Bevor es losgeht, noch ein Dankeschön an alle die mir ein Review geschickt haben und natürlich auch an die, die die FF nur lesen.
choooo- Mal sehen, ob Ginny ihm verzeihen kann.
Mr.P- Danke auch dir!
Jo Lizard- Wer? Wenn es um die Liebe geht, kann man selten klar denken.
Alex Black 5- Na mal sehen, ob du Recht behältst.
Noch länger? Dieses Kapitel wird etwas kürzer und auch das Nächste.
Erst Kap. 9 wird richtig lang. Aber ich hoffe, es gefällt dir trotzdem.
Du musstest leider etwas länger als 2 Wochen warten. Kannst du mir noch mal verzeihen?
MechWOLLIer- Danke! Ach, du hättest die Punkte, die dir gefallen haben ruhig aufzählen können. Das Feld, in dem du deine Reviews hinterlassen kannst, ist groß genug. -)
Candy222- Schön, dass du wieder vorbeischaust. -) Was, ich bin gemein? Das meinst du sicherlich nicht ernst, oder?
Mit einfach in die Arme fallen ist da nichts. Was ist, wenn Harry sie nicht auffängt?
Woher Malfoy von der Strafarbeit wusste, wird sich bald aufklären. Hab noch etwas Geduld!
Carika- Danke! Na klar geht es weiter.
fitsch-
Schon wieder gemein? Jetzt bin ich aber geknickt. Ich habe mich immer
für einen netten und lieben Menschen gehalten. Vielleicht sollte ich
mal anfangen, gemein zu werden.
Danke für dein Kompliment. Aber wie schon mal gesagt, ohne meinen Betaleser wäre ich NICHTS.
Joanna- Und wie immer DANKE-)
Josy- Und nun zu dir, Sonne!
Danke, danke! So viel Lob. Du musst dich auch nicht entscheiden.
Schreib ruhig weiter zu beiden deine Reviews. Ich freue mich über jedes.
Kann Harry es erklären und passiert Ginny nichts? Noch haben wir kein
Weihnachten. Und außerdem habe ich schon oft gelesen, dass ich GEMEIN
bin. Ich sollte dem mal gerecht werden.
Ich denke, dass Ginny noch empfindlich und naiv sein darf. Immerhin ist
sie erst 15. Und die Liebe kann auch ganz schön was durcheinander
bringen im Kopf.
Na na, schon wieder das ‚schlimme' Wort. Aber du hast Recht.
So, genug gefreut! Hier kommt Kapitel 7. knuddel
laser-jet- Fein gemacht!
Wie könnte ich das jemals wieder vergessen. Und falls doch, wirst du mich sicherlich daran erinnern.
Auch
an dieser Stelle noch mal ein - Ich weiß nicht wie ich das noch
ausdrücken soll. – GROßES Dankeschön an DKub. Diesmal hatte er es
besonders schwer.
Ein kleines Lob nur für ihn, wäre lieb.
Bevor
ihr euch auf das Kapitel stürzt, muss ich euch noch vorwarnen. Versteht
dieses Kapitel bitte nicht falsch! Es wird mit Sicherheit nicht das Letzte sein.
Ich hoffe, dass ich euch bis nächsten Freitag eine Erklärung dazu liefern kann.
Genug gelabert, weiter geht's!
Wie auch sonst:
Die Story ist auf den 5 HP-Büchern aufgebaut. Alle Figuren, die ihr aus
den Büchern von J.K.Rowling kennt, gehören ihr. Nur das, was ihr nicht
aus ihren Büchern kennt, ist auf meinem Mist gewachsen. Ich verdiene
mit dieser Geschichte keinen einzigen Cent.
Also, alles gehört ihr und mir nix.
Kapitel 7 Ohne Ausweg
Noch
einmal versuchte Harry an Malfoy und Goyle vorbeizukommen.
Triumphierend hielt Malfoy Harry seinen Zauberstab unters Kinn. „Nicht
so schnell! Du wirst sie früh genug wieder sehen. Was hat sie hier
gemacht? Hast du nicht vorhin noch gesagt, dass du mit ihr nichts hast?"
Harry hoffte nur, dass Ginny Crabbe entkommen konnte. „Wehe er tut ihr
etwas an, Malfoy. Wenn ihr irgendetwas zustoßen sollte, mache ich dich
dafür verantwortlich." Überlegen grinste Malfoy ihn an. „Scheint so,
als wäre sie dir doch nicht egal."
Immer weiter drängte er Harry zurück. „Ich wusste ja, dass du feige
bist.", versuchte Harry Malfoy aus der Ruhe zu bringen, da er keine
Chance hatte, seinen Zauberstab zu ziehen. „Wen interessiert das? Ich
habe dich da, wo ich dich haben wollte. Du wirst es bereuen, dich mit
mir angelegt zu haben."
„McGonagall hat einen Zauber auf dieses Gewächshaus gelegt, mit dem sie
jeden Zauber, der hier ausgeübt wird, zurückverfolgen kann." Das
stimmte zwar nicht, doch möglicherweise konnte er Malfoy damit bluffen.
Vielleicht würde Harry ihn dadurch von seinem Vorhaben abbringen, von
welchem auch immer.
„Ach wirklich? Hat dir das die alte McGonagall erzählt?", fing Malfoy
an, Harry zu verarschen. „Ja, hat sie.", machte Harry dieses Spiel mit
und ließ sich damit seine Sorge um Ginny nicht anmerken.
Er musste so schnell wie möglich hier raus.
„Schau ihn dir an, Goyle! Harry Potter, den niemand aus der Reserve
locken kann, der sich von niemandem etwas sagen lässt, der mit allem
durchkommt steht vor uns und hat Angst."
Malfoys Blick wurde immer belustigter aber Harry widerstand diesem.
„Angst? Vor dir? Na klar, immer. Wenn nicht vor Voldemort, dann
bestimmt vor dir und deinen - Wie sage ich am besten dazu? – Lackaffen
von Leibgarde."
„Pass auf, Potter! Du bist nicht in der Position zu scherzen.",
schnarrte Goyle ihn an und trat ebenfalls einen Schritt auf Harry zu.
„Geh und sieh nach Crabbe und Weasley! Vielleicht hat er Probleme mit
ihr und braucht Hilfe." Goyle sah Malfoy fragend an. „Nun mach schon!
Mit Potter werde ich allein fertig."
In diesem Moment, in welchem Malfoy sich zu Goyle umdrehte, nutzte
Harry seine Chance und zog seinen Zauberstab hervor. „Expelli…" Weiter
kam er nicht. Goyle war schneller. Der gleiche Fluch, den Harry auf
Malfoy feuern wollte traf ihn selber mitten in die Brust. Durch die
Kraft des Fluches wurde Harry gegen eine der Scheiben des Gewächshauses
geschleudert. Benommen rutschte er zu Boden. Wären die Scheiben nicht
magisch verstärkt gewesen, wären sie mit Sicherheit zu Bruch gegangen.
