Hi,
ich lebe doch noch! Hier kommt mal wieder ein neues Kapitel von
mir. Ich weiß, dass es Jahre her ist, dass ich gepostet habe,
aber… na ja, chronischer Zeitmangel. Den kennen doch fast alle,
oder?
Was ich damit andeuten will, ist dass ich meine FF NICHT
schleifen lasse oder wohlmöglich aufgeben werde! Nee, keine
Chance! Also, Flummi2003, wenn du noch Lust hast, meine FF zu lesen,
kannst du es hiermit tun! ;-)
Ach ja, bevor ich es vergesse: Ich habe eine neue Betleserin für diese Story. DKub hat aus zeitlichen Gründen leider aufgeben müssen. Aber an dieser Stelle noch mal ein riesiges Dankeschön für seine Mühe! Ich bin mir jedoch sicher, dass Krabbe, meine neue Betaleserin, ihre Sache genau so gut machen wird wie er!
Kann
mir mal jemand weiter helfen? Was ist jetzt eigentlich mit den
Reviewantworten?
Dürfen wir sie noch an den Anfang oder ans
Ende des Kapitels setzen?
Wäre
nett, wenn mir jemand diese Frage beantworten würde! Wenn,
werden sie natürlich noch nachgereicht! An dieser stelle
noch ein riesiges DANKESCHÖN an alle Leser (natürlich auch
Schwarzleser); ich hoffe, euch gefällt dieses Kapitel auch. Wenn
nicht (aber auch wenn es euch gefällt) teilt es mir bitte per
Review oder Mail mit!
Drohungen und Kritik gehen wie immer an mich. Könnt euch also richtig auslassen! Für Fehler haftet wie immer die Tastatur. Ich bin völlig unschuldig!
Wie
auch sonst:
Die Story ist auf den 5 HP-Büchern aufgebaut.
Alle Figuren, die ihr aus den Büchern von J.K.Rowling kennt,
gehören ihr. Das, was ihr nicht aus ihren Büchern kennt,
ist zum größten Teil auf meinem Mist gewachsen. Ich
verdiene mit dieser Geschichte keinen einzigen Cent und möchte
mit dieser auch niemanden zu nahe treten. Eine kleine Entschuldigung
an dieser Stelle für alles, was ich den Figuren des
HP-Universums angetan habe und noch antun werde! Also, alles gehört
ihr und mir nix.
Kapitel 13 Falsche Freunde
Ungehalten,
ohne noch ein Wort der Entschuldigung rannte Ginny zwischen den
umherstehenden Schülern hindurch, nachdem sie die Tür mit
einem lauten Knall hinter sich geschlossen hatte. „Wie ist die denn
drauf?", hörte sie noch ein Hufflepuff-Mädchen fragen,
welches sie kurz zuvor unsanft angerempelt hatte.
Wie der Blitz
fegte sie durch das große Eichenportal hinaus aufs
Schlossgelände. Auch wenn Ginny eigentlich nicht vorhatte die
Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, hatte sie es doch geschafft. Ihre
Wut auf Harry hatte ihre Vernunft völlig ausgeschaltet. Aber es
war nicht nur die Wut auf ihn – genau so war es auch die Angst, die
ihr Verhalten steuerte.
Wut darauf, dass er sich so egoistisch
verhielt und Angst, dass er es tatsächlich durchziehen und sich
damit Voldemort ausliefern würde. Nur von ihrer Angst wollte
Harry ja anscheinend nichts wissen!
Der Wind war heftiger als am
Vormittag und Ginny konnte sich auch nicht daran erinnern, dass es zu
regnen angefangen hatte. Aber ganz sicher war sie sich auch nicht;
viel von ihrer Umgebung wahrgenommen hatte sie nach dem Streit mit
Harry nicht.
Hier draußen im Regen war es nicht gerade
gemütlich, doch im Schloss waren zu viele, die Fragen stellen
konnten. Da zog sie doch lieber den Regen vor. Aber es dauerte nicht
lange, bis sie durchgeweicht vom kühlen Nass den Rückzug
ins trockene warme Schloss antrat.
Die
Eingangshalle war mittlerweile wieder leer; kein Schüler war
mehr zu sehen. Langsam, noch immer unentschlossen ob sie das Richtige
tat, ging sie auf die Flügeltür der Großen Halle zu.
Es gab nur ein Grund für diesen Entschluss – Hunger. Vorhin
kam sie ja nicht so richtig zum Essen.
Gerade als sie die Tür
öffnen wollte, hörte sie Schritte und Stimmen. Nur kurz
darauf öffnete sich die Tür auch schon. Reflexartig
versteckte sich Ginny hinter dieser und hielt den Atem an, so dass
sie niemand hören konnte.
Sophie war es, die nachdenklich die
Eingangshalle betrat und sich umschaute. Anscheinend suchte sie
jemanden, und Ginny schien genau zu wissen wen. Nur hatte sie keine
große Lust mit ihrer Freundin zu reden – mit niemandem!
Noch
hatte Sophie Ginny nicht entdeckt, da sie gut versteckt hinter einer
der großen Türen stand. Jedoch braucht jeder irgendwann
mal Luft zum atmen, und so auch Ginny Weasley. Mit einem lauten
Geräusch zog sie die nötige Luft ein, die den bereits
nahenden Schwindel vertrieb. „Ginny? Ginny, bist du das? Wo steckst
du?" Erschrocken schlug Ginny sich die Hand vor den Mund; hatte sie
sich doch fast verraten. Sie hoffte immer noch, dass Sophie sie nicht
entdeckt hatte und weitergehen würde, doch konnte sie diese
Hoffnung gleich wieder begraben. Genau in dem Moment gab Sophie der
Tür einen Schups, damit diese wieder ins Schloss fiel und drehte
sich zu ihrer Mitschülerin um.
Tadelnd blickte sie in Ginnys
vor Wut und Angst fast glühenden Augen. „Hey, da bist du ja!
Ginny, warte! Wo willst du denn nun schon wieder hin? Bleib doch mal
stehen!", rief Sophie schon fast genervt, als Ginny in Richtung der
Treppen lief. Eigentlich hatte sie Ginny doch etwas mehr Verstand
zugetraut!
Verstand zugetraut? Sollte Ginny etwa Harry gegenüber
Verständnis zeigen? Zeigte er denn Verständnis für
ihre Situation? Ginnys Meinung nach nicht! Und wieder brodelte die
Wut in ihrem Bauch. Wieso sollte sie Verständnis dafür
zeigen und es vielleicht noch gutheißen, dass er vorhat einfach
abzuhauen und sich dem Dunklen Lord damit förmlich ausliefern
würde. Harry hatte keinen Verstand, wenn er glaubte, dass das
gut ausgehen würde.
„Ginny,
halt doch mal!", lief Sophie ihr weiter hinterher. Kurz bevor Ginny
das Ende der ersten Treppe erreicht hatte, hielt Sophie sie an ihrer
Schulter fest und drehte sie zu sich um. „Spinnst du? Warum läufst
du vor mir weg?" „Weil ich meine Ruhe haben will! Ich möchte
mit niemanden reden, und schon gar nicht über… Harry!" „Mach
mal halblang!", meinte Sophie beschwichtigend. „Wer sagt denn,
dass ich mit dir reden will? Und überhaupt, wieso über
Harry?", fragte sie schulterzuckend und leicht grinsend. Sie wollte
ihre Freundin einfach nur ein wenig ablenken. Wenn sie nicht wollte –
zwingen würde sie Ginny nicht. Irgendwann würde sie von
ganz allein zu ihr kommen. „Nicht?", fragte Ginny verwundert
zurück. Hatte sie doch erwartet, dass Sophie sie ausquetschen
und mit Fragen löchern würde. „Nein, nicht! Aber…"
Ginny begann bei dem Wort ‚aber' mit ihren Augen zu rollen. „…
du hast doch sicherlich Hunger, oder? Viel gegessen hast du ja nicht
gerade." Sie sah in Richtung Große Halle. „Es ist kaum noch
jemand da, der etwas von eurem Auftritt mitbekommen hat; nur noch ein
paar aus der siebten Klasse und ein paar Ravenclaws, die so oder so
ihren Mund halten. Na? Habe ich dich davon überzeugt, dir doch
noch etwas zwischen die Kiemen zu schieben?" Sophie wartete nicht
erst die Antwort ab, sondern zog Ginny gleich die Treppen hinunter.
Kaum hatten sie die letzte Stufe verlassen, hörten die
beiden auf einmal Geräusche, die von jemandem kommen mussten,
der Schmerzen hatte. Beide sahen sich an. Ohne zu zögern gingen
sie in die Richtung, aus der die beunruhigenden Geräusche kamen.
Ein
Junge mit schwarzem, zerzaustem Haar lehnte mit schmerzverzogenem
Gesicht an der kalten Wand. „Harry, was ist mit dir?", liefen die
beiden Mädchen aufgeregt auf ihn zu. Ginny wollte ihn an seine
Schulter fassen, doch wehrte er sie ab. „Harry, bitte!", bat sie
und musterte ihn besorgt. „Geh, lass mich! Ich brauche keine Hilfe,
von niemanden!"
Sie begann zu protestieren und versuchte, dass
Harry sie ansah – doch auch dies blieb ohne Erfolg.
Harrys
Kopfschmerzen schienen stärker zu werden - sie waren kaum noch
auszuhalten.
Mit den Händen an seiner Stirn rutschte er an
der kalten Wand zu Boden. „Geht endlich, lasst mich wieder
allein!", presste er zwischen seinen zusammengebissenen Zähnen
hervor. Er musste unbedingt versuchen diese Schmerzen unter Kontrolle
zu bekommen.
Sie schlugen in Wellen durch seinen Kopf, der jedes
Mal zu zerspringen drohte.
Jedoch ließen die beiden
Freundinnen sich nicht beirren – jedenfalls nicht durch so eine
lächerliche Bitte. Was wären sie für Gryffindors, wenn
sie jemanden ohne Hilfe zurücklassen würden, der sie allem
Anschein nach auch noch mehr als dringend benötigte?
Harry
hatte gar keine Gelegenheit seine Helfer abzuwehren. Als Ginny und
Sophie ihm wieder aufhelfen und in den Krankenflügel bringen
wollten, tauchten auf einmal Malfoy und Co auf. Mit einem gehässigen
Grinsen so breit wie der Grand Canyon tief, standen sie vor den drei
Gryffindors.
Malfoys kühle, herablassende und arrogante Art
widerte Ginny immer wieder an. „Malfoy, verschwinde! Ich habe heute
schon gekotzt! Wenn ich dich sehe, wird mir wieder schlecht!"
Ohne
an Ginny auch nur ein Wort zu verschwenden – stattdessen sah er sie
nur herablassend von oben bis unten an – wandte er sich Harry zu,
der durch die Schmerzen an seine Grenzen getrieben wurde.
Ausgerechnet Malfoy fehlte ihm da noch. Auch ihm wurde schlecht, und
er hatte das Gefühlt brechen zu müssen, nur war nicht
dringlicher Weise Malfoy daran schuld.
„Potter, bist du schon
so schwach, dass du von kleinen Mädchen gestützt werden
musst?"
Mit geröteten Augen blickte Harry zu den Slytherins
auf. „Hat der kleine Pottymatz etwa geweint?" „Verpiss dich
einfach, Malfoy, und nimm deine Hündchen mit!" „Weißt
du was, Potter?", fragte Goyle und stieß ihn dabei mit dem
Fuß in die Seite, während Malfoy und Crabbe Ginny und
Sophie von Harry fernhielten. „Verschwindet endlich!", hustete
Harry.
„Lasst ihn in ruhe!", forderte Sophie weniger mutig als
sie eigentlich klingen wollte. „Zieh ab, Kleines!", flappte Goyle
sie an, bevor er sich wieder Harry zuwandte. „Du siehst richtig
Scheiße aus!" Alle drei Slytherins lachten auf und rissen
weiter ihre Witze.
