Die 2 Wochen sind um und hier kommt das nächste Kapitel. Ich hoffe, dass sich auch diesmal das Warten gelohnt hat.

Bevor es losgeht, hier noch schnell die Antworten auf eure Reviews. Ich habe mich wie immer riesig gefreut.

Mr.P- Danke. Dann kannst du dich jetzt weiterfreuen.

Josy- Du liebst diese FF? Danke. Werd ja ganz verlegen.
Du wirst mir sicherlich bald erklären, was ein Cliffhänger ist.

MechWOLLIer- Danke, für dein Review.
Und auch von DKub ein Dankeschön, für deine positive Anmerkung. Leicht hat er es mit meinen Kapiteln nicht.
Wir hoffen, dass dir auch dieses Kapitel gefällt.

Alex Black 5- Alles verständlich, was du da geschrieben hast. Und was war dein 2. Gedanke?
Noch ist Seamus lieb und nett. Wenn du wissen willst, was ich mit Harry und Ginny vorhabe, musst du wohl weiter lesen. In meinen Augen ist es schlüssig.
Du kannst dir schon so einiges denken? ïƒ Das interessiert mich jetzt aber.

laser-jet- Ja, es dauert wieder so lange.

Joanna- Danke, vielleicht auch dieses.

Nun noch ein Dankeschön an DKub. Ohne ihn, wäre diese FF nicht mal ansatzweise lesbar.

Wie auch sonst:
Die Story ist auf den 5 HP-Büchern aufgebaut. Alle Figuren, die ihr aus den Büchern von J.K.Rowling kennt, gehören ihr. Nur das, was ihr nicht aus ihren Büchern kennt, ist auf meinem Mist gewachsen. Ich verdiene mit dieser Geschichte keinen einzigen Cent.
Also, alles gehört ihr und mir nix.

Kapitel 6 Strafarbeit

Harry hatte Dobbys Bitte nachgegeben und den Astronomieturm verlassen.
Es war bereits weit nach Mitternacht, doch Harry saß immer noch in ein Buch vertieft, auf einem Bett. Mehrere aufgeschlagene Bücher waren um ihn herum verteilt – ‚Verwandlungen für Fortgeschrittene', ‚Stablose Magie und ihre praktische Anwendung' und ‚Okklumentik – Legilimentik beherrschen'.
Müde und erschöpft lehnte er sich an die Wand und schloss seine Augen. Nur einen Moment wollte er sich ausruhen, seinen Augen eine Pause gönnen, doch die Müdigkeit übermannte ihn und er schlief ein.
Unruhig bewegten sich seine Augen hinter den Lidern hin und her. Seine Atmung wurde schneller und er begann sich zu bewegen. Nach irgendetwas schien er greifen zu wollen.

Eins der Bücher, die auf dem Bett verteilt waren schlug laut auf dem Boden auf und Harry schreckte hoch. Er hatte schon wieder von Sirius geträumt. Tränen drohten, bei den Gedanken an seinen Paten, in seine Augen zu treten. Wieder kamen Schuldgefühle auf. Schuldgefühle für den Tod Sirius' verantwortlich zu sein. – Hätte er nicht, dann ... Wäre er doch nur, dann ...
Sofort nahm er sich das Buch über Okklumentik vor, welches zu Boden gefallen war. :Ich werde nicht zulassen, dass sich so etwas wiederholt, dass Voldemort mir noch einen meiner Freunde nimmt.:

Bis in die frühen Morgenstunden saß Harry über den Büchern. Er musste die Sätze mehrmals lesen, um sie zu verstehen. Auch die Buchstaben verschoben sich bereits in jede Himmelsrichtung. Harry kniff – in der Hoffnung, danach wieder mehr sehen zu können – seine Augen zusammen. Doch es half nichts, er war eindeutig zu müde.
Gequält und schon halb schlafend, packte er alle Bücher zusammen, die auf dem Bett verteilt waren und stellte sie in eines der Regale, die es in diesem Zimmer gab.
Er überlegte für einen Moment, was er tun sollte. In den Gryffindor-Turm gehen, versuchen in sein Bett zu kommen und sich dabei den Fragen seiner Freunde und Mitschüler aussetzen? Oder einfach hier bleiben. Die Entscheidung fiel Harry nicht schwer.

Wie jeden Abend, nur dass es Sonntagmorgen war, versuchte er seinen Geist zu leeren, bevor er einschlief. Doch es war leichter gesagt als getan. Sein Kopf war voller Ereignisse, die er nicht verschließen konnte, über die er nicht Herr der Lage war. Erst waren dort seine Alpträume, die er nicht wieder loswurde, die Wut auf Voldemort, die jeden Winkel seines Kopfes einnahm und dann noch Ginny, die keinen Millimeter aus Harrys Gedanken wich, so sehr er es auch versuchte. All dies machte es Harry unmöglich, sich zu konzentrieren.

Ohne weiter einen Gedanken daran zu verschwenden, ob er ohne Schlaftrank auskommen würde, nahm er eine kleine Phiole mit grünem Inhalt hervor und leerte sie mit einem Zug.
Harry war schon eingeschlafen, bevor sein Kopf das Kissen berührte.
Dobby erschien neben Harry und musterte ihn. Kopfschüttelnd nahm er Harry die leere Phiole aus der Hand. „Nicht gut, gar nicht gut. Harry Potter muss aufpassen. Das ist kein Ausweg." Besorgt deckte Dobby den schlafenden Harry zu. „Harry Potter muss wieder mit seinen Freunden reden und sich helfen lassen!"

Wo ist er, habt ihr ihn endlich gefunden?' ‚My Lord, wir ...'
‚Wage es nicht! Überlege dir deine Antwort gut. Ich brauche ihn, um Potter endlich in meine Finger zu kriegen.' Lucius Malfoy verbeugte sich vor seinem Meister. ‚Er ist wie vom Erdboden verschluckt. Gebt uns noch etwas Zeit!' ‚Zeit? Zeit ist etwas, was ich nicht habe.', schnaubte Voldemort. ‚Ich bin enttäuscht von dir. Du hast in letzter Zeit einfach zu viele Fehler gemacht. Du bist unfähig mir einen 16-jährigen Jungen zu bringen, der mit sich und der Welt abgeschlossen hat.' Lucius Malfoy wollte etwas zu seiner Verteidigung sagen, doch Voldemort brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen. ‚Sag jetzt nicht, dass er zu gut bewacht sei! Solch eine Ausrede habe ich von euch schon zu oft gehört.'

