Hi!
Hier kommt doch noch ein Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch.

Die Reviewantworten bekommt ihr im nächsten Kapitel.

Betagelesen wurde dieses Kapitel wie immer von DKub. Danke schön!!!

Wie auch sonst:
Die Story ist auf den 5 HP-Büchern aufgebaut. Alle Figuren, die ihr aus den Büchern von J.K.Rowling kennt, gehören ihr. Nur das, was ihr nicht aus ihren Büchern kennt, ist auf meinem Mist gewachsen. Ich verdiene mit dieser Geschichte keinen einzigen Cent.
Also, alles gehört ihr und mir nix.

Kapitel 8 Die eingelöste Schuld

„Wo ist die Jacke von dieser Göre?", fragte Nott und zeigte auf Ginny. „Lange kann es nicht mehr dauern, bis sie hinüber sind." Gelächter hallte an den Wänden des Verlieses wider. „Wurmschwanz, geh sie suchen! Sie muss irgendwo im Park liegen.", fuhr Malfoy ihn an.
In seine Gedanken vertieft, verließ Wurmschwanz das Verlies und machte sich auf die Suche nach Ginnys Jacke. Es dauerte nicht lange, bis er diese fand. Ängstlich sah er sich um, ob ihm jemand gefolgt war, doch niemand war zu sehen.

Im Inneren des Verlieses, waren es immer noch Malfoy, Lestrange und Nott, die über Dumbledores Schützlinge herzogen und darauf warteten, dass sie endlich ihren letzen Atemzug taten. Lucius Malfoy ging auf Harry zu und kniete sich neben ihn. „Potter, der Held der Zauberwelt!", lachte er.
Etwas leiser, schon fast zischend und mit seiner Hand durch Harrys Haar fahrend sagte er: „Ich habe dir versprochen, dass du für das, was du mir und meiner Familie angetan hast, büßen wirst.
Ich hätte dich noch ein wenig mehr leiden lassen, aber so ist es mir auch recht. Er hielt Harrys Haare fest und zog seinen Kopf hoch. „Deine anderen Freunde werden dir folgen, Potter.", flüsterte er ihm ins Ohr. Mit einem gehässigen Lachen ließ er Harrys Kopf unsanft fallen. Erneut lief Blut aus Harrys Nase, welches langsam und unaufhaltsam zu Boden tropfte.

Immer mehr verlor Harry an Lebenskraft, doch hatte er jedes Wort von dem verstanden, was Voldemort und seine Todesser gesagt hatten. Wirklich jedes Wort und er würde nichts dagegen unternehmen können. Seine Freunde, alle waren sie verloren. Er hatte versagt. Seine letzten Gedanken kreisten wieder um Ginny, das Mädchen das er liebte. Er war Schuld an ihrer Situation.
Seinetwegen lag sie neben ihm und würde sterben. Ja, er liebte Ginny. Er liebte sie von ganzem Herzen, dessen war er sich nun bewusst geworden. Endlich hatte er es erkannt, doch leider zu spät. Er hatte ihr nicht gesagt, was er für sie empfand. Er war zu verbohrt gewesen. Zu sehr glaubte er daran, mit der Distanzierung von seinen Freunden das Richtige getan zu haben, sie damit vor Voldemort schützen zu wollen. Doch was hatte es genützt? Voldemort hatte Harry besiegt, er hatte die Prophezeiung, ohne deren exakten Wortlaut zu kennen, zu seinen Gunsten erfüllt. Das Böse hatte gegen das Gute gesiegt, das Dunkel gegen das Licht. Die Zauberwelt war verloren und musste sich nun Voldemort unterwerfen oder genau wie ihr Held, Harry Potter, untergehen. Derjenige, der Voldemort hätte besiegen können, lag vor den Füßen der Todesser des ‚Dunklen Lords' und hatte schon fast sein noch so junges Leben ausgehaucht. Die einzige Chance den Lord zu besiegen, war mit Harrys Tod vertan.

Nichts von dem, was vor wenigen Augenblicken mit Harry Potter und Ginny Weasley passiert war, ahnten die Hexen und Zauberer da draußen. Vielleicht doch. Es gab einen Ort, an dem Leute waren, die sich um diese beiden Personen sorgten, die viele Tränen vergossen hatten, da sie nicht in der Lage waren, ihnen zu helfen. Sie wussten zwar nicht, wohin Harry und Ginny verschwunden waren, jedoch wer sie in seiner Gewalt hatte. Die Unfähigkeit ihnen nicht helfen zu können, brachte sie an den Rand der Verzweiflung und fast um den Verstand.
Molly Weasley saß tränenüberströmt im Krankensaal, an genau der Stelle, an der Harry verschwunden war. Die Tränen galten ihre einzigen Tochter und Harry Potter. Ihr Mutterinstinkt sagte ihr, dass alles zu spät war und ihre Tochter tot. Die Worte, die Arthur Weasley zur Beruhigung an seine Frau sandte, kamen nicht an. Sie drangen nicht durch die Trauer, in die sich Molly Weasley vergraben hatte. Immer wieder redete er auf sie ein, doch auch bald klangen seine Worte verzweifelt. Je mehr Zeit verging, in der sie nichts von Harry und Ginny hörten, kein Lebenszeichen von ihnen erhielten, umso mehr schwand seine Hoffnung.
Ron und Hermine hatten sich im ‚Raum der Wünsche' verschanzt. Hermine lag in Rons Armen und schluchzte. Beide weinten um ihren Freund und Rons Schwester.
Auch Neville und Luna ließen ihrer Trauer freien lauf. Beide versuchten sich in einem unbenutzten Klassenzimmer gegenseitig Trost zu spenden.