Doch auch so war es für Harry schmerzvoll genug.
Immer noch benebelt und mit starken Kopf- und Rückenschmerzen versuchte er sich aufzusetzen.
Goyle ging auf Harry zu und stellte seinen Fuß auf dessen Brust ab, so
dass er nicht mehr in der Lage war aufzustehen. „So ungezogen, Potter?
Und ich dachte, du hättest keinen Zauberstab. Es ist eine richtige
Wohltat, dich am Boden zu sehen. Darauf haben wir lange gewartet." „Das
wirst du auch nie wieder sehen.", erwiderte Harry und versuchte sich
von Goyles Fuß zu befreien. Doch Goyle drückte seinen Fuß immer
kräftiger auf Harrys Brust, so dass er schon Probleme beim Atmen hatte.
Malfoy kniete sich von der anderen Seite her so neben Harry, dass er -
natürlich nur zufällig - ein Knie auf Harrys Kehle platzieren konnte.
„Lass – mich – los!", versuchte Harry zu sagen, doch es kam nicht viel
an. Mit aller Macht versuchte er, sich aus den Zwängen der Beiden zu
befreien. Es schien aussichtslos. Harry konnte nicht mal seine Arme zu
Hilfe nehmen. Auf dem Einen hatte Goyle den zweiten seiner
überdimensionalen Füße platziert und auf dem Anderen fand Malfoys
anderes Knie Platz.
„Malfoy!", keuchte Harry. „Geh von mir runter! Ich kriege keine Luft."
„Oh, entschuldige bitte! Das ist nicht meine Absicht.", sagte Malfoy
und drückte noch stärker zu. Harry bekam wirklich kaum noch Luft. Wenn
Malfoy vor hatte noch länger in dieser Position zu verweilen, würde
Harry mit Sicherheit ersticken.
Malfoy hatte tatsächlich Gefallen an diesem Spiel. Harry wurde schwarz
vor Augen und er hatte nachgelassen sich zu wehren. Nur noch ab und zu
startete er einen hoffnungslosen Versuch.
Nur
noch ganz schwach nahm Harry wahr, dass jemand Malfoy und Goyle von ihm
runter zog. „Mr Potter! Harry!", hörte er eine Frauenstimme, die ihn
versuchte zum Luftholen zu animieren.
Ginnys Bild trat vor seine Augen. Bilder, wie er sie manchmal in seinen
Träumen erlebt hatte. Mit leuchtenden Augen und einem liebevollen
Lächeln sah sie ihn an. „Harry, kommen sie zurück! Holen sie endlich
Luft! Hören sie mich?"
Das Luftholen brannte in Harry Kehle und er begann zu husten. Völlig
erschöpft und zu keiner weiteren Bewegung fähig, blieb er auf der Seite
liegen. Der Druck auf seinem Hals war immer noch nicht verschwunden und
auch seine Kopfschmerzen schienen noch heftiger geworden zu sein.
„Öffnen sie bitte ihre Augen!", hörte er wieder die gleiche Stimme, welche ihm schon das Luftholen befahl.
Langsam öffnete Harry seine Augen und sah seine Lehrerin vor sich.
„Danke Professor.", wollte Harry sagen, doch nur ein Krächzen brachte
er zustande.
Einige Minuten vergingen, bis Harry sich schreckhaft aufsetzte.
„Ginny!" Sogleich bereute er diese Aktion. Sein Schädel drohte zu
platzen, so stark wurden die Schmerzen. Instinktiv griff er sich an den
Hinterkopf, von dem der Schmerz ausging und bemerkte eine Wunde. Blut
lief ihm über die Hand, welches er sich an seiner Hose abwischte.
„Madame Pomfrey bekommt das wieder hin. Können sie aufstehen?" Als
McGonagall Harry aufhelfen wollte, hielt er sie zurück. „Professor,
haben sie Ginny gesehen?" „Nein, habe ich nicht. Sie können nachher mit
ihr reden! Erstmal sehen wir zu, dass sie in den Krankenflügel
kommen.", half sie ihm auf.
„Ginny war hier und jetzt ist Crabbe hinter ihr her." Harry klang schon
fast verzweifelt. Warum verstand seine Lehrerin ihn nicht? „Miss
Weasley ist bestimmt bereits im Schloss und wartet auf sie. Denn ich
glaube nicht, dass Mr Crabbe so gut in Form ist, um mit ihr
mitzuhalten. Lassen sie uns bitte in den Krankenflügel gehen, bevor sie
mir wohl möglich noch verbluten!" Sie beschwor Kompressen herauf und
drückte diese auf Harrys Wunde.
Harry zuckte zusammen. „Verzeihung, dass war nicht meine Absicht.",
entschuldigte sie sich bei Harry, dem mittlerweile auch Blut aus seiner
Nase lief. Mit einem Zauber befestigte sie die Kompressen an seinem
Kopf und beschwor weitere für seine Nase.
McGonagall
hob Harrys Zauberstab und Tarnumhang auf, die nur einige Schritte von
beiden entfernt lagen und reichte sie Harry. Mit finsterem Blick wandte
sie sich an Malfoy und Goyle, die inmitten des Gewächshauses wie
angewurzelt standen. „Sie, Mr Goyle und auch Mr Crabbe werden die
Strafarbeit von Mr Potter erledigen!", sagte sie zu Malfoy, der sie
abwertend ansah. „Sehen sie dies als ihre Strafarbeit an! Zusätzlich
werden jedem von ihnen 50 Punkte abgezogen und ein Brief an ihre Eltern
verschickt. Doch wie ich vermute, stört sie das wenig. Darum erhält
jeder von ihnen noch eine Abmahnung. Seien sie sich gewiss, noch eine
Aktion, egal welcher Art und ich sorge dafür, dass sie von Hogwarts
verwiesen werden. Darf ich um ihre Zauberstäbe bitten!"
Bevor McGonagall die Tür vom Gewächshaus hinter sich und Harry schloss,
drehte sie sich noch einmal um. „Ich werde ihnen Mr Filch als Aufsicht
schicken. Wenn sie möchten, dürfen sie beginnen. Nur keine
Zurückhaltung! Wenn sie nur halb soviel Elan beim Umgraben des
Gewächshauses zeigen, wie eben bei Mr Potter, dann werden sie gut
vorankommen."
Der
Weg von den Gewächshäusern zum Schloss wurde für Harry immer
beschwerlicher. Vor Harrys Augen begann sich alles zu drehen und
Übelkeit stieg auf. Er begann zu schwanken und konnte sich kaum noch
auf den Beinen halten.