Immer lauter werdendes Stimmengewirr drang an Harrys Ohren.
:Nicht jetzt!: Harry wollte wissen, von wem die Rede war, wen Voldemort benutzen wollte, um an ihn heranzukommen.
Unsanft wurde er aus seinem Traum gerissen und blickte in das strahlende Gesicht von Ron Weasley. „Na Alter, ausgeschlafen? Dich bekommt ja nichts so schnell wach."
Verwundert sah Harry sich um und realisierte wo er war. „Na warte!", knurrte er und stützte sich mit den Armen am Bett ab, um sich aufzusetzen. Hatte es Dobby doch tatsächlich gewagt.
„Wann bist du überhaupt hier rein gekommen? Wir haben dich nicht kommen hören.", fragte Ron und beobachtete Harry genau. Irgendetwas stimmte nicht mit ihm.
‚Tarnumhang', wollte Harry gerade sagen, da fiel ihm ein, dass der ja noch bei Prof. McGonagall war. „Ihr wart schon weg.", gab er Ron schließlich zur Antwort. Was sollte er auch sonst sagen?
‚Dobby hat mich hierher verfrachtet, da er glaubte ich sollte nicht allein sein.' Nein, ganz bestimmt nicht.

„Wo willst du hin?", fragte Ron, da Harry auf dem Weg zur Tür war. Harry rollte genervt mit den Augen. „Waschen?" „Oh, entschuldige bitte."
Wie schon gesagt, Harry war ein richtig guter Schauspieler. Nichts merkte man ihm an. Jegliche Emotion legte er perfekt ab. Ein Außenstehender würde nie denken, dass diese beiden Gryffindors einst die besten Freunde waren. Oder es noch sind?
Ron war schon mehrere Male drauf und dran, Harry eine runterzuhauen, damit er wieder zur Vernunft kam. Noch konnte er sich zusammenreißen, noch hatte er sich unter Kontrolle. Doch wurde er aus seinem Freund nicht mehr schlau. Er hatte keine Ahnung warum Harry sich so benahm. Es kann nicht nur die Trauer um die Verstorbenen sein, an deren Tod Harry sich die Schuld gab. Es musste also noch einen anderen Grund geben. Aber welchen?

Nachdem Harry sich im Bad verschanzt hatte, ging Ron in den Gemeinschaftsraum, wo auch schon Neville, Hermine und Ginny auf ihn warteten. „Und?", fragte Hermine und ging auf ihren Freund zu.
Ron zuckte mit den Schultern. „Ich denke, dass er gleich runter kommen wird. Er ist nur im Bad."
„Na dann.", kam es von Neville, der sich schon die Hände rieb. „Diesmal kann er uns nicht davonlaufen."
„Ich denke nicht, dass wir das Richtige machen. Wir sollten ihn in Ruhe lassen.", sagte Ginny leise.
Harry würde gewiss nicht begeistert sein, wenn er mitbekam, warum sie auf ihn warteten.
„Du kannst ja gehen.", ranzte ihr Bruder sie an. „Ich möchte jedenfalls wissen was los ist, warum er sich uns gegenüber so verhält. Wir sind seine Freunde und er hat nicht das Recht, so mit uns umzugehen."
„Noch sind wir seine Freunde, aber wie lange wird das noch andauern? Wenn ihr das durchzieht, müsst ihr damit rechnen, dass er sich ganz von euch abwendet. Wollt ihr das?", fragte Ginny ärgerlich. „Noch mehr kann er sich nicht abwenden. Das ist unmöglich.", warf Neville ihr an den Kopf. „Lassen wir ihn doch einfach. Wenn Harry uns braucht, weiß er wo er uns findet."
Hermine wollte etwas sagen, doch da kam Harry auch schon die Treppe hinunter. Auf der letzten Stufe blieb er stehen und sah Ginny an. Sie schenkte ihm ein kleines Lächeln und verließ den Gemeinschaftsraum durchs Portraitloch.

Hermine ging auf Harry zu. „Hast du gut geschlafen?", fragte sie mit einem gestellten Lächeln. Ihr war auch nicht wohl bei der ganzen Sache. In Gedanken gab sie Ginny Recht, dies würde bestimmt nicht gut ausgehen.
„Was wollt ihr von mir?", fragte Harry ohne Umschweife. Eigentlich hätte er gar nicht fragen brauchen, denn sie hatten laut genug diskutiert, als Harry die Treppe hinunter stieg. Er hatte jedes einzelne Wort gehört.
„Wir möchten mal mit dir reden.", kam es zögerlich von Hermine. „Mal?", entgegnete Harry fast spöttisch. „Mal ist gut. Ihr versucht doch ständig mit mir zu reden. Doch anscheinend könnt ihr euch nicht merken, dass ich keine Lust dazu habe. Das letzte was ich brauche, ist euer Mitleid."
Irgendwann mussten sie doch mal begreifen, dass es sinnlos war, mit Harry über seine Probleme reden zu wollen, dass sie ihn damit nervten.

Harry keuchte auf. Mit der einen Hand hielt er sich krampfhaft am Treppengeländer fest und die andere presste er an seine Stirn. Hermine wollte Harry behilflich sein, doch er wehrte sie ab. „Lass mich, ich schaffe das allein.", presste er hervor und sackte gleichzeitig ein Stück in die Knie. Der Schmerz, der von seiner Narbe ausging, schien enorm zu sein.
„Können wir nicht wenigstens heute mal vernünftig miteinander reden? Wir sind Freunde.", sagte Ron und stellte sich neben Hermine, um Harry zu halten, falls nötig.
„Freunde Ron?" Ron wich jegliche Farbe aus seinem Gesicht. Was hatte Harry da gerade gesagt?
„Wozu braucht man Freunde? Damit man sie in Gefahr bringen kann und sie dann sterben sieht?"
Harry ließ sie mit ihren Gedanken allein und verließ angeschlagen, ebenfalls durchs Portraitloch den Gemeinschafstraum.
„Freunde.", war das einzige, was Hermine noch heraus brachte, bevor sie weinend hoch in den Schlafsaal lief. Neville ließ sich in einen der Sessel fallen. „Was haben die bloß mit ihm gemacht?"
„Eine bessere Frage ist wohl, warum sich von den Lehrern keiner um Harry kümmert? Dumbledore scheint egal zu sein, wie es ihm geht!", erwiderte Ron. „Und McGonagall?", fragte Neville.
„Die? Die macht sich mehr Sorgen um den Ruf von Gryffindor, als um dessen Schüler. Was an den Gerüchten zwischen Harry und Ginny dran sei, wollte sie wissen. Sie könne so etwas nicht dulden.
Irgendetwas von Hausehre hat sie noch gefaselt. Und warum wir nicht an ihn heran kommen, ‚Freunde sind doch schließlich für so was da.' Was glaubt sie denn, was wir die ganze Zeit versuchen. Oder denkt sie, wir spielen mit den Fingern im Sand?" Mit jedem Satz steigerte sich Rons Wut auf seine Lehrerin, so dass Neville ihn nur schwer beruhigen konnte.

:Was war das? Hatte Voldemort wieder einen seiner Todesser bestraft? Musste Lucius Malfoy diesmal unter seiner Unfähigkeit leiden? Und wen genau suchte Voldemort, wer ist das, den er unbedingt braucht, um an mich ranzukommen?: Mit diesen Gedanken im Kopf, hatte sich Harry gegen die Wand im Geheimgang der ‚einäugigen Hexe' gelehnt und versucht den Schmerz in seiner Narbe zu vergessen. Harry hatte das Gefühl, dass der Schmerz jedes Mal heftiger wurde. Es war kaum noch auszuhalten. Das, was Harry durch seinen Traum von Voldemort erfahren hatte, bestätigte ihn in seiner Ansicht, dass er nicht das Falsche tat, indem er seine Freunde von allem fernhielt.

