkle Lord dich in seiner Gewalt hätte und wollte dir helfen.
Er konnte noch nicht mal seine Arme heben. Es ging soweit, dass
Madame Pomfrey ihn mit einem Schlafzauber belegen musste."
Mit
jedem Wort von Molly wuchs Hermines schlechtes Gewissen. Warum war
sie nur so stur gewesen? „Warum ist Harry wieder hier im
Hauptquartier?", wollte sie wissen.
„Eigentlich
hätte Poppy ihn noch gern dabehalten, aber Fudge scheint es
langweilig geworden zu sein. Er hatte auf einmal die Idee die Schule
zu inspizieren und hat sich heute dafür ausgesucht. Wir können
froh sein, dass wir es noch rechtzeitig erfahren haben." Snape zog
seine Augenbrauen hoch. „Er scheint auch Harry sehr zu vermissen.
Ich habe nur zufällig mitbekommen, wie er mit Minerva über
ihn gesprochen hat. Und das was er gesagt hat, klang nicht
erfreulich."
„Darf
ich zu ihm?" Unsicher sah Hermine die beiden vor sich an. „Was
ist das denn für eine Frage, natürlich darfst du zu ihm!"
Immer noch blickte Molly einer verunsicherten Frau entgegen. Sie nahm
Hermine in den Arm und drückte sie fest an sich. Beruhigend
strich sie ihr über den Rücken. „Geh zu ihm, Liebes, und
zeig ihm, dass du bei ihm bist! Hole ihn zurück, wir alle
vermissen ihn!" Jetzt war es Molly, die mit ihren Tränen zu
kämpfen hatte.
„Wo ist Remus?", fragte Snape nachdem Hermine den Salon verlassen hatte und setzte sich wieder in einen der Sessel. „Oben!", beantwortete Arthur ihm die Frage, der gerade durch die Tür kam. „Er lässt Harry nicht mehr aus den Augen. Er gibt sich immer noch die Schuld für das was passiert ist." „Dann wären es schon zwei!", seufzte Snape und Arthur nickte wissend. Er konnte sich vorstellen, wen Snape damit meinte. „Er und Sirius haben James und Lily versprochen auf Harry zu achten, ihn mit ihrem Leben zu schützen, falls ihnen etwas zustoßen sollte. Er ist der Meinung, dass Harry fast gestorben wäre, nur weil er seinem ‚Privatvergnügen' nachgegangen ist. Er liebt diesen Jungen, als wäre er seinen eigener Sohn. Remus würde es sich nie verzeihen, wenn Harry stirbt." „Selbst wenn er hier gewesen wäre, hätte er ihm nicht helfen können und das weiß er auch!", sagte Snape scharf. „Ja, wem sagst du das? Ich versuche ihm das schon den ganzen Tag beizubringen. Er stellt sich einfach taub. Er meinte nur, dass er alles geregelt hätte und dass es nie wieder vorkommen wird." „Er kommt schon wieder zur Vernunft!", sagte Molly und stellte den Tee auf den Tisch, den sie gerade frisch zubereitet hatte. „Wollen wir es hoffen!" Vorsichtig nippte Arthur an seinem heißen Tee.
Hermine war in der Zwischenzeit hochgegangen und klopfte an. Niemand antwortete. Leise öffnete sie die Tür und sah Remus neben Harrys Bett sitzen. Er hatte die Füße hochgelegt und schlief. Vorsichtig, um ihn nicht zu wecken, ging sie auf Harry zu.Doch ein kaum hörbares Knarren einer losen Diele reichte aus, um Remus aufzuwecken. Mit erhobenem Zauberstab stand er vor Hermine. Entsetzte blickten in übermüdete Augen. „Hast du mich erschreckt!", ließ er sich wieder zurück auf den Stuhl fallen. Er sah wirklich sehr müde und mitgenommen aus, dabei war Vollmond doch schon vor zwei Wochen. „Schleich dich bitte nicht wieder so an!"
„Du solltest dich richtig hinlegen, du siehst fürchterlich aus!", sagte Hermine und nahm sich auch einen Stuhl. „So was nettes aus dem Mund einer hübschen Frau ist immer aufbauend", versuchte Remus zu scherzen, doch wollte es ihm nicht so recht gelingen. „Remus, bitte!" „Nein, nein, geht schon!", entgegnete er. Hermine bemerkte, dass es ihm schwer fiel sie anzusehen. Was ging in diesem Menschen vor? Wohin war er verschwunden?
Remus nahm an genau zu wissen, was in Hermines Kopf vor sich ging. „Ich habe meinen Fehler bereut und meine Konsequenzen daraus gezogen. Ich weiß, dass ich es nicht rückgängig machen kann, aber ich werde mein Bestes geben, dass so etwas nicht wieder passiert, Hermine! Nie wieder wird…" „Remus, was soll das? Warum gibst du dir die Schuld?" Diese Frage sollte Hermine auch sich selbst stellen. Ohne seinen Blick von Harry abzuwenden, antwortete er: „Wessen Schuld ist es dann? Wenn ich nicht zu meiner Verabredung gegangen wäre…" Erneut unterbrach Hermine ihn. „Dann wäre es trotzdem passiert und du hättest nichts dagegen tun können." Fast flüsternd, so dass Remus Schwierigkeiten hatte es zu verstehen, sagte sie: „Und ich auch nicht."
Remus sah Hermine an, die wieder nur schwer ihre Tränen zurückhalten konnte. Dabei hatte sie sich doch vorgenommen nicht mehr zu weinen, für Harry stark zu sein!
„Hermine, ich bin sicherlich nicht der Erste, der dir sagt, dass du die Letzte bist, die sich für das was passiert ist, die Schuld geben sollte." Er nahm ihre Hände und hielt sie fest in seinen. „Wir haben es nicht geschafft, den Tod von James und Lily zu verhindern." Hermine kannte die Geschichte, wie Harrys Eltern gestorben sind. „Harry musste bei seinen fürchterlichen Verwandten aufwachsen. Sirius war sein Pate, er hätte sich um ihn kümmern sollen, nur saß er in Askaban – unschuldig, wie sich leider erst viel zu spät herausgestellt hat. Auch ich hätte mich gern um Harry gekümmert, nur wäre es mit Sicherheit nicht gut ausgegangen. Ein Wehrwolf und ein kleines Kind passen nicht gerade gut zusammen… Seine Schuljahre waren auch nicht gerade gefahrlos!" Sein Blick wurde immer bedrückter und seine Stimme begann zu flattern: „Er ist neunzehn Jahre alt. Sein Leben war bis jetzt nur von Pein und Gefahr geprägt! Ich kann, darf und will nicht zulassen, dass er so jung stirbt! Ich darf meinen Fehler nicht wiederholen!"
Hermine konnte vereinzelte Tränen bei Remus erkennen. „Harry wurde durch sein Leben geprägt, das stimmt. Aber die Pein und die Gefahr haben ihn gestärkt. Solange ich ihn kenne, war er zwar nie wie ein Kind eigentlich sein sollte, aber er war auch fröhlich und glücklich." Ihr Gesicht wurde ernster. „Ich weiß nicht weshalb Voldemort dies alles mit ihm macht, warum er ihn jagt. Ich weiß auch nicht, ob ich es je von euch erfahren werde. Aber ich glaube nicht, dass er das alles nur aus Rache mit Harry veranstaltet. Es hat irgendetwas mit der Prophezeiung zu tun, das weiß ich ja bereits. Doch wie schlimm kann sie sein, dass mir niemand sagen will, wie sie lautet?"
„Harry hat in dir wirklich einen echten Stern gefunden!", sagte Remus und blickte wieder auf die schlafende Person vor sich. „Ich würde dir sofort sagen warum Voldemort so verbissen darauf ist, Harry umzubringen, nur ich darf es nicht. Ich hoffe, Harry kann sich bald dazu durchringen, dir die Wahrheit zu sagen. Eine Bitte nur!", sah er wieder Hermine an. „Dränge ihn nicht! Es ist ganz allein seine Entscheidung, auch wenn es nicht die Richtige ist."
„Ihr habt ihn gebeten es mir zu sagen?" Remus nickte. „Wie gesagt, es ist seine Entscheidung und wir müssen sie akzeptieren!"