Prof. McGonagall hatte für ihr Alter noch erstaunlich viel Kraft. Den
ganzen Weg hatte sie Harry versucht zu stützen, doch nun schien auch
ihre Kraft aufgebraucht zu sein. „Einen Moment, Harry!"
Sie ließ ihren Zauberstab kreisen und eine Trage erschien aus dem
Nichts neben Harry. „Setzen sie sich darauf! Ganz langsam!" Vorsichtig,
um Harry nicht noch mehr Schmerzen zuzufügen, half sie ihm sich
hinzulegen. „Geht es so? Ist es bequem?" Harry gab keine Antwort. Nicht
mal ein Nicken brachte er mehr zustande. „Mr Potter?" Besorgt sah sie
ihn an. „Harry!" Noch mehrmals versuchte sie ihn wach zu bekommen. Kaum
noch ansprechbar lag er auf der Trage. Nur einen kleinen Spalt öffnete
er seine Augen, um seiner Professorin zu zeigen, dass er sie hörte.
Im
Krankenflügel angekommen, wurden sie von Madame Pomfrey aufgeregt
empfangen. „Was ist mit dem Jungen passiert?" McGonagall sah sauer aus.
Dass ein Schüler einen anderen Schüler angreift und versucht
umzubringen, hatte sie noch nie erlebt. „Steckt der ‚Dunkle Lord'
dahinter?
Hat er Mr Potter angegriffen?", fragte die Krankenschwester weiter, während sie Harry untersuchte.
Kopfschüttelnd stand McGonagall vor dem Bett des Jungen. „Nein. Nicht
er, sondern zwei von Mr Potters Mitschülern." Fragend sah Madame
Pomfrey die Lehrerin an. „Ja Poppy, du hast richtig gehört. Mr Malfoy
und Mr Goyle haben ihn so zugerichtet. Und Mr Crabbe steckt ebenfalls
dahinter.
Ich möchte nicht daran denken was passiert wäre, wenn ich nicht
rechtzeitig aufgetaucht wäre.", sagte McGonagall und erzählte der
Krankenschwester wie sie Harry vorgefunden hatte. „Nur einen Moment
später und er wäre erstickt.", beendete sie ihre Erzählung.
Auch Madame Pomfrey schüttelte den Kopf und ging auf einen Schrank mit
vielen kleinen Phiolen und größeren Flaschen zu. Tränke und Tinkturen
in den verschiedensten Farben waren darin verschlossen. „Diese wird
seine Wunde am Kopf heilen.", sagte sie, nachdem sie wieder an Harrys
Bett trat. Vorsichtig deckte sie die Wunde mit einer benetzten
Kompresse ab.
Zwei
Stunden waren vergangen, als Harry endlich aufwachte. Mit immer noch
hämmerndem Schädel sah er sich um. Da Harry niemanden erblickte,
versuchte er aufzustehen. „Verdammt!", fluchte er und rutschte von der
Bettkante unsanft zu Boden. Mit schmerzverzerrtem Gesicht blieb er auf
dem Boden sitzen. Irgendwann würde sicherlich Hilfe kommen.
Wieder schoss ihm Ginny durch den Kopf und erneut bemühte er sich,
aufzustehen. Mit aller Kraft versuchte er sich am Bett hochzuziehen,
was ihm aber erst nach mehreren Anläufen gelang.
„Harry, was machst du da? Darfst du schon aufstehen?", rief Hermine
erschrocken, als sie den Krankensaal betrat. Ohne zu zögern lief sie
auf ihn zu. „Leg dich bitte wieder hin!" „Wo ist Ginny?
Habt ihr sie gesehen?", krächzte Harry, da seine Stimme immer noch
nicht vollständig zurückgekehrt war und sah dabei Ron an, der kurz nach
Hermine herein gekommen war. „Wir dachten eigentlich, sie sei bei dir
gewesen. Sie wollte …" „Sie wollte mir folgen, meinst du wohl.",
unterbrach Harry ihn. „Wie konntet ihr das zulassen?" Wieder begann
sich alles zu drehen. „Harry, geht es dir gut?", fragte Hermine und
wollte Harry stützen, da er drohte das Gleichgewicht zu verlieren.
„Ja verdammt, lass mich!", schnaubte er sie an. „Warum habt ihr sie nicht aufgehalten?"
„Sie wollte dir doch nur helfen." „Helfen Ron? Ich dachte immer, du würdest auf deine Schwester aufpassen."
Bei
dem Versuch seine Kopfschmerzen zu ignorieren, schmerzte plötzlich
seine Narbe. Doch so schnell wie der Schmerz aufkam, war er auch wieder
verschwunden.
Angst um seine Schwester breitete sich in Ron aus. „War Ginny nicht bei
dir?", fragte er Harry, in der Hoffnung, dass dieser nicht gleich
wieder ausrasten würde. Harry wollte tatsächlich wieder lospoltern,
besann sich aber noch eines Besseren. Genau so wie er, machten sich
auch Ron und Hermine Sorgen um Ginny. Er steckte seinen Stolz zurück
und begann zu erzählen, was im Gewächshaus vorgefallen war. Kaum hatte
Harry seinen letzten Satz beendet, da stürmte Ron mit den Worten: „Den
hol ich mir!", aus dem Krankensaal. „Ron, bleib hier!", rief Hermine
ihm nach.
„Ich gehe ihm besser nach, bevor er noch was Dummes macht." „Tu das!", erwiderte Harry.
Madame
Pomfrey wurde durch den Krach den die drei veranstaltet hatten
hellhörig und begab sich an Harrys Bett. „Mr Potter, was fällt ihnen
ein? Sie gehören ins Bett!" „Mir geht es gut. Ich brauche nur etwas
gegen den Schwindel. Mit den Kopfschmerzen komme ich schon zurecht."
„Ich möchte sie aber noch über Nacht hier behalten." „Sie werden
bestimmt noch einige Gelegenheiten haben, mich hier zu versorgen. Doch
heute Abend nicht! Bitte lassen sie mich in den Gryffindor-Turm gehen!"
„Mr Potter, sie haben …" „Bitte, Madame Pomfrey!", flehte Harry sie an.
Irgendetwas vor sich her meckernd - es hörte sich verdächtig nach:
‚Genau wie sein Vater!' an – ging die Krankenschwester auf einen der
Schränke mit den vielen Phiolen zu. „Dieser Trank wird nicht ewig ihrem
Schwindelgefühl vorbeugen. Wenn es hoch kommt, wirkt er sechs bis
sieben Stunden und das auch nur, wenn sie sich ausruhen.