„Na Weasley, heute ohne deinen stolzen Potter?", wurde Ginny von Malfoy und Anhang auf der Treppe aufgehalten. „Geht mir aus dem Weg!", schnaubte sie Malfoy an und versuchte an ihm vorbei zukommen. Malfoy, Crabbe und Goyle stellten sich so vor Ginny, dass sie keine Chance hatte weiter zu gehen. „Du bleibst schön bei uns!", hielt Crabbe sie fest und fing an zu lachen.
„Was ist so lustig?", fragte Ginny angewidert. „Nichts.", antwortete Crabbe hinterlistig und warf einen Blick in Malfoys Richtung, der mit einem breiten Grinsen antwortete: „Du wirst dir wünschen, Potter nie kennengelernt zu haben." Ginny kochte vor Wut. „Bis bald Wiesel. Pass auf, wo du allein hin gehst!", sagte Malfoy gehässig und verschwand mit Crabbe und Goyle in Richtung Kerker, ohne auf Ginnys verwunderten Gesichtsausdruck zu achten. „Was sollte das denn?"

Draußen war der schönste Sonnenschein und Ginny beschloss ihrer Wut auf Malfoy, Crabbe und Goyle beim Fliegen Luft zu machen. Eine Stunde war Ginny bereits in der Luft, als ihre Aufmerksamkeit auf etwas fiel, was sich am Rand des ‚Verbotenen Waldes' befand. Besser gesagt, auf jemanden der sich dort aufhielt.
Ginny sah sich um, ob noch jemand anderes in der Nähe war und flog dann auf diese Person zu. So leise wie möglich näherte sie sich Harry. Er war so in seine Gedanken vertieft, dass er Ginny nicht bemerkte.
„Sirius, ich brauche dich.", hörte sie Harry leise sagen. Ginny ging noch etwas dichter an Harry heran und sah, dass er einen kleinen zerbrochenen Spiegel in der Hand hielt. „Sirius, hörst du mich?", fragte Harry und seine Hände begannen zu zittern. Ginny legte vorsichtig ihre Hand auf Harrys Schulter. Er sollte wissen, dass er nicht allein war.
Harry drehte sich um und blickte einer bedrückten Ginny ins Gesicht. „Ginny, was machst du hier?
Es ist nicht gut, wenn du allein in der Nähe des Waldes bist!", fragte er und versuchte dabei nicht zu aufgewühlt zu wirken. „Ich bin doch gar nicht allein.", gab sie Harry zur Antwort und setzte sich neben ihn auf einen der Baumstämme, die am Waldrand lagen. Eine einzelne Träne löste sich aus Harrys Augen und lief an seiner Wange hinunter. „Sirius ist tot.", sagte Ginny und wischte ihm sanft die Träne ab. „Das weiß ich. Ich dachte nur ... Ach nichts."
„Hat Prof. McGonagall dir schon deine Strafarbeit gegeben?", lenkte Ginny in ein anderes Thema ein. Dieses Thema gefiel ihr zwar auch nicht sonderlich, aber vielleicht lenkte es Harry etwas von seinem Kummer ab. „Nein", antwortete Harry. „Mir auch noch nicht.", entgegnete der Rotschopf daraufhin.
„Du wirst auch keine bekommen und falls doch, dann werde ich sie erledigen. Es ist ..."
„... nicht meine Schuld, ich weiß.", unterbrach Ginny ihn. „Und doch ist es meine Schuld. Du hast mich nicht gezwungen, nachts durchs Schloss zu laufen."
„Aber ohne mich wärst du gar nicht los gelaufen. Und dann hatte ich nichts Besseres zu tun, als dir noch mehr Ärger zu verpassen. Nur weil ich nicht wollte, dass du wütend auf mich bist." Ginny nahm Harrys rechte Hand in ihre und hielt sie fest. Harry weigerte sich nicht mal, er ließ es einfach zu. Hatte er sich etwa mit den Gefühlen, die er für Ginny empfand abgefunden?
„Du machst dir Sorgen, dass ich wütend auf dich sein könnte? Das hätte ich nicht erwartet. Scheint ja so, als wären dir deine Freunde doch nicht egal." Ginny wartete gespannt auf Harrys Reaktion.
Nachdem Ginnys Worte bei Harry ankamen, riss er ruckartig seine Hand aus Ginnys und stand auf.
„Meine Freunde sind für mich das Wichtigste. Wichtiger als mein Leben."
Harry machte Anstalten, zurück zum Schloss zu gehen, als Ginny ihm hinterher rief: „Ich habe hier was für dich." Harry drehte sich wieder um und sah sie fragend an. Langsam zog Ginny etwas aus ihrem Umhang. Nach einem kurzen Moment identifizierte Harry den Gegenstand als seinen Tarnumhang und schaute sie ungläubig an. „Woher hast du den?", kam er zu Ginny zurück. „Hast du den etwa von McGonagall gestohlen?" „Natürlich nicht.", antwortete Ginny empört. „Ich habe sie danach gefragt und da hat sie ihn mir gegeben, einfach so." Ginny reichte Harry seinen Umhang, doch er zögerte ihn zu nehmen. „Nun nimm schon! Ich wollte ihn dir schon gestern Abend geben, aber du warst ja nicht da. Selbst ohne Tarnumhang ist es unmöglich, dich zu finden. Ich habe überall nach dir gesucht. ... Sogar auf dem Astronomieturm.", fügte sie leise hinzu und schaute leicht errötend zu Boden.

„Ich habe euch vorhin im Gemeinschaftsraum problemlos hören können. Warum hast du das gemacht?" „Warum? Je mehr wir dich drängen, desto abweisender wirst du uns gegenüber. Ich wollte nur verhindern, dass du dich ganz von uns abwendest. Schließlich fühlen wir uns trotz allem noch immer als deine Freunde, ... weil m... äh uns etwas an dir liegt! ... Habe ich denn wenigstens ein bisschen was erreicht?", fragte sie hoffnungsvoll. Sie konnte beobachten, wie sich seine Gesichtszüge verhärteten. Harry antwortete mit einem Kopfschütteln und Ginny fühlte sich, als hätte ihr jemand ins Gesicht geschlagen. Er bemerkte das und wollte zu einer Erklärung ansetzen.
„Ginny ich ..." Er stoppte abrupt. Irgendetwas war da gewesen. Irgendjemand hielt sich im Wald auf und belauschte die zwei.
Seine Augen ruhten auf der Stelle, aus der das Geräusch kam, entdeckten aber nichts. „Lass uns hier verschwinden!", sagte er zu Ginny. Er schwang sich auf Ginnys Besen und zog sie kurzerhand vor sich. Perplex über die extremen Gefühlsschwankungen nahm sie anfangs kaum wahr, dass Harry sie mit beinahe spielerischer Leichtigkeit um ihre Hüfte gegriffen hatte und sie festhielt. Auch wenn der Besen eigentlich nicht für zwei Personen gedacht war, so fühlte sich Ginny doch absolut sicher und genoss den kurzen Flug so gut es ging. Harry war konzentriert geflogen und entspannte sich erst wieder, als sie am Schloss ankamen. Ginny bekam nicht mit, dass Harry ihren leisen Seufzer mit dem Hochziehen beider Augenbrauen quittierte, als er sie vorsichtig vom Besen hob.
„Was war eigentlich dort am Waldrand?", fragte Ginny als sie ins Schloss kamen und drehte sich nochmals zum Wald um. „Keine Ahnung. Ich weiß nur, dass wir beide nicht die Einzigen waren."