Da Harry aber nicht weiter auf ihre blöden
Sprüche einging, verloren sie bald die Lust daran Harry zu
ärgern. „Weasley, passt beide gut auf einander auf, nicht dass
euch noch etwas zustößt… Das will doch niemand!"
„Malfoy!", stand Harry mit zusammengebissenen Zähen auf und
blitzte diesen wütend an. „Wehe du rührst sie auch nur
mit deinem kleinen Finger an! Du wirst…" Doch was Malfoy würde,
sollten sie nicht mehr erfahren.
Diesmal kam der Schmerz so stark,
dass Harry kläglich aufschrie und mit den Händen an seinem
Kopf gegen die Wand schlug. Er keuchte auf und hielt sich mit der
rechten Hand seine linke Schulter, bevor er wieder in die Knie ging.
Laut lachend verschwanden die drei Slytherins.
Harry wusste nicht
mehr, welcher Schmerz stärker war – der von seinem Kopf
ausging und diesen jeden Moment sprengen ließ oder der, der von
seiner Schulter. Anscheinend hatte er sich diese ausgekugelt,
wohlmöglich sogar gebrochen.
„Ich hole Madame Pomfrey,
Ginny! Bleib du hier bei Harry!", schlug Sophie vor.
„Vielleicht
schafft ihr es ja auch, uns entgegenzukommen!" „Ginny nickte.
„Bitte beeile dich!"
Ihre Stimme klang ängstlich und aufgeregt.
Währendessen
Sophie auf dem Weg zum Krankenflügel war, beruhigte Harry sich
wieder etwas. Seine Kopfschmerzen waren schon fast wieder verflogen;
nur ab und zu ziepte seine Narbe noch ein wenig, und auch der
Schwindel und die Übelkeit kamen nur noch selten auf. Jedoch
seine Schulter schmerzte noch immer höllisch.
Ginny stand
wieder auf, aber nur um nachzusehen, ob Sophie vielleicht schon
wieder auf dem Weg zu ihnen war – mit der Krankenschwester im
Schlepptau.
In Harry kam die Angst auf, dass Ginny ihn hier
allein sitzen lassen würde. Auch wenn er sie zuvor noch
angeschnarrt hatte, dass sie verschwinden sollte, so wollte er jetzt
das Gegenteil. Mit einer Stimme, die sie eigentlich nur selten bei
ihm hörte, rief er: „Geh bitte nicht, Ginny!" Eine kurze
Pause trat ein. „Es tut mir Leid, ich wollte dich nicht verletzten!
Ich… Ich liebe dich!"
Ganz langsam drehte Ginny sich wieder
zu ihm um. Sie sah diesen bittenden, fast flehenden Ausdruck in
seinen Augen. Immer noch hielt er seine schmerzende
Schulter.
Lächelnd kniete sie sich neben ihn. „Keine Angst,
ich geh nicht!" Zärtlich, ganz sachte und liebvoll strich sie
ihm durchs schwarze Haar. „Wir warten auf Madame Pomfrey; Sophie
holt sie gerade. Oder kannst du wieder aufstehen, dass wir den beiden
entgegen gehen können?" Kaum merklich schüttelte Harry
seinen Kopf – er hatte die Befürchtung, nur eine Bewegung zu
viel oder zu hastig und die Kopfschmerzen würden wiederkommen.
„Was hast du? Stimmt was nicht?", fragte Ginny noch besorgter.
„Nicht Madame Pomfrey! Alles, aber nicht in den Krankenflügel
– nicht schon wieder!" Ginny glaubte sich verhört zu haben.
„Aber, Harry, du musst in den Krankenflügel, deine Schulter!"
Ganz vorsichtig griff er mit seinem gesunden Arm in seine Jacke.
Besser gesagt, er versuchte es; nur wollte es nicht so ganz klappen,
wie er es sich vorgestellte. Jede größere Bewegung
spiegelte sich als Schmerz auf seinem Gesicht wieder – egal wie
vorsichtig er war. „Ginny, hol mal bitte meinen Tarnumhang aus der
Innentasche meiner Jacke!" „Was hast du vor? Wie kannst du jetzt
an diesen blöden Tarnumhang denken?"
Er war eindeutig zu
starsinnig! „Ich will hier weg, bevor die Pomfrey kommt und mich
nicht wieder aus ihren Fängen lässt!"
Wäre die
Situation anders, hätte sie dies vielleicht sogar lustig
angehört. Aber Ginny war alles andere als zum Lachen zu mute.
Sie überlegte hin und her wie sie reagieren sollte – sie
wollte ihn nicht schon wieder wütend machen. „Wo willst du
denn hin? Du musst deine Schulter behandeln lassen! Und was ist, wenn
die Kopfschmerzen wiederkommen?"
Unschlüssig suchte sie
Harrys Jacke nach dem Tarnumhang ab. „Egal wohin, nur – nicht –
in – den – Krakenflügel!" „Harry, bitte sei vern…"
„Nicht schon wieder vernünftig, Ginny!", unterbrauch er sie
und hielt ihre Hand fest. „Lass uns in den Raum der Wünsche
gehen, ich möchte mit dir allein sein und… mit dir reden!"
„Hier ist aber kein Umhang!"
Es war wirklich keiner zu
finden. Harry überlegte hin und her, wo er ihn gelassen haben
könnte. ‚Verdammt!', fluchte Harry in Gedanken. Wie konnte
er den Tarnumhang nur vergessen? Hatte er sich doch vorgenommen, ihn
überall mithinzunehmen. „Dann lass uns so verschwinden –
hoffentlich sieht uns niemand!"
„Ganz
langsam, Harry! Harry, vorsichtig!" „Ahhh!" Mit geschlossenen
Augen blieb er auf dem Sofa im Raum der Wünsche liegen. „Harry,
ist alles in Ordnung? Hörst du mich?" Nur ein zögerliches
Nicken kam von Harry.
Ginnys Sorgen wurden immer größer
– Harry konnte unmöglich hier liegen bleiben; er konnte sich
kaum bewegen, ohne Schmerzen zu haben. „Harry" - beruhigend
strich sie ihm wieder durchs Haar – „du solltest doch lieber in
den Krankenflügel! Ich gehe jetzt Madame Pomfrey holen! Ich kann
mir das nicht mehr mit ansehen!" „Bitte nicht!", flehte er.
Mitleid überflutete Ginny. In den grünen Augen steckte so
viel Verzweiflung, Niedergeschlagenheit und Schmerz. Alles konnte sie
in ihnen erkennen.
Da Ginny nicht auf seine Bitte antwortete,
vergrub er seinen Kopf tief in den Polstern des Sofas. Ganz leise und
erstickend konnte sie noch hören: „Bitte, tu mir den Gefallen
und bleib hier bei mir!" Ginny glaubte zu wissen, dass er erneut
versuchte seine Schmerzen vor ihr zu verstecken.
Vorhin nach dem
Essen war sie noch wütend auf ihn gewesen. Nicht nur Wut, auch
Angst, dass er etwas Dummes tun könnte - diese Angst war
keineswegs unberechtigt – war da gewesen, obwohl die Wut wohl
vorherrschend war; jetzt schnürte ihr nur noch die Angst die
Kehle zu. Aber nicht nur Angst, da es Harry nicht gut ging und er
trotzdem nicht in den Krankenflügel wollte, sondern auch Angst
davor, wie er auf ihre Szene in der Großen Halle reagieren
würde. Er hatte sie zwar gebeten zu bleiben und ihr auch gesagt,
dass er sie liebt, aber würde er ihr ihre Worte auch verzeihen?
Sie war sich nicht mal sicher, ob sie sich
selbst diese Worte verzeihen
könnte.
„Bleib einfach bei mir." Mit diesen liebevollen
Worten holte Harry seine Freundin wieder aus ihren Gedanken. „Ich
liebe dich, Ginny! Bitte halt mich fest!" Da waren sie wieder - die
drei kleinen Worte, die sie schon vorhin von ihm zu hören
bekommen hatte, die ihr Herz wärmer werden und schneller
schlagen ließen. Nach dem Streit hatte sie nicht mehr daran
geglaubt, noch einmal diese Worte aus Harrys Mund zu hören.
Ohne zu zögern, kam sie seiner Bitte nach und legte sich
neben ihm aufs Sofa. „Ich liebe dich auch, Harry!" Zärtlich
hauchte sie ihm einen Kuss auf seine blassen Lippen. Nur einen
Versuch noch! „Aber du hast Schmerzen, lass dir doch helfen!"
„Das mit meiner Schulter bekomme ich schon wieder hin, dafür
brauche ich Madame Pomfrey nicht. Sie ist die Letzte, die ich jetzt
sehen möchte! Von der habe ich für die nächsten
Jahrzehnte genug! Viel lieber möchte ich jetzt mit dir hier
liegen und in deine wunderschönen blauen Augen schauen."
Abermals bekam er einen zärtlichen Kuss von Ginny. „Du
bist nicht mehr sauer auf mich?" Harry sah sie fragend an. „Na
wegen meinem Auftritt in der Großen Halle…" Er schüttelte
nur lächelnd seinen Kopf. Ohne etwas dagegen tun zu können,
fielen ihm seine Augen zu. „Ruh dich aus", flüsterte sie ihm
zu und schloss ihn vorsichtig in seine Arme – immer darauf bedacht,
seine verletzte Schulter so behutsam wie möglich zu
berühren.
Ginny hatte sich vorgenommen, Harry nachher sofort
in den Krankenflügel zu schleifen – egal wie.
Es
verging keine Stunde, bis Harry erneut mit Kopfschmerzen und
ziepender Narbe aufwachte. Diesmal war der Schmerz zwar auszuhalten,
jedoch versuchte Voldemort erneut in seinen Geist einzudringen.
Irgendwas war da auch gewesen, irgendwas hatte er geträumt. Nur
was? Er versuchte angestrengt darüber nachzudenken, doch half
das Ziepen seiner Narbe nicht besonders dabei.
Versuchend den
Schmerz in seiner Schulter zu ignorieren, setzte er sich auf. Mit
jedem Zentimeter verzerrte er sein Gesicht mehr und mehr. Plötzlich
wurde das Ziepen wieder stärker – so stark wie im Gang, in dem
er sich versteckt hatte.
Er versuchte Ginny nicht zu wecken, die
noch immer so friedlich neben ihm schlief. Nur war es nicht mehr an
dem – Ginny war längst aufgewacht; die kleinste Bewegung hatte
ausgereicht.
Ihn beobachtend lag sie neben Harry, die Augen nur
leicht geöffnet. Sie wollte sehen, wie weit er gehen würde,
bis er um Hilfe bat. Sie wusste, dass es nicht richtig war, was sie
dort tat, aber Harry hatte bisher stets Hilfe abgelehnt.
Aber
warum tat sie das? Hatte sie nicht bemerkt, dass Harry sich wieder
mit seinen starken Kopfschmerzen rumplagen musste – nicht nur seine
Schulter war der Grund für seine Schlaflosigkeit. „Verdammt!",
fluchte er und schlug mit der rechten Faust aufs Sofa. Nur Sekunden
später presste er diese wieder an seine Stirn. „Aufhören!",
rief er leise – immer noch im Glauben, dass Ginny schlief.
Langsam
- sie hatte nicht vor Harry zu erschrecken - setzte sie sich auf und
strich ihm beruhigend über den Rücken. „Lass dir von mir
helfen!", bat sie flüstern und platzierte einen Kuss in seinen
Nacken, so dass ihm, wie auch schon im Gemeinschaftsraum, nachdem
Seamus ihm die Nase gebrochen hatte, trotz der Schmerzen seine
Nackenhaare aufrecht standen und ihm ein angenehmer Schauer über
den Rüchen lief.
„Helfen, Ginny?", sah er sich
geschlagen zu ihr um und strich ihr mit zittriger Hand über die
Wange. Wieder stieg ihm ihr bezaubernder Geruch in die Nase.