„Remus,
ich würde dich gern etwas fragen!" „Nur zu, frag!"
Hermine
überlegte, wie sie am besten anfangen sollte. „Ich möchte…
Was ich fragen wollte…" Hermine fand nicht den rechten Anfang.
„Egal was es ist, frag! Was möchtest du wissen?"
„Wusste
Harry wirklich, dass das passieren würde?" Auf diese Frage
hatte Remus gewartet. Denn Minerva McGonagall und Arthur musste er
schon Rede und Antwort stehen, nur noch Hermine fehlte. „Darfst du
es mir nicht erzählen?", fragte sie enttäuscht, da sie
keine Antwort von ihm erhielt. Eigentlich hätte sie es sich auch
denken können, ihr erzählte doch nie irgendjemand etwas,
warum ausgerechnet jetzt.
„Ich
habe Harry versprochen es für mich zu behalten, nur Arthur und
Minerva habe ich es bereits erzählt. Ich…" „Natürlich",
unterbrach Hermine ihn, „der Rat erfährt alles! Wie sollte es
auch anders sein! Ich bin ja nur seine Verlobte und brauche von
nichts zu wissen! Irgendwann reicht es mir! Das ihr mir nichts über
die Prophezeiung erzählt, kann ich… Nein, das kann ich auch
nicht verstehen, besser gesagt ich will es nicht verstehen, aber das
ist jetzt egal. Es geht darum, dass Harry fast tot in meinen Armen
lag und ihr wisst den Grund dafür!" Immer wütender wurde
Hermine. Vorhin war sie doch noch so einsichtig gewesen. „Hermine,
bitte schrei nicht so!" „Ich soll nicht so schreien? Was würdest
du denn machen, wenn dein Gegenstück halb tot in deinen Armen
liegt und jeder weiß was passiert ist, nur du nicht!"
„Den
Grund kennst du auch, Hermine - es ist immer Voldemort. Nur wie es
passiert ist, weiß ich auch nicht!" Sie sah Remus verwundert
an. „Aber du hast doch gesagt, dass Harry es wusste und du auch!"
„Ja, Harry wusste es. Ich wusste es nicht direkt, nur das etwas
passieren wird, aber nicht was und wann. Ich war wütend auf mich
und habe es einfach nur so gesagt", versuchte er zu erklären.
Hermine ließ ihren Kopf sinken.
„Er
hatte bei den Dursleys wieder eine Vision", begann Remus. Er
erzählte ihr was bei den Dursleys vorgefallen war und auch was
seine Tante gesehen hatte. „Und Harry hat dir nicht gesagt, was
genau er gesehen hat?" „Nein, ich weiß es nur von seiner
Tante. Auch mir erzählt er nicht alles!" Sollte er ihr auch
sagen, dass Harry schon des Öfteren Visionen über seinen
Tod hatte? Er behielt es besser für sich. Er war nicht der
Richtige, um es Hermine beizubringen.
Sie
atmete tief durch und versuchte sich an den Geschmack von Harrys
Lippen und an das Gefühl seiner Haut zu erinnern. Sie wollte
sich von dem Bild, was immer wieder vor ihren Augen auftauchte,
einfach nur ablenken. Träumerisch blickte sie auf ihren
Verlobten, wobei sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete.
„Bald
könnt ihr euch wieder in die Arme schließen! Es dauert
bestimmt nicht mehr lange, bis er wach wird", stand Remus auf. „Ich
lasse euch jetzt allein! Wenn du etwas brauchst, wir sind alle
unten." Er hatte die Tür schon geöffnet und drehte sich
noch einmal um. „Glaube mir, ich würde dir gern alles
erzählen!" „Ich weiß, Remus! Geh dich ausruhen!"
Harrys Oberkörper war immer noch bandagiert, aber Molly hatte Recht, es schien ihm wirklich besser zu gehen. Ruhig und gleichmäßig ging seine Atmung, nicht mehr so flach und unregelmäßig, wie noch am Vortag. Hermine stand auf und stellte den Stuhl auf dem sie gesessen hatte beiseite. Sie setzte sich auf den Fußboden, um in seiner Augenhöhe zu sein. Seine linke Hand nahm sie in ihre linke und mit ihrer rechten strich sie ihm zärtlich übers Gesicht. „Ich bin bei dir!", flüsterte sie ihm zu, bevor sich ihre Lippen berührten. Es war ein eigenartiges Gefühl. Fast so als würde er ihren Kuss trotz seiner Bewusstlosigkeit erwidern. Gleichmäßig strich sie ihm übers Haar. Wie sehr sie diesen Mann doch liebte. Müdigkeit breitete sich in ihr aus und ihr Kopf sank langsam aufs Bett.
„Alles in Ordnung mit dir?", fragte Arthur, als Remus den Salon betrat. „Alles in Ordnung! Habt ihr für mich auch einen Tee?" „Ich hole sofort noch welchen!", sprang Molly auf und lief in Richtung Küche. „Er muss ihr bald die Wahrheit sagen!", sagte Remus und setzte sich aufs Sofa. „Hermine ist mit ihren Nerven völlig am Ende. Sie tut nur so stark, dabei hat sie schon lange keine Kraft mehr." „Wenn Harry ihr es nicht erzählt, dann müssen wir es eben tun." „Sofort, Molly, aber davon wird Harry nicht begeistert sein! Das Echo könnten wir nicht vertragen", erwiderte Remus und nahm ihr den Tee ab. „Ich war drauf und dran es ihr zu erzählen." Er nahm einen Schluck aus seiner Tasse. „Hmm, der ist köstlich, danke!"
Hermine wusste nicht wie lange sie geschlafen hatte, als Harry plötzlich anfing sich zu bewegen. Seine Augen huschten unter den Lidern unruhig hin und her. Den Kopf ließ er von einer zur anderen Seite fallen. „Nein… nicht! Du… mich… Hermine…", murmelte er. „Harry, ich bin bei dir, wach auf!" Beruhigend streichelte sie ihm über die Wange und zeigte ihm, dass sie in seiner Nähe war. Doch dieses Mal half es nicht, er wurde immer unruhiger und sein Murmeln immer lauter: „Lass sie! Du hast doch mich!" Abrupt öffnete er seine Augen. Hermine fiel erschrocken nach hinten. Nur das Weiße war in seinen Augen zu sehen. Fawkes erschien über ihm und erfüllte den Raum mit Gesang. Doch auch das half nichts. „Neiiinnn!", schrie er und kam mit dem Oberkörper hoch. Er zitterte am ganzen Leib.„Harry, beruhige dich!", rief sie ängstlich. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Sie legte ihre Hand auf seine Narbe, aber auch das zeigte keinen Erfolg. Harrys Schreie wurden immer lauter.
Augenblicklich standen Arthur, Molly und Snape im Zimmer und sahen entsetzt auf das Bild, was sich ihnen bot.
Snape ging mit einem Becher in der Hand auf Harry zu. Ohne groß zu überlegen, packte er ihn an den Schultern und legte ihm den Becher an die Lippen. „Trink, Harry, es wird dir helfen!" „Hermine!", rief Harry und versuchte sich aus Snapes Griff zu lösen. „Harry, ich bin es – Severus! Du musst das trinken!", sagte er etwas lauter. Vielleicht hatte Harry ihn diesmal verstanden. Doch wie es aussah, war es nicht so. Er reagierte nicht auf Snapes Worte. „Voldemort hat sie!", schrie er stattdessen und Tränen traten aus seinen Augen hervor. „Er bringt sie um, ich muss ihr helfen!" „Wach auf!" Snape schrie mittlerweile in der Hoffnung, dass Harry ihn dann hören würde. „Hermine geht es gut, sie ist hier bei dir!" Erneut versuchte er den Becher anzusetzen. Er kippte ihn leicht und der Trank benetzte Harrys Lippen. „Du musst das trinken!", flüsterte nun Hermine. „Ich bin bei dir!"