„Es ist Zeit fürs Abendessen, du solltest in die ‚Große Halle' gehen!", meinte Harry. „Nur wenn du mir versprichst, im Schloss zu bleiben. Wenn da wirklich jemand war, ist es viel zu gefährlich für dich." „Das verspreche ich dir.", lächelte Harry Ginny an. Wieder ernster fragte er: „Hat dich noch jemand blöd von der Seite angemacht oder dich bedroht?" „Nein", log Ginny und musste an Malfoy, Crabbe und Goyle denken. :Waren es vielleicht die drei, von denen sie belauscht wurden?:
„Ginny?" Verlegen sah sie zu Boden und signalisierte Harry damit, dass nichts in Ordnung war. „Du sagst mir jetzt, was passiert ist!", forderte Harry sie auf. „Ich soll was?" „Ginny, bitte!" „Nein Harry. Nicht nur du hast das Recht, etwas zu verheimlichen." Das war das letzte, was Harry von Ginny zu hören bekam.
Nach dieser Antwort klappte Harry seinen Mund erstmal zu. Er hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit dieser ehrlichen aber doch drastischen Reaktion gerade von Ginny. Trotzdem war er sich sicher, dass entweder Malfoy, Crabbe und Goyle oder Seamus etwas damit zu tun hatten.
Allerdings hatte er ebenfalls einen gewissen Eindruck davon erhalten, wie er sich heute früh seinen Freunden gegenüber verhalten hatte, wie sie sich wohl nach seinen Reaktionen fühlen mussten.
Er schüttelte den Kopf und verwarf schnellstens diesen Gedanken.

Der Montagmorgen kam schneller, als Harry es sich erhofft hatte. Unterricht hieß, sich vor den anderen zu zeigen.
Die ersten beiden Stunden, die sie hatten, waren Zaubertränke. Da Harry Snape nicht mehr widersprach, keine Fehler mehr machte und sich auch sonst vom Unterricht distanzierte, hatte Snape selten einen Grund, ihn zu drangsalieren. Und wenn doch, störte es Harry nur wenig. Auch Snape beließ es dabei und störte sich nicht weiter an Harrys Verhalten. Nur ab und zu warf er noch einige Beleidigungen in den Raum. Wie Ron schon sagte, keiner der Lehrer schien sich wirklich um Harry zu kümmern.

In der dritten und vierten Stunde hatten sie Verwandlung bei Prof. McGonagall. Auch hier saß Harry ganz hinten am Tisch und arbeitete still vor sich hin.
Prof. McGonagall ging durch die Reihen und verteilte benotete Aufsätze. „Ich habe ihre Aufsätze nach UTZ-Standard benotet und war von einigen sehr enttäuscht. Mr Weasley, ich war in letzter Zeit besseres von ihnen gewohnt.", sagte sie und gab Ron seinen Aufsatz zurück, auf dem ein M stand. Enttäuscht blickte er Hermine an, die ihn anlächelte und mit den Schultern zuckte. „Das nächste Mal.", flüsterte sie ihm zu.
„Mr Finnigan, sie hätten sich besser auf ihre Arbeit konzentrieren sollen."
Eine Arbeit hatte sie noch in der Hand, mit der sie vor Harrys Tisch stehen blieb. „Sehr gut, Mr Potter.", sagte sie anerkennend. Jeder einzelne Schüler drehte sich um, was Harry überhaupt nicht gefiel. Vor ihm lag sein Aufsatz. O, wie ‚Ohnegleichen' konnte Harry auf seinem Pergament erkennen, ‚Weiter so!', stand als kleine Bemerkung darunter.
„Wer auch sonst.", rief Seamus in die Klasse und wollte damit Aufmerksamkeit erlangen.
Aufmerksamkeit sollte er wohl bekommen, nur nicht so, wie er es sich erhofft hatte.
Harry schnaubte nur und sah kurz zu seiner Lehrerin auf, die bereits Unheil verkündend, auf dem Weg zu Seamus war.
Ohne ein Wort zeigte sie in Richtung Tür und wies Seamus damit an, zu gehen. „Professor, ich...
Das können sie nicht machen.", stotterte Seamus. Er wusste genau was geschieht, wenn jemand aus einem UTZ-Kurs ausgeschlossen wurde. Jeder Lehrer hatte sie bereits am Anfang des Jahres davor gewarnt. „Professor bitte!"
„Ich habe alle Kursteilnehmer darüber aufgeklärt, was passiert, wenn sie meinen UTZ-Kurs absichtlich stören. Sie, Mr Finnigan, haben es trotzdem gewagt.", erklärte sie gelassen. „Sie haben einen ihrer Mitschüler vor versammelter Klasse beleidigt. So etwas dulde ich nicht. Sie müssen jetzt wohl mit den Konsequenzen leben. Bitte verlassen sie sofort meinen Unterricht, damit wir ungestört weiter arbeiten können!"
Seamus sah sie mit geweiteten Augen an. „Nun, Mr Finnigan, ich warte. Ich würde den Unterricht gern fortsetzen." Seamus stand auf und warf Harry einen tödlichen Blick zu, bevor er zur Tür ging.
„Ach Mr Finnigan, bevor ich es vergesse. Gryffindor werden dank ihnen 50 Punkte abgezogen." Seamus öffnete grimmig die Tür und verließ das Klassenzimmer.
„Ich hoffe, dass war auch ihnen eine Lehre. Ich möchte nicht noch einmal so eine Unart von Benehmen, bei einem meiner Schüler erleben."
Der Rest der Stunde verlief wieder normal. Sie behandelten die Theorie des Animagus-Zaubers und jeder überlegte, in welches Tier er sich verwandeln würde. Doch das lag noch in weiter Ferne. In der Schule würden sie nur die Theorie behandeln.