Kopfschüttelnd und mit nahenden Tränen, die er versuchte zu
verstecken, sagte er: „Ich weiß nicht weiter, Ginny! Ich weiß
nicht was ich tun soll! Ich… ich weiß nur, dass ich dich
nicht verlieren möchte."
Um Ginnys Herz schloss sich eine
kalte Hand. Harry so bedrückt und verzweifelt – ja, dies
konnte man schon verzweifelt nennen – zu sehen, tat ihr weh. Gern
würde sie ihm helfen, aber erstens würde er dies wohl kaum
zulassen und zweitens: Wie?
„Harry", begann Ginny mit bedacht,
„das vorhin am See… Kannst du mich wenigstens etwas verstehen?"
Ein kaum merkliches Nicken bekam sie als Antwort. Sein Blick ging auf
die gegenüberliegende Wand und fixierte das einzige Bild was
dort hing. Wie gebannt starrte er es an, jedoch waren seine Gedanken
nicht mal in dessen Nähe. Ginny glaubte schon nicht mehr an eine
Antwort, als ganz leise „Ich habe auch Angst!" aus seiner
Richtung kam. Er sah ihr wieder in die Augen. „Alles was ich
gelernt habe, hilft mir nicht – es bringt mir rein gar nichts.
Sirius ist durch meinen Fehler, durch meinen Leichtsinn ums Leben
gekommen. Meinetwegen war er ins Ministerium gekommen. Meine
Verwandten – sie hatten nicht mal den Hauch einer Chance. Und ich?
Wieder habe ich überlebt! Und wofür? Damit Voldemort mich
weiter jagen kann und ich noch mehr Menschen in Gefahr bringe. Wenn
ich mich nicht mal selber richtig schützen kann, wie soll ich
denn auf andere aufpassen können? Wie hätte ich die
Todesser davon abhalten sollen, meine Tante, meinen Onkel und meine
Cousin umzubringen?" Ginny wollte ihn unterbrechen, ihm sagen, dass
es nicht seine Schuld war, was passiert ist. „Nein, bitte lass mich
ausreden! Remus ist verschwunden – aber warum? Wie kann er einfach
so verschwinden? Kein Lebenszeichen, keine Leiche, nichts! Und dann
war ich auch noch so überheblich zu glauben, dass ich
Okklumentik beherrsche. Selbstüberschätzung durch und
durch! Voldemort ist fast jeden Tag in meinem Kopf, und meistens
bemerke ich es noch nicht mal. Wie es trotzdem sein kann, dass er
noch mich die gesamte Prophezeiung kennt, kann ich mir nicht
erklären. Er hat auf jeden Fall immer nur Bruchstücke
meiner Erinnerungen oder meiner Gedanken mitbekommen."
Harry
redete und redete, und es tat ihm gut. Aber auch fehlte nicht mehr
viel, und er würde richtig anfangen zu weinen – nicht nur die
kleinen fast schon wieder getrockneten Tränen. All diese
Erinnerungen taten ihm unendlich weh.
„Harry,
spring bei dem was ich dir jetzt sage bitte nicht gleich wieder auf!"
Die ganze Zeit über hatte sie ihm zugehört; gemerkt dass es
ihm gut tat, sich endlich mal das ganze Leid von der Seele zu reden.
„Bitte bleibe im Schloss; hier bist du wenigstens einigermaßen
sicher! Wo willst du überhaupt hin? Ich wünsche mir benahe,
dass du nie wieder einen Zauberstab bekommst…" Er lächelte
matt, wurde jedoch gleich wieder ernst. „Bei dem was ich dir jetzt
sage, bleibst du bitte auch ruhig sitzen! Versprochen?"
Er
wartete erst gar nicht Ginnys Antwort ab, sondern erzählte ohne
Pause weiter. „Was ich mir dieses Schuljahr allein beigebracht
habe, habe ich in den fünf Schuljahren nicht gelernt. Bitte,
Ginny!" Wieder wollte sie ihn unterbrechen. „Um einiges davon zu
lernen, habe ich Schulregeln gebrochen – und nicht wenige – aber
ich hatte keine Wahl. Wie du schon gesagt hast, wenn ich Voldemort
mit dem Stupor angreife, lacht er mich nur aus.
Was genau ich
gelernt habe, werde ich dir jetzt nicht sagen; irgendwann bestimmt.
Nur… na ja, für die Zauber brauche ich halt einen Zauberstab…"
Harry atmete noch einmal tief durch. „Wenn wir nachher von
McGonagall zurück sind, werde ich mit Dumbledore darüber
sprechen, wie es weiter gehen wird. Er hat mir ja angeboten, mir bei
meinem Okklumentiktraining zu helfen. Und außerdem…" -
seine Zähne knirschten – „möchte ich wissen, warum
Malfoy nebst Anhang noch auf dem Schloss ist!"
Langsam nährte
sich sein Gesicht Ginnys. Flüsternd meinte er: „Du siehst
also, ich werde dir noch eine Weile auf die Nerven gehen." Ginny
konnte darauf nichts erwidern. Ihre Worte wurden durch einen langen
Kuss erstickt.
„Entschuldigung,
Harry Potter Sir!", wurde ihr Kuss von Dobbys piepzieger Stimme
unterbrochen. Beide schreckten auf. „Dobby wollte Harry Potter Sir
und Miss Weasley nicht erschrecken! Dobby entschuldigt sich!"
Wieder einmal drückte der Hauself seine lange Nase auf den
Boden. „Dobby wollte nur bescheid sagen, dass er zwei Tage nicht
auf Hogwarts ist." Harry sah den kleinen Hauselfen verwundert an,
fragte aber nicht weiter nach. „Wenn Harry Potter etwas braucht,
dann einfach Winky rufen; sie kommt dann sofort! Aber…" – er
lächelte Ginny an – „Miss Weasley ist ja auch bei Harry
Potter, da braucht Dobby sich keine Sorgen zu machen…" Ginny sah
abwechseln von Dobby auf Harry.
Vielleicht dachte Harry, Ginny
würde sein Kopfschütteln nicht bemerkten, aber sie tat
es.
Nur sagte sie nichts dazu. Ahnte sie schon lange, dass Dobby
der Einzige war, dem Harry sich anvertraute. „Sagst du uns wo du
hingehst?", fragte Harry Dobby nun doch, um von sich abzulenken. Er
wollte damit einfach nur verhindern, dass der Hauself zuviel verriet.
Seiner Meinung nach, ging es immer noch niemanden etwas an was er tat
oder nicht tat. Nur Ginny und sein noch fehlender Zauberstab hielten
ihn davon ab, das Schloss jetzt schon zu verlassen.
Dobby sah
verlegen zu Harry auf, wobei er an seiner Kleidung nestelte und mit
dem rechten Fuß wie ein Huhn auf dem Boden scharrte. „Professor
Dumbledore braucht Dobby. Dobby geht nachher da hin, wo der
Schulleiter hingeht. Dobby konnte nicht nein sagen, Harry Potter
Sir!" Dem kleinen Hauselfen war es sichtlich unangenehm, Harry
nichts weiter sagen zu dürfen. „Ist schon gut! Du bist mir
doch keine Rechenschaft schuldig! Das war doch nur eine
nebensächliche Frage."
Nachdem
Dobby die beiden allein gelassen hatte, wandte sich Harry wieder
seiner Freundin zu. Irgendwas lag in seinem Blick, was Ginny nicht so
recht deuten konnte – sie wusste nur, dass es ihr nicht gefiel und
dass nichts Gutes bedeuten konnte. „Ginny, egal was ich tun werde,
egal wohin ich IRGENDWANN" – dieses Wort betonte er extra
deutlich – „gehen werde… Ich liebe dich! Ich werde dafür
sorgen, dass dir nichts passiert!" Ginny schloss ihre Augen und
atmete tief durch. Die Worte ‚egal was' und ‚egal wohin'
ließen ihr Herz wieder schwerer werden. Und da war sie auch
wieder – die kalte Hand, welche sich wie eine Wand um ihr Herz
legte.
Sie hatte seine Worte vollkommen richtig gedeutet:
Irgendwann wird er das Schloss und damit auch sie verlassen. Nun
schickte sie tatsächlich Stoßgebete gen Himmel, dass Harry
niemals einen neuen Zauberstab bekommen würde. Nur würde
dies auch bedeuten, dass er weitgehend schutzlos blieb.
Ginny
schwieg; sie sah ihn nur liebevoll an und fuhr ihm dabei durch
schwarze strubbelige Haar, so wie auch schon am Samstag im
Jungenschlafsaal. Wieder schloss Harry seine Augen, genoss für
eine Weile ihre Berührungen. Ginnys Nähe hatte eine
unbeschreibliche Wirkung auf ihn.
Ganz langsam dirigierte sie ihn
mit ihrer Hand in seinem Haar Richtung Sofakissen. Zu gern kam er
dieser sanften Bitte nach. „Mach deine Augen zu und versuch noch
etwas zu schlafen!" In den Raum rief sie: „Bitte weck uns um
15:45!" Einen zärtlichen Kuss bekam Harry noch, bevor Ginny
sich an ihn kuschelte. Ohne seine Augen auch nur einen Spalt zu
öffnen, flüsterte er: „Du wirst nicht sterben, das
verspreche ich dir!"
Immer wieder tauchten die gleichen Sätze
in seinen Gedanken auf: ‚ Lass mich mit dieser Angst nicht allein!
Bitte, ich möchte das nicht noch mal durchmachen! Ich will nicht
sterben!'
„Harry…
Harry!", flüsterte Ginny und streichelte ihm über die
Wange. Dieser Geste folgte ein sanfter, eher zurückhaltender
Kuss.
Noch ganz verschlafen öffnete er seine Augen und sah
eine lächelnde Ginny an.
„Ausgeschlafen?" Harry nickte.
„Wie geht's deiner Schulter?", fragte sie weiter. „So lange
ich sie nicht bewege, meckert sie auch nicht. So ist es auszuhalten."
Sie sah ihren Freund skeptisch an. „Ich bringe dich in den
Krankenflügel, bevor wir zu McGonagall gehen!
Wenn sie
bemerkt, dass deine Schulter verletzt ist, schleift sie dich so oder
so dort hin."
„Nein, ich schaff das auch so – keine
Pomfrey!" – dabei machte er ein schnaubendes Geräusch -
„McGonagall wird auch nichts merken! Muss ich mich halt
zusammenreißen! Bekomme ich noch so einen Kuss?" Wie könnte
sie dazu nein sagen!
Nach einem scheinbar nicht enden wollenden
Kuss schaltete sich ihr Verstand wieder ein.
„Du brauchst gar
nicht so zu schnauben! Madame Pomfrey hat einen guten Grund auf dich
sauer zu sein… Erst haust du einfach aus dem Krankenflügel ab,
ohne dass du überhaupt durftest und dann… dann verlangst du,
dass sie dich einfach so wieder rein lässt? Harry sah sie mit
weiten, erstaunten Augen an. „Sieh mich nicht so an! Ich habe nicht
mehr geschlafen, als sie dir die Standpauke gehalten hat. Und zu
Recht! Über was wolltest du da eigentlich mit mir reden?"
Immer noch leicht erstaunt darüber, dass Ginny nur so getan
hatte, als wenn sie schlafen würde, antwortete er: „Ich… Ich
wollte mich bei dir entschuldigen, dass ich dich so angefahren habe
und dann einfach abgehauen bin!", sagte er leise und senkte seinen
Blick. „Entschuldigung angenommen!", hauchte sie ihm ins Ohr,
platzierte anschließend einen Kuss auf seiner Stirn und half
ihm sich hinzusetzen.
