Da bin ich wieder. 12 Reviews – DANKE, DANKE, DANKE

MechWOLLIer- Danke dir. Natürlich schreibe ich weiter.

choooo- Noch ist Seamus lieb und nett.

MrP.- Grüß dich! Kratzen, beißen, spucken, das sind doch eigentlich nur Weibermucken. – Aber du wirst bald auf deine Kosten kommen.

Sera- Durcheinander komme ich nicht, aber zeitlich wird es knapp.
Poppy wird es noch öfter richten müssen.
Liebe Grüße zurück.

Jo Lizard- Mir gefällt Ron besser, wenn er nicht ständig als Trottel dargestellt wird und neben Harry unfähig erscheint. Harry kapselt sich zwar ab, aber trotzdem weiß er, wer seine Freunde sind.
Gerüchte können auch dabei helfen, endlich seinen Gefühlen nachzugeben.
Was ist ‚ES'? Hmm – Warte mal! Eben wusste ich es noch. Wenn's mir wieder einfällt, erfährst du es sofort.

Susui- Danke auch dir. Weiter geht's.

Joanna- Danke. Bin gespannt, wie dir dieses gefällt.

laser-jet- Freut mich. Vielleicht auch dieses Mal.

Josy- 12 Seiten? Wie groß ist deine Schrift in Word? Honigkuchenpferd. – Das hätte ich gern gesehen.
Seamus wirst du nicht mehr mögen? Menschen können sich ändern. Gib ihm einfach ne Chance!
Nicht fluchen! – Bitte. Ohne Männer, wäre das Leben nur halb so interessant. Und du weißt doch, dass sie nichts dafür können. Sind halt Männer (Jungs).
Hast du dich wieder beruhigt? Hier kommt das Nächste.

Pigwidgeon- Danke schön. Freut mich, dass sie dir gefällt. Vielleicht kann ich dich weiterhin mit dieser Story begeistern.

Candy222- Gemeine Andeutungen und schlaflose Nächte? Nich doch! :-) Danke für dein Review.

Kniesel- Danke. Na klar geht's weiter.

Das Kap. wurde wieder von DKub beta gelesen. Ihr habt bestimmt auch ein Lob für ihn. Bitte.
Klagen, Drohungen und Kritik gehen wie immer an mich. Falls nötig, leite ich sie weiter.

Wie auch sonst:
Die Story ist auf den 5 HP-Büchern aufgebaut. Alle Figuren, die ihr aus den Büchern von J.K.Rowling kennt, gehören ihr. Nur das, was ihr nicht aus ihren Büchern kennt, ist auf meinem Mist gewachsen. Ich verdiene mit dieser Geschichte keinen einzigen Cent.
Also, alles gehört ihr und mir nix.

Kapitel 5 Aus Fehlern lernen

Harry reagierte nicht auf das Stöhnen seines Mitschülers. Er stieg die Treppe hinab und verließ den Gryffindorturm.

Seamus öffnete die Tür, stürmte ins Bad und klammerte sich gleich ans erste Waschbecken. Er drehte den Wasserhahn auf und ließ das kühle Nass, über seine zerquetschte Hand laufen.
Der Schmerz in seiner Hand war unerträglich und das Wasser half nicht, es war einfach nicht kalt genug. Mit seiner gesunden Hand holte er seinen Zauberstab hervor und sagte: „Frigidum aqua".
Ein wohliger Seufzer kam von Seamus. Jetzt, wurde das Wasser wunderbar kühl, genau so wie er es benötigte. „Das wirst du büßen Potter, das schwöre ich dir. Ich krieche dir nicht in den Hintern und huldige deiner Taten."
Hatte Harry sich mit Seamus einen weiteren Feind geschaffen und noch dazu in den eigenen Reihen?