„Mr Potter, einen Augenblick bitte!", hielt McGonagall ihn auf. „Würden sie bitte zu mir kommen?", fragte sie, da Harry nur in der Tür stehen blieb. „Das war die beste Arbeit, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Sie übertreffen Miss Granger bei weitem.", versuchte sie Harry aufzuheitern. Doch nichts, nicht einmal ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht, es ließ ihn völlig kalt. Stumm stand er vor McGonagalls Schreibtisch.
„Ich fasse mich kurz, Harry. Mr Filch erwartet sie heute um 17 Uhr in der Eingangshalle. Alles weitere erfahren sie von ihm. Sie werden ihm ihren Zauberstab aushändigen und ..." Harry wollte protestieren, doch Prof. McGonagall redete ungeachtet dessen weiter. „Sie werden tun, was ich ihnen sage. Ihnen kann nichts passieren." „Nein Professor, ich werde meinen Zauberstab nicht aus der Hand geben." Harry hatte den Verdacht, dass seine Lehrerin die Lage in der er sich befand, nicht ganz einschätzen konnte. Vielleicht war sie noch zu sehr über Seamus' Benehmen erzürnt und in Bestrafungslaune, so dass sie übers Ziel hinaus schoss.
„Oh doch, das werden sie. Ich kann bei ihnen keine Ausnahme machen." Sie durchwühlte die Schublade ihres Schreibtisches und nur einen Moment später hielt sie Harry einen Zauberstab unter die Nase. Harry klappte der Mund auf und sah abwechselnd auf Prof. McGonagall und den Zauberstab in ihrer Hand.
„Sie werden Mr Filch geben, was er verlangt! Haben wir uns da verstanden?" „Danke Professor.", antwortete Harry, nahm den Zauberstab entgegen und wollte zu Tür gehen.
„Wir sind noch nicht fertig. Das war erst die erste Strafarbeit.", hielt ihn seine Lehrerin auf.
„Zwei?", fragte Harry überrascht und drehte sich um. „Ich hatte ihnen gesagt, dass ich den Zusammenstoß mit Mr Malfoy, Mr Crabbe und Mr Goyle nicht gutheißen kann. Sie haben zwei ihrer Mitschüler verletzt."
:Das musste doch so kommen. Warum auch nicht? Ich werde dafür bestraft, dass ich Ginny geholfen habe und die anderen Drei gehen leer aus. – Wie immer.:
„Ich möchte, dass sie am Mittwoch nach dem Abendessen in mein Büro kommen." „Und was wird mich dort erwarten?", fragte Harry, seine Stimme klang wieder gleichgültig. „Ihre Strafarbeit, Mr Potter. Das war alles. Sie dürfen gehen. Lassen sie sich ihr Mittagessen schmecken!"

Ohne noch ein weiteres Wort an seine Lehrerin zu richten, verließ er das Klassenzimmer.
„Potter!", knurrte eine Stimme hinter Harry. „Was willst du?", entgegnete Harry genervt und blieb stehen, jedoch ohne sich umzudrehen. Seamus kam dichter. „Du bist tot, Potter." „Ach komm Finnigan, du nicht auch noch. Wenn du das dringende Bedürfnis hast, mich tot zu sehen, dann stell dich hinten an. Es gibt Personen, die schon wesentlich länger darauf warten, denen solltest du den Vortritt lassen."
Seamus Augen verengten sich und er sah Harry abwertend an. „Du wirst bereuen, je einen Fuß in diese Schule gesetzt zu haben. Ich werde dir keine Ruhe lassen. Ich werde zu deinem Alptraum."
„Du?", lachte Harry. „Das ist doch nicht dein Ernst. Wenn du mein Alptraum wärst, dann würde ich schon bei dem Gedanken daran, vor Lachen nicht in den Schlaf kommen."
Seamus Augen blitzten wütend auf und seine Hand ging in Richtung Zauberstab. Im gleichen Moment trat Prof. Snape an die Beiden heran. „Das würde ich unterlassen, Mr Finnigan. Sie haben sich für heute schon genug Ärger eingehandelt. Ich denke das reicht."

Dass Seamus aus McGonagalls Unterricht verwiesen wurde, war zum Mittag Gesprächthema Nummer eins. Wirklich jeder, ohne Ausnahme hatte dieses Thema beim Wickel.
Besonders Ginny freute sich über die neue Nachricht.
Plötzlich verschwand Ginnys Lachen. Es war wohl mehr der Brief von Prof. McGonagall, der ihr überreicht wurde, als die Schadenfreude, die ihr das schlechte Gewissen gegenüber Seamus bescherte. Schlechtes Gewissen? – Für den?
Mit zittrigen Händen öffnete sie den Brief. ‚Strafarbeit', war die Überschrift. ‚Mr Potter, da ihnen auf Grund eines Regelverstoßes am Samstag, den 13.03, eine Strafarbeit zugewiesen wurde, erwartet Mr Filch sie heute um 17 Uhr in der Eingangshalle.' „Schon wieder Filch.", stöhnte Ginny und zog damit die Aufmerksamkeit von Ron und Hermine auf sich. „Was ist mit Filch?", fragte Ron und bemerkte Ginnys Brief. „Ist das die Strafarbeit?" Ginny nickte und las weiter. ‚Mit freundlichen Grüßen, Prof. McGonagall.'
„Der ist nicht für dich, Ginny.", sagte Ron und deutete auf Harrys Namen. Das hatte sie in der Aufregung übersehen. Aber warum hat Prof. McGonagall ihr den Brief gegeben und nicht Harry?
Erneut las sie sich den Brief durch und betrachtete anschließend noch mal den Umschlag. „Da steht kein Name drauf."
Hermine überlegte und sagte: „Vielleicht will Prof. McGonagall nur sicher gehen, dass du dich bei Harry für seine Hilfe bedankst." „Hier steht aber nicht, um was für eine Strafarbeit es sich handelt.
Wie bitte schön soll ich ihm helfen, wenn ich nicht weiß, wo er hin muss." „Da musst du wohl oder übel deinen Grips anstrengen Schwesterchen.", neckte Ron sie. Ginny sah ihn grimmig an.
„Vielleicht solltest du mal deinen Grips anstrengen, damit du bessere Noten schreibst." „Woher weißt du das denn?", fragte Ron perplex. „Tja Brüderchen, der Buschfunk funktioniert.", antwortete Ginny und stand auf. „Bis nachher.", verabschiedete sie sich.

Bis zur nächsten Stunde hatte Ginny noch etwas Zeit. Sie setzte sich auf eine der Bänke, die auf dem Schulhof standen und nahm sich den Brief von McGonagall noch mal vor. ‚Wie sollte sie das nur anstellen? Wie sollte sie unbemerkt an Harry heran kommen?'
Mit einem kleinen Lächeln, dachte sie an ihre Strafarbeit. Welche Wut sie am Anfang auf Harry hatte und er schließlich neben ihr in der Eulerei auftauchte, um ihr zu helfen. Aber auch die Gefühle, welche sie für Harry empfand, traten ihr vor Augen und Ginnys Bauch begann zu kribbeln.
Da schoss es ihr durch den Kopf. – Der Tarnumhang. Harry hatte ihn nicht genommen oder besser gesagt, er kam nicht dazu. Das war die Idee.