„Pünktlich,
das freut mich! Und wie ich hoffe, haben Sie sich wieder vertragen!",
wurden Harry und Ginny bereits von Professor McGonagall vor ihrem
Büro erwartet. „Wir sollten uns beeilen! Wir wollen den
Schulleiter doch nicht unnötig warten lassen!" Da die beiden
Schüler nichts sagen, sondern nur verdutzt ihre Lehrerin
ansahen, fragte sie: „Mr Potter, Miss Weasley, ist alles in Ordnung
mit Ihnen? Sie sehen so… bedrückt aus?"
Die beiden sahen
nicht nur so aus, sie waren es auch. Nachdem es in ihren Köpfen
klick gemacht hatte, zu wem sie gebracht werden sollten, kippte ihre
Stimmung schlagartig.
Sie ahnten was dort auf sie zukommen würde
– nichts Erfreuliches. Sie müssten sicherlich alles noch
einmal erzählen – vom Gewächshaus an; jede Einzelheit.
Mit jedem Schritt, den sie dem Büro des Direktors näher
kamen, fühlten sie sich unwohler. Ginny wollte auf keinen Fall
noch einmal alles erleben müssen; auch wenn es sich nur in ihrem
Kopf abspielte.
Sie hatte sich eigentlich vorgenommen nie wieder
darüber nachzudenken – nur war dies leider unmöglich.
Fast jede freie Minute musste sie an die Geschehnisse denken; immer
wenn sie Harry sah. Auch hatte sie Angst einzuschlafen, denn dann
würde sie wieder den Dunklen Lord sehen, sein kaltes Lachen
hören und seine Flüche spüren müssen. Und dann –
davor fürchtete sie sich eigentlich am meisten – würde
sie Harry sehen und wie sie mit dem Dolch auf ihn zugeht und, ohne es
verhindern zu können, einfach seiner Brust einen tiefen Schnitt
zufügt. Bei dem Gedanken, dass sie ihm fast das Herz raus
geschnitten hätte, wie der Dunkle Lord es von ihr verlangt
hatte, wurde ihr speiübel. Wie ferngesteuert ging ihre Hand zu
ihrem Mund und presste sich fest darauf.
Ganz
in ihre Gedanken vertieft, merkte sie gar nicht, dass sie längst
den Wasserspeier vor Dumbledores Büro erreicht hatten; erst als
Harry ihre Hand in seine nahm und bestärkend drückte. Ihm
war nicht verborgen geblieben, dass Ginny vermutlich an dasselbe
dachte wie er. Ein dankbares Lächeln bekam er für diese
beruhigende Geste.
„Das wird schon!", formte Harry lautlos mit
seinen Lippen und nickte ihr bekräftigend zu.
Die Berührung
und das Lächeln der beiden blieben der Professorin verborgen
„Bereit?", fragte diese, und holte so die Aufmerksamkeit der
Gryffindors zurück. Gerade noch rechtzeitig trennten sich ihre
Hände wieder. Oder für McGonagall in dem Fall zu
früh?
Vielleicht wäre es gar nicht das schlechteste,
wenn die Lehrerin von den beiden wüsste! „Harry, was ist mit
Ihrer linken Schulter?", musterte sie ihn mit ihren strengen
Adleraugen. Ihr bleib aber auch nichts verborgen! Wie hatte sich der
Sechstklässler verraten?
Genau diese Frage schien auf seiner
Stirn zu stehen, denn die Hauslehrerin von Gryffindor sagte: „Sie
halten sie ganz versteift; eine Art Schonhaltung." „Es ist nichts
schlimmes, Professor" – innerlich rollte er mit seinen Augen.
‚Hätte ja klappen können' – „ich habe mich nur
etwas verlegen. Ein wenig wärme heute Abend und morgen früh
ist dann alles wieder so wie es soll." So richtig abzunehmen,
schien ihm seine Lehrerin das nicht, aber sagte sie auch weiter
nichts dazu. Harry zur Vernunft zu bringen, war eine schwierige und
langwidrige Aufgabe.
Nicht
nur Dumbledore war anwesend, sondern auch der Zubertränkelehrer
Professor Snape; den letzten, den Harry hier sehen wollte. Mit
bitterer Miene saß er in einem Sessel in der Ecke. Kein ‚Guten
Tag' wie der Schulleiter sie begrüßt hatte, nicht mal
ein Nicken brachte er für Harry und Ginny zustande. Aber wenn
sie ehrlich mit sich selbst waren, hatten sie auch nichts dergleichen
von diesem erwartet. Höflichkeitsfloskeln waren ihm gegenüber
bestimmen Schülern gänzlich unbekannt.
„Setzt euch
bitte!", bat Dumbledore und beschwor gleichzeitig drei weitere
Sessel aus dem Nichts hervor. „Zitronenbonbons?" fragte er und
beide lehnten dankend ab. „Na gut, dann fangen wir am besten gleich
an, bevor es uns allen noch schwerer fällt. Ihr könnt euch
sicherlich denken weshalb ich euch hier her bestellt habe!" Beide
nickten nur, sie müssten noch früh genug erzählen; nur
hatte Ginny das Gefühl, sie würde nicht ein Wort über
ihre Lippen bekommen. Mit Harry über all das zu sprechen, war
einfacher als hier vor dem Schulleiter, Snape und McGonagall zu
stehen und ihnen die ganzen Geschehnisse noch einmal darlegen zu
müssen.
Dumbledore setzte sich mit ernster Mine hinter seinen
großen Schreibtisch. Mit hochgezogenen Augenbrauen sah er über
seine halbmondförmige Brille. „Wo fängt man am besten an,
ohne dass nicht alle Gefühle der letzten beiden Wochen wieder
auf einmal auf einen einströmen?"
Der Schulleiter schien
tatsächlich nicht genau zu wissen, wie er beginnen sollte. Es
entstand eine Stille, die für keinen der Anwesenden angenehm
war.
„Dann fange ich wohl mal als erstes an, Professor!",
begann zum Erstaunen aller Harry die Stille zu durchbrechen. „Ich
habe eine ganz einfache Frage: Warum sind Malfoy, Goyle und Crabbe
noch an der Schule, nachdem was sie getan haben?" Die Frage war
wirklich einfach, und sollte daher auch leicht zu beantworten sein…
Harry dachte schon, dass Snape ihm jeden Moment anfahren würde,
aber nein; er blieb ruhig in seinem Sessel sitzen.
„Nun ja,
gleich eine Frage, die ich später erhofft hatte", gestand
Dumbledore und rückte sich seine Brille zurecht. Die anderen
ehemaligen Schulleiter Hogwarts horchten ihm aus ihren Bildern an der
Wand gespannt zu. „Aber na gut! Die Strafe eurer Mitschüler
ist daher nicht so ausgefallen, wie du dir erhofft hast, da ich noch
nicht bereit bin, sie aufzugeben. Wie du sicherlich weißt,
stirbt die Hoffnung immer zuletzt.
Harry, wir leben in schweren
Zeiten, dass spürst du mehr als jeder andere… Was würde
passieren, wenn wir sie von der Schule verweisen würden?" Es
war keine Frage im eigentlichen Sinne, daher wartete der Schulleiter
auch nicht auf eine Antwort. „Ich möchte verhindern, dass sie
zu dem werden, was viele von den dreien längst denken, dass sie
es sind. Aber ich muss wohl eher sagen, dass ich es versuche, und
nicht nur ich.
Jeder verdient eine zweite Chance, Harry, da
stimmst du mir sicherlich zu."
Harry holte Luft und wollte etwas
dagegen sagen, doch hielt Dumbledore ihn zurück.
„Noch sind
sie unschuldige Kinder, die ab und zu übers Ziel hinaus
schießen."
„Unschuldig?", platzte es plötzlich
aus Harry heraus. „DIE UNSCHULDIG? Pahh!", schnaubte er
verächtlich. „Professor, die drei waren drauf und dran mich
umzubringen!"
Snape sagte immer noch nichts, blieb völlig
gelassen. „Wenn Professor McGonagall nicht rechtzeitig gekommen
wäre… Unschuldig ist mit Sicherheit etwas anderes! Denken Sie
auch an Ginny! Die haben so viel…" Nun war es Harry, der vom
Schulleiter unterbrochen wurde. „Mr Malfoy, Mr Crabbe und Mr Goyle
haben uns gesagt, dass sie eine Meinungsverschiedenheit hatten, die
Miss Weasley betraf" – hier zeigte er auf Ginny, die bei ihrem
Namen aufschreckte – „wobei diese dann eskaliert
ist."
„Meinungsverschiedenheit? Ich fass es nicht! Und das
glauben Sie denen auch noch? Das ist nicht ihr Ernst! Sie sind zu
gutgläubig!", lachte Harry schon beinahe arrogant.
Das war
das Zeichen für Snapes Einsatz. Hatte Harry sich doch schon
gefragt, wie lange dieser noch gemütlich auf seinem Hinterteil
verweilen wollte. Er ließ doch sonst keine Gelegenheit aus,
Harry runterzuputzen und seinen Lieblingsschüler gut dastehen zu
lassen.
„Was fällt Ihnen ein, Potter?", sprang der
Zaubertränkelehrer von seinem Sessel auf. „Anscheinend sind
Sie immer noch nicht Herr Ihrer Sinne! Überlegen Sie bitte, wen
Sie vor sich haben!" Er meckerte ohne Luft zu holen. „Es steht
Ihnen nicht zu, so mit dem Schulleiter zu reden! Ebenfalls steht es
Ihnen nicht zu, seine Entscheidungen anzuzweifeln! Wenn Professor
Dumbledore sagt…" „Danke, Severus!", unterbrach Dumbledore
ihn. „Vielleicht, Harry! Aber auch Mr Malfoys Mutter hat um ein
Gespräch mit mir gebeten. Ihre Bitte war, dass ihr Sohn an
dieser Schule bleiben dürfte. Und damit ist es dann ja auch eine
Selbstverständlichkeit, dass Mr Crabbe und Mr Goyle ebenfalls
bleiben dürfen. Gleiches Recht für alle!"
Nur noch
ein Grummeln war von Harry zu hören. Stinkig sah er seinen
Schulleiter an. Sollte dieser doch wissen, was Harry von der
Entscheidung hielt! „Harry, bitte versuch mich doch zu verstehen!",
bat Dumbledore. „Verstehen, Professor? Was soll ich daran
verstehen? Nicht nur mich haben die drei OHNE GRUND angegriffen, auch
Ginny war durch diese Idioten in Lebensgefahr. Die drei sollten mich
so weit bekommen, dass ich mich nicht mehr wehren könnte. Die
Todesser sollten dann den Rest erledigen. Die hatten auf mich am
Waldrand gewartet. Nicht auf Ginny, auf mich! Voldemort hat Ginny nur
durch die Schuld…" Ginny, die rechts von Harry saß, legte
ihm ihre Hand auf die Schulter. „Ginny hätte das alles nicht
durchmachen müssen!"
„Wohl wahr", stimmte ihm der alte
Professor zu, „aber wie willst du deinen Mitschülern das
nachweisen?" Harry beantwortete ihm seine Frage nicht, stattdessen
sah er ihn nur fest und entschlossen in die Augen.
Ginny
war es, die als nächste das Wort ergriff. „Harry, wie haben es
die Todesser geschafft, dich ins Verlies zu bekommen?" „Durch
deine Jacke!" Verwundert sah sie Dumbledore an. Was hatte Harry da
gerade gesagt? „Meine Jacke?"
Nach Ginnys Frage sah
Dumbledore seine Stellvertreterin bedrückt an, bevor er seiner
Schülerin antwortete. Man konnte sehen, dass er die Geschehnisse
der letzten Wochen ebenfalls noch nicht verarbeitet hatte. „Nachdem
Professor McGonagall Harry vom Gewächshaus in den Krankenflügel
gebracht hatte, hat Hagrid am Rand des Verbotenen Waldes deine Jacke
gefunden. Wir konnten nur ahnen, was dir zugestoßen war.
