Kapitel 20: Erkenntnisse und Neuordnungen
Als Remus Lupin zurück im Kamin der Küche am Grimmauldplatz erschien, wollte er sofort wieder zu Carol in das Krankenzimmer. Er hatte ihr ja versprochen, sie nicht zu lange alleine zu lassen und selbst wenn er nicht genau wusste, ob sie das überhaupt gehört hatte, empfand er sein Versprechen doch als bindend. Leise näherte er sich der Zimmertür, um niemanden aufzuschrecken. Neben Carols Bett saß eine schemenhafte Gestalt, die er zuerst nicht erkannte. Als er näher kam, erkannte er Severus Snape, tief in Gedanken versunken. Eine seiner Hände lag auf der Bettdecke und Carols Hand lag darauf.
Lautlos verließ Lupin den Raum und verließ das Haus auf direktem Wege. Ihm war nicht nach Gesellschaft zumute, zuviel ging ihm im Kopf herum, zu viel war passiert und musste er für sich selber sortieren.
Er apparierte in die Nähe von Hogsmead und ging in die heulende Hütte. Wie tröstlich schienen ihm die alten Räume, seine frühere Zufluchtstätte. Freundlich in ihrer Schäbigkeit, so passten sie doch zu ihm, dachte er in einem Moment abgrundtiefer Bitterkeit.
Aber was hatte er denn erwartet? Snape und Carol hatten während seiner Heilung mehr Nähe erlebt, als er sich das überhaupt vorstellen konnte. Natürlich war sie ihm während der seiner Verwandlung auch nahe gewesen, aber wie hatte er sich nur einbilden können, dass das mehr als therapeutische Nähe für sie gewesen war.
Er setzte sich auf die Überreste des Bettes, das vor drei Jahren hier zu Bruch gegangen war, als Harry Severus mit einem Expeliarmus darauf geschleudert hatte.
Langsam schlang er die Arme um seine angezogenen Beine, legte den Kopf auf die Knie und versuchte seine Gedanken zu ordnen.
Aber es wollte sich keine Ordnung in seinem Kopf einstellen. Erinnerungen mischten sich mit frisch erlebtem zu einer disharmonischen Symphonie aus Kummer, Wut und Verlust.
Seine Gedanken und Gefühle überwältigten ihn und er hatte ihnen keine Kraft mehr entgegenzusetzen. Jeder Mensch, der ihm in Freundschaft oder Liebe verbunden war, wurde ihm auf grausame Weise entrissen. James und Lily waren die ersten, gefolgt von Peter und dem Verrat von Sirius. Dann war eine verblüffende Wahrheit aufgetaucht, die ihm Sirius als Freund wiedergab. Doch auch diese Verbundenheit war nur von kurzer Dauer und auch dieser Freund war ihm entrissen worden. Jasper hatte das Potenzial gehabt, ein Freund zu werden. Vor seinem geistigen Auge erschien das lachende Gesicht des Hawaiianers, dessen überschäumende Lebensfreude jeden Menschen in seiner Nähe angesteckt hatte. Eine Weile lang hatte er es sogar geschafft, Remus das Gefühl zu geben, sein Dasein als Werwolf könne mehr als ein grausamer Fluch sein. Er hatte sich vorgenommen, die nächste Verwandlung mit dem Wolfsbanntrank nicht in seinen Räumen sondern im Wald zu erleben und bewusst das Gefühl von Stärke und Freiheit zu genießen, wenn er über die Felder lief.
Er seufzte.
Was für ein alberner Gedanke. Natürlich war es ein Fluch und nichts mehr. Nur ein Mensch wie Jasper konnte auf die Idee kommen, es wäre mehr.
Und genau dieser Mensch, der gerade auf dem Weg gewesen war, ein Freund zu werden war nun auch tot. Gestorben, weil er sich für ihn, Remus, aufgeopfert hatte. Damit er leben konnte. Hatte irgendwer ihn eigentlich gefragt, ob er das wollte?
Er dachte an das Versprechen, das Jasper ihm abgenommen hatte.
Wieder erklang Jaspers Stimme in seinem Kopf. „Also, was ist, Wolf? Wirst Du mir versprechen, sie zu beschützen, auf sie aufzupassen und da zu sein, wenn die Finsternis nach ihr greift?"