Harry griff nach der Phiole mit dem roten Inhalt, doch Madame Pomfrey
zog sie weg. „Sie wollen mir doch nicht im Ernst weismachen, dass sie
sich ausruhen werden?" „Nicht gleich, aber ich verspreche ihnen, dass
ich mich hinlege sobald ich Ginny gefunden habe." Ohne Harrys Argument
noch etwas entgegenzusetzen, reichte sie ihm den Trank und verließ den
Krankensaal.
Nur ein Schluck und die Phiole war leer. Bitteres Gebräu floss seine Kehle hinunter, was ihn schütteln ließ.
Harry
rannte hoch in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum. Ihm war es egal, ob
ihn jemand sah. Er wollte nur Ginny finden. Mehrere Flüche geisterten
ihm durch den Kopf. Flüche, die er Crabbe, Goyle und Malfoy anhängen
würde, wenn er Ginny nicht fände.
Harry konnte sie nicht entdecken. „Hab ihr Ginny Weasley gesehen?",
fragte er einige Mädchen, die sich um einen Tisch versammelt hatten.
Erschrocken sahen diese auf und schüttelten den Kopf.
Getuschel, welches sicherlich erneut Gerüchte über Ginny und Harry
hervorrufen würde, entstand anschließend. Harry störte sich nicht
weiter an ihnen und verließ wieder den Gemeinschaftsraum.
Draußen lief er Ron, Neville, Hermine und Luna in die Arme. „Ist sie
noch nicht da?", fragte Ron besorgt und Harry schüttelte den Kopf. „Die
Karte!", rief er plötzlich und zog ein altes Stück Pergament aus seiner
Hosentasche hervor. „Warum ist mir das nicht früher eingefallen?"
Harry berührte die Karte mit der Spitze seines Zauberstabes und sagte:
„Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin." Wie schon mehrere
Male zuvor, begannen sich von dem Punkt den Harry mit seinem Zauberstab
berührt hatte, feine Linien abzuzeichnen. Die Karte zeigte jede
Einzelheit von Hogwarts und dessen Umgebung. Gemeinsam suchten sie mit
Adleraugen die Karte ab. Nirgends konnten sie Ginny entdecken. Doch die
Namen der drei, die Harry zurzeit am meisten zu hassen schien, stachen
ihm ins Auge. Draco Malfoy, Vincent Crabbe und Gregory Goyle. Mit
„Unheil angerichtet.", löschte er wütend die Karte und steckte sie
wieder ein. Mit geballten Fäusten stand er vor seinen Freunden.
„Malfoy!", zischte Harry und lief los.
Wutentbrannt
lief er in Richtung der Kerker, in denen sich laut Karte die drei
aufhielten. „STOP, Mr Potter! Wohin so eilig?" Harry hielt an und sah
in das gehässige Gesicht seines Zaubertranklehrers und Hauslehrers von
Slytherin. „Ich suche Malfoy, Crabbe und Goyle.", antwortete Harry
knapp.
„Haben sie ihren Mitschülern nicht schon genug Ärger bereitet?", fragte Snape noch gehässiger.
„Ich und denen Ärger? Wohl eher umgekehrt.", erwiderte Harry und wollte weitergehen.
„Ich habe nicht gesagt, dass sie gehen dürfen, Mr Potter.", hielt Snape
ihn auf. „20 Punkte Abzug von Gryffindor, für ihren Dickkopf! Was
wollen sie überhaupt von den dreien?" „Ginny Weasley ist verschwunden
und ich möchte gerne wissen, was sie mit ihr angestellt haben." „Und
was bitte schön haben die drei Herren mit Miss Weasley zu tun?", wollte
Snape wissen. Er griff nach Harrys Schulter und drehte ihn zu sich.
„Ich möchte, dass sie mich ansehen, wenn ich mit ihnen rede! Immerhin
bin ich einer ihrer Lehrer und die haben mit Respekt behandelt zu
werden! Aber der ‚ach so tolle' Harry Potter glaubt, dass er das nicht
nötig hat. Er ist ja schließlich was Besseres."
„'Genau wie mein Vater', haben sie vergessen zu sagen!", warf Harry seinem Lehrer an den Kopf.
„Halten sie sich zurück! Denken sie daran, mit wem sie reden! Sie
können mit ihren Mitschülern so umgehen, ABER NICHT MIT MIR! Mr Potter,
hören sie mir überhaupt zu?", fragte Snape, da Harry abwesend wirkte
und leicht schwankte. „Mr Potter, ich rede mit ihnen!"
Harry war nicht in der Lage Snapes Fragen zu beantworten. Sein Blick
ging starr geradeaus, bevor er wie in Zeitlupe in sich zusammensackte.
Wieder wachte Harry mit hämmerndem Schädel im Krankenflügel auf. Sein Herz raste. :Was war das vorhin: Irgendjemand hatte sich an seinem Geist zu schaffen gemacht oder es zumindest versucht. Er hatte auch eine Ahnung, wer das war.
Noch mehrmals versuchte er Ginny mit Hilfe der Karte
ausfindig zu machen, doch wie auch schon zuvor, ohne Erfolg. Eine nicht
näher bestimmbare Angst gewann bei Harry die Oberhand. :Wo ist Ginny?
Was ist ihr zugestoßen:
So weit in seine Gedanken vertieft, merkte Harry nicht, dass wieder
jemand versuchte in seinen Geist einzudringen, bis plötzlich seine
Narbe brannte. Bilder von Ginny traten vor sein geistiges Auge. Bilder,
wie sie zusammengekauert auf dem Boden lag und vor Schmerzen schrie.
Ein unnatürliches und grässliches Lachen begleitete die Schreie. Das
Lachen von Voldemort. „Schrei, meine Kleine! Schrei so laut du kannst!
Crucio!" Voldemorts Lachen verstummte. „Wir haben Besuch. Guten Abend
Harry! Willkommen bei unserer kleinen Vorstellung. Hat es dir bis
hierher gefallen?" „Ginny!", keuchte Harry. „Genau Potter. Miss Weasley
ist uns direkt in die Arme gelaufen."
„Wo ist sie?" Harrys Stimme bebte vor Wut. „Na endlich! Ich dachte
schon du fragst gar nicht mehr. Wir haben nichts dagegen, wenn du uns
Gesellschaft leisten willst. Komm her und ich zeig dir was Schmerzen
sind, was passiert, wenn man sich mit ‚Lord Voldemort' anlegt. Deine
kleine Freundin hier wünscht sich bereits, mich nie kennengelernt zu
haben. Habe ich Recht?", fragte er Ginny und ließ abermals den
Cruciatus-Fluch auf sie los. Wieder schrie Ginny auf. „Du bist doch ein
pfiffiges Kerlchen. Wenn du dich ein wenig anstrengst, findest du uns
bestimmt. Denk daran, je länger du brauchst um uns zu finden, umso
länger muss sie leiden. Und bitte komm allein! So unter uns ist es doch
viel schöner." Mit diesem Satz war Voldemort aus Harrys Gedanken
verschwunden.