Deine
Mutter wollte mit Harry sprechen, nachdem wir ihr erzählt
hatten, was allem Anschein nach passiert war. Deine Jacke hielt sie
im Arm, ohne dass etwas passierte. Erst als sie diese dann Harry
gegen hat, stellten wir fest, dass es ein Portschlüssel war.
Nun
wart ihr beide in den Fängen der Todesser und wir wussten nicht,
wo sie euch hinverschleppt hatten." Er atmete tief ein und aus.
„Ich muss eingestehen… hätte ich deine Jacke untersucht,
wäre mir mit Sicherheit aufgefallen, dass etwas damit nicht
stimmen konnte. Das war ein erheblicher Fehler eines alten,
vergreisten Mannes! Peter war es, der euch gerettet hat."
Harrys
Gesichtszüge nahmen wieder etwas Unheil verkündendes an.
„Er hat erzählt, dass deine Jacke immer noch ein Portschlüssel
war, und er ihn nur umzukehren brauchte. Er hat ein sehr großes
Risiko auf sich genommen, um euch zu uns zurückzubringen. Er…"
Weiter kam der Schulleiter nicht, denn Harry sprang auf und schrie
ihn förmlich an. „Wollen Sie dem Verräter etwa auch noch
eine zweite Chance geben? Vielleicht weil er so eine kleine… und
niedliche Ratte ist?" Diese beiden Sätze sollten Wut und
Verachtung gegenüber Wurmschwanz signalisieren, die er auch mehr
als verdiente. Oder?
„Nicht ich, aber vielleicht du!",
antwortete Dumbledore ruhig, was Harry noch mehr aus seiner Haut
fahren ließ. „Was soll ich? Sie…" Er hielt sich selbst
zurück, und damit auch von einem großen Fehler ab.
Stattdessen atmetet er tief durch und sagte: „Hätte
Wurmschwanz, dieser Mörder, mir nicht den Stupor auf den Hals
gejagt, dann…"
„Was dann, Potter?", fragte Snape scharf
dazwischen. „Was hätten Sie getan? Sich mit dem
Cruciatus-Fluch foltern lassen?" „Das wurde ich auch so!" Snape
tat so, als wurde er nicht unterbrochen. Hochnäsig wie immer
redete er weiter. „Oder hätten Sie lieber Ihren Willen vom
Imperius brechen lassen? Sie…" „Das funktioniert bei…"
„Hören Sie auf, mich ständig zu unterbrechen, Potter!
Warum halten Sie sich immer für etwas Besseres?" Vor Wut
bebend, baute Snape sich vor Harry mit verschränkten Armen auf.
„Es hätte funktioniert, Potter! Sein Sie nicht so arrogant und
glauben, dass sie alles können! Sie sind gerade mal sechzehn
Jahre – was glauben Sie, wer Sie sind? Was hätten Sie gegen
all diese Todesser ausrichten wollen? Lucius Malfoy musste sicherlich
mit sich ringen, nicht den Avada Kedavra anzuwenden. Pettigrew hat
Ihnen damit das Leben gerettet! Es verlangt niemand, dass Sie ihm
vergeben, wie könnten Sie… Nur reden Sie mit ihm!" Jetzt
war Snapes Stimme nicht mehr so anmaßend, ehr bittend und schon
fast einfühlsam. Das passende Wort dafür wäre:
erschreckend. „Vielleicht hilft es Ihnen" – er sah kurz zu
Ginny – „und auch Miss Weasley, das alles zu
verarbeiten."
„Toll", grollte Harry in Snapes Richtung, ohne
einen Funken Respekt in seiner Stimme mitzuführen, „er hat mir
damit also das Leben gerettet! Ha, für was? Damit Voldemort uns
nur Stunden später einen Dolch in den Bauch rammen konnte? Das
ist ja wohl der größte Schwachsinn, den ich je gehört
habe!"
Er grinste abwertend über Snapes Aussage und sah
danach Ginny an. Jedoch lachte diese nicht. Bedrückt und
ängstlich war ihr Blick, welcher ihm schnell wieder das Grinsen
vom Gesicht wischte.
„Ginny wurde gezwungen mir das Herz aus
meiner Brust zu schneiden." Dabei schlug er mit seiner rechten Hand
an die Stelle, an der die Schnittwunde immer noch war. „Ein schönes
Gefühl war das nicht gerade! Und was glauben Sie, wie sie sich
jetzt fühlt?"
Dumbledore ergriff wieder das Wort, wobei er
hinter seinem Schreibtisch hervor kam. „Es ist sehr schwer und
erfordert sehr viel Konzentration und Willensstärke, um sich
Voldemorts Imperius-Fluch zu widersetzten, doch Ginny hat es
geschafft. Die Narbe, die der Dolch auf deiner Brust hinterlassen
hat, wird dich stets an die Zeit in Voldemorts Verlies erinnern; und
ich bin mir sicher, dass die Schmerzen die du aushalten musstest
nicht ohne waren."
Für
einen Augenblick trat Ruhe ein – jeder hing seinen eigenen Gedanken
nach. Nur wollte Harry nicht mehr über die Zeit im Verlies
nachgrübeln – im Moment jedenfalls nicht – jeder Gedanke an
Pettigrew machte ihn noch wütender auf diesen, seinen
Schulleiter und Snape.
Snape – hätte er nicht den Plan vom
Dunklen Lord kennen müssen? Und hätte er nicht auch wissen
müssen, dass anstelle der Todesser Muggel auf Askaban festsaßen?
Mit großer Anstrengung schluckte er diese Gedanken runter und
sagte stattdessen: „Bitte verraten Sie mir eins, Professor
Dumbledore! Wo ist der Schutz meiner Mutter geblieben?" Schon seit
dem Überfall auf das Haus seiner Verwandten spukte ihm diese
Frage durch den Kopf. „Wie kamen Voldemort und seine Todesser in
das Haus meiner Tante und meines Onkels? Er kann mich seit seiner
Wiederauferstehung berühren, das ist mir schon klar, aber warum
die Todesser und auch Draco Malfoy, als er mich fast umgebracht
hätte? Wie können sie mich berühren, ohne Schmerzen zu
erleiden? Wie kann das sein?" Für ihn stand fest, ohne eine
passende Antwort auf seine Fragen würde er das Büro des
Schulleiters sicher nicht verlassen!
„Lass mich deine Fragen -
berechtige Fragen – in einer anderen Reihenfolge beantworten, als
du sie mir gestellt hast! Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich schon
gefragt, warum du sie mir nicht schon längst gestellt hast. Ich
habe damit gleich nach dem Überfall gerechnet.
Also, warum
Voldemort das Haus deiner Verwandten betreten konnte? Ich nehme an,
aus demselben Grund, aus dem er dich ohne Probleme berühren
kann. Dein Blut hat ihn dazu befähigt. Unser Glück war es
nur, dass er es nicht schon früher herausgefunden hat."
Harry
wollte etwas dazu sagen. „Bitte hör mir erst zu!"
Auch
Snape hatte sich in der Zwischenzeit wieder hingesetzt und lauschte
ebenfalls aufmerksam den Erklärungen seines Vorgesetzten.
McGonagall blieb still und auch Ginny saß nur stumm an Harry
rechter Seite.
„Nun, warum seine Todesser ebenfalls das Haus
betreten konnten und dich ebenso wie er berühren können,
kann ich nicht sagen, nur vermuten. Ich nehme an, dass der Zauber
deiner Mutter von dir unterdrückt wird." „Wie?", platzte
es aus Harry heraus. „Du glaubst nicht mehr an dich und lässt
auch keine Freundschaft und Liebe mehr zu. Dieser Zauber ernährt
sich von der Liebe, Harry! Ist diese in deinem Herzen zerstört,
existiert auch der Zauber nicht mehr. Nur will ich nicht glauben,
dass er zerstört ist, nur unterdrückt durch deine Trauer,
Angst, Wut und deinem Hass", beantwortete er ihm seine
unausgesprochene Frage.
Harry schien zu verstehen. Er selber
hatte dies alles zu verantworten, nur durch seine Naivität. „Das
heißt, wenn ich wieder…" „Ja, das heißt es! Sollte
es zumindest! Ich würde das was passiert ist gern rückgängig
machen, jedoch kann das niemand." Die Blicke von Dumbledore und
Harry trafen sich wieder. Der Direktor schien genau zu wissen, was in
dem Kopf seines Schülers vorging. „Nein, Harry, es gibt keinen
Weg!", sagte er entschieden. „Aber…" „Keinen Zeitumkehrer –
nie wieder", blockte Dumbledore ab.
Ein paar mal versuchte
Harry noch seinen Schulleiter umzustimmen. „Harry, es reicht! Ich
habe nein gesagt! Der Zeitumkehrer befindet sich auch nicht mehr in
meinem Besitz. Außerdem birgt es zu viele Gefahren in sich…
Das was mit euch beiden geschehen ist, darf sich nicht noch einmal
wiederholen, aber du kannst es auch nicht in dich hineinfressen. Du
spielst dich damit kaputt! Lauf nicht davor weg – rede mit Peter!
„Wer redet denn vom Weglaufen? Ich nicht! Ich werde meine Freunde
beschützen!"
Kopfschüttelnd
setzte sich Dumbledore wieder hinter seinen Schreibtisch. „Du
spielst also nach all dem was geschehen ist immer noch mit dem
Gedanken, Hogwarts zu verlassen! Ich dachte… Aber auch hier sieht
man mal wieder, dass ich langsam alt werde. Ich hatte gehofft, dass
du den Gedanken verworfen hättest; eingesehen hättest, dass
es Selbstmord wäre! Harry, was glaubst du, unternimmt Voldemort,
wenn du Hogwarts verlässt und dich irgendwo versteckst?
Verstecken ist das falsche Wort, wohl eher verkriechen! Er hat
bereits fast seine gesamte Macht zurück; er wird von Tag zu Tag
stärker." „Was er macht?", fragte Harry schnippisch. „Mich
suchen!" „Nein, wird er nicht!", entgegnete Dumbledore fest.
„Vielleicht am Anfang, aber er wird schnell die Lust daran
verlieren. Er wird den einfacheren Weg wählen, um dich zu
kriegen - deine Freunde. Was wirst du tun, wenn Voldemort Ron,
Hermine oder wieder Ginny bedroht?
Wie verhältst du dich,
wenn er deine Freunde benutzt, dich mit ihnen erpresst, damit du aus
deinem Versteck kommst? Genau das wäre für Voldemort der
einfachste Weg!"
Harry blickte Ginny von der Seite stumm an und
schloss anschließend seine Augen. Kopfschüttelnd fragte
er: „Warum gehe ich nicht gleich zu ihm und mache damit dem ganzen
ein Ende? Wenn ich nicht mehr da bin, braucht sich auch um mich
keiner mehr zu sorgen!"
Diesen beiden Sätzen folgten
entsetzte Blicke; selbst Professor Snape entglitten alle
Gesichtszüge. Nur konnte niemand darauf etwas erwidern, denn
plötzlich griff Harry sich mit der rechten Hand an seine Stirn
und keuchte auf, während er nach vorn fiel und sich versuchte
mit seiner linken Hand am Schreibtisch abzustützen. Nicht nur
die Kopfschmerzen, auch der Schmerz in seiner Schulter brachte ihn
dadurch erneut an seine Grenzen.
Wieder sah er Bilder vor seinen
Augen und hörte die Stimme des Dunklen Lords. „Lucius, deine
Inkompetenz ekelt mich an – du widerst mich an! Schon deine bloße
Anwesenheit macht mich wütend. Crucio! Fast jeden Auftrag, den
ich dir erteilt habe, hast du verbockt. Reicht es nicht, dass du
Pettigrew mit Potter und der Weasleygöre abhauen lassen hast?"
„My Lord, dass war ich nicht…" „Sei still! Deine
langweileigen Ausreden gehen mir auf die Nerven! Crucio!"
„Harry!