Er hatte es versprochen. Aber nun sah es so aus, als bräuchte Carol keinen weiteren Beschützer.
Ein altes, vertrautes Gefühl machte sich ihn ihm breit. Er war allein. Natürlich kannte er das Gefühl, aber trotzdem schien es sich wieder einmal gewandelt zu haben. Es war, als wenn es jedes Mal, wenn es ihn aufs Neue einholte eine neue Form annahm. Eine noch quälendere, noch unerträglichere Form.
Er lachte trocken und bitter auf, Einsamkeit schien der einzige wirklich treue Freund zu sein, den er hatte. Ohne dass er es merkte lief ihm eine einzelne Träne die Wange hinunter.
Viele Stunden saß Remus Lupin in der heulenden Hütte ohne zu merken, wie die Zeit verging und der Tag sich dem Ende zuneigte. Eine verlorene Seele, einsam und ohne Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft.
Unbemerkt von Lupin und auch sonst jeder lebenden Seele der Umgebung umkreiste ein kaum erkennbarer dunkler Schatten die heulende Hütte. Mit geschmeidigen, fließenden Bewegungen zog er weite Kreise in der Luft, ließ sich dann auf einem alten Baum nieder und verschmolz mit der Dunkelheit. Niemand hatte ihn bemerkt und niemand würde ihn bemerken, solange er bewegungslos dort verharrte, in direkter Sichtlinie zu den Fenstern des Raumes, in dem er den Umriss des Mannes beobachtete, der dort zusammengesunken saß.
Nachdem die Weasleys verarztet worden waren und sich in einem der vielen Gästezimmer häuslich eingerichtet hatten gingen sie wie schon früher immer die Treppe hinunter in die Küche, um die anderen Mitglieder des Ordens zu treffen und zu berichten, was sie erlebt hatten.
Carol war erwacht und hatte das Krankenzimmer verlassen. Blass und etwas wackelig auf den Beinen, aber entschlossen, an der Besprechung teilzunehmen.
Sie hatte Severus für seine Anwesenheit gedankt, aber er winkte nur ab. Das sei doch selbstverständlich.
Als dann alle um den Tisch herum saßen und auch Dumbledore eingetroffen war, wurden die verschiedenen Geschichten erzählt und Erkenntnisse ausgetauscht.
Dumbledore berichtete, dass es offenbar einen schrecklichen Aufruhr unter den bekannteren Todessern gab, verschiedene Anhänger Voldemorts waren in höchster Eile und unter größter Besorgnis aufgebrochen und verschwunden.
Dumbledore schloss daraus, dass Jaspers Mission erfolgreich gewesen sein musste, denn nur ein derartiger Schlag würde den dunklen Lord und seine Führungskräfte in eine solche hektische Unruhe versetzen.
Carol berichtete stockend, was mit Lupin und Jasper vorgefallen war und mit fast unhörbarer Stimme erklärte sie, dass sie seinen Tod erlebt hatte.
Drückende Stille senkte sich über den Raum und selbst Molly und Arthur, die Jasper nie kennen gelernt hatten konnten fühlen, dass er ein besonderer Verlust sein musste.
Tonks sah aus, als wäre alles Blut aus ihrem Gesicht gewichen, ihre Augen wirkten riesig und die Blässe ihres Gesichts schien von dem leuchtend orangenen Haar noch betont zu werden.
Sie öffnete den Mund, als wolle sie irgendetwas sagen, doch kein Laut kam über ihre Lippen. Stumm rannen Tränen über ihr Gesicht und in ihren Augen spiegelte sich Carol, deren kummervolle Miene auch Bände sprach.
Fast bleiern wirkte das Schweigen am Tisch, als Dumbledore sich leise räusperte und mit ruhiger Stimme die Weasleys aufforderte ihre Geschichte zu erzählen.
Arthur holte tief Luft und begann mit den Nachforschungen in Peru und der Reise, die sie quer über die Kontinente geführt hatte. Die Reise war so abenteuerlich und obwohl Arthur die Trauer bei seinen Kameraden spürte, war er doch unbelastet davon und so steigerte sich seine Erzählung bald in einen so spannenden Bericht, dass die meisten um den Tisch herum den Atem anhielten.