„Herein!", rief Prof. McGonagall. Harry öffnete die Tür und trat ein.
„Ein wenig spät, finden sie nicht? Aber ich freue mich, dass sie trotzdem noch hergefunden haben."
Neben Ginny, die bereits anwesend war, stand ein leerer Stuhl auf dem Harry Platz nahm.
Die Professorin sah den beiden Schülern vor ihrem Schreibtisch fest in die Augen. „Mr Potter, Miss Weasley. – Sie wissen, warum ich sie herbestellt habe?", fragte sie ernst. Beide nickten und Ginny sah betreten zu Boden. Es konnte ja nur einen Grund geben. Oder vielleicht doch drei? Strafarbeit, Gerüchte, Malfoy.
„Ich hätte gern eine Erklärung von ihnen. Aber eine, die ich auch glauben kann.", verlangte Prof. McGonagall. Da weder Harry noch Ginny ihrer Aufforderung nachkamen, versuchte sie die Situation etwas aufzulockern. Sie merkte, dass die beiden Schüler sich unwohl fühlten und ihr so nie etwas anvertrauen würden. Von Harry hatte sie keine Reaktion erwartet. Dass er hier saß, war schon viel wert. Doch Ginnys Zurückhaltung bereitete ihr Sorgen.
Mit einem Schwung ihres Zauberstabs standen je ein Glas Kürbissaft vor Harry und Ginny.
„Kekse?", fragte McGonagall und sah beide mit einem Lächeln an. „Nein Danke.", antwortete Ginny. Prof. McGonagalls Blick fiel auf Harry und dieser sagte: „Danke, auch für mich nicht. Professor, was möchten sie von uns hören?" Harry klang schon fast gelangweilt. Er wollte nur eins. Wieder allein sein und nicht mehr neben Ginny sitzen müssen. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Jedes Mal wenn er in ihrer Nähe war schlug sein Herz heftiger. Aber das wollte er nicht zulassen. Er versuchte, seine Gefühle immer unter Kontrolle zu haben, niemanden in seine Gefühlswelt hinein zu lassen. Erst recht nicht, wenn er für gewisse Personen... Unvermittelt wurde er in seinen Gedanken unterbrochen.
„Mr Potter!", begann Prof. McGonagall leicht erzürnt über seinen Ton. „Ich denke doch, dass sie genau wissen, was ich von ihnen hören will. Falls doch nicht, dann helfe ich ihnen gern auf die Sprünge." Harry sah sie gleichgültig an. Sein langes Training hatte sich bezahlt gemacht. Man konnte seinem Gesicht keine Gefühlsregung anmerken.

Ohne weiter auf Harrys Laune einzugehen, wandte sie sich wieder an Ginny. „Von Mr Filch habe ich gehört, dass er sie nachts in der Eingangshalle erwischt hat." „Nicht nachts, das stimmt nicht. Ich ...", wollte Ginny sich verteidigen, doch sie stoppte. Ihr wurde schnell klar, dass es ihre Professorin nicht interessierte, zu welcher Uhrzeit das war. Tatsache ist, dass sie in den Sperrstunden nichts in den Gängen der Schule zu suchen hat. „Entschuldigung Professor McGonagall", setzte sie schnell auf deren warnenden Blick nach. Sie hatte einen Fehler gemacht und würde dafür gerade stehen.
Wie sollte Ginny anfangen? Sollte sie ihr sagen, dass sie nicht in ihrem Bett war, da sie Harry auf dem Schulgelände gesehen hatte und ihm unbedingt hinterher musste? Nein, niemals würde sie einen Freund verraten.