Harry, komm wieder zu dir!" Von ganz weit her, kaum noch zu hören,
vernahm er eine Stimme, die nach ihm rief. Nicht gehässig, kalt
oder boshaft – nein, besorgt klang diese Stimme. Ganz langsam
öffnete er seine Augen und sah in die seines Schulleiters, die
sich hinter dessen Brille versteckt hielten.
Vorsichtig setzte
Harry sich auf, den linken Arm dabei fest an seinen Körper
gedrückt. Er konnte sich nicht daran erinnern, umgefallen zu
sein. Sicherlich, der Schmerz war heftig gewesen, aber… Er hatte
nicht mal bemerkt, dass er bewusstlos wurde.
„Geht es dir
wieder gut?", fragt Ginny zögerlich und musterte ihn dabei. Er
lächelte gespielt und nickte. Erwartungsvoll sah er seinen
Schulleiter an. „Was ist passiert?
Warum lag ich…" Er fragte
nicht weiter, zeigte nur mit seiner rechten Hand aufs Sofa, welches
vor seiner Ohnmacht noch nicht da stand.
„Hier, Potter, trinken
Sie das!", kam Snape auf ihn zu und drückte ihm forsch einen
Becher mit hellblauem dickflüssigen Inhalt in die Hand.
Skeptisch inspizierte Harry das Gebräu und rümpfte seine
Nase. „DAS? So wie das riecht? Niemals!", hielt er den Becher
seinem Vorbesitzer wieder entgegen. „Potter, reißen Sie sich
zusammen! Es war mir klar, dass Sie nicht wissen, was der Inhalt
bewirkt, aber für so…"
„Severus, es ist genug! Harry,
und du trink bitte den Becher aus! Das ist ein Okklumentiktrank; er
hält Voldemort von deinem Geist fern." „Ahhh, sollte es
vielleicht doch etwas geben, was Voldemort davon abhält mich zu
manipulieren und zu quälen?
Hält er vielleicht auch
Voldemort davon ab mich umzubringen?" Es triefte nur so vor
Sarkasmus.
„Ich vermute, dass du so viel Okklumentik lernen
kannst, wie du möchtest, aber gegen ihn wird es dir nichts
nützen!" Harrys zweite Frage ignorierte er einfach. „Er kann
in deinen Geist ohne Legilimentik eindringen,
und zwar durch eure Verbindung – sie ist einfach zu stark und
scheint auch immer stärker zu werden. Trotz der weiten
Entfernungen schafft er es, während Legilimentik nur von
Angesicht zu Angesicht eingesetzt werden kann. Dieser Trank" – er
deutete Harry an, ihn endlich zu trinken – „stört die
Verbindung zwischen euch für
circa achtundvierzig Stunden." „Und wo ist der Haken daran?",
wollte Harry wissen und sah dabei Snape giftig an. Er würde
nicht freiwillig einen Trank von Snape zu sich nehmen – er traute
ihm einfach alles zu.
„Das kann ich Ihnen sagen, Potter!" Der
Tränkemeister achtete nicht auf den tadelnden Blick Dumbledores.
„Ich habe ihn noch nicht großartig testen können. Nun
ja, er ist nicht giftig", rieb er sich das Kinn und grinste Harry
fies an. Harry war sich sicher, dass Snape dies Leid tat. „also
werden Sie davon auch nicht sterben." „Schade, was?", warf
Harry ihm, kaum dass er es ausgedacht hatte an den Kopf.
„Vielleicht", bekam er nur trocken als Antwort.
Harry wollte
gerade etwas darauf erwidern, als ihm McGonagall ins Wort fiel.
„Reißt euch doch mal zusammen! Ihr benehmt euch wie kleine
Kinder" Die stellvertretende Schulleiterin ignorierend, redete
Snape weiter. „Wie der Schulleiter bereits gesagt hat, stört
der Trank die Verbindung zum Dunklen Lord. Achtundvierzig Stunden ist
keine lange Zeit, aber wenn sie diesen Trank zur rechten Zeit
einnehmen, müsste er nahtlos wirken." „Müsste,
ja?"
„Natürlich", mischte sich nun Dumbledore wieder
ein, „ist der Trank nicht für eine dauerhafte Einnahme
geeignet. Nach einer gewissen Zeit – wann genau, können wir
noch nicht sagen; es kommt auf die Person an, die ihn einnimmt –
treten Nebenwirkungen auf.
Aber… ich habe Professor Snape
beauftragt den Trank weiterzuentwickeln. Bis dahin müssen wir
mit dem vorlieb nehmen."
Wieder
beäugte Harry den Trank skeptisch, als würde er dem alten
weißhaarigen Mann kein einziges Wort glauben. Ginny hielt
Harrys Hand fest, die den Becher umklammerte.
„Trink, dann
brauchst du diese Schmerzen nicht mehr aushalten! Und du brauchst dir
auch keine Sorgen mehr zu machen, dass Voldemort etwas in deinem Kopf
finden könnte, was er nicht sehen darf." Allein der Klang
ihrer Stimme ließ Harry wie hypnotisiert den Becher an seine
Lippen setzen; auch der Gestank, den der Trank eigentlich absonderte,
schien ihm nicht im Geringsten zu stören.
Etwas
Dickflüssiges lief ihm langsam die Kehle hinunter. Ein kurzer
Schwindelanfall und es war geschafft.
„Das war's?", fragte
Harry und wartete noch auf den großen Knall. „Das war's!",
beantwortete ihm Dumbledore die Frage mir seinen Worten.
Zuversichtlich lächelnd nahm er ihm den Becher aus der Hand. Mit
einer kleinen unscheinbaren Handbewegung verschwand dieser. „Und
das Gepansche" – Harry überhörte das Knurren von Snape
– „muss ich jetzt jeden zweiten Tag runter würden?" „Ja,
und zwar immer zur gleichen Zeit!" Dumbledore sah auf seine Uhr.
„Wir haben jetzt 17:10, also nimmst du am Dienstag um 17:10 erneut
diesen Trank zu dir. Professor Snape wird dir dann gleich mehrere
Fläschchen mitgeben, so dass du zwei Wochen damit auskommst.
Nach diesen zwei Wochen wirst du den Trank unter seiner Kontrolle
einnehmen, da wir nicht wissen wann, wie und in welchem Ausmaß
die Nebenwirkungen auftreten." Harrys Gesichtausdruck sprach
Bände.
„Und nun noch mal zu deiner Okklumentik! Wir werden
sehen, wie weit du sie beherrscht. Ich hatte eigentlich vor, dich
zwei Mal die Woche zu unterrichten, bis du perfekt darin bist. Wenn
es nötig ist, erhöhe ich die Stunden auf drei Mal die
Woche. Einverstanden?" „Ja, Professor, einverstanden!" „Gut,
und nun erst einmal zu dir, Ginny!" Sie schreckte hoch – ihre
Umgebung hatte sie völlig vergessen; sie hatte sich voll und
ganz auf Harry konzentriert. „Ich möchte, dass auch du
Okklumentik lernst! Aber ich denke, zwei Mal pro Woche dürften
fürs erste ausreichen. Bitte sprich mit Professor Snape die
Termine ab!" „Mit Snape?", rief Harry empört dazwischen.
„Mr Potter, bitte zeigen Sie wenigstes etwas Respekt!", tadelte
die Lehrerin für Verwandlungen ihn.
Ja, tadeln das konnte
sie. Mehr hatte sie im Büro des Schulleiters noch nicht zustande
gebracht, dachte Harry bei sich.
„Professor Dumbledore, das
kann nicht Ihr Ernst sein! Sie können nicht wirklich wollen,
dass Ginny mit dem…" „POTTER, WIE REDEN SIE ÜBER MICH?",
donnerte Snape wütend los. Harry zuckte bei dem Geschrei vom
Giftmischer, wie er ihn in Gedanken getauft hatte, nicht einen
Millimeter zurück. Trotzig brachte er ihm entgegen: „Ich
möchte nur verhindern, dass Ginny das gleiche durchmachen muss
wie ich, als Sie mir stümperhaft Okklumentik beibringen wollten,
oder besser gesagt, mussten!" „Stümperhaft?" Harry hatte
den Bogen eindeutig überspannt, und die Folgen sollte er noch
irgendwann zu spüren bekommen. „Wenn Sie unfähig sind und
nicht begreifen können, was kann ich dafür? Für Ihre
Inkompetenz kann ich nichts! Ich habe mein bestes getan, einer
Flasche wie Ihnen etwas beizubringen. Sie sind…" „Still jetzt!
Wir sind hier nicht im Kindergarten! Die Lage ist viel zu erst!"
Eindringlich funkelte er die beiden Streithähne an.
„Professor
Dumbledore, bitte, Sir, Sie können doch nicht zulassen, dass ER
Ginny Okklumentik beibringt!", versuchte Harry noch einmal den
Schulleiter von seiner Idee abzubringen. „BITTE, Professor, tun Sie
ihr das nicht an!" Harry hielt Ginnys Hand fest umklammert. „Lass
es gut sein!", flüsterte sie ihm zu. Ein schwaches Lächeln
schenkte sie ihm, bevor sie sich wieder dem Schulleiter zuwandte.
„Harry, ich bin mir sicher, dass Professor Snape sein bestes
geben wird, um Ginny Okklumentik beizubringen! So leid es mir tut,
aber ich habe keine Zeit euch beide zu unterrichten." „Dann
nehmen Sie nur Ginny, ich schaffe es notfalls auch so. Ich lerne noch
mehr und noch härter!" Dumbledore schüttelte seinen Kopf
und meinte: „Nein, meine Entscheidung steht fest!"
Wenn
Blicke töten könnten… Harry war eindeutig enttäuscht
von Dumbledore. Warum verhielt sich dieser so? Er wusste doch ganz
genau, wie sehr die Okklumentik mit Snape gegen den Baum gegangen
ist.
„Miss Weasley, wann möchten Sie beginnen?", fragte
Snape, wobei Harry fast alles aus dem Gesicht fiel. Fast daher, da
der Rest nach Ginnys Antwort die Biege machte. „Morgen Abend wäre
günstig!" „Einverstanden - morgen Abend um zwanzig Uhr in
meinem Büro!"
Nun konnte Harry gar nichts mehr sagen.
Entgeistert sah er seine Freundin an. Am liebsten hätte er ihr
an den Kopf geworfen: ‚Wenn du unbedingt willst… Du wirst schon
sehen, was du davon hast!' Aber nein, das war nur seine erste
Reaktion auf den kleinen Schock.
Snape
zuckte zusammen und hielt sich den Arm, auf dem das Dunkle Mal
eingebrannt war. „Professor, er ruft mich! Scheinbar braucht er
jetzt weniger inkompetente… Anhänger um sich." Dumbledore
nickte besorgt und stand auf. „Bitte sei vorsichtig, Severus! Wenn
es zu Schwierigkeiten kommt, komm sofort zurück!" „Aber…"
„Severus, dein Leben ist zu wertvoll! Tu was ich sage!"
Snape
erwiderte nichts auf diese Aussage. Er drehte sich wortlos um und
schritt auf die Tür zu. „Ach, eins noch, Mr Potter!",
grinste er hämisch. „Was sollte das heute Mittag in der Großen
Halle? Was hat Sie veranlasst, sich so aufzuführen? Die
Aufmerksamkeit, die Sie bekommen, reicht Ihnen wohl noch nicht –
nicht dem großen Potter!" Das gehässige Grinsen, was
seine Gesichtszüge umspielte, wurde immer breiter. Er schien
sich seiner Sache sicher zu sein. Ginny erwähnte er mit keiner
Silbe.
Harry schwieg sich aus. Gerade als McGonagall - als
Gryffindors Hauslehrerin – sich einmischen wollte, redetet Snape
unbeirrt weiter. „Wenn Ihre Hauslehrerin" – dabei warf er einen
vielsagenden Blick auf diese – „so etwas duldet, ist es ihre
Sache! ICH DULDE ES NICHT! Dreißig Punkte Abzug von Gryffindor
und eine Woche lang Nachsitzen von neunzehn bis zwanzig Uhr! Seien
Sie pünktlich, sonst werde ich ungemütlich!"