Prof. McGonagall, Prof. Snape und Prof. Dumbledore versuchten alles, was in ihrer Macht stand, um Harry und Ginny zu finden. „Ich hätte doch einen Ortungszauber auf den Jungen legen sollen.", sagte Minerva McGonagall schuldbewusst. „Minerva, bitte!" „Nein, Albus. Ich hätte es tun sollen. Es war fahrlässig von mir ihn nur mit einem Zauber zu belegen, der uns zeigt, ob er einen Zauber gebraucht. Ich hätte … Er wäre … Wir könnten …" Nur Stückchenweise brachte sie die Wörter hervor, immer mehr erstickte die Angst ihre Stimme. „Minerva, glaubst du im Ernst, dass Voldemort das nicht bedacht hat? Er hat mit Sicherheit einen Zauber benutzt, der es uns unmöglich macht die beiden zu finden. Ich bin mit meinem Latein am Ende, ich habe keine Kraft mehr."
Dumbledores Äußeres war um Jahre gealtert. Die starke Aura, die ihn sonst umgab schwand mit seiner Hoffnung. Selbst Severus Snape wirkte ungewohnt besorgt.
Die Vorstellung, was Voldemort den beiden angetan haben könnte, trieb ihnen erneut kalte Schauer über ihre Rücken.
Doch warum Voldemort dieses mit Harry machte, davon ahnten die Trauernden nichts. Dumbledore hatte es, genau wie Harry, für sich behalten. Er wusste, dass er Harry diese Last nicht abnehmen konnte. Niemand konnte das! Es war Harrys Schicksal, sich Voldemort zu stellen.
Schuldgefühle, nicht für einen besseren Schutz des Jungen gesorgt zu haben, überkamen ihn. Schuldgefühle, die ihn nicht wieder losließen. Perlen aus Tränen liefen an seinen Wangen hinunter und sickerten in seinen langen silbernen Bart.

„Wo warst du so lange?", keifte Nott Wurmschwanz an, der nervös das Verlies betrat, in welchem immer noch Harry und Ginny lagen. Schnell fasste er sich wieder, um sich nicht zu verraten. „Ich habe sie nicht gleich gefunden. Wie du siehst, ist es stockdunkel draußen." Nott wollte gerade ansetzen etwas zu sagen, da fiel Wurmschwanz ihm ins Wort. „Ich weiß, dass ich den Lumos-Spruch hätte verwenden können, für wie blöd hältst du mich? Aber du wirst mir sicherlich Recht geben, wenn ich dir sage, dass es komisch ausgesehen hätte, wenn die Muggel Licht in einem Park gesehen hätten, der an ein angeblich verlassenes Haus grenzt, in dessen Nähe schon seit Jahren niemand mehr gesehen wurde." „Natürlich, du Schwachkopf!", lachte Nott. „Aber warum hast du nicht den Accio-Zauber benutzt?" „Peter unser Trottel!", lachte nun auch Bellatrix Lestrange.
Mit angewidertem Gesichtsausdruck wandte sich Wurmschwanz von Nott, Malfoy und Lestrange ab und ging auf Harry und Ginny zu. „Genau, Wurmschwanz. Tu' etwas Sinnvolles und sieh nach, ob die beiden Gören endlich tot sind!" Wurmschwanz beugte sich zu Ginny hinunter und fühlte den Puls an ihrem linken Handgelenk. „Da ist nichts.", sagte er und sah zu Malfoy auf. „Kannst du denn gar nichts?", flappte dieser ihn an. „Am Hals!" Wütend ließ Wurmschwanz Ginnys Hand fallen, so dass sie auf Harrys Bein liegen blieb und fühlte den Puls an ihrem Hals. Nur noch ganz schwach war er zu fühlen. Ihre Atmung war so gering, dass man nicht mal mehr sah, ob sich ihr Brustkorb bewegte oder nicht. „Sie ist tot!" Langsam, mit der Jacke im Arm, stand er auf und bewegte sich auf Harry zu. „Nun mach schon!", rief Malfoy ungeduldig. Seine Hand ging ebenfalls an Harrys Hals, um auch dessen Puls zu fühlen. Genau wie bei Ginny, war er kaum noch zu fühlen und auch seine Atmung war flach und unregelmäßig. Doch etwas war merkwürdig. Beide Körper schienen die gleiche ungewöhnliche Hitze auszustrahlen. Wurmschwanz atmete tief durch. Seine Hand ruhte immer noch an Harrys Hals. Er sah mit einem Grinsen in die Gesichter von Nott, Malfoy und Lestrange. „Potter" „Was ist mit ihm?", fragte Lestrange genervt. Weiter brauchte sie nicht zu fragen. Mit ‚Potter' hatte Wurmschwanz Ginnys Jacke, die immer noch ein Portschlüssel war, aktiviert. Ein Augenschlag und er war mit beiden verschwunden. Wütende Schreie hallten durch das Verlies.