Einzig Carol blickte sich immer wieder um und ihre Augen huschten unruhig zur Tür, als warte sie auf etwas.
Als Arthur von ihrer Befreiung erzählte und Mollys Beobachtung, dass sich ihr Gefängnis auf dem Grund und Boden der Malfoys befunden hatte hörte man Severus Snape zischend Luft holen.
Leise murmelte er: „Dieser verfluchte Kerl. Ich hätte schwören können, so etwas würde er niemals auf seinem Anwesen erlauben."
Fragende Blicke flogen in seine Richtung.
„Es ist eine doppelte Täuschung", erläuterte er, „niemand würde annehmen, dass er dumm oder dreist genug wäre, die Opfer einer Entführung auf seinem Anwesen zu verstecken. Und gerade deshalb ist dieser Ort das perfekte Versteck."
Moody knurrte, als er die Genialität dieser doppelten Täuschung erkannte und Kingsley schüttelte den Kopf, als würde er niemals verstehen, was in den Köpfen mancher Leute vorging.
Als die Weasleys ihre Geschichte beendet hatten und klar war, dass Lord Voldemort nun zwar die Schriftrolle besaß, das Artefakt aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zerstört war, legte sich wieder Schweigen über die Versammlung.
Nach einer Weile, während der alle das Gehörte verdauten, versprach Snape herauszufinden, wie es um Schriftrolle und Artefakt stand, damit man Gewissheit hatte.
Bewusst fragte niemand nach einem Beweis für Jaspers Tod, allgemein schien jeder zu vermeiden, dieses Thema anzusprechen und so löste sich langsam die Versammlung auf.
Carol trat auf Tonks zu, die immer noch wie versteinert am Tisch saß, den Blick in die Ferne gerichtet. Sie setzte sich auf den Stuhl neben ihr und legte sanft einen Arm um ihre Schulter.
Tonks drehte ihr kurz das Gesicht zu und begann dann langsam und stockend zu sprechen, während ihr Blick wieder in die Ferne schweifte: „Ich… ich kann nicht glauben, dass er… fort ist." Sie verstummte. Bei den letzten Worten hatte ihre Stimme gezittert und wieder liefen Tränen langsam und fast quälend über ihre Wangen.
Carol zog sie etwas fester an sich und sagte dann leise: „Er ist nicht fort. Nicht wirklich, nicht ganz."
Auch ihr Blick schweifte ab, als sie mit zunehmend fester werdender Stimme weiter sprach: „Jasper war ein Teil von mir, ich war ein Teil von ihm. Wir waren so etwas wie Geschwister, als hätte ein unsichtbares Band unsere Seelen verbunden. Mit seinem Tod ist etwas von mir gestorben, das Stück von mir, das Teil von ihm war ist tot. Verschwunden, verloren für immer." Sie seufzte, dann fuhr sie mit hellerer Stimme fort: „Aber genauso lebt der Teil von Jasper, den er in mir gelassen hat weiter. So wie all die vielen Teile von ihm, die in all jenen Menschen sind, deren Seele er berührt hat."
Ein zaghaftes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als sie sie direkt an Tonks wandte: „Wenn immer Du das Gefühl hast, ohne ersichtlichen Grund plötzlich vor Freude singen zu müssen, wenn immer Du unvorhergesehene Lebensfreude und Liebe zu allem Lebendigen spürst, dann weißt Du, dass Jasper nicht ganz fort ist."
Tonks blickte sie erstaunt an, nickte dann zaghaft, als würde sie nur langsam verstehen.
„Stell' Dir sein Gesicht vor, Tonks", fuhr Carol fort, „lass ihn vor Deinem inneren Auge erscheinen, wie er hier in der Tür stand. Lass das immer der Blick sein, mit dem Du an Jasper denkst."
Nun lächelte auch Tonks vorsichtig und die beiden Frauen blickten zur Tür, als stünde der Hawaiianer wirklich mit der ihm eigenen Lässigkeit an den Rahmen gelehnt.