Wieder lagen mehrere Bücher auf dem Bett verteilt, auf dem Harry sich nieder ließ. „Der und mein Alptraum." Noch immer konnte Harry sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Für wie toll hält der sich eigentlich? Alptraum. Wenn er nicht bald Ruhe gibt, werde ich zu seinem."
Neben den Gedanken an Seamus, traten auch Bilder von Ginny vor seine Augen. Ihr Lächeln, so wunderbar und perfekt. Ihre Haut so samtweich, ihre Stimme so angenehm, wenn sie nah in seinen Ohren klang... ihr Geruch...da war es wieder – dieser Geruch, der ständig Harrys Träume von Ginny begleitete. Er war noch nie so intensiv gewesen wie jetzt. Trotz der Intensität dieses Geruches, war Harry nicht in der Lage, diesen zu beschreiben. Eigenartig aber trotzdem sehr angenehm, war das Einzige, was Harry dazu einfiel.

„Harry Potter!Harry Potter? Geht es Harry Potter nicht gut?" Harry zuckte zusammen und wachte aus einer Art Trance auf. „Dobby, was ..."
Der Hauself stand mit besorgtem Blick vor ihm. „Harry Potter war mit seinen Gedanken wohl woanders.", sagte er und hielt Harry ein Tablett mit Essen hin. "Danke Dobby, aber ich habe keinen Hunger." Harry stand auf und streckte sich mehrmals. „Harry Potter muss aber essen. Er kann nicht nur von seinen Büchern und Träumen leben." Dobby verbeugte sich so tief es ging, als er Harrys erschrockenen Gesichtsausdruck sah. „Was mache ich? Von welchen Träumen redest du?"
Dobby sah wieder auf. „Die kleine Miss Weasley nimmt jede Nacht die Träume von Harry Potter ein. Erst träumt er von dem, dessen Name nicht genannt werden darf und dann von Ginny Weasley."
„Woher...?" „Woher Dobby das weiß? Jede Nacht, in der Harry Potter seinen Schlaftrank nimmt - Dobbys Meinung nach, geschieht das viel zu oft - passt Dobby auf ihn auf. Angenehme Träume unterdrückt der Schlaftrank nicht, nur die Alpträume. Dobby weiß, dass Harry Potter den Trank abgewandelt hat, aber trotzdem kann er noch gefährlich werden. Harry Potter muss aufpassen!"
„Ich passe schon auf mich auf. Ich weiß genau was ich tue."
Wieder schweiften Harrys Gedanken ab. Warum schaffte er es nicht, Ginny aus seinen Gedanken zu vertreiben, warum war er dazu nicht in der Lage. Jeden Zauber bekam er ohne größere Probleme zustande und wie oft hatte er sich schon gegen Voldemort behauptet. Doch dies war etwas Unmögliches.
„Harry Potter mag Miss Weasley sehr gern, hat Dobby Recht?" Harrys Magen zog sich schmerzhaft zusammen und Angst breitete sich in ihm aus. Angst davor, dass es auch andere bemerken würden. Wenn jemand herausfand, was Harrys wirklich fühlte, dann war alles umsonst. Jeder einzelne seiner Freunde wäre in noch größerer Gefahr. Harry graulte sich vor dem Gedanken was passieren könnte, wenn seine Gefühle zu einer bestimmten Person bekannt wären. :Moment mal! Hab ich da eben tatsächlich das gedacht was ich.... Tja, jetzt habe ich es schon mir selbst gegenüber zugegeben. Wenn Dobby es schon weiß, dann wird es nicht mehr lange dauern, dass die anderen auch was mitkriegen.:

„Da bist du ja. Wo warst du?", lief Sophie Ginny entgegen. Beeil dich! Wir haben nur noch 5 Minuten." Immer noch über Harry nachgrübelnd, lief sie neben Sophie her. Wahrsagen stand bei den Gryffindors der fünften Klasse auf dem Stundenplan. Bestimmt nicht eins ihrer Lieblingsfächer.
Nachdem sie auch diese Stunde hinter sich gelassen hatten, stiegen sie das Schlossgelände hinab, um auch die letzte Stunde – Pflege magischer Geschöpfe – hinter sich zu bringen. Zwar war Hagrid, als Lehrer und auch seine Stunden, um Längen besser als die von Trelawney, doch Ginny hatte keine Lust und konnte sich daher auch nicht richtig konzentrieren. Aber es lag wohl weniger daran, dass sie keine Lust hatte, sondern, dass sie ständig mit ihren Gedanken bei Harry war.
„Miss Weasley, hören sie mir überhaupt zu? Ginny! – Erde an Ginny!" „Was? Oh, entschuldige Hagrid! ÄHHH, nimm das weg!", schrie Ginny und sprang wie von einer Tarantel gestochen auf. Die ganze Klasse kugelte sich vor Lachen.
Ginny sah angewidert auf das, was sich in Hagrids überdimensionaler Hand befand. „Was ist das denn?" Sie hatte noch nie etwas gesehen, was einem Tier weniger ähnelte als dieses Ding in Hagrids Hand, was es auch immer sein sollte. Selbst ein Knallrümpfiger Kröter oder ein Flubberwurm sah mehr nach einem Tier aus.
„Tja, wenn du aufgepasst hättest, anstatt Löcher in die Luft zu starren - wenn es morgen regnet, ist es übrigens deine Schuld - dann bräuchtest du nicht zu fragen." Ginny bekam merklich Farbe, was auch das Lachen ihrer Mitschüler noch steigerte. „Es reicht.", rief Hagrid und sah dabei nicht mehr so freundlich aus. „Ihr habt ja wohl genug gelacht. Irgendwann muss auch mal Schluss sein.
Ihr seid alle alt genug, um eure Grenzen genau zu kennen."
Ginny sah sich hilfesuchend nach Sophie um, deren Mundwinkel noch immer verdächtig zuckten.
„Ginny, ich möchte, dass du bis zur nächsten Stunde herausfindest, um welches Tier es sich handelt und anschließend hältst du vor der ganzen Klasse einen Vortrag!" Ginnys Augen weiteten sich. „Aber Hagrid." „Nichts ist mit ‚aber Hagrid'. Und wehe, einer von euch hilft Ginny dabei.", warnte Hagrid die Klasse.

Bockig, wie ein kleines Kind, lief Ginny hoch zum Schloss. Sophie konnte sich auf den Kopf stellen, doch Ginny ignorierte sie.
Abrupt blieb Ginny stehen. Die Sechstklässler von Gryffindor kamen aus Richtung der Gewächshäuser. Hinten, als letzter ging Harry. Ginnys Herz machte einen Hüpfer und begann zu rasen. Die Schmetterlinge waren wieder da.
Sophie blieb hinter Ginny stehen und folgte ihrem Blick. „Harry?", fragte sie leise, so, dass nur Ginny sie hören konnte. Ginny reagierte nicht. „Vergiss ihn! Er will mit niemandem etwas zu tun haben." „Ach, was weißt du schon.", flappte Ginny sie an und ging weiter. Sophie zog eine Augenbraue nach oben und meinte in beschwichtigendem Ton. „Entschuldigung. Aber du scheinst wohl mehr zu wissen, oder irre ich mich?"