„GINNY! HARRY!", rief Molly Weasley und wirbelte aufgeregt umher. Ihr Mann stand mit erhobenem Zauberstab, welcher auf Wurmschwanz zeigte, neben ihr. „Was haben sie mit ihnen gemacht?", schrie Molly Weasley und ließ sich vor Harry und Ginny auf die Knie fallen. Aus Mr Weasleys Zauberstab schossen Seile auf Wurmschwanz zu und fesselten ihn. Ein weiterer Zauber hinderte ihn nun, sich in seine Animagusgestalt zu verwandeln.
Madame Pomfrey bekam die Aufregung mit und stürmte in den Krankensaal. Mit geweiteten Augen sah sie auf Harry und Ginny, die bewusstlos und blutüberströmt am Boden lagen. „Madame Pomfrey, bitte!", rief Arthur Weasley und riss damit die Krankenschwester aus ihrer Erstarrung.
„Albus!", rief sie und schwang ein Mal kurz ihren Zauberstab, bevor sie auf die beiden zuging. Nur einen Augenblick später stand Prof. Dumbledore gefolgt von Prof. Snape und Prof. McGonagall in der Tür zum Krankensaal. Sein Blick ging von Harry und Ginny, die gerade von der Krankenschwester untersucht wurden auf Peter Pettigrew. „Poppy?" Er bekam keine Antwort von ihr.
Arthur Weasley hatte alle Hände voll zu tun, seine Frau davon abzuhalten, Wurmschwanz an den Hals zu springen.

Wieder fragte Dumbledore: „Poppy, wie geht es ihnen?" Da er immer noch keine Antwort bekam, hielt er seinen Zauberstab über Harry und murmelte etwas. Wieder sammelten sich Tränen und suchten sich ihren Weg an seinem blassen Gesicht entlang.
Dumbledore und Madame Pomfrey sahen sich an. „Schaffst du das, Poppy?" Die Krankenschwester schüttelte bedrückt ihren Kopf. „Ich habe versucht sie zu stabilisieren. Mehr kann ich für die beiden nicht tun. Dumbledore wandte sich an Ginnys Eltern. „Wir werden Ginny und Harry ins St. Mungo bringen. Hier können wir nichts mehr für sie tun. Lebenswichtige Organe wurden zum Glück nicht verletzt, aber beide haben sehr viel Blut verloren. Ihre Vitalwerte sind nur noch minimal. Hätte Peter sie nicht hergebracht und Poppy sie nicht stabilisiert, wären sie mit Sicherheit schon tot.

Währenddessen Dumbledore mit den Weasleys sprach, bereiteten Madame Pomfrey und Prof.
McGonagall alles für den Transport ins St. Mungo vor. Snape hingegen stand mit angewidertem Gesichtsausdruck vor Wurmschwanz und hielt dessen Zauberstab in der Hand. „Wollen wir doch mal sehen, wie tatkräftig du bei der Folterung von Miss Weasley und Mr Potter mitgeholfen hast."
Snape wollte gerade den Zauber aussprechen, der einen Zauberstab zwingt, seine letzten Zauber zu zeigen, als Dumbledore ihn davon abhielt. „Nicht jetzt, Severus!" Dabei deutete er mit dem Kopf in Richtung der Weasleys.
„Wo ist Ron?", fragte Mrs Weasley mit zittriger Stimme. Ich nehme an, dass er bei Miss Granger ist. Es wäre nicht gut, wenn er seine Schwester so sehen würde." „Aber …" „Sie wird es schaffen, Molly!"
„Wir können, Albus! Die Heiler im St. Mungo warten auf uns.", unterbrach McGonagall das Gespräch zwischen Molly Weasley und Prof. Dumbledore.

Völlig aufgeregt lief Molly Weasley vor dem Zimmer ihrer Tochter auf und ab. Es waren schon mehr als zwei Stunden vergangen und noch immer hatte sich niemand bei ihnen gemeldet. Sie konnte nicht verstehen, warum es so lange dauerte.
Ihr Mann hatte es aufgegeben sie zu beruhigen. Jeder Versuch schlug fehl. Er saß auf einem Stuhl und hatte das Gesicht in seinen Händen vergraben.
Die Tür ging auf und einer der Heiler die sich um Ginny kümmerten trat ihnen entgegen.
Ungeduldig lauschten sie seinen Worten. Wie schon Dumbledore zuvor, erzählte auch er ihnen, dass keine lebenswichtigen Organe verletzt wurden, dass der massive Blutverlust fast zum Tod geführt hätte. Bei dem Wort ‚fast' sah Molly Weasley auf. Ihre Augen waren vom vielen Weinen blutunterlaufen. „Heißt das, …", schluchzte sie „sie kommt durch?" „Genau das soll es heißen.", antwortete der Heiler. „Es wird noch etwas dauern, bis sie wieder zu sich kommt, doch sie wird bald wieder die Alte sein." Erleichtert fiel Molly ihrem Mann um den Hals. „Wenn sie möchten, dürfen sie zu ihr.", lächelte der Heiler sie an und öffnete die Tür.