Dumbledore war etwas abseits stehen geblieben und hatte die beiden Frauen beobachtet. Nun trat er auf Carol zu und musterte sie besorgt. Sie erwiderte seinen Blick, und er erkannte, dass sie selber voller Sorge war. Ihr Lächeln und ihre Aufmunterung für Tonks waren nur von kurzer Dauer gewesen und schienen nur der Notwendigkeit zu trösten entsprungen zu sein.
„Was ist mit Remus?" fragte sie und man konnte Angst in ihrer Stimme mitschwingen hören, „Wo ist er?"
Der alte Mann wirkte traurig, als er leise antwortete: „Ich weiß es nicht. Er war bei mir in Hogwarts, dann wollte er eigentlich wieder hierher zurück."
„Er muss furchtbar verstört sein", überlegte Carol, „wenn man bedenkt, dass Jasper an seiner Stelle gegangen ist. Wie muss ein Mensch sich fühlen, wenn ein Freund sich opfert? Wie muss Remus sich fühlen, wenn um ihn herum immer wieder Menschen sterben, zu denen er eine Bindung hatte?" Ihre Stimme erstarb, als sie sich den unbeschreiblichen Kummer vorstellte, der Lupins Herz belasten musste.
Dann straffte sie sich und sagte mit fester Stimme: „Ich muss ihn finden, niemand darf alleine sein, wenn ihm so etwas geschieht."
Sie wandte sich erneut an Dumbledore, jetzt klang ihre Stimme drängend, ihr Blick war lebhaft und ihre Bewegung wirkte dynamisch: „Es muss doch einen Ort geben, an den er sich in einer solchen Situation zurückziehen würde. Einen Ort, der unbewusst Sicherheit für ihn symbolisiert." Sie fixierte den alten Zauberer mit ihren Augen und Dumbledore krauste nachdenklich die Stirn.
„Da könnte es einen Ort geben, aber ich bezweifle, dass er dort hingegangen ist."
Carol bohrte nach und so erzählte Dumbledore ihr von der Geschichte und der Bedeutung der heulenden Hütte. Sie nickte verstehend und als er endete, sah sie ihn mit einem sicherer werdenden Gesichtsausdruck an: „Ich denke, dort werde ich ihn finden. Fragen sie nicht, es ist nur ein Gefühl", fügte sie hinzu, als sie seinen skeptischen Blick bemerkte.
Dumbledore erkannte ihre wachsende Entschlossenheit und zog sie in Richtung Kamin.
„Ich werde sie durch das Flohnetzwerk nach Hogsmead begleiten und ihnen von dort aus den Weg zur Hütte erklären", sagte er, während er nach dem Gefäß mit dem Flohpulver auf dem Sims griff.
„Allerdings denke ich, sie werden dann alleine dort hin gehen wollen, oder?"
Carol nickte und trat mit ihm gemeinsam in den Kamin.
Gemeinsam verließen sie die „Drei Besen" und wandten sich dem Ortsausgang zu. Dumbledore zeigte und erklärte Carol den Weg zur heulenden Hütte und wandte sich dann dem Weg nach Hogwarts zu.
Sie blickte ihm noch einen Moment nach, dann drehte sie dem alten Mann, der da leicht gebeugt und tief in Gedanken versunken von ihr weg ging den Rücken zu und machte sich auf den beschriebenen Weg.
Sie erreichte die heulende Hütte ohne Probleme und blieb einen Moment vor dem windschiefen und fast verfallenen Gebäude stehen. Eine Sekunde glaubte sie, aus dem Augenwinkel eine Bewegung in dem großen alten Baum neben der Hütte gesehen zu haben, doch als sie hinsah, war da nichts. Sie verdrängte den Gedanken, dass dort etwas sein könnte wider besseres Wissen, denn normalerweise konnte sie sich immer auf solche Eindrücke und ihr Bauchgefühl verlassen, doch heute hatte sie dringenderes zu tun.
Langsam und vorsichtig betrat sie die Hütte, bei jedem Schritt bedacht, dass die Holzdielen unter ihren Füßen nicht nachgaben. Ein merkwürdiges Zwielicht herrschte vor, viele matte Lichtstrahlen drangen durch die zahlreichen Spalten und Risse in den Holzwänden. Eigenartige Schattenspiele entstanden dadurch und verwirrten das Auge, so dass Carol mehr als einmal irritiert stehen blieb, weil ein Schatten oder ein Lichtfleck sie ablenkten.