Harry wollte wieder etwas rufen, doch da ergriff Snape seine Chance und kippte den Becher erneut. Diesmal bekam Harry etwas von dessen Inhalt in den Mund. Er verschluckte sich und wachte auf. Seine Augen waren wieder blutunterlaufen und er konnte sie kaum offen halten. „Trink den Rest aus!", bat Snape wieder ruhiger. „Es sind Phönixtränen. Gleich geht es dir besser! So ist es gut!" Langsam ließ Snape ihn zurück ins Kissen sinken. „Ruh dich aus!"
Es war für Hermine beruhigend mit anzusehen, wie Harry Snape vertraute. Beide hatten sich so sehr verändert.
Wieder verdrehte Harry die Augen, doch nach wenigen Augenblicken begannen die Tränen zu wirken. Er versuchte seine Augen zu öffnen und nahm seine Umgebung noch etwas verschwommen wahr. Er hob mit aller Kraft seinen Kopf und griff nach Snapes Arm. „Severus, er hat Hermine! Wir müssen ihr helfen! Ich muss sie da rausholen, bevor er ihr etwas antut." Seine neu gewonnene Kraft verließ ihn so schnell wie sie gekommen war. Erschöpft ließ er seinen Kopf wieder sinken. „Sie ist hier, es war nur ein Alptraum!", sagte Snape und winkte Hermine zu sich. „Nein!" Er war kaum noch zu hören. „Ich habe sie gesehen. Er bringt sie um, wenn wir ihr nicht helfen. Bitte!", flehte Harry.
Snape löste sich aus Harrys Griff und legte Hermines Hand in seine. „Sie steht neben dir. Mach die Augen wieder auf, dann siehst du sie!", ging er einige Schritte zurück.
Hermine umschloss Harrys Hand und führte sie an ihr Gesicht. Es tat weh ihn so zu sehen. Er spürte ihre weiche Haut unter seinen Fingern und begann ihr Gesicht abzutasten. Seine Fingerspitzen berührten ihr Haar und langsam öffnete er für einen kurzen Moment seine Augen. Er sah sie an – Tränen liefen ihr übers Gesicht. „Dir geht es gut", flüsterte er „es war nur ein Alptraum!" Beruhigt, dass er seine Hermine in Sicherheit wusste, schlief er mit einem Lächeln auf dem Gesicht ein. Seine Hand umklammerte jetzt Hermines. Er würde sie nie wieder loslassen.
„Lass
ihn schlafen!", kam Snape auf Hermine zu. „Er wacht von allein
wieder auf. Der Trank mit den Phönixtränen und Fawkes
machen den Rest." Sie sah auf. Ihr Kloß im Hals wurde immer
größer. Sprachlos, was für Hermine eigentlich recht
ungewöhnlich war, stand sie vor ihm. Ihr Blick ging zu Molly,
die sich vor Entsetzen an ihren Mann geklammert hatte, zu Harry und
wieder zurück zu Snape. Immer noch brachte sie kein Wort hervor.
Snape wusste nicht, ob er das Richtige tat, aber er nahm sie in den
Arm und drückte sie fest an sich. „Es dauert bestimmt nicht
mehr lange, auch die Wunden sind schon fast verheilt." „Ich kann
nicht mehr!", sagte Hermine so, dass nur er es verstand. „Ihr
schafft das beide!"
„Hermine,
komm mit runter, Fawkes passt auf Harry auf!", trat Molly mit ihrem
Mann an ihre Seite und nahm sie Snape ab. „Nein, ich lass ihn nicht
mehr allein!" „Er ist nicht allein, aber du musst dich ausruhen,
bevor du wieder zusammenbrichst! Du kommst mit uns in den Fuchsbau
und morgen kommen wir gemeinsam wieder her."
Ängstlich
sah Hermine sich zu Harry um. „Komm mit uns! Tonks und Remus
bleiben im Hauptquartier. Wenn er vor morgen wach werden sollte,
geben sie uns bescheid."
Es
kam keine Nachricht von Tonks oder Remus, dass Harry wach geworden
sei. Der Donnerstag kam und ging. Wieder schleppte Hermine sich durch
den Schulalltag.
Der
Freitag schien die Hölle zu sein. Sie hatte das Gefühl, als
wäre die Zeit stehen geblieben. Die Mittagszeit wollte und
wollte nicht näher rücken.
In seine Gedanken versunken saß Remus am Tisch. „Remus?", hörte er vom Flur her jemanden seinen Namen rufen. Diese Stimme gehörte unverkennbar Tonks. „Remus!" Die Tür, die den Flur von der Küche trennte, öffnete sich und eine leicht aufgeregte Tonks trat durch sie hindurch. „Hier bist du ja! Fudge will uns sprechen! Kingsley ist schon bei ihm. Wir müssen uns beeilen! Molly bleibt bei Harry."
„Hermine…" Ganz leise rief jemand diesen Namen. „Hermine…" Da war es wieder. Ein Lächeln schlich sich auf ihr Gesicht. Wie sie es liebte, wenn er so ihren Namen rief.Hermine lag schlafend auf der kleinen Couch in ihrem Büro. Sie wollte sich nur für einen Augenblick ausruhen und dabei war sie wohl eingeschlafen. „Hermine!" Ein leichter Windzug streifte ihre Wange und ihr Haar. „Wach auf!" Die Stimme, die ihren Namen rief, wurde lauter und veranlasste Hermine ihre Augen zu öffnen. Leicht transparent stand Harry vor ihr und lächelte sie an. „Ausgeschlafen?" „Harry", rief sie erschrocken als sie bemerkte, dass nur sein Geist vor ihm stand „du bist doch nicht etwa…" „Nein", unterbrach Harry sie und hielt ihr seine Hand entgegen. „Dann wäre ich bestimmt nicht hier. Mir geht es gut! Ich habe nur meinen Geist von meinem Körper getrennt." „Wie… Wie hast du das geschafft? Seit wann kannst du das?" Harry begann etwas zu flackern. „Das erkläre ich dir alles später! Wenn du möchtest, holt Fawkes dich. Ich möchte dich gern in meinen Armen halten." Harry konnte nur noch ein Nicken von Hermine erkennen, denn seine Kräfte reichten noch nicht aus, um weiter den Geist vom Körper zu trennen.
Hermine sprang auf und stürzte auf ihren Schreibtisch zu. Sie durchwühlte die Schublade und zog ein Stück Pergament hervor. Hastig schrieb sie ein paar Worte für die Schulleiterin: ‚Harry ist wieder wach, bin bei ihm. Fawkes holt mich jeden Moment ab. Hermine' Kaum hatte sie das letzte Wort ausgeschrieben und ihre Unterschrift darunter gesetzt, da erschien auch schon Fawkes. „Ich bin gleich fertig! Würdest du das bitte Prof. McGonagall bringen?" In einer kleinen Flamme verschwand der Phönix mit dem Pergament, um nur einen Augenblick später wieder neben Hermine aufzutauchen.
Harry
schlief wieder, als Hermine im Grimmauldplatz ankam. Sie ließ
ihn schlafen, sie war nur froh, dass es ihm wieder gut ging. Es
musste ihm wieder gut gehen, denn sonst hätte er es nicht
geschafft zu ihr zu gelangen. Fawkes erhob sich von Hermines Schulter
und flog auf Harry zu.
Sie
legte sich neben Harry und beobachtete ihn, während sie Fawkes
streichelte. Es war ein unglaubliches Gefühl den Phönix zu
berühren. Seine Federn fühlen sich warm an und dies
hinterließ bei Hermine Hoffnung und Zuversicht. So wie sie
neben Harry lag, war es nicht gerade bequem, aber trotzdem schlief
sie ein und ihre Hand rutschte vom Gefieder des Phönix' und
blieb auf Harrys Bauch liegen. Fawkes schmiegte noch kurz seinen Kopf
an ihrer Hand, bevor er in einer kleinen Flamme verschwand.
Noch
halb verschlafen aber glücklich strich Harry der schlafenden
Hermine übers Haar. Sie hatte sich auf seinem Bett
zusammengerollt wie eine Katze. Ihr Kopf lag auf Harrys Brust und
ihre Hand noch immer auf seinem Bauch. Ganz vorsichtig, um Hermine ja
nicht zu wecken, rutschte er ein Stück dichter an die Wand. Er
fragte sich, wie man mit so wenig Platz einschlafen konnte.