Ganz blass lag Ginny dort in ihrem Bett. Ihre Mutter ging auf sie zu und nahm die Hand ihrer Tochter in die ihre. „Warum ist sie so heiß? Können sie nichts gegen das Fieber tun?", fragte sie.
Der Heiler schüttelte den Kopf. „Wir haben alles versucht, doch ohne Erfolg. Wir können uns auch nicht erklären, woher dieses Fieber kommt. Das Eigenartige ist, dass Mr Potters Körpertemperatur ebenfalls so hoch ist und wir auch bei ihm noch keine Möglichkeit gefunden haben, wie wir diese senken können." „Wie geht es Harry?", fragte Mr Weasley, während er seiner Tochter über die Wange strich. Sie waren so mit ihrer Sorge um ihre Tochter beschäftigt, dass sie Harry völlig vergessen hatten. Da der Heiler nicht antwortete, schreckte Arthur Weasley hoch. „Ist er …? Sagen sie bitte nicht, dass er …!" „Nein, Mr Weasley. Noch lebt Mr Potter." „Was soll das heißen, noch?", fragte Mrs Weasley erschrocken. „Es tut mir leid, ich darf ihnen darüber nichts sagen. Ich habe ihnen schon viel zu viel erzählt." „Aber …", wollte sie protestierten, da ging die Tür auf und Dumbledore betrat das Zimmer. „Albus!", stürmte Molly auf ihn zu. „Sagen sie uns bitte was mit Harry ist. Wie geht es ihm?" „Ganz ruhig, Molly!" Wieder wirkte Dumbledore alt und gebrechlich.
„Wenn sich Harrys Zustand in den nächsten 24 Stunden nicht verschlechtert, wird er es schaffen."
Ängstlich blickte sie auf ihre Tochter. „Keine Angst! Ginny schafft es.", beruhigte Dumbledore sie.
„Nur Harry fürchte ich, hat mit seinem Leben schon abgeschlossen." „Dürfen wir ihn sehen?", fragte Arthur Weasley. „Heute nicht mehr, Arthur! Geht nach Hause und ruht euch aus! Morgen könnt ihr dann auch Harry besuchen." „Ich bleibe bei meiner Ginny!", erwiderte Molly. „Ich möchte hier sein, wenn sie wach wird."
Niemand konnte sie von ihrem Vorhaben abbringen, was eigentlich auch verständlich war. Ihre einzige Tochter lag verwundet vor ihr, gefoltert von Voldemort und seinen Todessern.

Mehrere Tage vergingen und keiner ihrer Freunde durfte sie besuchen.
Keiner der vier, nicht Ron, Neville, Luna und auch nicht einmal Hermine konnten wie gewohnt am Schulalltag teilnehmen. Die Sorge, dass sie Harry und Ginny vielleicht nie wieder sehen würden, nahm sie voll und ganz in Anspruch. Wie Marionetten saßen sie im Unterricht. Am Schwersten hatte es Luna. Während Ron, Neville und Hermine die meisten Unterrichtsstunden zusammen verbrachten, musste Luna sich allein durchkämpfen. Alle Schüler von Hogwarts wussten, dass Harry und Ginny verletzt im St. Mungo lagen und die meisten verhielten sich auch dementsprechend. Nur eine Hand voll Schüler konnte sich nicht zurückhalten. Malfoy, Crabbe und Goyle trieben ihre Scherze mit dem Unglück von Harry und Ginny. Doch auch ein ganz bestimmter Gryffindor sparte nicht mit seinen sinnlosen Argumenten, wie gut er es fände, wenn Harry das Zeitliche segnen würde und das Ginny die ganze Sache nicht anders verdient hätte. ‚Geschieht ihr ganz recht, was gibt sie sich mit Potter ab. Selbst Schuld!'

Noch immer waren beide bewusstlos, auch wenn sich ihr Zustand gebessert hatte. „Wir können für Mr Potter und Miss Weasley nichts mehr tun. Körperlich sind sie fast gesund, doch seelisch haben sie noch ein ganzes Stück Arbeit vor sich. Miss Weasley wurde lange mit dem Cruciatus-Fluch gefoltert und auch an Mr Potter hat er seine Spuren hinterlassen. Doch was mich am meisten beunruhigt ist, dass mehrfach versucht wurde in Mr Potters Geist einzudringen. Die letzten Male muss es ein harter Kampf gewesen sein.", sagte einer der Heiler, als Dumbledore die beiden besuchte. „Sie sollten sie mit nach Hogwarts nehmen! Natürlich nur, wenn die Eltern einverstanden sind. Bei Mr Potter liegt das in ihrer Hand, nehme ich an?" Dumbledore nickte. „Vielleicht helfen ihnen die gewohnte Umgebung und die Stimmen der Freunde wieder aufzuwachen. Hier können wir für die Beiden nichts mehr tun."

Harry und Ginny lagen beide zusammen in einem separaten Raum des Krankenflügels und nicht wie eigentlich üblich, im Krankensaal. Sie sollten sich weit ab vom Trubel des normalen Alltags erholen.
Endlich durften ihre Freunde zu ihnen. Jeden Tag saßen sie an den Betten von Harry und Ginny. Es waren schon fast 5 Tage vergangen, seitdem sie wieder aus dem St. Mungo zurück waren, doch noch immer war keiner der Beiden wach.
Ron erzählte ihnen, wie das Quidditchtraining lief und dass er sich eine neue Strategie ausgedacht hatte, wie sie Hufflepuff ohne große Probleme besiegen könnten. „Kommt wieder zu euch und wir treten Hufflepuff in den Hintern!", sagte er und eine Träne löste sich aus seinen Augen, die er gleich wieder wegwischte. Hermine erzählte Harry, was sie neues im Unterricht gelernt hatten und über ihre bereits erlebten Abenteuer und für Ginny las sie jeden Abend aus einem Buch vor.
Doch viel wichtiger war, dass alle vier ihre Freundschaft zueinander bekräftigten und sich gegenseitig beteuerten, dass sie sich voll und ganz aufeinander würden verlassen können.