„Ich bin nur so im Schloss umher gelaufen, ich konnte nicht schlafen.", fing Ginny an. „Nein Ginny! Du musst für mich nicht lügen.", redete Harry dazwischen. „Nicht für mich."
Ginny sah ihn mit geweiteten Augen an. Harry würde sich viel Ärger einhandeln, wenn er mit der Wahrheit rausrückte. Ginny schüttelte den Kopf, doch Harry lächelte sie nur beruhigend an. „Ginny war meinetwegen nicht im Gryffindorturm."
„Ihretwegen?", fragte Prof. McGonagall interessiert und sah abwechselnd Ginny und Harry an. „Ja, meinetwegen. Ich war an diesem Morgen unerlaubt draußen auf dem Schlossgelände.", sprach Harry weiter.
Prof. McGonagall glaubte sich verhört zu haben. „Sie waren wo? Bitte sagen sie mir, dass ich mich eben verhört habe! Sagen sie mir, dass das nicht wahr ist!"
Harry sah zu Ginny. Ginny verstand und beantwortete ihrer Lehrerin die Frage. „Ich konnte nicht schlafen und habe aus dem Fenster gesehen." Sie blickte hilfesuchend zu Harry. :Ich kann ihn doch nicht verraten. Warum sagt er nichts? Nur ein Ton von ihm, und ich würde aufhören.: Doch im Gegenteil, er nickte ihr ermutigend zu, weiter zu erzählen. „Ich habe gesehen, wie Harry durch den Schnee lief. Am Anfang habe ich geglaubt, dass es nur einer von den Slytherins sein konnte, denn ein Gryffindor hätte niemals diese Schulregel gebrochen. Das habe ich jedenfalls bis zu diesem Zeitpunkt geglaubt."
Obwohl es nicht der passende Moment dafür war, musste Harry schmunzeln.
„Dann flog etwas Weißes auf die Person zu und ich bemerkte, dass es nur Harry sein konnte. Ich wollte ihn dazu bewegen, wieder ins Schloss zu kommen und war wohl auf dem Weg nach unten etwas zu laut. In der Eingangshalle hat Filch ..., Mr Filch", setzte sie schnell noch nach, „mich dann erwischt."

McGonagall stellte sich hin, stütze sich mit den Händen am Schreibtisch ab und sah zornig auf Harry. „Was haben sie sich dabei gedacht, Mr Potter? Hat sie die Vergangenheit nicht gelehrt vorsichtig zu sein und Regeln zu befolgen?"
Das hatte gesessen. Harry schloss für einen kurzen Moment die Augen und atmete tief durch. Entschlossen stand er auf und blickte seine Hauslehrerin an. „Ich nehme die Schuld auf mich. Ginny hat nichts Falsches getan, sie wollte nur helfen. Egal welche Strafe sie für uns vorgesehen haben, Ginny hat sie nicht verdient. Ich nehme jede auf mich. Punktabzug, Strafarbeit, Rausschmiss, es ist mir egal."
Er wandte sich von Ginny und seiner Lehrerin ab und wollte das Büro verlassen.

„Mr Potter, reißen sie sich zusammen! Wachen sie endlich auf!", rief ihm McGonagall hinterher und verriegelte die Tür mit einem Zauber. Ihre Stimme war nur leicht angehoben, jedoch von einer beißenden Schärfe! - Sie sollte auch hier nicht die Beherrschung verlieren!
Harry blieb stehen. „Sie haben doch schon genug gesagt. Was gibt es noch?", fragte er schon fast respektlos, ohne sich umzudrehen. „Sie setzen sich sofort wieder hin!", verlangte seine Hauslehrerin, fassungslos über Harrys Benehmen. „Wir werden jetzt vernünftig miteinander reden."

Ginny stand ebenfalls auf und ging auf Harry zu. Er tat ihr Leid. Sie legte ihre Hand auf seine Schulter und sagte leise: „Setz dich bitte wieder hin!"
In Harrys Gesichtsausdruck, spiegelte sich ein Hauch von Trauer wider. Mit ihrer anderen Hand griff sie nach seinem Gesicht und drehte es mit sanfter Gewalt so, dass er genau in ihres blickte. Traurige grüne Augen blickten in besorgte blaue. „Bitte!", hauchte Ginny. Wieder kamen diese Gefühle in Harry auf, sein Herz begann zu stolpern. :Dieser Blick.: „Mach es nicht noch schlimmer! Wir werden das schon überstehen. Ich helfe dir, so wie du mir geholfen hast.", versicherte Ginny.