Vorsichtig stieg sie die knarrende Treppe hinauf, sah den Gang entlang und entschied sich spontan für eine Tür, die leicht schief angelehnt in ihrem Rahmen hing.
Sie ging darauf zu, schob die Tür langsam auf und sah sich in dem Raum um.
Es schien als würden hunderte von Lichtstrahlen durch die morschen Wände dringen und Millionen von Staubpartikeln auf den Strahlen tanzen wie in einer irrsinnigen Choreographie aus Licht und Staub, die einer unhörbaren Melodie folgte.
Carols Blick wanderte durch den Raum und blieb auf einer Gestalt hängen, die regungslos und zusammengekauert auf etwas saß, das wie die Überreste eines zerborstenen Himmelbettes aussah.
Sie nickte kaum merklich, ihre Instinkte hatten sie nicht getrogen.
Bevor sie sich jedoch der Gestalt zuwenden konnte, bemerkte sie an einen Schatten außen an einer der Wände, der wie riesige Schwingen einen kurzen Moment das Licht verschluckte und den Tanz der Staubflocken unterbrach. Ein Schauder lief ihr über den Rücken, dann streifte sie das Gefühl ab und wandte sich wieder ihrem eigentlichen Anliegen zu.
Sie ging auf das Bett zu, sprach Lupin leise an, doch keine Reaktion erfolgte von der kauernden Gestalt. Auch auf eine sanfte Berührung seiner Schulter reagierte er nicht. Zutiefst besorgt hockte sich Carol vor ihn und versuchte einen Blick auf sein Gesicht zu erhaschen.
Harry, Ron und Hermine saßen bei Hagrid in der Hütte und hatten riesigen Tassen Tee vor sich auf dem Tisch stehen. Den Teller mit den Keksen ignorierten sie geflissentlich, obwohl Hagrid ihn immer wieder mit einem auffordernden Brummen vom einen zum anderen schob.
Harry hatte gerade noch einmal genau erzählt, was Carol ihm in ihrem nächtlichen Gespräch erzählt hatte. „Es ist also irgendwie die Kraft des Lebens, um die es sich wohl dreht" schloss er und sah seine Freunde mit fragenden Blicken an.
„Das klingt nich unvernünftig", sagte Hagrid nach einer Weile des nachdenklichen Schweigens, „aber dass sie sagt, Dumbledore irrt sich, das kann ich nich glauben. Eigentlich machte sie einen ganz patenten Eindruck auf mich, aber so was hätte ich ihr nich zugetraut." Er schüttelte den mächtigen Kopf „ Dumbledore soll sich irren… wer hat schon so was gehört…"
Ron sah verwirrt aus, sein Gesicht spiegelte ungefähr tausend Fragen wieder.
Hermine runzelte die Stirn. „Was ist damit gemeint und wie sollst Du das schaffen? Ich meine, solange es klar war, dass Deine Macht die Liebe Deiner Mutter war, war da kein echtes Problem. Du hast die Macht in dir getragen und sie hätte Dir jeder Zeit zur Verfügung stehen können. Aber mit dieser Lebenskraft wissen wir nicht, wie Du da ran kommen kannst, das kann ein echtes Problem werden."
Hermine seufzte.
Ron verzog das Gesicht: „Wer sagt denn eigentlich, dass sie Recht hat? Wir kennen Professor Dumbledore und wir vertrauen ihm. Es schmeckt mir nicht, dass er sich so sehr irren soll."
Hagrid nickte heftig und zustimmend.
Harry zögerte einem Moment, dann sagte er leise: „Es klang wirklich plausibel. Es macht Sinn, was sie sagt und so sehr sind das was sie und Professor Dumbledore sagen gar nicht auseinander."
Die vier redeten noch eine Weile über die Geschehnisse der letzten Tage und nach einigen Stunden verabschiedeten sich die drei Schüler von Hagrid und machten sich auf den Weg zurück ins Schloss.