Nach dem Abendessen trafen sich die vier Freunde wieder an Harrys und Ginnys Bett. Sie erzählten gerade über ihr Abenteuer in der Mysteriumsabteilung, als Harry begann, seinen Kopf zu bewegen.
„Harry?", fragte Hermine behutsam und strich ihm übers Haar. Ich bin es, Hermine." Ron und Luna, die an Ginnys Bett saßen, sprangen hoch und stürmten auf Harry zu. Immer wieder redete Hermine ruhig auf ihn ein, bis er endlich seine Augen öffnete und in die Gesichter seiner Freunde sah.
„Oh Mann, ich fühle mich, als wäre ich vom Besen gefallen oder der ‚Fahrende Ritter' hätte mich erwischt." Er sah sich um. Und schon fast genervt, dass er anscheinend schon wieder im Krankenflügel lag, fragte er: „Was ist denn nun schon wieder passiert?" Die vier sahen sich an. „Du weißt aber wer wir sind?", fragte Hermine. „Natürlich weiß ich wer ihr seid. Ihr seid die vier Bremer Stadtmusikanten und ich bin aufgewacht, weil so ein Plapperhuhn mir die letzten 10 Minuten meine Ohren vollgegackert hat!" Die angesprochenen sahen sich an, und wussten nicht, ob sie sich freuen sollten, oder ob Harry jetzt Lockhardt nacheiferte. Als er in die Gesichter seiner Freunde sah, musste er laut lachen, was Harry jedoch sofort bereute. Aus dem Lachen wurde so etwas wie ein Hundejaulen und er hielt sich den Kopf dabei. „Der platzt gleich!" Er sah in Rons noch immer besorgtes Gesicht. „Sagt mir mal endlich jemand, was passiert ist?", fragte Harry irritiert. Die Gesichter seiner Freunde wurden noch besorgter, wenn dies überhaupt möglich war.
Langsam begann es, in Harrys Kopf zu arbeiten. Stück für Stück kamen seine Erinnerungen an das Erlebte zurück. Er wurde immer unruhiger und wollte sich aufsetzten. Doch es gelang ihm nicht.
„Harry, beruhige dich wieder!", sagte Neville und drückte Harry zurück ins Kissen. „Ginny!", rief Harry und sah wieder Ron an. „Ginny ist … Voldemort hat sie … Ich habe sie umgebracht." Mit jedem Wort wurde Harry noch unruhiger. Ihm war schlecht, er hatte jetzt auch Ginny auf dem Gewissen. „Ginny lebt, Harry. Sie ist zwar noch nicht wieder wach, aber sie lebt.", versuchte Hermine ihn zu beruhigen. „Nein", schrie Harry „ich habe sie sterben sehen." „Harry, nein! Sie liegt hier im anderen Bett und schläft.", versuchte nun auch Ron sein Glück. Harry weigerte sich, den Worten seiner Freunde Glauben zu schenken. „Ich habe sie sterben sehen.", fing Harry an zu weinen. „Ich konnte nichts dagegen tun." Er griff nach Rons Hand. „Warum habt ihr mich nicht auch sterben lassen?" Tränen liefen wie Wasserfälle an Harrys Wangen hinunter.
„Komm zu dir! Niemand ist gestorben." Ron löste seine Hand aus Harrys und drehte dessen Kopf in Ginnys Richtung. „Ginny lebt. Dort liegt sie." „Das ist nicht Ginny. Ich habe sie umgebracht. Sie ist meinetwegen gestorben." Das war das Letzte, was Harry sagte. Madame Pomfrey hatte den Krach mitbekommen und Harry mit einem Schlafzauber belegt. „Was haben sie mit ihm gemacht? Habe ich ihnen nicht gesagt, wie sie sich verhalten sollen?", schimpfte die Krankenschwester und untersuchte Harry. „Gehen sie bitte in ihre Gemeinschaftsräume! Sie haben für heute genug angerichtet." „Aber ...", wollte Hermine protestieren. „Bitte!", hielt Madame Pomfrey sie davon ab.
Bedrückt verließen die vier den Krankenflügel. Weinend fiel Hermine Ron in die Arme, als sie im Gemeinschaftsraum ankamen. „Was hat er getan, dass er so etwas verdient hat?" Ron antwortete nicht, sondern strich ihr beruhigend über den Rücken.