Harry
saß kreideweiß im Bett und atmete schwer. :Ginny! Woher soll ich
wissen, wo er sich verkriecht.: Immer wieder sah er Ginny vor sich, wie
sie hilflos auf dem Boden lag und vor Schmerz schrie. Bei den Gedanken,
was Voldemort und seine Todesser noch alles mit Ginny anstellen würden,
stieg Panik in ihm auf.
Er musste unbedingt etwas gegen das Schwindelgefühl unternehmen.
Aufgeregt sah er sich im Krankensaal um und sein Blick blieb an dem
Schrank mit den Phiolen hängen. Er versuchte sich an die Farbe des
Tranks zu erinnern, welchen er von Madame Pomfrey bekommen hatte.
Unzählige der kleinen Phiolen standen dicht an dicht im Schrank. Welche
war nur die Richtige? War der Trank rot oder orange gewesen?
Unentschlossen wandte er seinen Blick von Phiole zu Phiole. Auch die
Kopfschmerzen schienen immer stärker zu werden. Er konnte kaum noch
einen klaren Gedanken fassen.
Harry hörte Stimmen, die dem Krankensaal immer näher kamen. So schnell
er konnte ging er zurück zum Bett und stellte sich schlafend.
„Ich weiß nicht genau was passiert ist. Prof. Snape meinte, dass Mr
Potter abwesend wirkte und sein Blick starr geradeaus ging, bevor er
zusammenbrach." Die Krankenschwester ging auf Harry zu und Dumbledore
folgte ihr. „Ich konnte nicht feststellen, dass jemand in seinem Geist
eingedrungen ist. Ich nehme an, dass die Wirkung des Trankes, den ich
ihm gegen seinen Schwindel verabreicht habe, nachgelassen hat. Er hat
sich sicher nicht ausgeruht."
Dumbledore betrachtete Harry nachdenklich. „Welchen Trank hast du ihm
gegeben?" Madame Pomfrey ging auf den Schrank mit den Phiolen zu und
griff nach einer mit rotem Inhalt. „Diesen hier. Er sorgt dafür …"
Weiter kam sie nicht. Die Tür vom Krankensaal wurde aufgerissen und
Hagrid stürmte aufgeregt hinein. „Prof. Dumbledore! Ich … Ich habe …"
Hagrid rang nach Luft und hielt eine zerrissene Jacke hoch. „Ganz
ruhig, Hagrid! Was ist passiert?", ging Dumbledore auf ihn zu. „Die
Jacke … Das ist Ginnys Jacke. Ich habe sie im ‚Verbotenen Wald'
gefunden." Dumbledore nahm ihm die Jacke ab und musterte sie. „Hagrid,
geh bitte Ron suchen und schicke ihn zu mir ins Büro! Ich werde Molly
und Arthur Weasley holen lassen. Poppy, würdest du mir bitte folgen?
Ich nehme an, dass Molly deine Hilfe benötigen wird, wenn ich sie über
Ginnys Verschwinden aufgeklärt habe." Die Krankenschwester nickte,
legte die Phiole auf den Tisch und folgte dem Schulleiter hoch in sein
Büro.
Harrys Herz schlug immer heftiger und Angst nahm ihm die Luft. Hätte er
Dumbledore erzählen sollen, dass Voldemort mit ihm geredet hatte, dass
er ihm gezeigt hatte, wie Ginny mit dem Cruciatus-Fluch gefoltert wurde
und bestimmt noch immer wird?
„Was
ist mit meiner Ginny?", fragte Molly Weasley ängstlich und hielt dabei
die Jacke ihrer Tochter fest im Arm. „Albus, sagen sie uns bitte was
passiert ist! Woher haben sie Ginnys Jacke und warum ist sie so
zerrissen?" „Ganz ruhig, Molly!", versuchte ihr Mann sie zu beruhigen.
Prof. McGonagall betrat mit Ron das Büro. „Mum! Dad!", rief er und ging
auf sie zu. „Wurde Ginny gefunden?" „Nein Ron, noch nicht.", antwortete
Dumbledore für Rons Eltern und erzählte, dass Hagrid Ginnys Jacke
völlig zerrissen im ‚Verbotenen Wald' gefunden hatte.
Molly Weasley brach in Tränen aus. „Mein Mädchen.", weinte sie an der Schulter ihres Mannes.
„Was macht mein kleines Mädchen im ‚Verbotenen Wald'?" Beruhigend
strich er ihr über den Rücken. „Das bedeutet nichts. Es geht ihr
bestimmt gut.", versuchte er sie weiter zu beruhigen.
Dumbledore berichtete was im Gewächshaus vorgefallen war und das dies der eigentliche Grund für Ginnys Verschwinden war.
„Harry
ist daran schuld?", fragte Molly ganz perplex. „Nein Mum, nicht
Harry.", verteidigte Ron ihn. „Malfoy, Crabbe und Goyle." „Wo ist
Harry?", fragte sie weiter ohne auf Ron zu achten. „Mum!", versuchte
Ron sie umzustimmen. „Hast du mir überhaupt zugehört?" „Wo?", kam es
nur von seiner Mutter, die Dumbledore vorwurfsvoll ansah. „Im
Krankenflügel.", antwortete Dumbledore. „Aber Molly, überlege dir gut
was du sagst! Harry trifft keine Schuld. Er macht sich schon genügend
Vorwürfe."
Mit der zerrissenen Jacke im Arm verließ sie Dumbledores Büro und ging
in Richtung des Krankenflügels. Ihr Mann, Sohn, Madame Pomfrey, Prof.
McGonagall und Prof. Dumbledore folgten ihr. „Komm Molly, wir gehen
zurück zum Fuchsbau! Bitte! Du bist viel zu aufgewühlt.", versuchte ihr
Mann sie von ihrem Vorhaben abzubringen. „Ich möchte mit Harry
sprechen!", war ihre Antwort.
Harry
saß bereits mit der leeren Phiole in der Hand auf der Bettkante. Die
Schwindelattacken waren verschwunden. Nur noch die Kopfschmerzen
hinderten ihn daran klar denken zu können.
Die Tür flog auf und Molly Weasley betrat dicht gefolgt von den Anderen
den Krankensaal. „Mr und Mrs Weasley!", sagte Harry und wollte sich
hinstellen. „Bleiben sie bitte sitzen, Mr Potter! Hören sie wenigstens
ein Mal auf mich!", hielt ihn die Krankenschwester zurück.