Es kostete Harry einige Überwindung Ginnys Bitte nachzukommen. „Danke", lächelte sie und drückte Harrys Hand nachdem sie sich wieder hingesetzt hatten.
„Sie möchten bestimmt wissen, was ich auf dem Schlossgelände zu suchen hatte.", sagte Harry. Noch immer hielt Ginny beruhigend seine Hand.
„Wenn sie bereit sind es mir zu erzählen." Auch Prof. McGonagall hatte sich wieder beruhigt und klang freundlicher.
„Ich konnte nicht schlafen und habe daher das Schloss verlassen. Ich brauchte frische Luft. Die Zeit verging so schnell, ich habe nicht bemerkt wie spät es war. Als ich dann wieder im Schloss war, kam Ginny die Treppe zur Eingangshalle runter und Mr Filch lief ihr hinterher. Sie hat meinetwegen die Strafarbeit bekommen, nur weil sie mir helfen wollte."

Mit jedem Satz von Harry, wurde der Druck von Ginnys Hand auf seine stärker. Harry wusste nicht, warum er dies zuließ, aber es half. Es machte vieles leichter. „Ich wollte Ginny bei ihrer Strafarbeit helfen und habe dadurch alles noch viel schlimmer gemacht. Ich habe zwar keine Ahnung wie, aber Mr Filch hat es bemerkt."
„Die Hauselfen, Mr Potter. Die Hauselfen haben Mr Filch mitgeteilt, dass alles fertig sei und sie kein Stroh mehr in die Eulerei schaffen bräuchten.", klärte McGonagall ihn auf.

Erneut startete sie den Versuch, Harry und Ginny Kekse anzubieten. Beide lehnten dankend ab.
„War das alles, was sie mir mitzuteilen haben?" Von beiden bekam sie ein stummes Nicken.
„Normalerweise geht mich das Liebesleben meiner Schüler nichts an, aber diese Gerüchte, die über sie im Umlauf sind, nehmen ein Ausmaß an, welches ich nicht dulden kann. Ich möchte nicht wissen, was sie in ihrer Freizeit tun, doch rufschädigend sollte es nicht sein. Denken sie auch daran, dass sie ein Haus und seine Ideale darstellen, wie jeder Gryffindor."
„An diesen Gerüchten ist nichts Wahres. Seamus hat sie in die Welt gesetzt, nachdem wir uns gestritten hatten. Von Schüler zu Schüler wurden sie ausgeschmückt.", entgegnete Ginny entschlossen, doch auch etwas ängstlich. Diesmal war es Harry, der ihre Hand stärkend drückte. Immer noch fiel es Ginny schwer ihre Wut auf Seamus zu zügeln.

„Mr Potter, ich möchte, dass sie mir die Frage, die ich ihnen jetzt stelle, wahrheitsgemäß beantworten. Haben sie schon des Öfteren nachts das Schloss verlassen?" Natürlich kannte sie die Antwort. Sie wollte nur wissen, ob er ihr die Wahrheit sagen würde oder nicht. „Ich habe nicht zum ersten Mal nachts das Schloss verlassen", antwortete Harry. Warum sollte er lügen, was hätte er davon.
„Sie haben mich enttäuscht, Mr Potter. Wie sollen wir sie beschützen, wenn sie nachts heimlich verschwinden, wenn sie sich selbst der Gefahr ausliefern? Sie wissen, dass ich den Tarnumhang von ihnen verlangen könnte."