„Hermine",
flüsterte Harry und küsste ihre Stirn. Wie
auf Befehl schlug sie ihre Augen auf und sah strahlend in Harrys.
„Harry, Gott sei dank!", fiel sie ihm um den Hals. „Mach das
nie wieder!", versuchte sie zwischen den unzähligen Küssen,
mit denen sie Harry überhäufte, zu sagen. „Ich will das
nicht noch einmal durchmachen müssen! Warum hast du dich bei mir
verabschiedet, ich dachte du…" „Ich auch, Hermine!", drückte
er sie fest an sich. „Ich war mir sicher, dass es zu Ende sein
würde. Ich hatte keine Kraft mehr. Ich konnte nicht mal mehr
Fawkes spüren." Er schloss seine Augen. „Ich wollte mit
einem glücklichen Gedanken sterben und habe nur noch an dich
gedacht." Harry versuchte sich aufzusetzen, was ihm nur schwer
gelang. Mit zusammengebissenen Zähnen versuchte er ein Stück
nach oben zu rutschen. Er fühlte sich, als wenn er seine Muskeln
schon seit Wochen nicht mehr benutzt hätte, dabei war es doch
noch nicht mal eine Woche her. „Oh man, vorhin ging es mir aber
besser!", stöhnte Harry. „Das war wohl doch etwas zu viel
fürs erste Mal." Hermine
stand auf und half ihm sich hinzusetzen. Erschöpft lehnte er
sich mit dem Rücken an die Wand.
„Wie
hast du das geschafft? Wie konntest du neben mir stehen, ohne zu
apparieren, wenn du doch eigentlich hier im Bett gelegen hast?
Abgesehen davon, dass es in deinem Zustand eine Dummheit war das zu
tun!" „Ich wollte dich doch sehen!", schmollte Harry und zog
Hermine wieder zu sich aufs Bett. „Nicht schimpfen, halt mich
lieber fest!" Hermine konnte nicht anders als lächeln. Da war
er wieder – ihr Harry. „Und? Raus mit der Sprache!", forderte
sie und schmiegte sich wieder an Harrys Brust. Aufmerksam lauschte
sie seinem regelmäßigen und kräftigen Herzschlag.
„Es ähnelt etwas dem Apparieren. Dein Körper verlässt zwar nicht den Ort an dem du gerade bist, aber dein Geist. Es erfordert etwas mehr Konzentration und man sollte auch darauf achten, dass sein Körper an einem sicheren Ort ist oder dass zumindest jemand da ist, der auf ihn aufpasst, da er ohne Geist ungeschützt ist. Eine Art Schlaf. Das erste Mal habe ich es in meinem Büro geschafft, an dem Tag, an dem Voldemort Askaban angegriffen hat. Natürlich hätte ich auch einfach nach Askaban apparieren können, doch Fudge hatte mich an dem Tag nicht mehr aus den Augen gelassen. Ich bin ihm die Woche wohl etwas zu sehr auf den Schlips getreten", drückte Harry sich vorsichtig aus. „Also musste ich bleiben wo ich war, zumindest mein Körper. Ich habe mich darauf konzentriert meinen Geist vom Körper zu trennen und auf einmal stand ich vor Remus und den anderen. Tonks wäre fast hinten über gefallen", grinste er. „Und was hättest du getan, wenn Fudge ins Büro gekommen wäre?", fragte Hermine vorwurfsvoll, doch konnte sie nicht abstreiten stolz auf Harry zu sein. „Er hätte gedacht ich schlafe und hätte mich dann zur Schnecke gemacht. Sein erster Vorschlag wäre gewesen, dass ich meine Nächte lieber zum Schlafen nutzen sollte." „Harry!" „Fawkes hätte ihn sicherlich von Dummheiten abgehalten." „Und da bist du dir auch wirklich sicher!", fragte Hermine skeptisch. „Ganz sicher!", beruhigte Harry sie und gab ihr anschließend einen Kuss, der ewig andauern sollte.
„Harry, vertraust du mir?", fragte Hermine nach einer Weile. „Natürlich! Warum sollte ich dir nicht vertrauen? Was ist das für eine Frage?" Wie kam Hermine überhaupt darauf? „Und warum hast du mir nicht erzählt, dass du bei deinen Verwandten eine Vision über deinen Tod hattest?" „Remus!", knirschte Harry leise mit den Zähnen. „Genau, Remus! Weißt du, wie er sich gefühlt hat? Er gibt sich für das was passiert ist die Schuld!" „Warum das?" „Er macht sich Vorwürfe, dass er es nicht gesagt hat, bevor Voldemort dich angegriffen hat. Er wollte…" „Und wenn er es gesagt hätte, er hätte es trotzdem nicht verhindern können - niemand hätte das!"Hermine erzählte Harry, was Remus ihr gesagt hatte und von dessen Verhalten, als er halb tot am Boden lag. „Ich wusste doch auch nicht wann es passiert. Ich wollte niemanden beunruhigen", sagte Harry leise und fühlte sich schlecht gegenüber Remus. „Weiß du wohin er verschwunden war?" Hermine schüttelte nur bedrückt ihren Kopf. „Und was meint er damit, dass er einen Fehler begangen hat und was für Konsequenzen?" „Ich weiß es nicht!", zuckte Hermine mit den Schultern. „Aber ich habe da eine Vermutung. Wenn ich tatsächlich Recht haben sollte, dann…", stoppte sie. Harry sah sie fragend an. Er wollte wissen, was dann sein würde. „Denkst du etwa…" „Wir müssen ihn fragen!", beendete Hermine das Thema und nahm sich vor, bei nächst bester Gelegenheit mit Remus darüber zu sprechen. So etwas würde niemand von ihm verlangen.
„Hilfst
du mir aufstehen?", fragte Harry hoffnungsvoll und gab Hermine
einen leidenschaftlichen Kuss, nach dem sie hätte gar nichts
anderes sagen können als ja. „Was?", japste sie nach Luft.
„Du bleibst schön liegen! Du musst erst noch richtig zu
Kräften kommen!" „Mir geht es doch wieder gut!" Doch auch
sein Hundeblick half nichts, Hermine blieb hart. „Nein, Mr Potter,
Sie bleiben im Bett! Oder muss ich erst Madame Pomfrey holen, damit
Sie auf mich hören?" Trotz dieser Warnung hatte Hermine zu
tun, Harry im Bett zu halten. Vor nicht ganz einer Stunde konnte er
sich noch nicht mal alleine aufsetzen und jetzt wollte er aufstehen.
„Ich bin wieder gesund!", protestierte Harry. „Trotzdem…
bleibst… du… liegen!" Sie saß auf seinen Beinen und hatte
sich mit ihren Händen auf seinen Armen abgestützt.
„Was
ist denn hier los?", grinste Snape, der zusammen mit Molly Weasley
in der Tür stand. Beide, Harry und Hermine, hatten bei ihrer
kleinen Rangelei nicht mitbekommen, dass die Zimmertür aufging
und sie beobachtet wurden. „Frag nicht, hilf mir lieber!", rief
Harry ihm entgegen. „Du wirst mit dem dunkelsten Zauberer fertig,
aber nicht mit deiner Freundin?" Auf diese Anspielung reagierte
Harry gar nicht weiter. „Hey, sag mal, bist du schwerer geworden?"
Das hatte geholfen. Entsetzt ließ Hermine von ihm ab und sah an
sich runter. „Gar nicht!", grummelte sie. „War ja auch nicht so
gemeint", lächelte er sie wieder an. „Fertig? Hättest
du das nicht auch anders lösen können, Harry?", lachte
Molly. „Das hätte Hermine sicherlich besser gefallen, als auf
ihr Gewicht anzuspielen. Das war nicht taktvoll!"
Mit
etwas mehr Farbe als normal im Gesicht setzten sie sich auf. „Ich
wollte doch nur, dass er liegen bleibt!", entschuldigte Hermine
sich und stand auf. Doch sie kam nicht weit. Harry hatte seine Arme
um ihre Taille geschlungen und zog sie zu sich zurück.