Mehrere Stunden vergingen, bis Harry wieder aufwachte. Erneut sah er sich im Zimmer um und sein Blick fiel auf das Bett neben ihm, welches zum Teil durch einen Vorhang verdeckt war. Hastig tastete er nach seiner Brille, die er auf dem Nachttisch vermutete, wo sie auch bei jedem seiner anderen Besuche im Krankenflügel lag und wurde fündig. Er hatte zwar keine Schmerzen mehr, doch trotzdem schaffte er es nur mit großer Kraftanstrengung aufzustehen. Langsam schleppte sich Harry auf das andere Bett zu. Noch konnte er nicht erkennen wer in diesem lag. Er hoffte nur, dass es wirklich Ginny war, so wie Ron es gesagt hatte. „Ginny!", rief er erleichtert, als er das rothaarige Mädchen erblickte. Wieder schlichen sich Tränen aus seinen Augen. Seinetwegen lag sie hier.
Seinetwegen musste sie dies alles durchmachen.
Sanft strich er ihr über die blassen Wangen. Es tat ihm weh, Ginny so zu sehen. „Es tut mir leid, Ginny! Das wollte ich nicht." Gerade als er ihr einen Kuss auf die Stirn geben wollte, durchfuhr ihn ein kaum auszuhaltender Schmerz. Mit den Händen auf seiner Narbe, sank er zu Boden. Immer heftiger wurde der Schmerz. Um ihn herum wurde alles schwarz und Harry kippte zur Seite. Er merkte nicht mehr, wie jemand das Zimmer betrat, wie zwei starke Arme ihn aufnahmen und zurück in sein Bett trugen.
„Harry! Harry!", flüsterte jemand. Zögerlich, aus Angst nur geträumt zu haben, dass Ginny am Leben war, öffnete er seine Augen und erblickte Molly und Arthur Weasley. Harry hatte seine Augen noch nicht ganz geöffnet, da fiel ihm Molly um den Hals. „Mein Junge!" Freudentränen, dass es Harry gut ging, liefen ihr übers Gesicht. „Mrs Weasley, ich wollte Ginny nicht …" Sie ließ ihn nicht ausreden, sondern erstickte seine Worte in einer erneuten Umarmung. „Du hast keine Schuld, an dem was passiert ist!" „Wie sind wir wieder zurückgekommen?", wandte sich Harry an Mr Weasley. Mr Weasley überlegte einen Moment, wie er anfangen sollte, damit Harry nicht gleich ausrasten würde. „Peter Pettigrew hat euch zurückgebracht. Er …" „Wurmschwanz, der Verräter?
Hätte er mir nicht den Stupor auf den Hals gejagt, wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen.", unterbrach ihn Harry. Mr Weasley erzählte Harry, was Wurmschwanz ihnen während des Verhörs berichtet hatte. Harry dachte, er müsse vom Glauben abfallen. So etwas hatte er vom ihm nicht erwartet. „Wo ist er jetzt?" „Peter ist zur Verwahrung im Ministerium, bis entschieden ist, was weiter mit ihm geschieht. Den Rest wird dir Prof. Dumbledore erzählen. Aber hätte Peter euch nicht hergebracht oder nur einen Augenblick später, dann wäre es für euch beide zu spät gewesen. Du warst fast 2 Wochen bewusstlos." Er blickte zu Ginny. „Ginny ist noch nicht aufgewacht, obwohl dein Zustand kritischer war." Mit einem gequälten Lächeln sah er wieder zu Harry. „Aber auch sie wird wieder. Tu' uns bitte einen Gefallen und gib dir nicht die Schuld, für das was Voldemort euch angetan hat!"

‚Askaban', schoss es Harry durch den Kopf. „Mr Weasley, anstelle der Todesser sitzen Muggel in Askaban fest. Voldemort hat es irgendwie geschafft …" „Das wissen wir bereits. Peter hat es uns gestanden. Wir konnten leider nicht alle Muggel befreien. Ein Teil ist verhungert. Sie haben einfach aufgehört zu essen, besser gesagt, sie waren nicht mehr in der Lage etwas zu essen.
„Harry, Harry!", hörten sie eine ängstliche Stimme rufen. Mr und Mrs Weasley schreckten rum und sahen ihre Tochter unruhig im Bett liegen. Sie schmiss ihren Kopf hin und her, ohne die Augen zu öffnen. Harry wollte aufspringen, doch Mr Weasley hielt ihn zurück. „Mum ist hier, mein Kind.
Beruhige dich! Es ist alles gut." Die Worte ihrer Mutter schienen nicht zu ihr durchzudringen. Ginny wurde immer unruhiger. Trotz der Bitte von Ginnys Eltern, dass Harry liegen bleiben sollte, stand er auf und ging auf Ginny zu. Er nahm Ginnys zitternde Hand in seine und strich mit seiner freien Hand über ihre Wange. „Ginny, ganz ruhig! Ich bin hier, mir geht es gut." Immer weiter redete Harry beruhigend auf sie ein. Doch auch seine Kräfte ließen langsam wieder nach, so dass er von Ginnys Vater gestützt werden musste. „Ginny, bitte!" Harrys Stimme klang erschöpft.
Endlich öffnete Ginny ihre Augen und sah in Harrys. Keiner von beiden sagte etwas. „Komm, Harry!
Ihr könnt miteinander reden, wenn es euch beiden besser geht! Jetzt gehörst du ins Bett, bevor du uns wirklich noch zusammenbrichst!" „Mir geht es gut. Ich will …" „Du willst dich hinlegen!" Harry hatte keine Chance, sich gegen Arthur Weasley zu wehren, er war einfach noch zu schwach. Dieser drängte Harry zurück zu seinem Bett und half ihm sich hinzulegen. „Danke, Harry!"
Harry hörte von seinem Bett aus zu, wie Ginny ihren Eltern erzählte, was Voldemort mit ihr gemacht hatte, bevor Harry bei ihr war. Mit jedem Wort von Ginny, wurde Harrys Wut und Hass auf Voldemort größer. Und auch sein Entschluss wuchs, Voldemort für alles bezahlen zu lassen.
Erst spät in der Nacht verließen Mr und Mrs Weasley den Krankenflügel, um zum Fuchsbau zurückzukehren.