Harry löste seine Hand von Ginnys und stand auf. Er holte ein silbriges Stück Stoff aus seinem Umhang vor und ließ es auf den Tisch gleiten. „Natürlich könnten sie das."
Die Professorin betrachtete einen Moment den Tarnumhang. Wie nützlich so etwas doch ist. Nützlich und es verleitet zur Unachtsamkeit. „Ich weiß, dass sie Mr Crabbe und Mr Goyle so zugerichtet haben." Ginny wollte etwas sagen, doch Prof. McGonagall winkte ab. „Es spielt keine Rolle, warum und wieso sie das getan haben. Auch wenn sie Ginny damit helfen wollten, so nobel wie das war, trotzdem kann ich darüber nicht hinweg sehen. Sie haben zwei ihrer Mitschüler angegriffen. Weiß Gott, was Mr Malfoy mit ihnen angestellt hätte, wenn ich nicht rechzeitig aufgetaucht wäre."
Wieder wollte sich Ginny einmischen, doch erneut wurde sie von ihrer Lehrerin unterbrochen.
„Keine Ausreden, keine Entschuldigungen. Es war nicht richtig. Übrigens, Mr Malfoy muss trotzdem nicht erfahren, dass ich sie dafür bestrafe."

Ein Nicken war Harrys einzige Reaktion auf McGonagalls Aussage. „Darf ich gehen?", fragte er tonlos. „Interessiert es sie denn gar nicht wie die Strafe ausfällt?"
„Es ändert doch nichts daran, dass ich bestraft werde.", antwortete Harry knapp. „Sie dürfen gehen, Mr Potter. Über ihre Strafen werde ich sie noch informieren."
Kopfschüttelnd ließ sie sich hinter ihrem Schreibtisch nieder. „Mr Potter, sie haben etwas vergessen.", hielt sie Harry auf, der gerade dabei war die Tür zu öffnen. Leicht genervt, was sie denn nun schon wieder wollte, drehte er sich um und sah, dass sie auf seinen Tarnumhang deutete. Verdutzt sah er vom Tarnumhang zu McGonagall. „Ich will ihnen nicht alles nehmen. Aber bitte, fangen sie endlich wieder an zu leben!"
„Ich habe nichts mehr, was mir jemand nehmen könnte.", erwiderte Harry und verließ mit leeren Händen das Büro.

Ginny blieb noch da und starrte auf den Tarnumhang. „Miss Weasley, kann ich ihnen noch irgendwie helfen.", fragte Prof. McGonagall die abwesend wirkende Ginny.
„Was? Oh, entschuldigen sie bitte.", erwachte Ginny aus ihrer Trance. „Darf ich?" Ginny deutete auf Harrys Umhang und wartete auf eine Antwort. „Bitte. Vielleicht schaffen sie es ja, Harry zur Vernunft zu bringen." „In seinen Augen ist er vernünftig.", entgegnete Ginny niedergeschlagen.
Sie verabschiedete sich und ging in Richtung Tür. „Einen Augenblick noch Miss Weasley!" Ginny drehte sich um und sah eine nachdenklich wirkende McGonagall vor sich. „Versuchen sie in ihrem eigenen Interesse, die Gerüchte, die über sie und Harry in der Schule existieren, zu beseitigen!"
Ginny nickte, immer noch peinlich berührt und verließ das Büro.

Sie lief so schnell sie konnte die Treppen bis in den Gryffindorturm hoch. Vielleicht würde sie Harry noch einholen. Kein Harry. Weit und breit war niemand zu sehen. Völlig außer Atem lehnte sie sich gegenüber des Portraits der ‚Fetten Dame' an die Wand. Harrys Tarnumhang hatte sie fest im Arm.
Sollte sie ihn Harry zurückgeben? Ohne ihn könnte er nicht mehr so schnell unbemerkt verschwinden oder irgendwo hinschleichen, wo ihn niemand findet. Vielleicht würde er ohne ihn wieder zu sich selbst und zu seinen Freunden finden.