Sollte sie Harry suchen und ihm von dem Brief erzählen? Sollte sie Harry doch lieber den Tarnumhang zurückgeben? Mit diesen Gedanken und dem Tarnumhang auf dem Schoss, saß sie im Schneidersitz auf ihrem Bett. Was, wenn sie wieder von jemandem erwischt werden würde? Sie hatte ihr Glück schon zu oft herausgefordert und dabei verloren.
Das Gefühl, welches der Tarnumhang in ihren Händen hinterließ, war angenehm. Wie Wasser glitt der weiche Stoff über ihre Hände. Sie berührte den Stoff mit ihrer Wange und ihr schien, dass sie einen Hauch Harry wahrnehmen konnte. Sie musste grinsen. Der Kerl schien momentan immer und überall in ihrer Nähe präsent zu sein. Wenn sie ehrlich sich selbst gegenüber war, empfand sie dies jedoch nicht als unangenehm.
Ginny sah auf die Uhr. – 16:30. Zweifel breiteten sich in ihr aus. Sie zweifelte nicht daran, dass sie bereit wäre, ihm zu helfen. Nein, doch daran, dass Harry es zulassen würde. Aber Harry hatte Ginny auch nicht gefragt, ob sie seine Hilfe wollte.
Warum überhaupt hatte Ginny keine Strafarbeit bekommen? Hatte McGonagall nicht gesagt beide?
Vielleicht hatte sie Harrys Bitte nachgegeben. Es konnte natürlich auch sein, dass sie ihre noch bekam und McGonagall nur noch nicht die Richtige gefunden hatte. Warum lange nachdenken, einfach abwarten.

Ginny faltete den Tarnumhang so zusammen, dass sie ihn kaum sichtbar unter ihrer Jacke verstecken konnte. Hinter einer der vielen Rüstungen, die es in den Fluren der Schule gab, warf sie sich den Tarnumhang über. Leise, um auch wirklich unbemerkt zu bleiben, ging sie die Treppen zur Eingangshalle hinab.
Ginny brauchte auch nicht lange zu warten, bis Filch kam und sich genau so, wie auch schon bei ihrer eigenen Strafarbeit, ans Ende der Treppe stellte, um auf sein Opfer zu warten. Nur– bei dem Gedanken musste Ginny etwas schmunzeln – würde dieses Opfer es ihm gewiss nicht leicht machen. Harry würde sich nicht so schnell einschüchtern lassen.
Schon jetzt hatte Filch ein fieses Grinsen im Gesicht. Wieder stieg Ablehnung in Begleitung von Übelkeit in Ginny auf, welche sie nur schwer unterdrücken konnte.

Nur einen Augenblick später kam Harry die Treppen hinunter. Ginny blieb fast der Atem weg, so aufgeregt war sie. „Ah, guten Abend Mr Potter.", heuchelte Filch in Harrys Richtung. Harry antwortete nicht. Stattdessen zog er seinen Zauberstab hervor und überreicht ihn dem Hausmeister.
Ginny glaube ihren Augen nicht zu trauen. :Was macht der da? Ist er verrückt geworden? Er kann doch nicht.: ‚Nein nicht!' wollte Ginny schon fast rufen, besann sich aber noch rechtzeitig eines Besseren.
„Wie ich sehe, hat Prof. McGonagall doch noch Einfluss auf ihre Schüler.", sagte Filch und nahm Harrys Zauberstab entgegen.
:McGonagall?: In Gedanken, erfand Ginny die unglaublichsten Schimpfwörter für ihre Lehrerin.
:Wie kann sie so etwas nur zulassen? Harry ist ohne seinen Zauberstab schutzlos!:

Misstrauisch musterte Filch den Zauberstab. „Es ist mein Zauberstab. Gehen sie zu Prof.
McGonagall und fragen sie sie." „Schon gut, Mr Potter. Ich denke, die Strafarbeit wird ihnen richtig Freude machen." Ein hinterhältiges Grinsen, welches die ekelhaften und braun fleckigen Zahnstummel erkennen ließ, zeigte sich auf Filchs Gesicht. „Da bin ich mir sicher. Ich freue mich schon riesig.", erwiderte Harry. „Ihr Grinsen wird ihnen schon noch vergehen.", versicherte Filch.
„Wollen wir? Ich will heute noch ins Bett.", sagte Harry kalt und Ginny musste daran denken, dass genau diesen Satz Filch zu ihr gesagt hatte, als sie auf dem Weg zur Eulerei waren. Also war Harry von Anfang an bei ihr gewesen.

Filch führte Harry zu den Gewächshäusern, wo er breit grinsend die Tür öffnete. „Bitte eintreten der Herr!" Ginny schaffte es gerade noch so, unbemerkt ins Gewächshaus zu gelangen, bevor Filch die Tür hinter sich schloss. :Der wird ja wohl hoffentlich nicht die ganze Zeit hier bleiben!:, dachte sich Ginny.
„Können sie schon erahnen, was auf sie zukommt?", fragte Filch und zeigte in die gegenüber liegende Ecke, in der ein Spaten stand. „Umgraben?", kam es von Harry. „Richtig geraten Mr Potter. Das ganze Gewächshaus bitte. Sie müssen mir glauben, dass ich nur zufällig das Größte erwischt habe." „Sofort.", entgegnete Harry und nahm Filch den Spaten ab.
Mit: „Viel Spaß!", verabschiedete sich Filch von Harry und verschwand zurück zum Schloss.

Harry rammte den Spaten wütend in den Boden. „Was machst du hier?", fragte er und sah sich im Gewächshaus um. Niemand antwortete ihm. „Warum bist du mir gefolgt?", fragte er weiter. Wieder antwortete niemand.
Harry drehte sich um und sah zu der Stelle, an der er Ginny vermutete. Langsam setzte er sich in Bewegung und bleib genau vor Ginny stehen. Ihr Herz schlug heftig. „Das hättest du nicht tun sollen.", sagte Harry und zog dann sanft den Tarnumhang erst von Ginnys Kopf, anschließend von ihren Schultern, so dass er beinahe geräuschlos hinter ihr zu Boden glitt.
Sich dieser außergewöhnlichen Situation bewusst, sah sie mit großen Augen zu Harry auf, wobei ein kleines Lächeln über sein Gesicht huschte. „Danke", flüsterte er ihr zu.
„Ich habe dir gesagt, dass ich dir helfen werde.", entgegnete Ginny und ging in Richtung Spaten, den Harry in den Boden gerammt hatte.
„Nein Ginny, ganz bestimmt nicht.", hielt Harry sie auf und hielt den Spaten fest. „Harry, ich ..."
„Nein! Wie hast du das überhaupt rausgefunden?" Immer noch hielt er den Spaten fest, da Ginny krampfhaft versuchte an diesen ranzukommen. „Ich – habe – auch – meine – Methoden." Es war zwecklos. Ginny schaffte es nicht, den Spaten Harrys Händen zu entreißen.
„Na, gibst du endlich auf?", feixte Harry. Ginny ließ sich mit erboster Miene auf den Boden fallen.
„Ich bleibe hier, egal was du sagst oder tust. Ich werde dir helfen."
Harry hockte sich vor Ginny und sah sie an. Ihr langes rotes Haar, welches mittlerweile schon fast bis zu Hüfte reichte, fiel ihr ins Gesicht. Zaghaft strich Harry eine Strähne beiseite und blickte in ihre wunderschönen Augen. „Wenn Filch oder McGonagall dich hier erwischen, dann bekommst du noch mehr Ärger."