Molly sah Harry stumm an und dieser erwiderte ihren Blick. Sorge und
Wut konnte er auf ihrem Gesicht erkennen. „Mrs Weasley, ich …" Sie
schüttelte den Kopf. Eigentlich wollte sie Harry zur Rede stellen, wie
er ihre Tochter so verletzen konnte. Doch so blass und bedrückt wie er
vor ihr saß, brachte sie es nicht übers Herz. Harry war bis jetzt immer
ein guter Junge gewesen. Sie war sich bei seinem Anblick sicher, er
würde Ginny nie absichtlich in Gefahr bringen.
Immer noch sah sie ihn an, ohne etwas zu sagen. Wieder setzte Harry an: „Mrs Weasley, ich ..."
„Ist schon gut mein Junge!", ging sie auf ihn zu und nahm ihn in eine Umarmung.
„Ist das Ginnys Jacke?", fragte er, nachdem er sich wieder von Molly befreit hatte. Sie nickte bedrückt und reichte sie ihm.
Kurz nachdem Harry Ginnys Jacke berührt hatte, spürte er ein bekanntes
Ziehen hinter seinem Nabel. Verzweifelte Rufe gelangten noch an seine
Ohren, bevor er den Halt verlor und durch eine Spirale von
verschiedenen Farben raste.
Unsanft
schlug Harry auf. Der Boden war modrig und kalt. Dunkelheit umfing
Harry und er konnte kaum etwas erkennen. Nur einzelne Bäume und Büsche
waren auszumachen. Harry zog automatisch seinen Zauberstab hervor.
„Portschlüssel. Das meinte Voldemort also.", sagte er zu sich selbst.
Äste knackten und Harry schreckte rum. „Lumos!", flüsterte er. Er
konnte Umrisse von mehreren Gestalten in Umhängen erkennen.
„Expelliarmus!", rief eine der Gestalten.
Harry flog einige Meter durch Büsche und herabhängende Äste nach hinten
und verlor dabei seinen Zauberstab. Zum zweiten Mal am selben Tag bekam
er den gleichen Fluch zu spüren. Doch dieser war bei weitem stärker.
Vier Gestalten bauten sich um Harry herum auf. „Willkommen, Potter!",
sagte Lucius Malfoy grinsend. Harry versuchte an seinen Zauberstab zu
kommen. „Stupor!", rief ein weiterer Todesser.
Harry sah noch einen roten Lichtstrahl auf sich zukommen, bevor er bewusstlos zusammenbrach.
„Sehr gut, Peter!", sagte Malfoy und hob Harrys Zauberstab auf. „Sorgt dafür, dass er uns nicht mehr entwischen kann!"
„Enervate!", sagte Bellatrix Lestrange und stieß Harry anschließend mit ihrem Fuß in die Seite.
Harry rollte sich vor Schmerz zusammen. „Steh auf Potter! Du wirst erwartet."
Doch wie sollte er dies anstellen? Seine Hände waren auf dem Rücken fest zusammengebunden.
„Mach hin Potter! Wir haben nicht ewig Zeit." Wieder bekam er einen
Tritt. Diesmal so stark, dass er sich beinahe übergeben musste. „Hoch
mit dir!", forderte Malfoy und zog ihn auf die Beine. Mit stark
verschmutztem Gesicht sah Harry wütend auf sein Gegenüber. „Was soll
das?", fragte Harry und deutete mit dem Kopf auf seine Fesseln. „Nur
zur Sicherheit.", kam es von Peter. „Du!", schnaubte Harry und wollte
auf ihn losgehen. Lucius Malfoy verhinderte dies mit einem Schlag in
Harrys Magen. Keuchend ging er in die Knie. „Sei nicht so weich,
Potter!", ranzte Malfoy und zog ihn wieder hoch. „Wo ist Ginny? Was
habt ihr mit ihr gemacht?" „Vorwärts!", trieb ihn Malfoy an.
Sie führten Harry eine Treppe hinunter und öffneten eine alte, schon halb vermoderte Holztür.
„Rein da!"
Ratten liefen den feuchten Gang entlang. „Sind die nicht niedlich?",
fragte Lestrange belustigt. „Das sie dir gefallen, kann ich mir gut
vorstellen.", gab Harry zurück. Ein Schlag gegen den Hinterkopf war
Lestranges Antwort.
Dieser
Gang ähnelte einem Kerker. Vor einer schweren Eisentür, in der
Gitterstäbe eingelassen waren, blieben sie stehen. Harry konnte ein
leises Schluchzen hören. Lucius Malfoy drehte Harry so, dass er mir dem
Gesicht zur Tür stand und ins Innere des Verlieses sehen musste.
„Ginny!"
Ginny blickte auf. „Harry?", versuchte sie zu fragen, doch viel kam
nicht heraus. Zu sehr hatte sie ihre Stimme beim Schreien beansprucht.
Zu oft hatten Voldemort und seine Todesser sie mit dem Cruciatus-Fluch
belegt. „Ja Potter, sieh sie dir an!" Er presste Harrys Kopf gegen die
Gitterstäbe.
„Sieh genau hin! Euer Tod ist unausweichlich. Sie wird deinetwegen sterben!"
Harry wehrte sich nicht. Sein Mut hatte ihn nach Ginnys Anblick
verlassen. Völlig hilflos, unfähig etwas zu tun, sah er sie an. In
ihren Augen spiegelte sich die pure Angst wider. Unzählige Wunden auf
ihrer sonst so zarten Haut zeugten von Folter. Ihre Haare fielen ihr
strähnig ins Gesicht und ihre Sachen waren schmutzig und teilweise
zerrissen. „Eure letzten Stunden dürft ihr zusammen verbringen!" Malfoy
zog Harrys Kopf nach hinten. „Dies ist nur ein Teil meiner Rache, für
das was du mir und meiner Familie angetan hast.", zischte er. Mit
voller Wucht, ohne dass Harry es verhindern konnte, schlug Malfoy
Harrys Kopf gegen die Gitterstäbe. Ein unschönes Geräusch erfüllte den
Kerker und um Harry herum wurde alles dunkel. „So ein Weichei!", lachte
Nott und öffnete die Tür zum Verlies. Ohne Rücksicht ließ Malfoy Harry
auf den harten, kalten Steinboden fallen.
Regungslos blieb er am Boden liegen. „Nehmen sie ihm wenigstens die
Fesseln ab!", forderte Ginny. „Und was wenn nicht?", lachte Lestrange.
„Die wird er mit ins Grab nehmen." setzte sie nach und ließ die Tür ins
Schloss fallen.
„Harry!", schluchzte Ginny und rappelte sich auf. „Warum bist du hergekommen?" Sanft streichelte sie ihm über den Kopf. „Warum?"
Vergeblich versuchte sie Harrys Fesseln zu lösen. Je mehr sie daran zog
und zerrte, desto fester wurden sie. Nach etwa einer halben Stunde
begann Harry, sich zu bewegen. „Harry, hörst du mich?" Langsam öffnete
er seine Augen und sah sich um. „Ginny, es tut mir leid. Ich …" „Nicht
Harry! Wenn ich nicht weggelaufen wäre, dann säßen wir jetzt nicht hier
fest."