Harry saß gedankenversunken und zusammengekauert auf dem kalten Boden des Astronomieturms. Der kalte Abendwind umwehte ihn und ließ ihn frieren. Die Kälte gefiel Harry, sie lenkte ihn von dem ab, was ihm ständig durch den Kopf ging. Half, die Gedanken zu lähmen die er krampfhaft versuchte zu unterdrücken. :‚Was haben sie sich dabei gedacht, Mr Potter? Hat sie die Vergangenheit nicht gelehrt vorsichtig zu sein und Regeln zu befolgen?': Immer wieder streifte dieser Satz seine Gedanken. Was dachte sich seine Lehrerin eigentlich dabei? Natürlich hat er aus der Vergangenheit gelernt, aus seinen Fehlern. Warum wohl hält er sich von seinen Freunden fern, warum veranstaltet es dies wohl sonst alles? Bestimmt nicht, weil es solchen Spaß machte, andere zu verletzen, seine Freunde bedrückt und traurig zu sehen. Sie taten alles, um an Harry heran zukommen, um mit ihm zu reden. Doch er konnte und wollte es nicht zulassen. Alles was ihm wichtig war in seinem Leben, hatte er verloren. Nur noch seine Freunde blieben ihm, und die wollte er nicht auch noch verlieren. Seine Kälte und Distanzierung waren für ihn die einzige Möglichkeit, ein weiteres Unglück zu verhindern. Für Harry schien es nur diesen Ausweg zu geben, nur auf diese Art konnte er seine Freunde beschützen. Er sah sich selbst als die größte Gefahr für seine Freunde.
Seinetwegen mussten seine Eltern sterben. Cedric, Sirius und seine Verwandten wurden wegen ihm ermordet.

Bis spät in die Nacht hinein blieb er in der Kälte sitzen, seine Füße und Finger spürte er kaum noch.
„Harry Potter", hörte er eine piepsige Stimme, die nur Dobby gehören konnte. „Harry Potter muss mit rein kommen, er erkältet sich sonst noch."
Diese Nacht war wirklich sehr kalt. Obwohl es erst Anfang März war, waren die letzten Tage schon recht sonnig gewesen und der restliche Schnee war schon fast vollständig weggetaut. Doch die Nächte hatten es noch in sich.
„Lass mich bitte noch einen Moment allein, ich komme gleich nach.", bat Harry ohne aufzusehen.
Der Hauself blieb hartnäckig. „Harry Potter hat auch noch nichts gegessen." „Danke Dobby, aber ich habe keinen Hunger."
Bei diesem Satz sah Harry endlich auf und blickte in Dobbys große, dunkle Augen. „Harry Potter muss mit reinkommen, Dobby friert." „Ich komme gleich nach, versprochen. Nur noch einen Moment."
„Nein, Harry Potter kommt mit Dobby!", entgegnete dieser entschieden. „Na gut, du hast gewonnen. Bevor ich mich schlagen lasse, komme ich lieber mit."
Dobby sah Harry entsetzt an. „Dobby würde Harry Potter niemals etwas antun.", quiekte er. Harry musste schmunzeln. „So meinte ich das doch gar nicht. Das sagt man doch nur so." Dobby verstand Harry nicht ganz, lächelte aber trotzdem zurück. Er war froh, dass er Harry dazu bewegen konnte, den Turm zu verlassen. Es war wirklich nicht das angenehmste Wetter, um hier eine Unterhaltung zu führen.

Ginny hatte das Warten auf Harry aufgegeben und lag bereits seit einigen Stunden im Bett. Bevor sie jedoch einschlafen konnte, musste sie sich erst noch mit Mandy und Cecile rumärgern. Zum Glück bekam sie durch Sophie Hilfe und hatte bald ihre Ruhe.
McGonagall verlangte das Unmögliche von Ginny. Wie sollte sie die Gerüchte beseitigen? Wie sollte sie allen klar machen, dass die Gerüchte nicht der Wahrheit entsprachen? Hin und her überlegte Ginny und schlief schließlich mit diesen Gedanken ein.