„Anscheinend
ist er wieder fit!", sagte Snape hinter vorgehaltener Hand zu
Molly, die sich auf den Weg zu Harry machte, um ihn in eine
mütterliche Umarmung zu nehmen.
„Danke
für deine Hilfe, Severus!", streckte Harry ihm seine Hand
entgegen, nachdem er sich von Molly befreit hatte. „Ohne den
Trank…" „Lass es gut sein!", nahm er Harrys Hand „Hauptsache
du bist wieder unter den Lebenden."
Von
unten drang lautes Stimmengewirr und Gemecker an die Ohren der vier.
„Beruhige dich wieder! Lass es gut sein, Remus! Damit änderst
du doch auch nichts." „Nein, Fudge ist so ein Idiot! Der merkt
überhaupt nichts mehr!", polterte Remus die Treppe hoch. „Was
macht ihr beide für einen Krach?", baute sich Snape in seiner
alten bekannten Art auf dem Flur auf. „Reißt euch zusammen!"
„Ach, wir kommen nur gerade von Fudge", schnaubte Tonks und
rauschte an Remus und Snape vorbei in Harrys Zimmer.
Ihre
Laune änderte sich schlagartig, als sie Harry gesund und munter
an der Bettkante sitzen sah. „Na wenigstens eine gute Nachricht
heute! Aber das du immer alles so theatralisch machen musst",
lachte sie. „Wir machen uns auch ohne solche Auftritte Sorgen um
dich!", ging sie auf ihn zu. „Das habe ich nicht so gemeint!",
flüsterte sie ihm ins Ohr. „Ja, genau!", murmelte Harry
zurück.
Remus
kam gefolgt von Snape ins Zimmer und auch seine Laune besserte sich
bei Harrys Anblick. „Das tut richtig gut dich so zu sehen!",
strahlte er. „Er hat ihm mal wieder einen Strich durch die Rechnung
gemacht!", meinte Tonks und zog sich einen Stuhl ans Bett. „Ja,
habe ich", entgegnete Harry, wobei etwas Ironie in seiner Stimme
lag. „Knapp daneben ist auch vorbei!"
„Wen
hat er benutzt?", fragte Remus und wurde wieder ernster. „Ich
denke, einen seiner Todesser. Genau weiß ich es aber nicht. Ich
habe nur kurz einige Bilder gesehen, nichts Genaueres." Auf Remus'
fragenden Blick sagte Harry: „Er ist tot!" „Es funktioniert
auch nur bei Lebenden!", warf Snape ein. „Na wenigstens was! Ich
dachte schon, ich müsste noch mehr Blut abgeben. So viel habe
ich nach dieser Aktion nicht mehr. Der Rest gehört mir!"
„Oh
horch, dir scheint es ja wirklich wieder gut zu gehen! Du kannst ja
wieder rummeckern." Harry warf Tonks einen vernichtenden Blick zu.
„Ich meckere nicht!" Dafür stieß ihm Hermine leicht in
die Seite: „Wer's glaubt!" „Du fällst mir in den
Rücken?"
Remus
ließ sich schnaufend auf den Stuhl neben Tonks fallen. „Es
gibt da aber noch ein anderes Problem!", sagte er und sah von einem
zum anderen. „Fudge!" „Was
will Fudge?", zischte Harry und seine Stimmung ging schlagartig in
den Keller. Schon dieser Name löste in ihm etwas aus, was er nur
schwer wieder abstellen konnte. „Dich", antwortete Remus knapp.
„Das ist nichts Neues!", brummte Harry. „Warum will Fudge
Harry?", fragte Hermine verdutzt und sah abwechseln von Remus auf
Harry. „Da er mich nicht unter Kontrolle hat will er mich
loswerden, nehme ich an." Ihr Blick wechselte von verdutzt zu
erschrocken. „Keine Angst, mit dem werde ich schon fertig! Der hat
doch keine Ahnung, auf was er sich da eingelassen hat!"
„Harry,
bitte, nimm die Sache ernst! Fudge ist der Zaubereiminister und kann
dir mehr schaden als du glaubst! Das habe ich dir schon mal gesagt.
Fudge hat Kingsley gefragt wo du steckst und er hat nur gesagt, dass
du verhindert bist und für einige Tage nicht zum Dienst kommst."
Remus schüttelte seinen kopf: „Er hat es nicht akzeptier!
Warum auch! Nur er allein hat das Recht einen Auroren freizustellen,
meinte er. Er hat uns vorhin gerufen und uns zur Schnecke gemacht.
Meine Ohren glühen jetzt noch von seinem dummen Gelaber. Es hat
ihn gewurmt, dass wir ihm nicht gesagt haben, was mit dir los ist
oder wo du bist. Das könnte man nicht mit ihm machen.
Schließlich sei er der Zaubereiminister." „Fragt sich nur
wie lange noch!"
Jetzt
fing Remus fast an zu lachen: „Wenn du morgen nicht bei ihm auf dem
Matte stehst, kannst du dein blaues Wunder erlauben! Er hat so was
von die Hosen voll!"
„Kann
mir mal bitte jemand helfen?", fragte Hermine dazwischen. „Was
soll das heißen: ‚Fragt sich nur wie lange noch?'" „Na
ja", antwortete Harry und zuckte mit den Schultern „er wird
sicherlich nicht mehr lange auf seinem Stuhl sitzen."
Sie
hatten immer mehr den Eindruck, dass Fudge unter Voldemorts Einfluss
stand. Das gefährliche daran war, dass sie nicht wussten, ob er
es freiwillig tat oder nicht.
„Dann
muss ich morgen wohl zu Fudge. Das kann lange dauern! Vielleicht hat
er ja wieder ein paar Akten zu sortieren, wenn ihm nichts mehr
einfällt, was er mir an den Kopf werfen könnte", sagte
Harry bitter und durchbrach damit die Stille, die auf seinen letzten
Satz folgte. Wie ein kleiner bockiger Junge saß er an der
Bettkante.
„Du
gehst da morgen nicht hin, sondern kurierst dich richtig aus! Haben
wir uns da verstanden?" Den Blick kannte Harry noch gar nicht von
Remus. „Na toll, ich sitze hier fest und ihr habt euern Spaß!
Ihr dürft den Ärger abfangen, den sich Fudge für mich
aufgehoben hat. Vergiss es!", entgegnete Harry und versuchte
aufzustehen. „Wenn er mich sehen will, dann soll er es so haben!"
Remus
stand auf und drückte Harry zurück aufs Bett. „Halt dich
bei ihm zurück! Du musst deine Wut unter Kontrolle haben. Er
will dich loswerden, begreif das doch endlich!" „Ja,
Professor Lupin!" „Typisch Potter!", schnaubte Remus. „Ganz
der Vater! Du wirst ihm immer ähnlicher", versuchte er ein
Grinsen zu verstecken. „Und, ist das schlecht?"
Harrys
Blick fand Snapes und stellte mit Erstaunen fest, dass dieser
ebenfalls lächelte. Er hätte ihn bei der Bemerkung von
seinem Vater wütend erwartet.
„Bleibst
du heute Nacht bei mir?", fragte Harry schon halb schlafend,
nachdem sie ein gemütliches Abendessen zu zweit hinter sich
hatten. Auch wenn Harry sich einredete, dass er schon wieder völlig
genesen sei, bewies ihm sein Körper das Gegenteil, in dem er ihm
seine Grenzen zeigte. Oder hatte Fawkes etwas damit zu tun? Harry
bekam nicht einmal mehr Hermines Antwort mit.
Vorsichtig
stand Hermine auf und mit einem Schwenker ihres Zauberstabs
beförderte sie Harry in die Wagerechte. „Ich bin gleich wieder
bei dir. Ich lasse dich nicht mehr allein!", gab sie ihm einen Kuss
und verschwand ins Bad.
„Ist
bei euch beiden alles in Ordnung?", hielt Molly Hermine auf, die
gerade auf dem Weg zurück zu Harry war. „Alles in Ordnung,
Molly, Harry schläft!" Eigentlich wollte Molly wissen, ob mit
beiden alles in Ordnung war. Hermine war ihre Frage einfach
ausgewichen.