Der Zusammenstoß mit den Gitterstäben hatte ihm eine Platzwunde
beschert. Vorsichtig tupfte sie das Blut von Harrys Schläfe. „Was hat
Crabbe mit dir gemacht?", fragte Harry und versuchte sich aufzusetzen.
Ginny half ihm dabei. „Nicht Harry, das bringt nichts.", unterbrach sie
Harrys Versuche seine Fesseln zu lösen. „Ich habe es schon versucht.
Sie ziehen sich nur noch enger zusammen." Erschöpft lehnte sich Harry
gegen die kalte Wand. „Hast du eine Ahnung wo wir hier sind?"
Ginny schüttelte den Kopf und begann zu erzählen, was passiert war
nachdem sie das Gewächshaus verlassen hatte. „Crabbe hatte ich schnell
abgehängt. Er hatte es zwar geschafft, mich vom Schloss wegzujagen,
doch lange hielt er nicht durch. Er suchte noch eine Weile nach mir,
bevor er es ganz aufgab und zurück zu den Gewächshäusern lief. Ich
hatte mich am Rand des ‚Verbotenen Waldes' versteckt. Als er außer
Sichtweite war und ich mich hoch zum Schloss schleichen wollte, griff
plötzlich jemand nach mir. Ich habe versucht mich zu wehren, doch zwei
weitere Todesser kamen auf mich zu und schockten mich gleichzeitig. Ich
bin erst hier wieder aufgewacht." Sie machte eine Pause und sah Harry
mit feuchten Augen an.
„Voldemort hat versucht, von mir etwas über die Prophezeiung zu
erfahren. Ich habe ihm gesagt, dass ich sie nicht kenne." Wieder trat
eine kleine Pause ein. „Trotzdem hat er nicht nachgegeben."
„Ginny …", wollte Harry sie unterbrechen, doch Ginny redete weiter.
„Ich wollte immer wissen, wie es ist, wenn jemand mit dem
Cruciatus-Fluch belegt wird. Doch jetzt. Dass ich ihn je am eigenen
Leib spüren würde, hätte ich nie gedacht. So schnell jedenfalls nicht."
Harry gefror das Blut in den Adern. Er hatte Ginny noch nie so reden
gehört. Warum wollte Ginny wissen, wie sich einer der ‚Unverzeihlichen
Flüche' anfühlt. Harry hatte schon mehrere Male den Cruciatus-Fluch
ertragen müssen. Liebend gern hätte er darauf verzichtet.
Stille Tränen traten aus Ginnys Augen hervor. Harry hatte das Verlangen sie wegzuwischen. Doch wie? Seine Hände waren immer noch auf dem Rücken zusammengebunden. Sollte er sie abküssen?
Unfähig irgendetwas zu
sagen saß er vor ihr. „Sie werden uns töten, Harry. Ich habe Angst, ich
will nicht sterben!" Sollte Harry lächeln und versuchen, ihr Mut
zuzusprechen oder sollte er weinen und zeigen, dass er ebenfalls Angst
hatte. Nicht um sich, sondern um Ginny.
„Du wirst nicht sterben! Deine Mum und dein Dad warten im Schloss auf
dich. Wir werden einen Weg finden, dich in Sicherheit zu bringen."
„Meine Eltern sind im Schloss?", fragte Ginny mit zittriger Stimme.
„Das ist günstig, dann brauchen sie nicht extra kommen, um deine Leiche
abzuholen." Ginny schreckte hoch und blickte in die roten Augen
Voldemorts. Mit erhobenem Zauberstab ging er auf Ginny zu. Harry
versuchte aufzustehen. „Lass sie in Ruhe! Sie hat dir nichts getan."
Nur ein kaltes Lachen kam von Voldemort.
Endlich hatte es Harry geschafft, sich aufzurichten. Schützend stellte
er sich vor Ginny. „Was soll das werden, Potter?", fragte Voldemort
amüsiert. „Du bist wahrlich nicht in der Lage, dich mit mir zu messen.
Es sei denn du willst mich anschreien. Doch davon falle ich nicht tot
um." „Fass sie nicht an! Sie musste deinetwegen schon genug leiden."
Erneut lachte Voldemort auf.
„Meinetwegen? Nein Potter, ganz bestimmt nicht meinetwegen. Nur du allein trägst Schuld daran.
Ich zeige dir, dass ich auch menschlich sein kann und mache dir einen
Vorschlag. Du kennst die Prophezeiung. Sag sie mir und im Gegenzug
lasse ich deine kleine Freundin laufen."
Harry warf einen kurzen Blick auf Ginny und dachte kurz über seine
Möglichkeiten nach. „Wie kommst du darauf, dass ich die Prophezeiung
kenne? Und wenn, was lässt dich denken, dass ich dir erzählen würde,
was sie beinhaltet? Denkst du wirklich, ich glaube dir auch nur ein
Wort von dem, was du hier erzählst?"
„Ich bin mir sicher, dass du sie kennst.", zischte Voldemort. „Sie
wurde in der Mysteriumsabteilung zerstört.", mischt sich Ginny ein.
„Zerstört vielleicht", lachte Voldemort, „aber Potter hat euch belogen.
Er kennt die Prophezeiung und zwar jedes Wort. Bruchteile davon habe
ich bereits in seinem Geist entdeckt." Voldemort sah Harry hinterhältig
an. „Es war leicht in deinen Geist einzudringen, wenn du zu sehr in
Sorge warst." Die letzen Worte klangen sehr belustigt. „Und deine
kleinen Spielchen mit deinen Freunden waren auch sehr amüsant. Die
ganze Zeit hast du ihnen vorgegaukelt, dass du nichts mehr mit ihnen zu
tun haben willst, damit sie vor mir in Sicherheit sind. Doch falsch
gedacht. Dein Plan ist nicht aufgegangen. Gib mir was ich will und ich
lasse sie laufen!"
„Bestimmt lässt du sie laufen, aber nur um sie anschließend wie ein
Tier zu jagen. Auf die Prophezeiung kannst du lange warten!" „Crucio!",
rief Voldemort und Harry schrie vor Schmerz auf. Der Schmerz war so
heftig, dass er ihm Tränen in die Augen trieb. „Na Potter, fällt sie
dir jetzt wieder ein?" „Ich habe keine Ahnung." Wieder wurde der Kerker
von Harrys Schreien erfüllt.
Harry
ging zu Boden und blieb zusammengerollt und schwer atmend liegen.
Voldemort ging auf ihn zu. „Mach dir den Tod doch nicht unnötig schwer!