Ginny hatte ihr Gesicht in den Händen vergraben und schluchzte. ‚Du Schlampe, du Flittchen.', riefen Umherstehende. Ginny stand inmitten der großen Halle, umzingelt von ihren Mitschülern. Sie sah sich mit nassen Augen um. Verachtung lag in ihren Gesichtern. ‚Was wollt ihr von mir?', rief Ginny mit zittriger Stimme. Niemand antwortete. ‚Was habe ich euch getan?' Plötzlich fingen alle an zu lachen. Immer lauter und gehässiger wurde das Lachen. ‚WAS?', schrie Ginny.
Die Gesichter ihrer Mitschüler begannen sich zu verändern. Erschrocken blickte sie um sich. Von jedem einzelnen Gesicht sah ihr Seamus entgegen. Sie begannen auf Ginny zuzugehen, sie zu bedrängen. ‚Das wirst du büßen! Du wirst auf den Knien vor mir sitzen und mich anflehen, mich um Verzeihung bitten.', riefen sie gleichzeitig. Immer dichter kamen sie. Ginny hatte keine Möglichkeit auszuweichen. ‚Ginny' ‚Lass mich!', versuchte sie sich zu wehren. ‚Ginny!' ‚Nein' ‚Ginny, WACH AUF!'

Ginny fuhr aus ihrem Traum hoch und sah sich um. Sophie kniete neben ihr und musterte sie besorgt. Erleichtert ließ sich Ginny zurück in ihre Kissen fallen. „Danke", murmelte sie.
„Willst du darüber reden?" Ginny schüttelte den Kopf und drehte sich auf die Seite.
Bestimmt nicht. Sie würde vor niemandem zugeben, dass sie sich vor Seamus fürchtete. Angst vor dem hatte, was er tun würde um sich zu rächen. Mit den Gedanken bei Harry, wo er wohl gerade war, und wie es ihm ging, glitt sie wieder in einen unruhigen Schlaf über.

Wo Harry steckte, fragten sich auch Neville, Hermine und Ron, die gehofft hatten, mit Harry nach dem Abendessen reden zu können. „Vielleicht liegt er ja irgendwo tot in einer Ecke. Aber so viel Glück werde ich wohl nicht haben.", keifte Seamus in die Unterhaltung der drei ein.
Ron blickte grimmig in Seamus' Richtung. „Es reicht, Finnigan! Treib es nicht zu weit! Dass du dich nicht unter Kontrolle hast, dafür können wir nichts." Betont gleichgültig wandte er seinen Blick wieder ab.
„Ich habe mich unter Kontrolle, keine Angst.", schnarrte Seamus. „Nur euer ach so toller Goldjunge hat sie nicht mehr alle. Erst macht er sich an meine Freundin ran und dann schlägt er mich fast zum Krüppel."
Das war zu viel für Neville. Wütend stand er auf und stellte sich vor Seamus. Dieser zuckte zusammen. Neville, der sonst so Ruhige und Schüchterne hatte gelernt sich zu wehren. „Er hat anscheinend nicht doll genug zugehauen! Du redest immer noch so viel Blech wie vorher."
„Warum rennt ihr Potter noch nach? Er will doch nichts mehr von euch wissen. Mit deiner Schwester hat er seinen Spaß, und wenn er genug von ihr hat, lässt er sie fallen."

Woher kam diese Abneigung gegen Harry? Nur von dieser Umarmung? „Wovor hast du Angst, Finnigan?" Ron hatte das Gefühl, sich in den Hintern treten zu müssen. Hätte er nicht verhindern können, dass dieser Trottel sich Ginny angelte. Was war überhaupt in seine Schwester gefahren, dass sie sich mit Seamus eingelassen hatte. Ron fühlte sich mitschuldig an der ganzen Misere.
„Hast du Angst davor, dass dich keiner kennt?", fragte Ron. „Du hast dein Ziel erreicht. Dich kennt jetzt jeder und alle reden über dich. Nur nicht so, wie du es dir vorgestellt hast, was? Jetzt lachen sie über dich. DU, nicht Harry ist der Trottel, denn offenbar bist DU nicht in der Lage, meiner Schwester das zu geben, was sie sich wünscht."
Seamus schien bedient zu sein, er sagte nichts mehr. Er sah Ron und Neville nur angewidert an und verschwand hoch in den Jungenschlafsaal.

Wenn Harry nicht im Gemeinschaftsraum und auch nicht im Schlafsaal war, wo dann?

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Bis zum Nächsten, bepa.