Leise
öffnete Hermine die Tür. Als wenn nie etwas vorgefallen
wäre, lag Harry im Bett und schlief. „So müde sah er
vorhin doch gar nicht aus!", stellt Molly schmunzelnd fest. „Fawkes
scheint ihm gut im Griff zu haben!", trat Arthur von hinten an sie
heran. „Was würden wir ohne ihn nur machen?", seufzte seine
Frau.
„Bleibt
ihr beide heute Nacht auch hier?", wollte Hermine wissen und
versuchte damit ihre erneut aufkommende Unsicherheit zu überspielen.
Wieder wurde ihr schmerzlich bewusst, dass Harry ohne Fawkes verloren
wäre. „Nein, wir wollten uns gerade von euch verabschieden",
legte Arthur ihr seine Hand auf die Schulter. „Wenn ihr Ron und
Parvati seht, Ginny natürlich auch, dann bestellt ihnen bitte
liebe Grüße!"
„Hoffentlich
mistet Fudge dich nicht zu sehr aus!", stand Hermine neben Harry
und reichte ihm seinen Umhang. „Und wenn!", entgegnete Harry.
„Ich habe zwei Ohren – rechts rein und links wieder raus." „Und
in der Mitte nichts was aufhält, ich weiß!" „Genau,
ist doch ganz praktisch." Besorgt sah sie ihn an. Harry schien das
mit Fudge alles auf die leichte Schulter zu nehmen und sogar ins
Lächerliche zu ziehen. „Sei trotzdem vorsichtig!", bat
Hermine und legte ihm ihre Arme um den Hals. „Ich bin immer
vorsichtig, das weißt du doch." „Ich wollte dich ja auch
nur noch mal daran erinnern!" „Und dafür danke ich dir!",
gab Harry ihr einen Abschiedskuss. „Treffen wir uns heute Abend…
zu Hause?" Harry wartete gespannt auf eine Antwort. „Heute Abend
zu Hause!", lächelte sie ihn an und nahm seine Lippen in
Besitz.
„Können
wir?", rief Remus und zog seinen Umhang an. „Den kannst du gleich
wieder ablegen, ich werde allein gehen! Wir treffen uns nachher
wieder hier!" „Harry, du kannst nicht…" „Und ob ich kann!",
unterbrach ihn Harry und sah ihn mit einem Blick an, der keinen
Widerspruch duldete. „Gewöhn dir bitte diesen Blick ab! Woher
hast du den überhaupt?" Hermine sah zwischen den beiden
Männern hin und her. „Harry, nimm Remus bitte mit! Wer weiß,
was dort auf dich zukommt." „Hermine, bitte, ich habe nein
gesagt!" Alles Gerede half nicht, Harry blieb stur. „Dann tu'
mir bitte den Gefallen und bleib ruhig in seiner Gegenwart. Gib ihm
keinen Grund um dich…" „Nein, Remus, ich werde ein artiger
Junge sein und den Onkel nicht anschreien und ihn immer schön
ausreden lassen." „Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich
wiederhole - typisch Potter! Und den willst du heiraten, Hermine?",
fragte er mit hochgezogenen Augenbrauen. „Hast du dir das auch
wirklich gründlich überlegt?" „So, ich verschwinde dann
mal, bevor ich etwas sage, was ich später bereuen würde!",
knurrte Harry Remus an. Ein letzter Kuss für Hermine und ein
„Warte hier bitte auf mich, ich habe nachher noch etwas mit dir zu
bereden!", an Remus und Harry apparierte. „Da kann ich mir
nachher wohl was anhören!", grinste Remus. „Selbst schuld!"
Dieser Samstagvormittag verlief alles andere als erfreulich für Harry. Aber eigentlich hatte er auch nichts anderes erwartet. Fudge schien zur Höchstform aufgelaufen zu sein. Er ließ kein gutes Haar an ihm. Harry hatte noch nicht mal die Tür von Fudges Büro hinter sich geschlossen, da polterte der Zaubereiminister auch schon los: Ob er nicht hätte früher kommen können, brachte Fudge Harry anstatt einer angemessenen Begrüßung entgegen. Er hätte immerhin besseres zu tun, als den ganzen Tag auf ihn zu warten. Da waren sie schon zu zweit. Auch Harry konnte sich besseres vorstellen, als hier vor einem paranoiden Zaubereiminister zu stehen. Nur gut, dass dieser keine Gedanken lesen konnte! Sein letzter Gedanke ließ ihn schmunzeln, was Fudge überhaupt nicht gefiel. „Das Grinsen wird Ihnen schon noch vergehen, Auror Potter!", ranzte er ihn an. „Setzen!" „Nein danke, ich bleibe lieber stehen! Ich habe nicht vor lange zu bleiben", brachte Harry ihm als Antwort entgegen. „Sie sollen sich setzen, habe ich gesagt!" „Und ich habe nein gesagt! Auch wenn Sie mich noch so nett bitten, bei allem Respekt, Mr Fudge, es ist meine Entscheidung, ob ich mich setze oder nicht, wenn mich jemand zu Unrecht anschreit." Fudges Gesichtsfarbe nahm ein bedrohliches Rot an und mit seinen Händen krallte er sich an der Tischkante fest. Er hatte sichtlich mit seiner Fassung zu ringen. Er war es einfach nicht gewohnt, dass jemand so mit ihm umging. Harry hingegen blieb völlig ruhig. Noch jedenfalls.
„Sie glauben wohl, nur weil Sie Potter heißen, können Sie sich alles erlauben! Es liegt nicht in Ihrer Entscheidung, ob Sie der Arbeit fern bleiben! Sie haben Ihren Vorgesetzten oder mich zu informieren und um Erlaubnis zu bitten!", meckerte Fudge.„Mr Fudge, es gab…", versucht Harry eine Erklärung zu starten, doch Fudge winkte ab. Er wollte Harrys armseligen Entschuldigungen nicht hören. „Wissen Sie was, Potter?", bellte Fudge über seinen Tisch. „Nein, was denn?" „POTTER!" Harry hatte das Bedürfnis, sich die Ohren zuhalten zu müssen. Nur schwer konnte er diesen Reflex unterdrücken. „Ich bereue es, Sie als Auror in meinem Ministerium eingestellt zu haben! Sie sind eindeutig zu jung und zu unerfahren und von Verantwortungsgefühl haben Sie anscheinend auch noch nichts gehört!" Immer weiter steigerte sich Fudge in seinen Wahn hinein. „Ich war von Anfang an dagegen, aber ich musste mich ja von Dumbledore überreden lassen. Wenn es nicht Ihre Aufgabe wäre, dieses Scheusal zu vernichten, dann…" „Was dann?", fragte Harry herausfordernd. „Halten Sie Ihren vorlauten Mund, Potter! Sie in die Spezialeinheit der Auroren aufzunehmen, war mein größter Fehler!" „Sie wiederholen sich, Mr Fudge! Aber wenn Sie meinen…", sagte Harry immer noch gelassen. Durch diese patzige Antwort von Harry wurde Fudge noch wütender, wenn das überhaupt möglich war. „Wenn Sie sich noch einmal irgendetwas erlauben, setze ich Sie vor die Tür! Oder nein, besser noch – ich schleife Sie vors Gericht, wegen Missachtung des Ministeriums! Ich bringe Sie hinter Gitter! Sie werden dann für lange Zeit kein Tageslicht mehr sehen!"
Er dachte Harry damit aus der Reserve gelockt zu haben, doch da hatte er sich mal wieder getäuscht. Noch hatte Harry sich unter Kontrolle, wenn auch mit beginnenden Problemen. „Bitte, meinetwegen. Tun Sie was Sie nicht lassen können, Sie sind der Zaubereiminister! Ich halte Sie nicht auf. Versuchen Sie es, vielleicht haben Sie ja Erfolg", erwiderte Harry zynisch.