Entsetzt
sah Harry seine Lehrerin an. Sie würde Snape mit Sicherheit
davon abhalten! Als diese jedoch keine Anstalten machte, etwas
dagegen zu tun, drehte er sich zum Schulleiter von Hogwarts um.
Dieser würde Snape bestimmt verbieten, ihm dieses lächerliche
Nachsitzen aufzubrummen. Doch dieser zuckte nur mit seinen Schultern
und warf Harry einen mitleidigen und entschuldigenden Blick zu.
‚Tolle Wolle!', dachte Harry bei sich. ‚Eine richtig große
Hilfe!'
Diese Geste von Dumbledore sorgte beim Tränkemeister
für noch mehr Schadenfreude. „Ich freue mich schon richtig auf
unsere kleinen Verabredungen. Und keine Angst, Ihnen wird schon nicht
langweilig, mir wird etwas einfallen, womit Sie Ihre Zeit rumkriegen.
Für morgen schlage ich das sortieren meiner
Zaubertrankutensilien vor – nur für den Anfang!" Mit diesen
Worten verließ Snape das Büro.
„Dürfen wir gehen
oder haben Sie noch ein paar unangenehme Überraschungen auf
Lager?" Harry klang unbeherrscht, er wollte hier nur noch raus. Er
hatte sich das Treffen mit dem Schulleiter anders vorgestellt.
„Einen Augeblick noch, Harry, dann dürft ihr gehen! Wenn
ich am Dienstag wieder im Schloss bin, gehen wir am Nachmittag, wenn
der Unterricht aus ist, in die Winkelgasse, um eure neuen Zauberstäbe
zu holen. Also nehmt euch nichts vor!" Ginny schwieg immer noch.
Die ganze Zeit über hatte sie kaum etwas gesagt.
Mit einem
Lächeln verabschiedete sich Dumbledore von Ginny und bat Harry,
noch einen Moment bei ihm zu bleiben. „Albus, melde dich bitte bei
mir, wenn du wieder in der Schule bist! Ich wollte noch etwas mit dir
bereden, bevor ihr nach London geht!", verließ McGonagall mit
einer bedrückt wirkenden Ginny das Büro.
Ginny
hatte sich träumerisch an die Wand neben dem Wasserspeier
gelehnt, nachdem sie ewig lange gebraucht hatte, ihre Lehrerin davon
zu überzeugen, dass sie hier auf Harry warten durfte.
Das
was vor kurzem oben im Büro des Schulleiters geschehen war, kam
ihr alles so unwirklich vor. Vor allem wie Harry mit den Lehrern
umgegangen ist. Natürlich war ihr klar, dass er nicht viel von
Snape hielt, aber ihn so vor dem Schulleiter anzufahren… Und dann
noch… Sie schüttelte ihren Kopf. Wie konnte Harry nur so
respektlos den Schulleiter von Hogwarts behandeln? Und was war mit
McGonagall los? Warum hat sie Harry nicht geholfen, als Snape ihm
das Nachsitzen aufgebrummt hat? Überhaupt hat sie sehr wenig da
oben gesagt – so war sie doch sonst nicht! Und Ginny selber? Nicht
nur Harry hatte den Krach in der Großen Halle verursacht, nur
wurde sie mit keiner Silbe von dem Tränkemeister erwähnt.
Klar hatte er seinen persönlichen Hass auf Harry, aber… Ein
Geräusch durchbrach ihre Gedanken. Erschrocken presste sie sich
an die Wand und wartete ab.
„Ginny?", hörte sie Harry
leise rufen. „Ginny, bist du hier noch irgendwo?" „Hier, Harry,
links!" Kaum hatte sie das letzte Wort ausgesprochen, stand er auch
schon vor ihr. Er sah sich kurz um und zog sie anschließend in
eine Umarmung, um nur kurz danach auch ihre Lippen mit seinen zu
verschließen.
„Das war furchtbar!" „Was?", rief
Ginny entrüstet darüber, er könnte vielleicht ihren
Kuss meinen. „Nein, nein, Ginny, nicht dein Kuss; der war wie immer
atemberaubend!" Und noch einen Kuss. „Ich mein das alles da
oben!", sagte er mit den Augen rollend. „Du warst aber auch nicht
gerade der freundlichste!", gestand Ginny und sah ihn dabei mahnend
an.
Ohne darauf einzugehen, sage Harry: „Danke, dass du das von
heute Mittag unten im Gang nicht erwähnt hast!" Seine Stirn
hatte er an ihre gelehnt und sah ihr in ihre sanften blauen Augen.
„Warum hätte ich es erzählen sollen? Aber… glaubst du
nicht, dass Dumbledore und McGonagall längst davon wissen?"
„Darauf würde ich meinen Ar…" – er grinste – „da bin
ich mir sicher! Das war eben auch der Grund, weshalb ich noch im Büro
bleiben sollte. Pomfrey hat sich bei Dumbledore ausgeheult. Es hat
ihr nicht gepasst, dass niemand mehr da war, also ist sie gleich zu
ihm. Er meinte, dass ich mich sofort von ihr behandeln lassen soll.
Und das werde ich nicht tun! Ich setzte freiwillig nicht mal meine
kleinen Zeh in die Nähe dieser Frau!"
„Harry, sei bitte
nicht so gehässig gegenüber Madame Pomfrey! Das passt nicht
zu dir! Sie will dir doch nur helfen!" „Ich weiß doch,
Ginny! Tut mir Leid, aber ich habe sie in letzter Zeit eindeutig zu
oft sehen müssen."
Sie sah ihn immer noch eindringlich an.
„Und auch, dass du so ‚respektlos' gegenüber Professor
Dumbledore auftrittst… Du…" „Ich war nur wütend! Glaube
mir bitte, ich habe mich eben bei ihm dafür entschuldigt. Und…
noch mal gefragt, ob er dich nicht unterrichten könnte." „Und
er hat wieder nein gesagt, habe ich Recht?" „Ja, leider! Aber ich
werde trotzdem nicht zulassen, dass Snape…"
„Harry?",
unterbrach Ginny seinen ärgerlichen Redefluss. Harry sah sie an.
„Stimmt etwas nicht?" Zärtlich strichelte er seiner besorgt
wirkenden Freundin ihre Sorgenfalte auf ihrer Stirn fort. Langsam
ließ er seine Finger von ihrer Stirn an den Schläfen bis
zur Wange hinunter gleiten. Sie schloss genießerisch ihre Augen
und atmete tief durch. „Nun sag schon, was dich bedrückt!",
bat Harry.
„Ich…", öffnete sie wieder ihre Augen. Das
jetzt hier war ihr doch ziemlich peinlich. „Ich glaube nicht, dass
meine Eltern mir einen neuen Zauberstab kaufen können. Auch wenn
Fred und George nicht mehr auf Mum und Dad angewiesen sind… Die
Dinger werden immer teurer. Meine praktischen ZAG-Prüfungen kann
ich mir klemmen!" Nur schwer konnte sie ihre nahenden Tränen
zurückhalten und ihre immer noch blassen Wangen begannen zu
zittern. „Ohne die ZAGs kann ich alles vergessen, was ich mir
vorgenommen habe!"
Wer würde es da nicht mit der Angst zu
tun bekommen? Immerhin hing ihre Zukunft an den Ergebnissen der
Zag-Prüfungen, denn ohne diese würde sie nicht zu den
UTZ-Kursen zugelassen werden, die sie benötigte um… Ja was
‚um'? Aber würde sie es wirklich schaffen, sich für das
Studium zur Heilerin zu qualifizieren? Ron war bis jetzt der Einzige,
den sie davon erzählt hatte. Und was tat dieser Idiot? Er hatte
nichts anderes zu tun, als sie auszulachen.
„Ganz ruhig, mach
dir darum keine Sorgen! Dumbledore wird sicherlich schon eine Idee
haben; und wenn nicht, kaufe ich dir einen!" „Aber…" „Nein,
Ginny, kein aber! Immerhin hast du ihn meinetwegen verloren!"
„Harry, du sollst aufhören…" „Sccchhh", legte er ihr
seinen rechten Zeigefinger auf ihre weichen Lippen und sah sie
liebevoll lächelnd an. Ganz leise sagte er: „Es tut mir alles
so unendlich Leid."
Darauf konnte Ginny dann doch nichts mehr
sagen; der Ausdruck in seinen Augen… er tat weh. Harry musste
unbedingt aufhören sich die Schuld für alles zu geben!
Eher
sie sich versah, hatte er wieder seine Lippen auf den ihren. Seine
Finger fuhren zittrig durch ihr langes rotes Haar. Es war so
wunderbar für ihn, sie zu küssen, ihre Haut und Haare zu
berühren, und dann noch dieser wundervolle Geruch, der jedes Mal
von ihr ausging. Wie konnte jemand nur so gut riechen? Sein Verstand
wurde regelrecht vernebelt.
Im Moment wollte Ginny ihm nichts
erwidern, außer seinen Kuss. Zu schön, und ihrer Meinung
nach viel zu selten, waren diese Küsse. Alles um sie herum war
vergessen, nie da gewesen. Keine Sorgen, keinen Kummer, keine Ängste
– sie hatte nur sich und Harrys Nähe, die sie nie wieder
missen wollte.
Beide
waren so sehr in ihrem Kuss und ihre Zweisamkeit vertief, dass sie
nicht merkten, wie sie beobachtet wurden. Der Gesichtsausdruck
desjenigen spiegelte Wut, Abscheu und Hass wider. Seine Hände
waren zu Fäusten geballt und die Fingerknöchel bereits
kreidebleich.
Nicht die Atemnot von Harry oder Ginny zwang die
beiden zum Aufgeben, sondern ein furchtbar laut grollendes Geräusch
ließ Ginny im Kuss auflachen. „Wir sollten lieber essen
gehen, bevor ich noch deine Hauptspeise werde! So wie sich dein Magen
angehört hat, könnte das gut möglich sein", scherzte
sie und gab ihm entschuldigend einen Kuss.
„Sorry!", zog sie
ihn mit sich, immer noch bedacht seinen linken Arm nicht zu
berühren.
„Hey, warte!", blieb Harry auf einmal stehen.
„Wir können nicht zusammen hier rumlaufen! Wenn die anderen
uns zusammen sehen…" Leichte Panik schien in ihm aufzusteigen.
Unruhig sah er sich auf dem Korridor um. Mit einen gezwungenem
Lächeln entgegnete Ginny: „Oh, du kannst natürlich auch
allein in die Große Halle gehen…. Ich versteh dich schon…
Aber… na ja, die meisten wissen, dass McGonagall uns beide in ihr
Büro bestellt hat; sie haben es fast alle gehört. Aber
vielleicht solltest du auf Professor Dumbledore hören und deine
Schulter doch erstmal von Madame Pomfrey behandeln lassen, bevor du
etwas essen geht's! Die muss ja verdammt wehtun; du bist schon ganz
blass!" „Nein, freiwillig nicht! Ich habe Hunger!" Diesmal war
es Harry, der Ginny mit sich zog.
Jedoch hatte Ginny nicht
Unrecht mit ihrer Vermutung. Die Schmerzen in seiner Schulter waren
kaum noch auszuhalten.
Als
sie im zweiten Stock an einem leeren Klassenzimmer vorbei kamen,
öffnete sich plötzlich die Tür. „Harry, Ginny wartet
mal kurz!", lenkte Ron ihre Aufmerksamkeit auf sich. „Habt ihr
kurz Zeit, wir müssen euch was erzählen!" „Wir?",
fragte Ginny in dem Moment, in dem Neville seinen Kopf ebenfalls
durch die Tür steckte. „Ja, Hermine und Luna sind auch hier",
flüsterte er. „Was flüsterst du so? Habt ihr etwa
Geheimnisse, oder was treibt ihr da drin?", wollte Harry wissen,
als er nach Ginny durch die geöffnete Tür ging.