Harry hatte noch nicht lange geschlafen, als er wieder Ginny ängstlich seinen Namen rufen hörte.
So schnell er konnte stieg er aus dem Bett und ging zu Ginny's rüber. „Wach auf, Ginny! Es ist alles gut, du bist in Sicherheit. Dir kann nichts mehr passieren."
Harry zog sich einen der Stühle dichter und setzte sich neben sie ans Bett. Er nahm ihre Hand und strich beruhigend darüber. Immer wieder sprach er ihr beruhigende Worte zu, was irgendwann auch zum Erfolg führte.
Madame Pomfrey kam und wollte Harry wieder ins Bett schicken, doch er weigerte sich, Ginny so allein zu lassen. „Na gut, Mr Potter.", gab sich die Krankenschwester geschlagen. „Wenn sie der Meinung sind, dass sie schon wieder genügend Kraft haben, dann erlaube ich ihnen bei Miss Weasley am Bett sitzen zu bleiben. Aber übertreiben sie es nicht! Wenn es ihnen morgen auch gut geht, dann können sie vielleicht sogar den Krankenflügel verlassen. Aber nur, wenn sie mir versprechen, sich etwas zu schonen und nicht gleich wieder ins nächste Abenteuer zu trampeln."
„Versprochen", entgegnete Harry kurz und wandte sich Ginny zu, die mittlerweile wieder ruhig schlief. Auch Harry überkam die Müdigkeit, und er schlief an ihrem Bett ein.

Das war ein schöner Traum von Ginny. Sanft fuhr sie ihm durchs Haar und berührte ab und zu seine Wange. Es war ein angenehmes Gefühl.
Behutsam strich Ginny über Harrys Nase. Was hatte sie ihm in letzter Zeit nur alles angetan? Die Bilder, wie Harry durch Seamus' Schuld mit blutender Nase vor ihr saß und wie Harry von den Todessern in Verlies gebracht wurde, traten ihr vor Augen. Sie sah sich selbst, wie sie mit erhobenem Dolch den Schnitt auf Harrys Brust ansetzte...
Harry spürte Ginnys Furcht und wachte auf. Also war es gar kein Traum. Für einen kurzen Moment lächelten sich beide an, bis Ginny ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. „Bitte Ginny, nicht weinen! Es ist doch alles wieder gut." „Gar nichts ist gut, Harry! Voldemort hätte uns beinahe getötet." Harry ließ seinen Kopf sinken. „Ich wollte dich nicht da mit reinziehen, niemanden." Ginny wollte dem etwas entgegen setzen, doch Harry schüttelte nur den Kopf. „Ich war fest der Meinung, das Richtige getan zu haben, um euch zu schützen. Es ist mir sehr schwer gefallen, euch wie Luft zu behandeln oder euch anzuschnauzen. Ich wusste, dass ich euch damit verletze und hoffte, dass ihr euch von mir abwendet und es mir so leichter macht. Ich wollte damit nur verhindern, dass Voldemort euch etwas antut. Ich möchte nicht noch mehr Freunde sterben sehen." Sein Kloß im Hals wurde immer größer. Es war alles sinnlos gewesen, was er sich und seinen Freunden angetan hatte. Voldemort hatte sein Spiel durchschaut. Er hatte Harrys schwache Momente ausgenutzt, um in dessen Geist einzudringen. Oft blieb dies sogar unbemerkt. Selbst einen weiteren Teil der Prophezeiung hatte Voldemort erfahren. Nur wieviel er tatsächlich von der Prophezeiung wusste, konnte Harry nicht sagen.

Harry hatte jetzt nur zu gut begriffen, dass man mit der Distanzierung von seinen Freunden nichts erreicht. Sie waren dadurch nur allein und angreifbarer. Denn trotz der Distanz sind sie bevorzugte Ziele, da Harry sie retten würde, genau wie sie ihn. Das sind die ‚Schwachpunkte' von Freundschaft und Liebe, die Voldemort so verabscheut. Doch ist Voldemort auf diese Weise nicht angreifbar. Hat er etwa keine Schwachpunkte?