„Ich kann Ihnen sagen wo Sie waren, Mr Potter!" „Oh, wirklich? Da bin ich aber gespannt, wo ich Ihrer Meinung nach war", lachte Harry fast. Fudges Augen verengten sich zu Schlitzen und angriffslustig stand er mit einem fiesen Grinsen auf. Vielleicht dachte er, Harry würde zurückschrecken, aber wieder falsch gedacht. „Sie haben sich mit Ihrer Freundin begnügt!" Fudge hatte es geschafft. Harry merkte wie kaum aufzuhaltende Wut in ihm aufstieg. „Sie sagen ja gar nichts. Also stimmt es!", rief Fudge triumphierend. Harry ging ein Schritt auf den Minister zu. „Sie interessieren sich doch gar nicht für die Wahrheit, das haben Sie noch nie getan! Ihnen ist es doch egal, Hauptsache Sie können Ihre Wut an irgendjemanden auslassen!" „Ihnen ist Dumbledores Phönix anscheinend zu Kopf gestiegen. Erinnern Sie sich daran, wem Sie unterstellt sind! MIT MIR GEHEN SIE NICHT SO UM!" Harrys Augen funkelten zornig, doch versuchte er sich immer noch zusammen zu reißen. „Es ist nicht mehr Dumbledores Phönix, Mr Fudge, sondern meiner. Und zu Kopf gestiegen ist er mir mit Sicherheit auch nicht. Ich erinnere mich auch daran, wem ich unterstellt bin, machen Sie sich da mal keine Sorgen! Aber eins würde ich gerne noch wissen: Habe ich Ihnen irgendwann einen Grund gegeben, mir nicht zu vertrauen? Mussten Sie in der Zeit, in der ich für sie arbeite, meine Arbeit anzweifeln? Habe ich die Aufträge, die Sie mir erteilt haben, nicht erledigt?"
Darauf bekam Harry keine Antwort. Pumpend wie ein Maikäfer stand Fudge hinter seinem Schreibtisch und blickte wütend in Harrys Richtung. „Wenn Sie fertig sind und mir nichts weiter zu sagen haben, würde ich gern gehen." Er musste hier raus, bevor er noch einen Fehler begehen würde. „Verschwinden Sie!", fauchte Fudge. „Gehen Sie mir aus den Augen! Und denken Sie an meine Worte, Potter!", fügte der Minister noch hinzu.
Harry ging zur Tür. Bevor er sie jedoch öffnete, drehte er sich noch einmal zum vor Wut lodernden Fudge um: „Mr Fudge, ich möchte Sie bitten nicht über meine Verlobte herzuziehen - es steht Ihnen nicht zu! Erinnern Sie sich auch an diese Worte, wenn Sie es das nächste Mal vorhaben!", sagte Harry höflich, doch lag auch so viel Kälte in diesem Satz, dass Fudge die eigentliche Drohung auch als solche aufnahm. Ohne den Minister weiter zu beachten, verließ Harry das Büro.
„Wenn
ich mich noch einmal widersetze oder etwas tue, was ihm nicht passt,
dann bringt er mich vors Zaubergammot", tobte Harry vor Remus und
Tonks, die im Grimmauldplatz auf ihn gewartet hatten. Die ganze Wut
ließ er jetzt vor ihnen raus. Er schlug vor den beiden Haken
wie ein Hase und arbeitete mit Händen und Füßen.
„Hat
er gefragt, warum du nicht da warst?", fragte Remus und drückte
Harry in einen der Sessel. „Nein, er hat seine eigenen Ideen",
antwortete Harry mürrisch. „Und was für Ideen sind das?",
wollte Tonks von ihm wissen. Sie konnte nicht glauben, dass Fudge
jemals eigene Ideen hatte. „Seiner Ansicht nach habe ich mich
lieber mit Hermine vergnügt anstatt zum Dienst zu erscheinen",
lachte er.
Erschöpft
lehnte er seinen Kopf an die Lehne des Sessels. Voldemorts kleine
Messerstecherei hatte mehr Spuren an ihm hinterlassen als er zugeben
wollte. Doch Schwäche wollte Harry auf keinen Fall zeigen.
„Wie
kannst du darüber nur lachen?" Tonks war fast alles aus dem
Gesicht gefallen. „Er will dich fertig machen!" „Ach ja",
richtete sich Harry wieder auf „außerdem sei ich zu jung und
zu unerfahren für einen Auroren, hätte kein
Verantwortungsgefühl und er würde seine Entscheidung, mich
eingestellt zu haben, bereits bereuen."
Diesmal
war es Remus, der auflachte. „Seine Rechnung, dich unter Kontrolle
zu haben, geht nicht auf", setzte er sich in den anderen Sessel.
„Er merkt langsam, dass du ihm überlegen bist. Ich hoffe, du
bist ruhig geblieben!" „Oh ja und das hat ihn fast durchdrehen
lassen", grinste Harry ihn an. „Aber ehrlich gesagt, Remus, hätte
ich das vorher gewusst, hätte ich dem Ganzen nie zugestimmt."
„Wie du gestern schon gesagt hast: Er wird nicht ewig
Zaubereiminister bleiben!"
Harrys
Kopf begann zu hämmern und fiel unwillkürlich nach hinten.
Jemand machte sich an seinem Geist zu schaffen. Er schüttelte
seinen Kopf und kniff die Augen zusammen. Dank Fawkes waren die
Schmerzen auszuhalten, die Voldemort ihm gerade zufügte. „Hast
du was? Geht es dir nicht gut?", fragte Remus besorgt, der Harrys
merkwürdiges Verhalten als erster bemerkte und stand auf, um ihm
zu helfen. Harry stützte seinen Kopf mit beiden Händen.
„Voldemort! Er versucht mit mir zu reden. Man, ist der wieder
hartnäckig! Er weiß wohl, dass es mir wieder gut geht oder
besser gesagt, dass ich noch lebe." Harry schlug sich mit der Faust
gegen den Kopf. „Nicht jetzt", zischte er „ich will das nicht!"
Mit einem Mal schlug Harry seine Augen wieder auf und sah Remus an.
„Ist etwas passiert?" Harry schüttelte seinen Kopf: „Er
versucht mir Bilder in den Kopf zu setzen." Ein leichtes Grinsen
huschte über sein Gesicht, da er wusste, dass es nicht wahr sein
konnte, was Voldemort ihm gerade zeigte. „Er foltert dich gerade!"
„Was?",
rief Tonks und hatte die Augen weit aufgerissen. „Beruhige dich!",
bat Remus. „Er möchte, dass Harry das glaubt und versucht mich
zu befreien… Wie Sirius damals." Harrys Grinsen verschwand bei
den Gedanken an seinen verstorbenen Paten. Wäre er damals nicht
so voreilig gewesen, würde Sirius heute noch leben. Nie wieder
würde er so etwas zulassen! Nie wieder würde er sich so
manipulieren lassen!
„Aber
woher weißt du, dass es keine Vision ist?", fragte Tonks
weiter. Sie konnte nicht glauben, dass Harry dies als Spiel aufnahm.
„Ganz ruhig, Tonks, Visionen sind anders! Sie fühlen sich
völlig anders an", antwortete Harry, was Tonks auch etwas
ruhiger werden ließ. „Im Gegensatz hierzu kann Fawkes mir bei
meinen Visionen nicht helfen. Wenn ich eine Vision habe, mache ich
die Hölle durch. Je öfter ich ein und dieselbe Vision habe,
desto stärker sind die Schmerzen. Du hast das Gefühl, es
zerreißt dich." Harry stand auf: „Voldemort wird immer
stärker – es wird Zeit!"
Remus
und auch Tonks war klar, was Harry damit meinte. „Harry, bitte, es
passiert noch früh genug!", sagte Tonks mit schwerer Stimme.
„Tonks, je eher desto besser! Ich möchte endlich mein eigenes
Leben führen. Eins mit Hermine und ohne Voldemort", gab er mit
entschlossenem Blick zurück. „Es tut weh Hermine so leiden zu
sehen!" Remus wollte gerade ansetzen, um etwas zu sagen, doch Harry
schnitt ihm das Wort ab: „Bald, Remus, und zwar wenn ich es für
richtig halte!" „Wollen wir hoffen, dass sie es dann auch noch
hören will!" „Wenn ich gehe, nehme ich Voldemort mit mir und
sie wird dann auch verstehen, weshalb ich ihr nichts gesagt habe!"