Sag mir, was die Prophezeiung beinhaltet und ich bereite dir ein
schmerzloses Ende. „Niemals!", presste Harry zwischen seinen Zähnen
hervor. Ginny versuchte mehrmals vergeblich, Harry zu helfen. Bellatrix
Lestrange hielt sie zurück und begann auch sie mit Flüchen zu quälen.
Harry sah aus seinen Augenwinkeln, wie Ginny von Lestrange gefoltert
wurde. „Lasst sie!", keuchte er. „Dann gib mir endlich die
Prophezeiung!"
Harry entgegnete nichts. Hatte er es tatsächlich in der Hand? Würde
Voldemort Ginny gehen lassen, wenn er ihm geben würde, was er verlangt?
Harry stand auf. „Hast du es dir überlegt?", fragte Voldemort
triumphierend. „Vergiss es!"
Voldemort war dieses Spielchen leid. Harry warf plötzlich unwillkürlich
seinen Kopf nach hinten. Schon wieder versuchte Voldemort in seinen
Geist einzudringen. Mit aller Macht versuchte Harry ihn davon
abzuhalten. „Oh Potter, was sehe ich denn da? Das ist ja richtig
niedlich." Voldemort klang sehr erheitert. „Na na, solche Gedanken von
dir?" Doch langsam wurde ihm auch dies zu langweilig. An das was er
suchte, ließ Harry ihn nicht rankommen. Mit aller Kraft, die er
aufbringen konnte, versuchte er die Prophezeiung zu schützen.
Eigentlich war es egal, ob Harry Voldemort die Prophezeiung geben
würde. Lebend würde er dieses Verlies so oder so nicht mehr verlassen.
Doch Harry würde kämpfen.
„Schluss!",
rief Voldemort wütend. Schweißgebadet stand Harry vor ihm. „Erkennst du
ihn, Potter?", fragte Voldemort und hielt Harrys Zauberstab hoch. „Mach
mich los und ich zeige dir, dass ich damit umgehen kann!" „Den wirst du
nicht mehr brauchen!", entgegnete Voldemort und zerbrach Harrys
Zauberstab. Mit einem abfälligen Grinsen drehte er sich zu Ginny und
richtete seinen eigenen Zauberstab auf sie. „Imperio!" Ginny saß wie in
Trance auf dem Boden. „Komm zu mir mein Kind!", befahl Voldemort.
Ginny stand auf und ging langsam auf ihn zu. „Gut so!" Voldemort hielt ihr einen Dolch entgegen.
„Es ist Potters Schuld, dass du leiden musstest. Er hat dir dein Herz gebrochen. Zahle es ihm heim! Schneide es ihm heraus!"
Ginny drehte sich zu Harry um und ging mit erhobenem Dolch auf ihn zu.
Die Todesser hinderten Harry daran, vor Ginny auszuweichen. Er war ihr
ausgeliefert. „Ginny, komm wieder zu dir! Das bist nicht du selbst."
Immer wieder redete Harry auf sie ein.
Die
Spitze des Dolches hatte Ginny bereits auf Harrys Brust platziert.
Wieder blickten grüne in blaue Augen. Nur diesmal waren es Ginnys, die
leer und ohne Hoffnung waren. „Ginny!", flüsterte Harry leise. Ginnys
Hand begann zu zittern. „Stich zu!", rief Voldemort.
Harry spürte ein Stechen und Brennen auf seiner Brust. Ganz langsam zog
Ginny den Dolch nach unten und hinterließ eine klaffende Wunde. Harry
schloss seine Augen und versuchte den Schmerz zu unterdrücken. Die
schönsten Erinnerungen, die er von Ginny hatte, holte er hervor.
Nicht der Schmerz, aber der Druck auf seiner Brust hatte nachgelassen.
Er öffnete seine Augen und sah, dass Ginny weinte. Sie hatte es wohl
geschafft, sich von Voldemorts Fluch zu befreien. Harry lächelte sie
an. Ganz langsam, fast wie in Zeitlupe bewegte sich sein Kopf auf
Ginnys zu. Nur wenige Zentimeter waren ihre Lippen voneinander
getrennt. Harry war sich sicher, dass dies ein Abschiedskuss sein würde.
Bevor jedoch seine Lippen die von Ginny berührten, rief Voldemort
erneut: „Imperio!" Ginny setzte einen Schritt zurück und rammte sich
den Dolch, mit dem sie noch zuvor auf Harrys Brust einen tiefen Riss
hinterlassen hatte, in den Bauch. Keuchend fiel sie auf ihre Knie.
Wieder ihrer eigenen Gedanken mächtig, blickte sie zu Harry auf.
„Verzeih mir!", hauchte sie und kippte zur Seite.
„Neeeiiinnn!",
schrie Harry und wollte trotz seiner gefesselten Hände auf Voldemort
losgehen. Mit einer Handbewegung von Voldemort löste sich der Dolch aus
Ginnys Bauch und bohrte sich in Harrys. Sein Blick ging von Voldemort
auf den Dolch und wieder zurück. „Grüß deine Eltern von mir! Hätten sie
dich mir gleich ausgeliefert, dann wäre dir all dies erspart geblieben."
„Danke!", sagte Harry zu Voldemort. Er hatte ihn erlöst. Niemals könnte Harry damit leben, dass Ginny seinetwegen sterben würde.
Mit letzter Kraft begab sich Harry an Ginnys Seite. „Ich lasse dich nie
wieder allein, Ginny!" Mit diesen Worten sank er vor ihr zu Boden. Der
Schmerz, den Harry noch vor wenigen Augenblicken verspürte, war
verflogen. Wärme, welche ein angenehmes Gefühl hinterließ, breitete
sich stattdessen in seinem Körper aus, bevor er bewusstlos wurde.
Voldemort schritt triumphierend auf Harry und Ginny zu. „Endlich habe
ich was ich wollte. Seht die Beiden an! Freundschaft bis in den Tod.
Was für Narren!", lachte Voldemort. Lestrange stellte sich neben
Voldemort. „Wir hätten ihm noch erzählen sollen, wie ihr aus Askaban
entkommen seid. Das hätte Potter bestimmt interessiert." „Ja", lachte
Lucius Malfoy. „Wo er doch so viel für die Muggel übrig hat. Wir hätten
ihm sagen sollen, dass statt unser, Muggel in Askaban sitzen."
„Wenn Potter tot ist", wandte Voldemort sich an Malfoy und die restlichen Todesser, „dann schickt Dumbledore seinen toten Helden, seinen Goldjungen! Soll er ihn neben seinen wertlosen Eltern verscharren. Das Mädchen könnt ihr ihren Eltern schicken! Es wird ihnen eine Lehre sein, sich Dumbledore angeschlossen zu haben."
Ich sage hier jetzt mal nicht so viel.
Bis Freitag!
bepa