Kaum
hatte er das Klassenzimmer betreten, wurde die Tür hinter ihm
zugeschlagen.
Schreckhaft drehte er sich um und sah in das fies
grinsende Gesicht seines besten Freundes. Auch Ginny bemerkte die
eigenartigen Gesichtsausdrücke ihrer Freunde und ihres Bruders.
Irritiert frage sie: „Was ist los, spinnt ihr? Hakt es bei euch
aus?" „Halts Maul, Wiesel!", zischte Neville gefährlich
und schubste sie hart an die Wand. So hatte Ginny ihn noch nie erlebt
– auch seine Stimme klang eigenartig. „Hey, Neville, was fällt
dir ein?", wollte Harry auf ihn zu gehen und Ginny helfen, da sie
anscheinend zu geschockt von Nevilles Verhalten war. Doch kam er
nicht weit. Ron, sein eigentlich bester Freund hielt ihn mit einem
Tritt in die Kniekehlen auf, so dass Harry lang hinschlug.
„Ahhh!",
schrie Harry auf, als er mit der linken Seite zuerst auf dem Boden
aufkam. „Was soll der Scheiß, Ron?", presste er unter
Schmerzen hervor und rollte sich auf den Rücken. Ihm war ganz
schlecht vor Schmerz.
„Schnauze, Potter!", schnarrte Hermine
ohne ihn auszusehen. Ihr Blick fest auf Ginny fixiert, stand sie mit
gezogenem Zauberstab vor ihr. „Was soll das werden, Hermine? Bist
du nicht ganz dicht?", fragte sie wieder Herr ihrer Sinne, doch war
die Angst in ihre Stimme kaum noch zu überhören. „Du
sollst still sein, habe ich gesagt!", blaffte Hermine zurück.
„Das ist nicht Hermine, Ginny!", rief Harry und versuchte unter
Schmerzen aufzustehen, um ihr zu helfen. „Liegen bleiben!", kam
es von Ron, und dem folgte ein Tritt in Harrys Magen. „Seht ihn
euch an! Der sonst so starke und tolle Potter liegt hier und winselt
vor Schmerz." „Wer seid ihr?" „Klappe, Potter, sonst stopfe
ich sie dir!" Und noch ein Tritt. Stöhnend und mit
geschlossenen Augen rollte Harry auf die andere Seite und hielt sich
seinen Bauch. Er konnte nicht mehr genau sagen was ihm mittlerweile
mehr wehtat – seine Schulter oder die Magenkuhle und der Brustkorb.
„Lasst ihn verdammt! Was habt ihr vor?", versuchte Ginny auf
Harry zuzukommen, doch Luna hielt sie mit einem Petrificus Totalus
auf. Wie gelähmt, mit weiten, entsetzten auf Harry gerichteten
Augen lehnte ihr Körper an der Wand.
Wieder und wieder
startete Harry Versuche, endlich auf seine Beine zu kommen, doch
immer wieder wurde er von Ginnys Bruder aufgehalten. Jeder Schlag saß
und fügte ihm noch mehr kaum auszuhaltende Schmerzen zu. Hustend
und keuchend lag er zusammengerollt auf dem Boden umringt von Ron,
Luna und Neville. Was hatten die beiden ihren Freunden nur getan, was
so ein Verhalten rechtfertigen würde?
Niemand schien Harry
und Ginny zu vermissen, denn sie hatten ja beim Mittagessen gehört,
dass McGonagall sie in ihr Büro bestellt hatte. Und das konnte
bekanntlich lange dauern…
„Na,
Potter, hast du genug? Nein? Na gut, dann geht unser Spiel weiter!"
Als wenn Harry überhaupt hätte eine Antwort geben können!
Luna und Neville kamen auf Harry zu; Neville schnappe sich seinen
rechten Arm – er versuchte sich bei Kräften zu wehren – und
Luna seinen linken. Wieder stöhnte Harry vor Schmerz auf. „Sei
nicht so weich, Potter!", lachte Neville gehässig und drückte
ihm eins seiner Knie in den Rücken, so dass Harry nach vorn
gebeugt saß. „Lasst mich verdammt! Ihr sollt mich loslassen!
Ginny, geht es dir gut?" Keine Antwort. „Ginny!"
„Sicherlich!", antwortete stattdessen Hermine für sie.
„Sie ist wie gefesselt von deinem jämmerlichen Bild."
„Nimm
dein Knie aus Potters Rücken!", blaffte Ron Neville
unbeherrscht an. „Ich will seine dreckige Visage sehen. Sieh mich
an, Potter!" Wütend und den Schmerz unterdrückend blickte
Harry auf. Immer breiter wurde Rons selbstgefälliges, dreckiges
Grinsen. „Siehst du, Potter? Ich habe dir gesagt, dass du vor mir
auf den Knien sitzen wirst!" Harrys Augen weiteten sich. „Ma…"
Weiter kam er nicht, denn Rons Faust hatte ihren Weg in sein Gesicht
gefunden und hinterließ eine aufgeplatzte Lippe und eine
blutende Nase. Immer wieder schlug er auf ihn ein, trat ihn in den
Magen und schlug ihm ins Gesicht, während Neville und Luna ihn
festhielten. Harry war kurz davor die Besinnung zu verlieren.
Endlich
ließen sie Harry fallen. Regungslos blieb er auf der Seite
liegen, kein Mucks kam mehr über seine Lippen, nur sein schweres
Atmen war noch zu hören.
„Potter, du willst doch nicht
etwa schon schlapp machen? Komm, verdirb uns nicht den Spaß! Du
bist doch sonst nicht so eine Spaßbremse! Was ist los mit dir?
Hat dich die kleine Weasleyschlampe weich gemacht?" Und wieder
einen Tritt. Mit Sicherheit war fast jede Rippe gebrochen. Harry
glaubte selbst seine Arme nicht mehr zu fühlen.
Aus Ginnys
geweitete Augen liefen stumme Tränen. Sie wollte das nicht mehr
mit ansehen müssen. Wie konnten die vier den beiden das nur
antun?
Sie wollte um Hilfe rufen, doch kam keine Silbe über
ihre Lippen, nicht mal ein einziger kleiner Laut. Immer noch war sie
mit dem Petrificus Totalus belegt.
Mit Genugtuung musterte
Hermine das Schauspiel. Lachend ging sie ganz dicht an Ginny heran;
nur wenige Zentimeter waren ihre Gesichter von einander entfernt.
„Wiesel, Wiesel, siehst du jetzt, dass Potter nicht gut für
dich ist?" Ginnys Herz schlug immer schneller. Was konnte sie nur
tun? NICHTS!
Scheinbar hatte nun auch Neville Lust bekommen,
Harry zu schlagen und zu treten. Mit Eifer widmete er sich dieser
Tätigkeit.
Fünf
Minuten, zehn Minuten – wie viel Zeit vergangen war, wusste Harry
nicht. ‚Las die Schläge und Tritte endlich aufhörten!'
Mehrere Male war er der Ohnmacht nahe gewesen, fing sich jedoch
wieder. Ginny den vieren überlassen? Nein, niemals!
Alle
vier – Ron, Neville, Hermine und Luna – standen vor Ginny. „So,
nun zu dir, Schwesterherz!", meinte Ron hässlich. Noch mehr
Angst schnürte ihr die Kehle ab.
„Keine Angst, keine
Angst, Weasley!", lachte nun auch Neville, der bemerkte, dass Ginny
Atmung ebenfalls immer schneller wurde. „Wir schlagen dich nicht
zusammen, das wäre viel zu einfach! Und so lange wie Potter
würdest du so oder so nicht durchhalten. Es gibt viel bessere
Möglichkeiten…"
Ron holte eine kleine Flasche mit
violettem Inhalt aus der Innentasche seiner Jacke hervor. „Weißt
du was das ist, Schwesterchen? Nein? Vielleicht weiß der große
Harry Potter ja was das ist?" Er ging zu Harry herüber und
trat ihm erneut in die Seite, dass er rumrollte und auf die kleine
Versammlung schauen musste. Unsanft zog er Harrys Kopf an dessen
Haaren hoch und hielt ihm die kleine Flasche vor die Augen. „Schau,
Potter!
Kommt dir das irgendwie bekannt vor?" Ron wartete erst
gar nicht Harrys Antwort ab, sondern ließ mit den Worten „Das
wirst du alles gleich erfahren!" den Kopf wieder
fallen.
„Jammerlappen!" „Das wirst du alles bereuen!",
versprach Harry stockend zwischen dem Husten und Keuchen. Alle vier
fingen laut an zu lachen. „Weiter, bevor uns noch jemand
entdeckt!", rief Ron Hermine, Neville und Luna zu.
„So,
Ginnylein, du hast doch sicherlich schon mal was von dem Portio
oblivio - dem Trank des Vergessens – gehört? Wenn du diesen
Trank zu dir nimmst, vergisst du alles und jeden für immer;
sogar dich selbst." „Nein!", rief Harry plötzlich laut
aus. „Das könnt ihr nicht machen! Lasst die Finger von ihr!"
„Schnauze halten, habe ich gesagt!", lief Neville auf ihn zu und
trat ihm mit voller Wucht ins Gesicht.
Harry schrie jämmerlich
auf. Die Splitter seiner zerbrochenen Brille hatten sich tief in sein
Gesicht und seine Augen gebohrt.
Kaltblütig legte Neville
einen Schweigezauber auf ihn, so dass niemand seine erbärmlichen
Schreie mehr hören konnte. Entweder hatte Neville nicht bemerkt
was passiert war oder er wollte es nicht bemerken.
„Jedoch",
redete Ron gemütlich und süffisant grinsend weiter, „sollst
du nicht für immer vergessen. Du sollst an deinen Schuldgefühlen
zugrunde gehen, sie sollen dich zerfressen! Wir haben den Trank so
weit verdünnt, dass du, wenn du daran riechst, nur die letzten
ein, zwei Stunden vergisst. Vielleicht auch etwas mehr. Wer weiß
das schon so genau!
Genial was? Auf jeden Fall wirst du
Zuckerschnäuzchen uns nicht verpetzen können, und dein
starker Harry" – schief grinsend schaute er von Ginny auf Harry
und wieder zurück – „auch nicht! Unser Wort steht gegen
seins. Vier gegen eins! Und außerdem… Wir als eure Freunde?"
Wieder Gelächter.
Ginny sah Harry aus ihren Augenwinkeln
ängstlich zu, wie er sich vor Schmerz am Boden wandte. Er konnte
ihr nicht helfen und sie ihm nicht. „Komm, Kleine, atme einmal tief
durch!", flüsterte Hermine.
Angestrengt hielt Ginny ihre
Luft an; zumindest versuchte sie es. Doch es war sinnlos. Ihr Blick
wurde plötzlich glasig und Ron hauchte mit ruhiger Stimme:
„Potter hat dich vor Dumbledores Büro einfach stehen lassen
und ist wie immer abgehauen; wohin weißt du nicht. Du hast dich
dann auf den Weg zur Großen Halle gemacht."
Ganz
langsam ging Ginny durch die Flügeltür der Großen
Halle. Sie hatte plötzlich tierische Kopfschmerzen, die sie sich
beim besten Willen nicht erklären konnte.
„Hey, Ginny, wo
warst du so lange?", wurde sie am Gryffindortisch von ihrem Bruder
begrüßt. „Und wo hast du Harry gelassen?", fragte
Hermine. „Wir haben extra mit dem Essen auf euch
gewartet!"
„Harry?", fragte Ginny irritiert. „Der… der
ist nachdem Professor Dumbledore uns gehen lassen hat einfach
abgehauen! Hat gesagt, er hat keinen Hunger."
So, wie fandet ihr es? Hätte gern wieder ein oder zwei Reviews!
Bis
denn dann!
bepa