„Harry,
was soll das? Du musst das nicht allein machen! Wie oft sollen wir
dir das noch sagen?" „Das muss ich allein machen! Es ist besser
wenn nur einer stirb, als zwei, zehn oder sogar hundert", sagte
Harry ruhig. „Für manche Dinge lohnt es sich zu sterben, das
habe ich jetzt begriffen. Wie hat Dumbledore so schön gesagt:
‚Es gibt keine Sinnlosen Opfer!'" „Du hast dich in kurzer
Zeit so sehr verändert!", erwiderte Remus, als gerade die Tür
aufging.
„Tonks,
hast du kurz Zeit für mich?", rief Molly und zog ihre Jacke
aus. „Hallo, Harry, Remus! Ihr seht so nachdenklich aus, stimmt was
nicht?" „Doch, doch, es ist alles in Ordnung!", rief Tonks und
lief auf sie zu. „Wobei kann ich dir helfen?" „Es geht um
Parvatis Hochzeitskleid", hörten Remus und Harry Molly noch
sagen, bevor die beiden Frauen die Tür hinter sich geschlossen
hatten. „Sie wird eins brauchen, was sich mächtig ausdehnen
kann", lachte Remus hinter vorgehaltener Hand. „Und das ist auch
ein Grund, weshalb ich Voldemort so schnell wie möglich
vernichten muss!" Remus nickte wissend. „Du wirst mit Hermine
eine Familie haben!" „Lass uns los, wir werden bei Gringotts
erwartet!"
Harry
stand an einer wenig belebten Straße und blickte auf einen
gepflegten und gut angelegten Vorgarten, der an ein großes
verklinkertes Haus grenzte. Langsam schritt er den gepflasterten Weg
entlang und blieb vor der weißen Haustür stehen. Er
schaute nach rechts und nach links. Die Gegend war wie ausgestorben.
Ruhig und idyllisch – so gefiel es ihm. Er konnte sein Spiegelbild
im Glas der Tür erkennen. ‚Perfekte Tarnung!', dachte er
sich und rückte seinen Anzug zu recht. Die Aktentasche, die er
bei sich trug, stellte er neben sich ab, bevor er ans Türschild
sah, das über der Klingel angebracht war. Phil und Lena Granger.
- Hier war er richtig. Nur wenige Augenblicke nachdem er geklingelt
hatte, trat der Hausbesitzer an die Tür. „Guten Tag! Was kann
ich für Sie tun?", begrüßte Mr Granger freundlich
seinen Gast. Er brauchte sich keine Sorgen zu machen, sie waren gut
geschützt. Nur jemand der ihm nichts Böses wollte, war in
der Lage sie und ihr Haus zu finden. Mit dem gleichen Zauber hatte
Harry auch die Dursleys belegt.
„Sie
haben Zahnschmerzen? Gehen Sie bitte die Treppe runter und dann die
zweite Tür links! Ich komme sofort nach." Harry fasste sich
automatisch an die Wange. Schon der Gedanke an Zahnschmerzen
verschaffte ihm eine Gänsehaut. „Einen Moment, Mr Granger, ich
habe keine Zahnschmerzen! Ich bin aus einem anderen Grund hier. Bitte
erschrecken Sie jetzt nicht!" Vor den Augen von Hermines Vater
verwandelte sich Harry zurück. Trotz der Vorwarnung konnte Mr
Granger nicht vermeiden, dass er zusammenzuckte. So häufig kam
es nicht vor, dass sich jemand vor seinen Augen verwandelte. „Harry,
schön dich zu sehen!", nahm er ihn in eine Umarmung, nachdem
er den kleinen Schreck überwunden hatte. Seine Stimmung schlug
um, da er Hermine nirgends entdecken konnte. „Wo ist mein Mädchen,
ist etwas passiert?", fragte er aufgeregt. „Lena!", rief er
seine Frau. „Bitte beruhigen Sie sich wieder, Hermine geht es gut!"
„Harry, wie geht es dir?", fiel ihm Hermines Mutter um den Hals.
„Hast du Hermine auch mitgebracht?" „Nein, aber wegen Hermine
bin ich hier." Auch Mrs Granger erschrak. „Keine Angst, es geht
ihr wirklich gut!"
Alles
war ruhig im Phönixcastle. Es war bereist 18 Uhr, doch Harry war
immer noch nicht da. Sorgen machte Hermine sich keine. Sie spürte,
dass es ihm gut ging.
Der
Tisch im Esszimmer war wunderschön gedeckt. Es sah ganz danach
aus, als hätte Hermine ein romantisches Abendessen zu zweit
geplant.
Seufzend stand sie vor dem Spiegel im Schlafzimmer und überlegte wie sie ihre Haare tragen sollte – hochgesteckt oder offen. Sie konnte sich einfach nicht entscheiden. Was würde besser zu ihrem traumhaften langen bordeauxfarbenen Kleid passen, welches sich eng an ihren Körper schmiegte? Sie hielt ihre Haare hoch und ließ sie wieder fallen. Dieses Spiel trieb sie schon seit über zwanzig Minuten. „Egal wie du es trägst, er wird es mögen!", sagte sie zu sich selbst und steckte ihre Haare hoch. Einige verspielte Strähnen hingen hinunter und blieben auf ihren Schultern liegen.
Aufgeregt
was Harry dazu wohl sagen würde, saß sie auf der Couch im
Wohnzimmer und wippte hin und her. Langsam wurde sie ungeduldig. Zur
gleichen Zeit apparierte Harry lautlos in den Flur, gefolgt von
Fawkes. „Hermine?" Er hatte noch gar nicht ganz ihren Namen
ausgesprochen, da stand sie auch schon vor ihm. Er war unfähig
noch irgendetwas zu sagen oder sich zu bewegen. Hermines Anblick
hatte ihn überwältig. Mit offenem Mund starrte er sie an.
Langsam
ging sie auf ihn zu und mit jedem Schritt, den sie näher kam,
wurde Harry aufgeregter. Mit einem Lächeln stellte sich auf die
Zehenspitzen, um den immer noch ‚geschockten' Mann vor sich zu
küssen. Zärtlich legte sie ihre Lippen auf seine. „Komm!",
flüsterte sie, nahm seine Hand und zog ihn mit sich ins
Esszimmer.
Leuchtend
grüne Augen blickten in liebevolle rehbraune. „Das ist
wunderschön! Du bist wunderschön!" Diesmal war es Harry,
der einen Kuss forderte. Dieser anfänglich eher schüchterne
Kuss ließ Hermine fast vom Boden abheben. Sie sah so
atemberaubend aus, dass Harry schon fast auf andere Gedanken kam.
Sanft wanderten seine Lippen an ihrem zarten Hals entlang und
bedeckten jeden Zentimeter mit Küssen. „Nach dem Essen!",
zog sie seinen Kopf hoch und lächelte ihn verschmitzt an.
Da
fiel es Harry wieder ein. Er hatte seine Überraschung doch glatt
weg vergessen. Nun gut, wer konnte ihm dies auch verdenken. Bei
diesem himmlischen Anblick!
„Ich
wusste nicht, dass du etwas besonderes geplant hattest", küsste
Harry sie erneut. „Du musst ja nicht alles wissen, sonst ist es ja
keine Überraschung mehr! Und, ist sie mir gelungen?" „Mehr
als gelungen, Miss Granger", bekam sie abermals einen Kuss. Wenn er
so weiter machen würde, dann würde er seine Überraschung
wieder vergessen. Nur schwer konnte Harry widerstehen. „Ich habe
auch eine kleine Überraschung für dich! Das ist auch der
Grund, weshalb ich erst so spät hier bin", lehnte Harry seine
Stirn an Hermines. „Wo?" Hermine konnte nicht erkennen, dass er
etwas bei sich hatte, aber das sollte bei Harry nichts heißen.
„Vielleicht
sollten wir morgen wiederkommen! Hermine hat anscheinend etwas
anderes für heute Abend geplant", vernahmen sie auf einmal
eine wohlbekannte Stimme.
Dkub: War das erstmal genug Atempause? ;-) Diesmal wird es bestimmt nicht soooo lange dauern, bis ein neues Kapitel kommt. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt, versprochen!
Im nächsten Kapitel wird es auch wieder richtig spannend und alle haben viel zu tun.
Bis
dann!
bepa