Gerade wollte Ginny ihm von dem Brief erzählen, als im gleichen Moment Draco Malfoy und Co auf das Gewächshaus zukamen, indem Harry und Ginny sich befanden.
„Schnell unter den Tarnumhang! – Beeil dich!" Harry zog Ginny hoch und warf ihr den Tarnumhang über. „Und du?", fragte Ginny nervös und sah sich nach den drei unheilbringenden Gestalten um.
„Mach dir keine Sorgen! Mit denen werde ich schon fertig." Auch Harry wurde langsam nervös, da die drei immer näher kamen. „Wie denn, ohne Zauberstab?" „Los schnell!", war Harrys Antwort darauf. Aber Ginny bot Harry ihren Zauberstab an „Nimm meinen!" Harry schüttelte den Kopf. „Ich habe meinen Zauberstab.", versuchte Harry sie zu beruhigen und zog ihn ein kleines Stückchen unter seinem Shirt hervor.
Versteck dich dahinter!", deutete Harry auf ein nahe stehendes Regal.

Fast hätte es geklappt, gerade noch rechtzeitig konnte Ginny sich verstecken, als die Tür des Gewächshauses aufflog. „Potter der Maulwurf.", rief Malfoy und Crabbe und Goyle grunzten an seiner Seite. „Der große Potter muss sich seine Finger schmutzig machen. Hat dich die böse McGonagall bestraft, da du deine Finger nicht still halten konntest und den Beschützer spielen musstest?"
Harry sah Malfoy abfällig an. „Ich weiß nicht was du meinst. Umgraben gehört zu meinen größten Leidenschaften. Ich kann meine Begeisterung nur schwer verstecken."
Malfoys Augen blitzten hinterlistig auf. „Das ist deine größte Leidenschaft? Und ich dachte immer diese Weasley-Schlampe wäre das." Harry merkte, wie Wut in ihm aufstieg. Es kostete viel Kraft, sich unter Kontrolle zu halten. Auch Ginny zitterte vor Wut unter dem Tarnumhang.
Harry hatte seine Hände zu Fäusten geballt und ging auf Malfoy zu. Wieder, als wenn es schon ein Reflex der Beiden war, stellten sich Crabbe und Goyle schützend vor Malfoy und somit Harry in den Weg. „Habt ihr von unserer letzten Begegnung nichts gelernt?", fragte er die Beiden. Wissend, dass er gut geschützt war, fing Malfoy erneut an, Harry zu reizen. „Ich würde mich zurückhalten, Potter.
Du bist allein und ohne Zauberstab und wir zu dritt." Jeder der drei zog seinen Zauberstab hervor.
„Beim letzten Mal hattest du nur Glück." Harry schnaubte. „Euch schaffe ich auch ohne Zauberstab." „Oh, der große Potter hat gesprochen."
„Ich habe vorhin Finnigan gesehen. Er hat seine kleine Freundin gesucht. Ob er sie schon gefunden hat?", warf Goyle ein und war gespannt auf Harrys Reaktion.
Harry blieb ruhig. Jedenfalls so ruhig, wie man in solch einer Situation bleiben konnte. Da Harry nicht reagierte, redete Goyle weiter. „Er meinte, dass er Potter aus ihrem Kopf schon wieder vertreiben würde."
Trotz dieser drohenden Worte war Harry froh, dass Ginny in seiner Nähe und damit für den Moment nicht in unmittelbarer Gefahr war. Außerdem wusste sie jetzt über Seamus' Pläne bescheid.

„Hey Potter!", meldete sich Malfoy wieder. „Was ist mit dir? Verteidigst du deine kleine Freundin gar nicht? Wenn Finnigan mit ihr fertig ist, wird sie nie wieder einen Gedanken an dich verschwenden."
„Ich habe nie behauptet, dass sie meine Freundin ist. Ich kann es nur nicht leiden, wenn jemand, besonders ein Slytherin, einem Gryffindor blöd kommt."
„Ach komm schon! Uns kannst du es doch erzählen. War sie so schlecht im Bett, dass du sie schon vergessen hast? Dann hat Finnigan ja wirklich nichts verpasst. Wir sollten ihn aufhalten, nicht dass er enttäuscht wird."

Harry ahnte, dass Ginny drauf und dran war, Malfoy an den Hals zu springen. Er musste irgendetwas tun. Doch was sollte er sagen? Ginny stand keine fünf Meter von ihm entfernt. Egal, später würde er es ihr erklären. „Ich habe keine Ahnung, wie Ginny im Bett ist und ich habe auch nicht vor, es herauszufinden. Meine so genannten Freunde sind mir egal. Sie gehören zwar zum selben Haus wie ich, ansonsten haben wir aber nichts mehr miteinander zu tun!" Harry wunderte sich, wie abfällig er die Wörter ‚so genannte Freunde' über seine Lippen brachte, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. „Ich will nur meine Ruhe haben."
Malfoys Grinsen wurde immer breiter. „Dann kann sich Weasley ja wieder mit Finnigan amüsieren, wenn Harry Potter kein Interesse an ihr hat. Und die weiblichen Schüler Hogwarts können wieder hoffen, dass der berühmte Potter sie bemerkt."
„Wenn sie meint und diesen Idioten braucht. – Bitte schön, das ist ihre Entscheidung, ich werde sie nicht aufhalten."

Sogleich sollte Harry seine Worte bereuen. Wenn er gedacht hatte, Ginny würde still in der Ecke stehen bleiben und auf seine Erklärungen warten, dann hatte sich wohl vertan. Er hatte seinen Satz noch nicht ganz beendet, als Ginny ihre Tarnung aufgab. „Du Schwein, du bist nicht einen Deut besser, als dieses Tränentier Finnigan.", keifte Ginny. Niemand hatte gesehen, wie sie unter dem Tarnumhang hervorkam. Doch plötzlich stand sie neben Harry und verpasste ihm eine saftige Ohrfeige. „Ginny ...", wollte Harry anfangen zu erklären, doch er kam nicht dazu. Auch die andere Seite musste er hinhalten.
Weinend lief sie zur Tür. „Nun halt sie doch fest!", flappte ein erstaunter Malfoy Crabbe an. „Bring sie zurück!", verlangte er von ihm, da Ginny bereits durch die Tür war.
„Stehen bleiben Weasley!", jagte Crabbe Ginny hinterher. Harry machte Anstalten aus dem Gewächshaus zu kommen, um Ginny zu helfen, doch Malfoy und Goyle standen mit gezogenem Zauberstab vor ihm. „Sie wird gleich zurückkommen.", grinsten sie süffisant.

In zwei Wochen gibt des das nächste Kap. Denkt bitte daran, mir ein paar Reviews zu hinterlassen.
Klagen, Drohungen und Kritik gehen wie immer an mich. Falls nötig, leite ich sie weiter.
Bis zum Nächsten.

Bye!
bepa