„Es wird dir niemand einen Vorwurf machen.", riss Ginny Harry aus seinen Gedanken. Harry nahm erneut Ginnys Hand in seine und sah ihr fest in die Augen. „Als ich dich so zusammengekauert und verletzt am Boden sitzen sehen habe, da hatte ich das letzte bisschen Mut verloren. Ich hatte Angst, Ginny. Eine Scheißangst. Angst, dass du stirbst. Ich habe keinen Ausweg mehr gesehen."
„Und trotzdem hast du mir Mut zugesprochen. Mir gesagt, dass ich nicht sterben würde. Und du hattest Recht.", lächelte Ginny. „Das war nicht mein Verdienst.", erwiderte Harry und Ginny sah ihn fragend an. Harry erzählte Ginny, was passiert war, nachdem sie bewusstlos zusammengebrochen war und dass Wurmschwanz sie gerade noch rechtzeitig zurück nach Hogwarts gebracht hatte.
Ginnys Blick wurde immer ungläubiger. „Wurmschwanz? Der Wurmschwanz?" Harry nickte. „Was ist mit der Prophezeiung?", fragte Ginny plötzlich. „Hast du uns belogen und sie wurde gar nicht zerstört?" Ihr Blick duldete keine Ausreden. „ Nein Ginny, ich habe euch nicht belogen. Die Prophezeiung wurde in der Mysteriumsabteilung zerstört. Aber Voldemort hat Recht, ich kenne den vollständigen Wortlaut der Prophezeiung trotzdem." „Wie?" „Prof. Dumbledore hat sie mir mit Hilfe seines Denkariums gezeigt. Er war dabei gewesen, als Trelawney sie ausgesprochen hat." Harry wusste genau, welche Worte Ginny auf der Zunge brannten. Gerade wollte er ihr erzählen, was die Prophezeiung beinhaltet, als plötzlich Dumbledore das Zimmer betrat. „Wie ich sehe, geht es dir tatsächlich schon besser. Freut mich. Und Ginny, wie geht es dir?" „Ich denke auch gut.", antwortete sie und wollte sich aufsetzen, doch fehlte ihr dazu die Kraft. „Nicht, Ginny! Bleib bitte liegen!", bat Harry und drückte sie sanft zurück. „Was wird mit Wurmschwanz geschehen?", fragte Harry. „Das entscheidet das Ministerium. Doch ich denke, dass er seiner gerechten Strafe nicht entkommen wird." „Dem Kuss?", fragte Ginny und drückte Harrys Hand. Schon die Vorstellung davon, dass jemand dieses Schicksal erleiden sollte, schickte ihr einen Schauer über den Rücken.
„Ihr solltet jetzt lieber schlafen gehen. In ein paar Stunden beginnt für euch ein anstrengender Tag. Eure Freunde können es kaum noch abwarten, euch endlich gesund wiederzusehen. Harry, wenn du bereit bist, mit mir zu reden, dann weißt du wo du mich findest."

Dumbledore war schon auf dem Weg zur Tür, als Harry ihn aufhielt: „Professor, einen Moment bitte noch!" Der angesprochene drehte sich um und ging mit einem Lächeln auf seine Schüler zu. „Mein Zauberstab…" Harry war nicht einmal hundertprozentig sicher, ob es der Wahrheit entsprach oder er es nur geträumt hatte. „Voldemort hat meinen Zauberstab zerbrochen." „Hat er das...", war Dumbledores Reaktion. Er sah durch Harry hindurch, als wenn er gar nicht existierte. „Es kann auch sein, dass ich mich irre.", riss Harry den Schulleiter aus seinen Gedanken. „Was?" „Na ja.
Voldemort hat versucht, in meinen Geist einzudringen, um die vollständige Prophezeiung zu erfahren. Das war nicht gerade angenehm. Ich habe alles daran gesetzt, die Prophezeiung zu schützen. Noch einen Moment länger und er hätte es geschafft. Meine Okklumentik ist doch nicht so gut, wie ich bisher dachte. Jedenfalls hat er meinen Zauberstab zerbrochen, bevor er den Imperius-Fluch auf Ginny gelegt hatte." Bei seinem letzten Satz legte er unbemerkt eine Hand auf die Stelle, an der Ginny den Dolch angesetzt hatte. Erneut verstärkte Ginny den Druck auf Harrys Hand. Ihre Blicke trafen sich und Harry sah in ihre leidenden Augen. :Seinetwegen musste sie all dies ertragen. Nur er war Schuld an dieser Situation.:
„Selbststudium ist zwar schön und gut, aber leider nicht ausreichend. Wenn du damit einverstanden bist, werde ich mich um deine Okklumentik kümmern. Ich werde auch dafür sorgen, dass du einen neuen Zauberstab erhältst. Voldemort hat bestimmt nicht damit gerechnet, dass du überlebst.", zog Dumbledore die Aufmerksamkeit beider Schüler wieder auf sich. „Aber so hat er einen weiteren ‚Priori Incantatem'verhindert." Dumbledore blickte Ginny fragend an. „Ich weiß nicht, wo meiner ist. Entweder liegt er noch im ‚Verbotenen Wald' oder Voldemort und seine Todesser haben ihn." „Wenn wir deinen Zauberstab nicht finden, wirst auch du einen neuen erhalten." Ginny blickte peinlich berührt zu Boden. „Ginny, was hast du?", fragte Harry.
Sie atmete tief durch und sah Harry an. „Ich glaube nicht, dass es sich meine Eltern leisten können, mir einen neuen Zauberstab zu kaufen." „Das Problem wird sich lösen lassen. So, jetzt geht aber schlafen! Ihr braucht eure Ruhe."

„Wie geht es jetzt mit dir weiter?", fragte Ginny nachdem Dumbledore gegangen war. „Wie meinst du das?" „Ich möchte von dir gern wissen, wie du dich uns gegenüber verhalten wirst. Willst du weiter so tun, als ob du keine Freunde hättest? Du weißt, dass wir zu dir halten und alles für dich tun würden." Harry sah auf Ginnys Bettdecke und knabberte auf seiner Unterlippe umher. „Ich verstehe schon. Du musst nicht antworten.", sagte Ginny bedrückt. „Wir sollten schlafen!".
Ohne noch irgendetwas zu sagen, gab Harry ihr einen Gutenachtkuss auf die Stirn und stieg in sein Bett.

Wie fandet ihr dieses Kapitel? Bin schon gespannt auf eure Reviews!
Ich wünsche euch ein angenehmes Weihnachtsfest und ein guten Rutsch ins neue Jahr!

Bis bald!
bepa